{"id":76962,"date":"2024-08-06T14:16:46","date_gmt":"2024-08-06T12:16:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=76962"},"modified":"2024-08-06T14:16:46","modified_gmt":"2024-08-06T12:16:46","slug":"70-jahre-wsv-der-1-trainer-war-ein-profi-boxer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2024\/08\/06\/70-jahre-wsv-der-1-trainer-war-ein-profi-boxer\/","title":{"rendered":"70 Jahre WSV: Der 1. Trainer war ein Profi-Boxer"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_76968\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-76968 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/fjhWu_qu-scaled.jpeg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1845\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Sportjournalist und Buch-Autor Manfred Osenberg an den alten Kassenh\u00e4uschen des Stadions am Zoo &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p>Die neue Saison im Jubil\u00e4umsjahr &#8222;70 Jahre Wuppertaler SV&#8220; begann wenig erfolgreich. Das erste Jahr als WSV begann dagegen 1954\u00a0 mit dem Aufstieg in die Oberliga West. Neuer Klub. Neuer Trainer. Raimond Schwab, ein Profiboxer, erwies sich vor 70 Jahren\u00a0 am Wuppertaler Zoo als Volltreffer. Schwab leitete einen Start, der seinesgleichen suchte. Wuppertal war im Fu\u00dfballrausch, als der ersehnte Aufstieg des Fusionsklubs WSV geschafft war.<\/p>\n<p>Rotblau in der h\u00f6chsten Spielklasse. Die Sonne schien in die Herzen der Wuppertaler Fu\u00dfballfans. Doch mit einem Regentag hatte die Erfolgssaison begonnen. Ausgerechnet gegen Rheydt. 15.000 Zuschauer sahen am 15. August 1954 ein hartes Match. Platzverweis f\u00fcr den G\u00e4stespieler Hochgeschurz. Doch auch Hermann Michael flog runter. Beide Teams in Unterzahl. Aber der WSV beherrschte das Match. Pelzer hatte schon nach drei Minuten die F\u00fchrung besorgt. Der lange Breuch erh\u00f6hte mit einem Aufsetzer aus 22 Metern auf 2:0, bevor Kirschstein das 3:0 besorgte. 3:0-Sieg gegen Rheydt \u2013 das konnte sich sehen lassen.<\/p>\n<p>Eine Woche sp\u00e4ter reiste der WSV nach D\u00fcren. Rothardt und Kirschstein sorgten f\u00fcr eine 2:0-F\u00fchrung. Doch die vielen Wuppertaler Schlachtenbummler hatten sich zu fr\u00fch gefreut. D\u00fcren 99 kam noch \u2013 durch einen Elfmeter \u2013 zum 2:2. Der WSV war \u201ein\u201c. Auch zum n\u00e4chsten Ausw\u00e4rtsspiel begleiteten 2.000 Wuppertaler ihre Mannschaft. In Bottrop wurde es genauso hart wie in D\u00fcren. Besonders Theo Kolkenbrock war ein harter \u201eBrocken\u201c, der als Torj\u00e4ger schon damals einen sehr guten Ruf hatte. Auch gegen den WSV traf er zweimal \u2013 und wurde auf dem Wunschzettel des WSV dick eingetragen.<\/p>\n<div id=\"attachment_76970\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 360px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-76970 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/LAY4_FR_2024_06-07.-dddd.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"247\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die Mannschaft des WSV in der Spielzeit 1954\/55 &#8211; \u00a9 Fu\u00dfball Report<\/span><\/div>\n<p>Sp\u00e4ter wechselte Theo dann zum WSV. Aber in Bottrop brauchte der WSV ein sp\u00e4tes Tor von Bruno Oberhanns, um mit 2:2 etwas gl\u00fccklich einen Ausw\u00e4rtspunkt zu entf\u00fchren. Vor dem \u201egoldenen Oktober 1954\u201c versilberte der WSV noch den September. Dem 4:1- Sieg gegen Erkenschwick mit zwei Rothardt-Treffern folgte ein 4:0-Erfolg gegen Rhenania W\u00fcrselen.<\/p>\n<p>Der schnelle Rothardt und auch Pitter Kirschstein waren kaum zu bremsen. Das Duo schoss drei der vier Tore. Gut, dass der WSV Anfang Oktober den vorher gesperrten Hermann Michael einsetzen konnte. Michael verwandelte beim deutschen Amateurmeister TSV Marl-H\u00fcls einen Strafsto\u00df zum 1:0 und war ma\u00dfgeblich am \u00fcberraschend klaren 3:0 der Wuppertaler beteiligt. Der beliebte Hermann war es dann auch, der die 10.000 WSV-Fans im Benrather Stadion mit seinem Elfmeter kurz vor Schluss erl\u00f6ste.