{"id":77456,"date":"2024-08-26T10:21:34","date_gmt":"2024-08-26T08:21:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=77456"},"modified":"2024-08-26T17:13:32","modified_gmt":"2024-08-26T15:13:32","slug":"tango-argentino-show-mit-welt-stars-in-der-stadthalle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2024\/08\/26\/tango-argentino-show-mit-welt-stars-in-der-stadthalle\/","title":{"rendered":"\u201eTango Argentino\u201c: Show mit\u00a0Welt-Stars in der Stadthalle"},"content":{"rendered":"<div>\n<div id=\"attachment_77459\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 793px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-77459 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/gockisch-festival-tango-15.jpg\" alt=\"\" width=\"783\" height=\"537\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Tango auf h\u00f6chstem Niveau: Alejandra Heredia &amp; Mariano Otero in der Historischen Stadthalle &#8211; \u00a9 Arnd Jockisch<\/span><\/div>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Die Jubil\u00e4umsveranstaltung im gro\u00dfen Ballsaal verspricht einmal mehr Tanzkunst auf h\u00f6chstem Niveau. Geboten werden Workshops &#8211; Konzert &#8211; Tanz \u2013 Shows (mit zwei Tanzfl\u00e4chen) sowie ein gro\u00dfen Buffet.<\/div>\n<p>Mit Evira Lambo &amp; Michael Nadtochi\u00a0kommt eines der gefragtesten Tanzpaare der Welt mit Ihrer Show.\u00a0 Aus Z\u00fcrich reisen Eugenia &amp; Yanick an.\u00a0 Bruna Lavaroni &amp; Franco Lus\u00a0sind mit der Empfehlung eines \u201eBaltic Open Cup-Siegers\u201c dabei. Daneben im Programm auch DANCER Frank Obreg\u00f3n als Ehrengast.<\/p>\n<p>F\u00fcr internationale musikalische Klasse steht nicht nur das renommierte \u201eOrquestra T\u00edpica Libertango\u201c.\u00a0 Eine fr\u00f6hliche und frische Atmosph\u00e4re, in der das Feiern, der Tanz und die Interaktion mit dem Publikum im Vordergrund steht, garantiert das argentinische Tango-Trio Milonguero Teixido-Siccardi-Di Pietro, bestehend aus dem Gitarristen, Komponisten und Arrangeur Jose Teixid\u00f3, dem Pianisten, Komponisten und S\u00e4nger Mariano Siccardi und dem Kontrabassisten Facundo Di Pietro. Ihre Interpretation des Tangos ist rhythmisch, tanzbar und authentisch.<\/p>\n<p>Auch DJ Greg Dremerville (gro\u00dfer Saal \/ klassisch) und DJ VJ Isabella &amp; Ivan Harlan (&#8222;Tango Flavour Lounge&#8220; zweiter Saal \/ Neo Tango) werden wieder zur Unterhaltung beitragen.<\/p>\n<h4>Carsten Heveling: \u201eTango macht etwas mit Menschen\u201c<\/h4>\n<div>Ein Beiprogramm ab Freitag steigt im Caf\u00e9 Ada bzw.im Caf\u00e9 Tango:\u00a0 Markus Frick (So. im Caf\u00e9 Ada \/ klassisch) C\u00e9sar Spengler (So. im Caf\u00e9 Ada \/ klassisch) Ina Greiner (Fr. im Caf\u00e9 Tango \/ klassisch) Luis &#8222;El Jefe&#8220; Rodriguez (Fr. im Caf\u00e9 Tango \/ klassisch &amp; modern).<\/div>\n<div><\/div>\n<div>\n<div id=\"attachment_77466\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 412px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-77466 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/tango_roeder-rojahn_21.jpg\" alt=\"\" width=\"402\" height=\"602\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Belen Giachello &amp; Diego &#8222;El Pajaro&#8220; Riemer &#8211; \u00a9 Bettina Roeder-Rojahn<\/span><\/div>\n<\/div>\n<p>Mit dem \u201eMut der Unwissenheit\u201c hat\u00a0 der in Wuppertal beheimatete Carsten Heveling 1998 den Tango-Ball begonnen. Heute hebt er\u00a0 hervor, das Tango Menschen aller sozialen Schichten in Harmonie zusammenbringe. \u201eDie Leute freuen sich wie verr\u00fcckt\u201c in unserer Stadthalle zu sein, die als Veranstaltungsort ja eher untypisch ist, denkt man an die Urspr\u00fcnge.<\/p>\n<h4>Beim Tango sprechen\u00a0die K\u00f6rper miteinander<\/h4>\n<p>Tango wurde nicht nur der Tanz des Jahres (2010), die Unesco hat ihn sogar zum Weltkulturerbe ernannt. Das erste Wuppertaler Tango Festival fand im Rahmen des 25j\u00e4hrigen B\u00fchnenjubil\u00e4ums des Tanztheaters Pina Bausch statt, \u201eWuppertal ist eine Tango-Stadt\u201c, so hatte es einst die nach Hannover abgewanderte Kulturdezernentin, die Sozialwissenschaftlerin Maries Drevermann, treffend formuliert.