{"id":76932,"date":"2024-08-05T13:11:25","date_gmt":"2024-08-05T11:11:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=76932"},"modified":"2024-08-05T13:11:25","modified_gmt":"2024-08-05T11:11:25","slug":"freude-am-singen-freude-an-der-gemeinschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2024\/08\/05\/freude-am-singen-freude-an-der-gemeinschaft\/","title":{"rendered":"Freude am Singen &#8211; Freude an der Gemeinschaft"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_76934\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 910px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-76934\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/csm_Foto_Spengler_-von_Sergej_Lepke_84d40c464b.jpg\" alt=\"\" width=\"900\" height=\"619\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Christoph Spengler,\u00a0 Kirchenmusikdirektor und Leiter des Chores und Orchesters der Bergischen Universit\u00e4t &#8211; \u00a9 Sergej Lepke<\/span><\/div>\n<p>Autor Uwe Blass hat sich im Rahmen der informativen Uni-Reihe &#8222;Transfergeschichten&#8220; mit Christoph Spengler, Kirchenmusikdirektor und Leiter des Chores und Orchesters der Bergischen Universit\u00e4t, \u00fcber die Geschichte des Chorgesangs unterhalten.<\/p>\n<p>Christoph Spengler sagt: \u201eEs ist ein gro\u00dfes Gl\u00fccksgef\u00fchl, wenn in einer Chorprobe ein St\u00fcck wie ein Mosaik Steinchen f\u00fcr Steinchen zusammengesetzt wird und ein gemeinsames \u00b4Werk` entsteht.\u201c Aber wann hat das alles eigentlich angefangen?<\/p>\n<h4><strong>So lange es Menschen gibt, gibt es auch den gemeinsamen Gesang<\/strong><\/h4>\n<p>Die Urspr\u00fcnge des Singens lassen sich aufgrund fehlender schriftlicher Belege nicht genau datieren, Sicher ist, dass es schon in der Jungsteinzeit Knochenfl\u00f6ten gab, die die Menschen zum Singen animierten und der griechische Philosoph Platon um 400 v. Chr. glaubte, dass Menschen aus einem Bed\u00fcrfnis nach sozialer Harmonie heraus singen.<\/p>\n<div id=\"attachment_44822\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 440px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-44822\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Logo-Transfergeschichten.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p>\u201eEin genaues Datum wird man da wohl schwerlich festlegen k\u00f6nnen\u201c, sagt Christoph Spengler, Kirchenmusikdirektor und Leiter von Chor und Orchester der Bergischen Universit\u00e4t. \u201eWo Menschen zusammenkommen, da wird auch gesungen, das war schon in der fr\u00fchesten Menschheitsgeschichte so, soweit wir das wissen. Insbesondere bei kultischen, religi\u00f6sen Handlungen hat der gemeinsame Gesang seit jeher eine Rolle gespielt.\u201c<\/p>\n<p>Das gemeinsame Singen st\u00e4rke das Gemeinschaftsgef\u00fchl und sei gleichzeitig ein sehr unmittelbarer Ausdruck von Emotionen, sowohl damals als auch heute.<\/p>\n<h4><strong>Texte ohne Melodien<\/strong><\/h4>\n<p>Nach welchen Kriterien sich das Singen im Laufe der Menschheitsgeschichte entwickelt habe, sei heute schwer nachzuvollziehen, sagt Spengler, denn die alten Kulturen kannten keine Notenschrift. \u201eZwar haben wir zum Beispiel von biblischen Psalmen die Texte, aber leider keine Melodien. Versuche, Musik schriftlich festzuhalten, gab es schon im alten \u00c4gypten.&#8220;<\/p>\n<p>Christoph Spengler weiter: &#8222;Die \u00e4ltesten uns bekannten konkreten musikalischen Notationen von Melodien sind die so genannten Hurritischen Hymnen aus der Bronzezeit (ca. 1400 v. Chr.). Die ersten Formen einer Notation von Musik, die unserer heutigen \u00e4hnelt, sind die Neumen, eine grafische Notation von Musik, die sich im 8. bis 9. Jahrhundert entwickelt. Aus dieser Zeit sind uns auch erste Chorges\u00e4nge bekannt, der so genannte gregorianische Choral, dessen Melodien wir bis heute kennen.