{"id":75788,"date":"2024-06-14T11:38:24","date_gmt":"2024-06-14T09:38:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=75788"},"modified":"2024-06-17T10:25:07","modified_gmt":"2024-06-17T08:25:07","slug":"anja-kohl-braeuchten-vorhersagen-fuer-naechste-200-jahre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2024\/06\/14\/anja-kohl-braeuchten-vorhersagen-fuer-naechste-200-jahre\/","title":{"rendered":"Anja Kohl: Br\u00e4uchten Vorhersagen f\u00fcr n\u00e4chste 200 Jahre"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_75793\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1048px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-75793 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/PHOTO-2024-06-14-16-45-06rtz.jpg\" alt=\"\" width=\"1038\" height=\"707\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Beim IHK-Sommerfest im Garten der Historischen Stadthalle: Henner Pasch (M.), Pr\u00e4sident der IHK Bergisch Land, im Gespr\u00e4ch mit Oberb\u00fcrgermeister Dr. Uwe Schneidewind &#8211; \u00a9 Siegfried J\u00e4hne<\/span><\/div>\n<p>Und Anja Kohl nannte auch Zahlen: Im Privatbesitz der Deutschen befinden sich aktuell 7,7 Billionen Euro, davon 750 Mrd. Euro in Goldbest\u00e4nden. Vor 750 G\u00e4sten nannte sie in der Historischen Stadthalle auch das aus ihrer Sicht gr\u00f6\u00dfte Problem. Das Geld werde nicht in ausreichendem Umfang ausgegeben. Das Hauptproblem in Deutschland sei, dass man nicht bereit sei, zu investieren. \u201eWas w\u00e4re alles m\u00f6glich, wenn wir\u00a0 dieses Kapital in die Zukunft investieren w\u00fcrden?\u201c &#8211; so Anja Kohls rhetorischen Frage.<\/p>\n<p>Es gelte, etwas gegen die mentale Depression zu tun. Man spart, statt zu investieren, so k\u00f6nne Zukunft nicht gelingen und der Wohlstand gehe baden. Besonders der Jugend m\u00fcsse ein Gef\u00fchl gegeben werden, die Zukunft gestalten zu k\u00f6nnen. So k\u00f6nnte man einer desillusionierten junge Generationen wieder zu \u201eLeistung\u201c motivieren. Diese fehle n\u00e4mlich in der aktuellen Krisenstimmung.<\/p>\n<p>Ein grosses Hindernis erkennt Anja Kohl in der Tatsache, dass wir als Gesellschaft allenfalls in der Lage seien, Entwicklungen nur in den n\u00e4chsten beiden Generationen vorher zu sehen, n\u00f6tig aber w\u00e4ren Vorhersagen f\u00fcr die n\u00e4chsten 200 Jahre, so Anja Kohl. Wir seien an den \u201eGrenzen des Wachstums und dem Ende der Globalisierung, wie wir sie kannten\u201c angekommen.<\/p>\n<h4>\u201eMan kann sich nicht mehr nicht verhalten\u201c<\/h4>\n<p>Die TV-Journalistin forderte von der Politik die Lockerung der Schuldenbremse oder ein Sonderverm\u00f6gen und von den Unternehmerinnen und Unternehmern private Investitionen. Demokratische und autorit\u00e4re Systeme konkurrierten stark um Rohstoffe, die f\u00fcr die unumg\u00e4ngliche Transformation n\u00f6tig seien. In diesem Kontext forderte sie von den Unternehmen, sich deutlich f\u00fcr die Demokratie einzusetzen und die Transformation anzupacken. \u201eMan kann sich nicht mehr nicht verhalten\u201c, sagte sie.<\/p>\n<div id=\"attachment_75796\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 540px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-75796 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pic1-1-1.png\" alt=\"\" width=\"530\" height=\"305\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die TV-Wirtschaftsjournalistin Anja Kohl &#8211; \u00a9 Hessischer Rundfunkt<\/span><\/div>\n<p>Anja Kohl machte deutlich, dass \u201eDemokratie und Freiheit die entscheidenden Zukunftsthemen\u201c sind. Sie betonte dabei, dass die auch massiv mit der Wirtschaftspolitik und dem Verhalten der Unternehmen zusammenh\u00e4nge und formulierte Forderungen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Die Energiepreise m\u00fcssten fallen \u2013 ohne die Transformation zu gef\u00e4hrden. Deutschland m\u00fcsse strategische Zukunftsfelder definieren.