{"id":79917,"date":"2024-11-26T09:58:56","date_gmt":"2024-11-26T08:58:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=79917"},"modified":"2024-11-26T09:58:56","modified_gmt":"2024-11-26T08:58:56","slug":"energie-ermoeglicht-alle-facetten-von-nachhaltigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2024\/11\/26\/energie-ermoeglicht-alle-facetten-von-nachhaltigkeit\/","title":{"rendered":"Energie erm\u00f6glicht alle Facetten von Nachhaltigkeit"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_79927\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-79927\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Pressefoto-Trotter-2-1-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1817\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Dr. Philipp Trotter, Professor f\u00fcr Substainability Management in der Fakult\u00e4t f\u00fcr Wirtschaftswissenschaften an der Bergischen Universit\u00e4t- \u00a9 Bettina Engel-Albustin<\/span><\/div>\n<p>Philipp Trotter studierte Energietechnik mit dem Wunsch, gegen den Klimawandel etwas zu unternehmen und sagt: \u201eIrgendwann kam dann die Idee, ich k\u00f6nnte die beiden Sachen ja kombinieren und sozusagen mein Wissen in Energietechnik auf die Situation in Afrika anwenden, denn da gibt es riesige Probleme. 600 Millionen Menschen in Afrika haben immer noch keinen Stromzugang. Daran zu arbeiten, spornt mich jeden Tag an.\u201c Im Rahmen der beliebten Uni-Reihe hat sich Autor Uwe Blass mit Prof. Philipp Trotter \u00fcber dieses spannenden Thema unterhalten.<\/p>\n<h4><strong>Soziale Ungleichheit erkennen<\/strong><\/h4>\n<p>Philipp Trotter wuchs mit drei Br\u00fcdern bei seiner alleinerziehenden Mutter in finanziell nicht immer einfachen Verh\u00e4ltnissen auf und sagt: \u201eIch habe gesehen, dass \u00a0in Deutschland, auch wenn man in einfacheren und nichtakademischen Verh\u00e4ltnissen aufw\u00e4chst, man trotzdem viele M\u00f6glichkeiten und Strukturen hat, sich selber zu entfalten. Es gibt Stipendien, es gibt BAF\u00d6G, es gibt Bildung umsonst, sowohl gymnasiale Bildung als auch universit\u00e4re Bildung, d.h., wenn man in Deutschland das Gl\u00fcck gehabt hat, geboren zu sein, dann kann man trotz struktureller Nachteile, das alles wieder wettmachen. Das ist nicht der Fall in der Mehrheit der L\u00e4nder, die wir auf der Welt haben.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_44822\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 440px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-44822\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Logo-Transfergeschichten.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p>Bei seinen Besuchen afrikanischer L\u00e4nder erlebte er die globale Ungleichheit immer wieder. \u201eIm Energiebereich haben 600 Millionen Menschen in Afrika keinen Zugang zu einer sauberen Art und Weise zu kochen, und es sterben jedes Jahr ca., 1,1 Millionen Menschen an Luftverschmutzung. Das ist mehr als an Malaria und Aids zusammen. Der Gro\u00dfteil dieser Verschmutzung kommt durch das Verbrennen von fossilen Brennstoffen. Die Menschen sind also im Haus diesen Stoffen ausgesetzt und entwickeln Krebs- und Lungenerkrankungen.\u201c<\/p>\n<p>Daher m\u00fcssten umweltbezogene, nachhaltige L\u00f6sungen im Energiesystem gefunden werden. Wenn die Menschen mit Solar- oder Strom kochen k\u00f6nnten, w\u00fcrden weniger W\u00e4lder abgeholzt und soziale sowie \u00f6kologische Ziele erreicht. \u201eOft ist Energie ein Erm\u00f6glicher f\u00fcr alle Facetten von Nachhaltigkeit.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Substainability Management<\/strong><\/h4>\n<p>In Wuppertal leitet der Juniorprofessor den Lehrstuhl Substainability Management. \u201eMeine Professur besch\u00e4ftigt sich damit, dass Unternehmen anders wirtschaften m\u00fcssen, wenn wir die M\u00f6glichkeit von zuk\u00fcnftigen Generationen nicht behindern wollen, ihre Bed\u00fcrfnisse zu verwirklichen. Derzeit leben wir in einer Welt, die die Ressourcen viel zu schnell verbraucht und weder nachhaltig wirtschaftet noch nachhaltig lebt. Das macht jetzt schon Probleme f\u00fcr viele Bev\u00f6lkerungsschichten hier, aber eben vor allem auch in Entwicklungsl\u00e4ndern\u201c, sagt der Wissenschaftler.