{"id":79545,"date":"2024-11-11T12:24:37","date_gmt":"2024-11-11T11:24:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=79545"},"modified":"2024-11-12T15:44:56","modified_gmt":"2024-11-12T14:44:56","slug":"1947-entdeckt-apokryphen-die-verborgene-schriften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2024\/11\/11\/1947-entdeckt-apokryphen-die-verborgene-schriften\/","title":{"rendered":"1947 entdeckt: Apokryphen &#8211; die verborgenen Schriften"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_79549\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-79549 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Erlemann-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1901\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Prof. Dr. Kurt Erlemann, Leiter des Lehrstuhls f\u00fcr Neues Testament und Geschichte der Alten Kirche an der Bergischen Universit\u00e4t &#8211; \u00a9 Sebastian Jarych<\/span><\/div>\n<p>\u00dcber diese spannende Entdeckung hat sich Autor Uwe Blass im Rahmen der beliebten Uni-Reihe &#8222;Transfergeschichten&#8220; mit dem Theologen Prof. Dr. Kurt Erlemann unterhalten. Bis 1956 wurden insgesamt ca. 1000 Rollen, in bis zu 15000 zerfallenen Fragmenten, entdeckt. Unter den Qumran-Texten befinden sich einige der \u00e4ltesten bekannten Bibelhandschriften, aber auch sogenannte Apokryphen, also Schriften, die sp\u00e4ter nicht in den offiziellen biblischen Kanon eingingen.<\/p>\n<p>\u201eApokryphen sind vom Wort her &#8218;verborgene Schriften&#8217;\u201c, sagt Kurt Erlemann, Professor f\u00fcr Neues Testament und Geschichte der Alten Kirche an der Bergischen Universit\u00e4t, \u201edie eigentlich nicht zum Kanon der Heiligen Schriften (Der Kanon der Heiligen Schrift ist jene Liste von Schriften, die das Judentum und das Christentum als Bestandteile ihrer Bibel festgelegt hat, Anm. d. Red.) gez\u00e4hlt werden, sondern sozusagen \u00b4Schriften in der zweiten Reihe` sind.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Apokryphen stehen nicht in der Bibel<\/strong><\/h4>\n<p>Apokryphen stehen nicht in der Bibel. \u201eDas stimmt nicht ganz so\u201c, schr\u00e4nkt Kurt Erlemann ein, \u201edenn in der Lutherbibel sind Apokryphen durchaus mit abgedruckt, zumindest sind sie in den gro\u00dfen Ausgaben als Anhang drin. Da steht dann: Apokryphen. Das bezieht sich auf Schriften des Alten Testaments, die sp\u00e4t zum Alten Testament dazugekommen sind und wo man sich dann streiten kann, ob man denen denselben Rang einr\u00e4umen soll, wie den anderen Heiligen Schriften.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_44822\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 440px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-44822\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Logo-Transfergeschichten.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p>Als Beispiele nennt er Schriften wie das Buch Jesus Sirach, das Buch Judit oder das Buch der Weisheit Salomos. Interessant dabei ist der Weg, \u00fcber den diese Geschichten in die Lutherbibel Eingang gefunden haben. \u201eDie waren urspr\u00fcnglich in der Septuaginta (Die Septuaginta ist die altgriechische \u00dcbersetzung des hebr\u00e4ischen Alten Testaments, Anm. d. Red.) drin und von dort aus kamen sie in die lateinische \u00dcbersetzung, die Vulgata. Von dort aus wiederum gelangten sie in die katholischen Bibeln, so dass sie dann auch nicht mehr als Apokryphen, Schriften zweiter Ordnung, gekennzeichnet wurden. Luther greift nicht auf die Septuaginta und die Vulgata, sondern auf die hebr\u00e4ische Bibel des Alten Testaments zur\u00fcck. Und dort sind diese apokryphen Schriften noch nicht drin.\u201c<\/p>\n<p>Luther \u00fcbernehme sie trotzdem, schreibe aber dann: Schriften zweiter Ordnung, Apokryphen. Das sei der Unterschied zwischen den katholischen und den evangelischen Textausgaben, denn man k\u00f6nne bei den Katholiken nicht sehen, was da &#8218;Schriften zweiter Ordnung&#8216; sind.<\/p>\n<h4><strong>Erkenntnisse \u00fcber das fr\u00fche Judentum in den Qumran-Rollen<\/strong><\/h4>\n<p>Unter den Qumran-Handschriften befindet sich u.a. die Tempelrolle, die einen Zeitraum von 53 v. Chr. bis 21 n. Chr. abdeckt und m\u00f6glicherweise neue Erkenntnisse f\u00fcr die Religionswissenschaft bietet. \u201eWas diese Handschriften auf jeden Fall bereichern, sind unsere Kenntnisse des fr\u00fchen Judentums\u201c, erkl\u00e4rt der Theologe.