<\/p>\n<p>Der Mittelstand m\u00fcsse entlastet werden. Verwaltung m\u00fcsse digitalisiert werden. Die Anerkennung ausl\u00e4ndischer Abschl\u00fcsse m\u00fcsse erleichtert werden. Und das Potenzial weiblicher Arbeitskr\u00e4fte m\u00fcsse erkannt und gehoben werden. \u201eMachen Sie den Frauen Angebote\u201c, forderte sie ihre Zuh\u00f6rer auf. Hier liege ein grosses, bisher sehr vernachl\u00e4ssigtes Potential. Au\u00dferdem m\u00fcsse die Infrastruktur \u2013 Stromnetze und die Bahn \u2013 verbessert werden. F\u00fcr diese Aufgaben m\u00fcssten alle demokratischen Kr\u00e4fte geeint seien, \u201esonst drohen Wohlstandsverluste\u201c.<\/p>\n<h4>Lob f\u00fcr die Bergische Wirtschaft<\/h4>\n<p>Kohl lobte die Patentdichte in der Bergischen Region und nannte Forschung und Entwicklung als einen Schl\u00fcssel zu wirtschaftlichem Erfolg. \u201eDaraus m\u00fcssen Produkte werden!\u201c. Sie erinnerte daran, dass Deutschland in Sachen KI noch den weltweit zweiten Platz einnehme. \u201eWir haben so viele Ideen, wir m\u00fcssen sie nur heben\u201c, betonte sie und unterstrich, dass viele L\u00f6sungen f\u00fcr Probleme schon da seien, sich nur noch nicht durchgesetzt h\u00e4tten.<\/p>\n<div id=\"attachment_75797\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 660px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-75797 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/PHOTO-2024-06-14-16-45-06.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"460\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Gut besucht war das IHK-Sommerfest &#8211; und das bei wenig sommerlichen Temperaturen um die 18 Grad Celsius- \u00a9 Siegfried J\u00e4hne<\/span><\/div>\n<p>Zur Wahrheit aber geh\u00f6re auch die Tatsache, dass in Deutschland viele Firmen inzwischen die Koffer packen und wegen fehlender Rahmenbedingungen nicht in Deutschland, sondern in China oder Osteuropa investierten. 8.000 Inventionen bei uns stehen 49.000 woanders gegen\u00fcber. Den westlich dominierten Spielregeln stehen Regeln autokratischer Systeme gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>Investitionen in fossile Energien gef\u00e4hrdeten dabei aber zunehmend unsere Verm\u00f6genswerte, die aktuell noch bestehen. W\u00e4hrend gro\u00dfe Konzerne sich seit 40 Jahren in der der Globalisierung tummeln, habe es der uns tragende Mittelstand schwer, sich zu behaupten. Und als allgemeine Feststellung \u201edie Inflation sei gekommen um zu bleiben\u2026.\u201c<\/p>\n<h4>\u201eInflation ist gekommen um zu bleiben\u201c<\/h4>\n<p>Wir sollten erkennen, dass Europa unsere Zukunft sei, erkl\u00e4rte die popul\u00e4re Journalistin, die Germanistik, Publizistik und Politikwissenschaft in Bamberg, Mainz und Baltimore studierte und seit 2001 f\u00fcr die ARD arbeitet. Einer ihrer prominenten Kollegen hatte sich \u00fcbrigens unter die Zuschauer gemischt. IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Michael Wenge konnte den bekannten WDR-Programmdirektor J\u00f6rg Sch\u00f6nenborn unter den zahlreichen G\u00e4sten ausmachen und begr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>Zuvor hatte IHK-Pr\u00e4sident Henner Pasch in einer engagierten Rede das 75 Jahre alte Grundgesetz gew\u00fcrdigt und einige Artikel zum Anlass genommen, der Politik den Spiegel vorzuhalten. Beispiel Schulwesen, das unter der Aufsicht des Staates stehe.<\/p>\n<p>Bildung aber werde bei uns grob vernachl\u00e4ssigt. \u201eAusbaden m\u00fcssen es die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler und die Unternehmen\u201c. Sein Vorschlag: \u201eSchicken sie die Schulpolitiker bitte einmal nur eine Woche auf die Schultoiletten, die f\u00fcr die Situation geradezu symptomatisch sind, ich glaube, dann w\u00fcrde sich schon vieles zum bessern wenden\u201c.