{"id":79320,"date":"2024-11-01T15:22:31","date_gmt":"2024-11-01T14:22:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=79320"},"modified":"2024-11-08T13:46:55","modified_gmt":"2024-11-08T12:46:55","slug":"wuppertals-nachhaltige-fake-architektur-in-der-nordstadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2024\/11\/01\/wuppertals-nachhaltige-fake-architektur-in-der-nordstadt\/","title":{"rendered":"Wuppertals nachhaltige &#8218;Fake-Architektur&#8216; in der Nordstadt"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_79323\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 782px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-79323 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Foto-Hillebrandt-UniService-Transfer-Kopie.jpg\" alt=\"\" width=\"772\" height=\"504\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Prof. Dipl.-Ing. Annette Hillebrandt, Architektin an der Bergischen Universit\u00e4t &#8211; \u00a9 UniService Transfer<\/span><\/div>\n<p>Mit\u00a0 den Holzh\u00e4usern im Luisenviertel, die man erst auf den zweiten Blick erkennt, besch\u00e4ftigen sich die Architektin Annette Hillebrandt und ihre wissenschaftliche Mitarbeiterin Julia Timpert. Autor Uwe Blass hat sich mit ihnen im Rahmen der beliebten Uni-Reihe &#8222;Transfergeschichten&#8220; unterhalten.<\/p>\n<p>Mit den alten &#8222;Fake-Bauten&#8220; hat Wuppertal einen ganz besonderen Schatz mitten in der Innenstadt, auf dessen Erhalt man sowohl B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger als auch Verwaltung und Politik dringend aufmerksam machen muss. \u201eWir sind darauf gekommen, weil wir uns gewundert haben, dass es so viele H\u00e4user hier gibt, die zwar so aussehen, als seien sie aus Stein gebaut, es aber nicht sind\u201c, erkl\u00e4rt Annette Hillebrandt, Architektin an der Bergischen Universit\u00e4t und f\u00e4hrt fort, \u201esie sind n\u00e4mlich aus Holz gebaut als Holzfachwerkkonstruktion.<\/p>\n<div id=\"attachment_44822\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 440px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-44822\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Logo-Transfergeschichten.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p>Auch die Fassade ist aus Holz \u2013 Holzbretter, horizontal angeordnet. Sie vermittelt aber den Eindruck, als w\u00e4ren es Steine, die vermauert und \u00fcberputzt wurden.\u201c Hillebrandt hat sich gemeinsam mit Studierenden im Rahmen einer Lehrveranstaltung im Wintersemester 21\/22 mit diesen &#8222;Fakebauten&#8220; der Gr\u00fcnderzeit auseinandergesetzt und deren nachhaltige Vorteile herausgestellt, die in Zeiten des Umdenkens beim Bauen im Bestand f\u00fcr zuk\u00fcnftige Architekten und Bauherren von besonderer Bedeutung sind. \u201eDie Stadt muss sich dar\u00fcber bewusst werden, dass sie hier etwas Einzigartiges hat\u201c, erkl\u00e4rt Hillebrandt.<\/p>\n<h4><strong>Stadtbr\u00e4nde und das Erstarken des Massivbaus<\/strong><\/h4>\n<p>Die Fachwerk-Bauweise, bei der ein Holzger\u00fcst mit Lehm, Stroh oder anderen Materialien ausgef\u00fcllt wurde, war seit dem Mittelalter in Europa vorherrschend und erm\u00f6glichte es, gr\u00f6\u00dfere Geb\u00e4ude zu errichten. \u201eAber viele Stadtbr\u00e4nde, aufgrund der Tatsache, dass die St\u00e4dte sehr eng bebaut wurden, f\u00fchrten zu steigendem Misstrauen gegen\u00fcber dem nachhaltigen Baustoff\u201c, sagt Julia Timpert, \u201eund durch die Einf\u00fchrung verschiedener Regularien und Verordnungen favorisierte man mit der Zeit den Massivbau.