<\/p>\n<p>\u201eEs gab eben jenseits der kanonischen Texte auch andere Schriften, die entwickelt und tradiert wurden. Es gab j\u00fcdische Gruppierungen, die sich vielleicht von Jerusalem und dem kultischen Zentrum, dem Tempel, abgesetzt haben, weil sie sich da nicht repr\u00e4sentiert f\u00fchlten. Die Qumran-Leute hatten ihre Bibliothek am Toten Meer. Das waren zum Teil kanonische Schriften des Alten Testaments wie z. B. eine Jesaja-Rolle. Dann gibt es aber auch Schriften, die speziell f\u00fcr diese Gemeinschaft gedacht waren, zum Beispiel eine Gemeinderegel, eine Tempelrolle und vieles andere mehr.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_79550\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-79550 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Apocryphon-des-Johannes-gemeinfrei.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"600\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Apokryphon des Johannes: Das linke Papyrusblatt zeigt den Titel in der Unterschrift (Subscriptio) des Apokryphons des Johannes in Nag Hammadi Codex II. Darunter beginnt das Thomasevangelium &#8211; \u00a9 gemeinfrei<\/span><\/div>\n<p>Diese Schriftrollen zeigten uns heute, dass das Judentum durchaus nicht einheitlich zu Zeiten Jesu war. \u201eEs gab zig unterschiedliche Gruppen. Wir kennen ja allein aus dem Neuen Testament nicht nur Pharis\u00e4er, es gibt auch Sadduz\u00e4er, Zeloten und Sikarier. Wir wissen \u00fcber Josephus von den Essenern, es gab apokalyptische Gruppierungen, es gab Asid\u00e4er usw., also mehr oder weniger konservative j\u00fcdische Gruppierungen von hochpolitisch bis unpolitisch. Mit den Funden aus Qumran hat man Texte, die aus der Zeit Jesu stammen und die uns zeigen, es gab j\u00fcdische Gruppierungen, die z.T. \u00e4hnlich wie Jesus dachten, aber auch total anders.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Jesu Kindheit in den Apokryphen<\/strong><\/h4>\n<p>In der Bibel fehlen uns jegliche Angaben zu Jesu Kindheit bis auf eine Episode in einem Tempel in Jerusalem, wo der 12j\u00e4hrige Jesus die Schriftgelehrten mit seinem Verst\u00e4ndnis beeindruckt. Kindheitsgeschichten liefern aber die Apokryphen. \u201eMan muss da zwischen der wirkungsgeschichtlichen und der theologischen Bedeutsamkeit differenzieren, denn diese Geschichten haben kr\u00e4ftig die Volksfr\u00f6mmigkeit befeuert und kamen auch aus Bed\u00fcrfnissen der Volksfr\u00f6mmigkeit. Die Menschen wollten einfach auch etwas \u00fcber den jungen Jesus wissen, und es haben sich viele Legenden gebildet, die die G\u00f6ttlichkeit des Jesusknaben schon ab dem ersten Lebensjahr bezeugt haben.\u201c<\/p>\n<p>In den Evangelien seien lediglich ein bis drei Jahre aus dem Leben Jesu abgebildet. Die drei\u00dfig Jahre vorher l\u00e4gen irgendwo im Dunkeln, und Volksfr\u00f6mmigkeit wolle wissen, wie dieser Knabe herangewachsen und was er schon alles Tolles getan habe, bevor er in die \u00d6ffentlichkeit getreten sei.<\/p>\n<p>\u201eDie theologische Relevanz ist eher gering, weil man wei\u00df, es ist wenig authentisch\u201c, sagt Erlemann, \u201edas, was wir f\u00fcr den Glauben brauchen, das haben wir in den Evangelien. Au\u00dferdem sind die Geschichten manchmal auch ziemlich schr\u00e4g\u201c, lacht der Theologe, \u201eda verhext Jesus seinen Lehrer oder rettet einen Mitsch\u00fcler, der beim Spielen mit ihm vom Flachdach gefallen ist. F\u00fcr die Theologie sind sie nicht bedeutsam.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Alttestamentliche Apokryphen sind gut erforscht<\/strong><\/h4>\n<p>Wenn man von Apokryphen spreche, m\u00fcsse man zun\u00e4chst wieder differenzieren, denn ein enger Begriff von Apokryphen als Textkorpus beziehe sich auf die alttestamentlichen Schriften, die zwischen dem dritten und ersten Jahrhundert vor Christus entstanden seien, erkl\u00e4rt Erlemann \u201eDie hei\u00dfen ausdr\u00fccklich Apokryphen oder Schriften zweiter Ordnung. Daneben gibt es diesen Begriff auch f\u00fcr alle m\u00f6glichen fr\u00fchj\u00fcdischen und fr\u00fchchristlichen Texte, die allerdings nie in irgendeiner Bibelausgabe gelandet sind, die man aber auch unter dem Begriff apokryph einsortiert. Die Qumran-Rollen k\u00f6nnte man dazuz\u00e4hlen oder die ungeschriebenen Jesusworte (Agrapha) sowie apokryphe Evangelien, apokryphe Apostelbriefe, apokryphe Apokalypsen usw.