{"id":7801,"date":"2016-09-09T08:41:09","date_gmt":"2016-09-09T06:41:09","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2016\/09\/09\/erst-wenn-ich-die-perruecke-aufsetze-werde-ich-zur-hilde\/"},"modified":"2025-05-12T19:17:06","modified_gmt":"2025-05-12T17:17:06","slug":"marcia-golgowsky-erst-die-peruecke-macht-mich-zur-hilde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2016\/09\/09\/marcia-golgowsky-erst-die-peruecke-macht-mich-zur-hilde\/","title":{"rendered":"Marcia Golgowsky: Erst die Per\u00fccke macht mich zur Hilde"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_45609\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-45609\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Marica-Golgowsky-2-Oliver-Nauditt-2-1024x816.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"816\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die Schauspielerin und Autorin Marcia Golgowsky &#8211; \u00a9 Oliver Nauditt<\/span><\/div>\n<p>Anl\u00e4sslich dieses Ereignisses hat Nina Gottwald ein exklusives Interview mit Marcia Golgowsky gef\u00fchrt, die uns spannende Details und Hintergr\u00fcnde zur Geschichte der Trockenblumen erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Sieben Jahre und f\u00fcnf Programme sp\u00e4ter lassen Lilay Huser und Marcia Golgowsky die Geschichte der Trockenblumen Revue passieren. Mit ihrem \u201eBest of verflixte Sieben\u201c wird die Geschichte der beiden \u00e4lteren Damen Hilde und Ayse noch einmal von Anfang an erz\u00e4hlt, mit Szenen aus allen f\u00fcnf Programmen und dem Besten aus den vergangenen sieben Jahren.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-83834\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Hand-aufs-Herz-88510200.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"66\" \/><\/p>\n<p><strong>DS: K\u00f6nnen Sie uns vorab erkl\u00e4ren, was es genau mit den Trockenblumen auf sich hat?<\/strong><\/p>\n<p>Marcia Golgowsky: \u201eDie Trockenblumen sind ein deutsch-t\u00fcrkisches Kabarett-Duo bestehend aus meiner Kollegin Lilay Huser und mir. Unsere f\u00fcnf Programme erz\u00e4hlen die Geschichte der beiden Hauptdarsteller Hilde, einer typischen Wuppertalerin und Ayse, einer T\u00fcrkin aus Istanbul. Aus der Zusammensetzung dieser beiden Charaktere ergeben sich viele lustige Alltagssituationen in denen die beiden Kulturen aufeinander prallen. Das St\u00fcck haben wir mit lauter Klischees und Vorurteilen geschm\u00fcckt, die im sp\u00e4teren Verlauf des St\u00fcckes teilweise gebrochen werden. Hilde und Ayse lernen sich im Aufzug kennen, in welchem sie ausgerechnet zusammen feststecken. Anfangs k\u00f6nnen sie sich \u00fcberhaupt nicht leiden, doch schlie\u00dflich entsteht eine Freundschaft zwischen ihnen. Das Best of erz\u00e4hlt nochmal die Geschichte der beiden mit lustigsten Szenen und den sch\u00f6nsten Liedern.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Was f\u00fcr ein Publikum m\u00f6chten Sie mit Ihren St\u00fccken erreichen?<\/strong><\/p>\n<p>Marcia Golgowsky: \u201eAm liebsten m\u00f6chten wir die gesamte Bandbreite ansprechen. Vorher haben wir uns jedoch keine konkreten Gedanken dar\u00fcber gemacht, sondern wollten f\u00fcr alle spielen, die offen sind und Lust darauf haben sich die Geschichten anzuschauen. Es hat sich jedoch mit der Zeit ein gewisses Publikum heraus-kristallisiert. Unser Publikum besteht zu 90 % aus deutschen Zuschauern. Leider haben wir kein t\u00fcrkisches Publikum mit unserer Geschichte erreicht.<\/p>\n<p><strong>DS: Wie sind die Trockenblumen entstanden?