{"id":75663,"date":"2024-06-10T19:20:09","date_gmt":"2024-06-10T17:20:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=75663"},"modified":"2024-06-10T19:20:09","modified_gmt":"2024-06-10T17:20:09","slug":"flora-klee-palyi-eine-fast-vergessene-wuppertaler-kuenstlerin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2024\/06\/10\/flora-klee-palyi-eine-fast-vergessene-wuppertaler-kuenstlerin\/","title":{"rendered":"Flora Klee-Palyi \u2013 eine fast vergessene Wuppertaler K\u00fcnstlerin"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_75666\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 910px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-75666 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Pressefoto-Mareuge-von-Volker-Zimmermann.jpg\" alt=\"\" width=\"900\" height=\"742\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Dr. Agathe Mareuge, Gastprofessorin an der Bergischen Universit\u00e4t, Dozentin in Germanistik und Kulturvermittlung &#8211; \u00a9 Volker Zimmermann<\/span><\/div>\n<p>Autor Uwe Blass hat in der beliebten Uni-Reihe &#8222;Transfergeschichten&#8220; das Thema aufgegriffen und im Gesp\u00e4ch mit Dr. Agathe Mareuge Leben und Schaffen von Flora Klee-Palyi beleuchtet. <strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber drei\u00dfig Jahre lebte sie in einer Villa in der Boltenbergstra\u00dfe in Wuppertal Sonnborn. Viele K\u00fcnstler verkehrten bei ihr, mit manchen arbeitete sie zusammen und sie engagierte sich kulturell und sozial im Wuppertal der Zwanziger bis F\u00fcnfziger Jahre: Flora Klee-Palyi. Und doch ist der Name vielen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern im Tal g\u00e4nzlich unbekannt.<\/p>\n<p>Dr. Agathe Mareuge, erste Maurice-Halbwachs-Gastprofessorin an der Bergischen Universit\u00e4t, will daran nun endlich etwas \u00e4ndern. Seit September 2023 lehrt und forscht die ambitionierte Franz\u00f6sin im Tal zu Leben und Werk dieser faszinierenden Frau. Auf ihre Anregung hin hat die Unibibliothek durch den Ankauf einer Sammlung von Gedichtb\u00e4nden mittlerweile den Bestand der Arbeiten Klee-Palyi`s zu den bereits im Stadtarchiv vorliegenden Dokumenten erweitert.<\/p>\n<h4>Alles begann in Ungarn<\/h4>\n<p>1883 wurde Flora Palyi im ungarischen Budapest geboren. Sie stammte aus einer gutb\u00fcrgerlichen j\u00fcdischen Familie und studierte in jungen Jahren in der franz\u00f6sischsprechenden Schweiz in Genf und Lausanne, berichtet Mareuge. \u201eDann kam sie nach M\u00fcnchen. M\u00fcnchen in den 20er Jahren war nat\u00fcrlich ein wichtiger Ort f\u00fcr die Kulturszene. Dort hatte sie mit ihrer Ausbildung als Grafikerin und Buchgestalterin auch ihre allererste Ausstellung und lernte ihren sp\u00e4teren Mann, Philipp Klee, kennen. 1927 bekam dieser eine Stelle als Chefarzt im damaligen Ferdinand Sauerbruch Klinikum in Elberfeld. So kamen beide nach Wuppertal.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_44822\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 440px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-44822\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Logo-Transfergeschichten.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<h4>Internationale Kontakte und erste Ausstellung in Wuppertal<\/h4>\n<p>\u201eIch interessiere mich f\u00fcr ihr vielf\u00e4ltiges Werk\u201c, sagt Mareuge, \u201eaber auch ihr Leben ist faszinierend. Allein schon, wie sie in der damaligen Zeit zwischen den L\u00e4ndern hin und hergereist ist. Sie war oft in Paris, sehr gut vernetzt und sie kannte viele K\u00fcnstler.\u201c Bis zu ihrem Tod habe sie alle Aktivit\u00e4ten weitergef\u00fchrt, habe B\u00fccher gestaltet, Linolschnitte angefertigt, \u00dcbersetzungen vorgenommen und Essays geschrieben. \u201eSie war sehr vielseitig und hat nie auf einen Aspekt verzichtet.