<\/p>\n<div id=\"attachment_79922\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 560px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-79922 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Photovoltaikanlage-in-Afrika.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"550\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Photovoltaikanlage in Afrika &#8211; \u00a9 Foto: Sustainability Management Uni Wuppertal<\/span><\/div>\n<p>Diese Probleme k\u00e4men in naher Zukunft vermehrt auch auf uns zu, erkl\u00e4rt er weiter und verweist auf die j\u00fcngsten Meldungen zur Flutkatastrophe in Spanien. \u201eMeine Professur besch\u00e4ftigt sich mit L\u00f6sungsversuchen, die ein Umdenken in Wirtschaftsbereichen erm\u00f6glichen. Das m\u00fcssen wir anders hinbekommen! Und die Frage ist: \u00a0Wie kann die Ressourcennutzung, das Aussto\u00dfen von CO2 und auch das soziale Miteinander gestaltet werden, dass es f\u00fcr alle nachhaltig ist?\u201c<\/p>\n<h4><strong>Nachhaltigkeit durch enge Zusammenarbeit<\/strong><\/h4>\n<p>Ein Unternehmen nachhaltig zu f\u00fchren, sei unbestritten komplexer, als nach reiner Gewinnmaximierung zu streben, stellt Philipp Trotter sachlich fest, weil ein Management grunds\u00e4tzlich immer dar\u00fcber nachdenken m\u00fcsse, wie man investiere, um m\u00f6glichst viel Geld zu generieren. \u201eDas Problem, wenn ich mir Nachhaltigkeit anschaue, ist, dass zu diesen \u00f6kologischen Zielen dann auch soziale Ziele und umweltbezogene Ziele hinzukommen, und die k\u00f6nnen sich auch widersprechen. Ich habe Zielkonflikte und bin, egal wie gro\u00df das Unternehmen ist, in meiner Macht limitiert, soziale und umweltbezogene Ziele zu erreichen. Das funktioniert nicht. Ich muss also viel breiter denken, in Netzwerken denken.\u201c<\/p>\n<p>Das bedeute, man m\u00fcsse entlang einer Lieferantenkette denken, an die Nutzer der Produkte sowie an die Politik denken, man m\u00fcsse an globale Zusammenh\u00e4nge und auch an die Umwelt denken. \u201eWenn ich also einen Impact auf Nachhaltigkeit haben m\u00f6chte, dann funktioniert das nur durch Zusammenarbeit und den Netzwerkgedanken. Ich habe immer Zielkonflikte und muss mit viel mehr Stakeholdern zusammenarbeiten\u201c, erkl\u00e4rt der Fachmann.<\/p>\n<h4><strong>Ungleichgewicht zwischen dem Norden und S\u00fcden des Kontinents<\/strong><\/h4>\n<p>In Fragen der Nachhaltigkeit herrscht zwischen dem afrikanischen S\u00fcden und dem afrikanischen Norden ein starkes Ungleichgewicht. \u201eDas stimmt\u201c, sagt Philipp Trotter spontan, \u201eselbst bei Nachbarl\u00e4ndern ist das so. Wenn ich mir Botswana und Simbabwe anschaue, dann ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht. Simbabwe ist ein sehr armes, heruntergewirtschaftetes Land. Die Menschen haben eine sehr geringe Lebenserwartung, w\u00e4hrend Botswana geografisch \u00e4hnlich liegt, aber viel reicher ist, viel besser dasteht. Auch die Lebenserwartung der Bev\u00f6lkerung ist dort viel h\u00f6her.\u201c<\/p>\n<p>Die Ursachen seien sehr vielschichtig, die Strukturen individuell, und daher m\u00fcsse man sich jedes Land separat anschauen. Global gesehen k\u00f6nne man sagen, es gebe institutionelle, strukturelle Probleme und da m\u00fcsse man Institutionen schaffen, die stark genug seien, Ressourcen wie erneuerbare Energien oder Bodensch\u00e4tze auf die Breite zu verteilen. Eine andere Herausforderung sei das Finanzwesen.<\/p>\n<div id=\"attachment_79923\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 560px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-79923 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/TRaditioneller-Fischfang-in-Afrika-gemeinfrei.