{"id":7920,"date":"2016-02-02T12:22:52","date_gmt":"2016-02-02T11:22:52","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2016\/09\/13\/spurensuche-nach-wsv-legenden-emil-meisen\/"},"modified":"2022-01-31T17:20:07","modified_gmt":"2022-01-31T16:20:07","slug":"spurensuche-nach-wsv-legenden-emil-meisen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2016\/02\/02\/spurensuche-nach-wsv-legenden-emil-meisen\/","title":{"rendered":"Spurensuche nach WSV-Legenden: Emil Meisen"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In nur neun Jahren schaffte er es bis zum Fu\u00dfballhimmel: Emil Meisen ist der personifizierte WSV-Erfolg!<\/p>\n<p>Sein letztes Spiel f\u00fcr den Wuppertaler SV bestritt er am 18. Mai 1974. Im Stuttgarter Neckarstadion erk\u00e4mpfte der WSV ein 2:2-Unentschieden und sicherte sich damit den Bundesligaklassenerhalt. 350 Mal war Emil Meisen, der \u201eGentleman am Ball\u201c, f\u00fcr den WSV von 1963 an aufgelaufen. Dies in einer \u00c4ra, in der der Verein seine gr\u00f6\u00dften Erfolge feiern konnte. Mit seinem berufsbedingten Abgang von der Fu\u00dfballb\u00fchne (mit fast 34) ging auch die gro\u00dfe Zeit der Rot-Blauen zu Ende. In seiner Glanzzeit fand sich der Wuppertaler SV nicht nur im Spitzenfeld der ersten Fu\u00dfball-Bundesliga wieder, sondern auch im Europapokal (UEFA-Pokal). Allerdings gab es hier bereits in der ersten Runde gegen den polnischen Vertreter Ruch Chorzow (fr\u00fcher K\u00f6nigsh\u00fctte) das fr\u00fche \u201eAus\u201c. Wir trafen Emil Meisen jetzt in seinem Wohndomizil D\u00fcsseldorf bei bester Gesundheit und wohlgelaunt an der Seite seiner Frau Edith, mit der er seit 53 Jahren verheiratet ist.<\/p>\n<p>Unser Gespr\u00e4ch, eine hochemotionale Reise in die Vergangenheit. Erinnerungen wurden wach an die Aufstiegsrunde zur Bundesliga 1971\/72, als die Mannschaft unter Trainer Horst Buhtz zuvor souver\u00e4ner Meister geworden war. Hier gewann der WSV alle acht Partien \u2013 einmalig in der von 1964 bis 1974 w\u00e4hrenden Geschichte der Aufstiegsrunde. Das hatten weder Bayern M\u00fcnchen noch Borussia M\u00f6nchengladbach trotz M\u00fcller und Beckenbauer, Netzer und Heynckes geschafft. Erinnerungen aber auch an die gro\u00dfen Spiele in der deutschen Eliteklasse. Als Abstiegskandidat gehandelt, schockte der WSV in seiner ersten Spielzeit in der Bundesliga die Konkurrenz und belegte am Saisonende einen vielbeachteten vierten Platz, der gleichzeitig die Qualifikation zum UEFA-Pokal bedeutete. Erinnerungen aber auch insbesondere an die Spiele gegen seinen Lieblingsverein Bayern M\u00fcnchen mit dessen \u201eWeltfu\u00dfballer\u201c Franz Beckenbauer, bei dem das 1:1 vor \u00fcber 40.000 Zuschauern am 4. Oktobers 1972 im Stadion am Zoo sicher zu den absoluten Karriere-H\u00f6hepunkten z\u00e4hlte. Meisen spielte hier einen technisch starken Libero vor Torwart Manfred M\u00fcller, in einer Elf, die mit G\u00fcnter Pr\u00f6pper, Bernd Hermes, Gustl Jung, Dieter L\u00f6mm, Herbert St\u00f6ckl und Manni Reichert ihre herausragenden Akteure hatte.<\/p>\n<p>Der Fu\u00dfball in Deutschland hat nach Emil Meisens Einsch\u00e4tzung eine so enorme Entwicklung genommen, dass sich alle Vergleiche zu \u201eseiner Zeit\u201c verbieten w\u00fcrden. Er selbst hatte w\u00e4hrend der gesamten Zeit neben dem Fu\u00dfball noch einen Job. Im Jahre 1963 bei seinem Start in Wuppertal (er kam vom SV Neukirchen) erf\u00fcllte sich der Wunsch \u201eBundesligaaufstieg\u201c nicht. Der WSV verlor die beiden Qualifikationsspiele gegen den S\u00fcdwestvertreter FK Pirmasens (0:2\/1:2). Den ersten sportlichen H\u00f6hepunkt in Wuppertal erlebte Meisen im DFB- Halbfinalspiel am 7. August 1963 vor 38.000 Zuschauern im Stadion am Zoo gegen den Hamburger SV. Die Mannen um Uwe Seeler und Charly D\u00f6rfel zogen mit einem knappen 1:0-Erfolg