{"id":79283,"date":"2025-07-05T18:00:42","date_gmt":"2025-07-05T16:00:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=79283"},"modified":"2025-11-17T13:28:15","modified_gmt":"2025-11-17T12:28:15","slug":"ibiza-gastronom-woelfi-lettner-gaeste-sollen-sich-zuhause-fuehlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2025\/07\/05\/ibiza-gastronom-woelfi-lettner-gaeste-sollen-sich-zuhause-fuehlen\/","title":{"rendered":"Ibiza-Gastronom W\u00f6lfi Lettner: G\u00e4ste sollen sich zuhause f\u00fchlen"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_79369\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1001px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-79369 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/443823475_985113070284277_3974774224377442469_n.jpg\" alt=\"\" width=\"991\" height=\"748\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Szene-Gastronom Wolfgang Lettner, Inhaber des beliebten Restaurants &#8222;Casa Colonial&#8220; auf Ibiza, als immer freundlicher Gastgeber in seinem Element &#8211; \u00a9 Casa Colonial<\/span><\/div>\n<p>Dabei musste er fast schon auf die Trauminsel geschleift werden. \u201eF\u00fcr mich war damals Mallorca die Insel der Hausfrauen und Ibiza die Insel der Verr\u00fcckten \u2013 also beides nicht mein Ding\u201c, gesteht Wolfgang Lettner, den viele G\u00e4ste fast freundschaftlich \u201eW\u00f6lfi\u201c nennen. Und dann kam es doch ganz anders.<\/p>\n<p>Wolfgang Lettner wurde im beschaulichen, oberbayerischen Ort Beneditkbeuren (Landkreis Bad T\u00f6lz ) geboren. 3700 Einwohner und jede Menge K\u00fche. Zur Gastronomie kam er buchst\u00e4blich auf Umwegen. Zun\u00e4chst machte er bei BMW und Ford eine Lehre als Automechaniker, danach schulte er auf Einzelhandelskaufmann um und wurde schlie\u00dflich selbst\u00e4ndiger Finanzkaufmann.<\/p>\n<h4>Auf Umwegen zur Gastronomie<\/h4>\n<p>Seine damalige Freundin und sp\u00e4tere Ehefrau Ratka arbeitete in einer Tapas-Bar in M\u00fcnchen. \u201e\u00dcber Ratka lernte ich den Betreiber Daniel, einen Franzosen, kennen. Und als dieser ein zweites Tapas-Restaurant in M\u00fcnchen er\u00f6ffnete, bat er mich um Beratung. Ich habe dann f\u00fcr ihn ein Programm f\u00fcr die Buchhaltung und Inventur geschrieben und kurze Zeit sp\u00e4ter war ich so etwas wie der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer seiner ersten Tapas-Bar. Und das machte mir Spa\u00df. Ich war also mehr oder weniger durch Zufall in die Gastronomie hineingerutscht\u201c, erkl\u00e4rt Wolfgang Lettner.<\/p>\n<div id=\"attachment_79370\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 987px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-79370 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/462611455_1084647386997511_345426903062144740_n.jpg\" alt=\"\" width=\"977\" height=\"973\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Rustikal-elegant &#8211; das Szene-Restaurant &#8222;Casa Colonial&#8220; in einer alten Finca in der N\u00e4he von Santa Eularia &#8211; \u00a9 Casa Colonial<\/span><\/div>\n<p>Die beiden M\u00e4nner hatten sich l\u00e4ngst angefreundet. Und Daniel bot ihm die Gesch\u00e4ftspartnerschaft an. \u201eLass uns gemeinsam ein Restaurant auf der Insel Ibiza aufmachen\u201c, schlug er vor. Wolfgang Lettner: \u201eIch habe abgewinkt und gesagt: \u201aMache Du mal Dein Ibiza-Projekt, ich f\u00fchre die Tapas-Bar in M\u00fcnchen weiter\u2018.