<\/p>\n<h4>Verlust durch Schattenwirtschaft: 500 Mrd. \u20ac<\/h4>\n<p>Henner Pasch forderte dazu auf, das Eigentum zum Wohle der Allgemeinheit zu nutzen, aber auch, durch Leistung Eigentum zu erwirtschaften. Die Politik m\u00fcsse mehr Anreize f\u00fcr Leistung setzen und es den Leistungstr\u00e4gern einfacher zu machen. Dies etwa durch weniger B\u00fcrokratie, ein besseres Angebot in der Kinderbetreuung, weniger komplizierte Vorgaben f\u00fcr die Wirtschaft und eine effektive Bek\u00e4mpfung der Schwarzarbeit.<\/p>\n<div id=\"attachment_75798\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 660px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-75798 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/PHOTO-2024-06-14-16-45-06vvvv.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"362\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Impressionen vom IHK-Sommerfest im Au\u00dfenbereich der Historischen Stadthalle &#8211; \u00a9 Siegfried J\u00e4hne<\/span><\/div>\n<p>Durch \u201eSchattenwirtschaft\u201c gehe dem Staat j\u00e4hrlich rund 500 Mrd. Euro verloren, das d\u00fcrfe man nicht als Kavaliersdelikt abtun. \u201eJa, Eigentum verpflichtet, aber ohne Leistung kein Wohlstand, und damit nichts, was man zum Wohle der Gesellschaft umverteilen kann. Anreize, die Leistung verhindern, und B\u00fcrokratie, die Leistung ausbremst, sind Gift f\u00fcr den Wohlstand und damit das eigentliche Gift f\u00fcr unsere Demokratie,\u201c so Pasch.<\/p>\n<p>Das Programm wurde durch eine beeindruckende Performances der Tanzschule Sch\u00e4fer aufgelockert. Und Kabarettist Florian Schroeder erw\u00e4rmte die Besucher mit seinem Auftritt zum Abschluss \u00a0noch mal und brachte sie zum Lachen, als er sich \u00fcber alle Parteigrenzen hinweg mit der aktuellen Politik auseinandersetzte. Dabei parodierte er auf Zuruf namhafte Politiker. W\u00e4hrend er bei Christian Lindner die abgehakten Sprechpausen nachahmte, verharrte er bei Olaf Scholz, die linke Hand in Nabelh\u00f6he haltend, wortlos.<\/p>\n<p>Die dreist\u00fcndige Veranstaltung fand ihren Abschluss im Freigel\u00e4nde der Stadthalle. Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Michael Wenge hatte vorher noch darauf verwiesen, das das dritte Sommerfest dieser Art im Gleichklang mit dem Wirtschaftsklima fallende Temperaturen verzeichnete. Hatte man vor drei Jahren noch 38 Grad, im Vorjahr noch 28, so waren es diesmal nur noch 18 Grad Celsius Aussentemperatur\u2026.<\/p>\n<p><b>Siegfried J\u00e4hne<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei allen Problemen in Deutschland, \u00a0\u201eGeld ist genug da\u201c! Das erkl\u00e4rte die TV-Wirtschaftsjournalistin Anja Kohl als Gastrednerin beim Sommerempfang der Bergischen IHK. Die 53j\u00e4hrige sollte es wissen, ist sie doch eines der Gesichter der Sendung &#8222;Wirtschaft vor acht,&#8220; die im Vorabendprogramm des Ersten Fernseh-Programmes der ARD regelm\u00e4\u00dfig ausgestrahlt wird.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[],"class_list":["post-75788","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wirtschaft"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-06 11:03:23","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75788","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=75788"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75788\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":75800,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75788\/revisions\/75800"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=75788"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=75788"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=75788"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}