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_76935\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 710px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-76935 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Chor-1916.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"448\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Chor gestern: Der Prager Chor Hlahol (1916) &#8211; \u00a9 gemeinfrei<\/span><\/div>\n<p>Gesungen wurden diese Lieder einstimmig ohne instrumentale Begleitung. Der Name gehe auf Papst Gregor den Gro\u00dfen (540 \u2013 604) zur\u00fcck. Die Ges\u00e4nge werden bis heute in der katholischen Liturgie eingesetzt.<\/p>\n<h4><strong>Beginn der Mehrstimmigkeit und der Einfluss der Kirche im Chorgesang<\/strong><\/h4>\n<p>Mehrstimmige Chorges\u00e4nge entwickelten sich bereits im 9. Jahrhundert. \u201eHier wurde zu der Melodie, dem so genannten &#8218;cantus firmus&#8216; eine zweite Stimme gesungen, die parallel dazu in einem festen Intervall lief\u201c, erkl\u00e4rt Christoph Spengler.<\/p>\n<p>\u201eDiese Form nannte man &#8218;Organum&#8216;. Im 9. bis 11. Jahrhundert wurde diese Mehrstimmigkeit von Komponisten weiterentwickelt, indem zu den zwei Stimmen weitere hinzugef\u00fcgt wurden. So entwickelten sich aus den anfangs noch sehr einfachen und starren Organa komplexe mehrstimmige Werke, die von Komponisten wie Josquin Desprez oder Giovanni Pierluigi da Palestrina im 15. und 16. Jahrhundert zu einer hohen Kunst weiterentwickelt wurden.\u201c<\/p>\n<p>Der Chorgesang war seit jeher ein wichtiger Teil kultischer Handlungen in verschiedenen Religionen. Doch Spengler ist sich sicher, dass die Kirche f\u00fcr die Entwicklung des Chorgesangs in Europa von ganz entscheidender Bedeutung war und sagt: \u201eDie Kirchenmusik hat gerade in der Renaissance und im Barock die wohl bedeutendsten Werke der Chormusik dieser Zeit hervorgebracht.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Chormusik widmet sich auch weltlichen Themen<\/strong><\/h4>\n<p>Die Entwicklung des weltlichen Chorgesangs lief seit dem Mittelalter parallel zur Musik in der Kirche. Dazu Spengler: \u201eEinerseits gab es weltliche Lieder und Tanzmelodien, die oft volkst\u00fcmlich gepr\u00e4gt waren und von Laien bei geselligen Anl\u00e4ssen musiziert wurden. Daneben entstanden h\u00f6fische Ges\u00e4nge, die von professionellen Musikern dargeboten wurden. Eine ber\u00fchmte, weltliche Liedersammlung aus dieser Zeit sind die Carmina Burana aus dem 11. bis 12. Jahrhundert, die die Basis f\u00fcr die gleichnamige ber\u00fchmte Komposition Carl Orffs aus dem 20. Jahrhundert waren.\u201c<\/p>\n<h4><strong>M\u00e4nnerch\u00f6re dominieren<\/strong><\/h4>\n<p>Die ersten bekannten Ch\u00f6re waren reine M\u00e4nnerch\u00f6re. \u201eIch denke, dass die Gr\u00fcnde hierf\u00fcr in der Vergangenheit liegen\u201c, sagt der Musiker, \u201edenn schon auf dem Schlachtfeld wurde gesungen, um die gemeinsame Identit\u00e4t zu st\u00e4rken, Patriotismus auszudr\u00fccken, die Liebe zur Heimat und die St\u00e4rkung der soldatischen Gemeinschaft herauszustellen.\u201c Das gemeinsame Singen habe immer etwas Identit\u00e4tsstiftendes. Als gesellige Aktivit\u00e4t bringe es Menschen zusammen, st\u00e4rke das Gemeinschaftsgef\u00fchl und f\u00f6rdere den Zusammenhalt.<\/p>\n<p>\u201eGerade nach den napoleonischen Kriegen und der Gr\u00fcndung des Deutschen Kaiserreichs war das Bed\u00fcrfnis nach einer gemeinsamen Identit\u00e4t gro\u00df. Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus eine eigene Kultur. Im 19. Jahrhundert wurden Instrumente und Notenmaterial erschwinglicher, und M\u00e4nner taten sich zusammen, um ihren Gesang zu verbessern. Der M\u00e4nnergesang wurde zu einer eigenen Kulturform.