\u201c<\/p>\n<p>Doch Daniel lie\u00df nicht locker und trickste seinen neuen Partner regelrecht aus. Er lud Wolfgang ein, mit nach Marseille zu fahren, um dort seine Mutter zu besuchen. Er willigte ein und kurze Zeit sp\u00e4ter sa\u00dfen sie in Marseille in einem wundersch\u00f6nen Garten, es roch nach Lavendel und auf einem rustikalen Holztisch stand eine gute Flasche Rotwein, dazu gab es Baguette, k\u00f6stliche Salami und herzhaften K\u00e4se. Sozusagen ein Leben wie Herrgott in Frankreich.<\/p>\n<h4>Mit Trick nach Ibiza gelockt<\/h4>\n<p>In einer ruhige Minute erkl\u00e4rte Daniel: \u201eBarcelona ist so eine tolle Stadt. Wir sind schon ganz in der N\u00e4he, da fahren wir jetzt noch hin.\u201c Widerspruch zwecklos. \u201eVon Barcelona habe ich dann so gut wie gar nichts gesehen, weil wir dort sofort zur F\u00e4hre nach Ibiza gefahren sind. Und pl\u00f6tzlich fanden wir uns auf der Balearen-Insel wieder\u201c, berichtet Wolfgang Lettner. Das war 1999.<\/p>\n<div id=\"attachment_79371\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 984px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-79371 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/448996515_1005690238226560_4744186591590493092_n.jpg\" alt=\"\" width=\"974\" height=\"792\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Es gibt in der &#8222;Casa Colonia&#8220; keine herk\u00f6mmliche Speisekarte. Die aktuellen Tages-Gerichte werden mit Kreide auf Tafeln geschrieben und von Kellnerin Marlene mit einem charmanten franz\u00f6sischen Akzent erkl\u00e4rt\u00a0 &#8211; \u00a9 Casa Colonial<\/span><\/div>\n<p>Daniel und Wolfgang \u00fcbernachteten dann auch in der alten Finca bei Santa Eularia, aus der sp\u00e4ter die \u201eCasa Colonial\u201c wurde. In den n\u00e4chsten Tagen hat Daniel mit dem noch sehr skeptischen Wolfgang Lettner eine Sightseeing-Tour vom Feinsten unternommen. \u201eDaniel hat mir dann die sch\u00f6nsten Orte auf Ibiza gezeigt. Wir waren fischen in der Cala Benirr\u00e1s, spazieren in Portinatx und schwimmen in der Cala Ses Salinas. Ich war tief beeindruckt.\u201c Der erste Teil von Daniels \u00dcberzeugungs-Taktik war voll aufgegangen. Und er hatte noch ein Ass im \u00c4rmel.<\/p>\n<p>Wolfgang Lettner: \u201eIch habe Daniel gefragt: \u201aIbiza\u2018 hat doch den Ruf als Party-Insel. Wo ist denn hier die Party?\u201c Er antwortete: \u201eWarte ab, ich habe morgen Geburtstag und da lade ich Dich ins \u201aPacha\u2018 ein.\u201c Gemeint war die weltweit ber\u00fchmte Diskothek mit den beiden knallroten Kirschen als Wahrzeichen. Der Besuch des gigantischen Tanz-Tempels wurde f\u00fcr Wolfgang Lettner zum Wendepunkt.<\/p>\n<h4>Das ungeschriebene Gesetz der Balearen-Insel<\/h4>\n<p>\u201eNach dem ersten Schritt in die Mega-Disco war ich gefangen von der Atmosph\u00e4re, der Deko, der Lightshow, den \u00e4sthetischen T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzern, den tollen Kost\u00fcmen und von der Musik. Doch am meisten hat mich das Publikum beeindruckt: jung und alt, Hippie und Yuppy.\u00a0 Der eine mit Krawatte, der andere mit einer Feder am Hintern. Alle gemeinsam hatten ihren Spa\u00df und haben am n\u00e4chsten Tag dann wieder ihr Ding gemacht\u201c, schw\u00e4rmt Wolfgang Lettner noch heute.