<\/strong><\/p>\n<p>Marcia Golgowsky: \u201eLilay und ich sind schon seit l\u00e4ngerem beim Wupper Theater und haben auch schon einige St\u00fccke zusammen gespielt. Irgendwann hatten wir Lust ein Zwei-Frauen-St\u00fcck auf die B\u00fchne zu bringen. Die Charaktere sind dann ganz von selbst entstanden. Die Figur der Hilde gab es damals schon. F\u00fcr eine Krimi-Parodie habe ich ihren Charakter erfunden. Diesen wollte ich gerne weiterhin auftreten lassen, weshalb wir uns daf\u00fcr entschieden, mit Ayse ein t\u00fcrkisches Pendant f\u00fcr Hilde zu erfinden. Lilay hatte auch in vielen Serien schon die t\u00fcrkische Putzfrau gespielt, deshalb passte das sehr gut.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Woher kommen die vielen Ideen zu Ihren Sketchen? Hat man nicht irgendwann jedes Klischee aufgedeckt und erz\u00e4hlt?<\/strong><\/p>\n<p>Marcia Golgowsky: \u201eDie Ideen kommen uns in den verschiedensten allt\u00e4glichen Situationen. Wenn man mit offenen Augen und Ohren durch den Alltag l\u00e4uft, erlebt man die lustigsten Situationen, die man selbst nicht besser schreiben k\u00f6nnte. Wenn wir dann ein neues St\u00fcck planen, setzen wir uns zusammen und \u00fcberlegen, welche einzelnen Themen wir behandeln m\u00f6chten. Wenn das gekl\u00e4rt ist, schreibe ich das komplette St\u00fcck.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie lange dauert es bis Sie ein Programm fertig haben?<\/strong><\/p>\n<p>Marcia Golgowsky: \u201eDie Ideen sammeln wir, wie gesagt, alle zusammen nach und nach. Nachdem wir uns dann gemeinsam abgestimmt haben, fange ich an die Texte zu schreiben. Das Schreiben dauert zwei bis drei Monate und nach sechs Wochen Probe ist das Programm dann auch b\u00fchnenreif.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie schreiben das ganze St\u00fcck alleine. Wie bekommen Sie das hin, dass die Gags auch auf der B\u00fchne sehr authentisch sind?<\/strong><\/p>\n<p>Marcia Golgowsky: \u201eDas ergibt sich oft erst, wenn wir das St\u00fcck tats\u00e4chlich spielen. Bei den Proben entstehen des \u00d6fteren neue Gags, die wir dann gegebenenfalls ins Programm \u00fcbernehmen. Manchmal ist es auch so, dass w\u00e4hrend des Auftrittes etwas Lustiges passiert und wir das beim n\u00e4chsten Auftritt dann fest einplanen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Gibt es ein Vorbild f\u00fcr Ihre Kunstfigur Hilde?<\/strong><\/p>\n<p>Marcia Golgowsky: \u201eHilde ist eine typische Wuppertalerin und 62 Jahre alt. Sie tr\u00e4gt ihr Herz auf der Zunge und k\u00f6nnte als vorlaut beschrieben werden. Sie hat viele Vorurteile. Das sch\u00f6ne ist, dass bei dieser Figur eben alles erlaubt ist. Auch Dinge die vielleicht politisch nicht ganz korrekt sind. Trotz ihrer gro\u00dfen Klappe hat sie ihr Herz am rechten Fleck und verspr\u00fcht eine gro\u00dfe Herzensw\u00e4rme. Wenn es Ayse schlecht geht, ist Hilde sofort zur Stelle. Meine Gro\u00dfmutter hat damals auch immer frei Schnauze alles rausgehauen. Aber auch einige Einfl\u00fcsse aus Beobachtungen von anderen \u00e4lteren Frauen spiegeln sich in Hilde wieder.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Verfallen Sie nicht manchmal auch im Alltag in die Rolle von Hilde?<\/strong><\/p>\n<p>Marcia Golgowsky: \u201eNein das passiert mir nicht. F\u00fcr mich ist die Per\u00fccke der An- und Ausschalter f\u00fcr Hilde. Sie ist ganz anders ist als ich &#8211; au\u00dferdem viel \u00e4lter.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_45610\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 710px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-45610\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Trockenblumen-Antje-Zeis-Loi-2.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"443\" \/><span class=\"wp-caption-text\">&#8222;Die Trockenblumen&#8220;: Marcia Golgowsky (r.) und Lilay Huser &#8211; \u00a9 Antje Zeus-Loi<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Was gef\u00e4llt Ihnen besonders an dem Format des Zwei-Frauen-St\u00fccks?