{"id":76583,"date":"2024-07-16T14:53:19","date_gmt":"2024-07-16T12:53:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=76583"},"modified":"2024-07-23T10:20:49","modified_gmt":"2024-07-23T08:20:49","slug":"das-wasserrad-kehrt-zum-baudenkmal-kaeshammer-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2024\/07\/16\/das-wasserrad-kehrt-zum-baudenkmal-kaeshammer-zurueck\/","title":{"rendered":"Das Wasserrad kehrt zum Baudenkmal K\u00e4shammer zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_76585\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1522px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-76585 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Haus-mit-Wasserrad.jpg\" alt=\"\" width=\"1512\" height=\"1051\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die letzten Handgriffe beim Einbau des neuen Wasserrades am Baudenkmal K\u00e4shammer im Gelpetal &#8211; \u00a9 UniService Transfer<\/span><\/div>\n<p>Im Studiengang Maschinenbau berechnete der Student Niklas Altek\u00f6ster in einem Ingenieurprojekt die Auslegung, die Leistung und den Wirkungsgrad eines Wasserrades und verglich die Vor- und Nachteile eines Holzwasserrades mit einem Blechwasserrad. Autor Uwe Blass hat sich im Rahmen der beliebten Uni-Reihe &#8222;Transfergeschichten&#8220; mit Niklas Altek\u00f6ster \u00fcber dieses spannende Thema unterhalten.<\/p>\n<h4>Wasserr\u00e4der nutzen Energie des Wassers<\/h4>\n<p>Ein Wasserrad ist eine Wasserkraftmaschine, die die Energie des Wassers nutzt. Es wurde bereits von griechischen Ingenieuren im 4.\/3. Jhd. v. Chr. erfunden und diente urspr\u00fcnglich zur Bew\u00e4sserung der Felder in der Landwirtschaft. Um Christi Geburt l\u00e4sst sich bereits die erste Wasserm\u00fchle im Bereich des Flusses Inde in Deutschland nachweisen. Ab dem 12. Jahrhundert waren sie in Mitteleuropa weit verbreitet. Eine regelrechte Renaissance erlebte das Wasserrad dann wieder in der beginnenden Industrialisierung als Antrieb f\u00fcr Maschinen, wobei ein Standort mit ausreichender Wasserversorgung nat\u00fcrlich das wichtigste Kriterium war.<\/p>\n<div id=\"attachment_44822\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 440px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-44822\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Logo-Transfergeschichten.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<h4>Hammerwerk K\u00e4shammer<\/h4>\n<p>Wanderer, die im Gelpetal unterwegs sind, passieren unweigerlich das Hammerwerk am K\u00e4shammer mit seinem vorgestauten Teich. 1985 wurde es in die Denkmalliste der Stadt Wuppertal eingetragen. 1607 wird der K\u00e4shammer erstmals urkundlich erw\u00e4hnt und von Bauern gemeinschaftlich als Knochenm\u00fchle (In Knochenm\u00fchlen wurden Tierknochen zerkleinert und als D\u00fcnger in Form von Knochenmehl in der Landwirtschaft eingesetzt, Anm. d. Red.) genutzt.<\/p>\n<p>Der Name K\u00e4shammer wird ab 1824 tradiert. Im 19. Jahrhundert wurde das Hammerwerk als Raffinierhammer (darin wird Roheisen zu einer fr\u00fchen Form des Edelstahls raffiniert, Anm. d. Red.) betrieben. Dabei trieben drei oberschl\u00e4chtige Wasserr\u00e4der den Fallhammer und zwei Schmiedefeuergebl\u00e4se an.<\/p>\n<div id=\"attachment_76587\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-76587 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Wasserrad-2-rotated.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"800\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das neue Wasserrad am Baudenkmal K\u00e4shammer &#8211; \u00a9 UniService Transfer<\/span><\/div>\n<p>Ende des 19. Jahrhunderts gr\u00fcndete der damalige Besitzer am selben Ort eine Gastst\u00e4tte, die vielen Wuppertalern noch bekannt ist und bis 2005 ein beliebtes Ausflugsziel war. Heute dient das Hammerwerk nach vielen Renovierungen und Restaurierungen unter Denkmalschutzauflagen als eine der besterhaltenen historischen Werkst\u00e4tten Wuppertals.