<\/p>\n<div id=\"attachment_79372\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 970px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-79372 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/16265483_10208196115235942_236962384892852968_n.jpg\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"570\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Wolfgang Lettner schaut regelm\u00e4\u00dfig seinem K\u00fcchen-Team \u00fcber die Schulter. H\u00f6chste Qualit\u00e4t ist Programm &#8211; \u00a9 Casa Colonial<\/span><\/div>\n<p>Diese Erfahrung war f\u00fcr den Gastronomie-Novizen aus Oberbayern das Schl\u00fcsselerlebnis schlechthin. Wolfgang Lettner: \u201eDa habe ich das ungeschriebene Gesetz, das auf Ibiza herrscht, verstanden: \u201aDu kannst tun und lassen, was Du willst, solange Du dem Anderen das gleiche Recht zugestehst\u2018. So etwas hatte ich in der Form noch nicht erlebt. Das fand ich toll und ich habe ganz spontan aus dem Bauch heraus zu Daniel gesagt: Wir machen das mit dem Restaurant hier auf Ibiza.\u201c<\/p>\n<p>Daniel hatte mit G\u00fcnther schon einen langj\u00e4hrigen Gesch\u00e4ftspartner, Wolfgang Lettner machte das Erfolgs-Trio komplett.\u00a0Der Umbau der alten Finca mit wundersch\u00f6nem tropischen Garten zum attraktiven Restaurant \u201eCasa Colonial\u201c nahm zwei Jahre in Anspruch. 2001 wurde es er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Der Restaurant-Name ist \u00fcbrigens Programm: \u201eMeine Partner waren Franzosen. Colonial bedeutete f\u00fcr uns, das Beste aus den unterschiedlichen Kulturen zu verbinden, die Gastlichkeit, die Aromen der Speisen. Wir hatten von Beginn an internationales Personal, weil wir wollten, dass sich unsere G\u00e4ste bei uns in ihrer Sprache orientieren k\u00f6nnen. Spanisch ist f\u00fcr uns Sprache Nummer 1, weil das unser Gastland ist. Ich bin praktisch der Quoten-Deutsche in unserem Team.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_79292\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1344px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-79292\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2017-10-01-PHOTO-00000835.jpg\" alt=\"\" width=\"1334\" height=\"750\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Zwei Kollegen, die sich blendend verstehen: Wolfgang Lettner (l.) mit bekannten Essener Promi-Wirt Detlef &#8222;Purzel&#8220; Przybyla im Restaurant &#8222;Casa Colonial&#8220; &#8211; \u00a9 Casa Colonial<\/span><\/div>\n<p>Seit 25 Jahren einen Spitzen-Platz unter den Top-Restaurants zu behaupten \u2013 und das an einem angesagten Hotspot, an dem es inzwischen jede Menge Gourmets-Restaurants und Edel-Beach-Clubs gibt. Was ist da das Erfolgsrezept?<\/p>\n<p>Wolfgang Lettner gibt das Geheimnis preis: \u201eFreude am Beruf, Respekt vor dem Gast, Liebe zum Produkt. Unsere Kr\u00e4uter ernten wir in unserem eigenen Kr\u00e4utergarten, neben gepflegten internationalen Getr\u00e4nken bieten wir auch Eigenkreationen an. Ich habe das Destillieren in Galizien gelernt. Und man darf auch nicht jedem neuen Trend hinterher hecheln. Wir kreieren auch regelm\u00e4\u00dfig neue Gerichte. Unsere G\u00e4ste sollen das Gef\u00fchl haben, sie kommen nach Hause und finden bei jedem Besuch die gleich hochwertige Qualit\u00e4t vor.\u201c<\/p>\n<p>L\u00e4ngst gehen auch die Promis, die auf Ibiza einen Zweitwohnsitz haben \u00a0oder Urlaub machen, in seiner rustikal-eleganten Finca mit der exzellenten mediterranen K\u00fcche ein und aus. Supermodell Linda Evangelista hat in der \u201eCasa Colonial\u201c schon ihren Gaumen verw\u00f6hnen lassen, ebenso Comedian Dieter Nuhr, die Punk-Rocker der \u201eToten Hosen\u201c, RTL-Punkt-12-Moderatorin Katja Burkard mit Ehemann und Ex-RTL-Chef Hans Mahr.