\u201c<\/p>\n<p>Eine erste Ausstellung in Wuppertal konnte Klee-Palyi schon 1930 realisieren. \u201eDamals gab es das Von der Heydt-Museum, wie wir es heute kennen, noch nicht, aber im Kupferstichkabinett des Elberfelder Museums, sp\u00e4ter in der Kunststube Leith\u00e4user im Turmhof und danach noch im Wuppertaler Kunst- und Museumsverein hat sie damals ausgestellt\u201c, berichtet die Wissenschaftlerin.<\/p>\n<h4>Deportation nach Theresienstadt<\/h4>\n<p>Im Leben der interessanten Illustratorin gab es aber auch eine traurige, schwere Phase. Gesundheitlich angeschlagen, \u00fcberlebte die in einer sogenannten &#8222;Mischehe&#8220; verheiratete J\u00fcdin den Holocaust nur knapp. Nach der Macht\u00fcbernahme der Nazis 1933 konnten sowohl sie, als auch ihr Mann, nicht mehr frei arbeiten. \u201eAllein die Tatsache, dass Phillip Klee nicht j\u00fcdisch war, hat sie wahrscheinlich gerettet\u201c, mutma\u00dft Mareuge, denn zumindest geh\u00f6rte sie nicht zu den meisten Wuppertaler J\u00fcdinnen und Juden, die 1941\/42 direkt nach Auschwitz deportiert wurden.<\/p>\n<div id=\"attachment_75667\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 560px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-75667 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Flora-Klee-Palyi-Foto-Historisches-Zentrum.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"519\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Flora Klee-Palyi &#8211; \u00a9 Foto: Historisches Zentrum Wuppertal<\/span><\/div>\n<p>\u201e1944 kommt sie zun\u00e4chst in ein Arbeitslager bei Halle, wird dann noch einmal in ein anderes Arbeitslager verlegt und im Februar 1945 nach Theresienstadt gebracht.\u201c Dort erlebt sie das Ende des Krieges und kehrt dann aber im Juni 1945 wieder nach Wuppertal zur\u00fcck. \u201eIm Stadtarchiv Wuppertal gibt es eine kleine Sammlung von und zu Flora Klee-Palyi\u201c, erz\u00e4hlt Mareuge, \u201edas ist dem ehemaligen Leiter des Stadtarchivs, Herrn Eckardt, zu verdanken. Da befindet sich auch die Wiedergutmachungsakte. Darin hei\u00dft es, dass sie sofort nach dem Krieg als &#8218;Opfer des Nationalsozialismus&#8216; anerkannt wurde, aber einen Anspruch auf eine Rente erhielt sie dennoch erst einmal nicht, obwohl Arztberichte ihren Krankenstatus durch die Arbeitslager best\u00e4tigten.\u201c Ihre Gesundheit hatte sich sehr verschlechtert. Erst zehn Jahre sp\u00e4ter bekam sie Anspruch auf eine kleine Rente.<\/p>\n<h4>Die Einheit von Wort und Bild<\/h4>\n<p>Flora Klee-Palyi arbeitete aber auch nach dem Krieg weiter. Sowohl sprachlich als auch k\u00fcnstlerisch bleibt sie vielseitig. \u201eWas bei ihrer Arbeit so interessant ist, ist die Buchgestaltung. F\u00fcr sie waren Wort und Bild eine Einheit\u201c, beschreibt Mareuge das Werk der K\u00fcnstlerin. Das komme in der buchgestalterischen Arbeit besonders gut zum Ausdruck, weil da ihre Bilder zu sehen seien. \u201eDas sind meist Linolschnitte, die viele M\u00f6glichkeiten boten. Einige Linolplatten sind sogar noch im Stadtarchiv erhalten.\u201c<\/p>\n<p>Nach dem Krieg ver\u00e4nderte sich ihr Stil: \u201eIn der Vatikanbibliothek in Rom hatte sie die sogenannte Initialkunst aus dem Mittelalter studiert. Das sind die verschn\u00f6rkelten gro\u00dfen ersten Buchstaben in den alten Texten. In ihren Arbeiten hat sie vor dem Krieg figurativ gearbeitet, also Illustrationen f\u00fcr gro\u00dfe Verlage in M\u00fcnchen erstellt. Nach dem Krieg, ausgehend von dieser Initialkunst, befreite sie sich von der Figuration und arbeitete abstrakt. Damit sich Wort und Bild \u00fcberdecken konnten, probierte sie alles M\u00f6gliche aus. Dadurch entstanden ca. 50 Gedichtb\u00e4nde, die sie selbst illustriert und herausgebracht hat. Die wurden teilweise in den grafischen Werkst\u00e4tten der damaligen Werkkunstschule in Wuppertal gedruckt.