{"id":77893,"date":"2024-09-17T15:54:39","date_gmt":"2024-09-17T13:54:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=77893"},"modified":"2024-09-22T13:11:09","modified_gmt":"2024-09-22T11:11:09","slug":"tierschutzzentrum-hahnenkampf-auf-ruecken-notleidender-tiere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2024\/09\/17\/tierschutzzentrum-hahnenkampf-auf-ruecken-notleidender-tiere\/","title":{"rendered":"Tierschutzzentrum: Hahnenkampf auf R\u00fccken notleidender Tiere"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_77901\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1053px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-77901 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/afi_-26072024b-4.jpeg\" alt=\"\" width=\"1043\" height=\"707\" \/><span class=\"wp-caption-text\">&#8222;Pechpfoten&#8220;-Mitglieder und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer vor neuen Tierschutzzentrum, das von der neuen Leitung der Diakonie Aprath in Frage gestellt wird &#8211; \u00a9 Andreas Fischer<\/span><\/div>\n<p>Dabei fing die Tiergeschichte so sch\u00f6n an: Der Tierschutzverein \u201ePechpfoten e.V.\u201c hatte nach langer Suche eine geeignete Location f\u00fcr das geplante Tierschutzzentrum gefunden: Ein bauf\u00e4lliges, leer stehendes Geb\u00e4ude auf dem Gel\u00e4nde der Diakonie Aprath. Die Verhandlungen mit dem damaligen Leiter der Einrichtung verliefen konstruktiv und erfolgreich. Am Ende stand ein Erbbaurechtsvertrag mit 55j\u00e4hriger Laufzeit, der keine regul\u00e4re vorzeitige K\u00fcndigung zul\u00e4sst.<\/p>\n<p>Die \u201ePechpfoten\u201c um Anke S\u00fcper vereinbarten mit der Diakonie, das Geb\u00e4ude und dessen Umgebung auf eigene Kosten zu sanieren, au\u00dferdem sollten die psychisch kranken Bewohner der Diakonie mit in Tierheim-Alltag und die Bewirtschaftung\u00a0 des Hofcaf\u00e9s einbezogen werden. Wie hoch der sozialtherapeutische Effekt solcher Mensch-Tier-Beziehungen sein kann, ist hinl\u00e4nglich bekannt.<\/p>\n<p>Nach der Schl\u00fcssel\u00fcbergabe spuckten die \u201ePechpfote\u201c und viele ehrenamtliche Helfer in die H\u00e4nde und legten los. In mehreren Tausend Arbeitsstunden wurde das Geb\u00e4ude grundsaniert und die Au\u00dfenanlagen auf Vordermann gebracht. Der Tierschutzverein investierte einen sechsstelligen Betrag, der sich aus Spenden von Wuppertaler Tierfreunden, Unternehmen und F\u00f6rdermitteln zusammensetzt.<\/p>\n<div id=\"attachment_77902\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 560px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-77902 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/IMG_20230415_122058.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"615\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Anke S\u00fcper, 1. Vorsitzende des Tierschutzvereins &#8222;Pechpfoten e.V.&#8220;, bei Anstreicharbeiten im neuen Tierschutzzentrum &#8211; \u00a9 Pechpfoten e.V.<\/span><\/div>\n<p>Doch statt Vorfreude auf die Einweihung gibt es jetzt gro\u00dfen Katzenjammer! Der neue kaufm\u00e4nnische Leiter der Diakonie Aprath hat den \u201ePechpfoten\u201c zun\u00e4chst Kn\u00fcppel zwischen die Beine geworfen und letztendlich den Vertrag fristlos gek\u00fcndigt.<\/p>\n<p>\u201eDas K\u00fcndigungsschreiben ist acht DIN-A-4-Seiten lang, aber letztlich kann ich keinen triftigen Grund f\u00fcr diese Ma\u00dfnahmen erkennen\u201c, erkl\u00e4rt Anke S\u00fcper. In dem Schreiben wird als Begr\u00fcndung angegeben, das Tierschutzzentrum h\u00e4tte keinen Mehrwert f\u00fcr die Diakonie, w\u00fcrde dort sogar finanziellen Schaden verursachen. Das Miteinander vor Ort sei schwierig und das Tierschutzzentrum h\u00e4tte keine Akzeptanz mehr.<\/p>\n<p>An den urspr\u00fcnglich vereinbarten Pl\u00e4nen\u00a0 habe sich nichts ge\u00e4ndert, argumentiert Anke S\u00fcper . Und dass es bei solch umfassenden Sanierungsma\u00dfnahmen noch nicht zu einem echten Miteinander und manchmal vielleicht auch gelegentlich zu unvermeidlichen St\u00f6rungen kommen k\u00f6nne, sei nach Meinung des Tierschutzvereins nicht immer zu verhindern. Alle Beteiligten h\u00e4tten aber gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche R\u00fccksicht bei den notwenigen Bauma\u00dfnahmen auf die Diakonie-Bewohner genommen.<\/p>\n<div id=\"attachment_77907\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-77907 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/IMG_20221118_140717-2-scaled-1.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"423\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Arbeiteten f\u00fcr ein gemeinsames Ziel zusammen: &#8222;Pechpfoten&#8220; und Proviel &#8211; \u00a9 Pechpfoten e.V.<\/span><\/div>\n<p>F\u00fcr die \u201ePechpfoten\u201c spricht auch, dass es nach wie vor positive Kontakte zwischen den ehrenamtlichen Tiersch\u00fctzern und Bewohnern der Diakonie gibt. Anke S\u00fcper: \u201cDie Bewohner fragen immer wieder, wann denn die Tiere endlich einziehen?