<\/p>\n<h4>H\u00e4rte wurde mit Platzverweisen bestraft<\/h4>\n<p>Die H\u00e4rte in der Zweiten Liga West dr\u00fcckte sich auch in Benrath durch die beiden Platzverweise f\u00fcr Oberhanns (WSV) und Marzok (Benrath) aus. Die Siegesserie wurde fortgesetzt. Auch Hamborn 07 konnte den WSV nicht bremsen. Delvos war der Torsch\u00fctze beim 1:1 gegen den Konkurrenten \u2013 ein wichtiger Ausw\u00e4rtspunkt. Zwei Z\u00e4hler gab es durch den \u00fcberzeugenden 4:1-Sieg in Wattenscheid. Dabei schoss Rothardt das Tor des Tages. Kaum ins Gewicht fiel der Platzverweis von Ede Dapprich. Danach ging es zum Katernberger Lindenbruch in Essen. \u201cBen\u201c Tack war beim 2:0-Sieg des WSV der \u00fcberragende Wuppertaler. Klasse, sein Freisto\u00dftor.<\/p>\n<div id=\"attachment_76971\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 261px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-76971 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/LAY4_FR_2024_06-07ddrrt.jpg\" alt=\"\" width=\"251\" height=\"319\" \/><span class=\"wp-caption-text\">WSV-Torh\u00fcter Klaus Wilhelm, genannt &#8222;Der blonde Tiger vom Zoo&#8220; &#8211; \u00a9 Fu\u00dfball Report<\/span><\/div>\n<p>Aber die absolut beste Leistung der Hinrunde lieferte der WSV im Stadion am Zoo gegen die Emscher Husaren ab. Torj\u00e4ger Rudi Schmidt, bei den Westfalen immer gef\u00e4hrlich, schoss zwar gegen WSV-Torwart Klaus Wilhelm zwei Tore f\u00fcr die Horster. Doch der WSV lie\u00df sich nicht die Butter vom Brot nehmen, gewann klar mit 5:2.<\/p>\n<p>Die letzten H\u00fcrden der Hinrunde wurden ebenfalls genommen: 2:0 in Krefeld, dann 2:2 \u2013 nach 0:2- R\u00fcckstand \u2013 bei Rot-Wei\u00df Oberhausen. Wieder war Oberhanns per Kopfball kurz vor Schluss erfolgreich. Das letzte Match des Jahres bestritt der WSV dann am 12. Dezember gegen die SpVg Herten. 35.000 kamen zum Zoo. Ein Fu\u00dfballfest im Winter. Hermann Michael besorgte bereits in der ersten Spielminute das 1:0 und traf auch zum alles entscheidenden 3:0.<\/p>\n<p>Zwischendurch hatte Oberhanns den zweiten Treffer f\u00fcr die umjubelten Schwab-Sch\u00fctzlinge erzielt. Klaus Wilhelm, der sp\u00e4ter auch von Sepp Herberger zu DFB-Lehrg\u00e4ngen eingeladen wurde, war der \u00fcberragende R\u00fcckhalt beim R\u00fcckrundenstart in Rheydt. Der WSV und Wilhelm brachten ein 0:0 \u00fcber die Runden. Einen Punkt sicherte sich der WSV auch in W\u00fcrselen im Nebelspiel. Die Zuschauer sahen kaum einmal den Ball. Aber das 2:2 z\u00e4hlte.<\/p>\n<div id=\"attachment_76972\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 360px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-76972 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/LAY4_FR_2024_06-07ddff.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"379\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Manfred Osenberg an der ber\u00fchmten T\u00fcr zur Bundeslige im Stadion am Zoo, die jetzt verschlossen ist &#8211; \u00a9 Fu\u00dfball Report<\/span><\/div>\n<p>Gro\u00dfe M\u00fche hatten die Wuppertaler auch am 30. Januar 1955 \u2013 beim 2:1-Sieg gegen den VfB Bottrop. Pech, dass \u201cBen\u201c Tack verletzt wurde. Aber Theo Kolkenbrocks Anschlusstreffer reichte den G\u00e4sten nicht. Der WSV siegte 2:1, nachdem Hermann Michael wieder einmal einen Elfmeter zum 2:1 verwandelt hatte. Das 18. Saisonspiel brachte dann f\u00fcr den WSV die erste Niederlage. Es war der 6. Februar 1955, als es f\u00fcr die G\u00e4ste am Erkenschwicker Stimberg kn\u00fcppeldick kam.<\/p>\n<p>Vor 20.000 Zuschauern f\u00fchrten die Gastgeber nach 30 Minuten bereits mit 3:0. Ohne den verletzten Tack lief das WSV-Spiel nicht wie gewohnt. Daf\u00fcr gl\u00e4nzte bei Erkenschwick ein junger Mann, der sp\u00e4ter einmal WSV-Geschichte schreiben sollte: Horst Szymaniak. Seine Tacklings, seine herrlichen P\u00e4sse lie\u00dfen den WSV schlecht aussehen, der keineswegs meisterlich auftrumpfte. Die 2:5-Niederlage wurde aber schnell verdaut. Marl-H\u00fcls wurde eine Woche sp\u00e4ter klar mit 4:1 geschlagen, die Sportfreunde Katernberg mit 3:0 besiegt \u2013 und Oberhanns traf gegen Hamborn 07 zum 1:0.