{"id":7803,"date":"2016-09-09T09:47:16","date_gmt":"2016-09-09T07:47:16","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2016\/09\/09\/die-wuppertaler-sollen-sich-mit-ihrem-opern-ensemble-identifizieren\/"},"modified":"2025-05-12T19:16:37","modified_gmt":"2025-05-12T17:16:37","slug":"berthold-schneider-identifizieren-sie-sich-mit-der-oper","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2016\/09\/09\/berthold-schneider-identifizieren-sie-sich-mit-der-oper\/","title":{"rendered":"Berthold Schneider: Identifizieren Sie sich mit der Oper"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_45383\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-45383\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Oper_Wuppertal_Berthold_Schneider_c_Bjoern_-Hickmann-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Opernintendant Berthold Schneider &#8211; \u00a9 J\u00f6rn Hickmann<\/span><\/div>\n<p>Berthold Schneider ist Wuppertals neuer Opernintendant: Welche Pl\u00e4ne und Visionen hat er eigentlich und welche Ziele hat er f\u00fcr das wuppertaler Opernhaus?\u00a0 Sven R\u00fchlemann unterhielt sich mit dem neuen Chef der Wuppertaler Oper.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-83834\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Hand-aufs-Herz-88510200.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"66\" \/><\/p>\n<p><strong>DS: Wie kamen Sie eigentlich zum Wuppertaler Opernhaus?<\/strong><\/p>\n<p>Berthold Schneider: \u201eFreunde haben mich darauf hingewiesen, dass diese Vakanz besteht. Nach intensiveren Gespr\u00e4chen mit meinen Freunden, habe ich mich dazu entschlossen mich hier zu bewerben.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: War die Oper in unserer Stadt schon vorher f\u00fcr Sie gel\u00e4ufig?<\/strong><\/p>\n<p>Berthold Schneider: \u201eJa, ich kannte die Oper schon vorher durch Besuche und nat\u00fcrlich auch von vielen Erz\u00e4hlungen, da die Wuppertaler Oper ein Haus ist, das auf unserer Theaterlandkarte pr\u00e4sent ist.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie ging es dann nach Ihrer Bewerbung weiter?<\/strong><\/p>\n<p>Berthold Schneider: \u201eIm Rahmen des Findungs-Verfahrens, habe ich dann letzten Endes den Zuschlag bekommen, und seit letztem Mai stand fest, dass ich der neue Intendant f\u00fcr die Wuppertaler Oper werde. Nat\u00fcrlich gab es auch eine Vorberei-tungsphase f\u00fcr meine erste Spielzeit hier, die seit letztem Jahr in Gange war. Am 1. August bin ich dann offiziell als Opernintendant gestartet.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Ihr Vorg\u00e4nger wollte ja kein festes Ensemble. Wie sehen da Ihre Vorstellungen aus?<\/strong><\/p>\n<p>Berthold Schneider: \u201eWir sind fest entschlossen, ein festes Ensemble aufzubauen, da wir der \u00dcberzeugung sind, dass eine Stadt wie Wuppertal ein festes Ensemble braucht. Es ist wichtig, dass die S\u00e4nger vor Ort sind und \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeit-raum miteinander und auch mit der Stadt arbeiten. Mir pers\u00f6nlich war mit meiner Bewerbung klar, dass ich wieder ein festes Ensemble aufbauen m\u00f6chte. Es ist auch wichtig f\u00fcr die Identifikation der Stadt, die jungen Karrieren zu begleiten und die Entwicklungen der einzelnen K\u00fcnstler beobachten zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Steht dieses Ensemble schon oder sind Sie da noch eher in der Findungsphase?