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_79556\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-79556 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/dresden-2041065_1280.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Martin-Luther-Denkmal vor der Dresdner Frauenkirche &#8211; \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<p>Die alttestamentlichen Apokryphen seien alle sehr gut erforscht, es gebe sie in unterschiedlichen Editionen. \u201eDa ist nichts im Vatikan gebunkert oder unter Verschluss, weil es den Glauben unterh\u00f6hlen k\u00f6nnte\u201c, stellt Erlemann klar, \u201edie kann man alle lesen und studieren.\u201c<\/p>\n<h4><strong>40 bis 50 evangeliums\u00e4hnliche Texte sind bis heute bekannt<\/strong><\/h4>\n<p>Au\u00dferhalb des Neues Testaments gibt es ca. 40 bis 50 evangeliums\u00e4hnliche Texte, die heute bekannt sind, und das allein aus der Antike. Im Neuen Testament stehen lediglich vier Evangelien. \u201eJa, das war ein langer Prozess, der \u00fcber mehrere Jahrhunderte gedauert hat. Man kann nicht sagen, dass es die eine Person gab, die eine Autorit\u00e4t oder das Konzil, das das festgelegt h\u00e4tte. Es war vielmehr so, dass die Schriften, etwa die des Paulus oder die Evangelien, in den Gemeinden tradiert und im Gottesdienst auch benutzt wurden. Es gab Schriften, die haben sich nach Erstgebrauch ziemlich schnell verschlissen, weil sie auf eine ganz konkrete Fragestellung zugespitzt waren, die in einer Generation, in einer Region mal wichtig war, aber sp\u00e4ter keine Rolle mehr spielte.&#8220;<\/p>\n<p>Der Wissenschaftler weiter: &#8222;Andere Schriften haben sich \u00fcber die Generationen bew\u00e4hrt, weil sie doch ein Potenzial an L\u00f6sungsans\u00e4tzen geboten haben f\u00fcr Fragestellungen, die weit \u00fcber die erste Generation hinausgegangen sind.\u201c Diese Schriften setzten sich im gottesdienstlichen Gebrauch durch und konnten sich mit der Zeit als Heilige Schriften von anderen unterscheiden.<\/p>\n<p>\u201eEs gab auch theologische und historische Kriterien\u201c, erl\u00e4utert Erlemann, \u201emanche Schrift war einem Apostel oder Apostelsch\u00fcler zuzuordnen.\u201c In der theologischen Zuordnung ging es dann darum zu erkennen, was als rechtm\u00e4\u00dfig oder legend\u00e4r zu erachten sei. \u201eDieser Prozess setzt Mitte des zweiten Jahrhunderts ein, als ein Gnostiker namens Markion begonnen hat, einen ersten Kanon, also eine Richtschnur Heiliger Schriften, zu erstellen. Dieser Kanon war dezidiert antij\u00fcdisch. Da gab es ein von j\u00fcdischen Gedanken gereinigtes Lukasevangelium sowie zensierte Paulusbriefe. Die anderen Evangelien hat er gar nicht ber\u00fccksichtigt. Auch das Alte Testament spielte f\u00fcr Markion und die Gnostiker aus theologischer Sicht keine Rolle.\u201c<\/p>\n<p>Das wiederum habe Kirchenv\u00e4ter provoziert, einen eigenen Kanon mit der Zeit zu entwickeln, mit einem klaren Bekenntnis zum j\u00fcdischen Erbe, was man in Neuen Testament und im Christentum auch habe. Anfang des zweiten Jahrhunderts gab es eine erste Zusammenstellung, den Canon Muratori, der im Prinzip die vier Evangelien, die Paulusbriefe und noch einige andere Schriften hatte. Der Prozess ging aber bis weit ins vierte Jahrhundert hinein noch weiter.<\/p>\n<p>\u201eWir haben erst in der Mitte des vierten Jahrhunderts die Rede vom Alten und Neuen Testament. Den Terminus \u201eKanon der Heiligen Schriften\u201c hat dann Athanasius, der gro\u00dfe Kirchenvater, 367 n. Chr. erstmalig festgelegt.\u201c Bis heute sei der Kanon noch unterschiedlich; in den Ost- und den Westkirchen wurde er nie ganz vereinheitlicht.