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_76936\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 710px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-76936 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Chor-und-Orchester-der-Bergischen-Universitaet-heute.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"370\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Chor heute: Chor und Orchester der Bergischen Universit\u00e4t (2022) &#8211; \u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p>Parallel dazu gab es aber nat\u00fcrlich auch gemischte Ch\u00f6re zur Auff\u00fchrung der gro\u00dfen Werke der Zeit, erkl\u00e4rt Spengler und nennt das gro\u00dfe Oratorium von Mendelssohn \u201eElias\u201c oder Brahms-Requiem. Diese Ch\u00f6re waren jedoch weniger bekannt, weil sie teils extra f\u00fcr Auff\u00fchrungen aus ge\u00fcbten S\u00e4ngerinnen und S\u00e4ngern zusammengestellt wurden.<\/p>\n<p>Dass die als Volksbewegung entstehenden Ch\u00f6re vor allem M\u00e4nnerch\u00f6re waren, habe wohl mehrere Gr\u00fcnde, erkl\u00e4rt der Kirchenmusikdirektor. \u201eEinerseits hat das nat\u00fcrlich mit der klaren Verteilung der Geschlechterrollen im 19. Jahrhundert zu tun, aber auch mit den Arbeits- und Gemeinschaftsstrukturen. In vielen Berufen waren M\u00e4nner untereinander st\u00e4rker organisiert als Frauen. M\u00e4nner hatten besseren Zugang zu Clubs und Vereinen, in denen sich das Singen zu einer beliebten Aktivit\u00e4t bis hin zu Wettbewerben und Konzerten entwickelte. Letztlich war auch die Obrigkeit an der F\u00f6rderung des M\u00e4nnergesangs interessiert, st\u00e4rkte es doch die Moral in der Bev\u00f6lkerung.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Gemischte Ch\u00f6re entstehen sp\u00e4t<\/strong><\/h4>\n<p>Ein wesentlicher Grund f\u00fcr die sp\u00e4te Entwicklung von gemischten Ch\u00f6ren liegt f\u00fcr Spengler in der gesellschaftlichen Entwicklung. \u201eDie Rolle der Frau in der Gesellschaft ver\u00e4nderte sich, und in vielen Bereichen des \u00f6ffentlichen Lebens wurde die Geschlechtertrennung aufgehoben. Frauen wollten aktiv am kulturellen Leben teilhaben, sie schlossen sich Ch\u00f6ren an, die bislang M\u00e4nnern vorbehalten waren.\u201c<\/p>\n<p>Dadurch ergab sich auch eine erhebliche Erweiterung des Repertoires, denn die bedeutenden Komponisten schrieben ja nicht nur f\u00fcr M\u00e4nner- sondern eben f\u00fcr gemischte Ch\u00f6re, weil diese eine viel gr\u00f6\u00dfere klangliche Vielfalt boten, wei\u00df der Fachmann.<\/p>\n<p>\u201eIm 20. Jahrhundert begann auch eine starke Professionalisierung der Chormusik, Chorleiter*innen wurden ausgebildet und die Ch\u00f6re dementsprechend auf ein h\u00f6heres Niveau geleitet. Die Erschlie\u00dfung eines viel gr\u00f6\u00dferen, breit gef\u00e4cherten Repertoires begeisterte die Menschen f\u00fcr den Chorgesang, und die Musik konnte durch Rundfunk, Fernsehen und Tontr\u00e4ger einem viel breiteren Publikum zug\u00e4nglich gemacht werden.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Kriege stoppen auch die Entwicklung des Chorgesangs<\/strong><\/h4>\n<p>\u201eDie Weltkriege hatten gro\u00dfe gesellschaftliche Auswirkungen. Einerseits verloren viele M\u00e4nner ihr Leben, gleichzeitig sorgte die wirtschaftliche Instabilit\u00e4t daf\u00fcr, dass Ch\u00f6re Schwierigkeiten hatten, finanziell zu \u00fcberleben\u201c, erkl\u00e4rt Christoph Spengler, \u201eauch der Musikgeschmack ver\u00e4nderte sich, Jazz und sp\u00e4ter Rock\u2019n\u2019Roll wurden popul\u00e4r, das Interesse an traditioneller Chormusik nahm ab. Zudem wurde das aktive Musizieren durch das Aufkommen von Rundfunk und dem sp\u00e4teren Fernsehen zur\u00fcckgedr\u00e4ngt, weil man vermehrt eher konsumierte.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_76942\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 710px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-76942 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/WoW-Chor_Copyright_Bettina-Osswald.