<\/p>\n<div id=\"attachment_79375\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 985px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-79375 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/302308549_2117442348415365_1172106068273769484_n.jpg\" alt=\"\" width=\"975\" height=\"801\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der wundersch\u00f6ne tropische Garten der Casa Colonial ist an Abenden im Hochsommer besonders beliebt &#8211; \u00a9 Casa Colonial<\/span><\/div>\n<p>Eric Burdon, S\u00e4nger der Band \u201eAnimals\u201c, Thomas Anders, Ex-S\u00e4nger des Pop-Duos &#8222;Modern Talking&#8220;, die komplette deutsche Fu\u00dfball-Nationalmannschaft oder auch Formel-1-Pilot Heinz-Harald Frentzen und das durch Funk und Fernsehen bekannte Million\u00e4rs-Ehepaar Carmen und Robert Geis greifen in der Casa Colonial auch gern zu Messer und Gabel. Und viele mehr.<\/p>\n<p>Der 2019 verstorbene dreifache Automobilrenn-Weltmeister Nikki Lauda war sympathischer Stammgast in der \u201eCasa\u201c. Wolfgang Lettner: \u201eOft erfahre ich erst hinterher von unserem Personal, dass wieder ein Promi da war. Ist aber auch egal, weil bei uns alle G\u00e4ste, egal ob bekannt oder unbekannt, gleich behandelt werden. Zu netten G\u00e4sten setze ich mich kurz an den Tisch und wir trinken gemeinsam einen selbstgemachten Herbas. Und G\u00e4ste, die in Ruhe essen wollen, lasse ich in Ruhe ihr Gericht genie\u00dfen. Jeder so, wie er mag.\u201c<\/p>\n<p>Und wenn die gutbetuchten Hobby-Kapit\u00e4ne auf ihren Luxusyachten eine rauschende Party geben wollen und ein angemessenes Catering ben\u00f6tigen, ist der Gastronom \u00a0in der Regel auch erster Ansprechpartner.<\/p>\n<div id=\"attachment_79377\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 609px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-79377 \" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/336645119_1253981342194712_1765984213190587249_n.jpg\" alt=\"\" width=\"599\" height=\"473\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Viele Jahre ein eingespieltes Team: Wolfgang Lettner (M.) mit William und Marlene &#8211; \u00a9 Casa Colonial<\/span><\/div>\n<p>Die \u201eCasa Colonial\u201c &#8211; eine seit 25 Jahren andauernde Erfolgsgeschichte. Und ein Ende ist nicht\u00a0 in Sicht. Ibiza ist zu seiner Heimat geworden und soll es bleiben, vermutlich f\u00fcr immer. Wolfgang Lettner: \u201eMeine beiden T\u00f6chter Alicia und Noemi gehen hier zur Schule und sind auf Ibiza fest verwurzelt. Ich f\u00fchle mich auf der Insel sehr wohl und kann mir keinen sch\u00f6neren Ort zum Leben vorstellen. Wenn mich Leute fragen: \u201aWo machst Du denn Urlaub?\u2018 antworte ich immer: Wo soll ich denn hinfliegen, ans Meer?\u201c<\/p>\n<p>Besonders gl\u00fccklich ist Wolfgang Lettner, wenn seine Eltern Alfons und Renate zwei- oder dreimal im Jahr zu Besuch kommen. Weizenbier, das Nationalgetr\u00e4nk\u00a0 seines Vaters, braucht\u00a0 er mittlerweile nicht mehr einfliegen zu lassen, das gibt es inzwischen auch auf der Insel.<\/p>\n<p>\u201eAlfons und Renate f\u00fchlen sich hier auf der Insel pudelwohl, genie\u00dfen die tolle Natur Ibizas und die Zeit mit ihren Enkelkindern Alicia und Noemi. Und wenn sie dann wieder abfliegen, haben Sie immer die ibizenkische Salami mit im Gep\u00e4ck, weil die meinem Vater so gut schmeckt\u201c, erz\u00e4hlt Wolfgang Lettner lachend.<\/p>\n<div id=\"attachment_79288\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1210px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-79288 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2017-08-27-PHOTO-00000707.