{"id":77476,"date":"2024-08-27T10:16:16","date_gmt":"2024-08-27T08:16:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=77476"},"modified":"2024-08-28T08:50:06","modified_gmt":"2024-08-28T06:50:06","slug":"gesunde-arbeitskraefte-machen-unternehmen-wettbewerbsfaehiger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2024\/08\/27\/gesunde-arbeitskraefte-machen-unternehmen-wettbewerbsfaehiger\/","title":{"rendered":"Gesunde Arbeitskr\u00e4fte machen Unternehmen wettbewerbsf\u00e4higer"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_77478\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1212px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-77478 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Javanmardi-1.jpg\" alt=\"\" width=\"1202\" height=\"868\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Sasha Javanmardi ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich Bewegungs- und Trainingswissenschaft am Institut f\u00fcr Sportwissenschaft an der Bergischen Universit\u00e4t &#8211; \u00a9 UniService Transfer<\/span><\/div>\n<p>Autor Uwe Blass hat sich im Vorfeld im Rahmen der beliebten Uni-Reihe &#8222;Transfergeschichten&#8220; mit Sasha Javanmardi vom Institut f\u00fcr Sportwissenschaft \u00fcber Gesundheitsf\u00f6rderungsma\u00dfnahmen am Arbeitsplatz unterhalten.<\/p>\n<p>Das Schwerpunktthema in diesem Jahr lautet: Widerstandsf\u00e4higkeit st\u00e4rken in KMU (Kleinen und Mittleren Unternehmen): Ans\u00e4tze f\u00fcr das Bergische St\u00e4dtedreieck. In der Zeit von 14.00 bis 19.00 Uhr gehen die Veranstalter mit ihren G\u00e4sten in Vortr\u00e4gen und Workshops der Frage nach, was Zukunftsf\u00e4higkeit und Resilienz f\u00fcr Unternehmen bedeuten. Einer der drei Workshops besch\u00e4ftigt sich mit Ma\u00dfnahmen der Gesundheitsf\u00f6rderung. Sasha Javanmardi, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich Bewegungs- und Trainingswissenschaft an der Bergischen Universit\u00e4t referiert in einem Kurzvortrag zum betrieblichen Gesundheitsmanagement.<\/p>\n<p><strong>Sie kommen aus dem Arbeitsbereich Bewegungs- und Trainingswissenschaft des Instituts f\u00fcr Sportwissenschaft an der Bergischen Universit\u00e4t. Zu Ihren Schwerpunkten geh\u00f6ren das betriebliche Gesundheitsmanagement, die Leistungsdiagnostik sowie die Trainingsberatung.\u00a0 Wie sieht denn ein betriebliches Gesundheitsmanagement aus, und welche Rolle spielt die psychische Resilienz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei?<\/strong><\/p>\n<p>Sasha Javanmardi<strong>: &#8222;<\/strong>Ein betriebliches Gesundheitsmanagement ist ein strategischer und nachhaltiger Prozess, der sowohl pr\u00e4ventive als auch rehabilitative Ma\u00dfnahmen umfasst. Es sollte au\u00dferdem auch skalierbar sein, um dementsprechend ein allumfassendes Monitoring zu erm\u00f6glichen. Dadurch sind wir in der Lage, Produktivit\u00e4t, Wohlbefinden und messbare gesundheitliche Faktoren in eine positive Tendenz zu bringen und uns an aktuelle Herausforderungen anzupassen.<\/p>\n<div id=\"attachment_44822\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 440px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-44822\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Logo-Transfergeschichten.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p>Die psychische Resilienz spielt hierbei eine wichtige Rolle. Laut der Definition der WHO (World Health Organization \/ Weltgesundheitsorganisation) ist Gesundheit ja ein Zustand v\u00f6lligen psychischen, physischen und sozialen Wohlbefindens; dementsprechend ist die Psyche ein wesentlicher Faktor, dem zunehmend Beachtung geschenkt wird. Resilienz kann man ja auch als Anpassungsf\u00e4higkeit definiert werden. Genau da schlie\u00dft sich der Kreis wieder zum betrieblichen Gesundheitsmanagement.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Nun sind ja die wenigsten F\u00fchrungskr\u00e4fte auf diesem Gebiet geschult. Woran macht sich denn ein mangelndes Gesundheitsf\u00f6rderungssystem bemerkbar?<\/strong><\/p>\n<p>Sasha Javanmardi: &#8222;In erster Linie sind es die hohen Fehlzeiten. Daraus ableitend w\u00e4ren beispielsweise hoher Stress als psychischer Faktor und Muskel-Skelett-Erkrankungen als physischer Faktor zu nennen. Weitere bedeutende Faktoren sind eine hohe Fluktuation der Mitarbeitenden sowie damit einhergehende verminderte Produktivit\u00e4t, Motivation und Mitarbeiterzufriedenheit.