{"id":77015,"date":"2024-08-17T16:42:56","date_gmt":"2024-08-17T14:42:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=77015"},"modified":"2024-08-21T16:17:05","modified_gmt":"2024-08-21T14:17:05","slug":"zentraler-kinderarzt-notdienst-eine-kranke-entscheidung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2024\/08\/17\/zentraler-kinderarzt-notdienst-eine-kranke-entscheidung\/","title":{"rendered":"Zentraler Kinderarzt-Notdienst: Eine &#8222;kranke&#8220; Entscheidung?"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_77023\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 833px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-77023\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/doctor-6497498_640.jpg\" alt=\"\" width=\"823\" height=\"590\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der Jugend- und Kinder\u00e4rztliche Notdienst ist seit dem 1. April zentralisiert. Betroffene \u00c4rzte, Eltern und auch Politiker kritisieren das neue System scharf &#8211; \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<p>Das bedeutet: Kinder\u00e4rztinnen und Kinder\u00e4rzte d\u00fcrfen ihren Notdienst nicht mehr in ihrer eigenen Praxis anbieten.Gegen diese Regelung, die seit dem 1. April in Kraft ist, laufen besorgte Eltern Sturm. Die Wuppertalerin Alexandra Carcavelou startete mit anderen betroffenen Eltern eine Petition, weil sie die Entscheidung der Kassen\u00e4rztlichen Vereinigung Nordrhein f\u00fcr willk\u00fcrlich, falsch und irgendwie \u201ekrank\u201c h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Unterst\u00fctzung erhalten die Eltern von betroffenen Kinder\u00e4rzten und von der CDU-Fraktion Wuppertal. Deren Vorsitzender Michael Wessel vertritt eine klare Meinung: \u201eHier wurde ein seit vielen Jahren funktionierendes Notdienst-System abgeschafft und durch eine nicht funktionierende Regelung ersetzt. Man folgt damit einer fehlgeleiteten politischen Agenda zur Krankenhausreform, die ausschlie\u00dflich die Konzentration von Klinikstandorten vorsieht.\u201c<\/p>\n<h4>Die Nachteile liegen auf der Hand<\/h4>\n<p>In einem rund 30 Minuten langen Podcast begr\u00fcndet die betroffene Mutter Alexandra Carcavelou im Detail, welche Nachteile die Abschaffung der Notdienste in den jeweiligen Kinderarztpraxen f\u00fcr kranke Kids und ihre Eltern hat. Der Podcast kann auf den Social-Media-Plattformen und auf der Webseite der CDU-Fraktion Wuppertal abgerufen werden.<\/p>\n<p>Die Nachteile liegen auf der Hand: Der Notdienst findet jetzt zentral in den R\u00e4umlichkeiten einer Tochtergesellschaft der Kassen\u00e4rztlichen Vereinigung Nordrhein im Komplex des Helios Klinikums in Barmen statt. Die insgesamt 34 Wuppertaler Kinder\u00e4rztinnen und Kinder\u00e4rzte, die sich den Notdienst teilen, d\u00fcrfen ihr bew\u00e4hrtes und vertrautes Praxis-Personal nicht mitbringen, sondern m\u00fcssen mit zwei von der Kassen\u00e4rztlichen Vereinigung besch\u00e4ftigen medizinischen Fachangestellten (MFA) in Teilzeit und vier Aushilfen als Unterst\u00fctzung die kranken Kinder behandeln.<\/p>\n<p>In ihren Kinderarzt-Praxen sind sie es gewohnt, mit Arzthelferinnen Hand in Hand zusammen zu arbeiten, die f\u00fcr den ganz speziellen Umgang mit kleinen, jungen Patienten sensibilisiert und geschult sind. Die Praxen an sich sind in der Regel kindgerecht eingerichtet, mit Spielecken, verschiedenen \u00a0Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten und ohne triste, sterile R\u00e4umlichkeiten.<\/p>\n<div id=\"attachment_75520\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 649px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-75520 \" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/cropped-Michael_Wessel_Fotocredit_Pflege_Wessel-1-scaled-1.jpg\" alt=\"\" width=\"639\" height=\"337\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Michael Wessel, engagierter Fraktionsvorsitzender der CDU-Wuppertal &#8211; \u00a9 Pflege Wessel<\/span><\/div>\n<p>Sicher auch alles andere als ein Vorteil der Zentralisierung: Es gibt beim zentralen \u00a0kinder\u00e4rztlichen Notdienst keine M\u00f6glichkeit, vorab telefonisch Termine zu vereinbaren, sodass lange Wartezeiten programmiert sind.