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_75668\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 661px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-75668 \" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Deckblatt-Bestiarium.jpg\" alt=\"\" width=\"651\" height=\"909\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Deckblatt des Gedichtbandes \u201eBestiarium\u201c Gesetzt und gedruckt in den graphischen Werkst\u00e4tten der Werkkunstschule Wuppertal Linolschnitte Flora Klee-Palyi &#8211; \u00a9 Foto: UniService Transfer<\/span><\/div>\n<p>Sp\u00e4tere Werke entstanden dann auch in einem anderen Verlag. \u201eDas ist wirklich abstrakte Kunst, entspricht also der Entwicklung der abstrakten Kunst in den 50er Jahren\u201c, beschreibt die Wissenschaftlerin diese Gedichtb\u00e4nde.<\/p>\n<h4>Klee-Palyi gibt Anthologien heraus<\/h4>\n<p>Wolle man Flora Klee-Palyi auf die Gestaltung von B\u00fcchern reduzieren, w\u00fcrde man der vielseitigen K\u00fcnstlerin jedoch nicht gerecht, denn sie hat auch als Herausgeberin von Anthologien (Eine Anthologie ist eine Sammlung ausgew\u00e4hlter Texte oder Textausz\u00fcge in Buchform, Anm. d. Red.) gearbeitet. \u201eDas war jedes Mal ein riesiger Aufwand, und da merkt man auch, wie gut sie vernetzt war\u201c, erkl\u00e4rt Mareuge. \u201eSie hat zwei wichtige Anthologien herausgebracht. Zun\u00e4chst eine Anthologie franz\u00f6sischer Dichtung im Selbstverlag unter FKP f\u00fcr Flora Klee-Palyi. Dann konnte sie den Limes-Verlag in Wiesbaden gewinnen und ver\u00f6ffentlichte die Anthologie noch einmal in einer Neuauflage 1958. Im gleichen Jahr wird auch eine weitere Anthologie deutscher Frauendichtung in Paris ver\u00f6ffentlicht.\u201c<\/p>\n<p>Das Besondere dabei: Beide Anthologien erschienen zweisprachig. Sie habe sogar selber einige der \u00dcbersetzungen sowohl franz\u00f6sisch\/deutsch, als auch deutsch\/franz\u00f6sisch \u00fcbernommen, obwohl beide Sprachen keine Muttersprachen waren.<\/p>\n<h4>K\u00fcnstlertreffen in der Boltenbergstra\u00dfe<\/h4>\n<p>Nachdem Flora Klee-Palyi 1945 nach Wuppertal zur\u00fcckgekehrt war, pflegten sie und ihr Mann das k\u00fcnstlerische Leben in Wuppertal und veranstalteten in Ihrer Villa viele K\u00fcnstlertreffen. \u201eEs ist sehr schwierig, das zu rekonstruieren\u201c, sagt Mareuge, \u201edenn die beiden hatten keine Kinder und auch keine Erben. Es gibt einfach keinen Nachlass. Man muss es aufgrund der Briefe, die noch in verschiedenen Archiven existieren, versuchen zu rekonstruieren.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_75675\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 260px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-75675\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/519-P4PxIiL.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"373\" \/><span class=\"wp-caption-text\">&#8222;Die drei Hasen&#8220; &#8211; Linolschnitte von Flora Klee-Palyi &#8211; ASIN \u200f : \u200e B00E4VCHF2<br \/>&#8211; Herausgeber: \u200e Walltor-Verlag &#8211; Auflage: 1. Auflage (1. Januar 1959)<\/span><\/div>\n<p>Sicher sei jedoch, dass es Treffen mit Schriftstellern und Dichtern in kleinen Kreisen in der Boltenbergstra\u00dfe in Wuppertal-Sonnborn gegeben habe. \u201eEs gibt einen sch\u00f6nen Brief von Flora Klee-Palyi an Hans Arp (Hans Arp -1886 \u2013 1966- war ein deutsch-franz\u00f6sischer Maler, Grafiker, Bildhauer und Lyriker, Anm. d. Red.), der damals vorwiegend bei Paris lebte. Sie l\u00e4dt ihn nach Wuppertal ein und schreibt dazu: &#8218;Wir haben ein G\u00e4stezimmer&#8216;.