<\/strong><\/p>\n<p>Berthold Schneider: \u201eEin St\u00fcck weit haben wir das schon vollbracht, denn dieses Ensemble probt gerade f\u00fcr unsere Er\u00f6ffnungspremieren am 17. und 18. September. Wir haben sechs S\u00e4nger fest ins Ensemble engagiert und arbeiten mit weiteren S\u00e4ngern in sogenannten \u201eResidenzen\u201c. Sie werden also auch in mehreren Produktionen zu erleben sein. \u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Auf welche St\u00fccke d\u00fcrfen sich die Wuppertaler Opern-Fans als Er\u00f6ffnungspremieren freuen?<\/strong><\/p>\n<p>Berthold Schneider: \u201eDas wird am 17. September \u201eThree Tales\u201c sein, eine Video-Oper von Steve Reich, die an unserem Haus erstmalig \u00fcberhaupt au\u00dferhalb eines gro\u00dfen Festivals laufen wird und am 18. September \u201eHoffmanns Erz\u00e4hlungen\u201c, die gro\u00dfe fantastische Oper von Jacques Offenbach. Das Besondere an dieser Produk-tion ist, dass die Oper erstmalig in ihrer Auff\u00fchrungsgeschichte von vier Regisseu-ren gleichzeitig inszeniert wird \u2013 jeder Regisseur \u00fcbernimmt einen Akt. Dazu m\u00f6chte ich erw\u00e4hnen, dass wir mit Charles Edwards, Christopher Alden, Nigel Lowery und Inga Levant vier international gefragte K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler gewinnen konnten!<\/p>\n<p><strong>DS: Wie sehen Sie denn der Zukunft der Oper in unserer Stadt entgegen, eher kritisch oder sehen wir in eine bl\u00fchende Zukunft?<\/strong><\/p>\n<p>Berthold Schneider: \u201eMan kann durchaus optimistisch in die Zukunft dieser Oper schauen. Nat\u00fcrlich sind auch bestimmte Punkte, zum Beispiel was das Budget an-geht, nicht spurlos an uns vorbeigezogen. Wir haben einen gut ausgestatteten Be-trieb, motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, und ein Opernhaus, das erst vor einigen Jahren grundsaniert wurde. Dar\u00fcber steht uns ein ausgezeichnetes Orchester zur Verf\u00fcgung, und wir haben einen leistungsstarken Chor. Und mit unse-rem k\u00fcnstlerischen Programm, m\u00f6chten wir ein unverwechselbares Profil gestal-ten.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie sieht ihre k\u00fcnstlerische Vision aus?<\/strong><\/p>\n<p>Berthold Schneider: \u201eWir wollen die Bedeutung des Genres Oper f\u00fcr die Menschen im 21. Jahrhundert aufzeigen, d.h. wir suchen immer wieder nach den Bez\u00fcgen zu den Lebenswirklichkeiten in der heutigen Zeit \u2013 ganz gleich, ob wir einen Klassiker oder ein modernes St\u00fcck auf die B\u00fchne bringen. So soll in Wuppertal vor allem viel-f\u00e4ltiges und relevantes Musiktheater entstehen. \u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Nat\u00fcrlich m\u00f6chte man auch wissen, wer hinter der Person des Intendanten steht. Welche Musik h\u00f6ren Sie privat?<\/strong><\/p>\n<p>Berthold Schneider: \u201eIch bin, glaube ich einer der wenigen Menschen im Opernbu-siness, der auch privat viel klassische Musik h\u00f6rt. Ich h\u00f6re aber auch gerne Pop-Musik und davon eigentlich am liebsten Folk. Je nach Laune, die Mischung macht es.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sind Sie eher der h\u00e4usliche Mensch, der mit einem Buch zu Hause sitzt, oder doch eher \u00f6fter unterwegs?<\/strong><\/p>\n<p>Berthold Schneider: \u201eIch bin eher jemand, der ziemlich viel und gerne unterwegs ist. Ich mache gerne Ausfl\u00fcge und da kommt mir die Stadt mit dem, was um sie herum ist, sehr gelegen. Wuppertal bietet mir die M\u00f6glichkeit, die Natur zu genie\u00dfen. Das ist mir wirklich sehr wichtig und auch ein St\u00fcck weit Lebenselixier und hier muss ich daf\u00fcr keine Stunde fahren. Auf der anderen Seite bin ich sehr kunstinteressiert und daf\u00fcr gibt es in und um Wuppertal sehr viele Museen, in denen ich neue Ideen sch\u00f6pfen kann.