<\/p>\n<p>Michael Wessel: \u201eIch kann verstehen, dass die Notaufnahmen der Kliniken entlastet werden sollen, weil sie zu oft von Menschen aufgesucht werden, die gar keine Notf\u00e4lle sind. Aber das ist der v\u00f6llig falsche Weg. Wenn besorgte Eltern und ihre unruhig werdenden, kranken Kinder stundenlang auf die Behandlung warten m\u00fcssen, besteht doch die Gefahr, dass sie v\u00f6llig genervt die kinder\u00e4rztliche Notdienst-Praxis verlassen und stattdessen eine T\u00fcr weiter in Notfall-Aufnahme des Helios-Klinikums gehen. Die Regelung ist weder vern\u00fcnftig noch wirtschaftlich sinnvoll.\u201c<\/p>\n<p>Das sehen nicht nur Michael Wessel und betroffenen Eltern so, sondern auch die Wuppertaler Kinder\u00e4rzte Dr. Hendrik von Fintel und Dr. Stefan Giertz, die sich zum Gedankenaustausch und einer ersten Bilanz mit Vertretern der CDU-Fraktion an einen Tisch gesetzt haben.<\/p>\n<h4>Betroffene Mediziner kritisieren das System<\/h4>\n<p>Dr. Hendrik von Fintel kritisiert die enge Personalsituation und verweist auf einen Tag im Mai, an dem die zentrale kinder\u00e4rztlich Notdienstpraxis komplett geschlossen werden musste, weil sich Arzthelferinnen krank gemeldet hatten: \u201eDas ist zu wenig, um einen kurzfristigen Personalausfall zu kompensieren. Eine solche Situation hat es vor der Zentralisierung in 30 Jahren Kindernotdienst in Wuppertal nicht gegeben.\u201c Klare Worte!<\/p>\n<p>Die CDU-Fraktion bittet weitere Kinder\u00e4rztinnen und Kinder\u00e4rzte, sich zu melden, um \u00fcber ihre Erfahrungen mit der Zentralisierung des kinder- und jugend\u00e4rztlichen \u00a0Notdienstes zu berichten. Michael Wessel: \u201eIch kann ja verstehen, dass man eine solche zentrale Regelung einmal ausprobieren wollte, aber wenn man erkennt, dass dieses System f\u00fcr Eltern, Kinder, \u00c4rzte und medizinisches Personal keinerlei Vorteile, sondern im Gegenteil nur Nachteile bringt, muss man zum alten, bew\u00e4hrten System zur\u00fcckkehren.\u201c<\/p>\n<h4>Eltern \u00fcbergeben Petition<\/h4>\n<p>Aber die Entscheider der Kassen\u00e4rztliche Vereinigung Nordrhein scheinen nicht einmal daran zu denken. Dennoch hofft Michael Wessel darauf, einmal alle Beteiligen und Betroffenen an einen Tisch zu bekommen \u2013 auch Vertreter der Kassen\u00e4rztlichen Vereinigung Nordrhein.<\/p>\n<p>Neuester Stad: Am 28.8. \u00fcbergeben die Eltern der KV Nordrhein eine Petition samt Michael Wessels Anschreiben.<\/p>\n<p><strong>Text Peter Pionke<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Link zur Webseite der CDU-Fraktion Wuppertal:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.cdu-fraktion-wuppertal.de\/\">https:\/\/www.cdu-fraktion-wuppertal.de\/<\/a><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch das Gesundheitssystem krankt offenbar immer mehr an B\u00fcrokratie und Entscheidungen, die niemand mehr nachvollziehen kann. Eine dieser Entscheidungen ist die der Kassen\u00e4rztlichen Vereinigung Nordrhein, den Kinder- und Jugend\u00e4rztlichen Notdienst f\u00fcr ganz Wuppertal in einer Praxis der Kassen\u00e4rztlichen Vereinigung (KV) am \u00a0Helios Klinikum zu zentralisieren.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[26],"tags":[],"class_list":["post-77015","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-12 22:57:48","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77015","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=77015"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77015\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":77294,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77015\/revisions\/77294"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=77015"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=77015"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=77015"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}