\u201c<\/p>\n<p>Auch sozial engagierte sich Klee-Palyi. \u201eSie hat auch Frauen, die mit ihr deportiert wurden, bei sich aufgenommen und in der Nachkriegszeit unterst\u00fctzt. Auch Sinti und Roma, die damals unter schlimmen Bedingungen lebten.\u201c<\/p>\n<h4>Deutsch-franz\u00f6sische Entwicklung der Literatur<\/h4>\n<p>Ein besonderes Anliegen ihrer sp\u00e4teren T\u00e4tigkeit war der Austausch franz\u00f6sischer und deutscher Literatur. Ihr Ansatz bei ihren Ver\u00f6ffentlichungen war die Entwicklung und gegenseitige Beeinflussung beider Kulturen in der Literatur. \u201eIn den Anthologien und den Essays, die sie ver\u00f6ffentlicht hat, zeigt sie deutlich, wie, ausgehend vom franz\u00f6sischen Symbolismus, also von Nerval, Mallarm\u00e9, Baudelaire und Rimbaud, die moderne Poesie in Deutschland von der franz\u00f6sischen beeinflusst wurde und auch umgekehrt\u201c, erkl\u00e4rt Agathe Mareuge.<\/p>\n<p>Es sei eine gegenseitige Rezeption von deutscher Literatur in Frankreich und andersherum gewesen. So lie\u00dfen sich auch die Surrealisten von den deutschen Romantikern beeinflussen. Flora Klee-Palyi komme so von den franz\u00f6sischen Symbolisten bis zu den europ\u00e4ischen Avantgarden, also Dada und Surrealismus. Dar\u00fcber hinaus zeige sie auch deren Weg und die Entwicklung des Schreibens in der Nachkriegszeit und engagiere sich f\u00fcr die Gegenwartsdichtung, um den Lesern einen Zugang dazu zu verschaffen.<\/p>\n<p>\u201eDieses deutsch-franz\u00f6sische Engagement in der Nachkriegszeit war auch von politischer Bedeutung.\u201c F\u00fcr ihre Arbeiten erhielt sie 1956 den Eduard von der Heydt-Preis der Stadt Wuppertal.<\/p>\n<h4>Universit\u00e4tsbibliothek erwirbt Sammlung von Gedichtb\u00e4nden<\/h4>\n<p>\u201eDie meisten Arbeiten von Flora Klee-Palyi sind in Wuppertal zu finden\u201c, sagt Agathe Mareuge. Im Ausland sei es sehr schwierig, da sie meist nur in kleinen Auflagen ver\u00f6ffentlicht habe, und die bef\u00e4nden sich weitestgehend in Privatbesitz. \u201eIm Von der Heydt-Museum werden ein paar grafische Arbeiten von ihr aufbewahrt, Linolschnitte aus den 30er Jahren, tats\u00e4chlich sogar mit einer Widmung an die Frau Baronin von der Heydt aus dem Jahr 1934. Ein paar weitere Arbeiten gibt es im Stadtarchiv, im Archiv der Bergischen Universit\u00e4t sind drei B\u00e4nde aufbewahrt, und mehrere Gedichtb\u00e4ndchen befinden sich auch in der Stadtbibliothek in Elberfeld\u201c, fasst Mareuge den bekannten Bestand zusammen.<\/p>\n<p>Durch ihre eifrige Recherche konnte die franz\u00f6sische Wissenschaftlerin allerdings eine Sammlung ausfindig machen, die die Universit\u00e4t nun erworben hat. \u201eDabei sind 40 Gedichtb\u00e4nde mit ihren Illustrationen und auch originale Aquarellzeichnungen f\u00fcr ein sehr sch\u00f6nes Buch von Guillaume Apollinaire mit dem Titel \u201eBestiarium\u201c, in der \u00dcbersetzung von Karl Krolow, mit dem sie eng zusammenarbeitet hat.\u201c<\/p>\n<h4>Ausstellung zu Leben und Werk in der Unibibliothek<\/h4>\n<p>Agathe Mareuge m\u00f6chte die fast vergessene K\u00fcnstlerin Flora Klee-Palyi wieder ins Bewusstsein der Wuppertaler Bev\u00f6lkerung r\u00fccken. Mit der j\u00fcngst angekauften Sammlung und den im Wuppertaler Stadtarchiv sowie im Von der Heydt-Museum befindlichen Exponaten bereitet die engagierte Wissenschaftlerin zusammen mit ihren Student*innen eine Ausstellung zu Leben und Werk der K\u00fcnstlerin vor.<strong> \u201e<\/strong>Den Kern der Ausstellung bildet die neuerworbene Sammlung\u201c, schw\u00e4rmt sie, \u201edas ist wirklich ein Schatz. Dadurch kann man auch rekonstruieren, mit welchen Typographen und Dichtern sie zusammengearbeitet hat, denn das Netzwerk ist auch durch die Widmungen sichtbar. Es sind gro\u00dfformatige Werke mit Linolschnitten dabei und es gibt diese original Aquarellzeichnungen. Andere B\u00e4nde mit einer Folge von Zeichnungen haben keinen Titel. Das m\u00fcssen wir noch eruieren.