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Sie sagen, die Arbeitsf\u00e4higkeit h\u00e4ngt mit Bewegung zusammen, doch in vielen Betrieben herrscht eher ein Bewegungsmangel. Welche Folgen kann das haben?<\/strong><\/p>\n<p>Sasha Javanmardi: &#8222;Die Folgen von Inaktivit\u00e4t sind z. B. die gerade genannten Muskel- Skelett-Erkrankungen, eingeschr\u00e4nkte Beweglichkeit und Fettleibigkeit. Im psychischen Bereich k\u00f6nnen bspw. Depressionen auftreten. Zudem kann die kognitive Leistungsf\u00e4higkeit negativ beeinflusst werden.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_77479\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 810px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-77479 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Psychische-Gesundheit-am-Arbeitsplatz-gemeinfrei-Pixabay.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"504\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Psychisch und k\u00f6rperlich gesunde Menschen steigern den Erfolg eines Unternehmens erheblich &#8211; \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<p><strong>Auf dem diesj\u00e4hrigen BIBK werden Sie einen Vortrag halten, der F\u00fchrungskr\u00e4ften Ma\u00dfnahmen der Gesundheitsf\u00f6rderung aufzeigt, damit das Unternehmen robuster und wettbewerbsf\u00e4higer wird. K\u00f6nnen Sie da mal ein Beispiel nennen?<\/strong><\/p>\n<p>Sasha Javanmardi: &#8222;Bleiben wir beim Thema Bewegung. In der Industrie z.B. haben wir bei Industriemitarbeitenden die Bewegungsaktivit\u00e4t untersucht und festgestellt, dass die Mitarbeitenden im Durchschnitt weit \u00fcber den WHO-Empfehlungen lagen. Wir k\u00f6nnen hier also nicht von einem Bewegungsmangel sprechen. Stattdessen gibt es andere Bewegungsproblematiken, wie z. B. Muskel-Skelett-Erkrankungen aufgrund der sich wiederholenden T\u00e4tigkeiten oder des Tragens von schweren Lasten.<\/p>\n<p>Im B\u00fcro wiederum haben wir festgestellt, dass viele die WHO-Empfehlungen nicht einhalten und h\u00e4ufig unter den 8000 \u2013 10.000 Schritten pro Tag bleiben. Das bedeutet, wir m\u00fcssen hier mit unterschiedlichen Bewegungsprogrammen arbeiten, da unterschiedliche Problematiken bestehen.<\/p>\n<p>Eine ganzheitliche Betrachtung ist dabei essenziell. Ein Beispiel hierf\u00fcr sind h\u00f6henverstellbare Schreibtische, mit denen die M\u00f6glichkeit besteht, die Inaktivit\u00e4t zumindest durch eine Verhaltens\u00e4nderung zu reduzieren. Allerdings muss man im Vorfeld analysieren, wer wirklich einen solchen Tisch ben\u00f6tigt. F\u00fcr Menschen mit H\u00fcft- oder Knieproblemen kann ein langes Stehen nicht gesundheitsf\u00f6rdernd sein, w\u00e4hrend es anderen pr\u00e4ventiv helfen kann und eine m\u00f6gliche Verhaltens\u00e4nderung anst\u00f6\u00dft.<\/p>\n<p>Beim betrieblichen Gesundheitsmanagement geht es darum, Gesundheit zu erhalten und zu f\u00f6rdern. Daf\u00fcr muss man jedoch vorher wissen, wie gesund die Personen im Betrieb sind. Das kann man nicht von au\u00dfen entscheiden.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Mittlerweile gibt es aber auch f\u00fcr kleine und mittlere Unternehmen -beispielsweise von der IHK Siegen-Fortbildungen f\u00fcr betriebsinterne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum sogenannten Gesundheitsscout, denn nicht alle Betriebe haben einen Gesundheitsbeauftragten. K\u00f6nnen kleinere Unternehmen bei steigenden Herausforderungen mit eigenen Mitarbeitenden so eine gesunde Arbeitsatmosph\u00e4re schaffen?<\/strong><\/p>\n<p>Sasha Javanmardi: &#8222;Das ist ein Faktor, der eine Rolle spielen kann, denn ein Gesundheitsscout kann ein Vorbild im Betrieb sein. Man hat den riesigen Vorteil, dass man das betriebsinterne Wissen mit den gesundheitlichen Basics verkn\u00fcpfen kann. Man kennt die Mitarbeitenden und kann so ein betriebliches Gesundheitsmanagement unterst\u00fctzen.