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"546\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Traditioneller Fischfang in Afrika &#8211; \u00a9 Foto: Gemeinfrei<\/span><\/div>\n<p>Dazu Prof. Trotter: \u201eDas Problem in vielen afrikanischen L\u00e4ndern ist, dass die Kapitalkosten extrem hoch sind, Investoren sehen Investitionen als sehr risikobehaftet an. Das ist im Norden Afrikas anders. Dort ist es einfacher, Geld f\u00fcr Investitionen zu bekommen. Wenn man ganz fundamental ansetzt, ist nat\u00fcrlich Bildung ein riesen Thema. Ich habe dort eine sehr junge Gesellschaft und da m\u00fcssen massive Bildungsprogramme passieren, damit das gro\u00dfe Potential dieses jungen Kontinents genutzt werden kann, um produktiv zu sein.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Energieplanung in Afrika \u2013 Langzeitplanungsstudien fehlen<\/strong><\/h4>\n<p>Bei der Implementierung einer langfristigen Energieplanung in Afrika gibt es diverse H\u00fcrden. \u201eEs gibt ein paar L\u00e4nder, die das schon sehr gut machen\u201c, sagt Philipp Trotter, \u201eS\u00fcdafrika geh\u00f6rt dazu. Die Planungskapazit\u00e4ten dort sind sehr gut. Sie haben zwar gro\u00dfe Probleme mit ihrem Energiesektor, das steht au\u00dfer Frage, dort gibt es auch schon mal mehrere Stunden am Tag kompletten Stromausfall, das ist aber ein geplanter Stromausfall, weil einfach zu wenig Kapazit\u00e4t da ist. Aber da sind die analytische F\u00e4higkeit und ein gesellschaftlicher Diskurs da, um diese Probleme zu benennen und anzugehen.\u201c<\/p>\n<p>Ganz anders sehe es z. B. in Mali oder Niger aus, denn dort seien die intellektuellen F\u00e4higkeiten und die Institutionen, die diese Planungen durchf\u00fchren k\u00f6nnten, nicht gegeben. Trotter nennt ein Beispiel, dass verdeutlicht, wie weit der Weg zu einer fl\u00e4chendeckenden Energieplanung in Afrika noch ist: \u201eIn Deutschland haben wir ca. 150 verschiedene, unabh\u00e4ngige Forschungseinrichtungen und -gruppen, die in irgendeiner Weise Energiemodellierung f\u00fcr den Standort Deutschland machen. Z. B. das Wuppertal Institut. Wenn da die Leitung zur Landes- oder Bundesregierung geht und diese ber\u00e4t, dann wird einfach eine Metastudie \u00fcber all die Studien, die wir haben, gemacht, und dann schaut man aufgrund der umfangreichen Datenbasis, welche Szenarien man durchspielen k\u00f6nnte.&#8220;<\/p>\n<p>Der Wissenschaftler weiter: &#8222;F\u00fcr den Gro\u00dfteil der afrikanischen L\u00e4nder gibt es keine einzige vern\u00fcnftige Langzeitplanungsstudie von Energiesystemen. Eine Vielzahl der 48 L\u00e4nder in Subsahara Afrika haben gar keine Studien, d.h. die Entscheidungen, die dort getroffen werden, werden mehr oder weniger ins Blaue getroffen, und das ist eine unheimliche Gefahr, weil dann teilweise Narrative die Oberhand gewinnen, die mehr aus dem Bauch heraus statt evidenzbasierte Entscheidungen treffen.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Entwicklungspfad muss aus Afrika selber kommen<\/strong><\/h4>\n<p>Philipp Trotter hat mit Kolleginnen und Kollegen ein Papier zur Weltklimakonferenz 2022 ver\u00f6ffentlicht, in dem sie ein Umdenken bei Politikerinnen und Politikern, Geldgeberinnen und Geldgebern und Forscherinnen und Forschern in Bezug auf die Energiewende auf dem afrikanischen Kontinent hin zu l\u00e4nderspezifischen und ganzheitlicheren L\u00f6sungen, um das Potenzial von Energie als Treiber nachhaltiger Entwicklung in Afrika voll aussch\u00f6pfen zu k\u00f6nnen, gefordert haben.<\/p>\n<div id=\"attachment_79925\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 560px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-79925 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/solar-7037687_1280.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"367\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Eine Solaranlage &#8211; L\u00f6sung f\u00fcr Afrika &#8211; \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<p>\u201eDas Papier hat ziemlich viel Geh\u00f6r gefunden\u201c, sagt er, \u201egerade auf der Klimakonferenz gab es mehrere Events innerhalb verschiedener Gremien. Wir konnten \u00a0mit Politiker*innen sprechen und wir haben einen Nerv getroffen.\u201c\u00a0 Viel zu oft sei der Fehler gemacht worden, Afrika immer als gro\u00dfes und Ganzes zu sehen, aber Afrika habe 54 L\u00e4nder, in S\u00fcd Subsahara Afrika seien es allein 48 mit erheblichen Unterschieden.