\u201c<\/p>\n<p>Auch ein anderer Vorwurf steht im Raum: So bezweifelt der neue Leiter den sozialp\u00e4dagogischen Wert der Vereinbarung an sich. Anke S\u00fcper erkl\u00e4rt dazu: \u201eEs wurden zun\u00e4chst Mindestleistungen vereinbart, die der Verein ab dem ersten Tag nach Er\u00f6ffnung und dann dauerhaft leisten muss. Der Leistungskatalog sollte organisch mit dem Projekt mitwachsen, war der Konsens mit dem alten Diakonie-Vorstand.\u201c<\/p>\n<h4>Tierschutzverein h\u00e4lt die K\u00fcndigungsgr\u00fcnde f\u00fcr vorgeschoben<\/h4>\n<p>Sein Nachfolger sieht das allerdings ganz anders und setzt auf Konfrontation!\u00a0 Er forderte\u00a0 \u2013 so Anke S\u00fcper \u2013 entgegen der unterzeichneten Vereinbarungen deutlich mehr Mindestleistungen. \u00a0Mehr als logisch, dass diese von den \u201ePechpfoten\u201c nicht sofort geleistet werden k\u00f6nnen, sondern erst dann, wenn die Zahl der ehrenamtlichen Mitarbeiter gewachsen ist und somit \u00a0gen\u00fcgend Personal zur Verf\u00fcgung steht. Dazu Anke S\u00fcper: \u201eEs ist doch klar, dass die Mitarbeit der Diakoniebewohner von uns verantwortlich begleitet werden muss, damit beide Seiten sich jederzeit sicher f\u00fchlen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Aus Sicht der \u201ePechpfoten\u201c sind das alles nur vorgeschobene Gr\u00fcnde f\u00fcr die K\u00fcndigung. Was wirklich dahinter steckt, wei\u00df nur der neue kaufm\u00e4nnische Diakonie-Leiter selbst. Auf Fotos demonstriert er breitbeinig Entschlossenheit wie Hollywoodstar Gary Cooper in dem Western-Klassiker \u201e12 Uhr mittags\u201c kurz vor dem Showdown.<\/p>\n<div id=\"attachment_77903\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-77903 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/20230831_190929.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"381\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Anke S\u00fcper bei einer Info-Veranstaltung in der City-Kirche &#8211; \u00a9 Pechpfoten e.V.<\/span><\/div>\n<p>Dennoch v\u00f6llig unverst\u00e4ndlich, dass \u00fcberfl\u00fcssige Hahnenk\u00e4mpfe jetzt auf dem R\u00fccken notleidender Tiere ausgetragen werden. Zumal es ohnehin ein Skandal ist, dass eine Gro\u00dfstadt wie Wuppertal seit acht Jahren kein Tierheim hat.<\/p>\n<p>Anke S\u00fcper und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter sind verst\u00e4ndlicherweise genervt, weil v\u00f6llig unn\u00f6tig wertvolle Zeit verloren geht. Doch sie bleiben optimistisch. Die Vorsitzende des \u201ePechpfoten e.V.: \u201eUnsere Anw\u00e4lte haben uns versichert, dass unsere Vertr\u00e4ge wasserdicht sind. Wir haben s\u00e4mtliche Auflagen erf\u00fcllt. Aufgeben kommt f\u00fcr uns nicht in Frage!\u201c<\/p>\n<h4>&#8222;Pechpfoten&#8220; k\u00e4mpfen weiter f\u00fcr das Herzensprojekt vieler Tierfreunde<\/h4>\n<p>Die \u201ePechpfoten\u201c wollen weiter an den Pl\u00e4nen das so dringend ben\u00f6tigte Tierschutzzentrum festhalten und wie die L\u00f6wen daf\u00fcr k\u00e4mpfen. Das ist f\u00fcr sie absolut alternativlos. Sie wissen auch, dass viele Wuppertaler Tierfreunde hinter ihn stehen.<\/p>\n<p>Und der heilige Franz von Assisi ganz sicher auch. Ob sich da nicht die Einrichtung einer christlichen Religionsgemeinschaft, die mit immer weiter sinkenden Zahlen der Gl\u00e4ubigen zu k\u00e4mpfen hat , selbst einen B\u00e4rendienst erwiesen hat? Wir bleiben dran!<\/p>\n<p><strong>Text Peter Pionke\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Webseite zum Tierschutzzentrum Wuppertal:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.tierschutzzentrum-wuppertal.de\">http:\/\/www.tierschutzzentrum-wuppertal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der heilige Franz von Assisi, Schutzpatron der Tiere, m\u00fcsste sich eigentlich im Grabe herumdrehen. Ausgerechnet der Leiter einer christlichen Organisation will das lang ersehnte Tierschutzzentrum Wuppertal verhindern, das herrenlosen Hunden und Katzen ein sicheres Zuhause bieten m\u00f6chte.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24],"tags":[],"class_list":["post-77893","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wuppertal"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-12 21:19:34","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77893","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=77893"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77893\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":77976,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77893\/revisions\/77976"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=77893"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=77893"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=77893"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}