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_79324\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2026px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-79324 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Eine-komplette-Holzfassade-in-der-Luisenstrasse.jpg\" alt=\"\" width=\"2016\" height=\"1512\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Sieht aus wie Stein, ist aber Holz, Haus in der Luisenstra\u00dfe &#8211; \u00a9 UniService Transfer<\/span><\/div>\n<p>Doch so ganz verloren ging der Holzbau in den Innenst\u00e4dten dann doch nicht. Mit der industriellen Revolution entstanden S\u00e4gem\u00fchlen, welche die Massenproduktion von Holzbrettern und -balken erm\u00f6glichten. Dies f\u00fchrte zu einer schnelleren und kosteng\u00fcnstigeren Bauweise, deren Ergebnisse es heute im Bergischen Land wieder zu entdecken gilt. Im Zuge der Nachhaltigkeitsdebatte r\u00fccken diese, in der Zeit der Jahrhundertwende zwischen 1890 und 1920 entstandenen Holzbauten, wieder in den Fokus vieler Architekten.<\/p>\n<h4><strong>Sicherheitsma\u00dfnahmen im Holzbau<\/strong><\/h4>\n<p>Die Brennbarkeit von Holz ist unter Sicherheitsaspekten ein Problem. Doch man kann einiges tun, um das Material sicherer zu machen. \u201eMan kann Holzbauteile entweder abkapseln, also mit nicht brennbarem Baustoff bekleiden\u201c, erkl\u00e4rt Hillebrandt. Und dazu eigne sich Gipskarton hervorragend, so dass Holz erst gar nicht mit der Flamme in Ber\u00fchrung komme. \u201eGipskarton ist am Nutzungsende zu 100 Prozent recyclingf\u00e4hig und besteht im Moment neu gekauft zu 50 Prozent aus sogenanntem REA-Gips, einem Abfallprodukt aus den Filteranlagen von Kohlekraftwerken.<\/p>\n<p>\u201cEine andere M\u00f6glichkeit sei, dass man das Holz quasi \u00fcberdimensioniert. Dazu die Fachfrau: \u201eMan wei\u00df, dass, wenn Holz brennt, es in zehn Minuten je nach Holzart sechs bis acht Millimeter abbrennt. Indem man \u00fcberdimensioniert, kann man also Holz mit Holz sch\u00fctzen. Der Ablauf ist folgender: Der Tragwerksplaner gibt die statisch notwendige Dimensionierung z.B. einer Holzst\u00fctze mit 10 x 10 Zentimeter an. Der Brandschutz erfordert z.B., dass diese St\u00fctze aber 60 Minuten dem Feuer widerstehen muss. Also rechnet man auf den statisch erforderlichen Querschnitt die Abbrandrate in 60 Minuten hinzu, also plus 36 Millimeter allseitig. Die St\u00fctze muss also circa 17,5 auf 17,5 Zentimeter werden. F\u00fcr den Brandschutz muss man also den Baustoff Holz nicht verlassen.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Holzbauten in der Elberfelder Nordstadt<\/strong><\/h4>\n<p>Anette Hillebrandts Lehrstuhl &#8222;Baukonstruktion, Entwerfen und Materialkunde&#8220; hat zusammen mit dem Lehrstuhl von Karsten Voss &#8222;Bauphysik und technische Geb\u00e4udeausr\u00fcstung&#8220; die Frage nach der R\u00fcckbesinnung und Zukunft im urbanen Raum mit Holz am Beispiel der Wuppertaler Nordstadt untersucht. \u201eHolz war ein regional verf\u00fcgbarer Baustoff, der aber im Bergischen normalerweise mit Schindeln aus Schiefer verkleidet wurde. In der Nordstadt und dem Luisenviertel gibt es aber sehr viele Beispiele, wo eben durch die lackierte Holzverkleidung das Bild des gr\u00fcnderzeitlichen Massivbaus erzeugt wurde\u201c, sagt Hillebrandt.<\/p>\n<div id=\"attachment_79325\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 560px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-79325 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Schieferplatten-verkleiden-den-oberen-Teil-des-Holzbaus.