<\/p>\n<p>\u201eWenn ich mir das aus der deutschen Entwicklungshilfeperspektive anschaue und dann sage, ich brauche hier ein Afrikaprogramm, dann ist die Gefahr sehr gro\u00df, dass das scheitert. Die ganze afrikanische Energietransformation muss auf eine sozial und entwicklungspolitisch gerechte Art und Weise passieren. Ich kann nicht nach Afrika gehen und sagen, ihr m\u00fcsst jetzt diesen oder jenen Pfad einschlagen, weil der gut f\u00fcr die gesamtglobale Gesellschaft ist, sondern es ist wichtig, dass es einen aus Afrika getriebenen Entwicklungspfad gibt, den verschiedene afrikanische L\u00e4nder f\u00fcr sich definieren und f\u00fcr ihre Bev\u00f6lkerung auf eine gerechte Art und Weise umsetzen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Auf der Weltklimakonferenz in Baku im November stand daher die Klimafinanzierung solcher Projekte ganz oben auf der Tagesordnung.<\/p>\n<h4><strong>Erneuerbare Energien sind die Gegenwart und die Zukunft<\/strong><\/h4>\n<p>\u201eWir sehen gerade im Energiesektor diesen Switch zu erneuerbaren Energien\u201c, sagt Philipp Trotter, \u201eDeutschland hat mittlerweile einen Energiemix, der im letzten Jahr fast 60 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien gewonnen hat. Das sah vor 20 Jahren noch anders aus. Da haben wir eine wahnsinnige Transformation hinbekommen, die Deutschland auch ganz stark durch die fr\u00fchen Solarsubventionen in den 2000er Jahren mit initiiert hat, so, dass wir jetzt global auf einem Weg sind, der v\u00f6llig unumkehrbar ist. Erneuerbare Energien sind die Zukunft, und oft auch bereits die Gegenwart. Die sind g\u00fcnstiger und gr\u00fcner. Bis auf Gas, das noch auf Wasserstoff umgestellt wird, bauen wir ja gar keine fossilen Kraftwerke mehr. Und das ist in Gro\u00dfteilen Europas und auch in Amerika genauso. Da habe ich eine sehr sch\u00f6ne Synergie aus \u00f6konomischen und sozialvertr\u00e4glichen und auch umwelttechnischen L\u00f6sungen.\u201c<\/p>\n<p>So weit so gut. Aber wie sieht es in Afrika aus? \u201eIn Afrika, dem sonnenreichsten Kontinent, habe ich praktisch gar nichts, was auf der Solarseite passiert\u201c, stellt der Forscher traurig fest, \u201edie Investitionen sind ganz gering, obwohl rund 50 Prozent der Sonnenenergie weltweit auf diesem Kontinent sind. Da ist diese riesige Saharaw\u00fcste, die 1000 Mal mehr Sonnenschein abbekommt als der gesamte Prim\u00e4renergiebedarf der Welt pro Jahr. Wir k\u00f6nnten also mit einem kleinen Teil der Saharaw\u00fcste den gesamten Prim\u00e4renergiebedarf der Welt decken. D.h. wir haben diese tolle Technologie, die so viele Vorteile bietet, aber wir haben eine v\u00f6llige Unterinvestition in Afrika, und die macht mir Sorgen. Wir m\u00fcssen nun schauen, wie wir das auch f\u00fcr Afrika hinbekommen. Wir m\u00fcssen den Afrikanerinnen und Afrikanern g\u00fcnstigen Strom zur Verf\u00fcgung stellen.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Energiemodelle bauen, Entwicklungshilfe effektiver gestalten<\/strong><\/h4>\n<p><strong>\u201e<\/strong>Thomas Edison hat vor 144 Jahren die Gl\u00fchbirne erfunden. Wir haben in Deutschland vollst\u00e4ndige Elektrifizierung seit den 50er Jahren. Wir wissen, wie man Strom an Menschen verteilt. 600 Millionen Menschen in Afrika haben keinen Stromzugang und das ist kein technisches Problem. Wir wissen, wie das geht.\u00a0 Das sind andere Probleme und viele davon sind sozialer und politischer Natur\u201c, erkl\u00e4rt der Fachmann. Wenn also keine Forschungen im Land selber vorl\u00e4gen, m\u00fcsse ein Planer eben \u00fcberlegen, welche Faktoren er bedienen m\u00fcsse, damit die Bed\u00fcrfnisse der Entscheidungstr\u00e4ger ber\u00fccksichtigt w\u00fcrden.<\/p>\n<p>\u201eDeswegen \u00fcberlege ich mit Kollegen aus Afrika zusammen, k\u00f6nnen wir Energiemodelle bauen, die vielleicht in Deutschland gar keinen Sinn ergeben w\u00fcrden, aber in Afrika schon?