in das Finale ein. Unter Trainer Robert Gebhardt bildete Meisen zusammen mit Manfred Reichert und Werner T\u00f6nges das Innentrio im Sturm. Die Rot-Blauen vom Stadion am Zoo errangen mit Spielern wie G\u00fcnter Augustat, Erich Haase, G\u00fcnter J\u00e4ger, J\u00fcrgen Papies, Manfred Reichert und Meisen hinter Meister Alemannia Aachen immerhin die Vizemeisterschaft in der Regionalliga West, dem Unterbau der Bundesliga. Danach aber gab es eine Flaute, ehe 1968 mit Horst Buhtz einer der besten Fu\u00dfball-Trainer der damaligen Zeit von Hannover 96 nach Wuppertal kam.<\/p>\n<p>\u201eHeute gehe ich nicht mehr zum Fu\u00dfball, verfolge aber alle wichtigen Spiele im Fernsehen\u201c, verriet er uns. Auch das Geschehen rund um den Wuppertaler SV beobachte er sehr erfreut, allerdings aus einer r\u00e4umlichen Distanz. Mit Genugtuung nimmt er wahr, dass der WSV wieder an bessere Zeiten ankn\u00fcpft. Eine Gro\u00dfstadt wie Wuppertal brauche einfach eine Spitzenmannschaft im Fu\u00dfball, so seine feste \u00dcberzeugung: \u201eGut, wenn das auch die Unternehmen der Stadt begreifen\u201c. \u201eSein Verein\u201c, der Club seines Herzens und dies schon seit Jahrzehnten, kommt indessen nicht aus dem Rhein-Wupper-Raum, sondern aus Bayern: \u201eIch bin seit 1999 Mitglied des FCB\u201c. Auch zum Thema Uli Hoene\u00df bezieht er klar Stellung: \u201eIhm allein hat man in M\u00fcnchen den Aufstieg in die Weltspitze des Fu\u00dfballs zu verdanken. So eine Kaliber in Wuppertal und man w\u00e4re niemals in der Versenkung verschwunden!\u201c<\/p>\n<p>Das alte Fu\u00dfball-Erfolgsrezept \u201eElf Freunde m\u00fc\u00dft ihr sein\u201c, sieht Emil Meisen indessen als \u201eGanzheitskonzept\u201c widerlegt und f\u00fcr Soziologen nicht uninteressant. \u201eIch habe heute zu keinem einzigen Spieler aus der Bundesligazeit Kontakt, was sicherlich den \u00f6rtlichen Gegebenheiten geschuldet ist.\u201c Stattdessen ist die Familie mit seinen beiden Enkelkindern in den Mittelpunkt seines Lebens ger\u00fcckt. Emil Meisen genie\u00dft nach eigenen Worten die Ruhe, am liebsten im Garten, brauche keine Events mehr. Er lebt im \u201eHier und Jetzt\u201c, mit seiner gro\u00dfen sportlichen Vergangenheit hat er so gut wie abgeschlossen. Bilder, Alben aus alter Zeit, werden kaum noch anger\u00fchrt, es sei denn ein Journalist fragt, wie jetzt, noch einmal nach.<\/p>\n<p><strong>Text: Siegfried J\u00e4hne<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist aus den WSV-Helden von damals geworden? Horst Szymaniak, Manfred Reichert oder Trainer Horst Buhtz sind leider schon tot. Doch in der Erinnerung leben sie weiter. Was machen aber Torj\u00e4ger G\u00fcnter Pr\u00f6pper, Torh\u00fcter Manfred M\u00fcller oder Fl\u00fcgel-Flitzer Gustl Jung? In unserer neuen Serie &#8222;Spurensuche nach WSV-Legenden&#8220; sp\u00fcren wir die einstigen Wuppertal Fu\u00dfball-Stars f\u00fcr Sie auf. Treffen Sie heute in der ersten Folge Emil Meisen (76) wieder.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":7918,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"class_list":["post-7920","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sport"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-13 08:39:50","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7920","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7920"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7920\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":49730,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7920\/revisions\/49730"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7918"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7920"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7920"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7920"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}