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"733\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Schieferplatten verkleiden den oberen Teil des Holzbaus in der Luisenstra\u00dfe &#8211; \u00a9 UniService Transfer<\/span><\/div>\n<p>Die Architektin weiter:\u00a0 \u201eDurch genaues Hinsehen im Detail sind wir auf diese urbanen, historischen Fachwerkh\u00e4user gesto\u00dfen, die sich so gut in das Erscheinungsbild einf\u00fcgen\u201c, erkl\u00e4rt Timpert. Die Akademikerinnen schauten im Rahmen der Lehrveranstaltung gemeinsam mit Studierenden dann zun\u00e4chst in der Denkmalliste der Stadt nach, in der die unter Denkmalschutz stehenden Geb\u00e4ude erfasst sind. Um aber auch alle weiteren Fachwerkbauten zu kartieren, inspizierten die Beteiligten St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck das Viertel und erstellten eine eigene Karte mit den historischen Holzgeb\u00e4uden. \u201eUnser Ziel ist es, dass diese Geb\u00e4ude mehr wertgesch\u00e4tzt werden, dass sie restauriert und erhalten werden\u201c, w\u00fcnscht sich Hillebrandt.<\/p>\n<h4><strong>Lernen aus der Gr\u00fcnderzeit<\/strong><\/h4>\n<p>Die H\u00e4user in der Luisenstra\u00dfe stehen nat\u00fcrlich stellvertretend f\u00fcr viele andere \u00e4hnlich gebaute H\u00e4user im Bergischen Land. Wichtig f\u00fcr Architekten sei vor allem die M\u00f6glichkeit des Lernens an diesen Objekten. \u201eDie H\u00e4user sind Leichtbauten, keine Massivbauten. Man kann im Allgemeinen sagen, je schwerer ein Haus, desto weniger nachhaltig ist es. Und \u00fcberdies haben wir es beim \u00a0Holz mit einem nachwachsenden Rohstoff zu tun, im Gegensatz zu den mineralischen Baustoffen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAuf den zweiten genauen Blick, kann jeder schnell herausfinden, welche H\u00e4user nur so aussehen wie Massivbauten, es aber nicht sind\u201c, sagt Hillebrandt, \u201eDie Holzfassaden wurden mit Brettern hergestellt, und die waren meist nur in bestimmten H\u00f6hen wirtschaftlich herzustellen. Das hei\u00dft, die vermeintlichen `Steinlagen` sind in der Regel etwas niedriger ausgefallen. Auch fehlen die vertikalen `Steinfugen`, denn die Bretter laufen so lang wie m\u00f6glich durch. Ein Hineins\u00e4gen, ein Kappen der Bretter f\u00fcr Vertikalfugen h\u00e4tte ein unn\u00fctzes Abdichtungsproblem kreiert. Das kann man durch Hinsehen herausfinden, aber einfacher ist Anklopfen.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Ma\u00dfnahmen zum Erhalt ergreifen<\/strong><\/h4>\n<p>Geb\u00e4ude, ob Massivbau oder Holzbau, die unter Denkmalschutz stehen, d\u00fcrfen im Erscheinungsbild nicht ver\u00e4ndert werden. Das sei eine der gro\u00dfen Herausforderungen, erkl\u00e4rt die Architektin. \u201eAlle Investitionen in den Erhalt eines \u00a0Denkmals sind voll abschreibungsf\u00e4hig und das empfinde ich als einen Gewinn. Doch zun\u00e4chst muss man dazu erst einmal Geld haben\u201c.<\/p>\n<div id=\"attachment_79326\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2026px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-79326 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Holzfassade-imitiert-Steinfassade.jpg\" alt=\"\" width=\"2016\" height=\"1334\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Eine komplette Holzfassade in der Luisenstra\u00dfe &#8211; \u00a9 UniService Transfer<\/span><\/div>\n<p>Und davon g\u00e4be es in Wuppertal allgemein zu wenig, egal, ob in Massivbauten oder in Holzbauten zu investieren. \u201eNat\u00fcrlich waren es damals schon nicht die reichen Familien, die vor 120 Jahren diese H\u00e4user gebaut haben, sondern eher die \u00e4rmeren. Sie haben auf Holz zugegriffen, weil es billiger war.