{"id":76238,"date":"2024-07-04T10:04:41","date_gmt":"2024-07-04T08:04:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=76238"},"modified":"2024-07-04T10:04:41","modified_gmt":"2024-07-04T08:04:41","slug":"schlechte-noten-telefonseelsorge-hilft-bei-zeugnisfrust","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2024\/07\/04\/schlechte-noten-telefonseelsorge-hilft-bei-zeugnisfrust\/","title":{"rendered":"Schlechte Noten: Telefonseelsorge hilft bei Zeugnisfrust"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_76243\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-76243\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Jula-Heckel-Korsten_Telefonseelsorge_Wuppertal_Foto_Kirchenkreis_Wuppertal-1-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1775\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Jula Heckel-Korsten, Leiterin der Telefonseelsorge Wuppertal \u2013 \u00a9 Kirchenkreis Wupppertal \/ Sabine Damaschke<\/span><\/div>\n<p>\u201eGute Noten gelten heute mehr denn je als sichtbarer Beweis f\u00fcr Erfolg und Intelligenz\u201c, wei\u00df Telefonseelsorge-Leiterin Jula Heckel-Korsten. Das setze nicht nur die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, sondern auch die Eltern unter starken Druck.<\/p>\n<p>\u201eDie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Telefonseelsorge haben ein offenes Ohr f\u00fcr ihre Sorgen und k\u00f6nnen als gut geschulte und neutrale Gespr\u00e4chspartner dabei helfen, Ruhe in die emotional aufgew\u00fchlte Situation zu bringen.\u201c Niemand werde beurteilt oder gar verurteilt. In einem zweiten Schritt k\u00f6nnten dann gemeinsam Strategien \u00fcberlegt werden, welche Unterst\u00fctzung und Haltung n\u00f6tig sei, damit k\u00fcnftig wieder bessere Noten erzielt w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Die Leiterin der Telefonseelsorge r\u00e4t allerdings davon ab, die gesamten Ferien f\u00fcr Nachhilfestunden zu nutzen. Die Ferien seien als Erholungsphase f\u00fcr die ganze Familie sehr wichtig, so Jula Heckel-Korsten weiter. Es sei sinnvoll, wenn sich Lern- und Ruhephasen abwechselten. Au\u00dferdem eigneten sich die Sommerferien gut, um mehr Zeit miteinander zu verbringen und in Ruhe ins Gespr\u00e4ch \u00fcber die Gr\u00fcnde f\u00fcr ein schlechtes Zeugnis zu kommen.<\/p>\n<div id=\"attachment_76246\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 660px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-76246 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/girl-2771936_1280.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"501\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Wenn die Ziele in der Schule nicht erreicht wurden, k\u00f6nnen die Ferien zum Horror werden &#8211; \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<p>\u201eDa gibt es unserer Erfahrung nach viele: von der \u00dcberforderung mit der Schulform \u00fcber Mobbing in der Klasse bis hin zu unbearbeiteten Konflikten in der Familie\u201c, sagt die erfahrene Wuppertaler Telefonseelsorgerin.<\/p>\n<p>Die \u00d6kumenische Telefonseelsorge Wuppertal ist rund um die Uhr erreichbar unter 0800\/111 0 111 oder 0800 111 0 222.<\/p>\n<h4>Interview mit Jula Heckel-Korsten, Leiterin der Telefonseelsorge Wuppertal<\/h4>\n<p><strong>Wenn am Schuljahresende die Zeugnisse auf dem Tisch liegen, macht sich in manchen Familien statt Ferienfreude eher \u00c4rger und Angst breit. Die Wuppertal Telefonseelsorge hat ein offenes Ohr f\u00fcr die Sorgen von Eltern und Sch\u00fclern, betont Leiterin Jula Heckel-Korsten.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wer meldet sich bei der Telefonseelsorge, wenn es um Zeugnisse geht?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Jula Heckel-Korsten<\/strong><strong>:<\/strong> \u201eDa das Telefon nicht mehr das Kommunikationsmedium der Kinder und Jugendlichen ist, melden sich bei uns eher die Eltern. Jugendliche ab 14 Jahren mailen uns h\u00e4ufig. Das Thema Leistungsdruck besch\u00e4ftigt eine Menge junge Menschen, auch Studierende. Und zwar nicht erst, wenn auf den Zeugnissen schlechte Noten stehen. Viele, die sich bei uns melden, stehen unter starkem Druck und kommen mit \u00c4ngsten und \u00c4rger zu uns in die Telefonseelsorge.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_76247\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 660px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-76247 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/school-1549891_1280.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"421\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Schlechtes Zeugnis &#8211; da muss das Verh\u00e4ltnis zwischen Erholung und Lernen in den Ferien ausgewogen sein &#8211; \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<p><strong>Was macht ein schlechtes Zeugnis mit den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern, aber auch mit ihren Eltern?<\/strong><\/p>\n<p>Jula Heckel-Korsten: \u201eIch habe den Eindruck, dass gute Noten heute mehr denn je als sichtbarer Beweis f\u00fcr Erfolg und Intelligenz gelten. Wenn ein Kind oder Jugendlicher also bescheinigt bekommt, dass seine Leistungen \u201amangelhaft\u2018 sind, bezieht es das leicht auf seine gesamte Person und sieht sich schnell als Versager. Eltern w\u00fcnschen sich ein gutes Leben f\u00fcr ihre Kinder und haben die Bef\u00fcrchtung, dass dies ohne eine erfolgreiche Schullaufbahn nicht gelingen k\u00f6nnte. Diese Sorge um die Zukunft ist angesichts von Kriegen und Klimawandel gesellschaftlich insgesamt gr\u00f6\u00dfer geworden. Zudem beobachte ich einen starken Selbstoptimierungsdruck. Je un\u00fcbersichtlicher die Welt wird, desto h\u00f6her ist der Anspruch, wenigstens im pers\u00f6nlichen Leben \u201aperfekt\u2018 zu sein.