<\/p>\n<h4><strong>Die apokryphe Geschichte vom Ochsen und Esel<\/strong><\/h4>\n<p>Die \u00b4Schriften zweiter Reihe` haben sich zum Teil dennoch bis heute tradiert. So stammen die Idee der Heiligen Drei K\u00f6nige, das Bild von Ochse und Esel an der Krippe sowie Darstellungen des wahren Antlitzes Jesu oder die Begleitung Jesu nach Golgatha durch die Heilige Veronika, aus den Apokryphen. \u201eDasselbe gilt hier f\u00fcr die Kindheitsevangelien\u201c, erg\u00e4nzt Erlemann, \u201esie sind sehr bedeutsam f\u00fcr die Volksfr\u00f6mmigkeit geworden. Volksfr\u00f6mmigkeit versuchte immer so schlagzeilentr\u00e4chtige Dinge zu bewahren. Alle kennen das Grabtuch von Turin, man wollte auch etwas Haptisches in der Hand haben, als Verbindung zu Jesus. Das war und ist den Menschen bis heute wichtig. Man hat auch immer von Heiligen versucht Reliquien zu sammeln und zu suchen, ob das nun Blutstropfen Jesu waren oder irgendwelche Fetzen von einem Gewand. Das f\u00e4ngt schon sehr fr\u00fch an. Aber im protestantischen Bereich spielt das kaum eine Rolle.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_79555\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-79555 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/legends-2111133_1280.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"413\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die Bibel mit Apokryphen &#8211; \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<p>Die Geschichte vom Ochsen und Esel sei tats\u00e4chlich so nicht in den Evangelien enthalten, best\u00e4tigt der Theologe. \u201eWir haben die Legendenbildung ab dem vierten Jahrhundert, aber erstmalig literarisch greifbar wird es im sechsten Jahrhundert im Pseudo Matth\u00e4us-Evangelium, auch einem apokryphen Evangelium, wo Ochse und Esel an der Krippe erw\u00e4hnt werden, unter R\u00fcckgriff auf Jesaja 1,3.\u201c Diese Erw\u00e4hnung sei aber sehr antij\u00fcdisch gewesen, weil es im Text hei\u00dfe: Jeder Ochs und jeder Esel erkennt die Krippe seines Herrn, nur du, Volk Israel, erkennst ihn nicht.<\/p>\n<h4><strong>Wir k\u00f6nnen von den Apokryphen lernen<\/strong><\/h4>\n<p>\u201eReligionsgeschichtlich und theologisch k\u00f6nnen wir viel von den Apokryphen lernen\u201c, sagt Erlemann, \u201ewir k\u00f6nnen das Eigenprofil der Kanonischen Schriften noch sch\u00e4rfer in den Blick bekommen, indem wir sehen, was als kanonf\u00e4hig gegolten hat und was nicht. Zudem sehen wir, es ist ein ganz minimaler Ausschnitt aus der fr\u00fchchristlichen Schrifttradition, denn es gab viel Literatur im fr\u00fchen Judentum und im fr\u00fchen Christentum. Davon ist nur ein minimaler Prozentsatz \u00fcberhaupt nachher in den Kanon der Heiligen Schriften aufgenommen worden. Das relativiert so ein bisschen das Bild, was wir von fr\u00fchem Christentum haben. Wir sehen auf einmal mit den Apokryphen den Reichtum der Literaturbildung und des theologischen Denkens bis hin auch zu Gemeindetypen, die wir so nicht repr\u00e4sentiert finden in den kanonischen Schriften. An den Apokryphen zeigt sich der Reichtum der fr\u00fchen Christent\u00fcmer.\u201c<\/p>\n<p><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_79551\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 210px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-79551 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Erlemann-Kopie.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"283\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Prof. Dr. Kurt Erlemann &#8211; \u00a9 Sebastian Jarych<\/span><\/div>\n<h4>\u00dcber Prof. Dr. Kurt Erlemann<\/h4>\n<p>Prof. Dr. Kurt Erlemann leitet den Lehrstuhl f\u00fcr Neues Testament und Geschichte der Alten Kirche an der Bergischen Universit\u00e4t.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1947 hielt die religi\u00f6se Welt f\u00fcr kurze Zeit den Atem an als am Toten Meer die sogenannten Qumran-Rollen entdeckt wurden. Sie gelten als die arch\u00e4ologische Sensation des 20. Jahrhunderts, denn die Texte darauf umfassen einen Zeitraum vom dritten Jahrhundert vor Christus bis zum ersten Jahrhundert nach Christus und werfen ein neues Licht auf die Bibel.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-79545","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-12 05:29:43","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79545","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=79545"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79545\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":79566,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79545\/revisions\/79566"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79545"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=79545"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=79545"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}