\u00a0 Wir m\u00fcssen heute versuchen, dieses Erbe zu sch\u00fctzen und es sollte durch die Stadtverwaltung ausgelotet werden, ob es F\u00f6rderprogramme gibt, die den Besitzern helfen k\u00f6nnten, diesen besonderen Bestand zu erhalten.\u201c<\/p>\n<p>Im Baubestand zu bauen, bedeutet aber, sich durch einen Dschungel an Regeln und Normen zu k\u00e4mpfen. Das bringt Besitzer und Planer oft an den Rand der Verzweiflung. Aber es gibt auch M\u00f6glichkeiten, da &#8217;schl\u00e4gt&#8216; der Denkmalschutz die Regelungen. So m\u00fcsse man im Denkmalbereich eventuell Regelungen zum Schallschutz gar nicht einhalten. Wenn bspw. feststehe, dass der Bodenbelag sichtbar erhalten werden m\u00fcsse, dann k\u00f6nne kein Schallschutz ert\u00fcchtigt werden. Da m\u00fcsse sich der Denkmalpfleger dann auch durchsetzen.<\/p>\n<h4><strong>Nachhaltigkeit ist messbar und \u2026<\/strong><\/h4>\n<p>Annette Hillebrandt hat in dem studentischen Forschungsstudio auch den CO\u2082 Fu\u00dfabdruck der Holzh\u00e4user mit dem eines Massivhauses aus der Nordstadt verglichen. \u201eWir haben beispielsweise verglichen, wieviel hundertj\u00e4hrige B\u00e4ume es eigentlich braucht, um den CO\u2082 Footprint verschiedener H\u00e4user gleich Null zu stellen. F\u00fcr die Holzh\u00e4user, die hier gebaut wurden, braucht man deutlich weniger Wald anpflanzen und diesen \u00fcber 100 Jahre als sogenannte CO<sub>2<\/sub>-Senke zu kultivieren, als f\u00fcr den Massivbau. Es sind total nachhaltige Geb\u00e4ude und das ist der Vorbildcharakter daran\u201c, sagt Hillebrandt.<\/p>\n<p>Und Julia Timpert erg\u00e4nzt, \u201edurch den Datensatz,\u00a0 der ermittelt wurde, konnten wir den Materialrucksack und auch das Treibhauspotential untersuchen. Als Vergleich hatten wir ein Massivgeb\u00e4ude mit \u00e4hnlicher Kubatur und konnten feststellen, wieviel mehr CO\u2082-\u00c4quivalente der Massivbau innehatte als der Fachwerkbau. Das Fachwerkhaus w\u00e4re als CO<sub>2<\/sub>-Kompension mit im Mittel 5 Fichten ausgekommen w\u00e4hrend das Massivhaus \u00fcber 50 100-j\u00e4hrige Fichten beansprucht h\u00e4tte.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_79327\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 560px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-79327 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Sieht-aus-wie-Stein-ist-aber-Holz.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"733\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Untertitel Holzfassade imitiert Steinfassade, Haus in der Luisenstra\u00dfe &#8211; \u00a9 UniService Transfer<\/span><\/div>\n<p>Die Fachleiterin fasst es noch einmal deutlich zusammen: \u201eDas ist das 10-fache an Treibhauspotential, was dadurch verursacht wurde, und wir reden hier von ausgewachsenen Fichten und keinen kleinen B\u00e4umchen. Das Problem was wir haben ist: Wir bauen so CO\u2082-intensiv, so schnell wachsen die B\u00e4ume gar nicht nach. Wir k\u00f6nnen nicht alle Neubauten komplett aus Holz bauen, da das Abholzen von ausgewachsenen B\u00e4umen auch keine gute Idee ist. Denn sie binden das Kohlendioxyd und schenken uns den \u00a0Sauerstoff zum Atmen. Wir m\u00fcssen also den Wald sch\u00fctzen! Der Waldzustandsbericht von 2023 besagt, dass nur noch jeder f\u00fcnfte Baum gesund ist. Wir m\u00fcssen also den Geb\u00e4udebestand erhalten, statt neu zu bauen. Die \u00b4Fake-H\u00e4user\u00b4 der Nordstand hier sind supernachhaltige H\u00e4user, die es zu sch\u00fctzen gilt.