<\/p>\n<h4>Das oberschl\u00e4chtige Wasserrad kehrt zur\u00fcck<\/h4>\n<p>Im Zuge der Debatte um erneuerbarer Energien besch\u00e4ftigen sich Fachleute auch mit dem Thema Wasserkraft, wobei Deutschland in diesem Bereich kaum Geld in Forschungsprojekte investiert. Wasserkraft hat also nur einen geringen Stellenwert in der Stromproduktion, obwohl in Deutschland 240 Fl\u00fcsse insgesamt f\u00fcnf Kubikmeter Durchfluss pro Sekunde liefern, aus denen man bis zu drei Gigawatt gewinnen k\u00f6nnte. Am Hammerwerk K\u00e4shammer will man mit der Installation eines oberschl\u00e4chtigen Wasserrades (Beim oberschl\u00e4chtigen Wasserrad werden Zellenr\u00e4der eingesetzt.<\/p>\n<p>Das Wasser str\u00f6mt durch eine Rinne -sogenanntes <em>Gerinne<\/em> oder Fluder- oder ein Rohr zum Scheitelpunkt des Rades, f\u00e4llt dort in die Zellen und setzt das Rad durch sein Gewicht und seine kinetische Energie in Bewegung, Anm. wikipedia) nun eine effiziente und wirtschaftliche Nutzung erreichen.\u00a0 Der angehende Ingenieur Niklas Altek\u00f6ster von der Bergischen Universit\u00e4t berechnete daf\u00fcr die Voraussetzungen.<\/p>\n<div id=\"attachment_76588\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-76588 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/csm_Kaeshammer_gemeinfrei_842deddd2c.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"360\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der K\u00e4shammer um 1900, Blick \u00fcber den Hammerteich, links das Ausflugslokal &#8211; \u00a9 Foto: gemeinfrei<\/span><\/div>\n<p>F\u00fcr die Auslegung des Wasserades ermittelte er die H\u00f6he und Wassermenge und verglich die Leistung eines Holzrades mit einem Blechrad. Im Ergebnis stellte er fest, dass beide Wasserradarten den Verbrauch eines Einfamilienhauses pro Jahr energetisch abdecken w\u00fcrden, wenn der Wasserdurchfluss \u00fcbers Jahr konstant w\u00e4re.<\/p>\n<h4>Wasserrad l\u00e4uft wieder<\/h4>\n<p>Mitte Juli wurde das Wasserrad am Hammerwerk K\u00e4shammer von einer Spezialfirma aus Bayern eingebaut. In der interdisziplin\u00e4ren Zusammenarbeit von Universit\u00e4t, Unterer Denkmalbeh\u00f6rde der Stadt Wuppertal und einer Fachfirma ist das Hammerwerk heute wieder ein sch\u00f6nes Beispiel eines historischen Bauwerkes, dass der jetzige Eigent\u00fcmer nach \u00fcber 400 Jahren nun nachhaltig f\u00fcr die Zukunft ausgestattet hat.<\/p>\n<p><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<h4>\u00dcber Niklas Altek\u00f6ster<\/h4>\n<p>Niklas Altek\u00f6ster studiert seit Oktober 2018 Maschinenbau am Lehrstuhl f\u00fcr Konstruktion der Bergischen Universit\u00e4t. Derzeit befindet er sich im Master of Science Maschinenbau, den er voraussichtlich im Fr\u00fchjahr 2025 erfolgreich abschlie\u00dfen wird.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Hammerwerk K\u00e4shammer im Gelpetal geh\u00f6rt zu einem der Baudenkmale der Stadt Wuppertal, hat eine lange, bewegte Geschichte hinter sich und erh\u00e4lt nun sein sogenanntes oberschl\u00e4chtiges Wasserrad zur\u00fcck. Neben der Gewinnung von Strom kann sogar W\u00e4rme f\u00fcr das Haus erzeugt werden. An der Planung war auch die Bergische Universit\u00e4t beteiligt.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-76583","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-28 02:50:28","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76583","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=76583"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76583\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":76592,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76583\/revisions\/76592"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=76583"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=76583"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=76583"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}