<\/p>\n<h4>Niederlage gegen D\u00fcren 99<\/h4>\n<p>Wer sollte den WSV noch bremsen? War es \u00dcberheblichkeit, dass D\u00fcren 99 als krasser Au\u00dfenseiter am 13. M\u00e4rz 1955 am Zoo zum 1:0-\u00dcberraschungssieg kam? Es war die erste Heimniederlage f\u00fcr die Wuppertaler, die auf dem glitschigen Rasen keine Einstellung fanden. Dem 0:1 gegen D\u00fcren folgte eine 0:2- Schlappe gegen Horst-Emscher. Doch die Verfolger konnten die Gunst der Stunde nicht nutzen.<\/p>\n<div id=\"attachment_76973\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 387px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-76973\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/LAY4_FR_2024_06-07-2.jpg\" alt=\"\" width=\"377\" height=\"533\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die Jubil\u00e4umsausgabe des Wuppertaler Sport-Magazin FUSSBALL REPORT &#8211; \u00a9 Fu\u00dfball Report<\/span><\/div>\n<p>Der WSV bleibt vorne \u2013 und schlug Oberhausen nach dramatischem Spiel mit 4:2. Spieler des Tages: G\u00fcnther Piesker. Er erzielte drei Treffer und musste verletzt in die Klinik gebracht werden. Jubel an der Wupper. Die Euphorie wuchs. 6.000 Wuppertaler unterst\u00fctzten den WSV am Hertener Katzenbusch. Jochen Menze, der technisch starke \u201eMittell\u00e4ufer\u201c aus Gevelsberg, erzielte bei einem seiner Vorst\u00f6\u00dfe das 1:0. Doch Herten kam noch zum sp\u00e4ten Ausgleich.<\/p>\n<h4>Titel und Aufstieg perfekt<\/h4>\n<p>Am 8. Mai machte der WSV die Westmeisterschaft perfekt. An jenem Sonntag wurde Krefeld klar mit 4:0 besiegt. Der WSV hatte es geschafft. Titel und Aufstieg. Oberliga West \u2013 wir kommen. Auch f\u00fcr Wuppertals Stadtoberhaupt Heinrich Schmei\u00dfing war es eine besondere Genugtuung. Der Oberb\u00fcrgermeister aus der Brandenburgstra\u00dfe in Langerfeld hatte sich bekanntlich f\u00fcr die Fusion eingesetzt. Und mit 42:14 Punkten und 65:27 Toren war der \u201eneue WSV\u201c souver\u00e4n Meister geworden. \u00dcbrigens vor Hamborn 07, das mit 36:20 Punkten noch vor Herten Vizemeister wurde und damit ebenfalls den Aufstieg in die Oberliga West geschafft hatte.<\/p>\n<p><strong>Text MANFRED OSENBERG<\/strong><\/p>\n<p>QUELLE: FUSSBALL-REPORT und Manfred Osenbergs Buch &#8222;Der WSV wird niemals untergehen&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_76966\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 339px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-76966 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/51HnPma-9dL._SY445_SX342_.jpg\" alt=\"\" width=\"329\" height=\"445\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der WSV wird niemals untergehen! 50 Jahre Wuppertaler Sportverein 1954 &#8211; 2004 &#8211; Manfred Osenberg &#8211; Druckservice HP Nacke KG &#8211; 196 Seiten &#8211; ISBN-10:3980805948 &#8211; ISBN-13: 978-3980805940<\/span><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Link zur PDF der FUSSBALL-REPORT-Jubil\u00e4umsausgabe:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/LAY4_FR_2024_06-07.pdf\">LAY4_FR_2024_06-07<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Juli 1954 wurde der WSV aus der Taufe erhoben. Der Wuppertaler Sportjournalist Manfred Osenberg hat zum Jubil\u00e4um eine Sonderausgabe des Sport-Magazins FUSSBALL-REPORT herausgegeben. Schon das erste Jahr verlief die Kicker sehr erfolgreich. Am Ende stand der Aufstieg in die Oberlige-West, damals die h\u00f6chste Spielklasse.  Lesen Sie hier den ersten Teil von Manfred Osenbergs Serie \u00fcber den WSV. In seinem FUSSBALL REPORT finden Sie zudem viele Fotos als spannende Zeit-Dokumente.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"class_list":["post-76962","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sport"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-06 10:50:44","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76962","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=76962"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76962\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":76977,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76962\/revisions\/76977"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=76962"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=76962"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=76962"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}