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"543\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der Chor &#8222;Women Of Wuppertal&#8220; (WoW) &#8211; \u00a9 Bettina Osswald<\/span><\/div>\n<p>Sp\u00e4testens seit den 80er Jahren setzte bei den traditionellen M\u00e4nnerch\u00f6ren ein bis heute andauerndes Chorsterben ein. Den Grund daf\u00fcr sieht Christoph Spengler vor allem darin, dass man recht starr an der Literatur des 19. Jahrhunderts festhielt und nicht mit der Zeit ging. Dadurch wurden diese Ch\u00f6re f\u00fcr j\u00fcngere Menschen immer weniger attraktiv.<\/p>\n<h4><strong>In Deutschland singen rund 3,3 Millionen Menschen in Ch\u00f6ren<\/strong><\/h4>\n<p>Das erneute Erstarken der Chorszene nach dem zweiten Weltkrieg habe mehrere Gr\u00fcnde, wei\u00df Christoph Spengler, denn der gesellschaftliche Drang zu Zusammenhalt und Gemeinschaft nahm wieder zu. \u201eWerte wie Frieden, Freiheit, Liebe und Hoffnung gewannen nach den Schrecken der Nazizeit und deren Aufarbeitung an Bedeutung und wurden in Chorliedern thematisiert. Besonders bedeutend aus meiner Sicht ist das Aufkommen von Chormusik aus dem Genre der Popularmusik. Gospel-, Kinder- und Jugendch\u00f6re bildeten sich und erschlossen eine ganz neue Klientel f\u00fcr das gemeinsame Singen. Der deutsche Chorverband unterst\u00fctzt bis heute Ch\u00f6re durch Beratung, Schulungen und Veranstaltungen wie Wettbewerbe, Konzerte und Festivals. Sp\u00e4testens seit dem Aufkommen der Casting-Shows ist das Singen auch bei jungen Menschen wieder &#8218;in&#8216;.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Singen macht gl\u00fccklich und st\u00e4rkt das Immunsystem<\/strong><\/h4>\n<p>Das Singen im Chor st\u00e4rkt die Energie und die Sozialkompetenz, da man sich selbst zur\u00fccknehmen und immer auf die anderen im Chor h\u00f6ren muss, sagen Chors\u00e4ngerinnen un Chors\u00e4nger. Au\u00dferdem haben Forscher herausgefunden, dass Singen sogar das Immunsystem st\u00e4rkt, weil es die Produktion des Stoffes Immunglobulin A f\u00f6rdert. Die aktive Besch\u00e4ftigung mit Musik bewirkt auch die Aussch\u00fcttung von Gl\u00fcckshormonen, Singen macht also gl\u00fccklich.<\/p>\n<p>Dazu Christoph Spengler: \u201eIch leite eine ganze Reihe von Ch\u00f6ren, und schon bei den ganz Kleinen in Kita und Grundschule sp\u00fcre ich deutlich die positiven Auswirkungen des gemeinsamen Singens. Beim Singen geht es nicht darum, wer der oder die St\u00e4rkste ist, das gemeinsame &#8218;zu einem Klang finden&#8216; ist das Ziel, das verbindet ungemein und setzt sich in den Erwachsenench\u00f6ren fort. Eines der sch\u00f6nsten Komplimente, die man als Chorleiter bekommen kann ist: &#8218;Ich hatte heute eigentlich keine Lust, zur Probe zu kommen, aber jetzt bin ich froh, dass ich gekommen bin, denn es geht mir viel besser als vorher!&#8217;\u201c<\/p>\n<p>Diese Erfahrung mache er immer und immer wieder. \u201eSingen ist die wohl unmittelbarste Lebens\u00e4u\u00dferung, nicht umsonst h\u00e4ngen die Worte &#8218;Stimme&#8216; und &#8218;Stimmung&#8216; so eng zusammen. Hier kann der Mensch sich ohne Filter ausdr\u00fccken, zu Klang kommen, sich mit anderen verbinden und so eine besondere gemeinschaftliche Verbundenheit empfinden.\u201c<\/p>\n<p>Eine englische Studie bei Menschen \u00fcber 40 zeigt, dass Menschen, die ein Musikinstrument beherrschen, oder h\u00e4ufig singen, ein besseres Arbeitsged\u00e4chtnis haben und damit auch Demenz vorbeugen k\u00f6nnen. Musik kann also das Gehirn gesund und leistungsf\u00e4higer halten, es verf\u00fcgt \u00fcber bessere Ged\u00e4chtnisleistungen und baut sogar Stress ab.