{"id":76886,"date":"2024-08-03T14:40:49","date_gmt":"2024-08-03T12:40:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=76886"},"modified":"2024-08-06T15:02:19","modified_gmt":"2024-08-06T13:02:19","slug":"michael-wessel-nachtwache-in-der-pflege-kostet-1-000-e","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2024\/08\/03\/michael-wessel-nachtwache-in-der-pflege-kostet-1-000-e\/","title":{"rendered":"Michael Wessel: Nachtwache in der Pflege kostet 1.000 \u20ac"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_76887\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-76887\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Michael_Wessel_Fotocredit_Pflege_Wessel-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"2554\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der engagierte Wuppertaler Pflegedienst-Unternehmer Michael Wessel &#8211;<\/span><\/div>\n<p>Der Pflege-Unternehmer macht deutlich: \u201eDas steht in keiner Relation zu den normalen Personalkosten.\u201c Und die sind seit Einf\u00fchrung der Tarifpflicht im Herbst 2022 sowieso kaum noch bezahlbar.<\/p>\n<p>Denn diese Kosten werden auch zwei Jahre sp\u00e4ter, entgegen der Versprechen der Politik, in keinster Weise refinanziert. Im Gegenteil: Ausgaben steigen, Einnahmen sinken, Versorgungsl\u00fccken entstehen, weil sich Pflege in einigen F\u00e4llen schlicht nicht mehr lohnt. \u201eDazu tr\u00e4gt auch die Zeitarbeit bei\u201c, sagt Wessel.<\/p>\n<p>Er und erkl\u00e4rt weiter: \u201eDie Kosten f\u00fcr Leiharbeiter sind einfach zu hoch. Die Geh\u00e4lter, die dort gezahlt werden, \u00fcbersteigen jeden Lohn, den Pflegebetriebe ihren Festangestellten bieten k\u00f6nnen.\u201c Von den immensen Summen, einen Mitarbeiter aus seinem Vertragsverh\u00e4ltnis der Zeitarbeit in Festanstellung zu \u00fcbernehmen, einmal ganz abgesehen.<\/p>\n<h4>Ein gef\u00e4hrlicher Kreislauf<\/h4>\n<p>Ein gef\u00e4hrlicher Kreislauf, denn welcher Arbeitnehmer will schon auf Geld verzichten, um in eine Festanstellung im Unternehmen zu wechseln? Zeitarbeitsfirmen werben zudem gezielt mit einem h\u00f6heren Verdienst sowie flexibleren und verl\u00e4sslicheren Arbeitszeiten.<\/p>\n<p>Und dadurch mit einer besseren Work-Life-Balance, die vielen Menschen immer wichtiger wird. Als einziger Nachteil werden der Wechsel des Betriebes nach sp\u00e4testens 18 Monaten und eine h\u00f6here Reisebereitschaft dargestellt.<\/p>\n<p>Was die Zeitarbeitsfirmen wissen und \u2013 in der aktuellen Situation zurecht \u2013 ausnutzen: die Personalnot in der Pflege. \u201eWir sind fast in jeder Ferienzeit auf Leiharbeiter angewiesen\u201c, sagt Michael Wessel. Denn zu den geplanten Urlaubsabwesenheiten kommen noch Krankmeldungen. \u201eUm unseren Betrieb in den Pflege-Wohngemeinschaften f\u00fcr demenzkranke Menschen aufrecht halten zu k\u00f6nnen, kaufen wir Personal ein. F\u00fcr hunderttausende Euro.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_74572\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 660px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-74572 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Credit_Pflege-Wessel_TReffen-Pflege-am-Limit_18.4.2024-1.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"441\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Michael Wessel bei einer Veranstaltung der von ihm ins Leben gerufenen Aktion &#8222;Pflege am Limit&#8220; &#8211; \u00a9 Pflege Wessel<\/span><\/div>\n<p>Wohlgemerkt zus\u00e4tzlich zu dem abwesenden Personal, das weiterbezahlt wird. \u201eEin totaler Irrsinn, dass Pflegekr\u00e4fte bei der Zeitarbeit ein h\u00f6heres Gehalt bekommen, als von den Unternehmen selbst.\u201c Und das, obwohl die L\u00f6hne in der Altenpflege erstmals \u00fcber dem Median aller L\u00f6hne liegen: Fachkr\u00e4fte bekommen im Mittel 3901 Euro pro Monat (ein Anstieg um acht Prozent), das Gehalt von Pflegehelfern ist im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 10,3 Prozent von 2635 auf 2906 Euro gestiegen (Quelle: Bundesagentur f\u00fcr Arbeit).<\/p>\n<h4>Forderung: Gesetzgeber mu\u00df regulierend eingreifen<\/h4>\n<p>\u201eEs ist dringend notwendig, dass der Gesetzgeber hier regulierend eingreift und die L\u00f6hne in der Zeitarbeit gem\u00e4\u00df den Tarifgeh\u00e4ltern deckelt\u201c, sagt Wessel und f\u00fcgt einen weiteren Kostenfaktor hinzu, der den wenigsten bekannt sein d\u00fcrfte: \u201eZeitarbeitsfirmen verdienen Geld mit der Vermittlung von Pflegepersonal, beteiligen sich aber nicht an den Kosten ihrer Ausbildung. Dagegen sind alle Pflegebetriebe verpflichtet, eine Ausbildungsumlage zu zahlen, ob sie selbst ausbilden oder nicht.\u201c<\/p>\n<p>Bei Pflege Wessel ist das ein Betrag in H\u00f6he von 150 000 Euro pro Jahr. \u201eAuch hier sollte seitens der Politik nachgebessert werden: Zeitarbeitsfirmen m\u00fcssen ebenfalls einen Teil der Kosten tragen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Link zur Webseite von Pflege Wessel:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.pflegedienst-wessel.de\">http:\/\/www.pflegedienst-wessel.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hei\u00df und teuer: Sommerzeit ist Urlaubszeit \u2013 auch in der Pflegebranche. Die hei\u00dfe Phase der Personalplanung ist gleichzeitig besonders teuer, denn fehlen Pflegekr\u00e4fte, werden sie bei der Zeitarbeit gebucht. &#8222;Wir zahlen 1087,38 Euro pro Nacht f\u00fcr eine Nachtwache von der Zeitarbeit\u201c, sagt Michael Wessel, Inhaber Pflege Wessel in Wuppertal.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[],"class_list":["post-76886","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wirtschaft"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-22 08:18:49","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76886","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=76886"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76886\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":76888,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76886\/revisions\/76888"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=76886"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=76886"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=76886"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}