\u201c<\/p>\n<p><strong>Nachhaltigkeit ist machbar<\/strong><\/p>\n<p>Die Vorteile des Holzbaus kann man zweifellos auch an den nachhaltigen R\u00fcckbaum\u00f6glichkeiten festmachen. Dazu Hillebrandt: \u201eDer Skelettbau hat den Vorteil, dass er leicht ist, denn er besteht ja nur aus St\u00fctzen und Balken. Wenn man das Holz im R\u00fcckbau zur\u00fcckgewinnt, kann man es noch einmal einsetzen, oder, man kann es auch vom Lack befreit, kompostieren. Dann wird es zum N\u00e4hrstoff f\u00fcr den n\u00e4chsten Baum.\u201c Die Holzh\u00e4user in der Elberfelder Nordstadt wurden schon damals mit den Ressourcen der \u00f6rtlichen Umgebung gebaut und waren unbeabsichtigt schon nachhaltig.<\/p>\n<p>\u201eDem modernen Holzbau werden oft negative Eigenschaften, wie z. B. sommerlichen Erhitzung vorgeworfen\u201c, sagt Julia Timpert, \u201eaber da kann man, wie ebenfalls in der Projektarbeit untersucht wurde, mit vorbeugenden konstruktiven L\u00f6sungen und intelligenten Entw\u00fcrfen &#8211; z.B. durch eine bessere Verschattung, Sonnenschutz oder durch eine intelligente erg\u00e4nzende Materialwahl &#8211; entgegenwirken, so dass letztendlich das Raumklima in den Sommermonaten stabil bleibt und im Vergleich zum Massivbau nicht schlechter abschneidet. Ich kann den Holzbau mit einfachen Mitteln so gestalten, dass er genauso gut performed wie der Massivbau.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr die untersuchten Holzh\u00e4user im Luisenviertel w\u00fcnschen sich die Akademikerinnen mehr Aufmerksamkeit durch Entscheidungstr\u00e4ger von Stadt und Land und Hillebrandt sagt abschlie\u00dfend: \u201eZiel k\u00f6nnte sein, aus dem Ensemble der Holzh\u00e4user ein baukulturelles Erbe zu machen, was dann auch international z. B. durch die EU gef\u00f6rdert wird. Das w\u00fcrde den Wuppertalern den baukulturellen Wert dieser H\u00e4user nahe bringen und den Besitzern erm\u00f6glichen, die Holzh\u00e4user zu pflegen und erhalten.\u201c<\/p>\n<p><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_79322\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 210px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-79322 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Foto-Hillebrandt-UniService-Transfer.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"245\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Prof. Dipl.-Ing. Annette Hillebrandt &#8211; \u00a9 UniService Transfer<\/span><\/div>\n<h4>\u00dcber Prof. Dipl.-Ing Annette Hillebrandt &amp; Julia Timpert<\/h4>\n<p>Prof. Dipl.-Ing. Annette Hillebrandt leitet den Lehrstuhl f\u00fcr Baukonstruktion\/Entwurf und Materialkunde an der Bergischen Universit\u00e4t mit dem Forschungsschwerpunkt Kreislaufpotenziale im Hochbau.<\/p>\n<p>Julia Timpert ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Luisenstra\u00dfe in Elberfeld gilt als Wuppertaler Altstadtviertel. Entlang der Strecke von der Sophienkirche bis zum Laurentiusplatz s\u00e4umen unter anderem klassizistische vermeintliche Massivbauten mit Gesch\u00e4ften und Gastronomie den Stra\u00dfenzug. Bei n\u00e4herem Hinsehen und auch Tasten entpuppen sich einige der Geb\u00e4ude jedoch tats\u00e4chlich als Holzbauten.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-79320","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-09 04:15:28","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79320","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=79320"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79320\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":79333,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79320\/revisions\/79333"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79320"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=79320"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=79320"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}