<\/p>\n<div id=\"attachment_66431\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 709px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-66431\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/WK_chorfoto_friedhofskirche_untoldunseen-1-1-2-scaled.jpeg\" alt=\"\" width=\"699\" height=\"466\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der erfolgreiche Wuppertaler Knabenchor Kurrende &#8211; \u00a9 Wuppertaler Kurrende<\/span><\/div>\n<h4><strong>Der intensive Flirt mit dem Chor<\/strong><\/h4>\n<p>Auf die Frage: Was macht einen erfolgreichen Chor aus?, antwortet Christoph Spengler spontan: \u201eFreude am Singen! Freude an der Gemeinschaft! Am Ende ist es nicht allein die Auswahl der Literatur, die die wichtigste Rolle spielt, sondern die Atmosph\u00e4re, in der Chorproben stattfinden. F\u00fcr mich ist eine Chorprobe so viel mehr als nur das Erlernen der richtigen T\u00f6ne eines St\u00fcckes! Wenn ich selbst Chorleiterinnen und Chorleiter ausbilde, sage ich gern den Satz: &#8218;Eine Chorprobe ist zu 80 Prozent Flirt mit dem Chor!'&#8220;<\/p>\n<p>Christoph Spengler unterstreicht: &#8222;Eine Chorleiterin oder ein Chorleiter kann technisch noch so gut sein, wenn die Empathie fehlt, auf die Menschen im Chor einzugehen, wird er oder sie keinen Erfolg haben. Es muss uns als Chorleiter gelingen, unsere Begeisterung f\u00fcr die Musik, aber auch f\u00fcr dieses wundervolle Klanggebilde, das ein Chor darstellt, immer wieder sp\u00fcrbar zu machen. Was f\u00fcr ein wunderbares, lebendiges, vielschichtiges und wandelbares Instrument ist ein Chor! Und wie gro\u00dfartig ist das Erlebnis, wenn es uns gelingt, eine aufgeschriebene musikalische Idee zu Klang zu bringen? F\u00fcr mich gibt es kaum etwas Sch\u00f6neres!\u201c<\/p>\n<p>Auch wenn Christoph Spengler schon viele Werke mit seinen Ch\u00f6ren umgesetzt hat, hat er als Dirigent einen weiteren Traum, den er sich noch erf\u00fcllen will: \u201eIrgendwann m\u00f6chte ich einmal die ber\u00fchmte Auferstehungs-Symphonie Gustav Mahlers dirigieren d\u00fcrfen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_76937\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 210px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-76937 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/csm_Foto_Spengler_-von_Sergej_Lepke_84d40c464b-Kopie.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"286\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Christoph Spengler &#8211; \u00a9 Sergej Lepke<\/span><\/div>\n<h4>\u00dcber Christoph Spengler<\/h4>\n<p>Christoph Spengler studierte Kirchenmusik in D\u00fcsseldorf. 2007 \u00fcbernahm er die Leitung des Unichores, 2011 die Leitung des Orchesters. 2016 verlieh ihm das Rektorat die Ehrenmedaille der Bergischen Universit\u00e4t. 2017 wurde er zum Kirchenmusikdirektor durch die Evangelische Kirche im Rheinland ernannt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eGesang ist die eigentliche Muttersprache des Menschen\u201c, sagte der US-amerikanische Dirigent Yehudi Menuhin (22.04.1916 &#8211; 12.03.1999) . F\u00fcr manche \u00f6ffnet Singen gar die Seele. Im gemeinsamen Chorgesang kommen Menschen zudem in Kontakt und bilden eine Gemeinschaft. Heute singen in Deutschland insgesamt rund 3,3 Millionen Menschen in mehr als 61.000 Ch\u00f6ren. Etwa ein Drittel ist Mitglied im traditionsreichen \u201eDeutschen Chorverband\u201c.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-76932","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-06-20 01:48:28","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76932","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=76932"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76932\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":76945,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76932\/revisions\/76945"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=76932"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=76932"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=76932"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}