<\/strong><\/p>\n<p>Marcia Golgowsky: \u201eDa gibt es Vor- und Nachteile. Wenn man zu zweit ist, dann entwickelt man auch alles selbst mit und ist immer pr\u00e4sent. Das ist f\u00fcr einen Schauspieler sehr sch\u00f6n. Ein Nachteil ist, dass sich nicht die M\u00f6glichkeit ergibt, mit mehr als einer Person zu interagieren. Die Vorteile \u00fcberwiegen aber: Durch die Zweier-Besetzung entsteht eine \u201eMarke\u201c und ein gro\u00dfer Wiedererkennungswert.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie sind Sie zu dem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Namen \u201eTrockenblumen\u201c gekommen?<\/strong><\/p>\n<p>Marcia Golgowsky: \u201eWir wollten etwas nehmen, was typisch f\u00fcr \u00e4ltere Frauen ist. Dabei hatten wir auch an Bl\u00fcmchentapete und Blumen gedacht. Meine Oma hatte auch immer Trockenblumen bei sich zuhause stehen, weshalb diese f\u00fcr mich ein typisches Merkmal der \u00e4lteren Generation war.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Welche Rolle spielt die Stadt Wuppertal bei den Trockenblumen?<\/strong><\/p>\n<p>Marcia Golgowsky: \u201eWuppertal spielt immer eine Rolle, ganz egal wo in Deutschland wir auftreten. Auch der Dialekt tr\u00e4gt dazu bei, dass Wuppertal immer vertreten ist. Wenn wir in Wuppertal auftreten, ist Hildes Dialekt sehr ausgepr\u00e4gt. Die Auspr\u00e4gung des Dialekts passe ich aber an, wenn wir au\u00dferhalb von Wuppertal auftreten.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Die Trockenblumen sind eine Produktion des Wupper Theaters. Gibt es Neuigkeiten und anstehende Programme?<\/strong><\/p>\n<p>Marcia Golgowsky: &#8222;Im Herbst feiert das Wupper Theater 25-J\u00e4hriges Bestehen und es wird eine Gala geben. Das Kinderst\u00fcck \u201eDie glorreichen Sieben\u201c wird dabei seine Premiere haben.\u00a0Das St\u00fcck wird von multinationalen Kindern gespielt und handelt von einer Unterwasserwelt mit verschiedenen Tieren, die sich gemeinsam gegen den b\u00f6sen Hai verb\u00fcnden. Das St\u00fcck ist mehrsprachig und interkulturell, denn die Tiere sprechen verschiedene Sprachen.\u00a0Au\u00dferdem wird es wieder einige Inklusions-Workshops mit dem Wupper Theater an den Schulen geben. Mit dem St\u00fcck &#8222;Herrn Samson Nights Reisen durch die Nacht&#8220; werden wir in ganz Nordrhein-Westfalen an die Schulen gehen.\u00a0Auch unser Zweisprachiges Kinderst\u00fcck. \u201e Der Wolf, die L\u00e4mmer und die Gei\u00dflein\u201c wird nun schlie\u00dflich in Deutschland gespielt.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch<\/strong><\/p>\n<p><strong>Text: Nina Gottwald<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 25. September 2016 feiert das Comedy-Duo in Wuppertal die Premiere ihres neuen alten Programms \u201eBest of verflixte Sieben\u201c. Das Haus der Jugend in Barmen zeigt ab 18.30 Uhr die Kom\u00f6die des Wupper Theaters.<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":7800,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[32],"tags":[],"class_list":["post-7801","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-interviews"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-13 08:37:40","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7801","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7801"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7801\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":83901,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7801\/revisions\/83901"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7800"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7801"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7801"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7801"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}