<\/p>\n<p>Damit\u00a0 und reihte sich Wuppertal ein in Hochburgen wie Paris und Berlin. Und in der Tat gibt es hier bei uns eine kleine aber feine Tango-Szene, die auf ihre Art Ihresgleichen sucht. Zu den Keimzellen geh\u00f6ren das Caf\u00e9 Ada, Caf\u00e9 Tango sowie die Tanzschule Estudio de Tango, alle in Elberfeld.<\/p>\n<div id=\"attachment_77468\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 799px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-77468 \" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Stadthalle_M.Pohl_.jpg\" alt=\"\" width=\"789\" height=\"448\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Anmutig und erotisch zugleich: Yulia Yukhina &amp; Filippo Avignonesi beim Tango in der Historischen Stadthalle &#8211; \u00a9 Michael Pohl<\/span><\/div>\n<h4>Wesentliche Impulse von Pina Bausch<\/h4>\n<p>Pina Bausch war es, von der wesentliche Impulse ausgingen, als sie Tete Rusconi und damit den \u201eTango Argentino\u201c nach Wuppertal brachte. Sie hatte ihn, den gro\u00dfen \u201eMilonguero\u201c, einst in Buenos Aires kennengelernt. \u201eMilonguero\u201c bedeutet so viel wie absoluter Meister seines Fachs und Vertreter einer besonderen Stilrichtung des Umarmungs-Tangos.<\/p>\n<p>Dazu muss man wissen, dass nicht zuletzt durch die Musik der Beatles, die in den 1960er Jahren auch Argentinien erreichte, die Tangokultur bei Jugendlichen an Popularit\u00e4t einb\u00fc\u00dfte und die nicht mehr wirtschaftlichen, gro\u00dfen Orchester verschwinden lie\u00df.<\/p>\n<h4>Geboren in &#8222;verruchten Spelunken&#8220;<\/h4>\n<p>Mit der Wiederbelebung des Tango 1980 kehrten \u00e4ltere Milongueros, die die Tango Salons \u201eMilongas\u201c noch kannten, in die Szene zur\u00fcck. Der nur ein halbes Jahr nach Pina Bausch im Jahr 2010 verstorbene Tete Rusconi war ein echter &#8222;Porte\u00f1o&#8220;.<\/p>\n<div id=\"attachment_77470\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 412px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-77470 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/tango_musica_8.jpg\" alt=\"\" width=\"402\" height=\"603\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das Orchestra tipica OTRA mit Bandeneons &#8211; \u00a9 V. Beushausen<\/span><\/div>\n<p>Dieser Name leitet sich ab vom spanischen \u201edel Puerto\u201c bzw. \u201eque vive en el puerto\u201c und wird benutzt, um eine Person, die in einer Hafenstadt lebt, zu bezeichnen. \u201ePorte\u00f1o&#8220;, also ein Mann aus der Hafenklasse von Buenos Aires, der den Tango noch so tanzte, wie er im 19. Jahrhundert auf den Stra\u00dfen und in &#8222;verruchten Spelunken&#8220; von italienischen Einwanderern getanzt wurde.<\/p>\n<p>Um 1880 wurde der Tango in den Elendsquartieren der Stadt geboren. Er war die Musik und der Tanz mittelloser Einwanderer und Gl\u00fcckssucher aus Europa und aller Welt, verarmter Gauchos, Gauner und Dirnen. Mit ihnen kam ihre Musik: Afrikanische Rhythmik, kubanischer Habanera, italienische Oper, spanische Gitarren-Virtuosit\u00e4t, franz\u00f6ische Variet\u00e9musik, osteurop\u00e4ische Fiedeln.<\/p>\n<p>Oberklassen-Reisende brachten den Tanz um 1910 mit nach Paris. Als er dort begeistert aufgenommen wurde, fand pl\u00f6tzlich auch die argentinische Oberschicht das Vergn\u00fcgen der Unterschichten salonf\u00e4hig. Jenen inzwischen weltbekannten Tango-T\u00e4nzer Tete Rusconi traf in Wuppertal auch Carsten Heveling.<\/p>\n<div id=\"attachment_77463\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 796px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-77463 \" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/show_tango_wuppertal.jpg\" alt=\"\" width=\"786\" height=\"552\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das beeindruckende Tango-Paar Anna Yarigo &amp; Jos\u00e9 Vazques in der Stadthalle &#8211; \u00a9 V. Beushausen<\/span><\/div>\n<p>Heveling hatte in Mainz Mode-Design studiert und war bei den Wuppertaler B\u00fchnen Kost\u00fcm-Assistent. Heveling war fasziniert von der Aura dieses Mannes und vor allem von der den Tango pr\u00e4genden wehm\u00fctigen Musik, die ihm bis dahin fremd war.