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_77482\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1290px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-77482 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/man-7116367_1280.jpg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"853\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Wer nicht k\u00f6rperlich fit oder \u00fcberm\u00fcdet ist, kann am Arbeitsplatz keine optimale Leistung bringen &#8211; \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<p><strong>Gibt es das Angebot des Gesundheitsscouts auch im Bergischen Land?<\/strong><\/p>\n<p>Sasha Javanmardi: &#8222;Ich habe kein explizites Angebot f\u00fcr Gesundheitsscouts im Bergischen Land gefunden. Es gibt sogenannte Multiplikatorenausbildungen bei Krankenkassen, die in diese Richtung gehen. Ein Gesundheitsscout ist aber spezieller, und ich w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, dass es so etwas im Bergischen St\u00e4dtedreieck gibt.&#8220;<\/p>\n<p><strong>An wen kann man sich denn wenden, wenn man weitere Informationen haben m\u00f6chte und die betriebliche Gesundheitsf\u00f6rderung seiner Mitarbeitenden f\u00f6rdern will?<\/strong><\/p>\n<p>Sasha Javanmardi: &#8222;Da gibt es viele unterschiedliche Stellen, aber man muss vorher immer wissen, was man sich w\u00fcnscht und welches Ziel man verfolgt. Wenn man sich an der Universit\u00e4t z. B. in meinem Bereich erkundigt, dann bekommt man eher innovative Impulse und Ideen sowie wissenschaftliche Strukturen und Messungen, die Zeit und Ressourcen in Anspruch nehmen. Externe Dienstleister k\u00f6nnten eine M\u00f6glichkeit sein oder auch Krankenkassen, die IHK oder Berufsgenossenschaften. Das h\u00e4ngt immer davon ab, welches Ziel der Betrieb verfolgt und wie das Betriebliche Gesundheitsmanagement f\u00fcr eine ganzheitliche Betrachtung aufgestellt ist.<\/p>\n<p>Unter Beteiligung der Universit\u00e4tsrektorin Prof. Dr. Birgitta Wolff, dem Oberb\u00fcrgermeister der Stadt Remscheid, Burkhardt Mast-Weisz und dem Vorsitzenden der Bergischen IHK, Henner Pasch, geben Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft neue Denkanst\u00f6\u00dfe und Anregungen f\u00fcr die Zukunft. Erg\u00e4nzend stellen regionale Unternehmen Erfolgsgeschichten aus der Praxis vor.<\/p>\n<p>Die Veranstaltung findet im neuen Lindenhof, Honsberger Stra\u00dfe 38, in Remscheid statt. Anmeldungen Bergischer Unternehmen sind \u00fcber \u00a0<a href=\"https:\/\/www.eventbrite.de\/e\/bergischer-innovations-und-bildungskongress-tickets-927740646247?aff=ebdshpsearchautocomplete\">https:\/\/www.eventbrite.de\/e\/bergischer-innovations-und-bildungskongress-tickets-927740646247?aff=ebdshpsearchautocomplete<\/a> m\u00f6glich. Die Moderation \u00fcbernimmt Anja Backhaus vom WDR.<\/p>\n<p><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_77480\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 260px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-77480 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Javanmardi-1-Kopie.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"316\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Sasha Javanmardi: &#8211; \u00a9 UniService Transfer<\/span><\/div>\n<h4>\u00dcber Sasha Javanmardi<\/h4>\n<p>Sasha Javanmardi ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich Bewegungs- und Trainingswissenschaft am Institut f\u00fcr Sportwissenschaft an der Bergischen Universit\u00e4t.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 25. September laden die Bergische Universit\u00e4t Wuppertal, die Bergische IHK und die Bergische Struktur- und Wirtschaftsf\u00f6rderungsgesellschaft gemeinsam mit der Stadt Remscheid sowie der Neuen Effizienz, Solingen Business und dem Technologiezentrum Wuppertal zum 7. Bergischen Innovations- und Bildungskongress (BIBK) nach Remscheid ein.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-77476","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-13 07:41:13","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77476","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=77476"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77476\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":77483,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77476\/revisions\/77483"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=77476"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=77476"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=77476"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}