\u201c<\/p>\n<p><strong>Ein Gespr\u00e4ch mit der Telefonseelsorge kann helfen. Warum?<\/strong><\/p>\n<p>Jula Heckel-Korsten: \u201eViele rufen an, wenn sie emotional aufgew\u00fchlt sind. Bei uns d\u00fcrfen sie ihre Angst und ihren \u00c4rger erst einmal loswerden. Eltern regen sich \u00fcber ihre \u201afaulen Kinder\u2018 auf und die wiederum \u00fcber ihre w\u00fctenden Eltern und ungerechten Lehrer. Das sind normale Reaktionen. Doch am Zeugnis l\u00e4sst sich jetzt nichts \u00e4ndern. Daher ist es auch wichtig, sich wieder zu beruhigen. Und das gelingt am besten mit ruhigen und neutralen Gespr\u00e4chspartnern, wie wir sie in der Telefonseelsorge haben. Hier wird niemand beurteilt oder gar verurteilt. F\u00fcr uns gibt es keine \u201aSchulversager\u2018. In einem n\u00e4chsten Schritt \u00fcberlegen wir dann gemeinsam Strategien, welche Unterst\u00fctzung nun hilfreich ist, damit sich an den schlechten Noten etwas \u00e4ndert.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_76248\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 660px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-76248 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/people-2595510_1280.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Kinder und Jugendliche ben\u00f6tigen viel Zuwendung und Verst\u00e4ndnis &#8211; gerade wenn das Zeugnis nicht so ausgefallen ist, wie es alle erwartet haben &#8211; \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<p><strong>Was kann zu diesen Strategien geh\u00f6ren? <\/strong><\/p>\n<p>Jula Heckel-Korsten: \u201eEine h\u00e4ufige Reaktion der Eltern auf ein schlechtes Zeugnis ist, ihren Sohn oder ihre Tochter \u00fcber die gesamten Ferien zu Nachhilfestunden zu \u201averurteilen\u2018. Das ist nicht sinnvoll. Die Ferien sind wichtig, damit die Kinder und Jugendlichen \u2013 genauso wie ihre Eltern \u2013 mal von der Schule abschalten k\u00f6nnen. Wenn Nachhilfe in dieser Zeit n\u00f6tig ist, sollte die Dauer begrenzt werden, indem sich Lern- und Ruhephasen abwechseln. Und es kann auch sinnvoll sein, wenn die Eltern nicht selbst mit den Kindern lernen. Au\u00dferdem eigenen sich die Sommerferien gut, um mehr Zeit miteinander zu verbringen und in Ruhe ins Gespr\u00e4ch zu kommen. In der Telefonseelsorge fragen wir immer nach dem \u201eguten Grund\u201c f\u00fcr ein Verhalten. Und da gibt es auch im Hinblick auf ein schlechtes Zeugnis viele: von der \u00dcberforderung mit der Schulform \u00fcber Mobbing in der Klasse bis hin zu unbearbeiteten Konflikten in der Familie.\u201c<\/p>\n<p><strong>Das Gespr\u00e4ch f\u00fchrte Sabine Damaschke<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_76249\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 236px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-76249 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Jula-Heckel-Korsten_Telefonseelsorge_Wuppertal_Foto_Kirchenkreis_Wuppertal-Kopie.jpg\" alt=\"\" width=\"226\" height=\"266\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Jula Heckel-Korsten, Leiterin der Telefonseelsorge Wuppertal \u2013 \u00a9 Kirchenkreis Wupppertal \/ Sabine Damaschke<\/span><\/div>\n<h4>Telefonseelsorge Wuppertal<\/h4>\n<p>Rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr sind \u00fcber 80 ehrenamtlich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der <a href=\"https:\/\/telefonseelsorge-wuppertal.de\/\">\u00d6kumenischen TelefonSeelsorge Wuppertal<\/a> f\u00fcr die Anrufenden aus der Region da. Erreichbar ist die TelefonSeelsorge unter <strong>0800\/111 0 111<\/strong> oder<strong> 0800 111 0 222<\/strong>. Sie bittet Anrufende um etwas Geduld und Ausdauer, da die Ressourcen begrenzt sind.<\/p>\n<p><strong>Link zur Webseite der Telefonseelsorge Wuppertal<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.telefonseelsorge-wuppertal.de\">http:\/\/www.telefonseelsorge-wuppertal.de<\/a><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sommerferien-Beginn, die einen freuen sich auf einen unbeschwerten, sonnigen Urlaub, die anderen schieben Frust. Schlechte Schulnoten, Versetzung vermasselt oder gef\u00e4hrdet. Zeugnisfrust hat oft negative Auswirkungen auf die ganze Familie. Ein Segen, dass die Wuppertaler Telefonseelsorge Unterst\u00fctzung anbietet.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24],"tags":[],"class_list":["post-76238","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wuppertal"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-14 03:46:56","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76238","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=76238"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76238\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":76252,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76238\/revisions\/76252"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=76238"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=76238"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=76238"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}