\u201c Auch unsere Entwicklungshilfe m\u00fcsse effektiver werden, fordert der Wissenschaftler und erkl\u00e4rt: \u201eDas Hauptproblem ist oft in der Entwicklungshilfe folgendes: Es wird Geld gegeben, um eine L\u00f6sung zu bauen. Und wenn diese L\u00f6sung dann da steht, macht man ein Foto f\u00fcr seinen Report und geht weg. Aber allein die Tatsache, dass ich da bspw. eine Stromanlage hinbaue, in D\u00f6rfern, die nicht einmal das Geld f\u00fcr eine Waschmaschine haben, die man damit betreiben k\u00f6nnte, zeigt zwar einen hohen Bedarf aber eine niedrige Nachfrage. Der Strom wird dort vielleicht f\u00fcr Licht und ein Handy benutzt, aber nicht produktiv eingesetzt.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_79926\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 560px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-79926 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/solar-2666770_1280.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"367\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Solarenergie &#8211; ein Meilenstein f\u00fcr Nachhaltigkeit &#8211; \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<p>Nat\u00fcrlich fragt sich der Forscher an dieser Stelle, ob das nicht auch anders gehe. \u201eIch schaffe dann vielleicht f\u00fcr das ein oder andere Dorf am Meer noch eine Eismaschine zus\u00e4tzlich an, damit der Fischer seinen Fang l\u00e4nger frisch halten kann und das Obst k\u00fchl gelagert wird, weil sonst alles bei dieser Hitze sofort verdirbt. Dadurch k\u00f6nnen die Menschen h\u00f6here Preise erheben, die Ware bleibt l\u00e4nger frisch.\u201c<\/p>\n<p>Dazu k\u00f6nne man die Leute trainieren, bis sie das verstanden h\u00e4tten. Und gehe dann die Eismaschine kaputt, werden die Menschen sie reparieren lassen, weil sie verstanden haben, welche Vorteile sie biete. \u201eDann habe ich einen Langzeitwert geschaffen. Ich muss mit der lokalen Bev\u00f6lkerung denken und Anreize schaffen, dass es einen Wert vor Ort gibt.\u201c<\/p>\n<p>Es gebe bereits interessante, kreative Start-ups mit relativ geringen Mitteln, wei\u00df Philipp Trotter und sagt abschlie\u00dfend: \u201eDie L\u00f6sungen m\u00fcssen aus Afrika kommen, wobei der Norden Afrikas da auch eine wichtige Rolle spielen muss. Wir k\u00f6nnen dann z. B. mit technischem Know-how bei der Umsetzung helfen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_79921\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 210px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-79921 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Pressefoto-Trotter-2-Kopie.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"271\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Prof. Dr. Philipp Trotter &#8211; \u00a9 Bettina Engel-Albustin<\/span><\/div>\n<h4>\u00dcber Prof. Dr. Philipp Trotter<\/h4>\n<p>Prof. Dr. Philipp Trotter leitet den Lehrstuhl f\u00fcr Substainability Management in der Fakult\u00e4t f\u00fcr Wirtschaftswissenschaften an der Bergischen Universit\u00e4t.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eSoziale Ungleichheit hat mich schon sehr fr\u00fch interessiert\u201c sagt Philipp Trotter, Professor f\u00fcr Substainability Management in der Fakult\u00e4t f\u00fcr Wirtschaftswissenschaften an der Bergischen Universit\u00e4t. Bereits mit 18 Jahren erlebte er auf einer Reise nach Ghana zum ersten Mal die Unterschiede zwischen deutschen und westafrikanischen Lebensstandards, die ihn sehr pr\u00e4gten und seither besch\u00e4ftigen.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-79917","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-24 12:15:47","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79917","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=79917"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79917\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":79929,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79917\/revisions\/79929"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79917"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=79917"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=79917"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}