\u201c<\/p>\n<p>Die Unibibliothek stellt dazu neun Vitrinen zur Verf\u00fcgung, damit diese fragilen Gedichtb\u00e4nde gezeigt werden k\u00f6nnen. Leihgaben vom Stadtarchiv und dem Von der Heydt-Museum runden die Ausstellungsexponate ab. Von Studierenden angefertigte Plakate informieren zudem \u00fcber Leben und Werk.<\/p>\n<p>\u201eIch finde, Flora Klee-Palyi muss erinnert werden\u201c, erkl\u00e4rt Agathe Mareuge abschlie\u00dfend, \u201eund mir war wichtig, dass die Vielf\u00e4ltigkeit ihrer Arbeit gezeigt wird. Ich glaube, ein Grund, warum sie und auch viele andere K\u00fcnstlerinnen in Vergessenheit geraten sind, ist die Tatsache, dass Ihre Arbeit so schwer zu kategorisieren ist. F\u00fcr sie war das alles eins, Dichtung und Kunst waren eins.\u201c<\/p>\n<p><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_75670\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 260px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-75670 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Pressefoto-Mareuge-von-Volker-Zimmermann-vvg.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"307\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Dr. Agathe Mareuge &#8211; \u00a9 Volker Zimmermann<\/span><\/div>\n<h4>\u00dcber Dr. Agathe Mareuge<\/h4>\n<p>Dr. Agathe Mareuge ist Dozentin in Germanistik und Kulturvermittlung an der Sorbonne Universit\u00e4t in Paris und diesj\u00e4hrige Maurice-Halbwachs-Gastprofessorin. Die Maurice-Halbwachs-Gastprofessur ist interdisziplin\u00e4r und interkulturell konzipiert und soll das Frankreich-Engagement der Universit\u00e4t Wuppertal sichtbar machen sowie den deutsch-franz\u00f6sischen Forschungstransfer und Kulturaustasuch f\u00f6rdern.<\/p>\n<div id=\"attachment_75671\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 260px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-75671 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Flora-Klee-Palyi-Foto-Historisches-Zentrum-vvvv.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"313\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Flora Klee-Palyi &#8211; \u00a9 Foto: Historisches Zentrum Wuppertal<\/span><\/div>\n<h4>\u00dcber Flora Klee-Palyi<\/h4>\n<p>Flora Klee-Palyi wurde am 13. Oktober 1893 in Budapest (Ungarn) geboren. Sie starb am 14. April 1961 im Alter von 67 Jahren in Wuppertal. Sie und ihr Mann wurden auf dem Alten Evanglischen Friedhof an der Kirchhofstra\u00dfe in Wuppertal-Sonnborn beerdigt. Das Grab wurde inzwischen eingeebnet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Flora Klee-Palyi ist eine fast vergessene Wuppertaler K\u00fcnstlerin. Dr. Agathe Mareuge, Gastprofessorin der Bergischen Universit\u00e4t, hat  zu Leben und Werk der in Wuppertal beheimateten ungarischen Illustratorin, \u00dcbersetzerin und Herausgeberin franz\u00f6sischer Dichtung geforscht.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-75663","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-21 18:16:42","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75663","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=75663"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75663\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":75677,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75663\/revisions\/75677"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=75663"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=75663"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=75663"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}