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"801\" \/><span class=\"wp-caption-text\">In der &#8222;Casa Colonial&#8220;: Wolfgang Lettner (2.v.l.) mit Thomas Anders (r.), seiner Ehefrau Claudia, dem Essener Unternehmer Dirk (M.) und Ehefrau Kim (l.) &#8211; \u00a9 Casa Colonial<\/span><\/div>\n<p>Die urspr\u00fcnglichen Gesch\u00e4ftspartner gibt es nicht mehr. Daniel \u00a0\u2013 was Wolfgang Lettner sehr bedauert \u2013 kam bei einem tragischen Badeunfall in Thailand ums Leben. Und G\u00fcnther, inzwischen immerhin \u00fcber 80 Jahre alt,\u00a0 hat\u00a0 sich auszahlen lassen.<\/p>\n<p>Mittlerweile stehen Wolfgang zwei neue Partner zur Seite, Gro\u00dfgastronomen aus F\u00fcrstenfeldbruck. Wolfgang Lettner: \u201eDie beiden kenne ich seit \u00fcber 20 Jahren. Da ist eine tolle Symbiose entstanden. Wenn man so ein Projekt ganz alleine macht, besteht die Gefahr, dass man sich verrennt und den Froschblick bekommt. Es macht mehr Sinn, alles aus mehreren Blickwinkeln zu betrachten.\u201c<\/p>\n<h4>Start ein eine zweite erfolgreiche Karriere<\/h4>\n<p>Auch nach 25 Jahren brennt in Wolfgang Lettner \u00a0immer noch dieses Feuer, diese Freude, etwas Neues zu schaffen. Er ist felsenfest davon \u00fcberzeugt, dass ihm die Freiheit auf Ibiza die Kraft und die Energie gibt, sich kreativ auszuleben. In Galizien hat seinen eigenen Wein hergestellt und das Destillieren gelernt. Die Basis f\u00fcr eine zweite, erfolgreiche Karriere.<\/p>\n<div id=\"attachment_79373\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 615px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-79373\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/463121131_2691884500971144_8195025317597095201_n.jpg\" alt=\"\" width=\"605\" height=\"671\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Szene-Gastronom Wolfgang Lettner legt in der K\u00fcchen auch einmal selbst Hand an, wenn Not am Mann ist &#8211; \u00a9 Casa Colonial<\/span><\/div>\n<p>Denn mittlerweile vertreibt Wolfgang Lettner gemeinsam mit seinen Freunden Luna von Eisenhart Rothe und Alexander von Eisenhart Rothe den weltweit \u00fcber 20 Mal ausgezeichneten Ibiza-Gin LAW \u2013 LAW steht f\u00fcr Luna, Alexander und Wolfgang. Vierter im Boot ist Dirk.<\/p>\n<p>LAW entstand buchst\u00e4blich aus einer Schnapsidee! Wolfgang Lettner schaut zur\u00fcck: \u201eAn einem 1. Januar haben Luna, Alexander, Dirk und ich das neue Jahr eingel\u00e4utet. Mit gutem Essen und nat\u00fcrlich auch mit k\u00fchlen Getr\u00e4nken. Wie immer gab es einen Preview, wir haben also Pl\u00e4ne f\u00fcrs neue Jahr geschmiedet. Und Alex, der fr\u00fcher einmal Reisereportagen f\u00fcrs Fernsehen produziert hat, erz\u00e4hlte, dass es schon immer sein Jugendtraum sei, ein eigens Gin-Tonic-Zimmer zu. Der Traum lie\u00df ihn nicht los. Deshalb war er sp\u00e4ter auch auf eigene Faust mit einem Kamerateam nach London geflogen, um dort eine Reportage \u00fcber die Herstellung von Gin zu machen.