<\/p>\n<h4>Kein Abtanzen fester Schrittfolgen<\/h4>\n<p>Carsten Heveling hatte den Tango bis zu diesem Zeitpunkt eher als den europ\u00e4ischen Standarttanz der Tanzschulen wahrgenommen, der mit diesem Tanz allerdings wenig gemein hat. Beim Tango Argentino hat keiner eine Rose quer im Mund, es gibt auch nicht das Abtanzen fester Schrittfolgen, es gibt keine feste Choreographie; jeder Schritt wird neu bestimmt und improvisiert. Verschiedene Schrittelemente k\u00f6nnen in beliebiger Weise miteinander kombiniert werden.<\/p>\n<p>Der deutsche Beitrag zum internationalen Erfolg des Tangos war eine \u201erheinl\u00e4ndische Quetsche\u201c, die nach dem Krefelder Musikalienh\u00e4ndler Heinrich Band den Namen Bandoneon bekam, welche dieser 1848 erfunden hatte. Und genau diese Bandoneons haben es Carsten Heveling angetan. Er hat sie zu seinem Beruf gemacht.<\/p>\n<p>Carsten Heveling ist nach eigenen Angaben einer von zwei Experten, die au\u00dferhalb von Argentinien 142-diatonisch-rheinische Bandoneons stimmen und reparieren k\u00f6nnen. Seine internationalen Kunden lassen ihn auch durch die Welt reisen, weil solcherlei Instrumente des hohen Wertes wegen nur selten einfach so mit der Post geschickt werden.<\/p>\n<div id=\"attachment_77464\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 801px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-77464 \" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/stadthalle_wuppertal.jpg\" alt=\"\" width=\"791\" height=\"508\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Yulia Yukhina &amp; Filippo Avignonesi wurden in der randvollen Historischen Stadthalle begeistert gefeiert &#8211; \u00a9 Christian Reimann<\/span><\/div>\n<h4>Mann f\u00fchrt, Frau folgt: Doppeldeutige N\u00e4he &#8211; Ist es Erotik?<\/h4>\n<p>Carsten Heveling\u00a0 sagt: \u201eTango beginne schlicht mit einer aufrechten Haltung, einer Richtungsentscheidung, einer k\u00f6rperlichen Entschlossenheit mit einer Abstand haltenden doppeldeutigen N\u00e4he. Ist es Erotik? Nein, widerspricht Heveling: \u201eEs ist weit mehr, es ist eine Verzierung dessen\u201c.<\/p>\n<p>Die klare Rollenverteilung beim Tanzen: Der Mann f\u00fchrt, die Frau folgt. Man schweigt, denn beim Tango sprechen die K\u00f6rper miteinander. Andere haben gesagt: &#8222;Der Tango ist ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann.&#8220; (Komponist Enriqure Santos Disc\u00e9polo). In Buenos Aires, der Weltstadt des Tangos, war Carsten Heveling, Organisator des \u201eBall Tango Agentino\u201c,\u00a0 indessen noch nie.<\/p>\n<p><b>Text: Siegfried J\u00e4hne<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Link zur Webseite &#8222;Tango &#8211; Tango&#8220;:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tango-tango.de\/\">https:\/\/tango-tango.de\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einer der H\u00f6hepunkte der europ\u00e4ischen Tango-Tanz-Szene ist der allj\u00e4hrliche \u201eBall Tango Agentino\u201c in der Historischen Stadthalle Wuppertal. Er geh\u00f6rt seit 1998 zu den gr\u00f6\u00dften Tango-Kultur-Veranstaltungen seiner Art in Europa. Am 21. September steigt dieses Event zum 25. Mal.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-77456","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-14 03:47:25","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77456","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=77456"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77456\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":77475,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77456\/revisions\/77475"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=77456"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=77456"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=77456"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}