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Gibt es so etwas wie ein kreatives Idyll, bei dem man sich regeneriert und sich noch weiter inspirieren l\u00e4sst?<\/strong><\/p>\n<p>Berthold Schneider: \u201eDa ist es f\u00fcr mich ganz wichtig, etwas zu machen, was nichts mit dem Theater zu tun hat. Ich nenne es immer Low Action Games, also Dinge, die mich nicht sonderlich belasten oder besch\u00e4ftigen. Sei es das Reparieren eines Fahrrades oder Gartenarbeit, und dabei l\u00e4uft im Hinterkopf ein Prozess ab, durch den ich am Tag danach vielleicht eine neue Idee habe. Aber wichtig ist dabei f\u00fcr mich, wie gesagt, dass ich etwas mache, was mich nicht komplett belegt.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Vielen Dank f\u00fcr das interessante Gespr\u00e4ch<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vita Berthold Schneider<\/strong><\/p>\n<p>Berthold Schneider wurde 1965 in Marburg an der Lahn geboren. Nach dem Abitur absol-vierte er eine Ausbildung zum Pianisten an der Musikakademie Kassel (1984-\u201989) und setzte seine Studien an der University of Iowa (USA) fort, die er mit dem Master of Arts der Opern-regie abschloss. Anschlie\u00dfend arbeitete er eine Spielzeit lang in der Dramaturgie und im Betriebsb\u00fcro der Hamburgischen Staatsoper mit. Darauf folgten Engagements als Musik-dramaturg am Staatstheater Braunschweig (1992-93), den St\u00e4dtischen B\u00fchnen M\u00fcnster (1993-95) und dem Nationaltheater Mannheim (1995-98). 1998 ging Berthold Schneider nach Berlin, wo er zun\u00e4chst als freier Librettist sowie als Konzepter f\u00fcr Medienfirmen arbei-tete. Von 1999 bis 2005 war er K\u00fcnstlerischer Leiter der \u201estaatsbankberlin&#8220;, einem interdis-ziplin\u00e4ren Auff\u00fchrungsort am Berliner Gendarmenmarkt. Hier wurden unter seiner Leitung Konzerte, Ausstellungen, Opern und Diskussionsreihen realisiert.<\/p>\n<p>In der Spielzeit 2005\/06 war Berthold Schneider als Chefdramaturg der Oper Dortmund t\u00e4-tig, um im Sommer 2006 als Operndirektor an das Saarl\u00e4ndische Staatstheater zu wechseln. Unter seiner Leitung erhielt die Saarbr\u00fccker Oper den \u201cPreis der Deutschen Theaterverlage\u201d f\u00fcr das beste Opernprogramm. Von 2012 bis 2014 war Berthold Schneider als Referent f\u00fcr internationale Kooperationen an der English National Opera, London, t\u00e4tig. Anschlie\u00dfend wechselte er als Operndirektor ans Staatstheater Darmstadt. Am 8. Mai 2015 wurde er zum zuk\u00fcnftigen Opernintendanten der Wuppertaler B\u00fchnen gew\u00e4hlt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wuppertal hat einen neuen Opernintendanten: Berthold Schneider. Ihm eilt eine beeindruckende Vita voraus. Wir wollten wissen, wie der neue Mann tickt, der Wuppertals Musiktheater in den n\u00e4chsten Jahren pr\u00e4gen und nach vorne bringen soll.<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":7802,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[32],"tags":[],"class_list":["post-7803","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-interviews"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-08 23:00:34","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7803","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7803"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7803\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":83900,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7803\/revisions\/83900"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7802"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7803"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7803"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7803"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}