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_79374\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 609px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-79374\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/461574034_3746682215575528_4680540261037284963_n.jpg\" alt=\"\" width=\"599\" height=\"555\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Wolfgang Lettner vor dem Brennkessel (Alambique), mit dem der LAW-Gin gebrannt wird &#8211; \u00a9 LAW<\/span><\/div>\n<h4>Ein Handgriff als Schl\u00fcsselszene<\/h4>\n<p>Wolfgang Lettner spinnt\u00a0 den Faden weiter: &#8222;Alex hat dort mehrere Destillerien besucht, u.a. die von Martin Miller. In der Reportage gibt es eine Schl\u00fcsselszene, als Alex n\u00e4mlich in einen Jutesack griff und kurz darauf getrocknete Zitronenschalen in der Hand hielt. Sie kamen aus \u00dcbersee und waren als Haltbarkeitsgr\u00fcnden getrocknet, um hinterher wieder in Alkohol eingelegt zu werden, damit sich die \u00e4therischen \u00d6le aktivieren. Da machte es bei uns Klick. Wir haben uns alle angeschaut und gesagt: \u201aDa haben wir doch hier die idealen, viel besseren\u00a0 Voraussetzungen\u2018!\u201c<\/p>\n<p>Gemeint der war der Frische-Vorteil. Denn auf Ibiza wachsen Zitronen und Orangen an jeder Ecke und auch der ph\u00f6nizische Wacholder, den es nur auf den Balearen gibt. Hier mussten keine getrockneten Zitrusschalen extra eingef\u00fchrt werden, wobei die Verwendung frischer Schalen zum Brennen ohnehin viel besser ist. Ein Pfund mit dem das Gin-Quartett wuchern konnte.<\/p>\n<div id=\"attachment_79291\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-79291 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Luna-Wolfgang-Alex-ernten-Kaktusfeigen-1024x761-1.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"761\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die Namensgeber des LAW-Gins: (v.l.) Luna von Eisenhart Rothe, Wolfgang Lettner und Alexander von Eisenhart Rothe mit f\u00fcr ihren Gin geernteten Kaktusfeigen &#8211; \u00a9 LAW<\/span><\/div>\n<p>Wolfgang Lettner: \u201eEs schrie f\u00f6rmlich danach, aus diesen tollen, frischen Fr\u00fcchten und anderen Ieder Ecke ngredienzien ein ganz spezielles Produkt made in Ibiza zu kreieren. Und wenn mich eine Idee erst einmal begeistert, dann l\u00e4sst sie mich nicht mehr los.\u201c<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag, inzwischen wieder ganz n\u00fcchtern, unternahmen Alexander und Wolfgang eine Kajaktour. Unterwegs gab es nur ein Thema: Den eigenen Ibiza-Gin. Danach hat das Quartett ein halbes Jahr lang bei Wolfgang in der Finca\u00a0 in einer kleinen Alambique Gin destilliert und st\u00e4ndig am Rezept gefeilt. \u201eDas ging so lange, bis unten aus der Alambique etwas heraustropfte, das uns begeisterte. Das war die Stunde Null unseres LAW-Gins\u201c, erz\u00e4hlt Wolfgang Lettner.<\/p>\n<p>Damals dachte niemand im Traum daran, dass der auf Ibiza \u201egebraute\u201c Gin irgendwann einmal mit \u00fcber\u00a0 20 Auszeichnungen geschm\u00fcckt weltweit vertrieben werden w\u00fcrde, als LAW London Dry Gin in Manufaktur-Qualit\u00e4t.<\/p>\n<div id=\"attachment_79294\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-79294 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Ines-Schramm-BFF-0262-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1707\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen bilden den Namen ihres weltweit mit Erfolg vertriebenen Ibiza-Gin &#8222;LAW&#8220;: Luna &amp; Alexander von Eisenhart Rothe und Wolfgang Lettner (r.) &#8211; \u00a9 Ines Schramm<\/span><\/div>\n<p>Und das mit einer v\u00f6llig au\u00dfergew\u00f6hnlichen Rezeptur: Ph\u00f6nizischer Wacholder, frische, unbehandelte Zitrusschalen, Kaktusfeige, Pimientos de Padron und ein Hauch Salz aus den ber\u00fchmten Salinen Ibizas \u2013 und v\u00f6llig ohne Zucker und k\u00fcnstlichen Aromastoffen.<\/p>\n<p>Die hochprozentige Spirituose war zun\u00e4chst nur f\u00fcr den Hausgebrauch geplant. Wolfgang Lettner: \u00a0\u201eAls immer mehr Freunde und Bekannte unseren Gin probieren wollten und ihn total klasse fanden, haben wir uns entschlossen, ein Gesch\u00e4ftsmodell daraus zu machen und eine Alkohol-Brenn-Lizenz beantragt. Es hat drei lange Jahre gedauert, bis die Genehmigung dann endlich vorlag.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_79383\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 611px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-79383\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/PHOTO-2024-11-05-12-43-07.jpg\" alt=\"\" width=\"601\" height=\"578\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Seine T\u00f6chter Noemi Linh (l.) und Alicia Kim sind Wolfgang Lettners ganzer Stolz &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p>Inzwischen bietet Wolfgang Lettner in seiner \u201eCasa Colonial\u201c auch selbst kreierte Lik\u00f6re wie Hierbas, Caf\u00e9 Caleta oder Limoncello an. Aber zum Gin \u201eLAW\u201c, der mit sehr viel Liebe entwickelt wurde, hat er nach wie vor eine ganz besondere Beziehung.<\/p>\n<p>Wolfgang Lettner, der Gastronom aus Leidenschaft, wird sicher noch viele Ideen ausbr\u00fcten, zum Wohle seiner G\u00e4ste. Meine Empfehlung: Wenn Sie einmal auf der wundersch\u00f6nen Balearen-Insel Ibiza sind, buchen Sie unbedingt einen Tisch im Szene-Restaurant\u00a0 \u201eCasa Colonial\u201c. Wolfgang Lettner wird Sie garantiert mit offenen Armen und einem k\u00f6stlichen Hierbas auf Eis empfangen.<\/p>\n<p><strong>Text Peter Pionke<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.casa-colonial-ibiza.com\">www.casa-colonial-ibiza.com<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.law-gin.com\">www.law-gin.com<\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_79376\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-79376 \" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/461922454_2680081125484815_7101341290281722285_n.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ganz sch\u00f6n abgefahren, die alte Citroen-&#8222;Ente&#8220; als Werbetr\u00e4ger f\u00fcr das Restaurant Casa Colonial &#8211; \u00a9 Casa Colonial<\/span><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 26 Jahren arbeitet er dort, wo Millionen Menschen Urlaub machen. Aber eigentlich ist arbeiten das v\u00f6llig falsche Wort. Wolfgang Lettner (51), Inhaber des beliebten Szene-Restaurants \u201eCasa Colonial\u201c auf der Balearen-Insel Ibiza, sieht seinen Job als Berufung, als Lebensinhalt. Vermutlich ist er heute genau deswegen einer der erfolgreichsten Gastronomen auf der Insel der Sch\u00f6nen und Reichen.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25],"tags":[],"class_list":["post-79283","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lifestyle"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-21 10:32:56","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79283","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=79283"}],"version-history":[{"count":18,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79283\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":88123,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79283\/revisions\/88123"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79283"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=79283"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=79283"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}