{"id":75203,"date":"2024-05-21T08:40:39","date_gmt":"2024-05-21T06:40:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=75203"},"modified":"2024-05-21T08:40:39","modified_gmt":"2024-05-21T06:40:39","slug":"beziehung-zwischen-polizei-und-bevoelkerung-verbessern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2024\/05\/21\/beziehung-zwischen-polizei-und-bevoelkerung-verbessern\/","title":{"rendered":"Beziehung zwischen Polizei und Bev\u00f6lkerung verbessern"},"content":{"rendered":"<div class=\"textimage block buw-block\">\n<div class=\"ti-body\">\n<div id=\"attachment_75208\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 651px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-75208 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/csm_Lukas_Oppers_Pressefoto_29ee938ec7.jpg\" alt=\"\" width=\"641\" height=\"481\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die Beziehung zur Bev\u00f6lkerung verbessern: Dr. Tim Lukas und Jacqueline Oppers &#8211; Bev\u00f6lkerungs-schutz und Katastrophenhilfe &#8211; \u00a9 UniService Transfer<\/span><\/div>\n<p>Mit diesem Projekt befasst sich Autor Uwe Blass in der beliebten Uni-Reihe &#8222;Transfergeschichten&#8220;. \u00a0Zwar genie\u00dft die Polizei ein hohes Ma\u00df an Vertrauen, doch \u00e4hnlich wie bei den Ordnungsdienstmitarbeitenden, mehren sich Respektlosigkeiten. Sie werden im Dienst beschimpft, bespuckt, sogar k\u00f6rperlich angegriffen.<\/p>\n<p>Dr. Tim Lukas und Jacqueline Oppers vom Fachgebiet Bev\u00f6lkerungsschutz, Katastrophenhilfe und Objektsicherheit in der Fakult\u00e4t Maschinenbau und Sicherheitstechnik der Bergischen Universit\u00e4t arbeiten an einem Projekt, das Handlungsempfehlungen zum besseren Miteinander von Polizei, Ordnungsdiensten und der Bev\u00f6lkerung geben soll.<\/p>\n<h4>Projekt mit der Stadt D\u00fcsseldorf mit \u00fcberregionaler Wirkung<\/h4>\n<p>Das Projekt l\u00e4uft unter dem Akronym \u201eEQAL\u201c, ohne das fehlende \u201eU\u201c und steht f\u00fcr die Entwicklung eines quartiersbezogenen Austausch- und Lernprogramms. \u201eWir dachten in Bezug auf Social Media, dass es gut sei, wenn man ein Hashtag mit einem Wort hat, das zwar so etwas wie Gleichheit transportiert, aber sich gleichzeitig in der Schreibweise unterscheidet, um nicht eines unter vielen zu sein\u201c, erkl\u00e4rt Lukas.<\/p>\n<div id=\"attachment_44822\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 440px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-44822\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Logo-Transfergeschichten.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p>Er f\u00e4hrt fort: \u201eEs geht grunds\u00e4tzlich darum, dass wir mit dem Projekt darauf abzielen, ein Austausch- und Lernprogramm f\u00fcr den Stadtteil D\u00fcsseldorf-Oberbilk zu entwickeln, mit dem wechselseitig das Verst\u00e4ndnis zwischen Polizei, Ordnungsdienst und Bev\u00f6lkerung erh\u00f6ht werden soll.\u201c Hintergrund der Projektidee sind die vor drei Jahren innerhalb der Polizei bekannt gewordenen rechtsextremen Chatgruppen und die Berichterstattung \u00fcber den Tod des Amerikaners George Floyd mit der anschlie\u00dfenden breiten Diskussion \u00fcber die sogenannte Black-Lives-Matter-Bewegung (BLM, englisch f\u00fcr Schwarze Leben z\u00e4hlen, Anm. d. Red.).<\/p>\n<p>\u201eWir hatten vorher schon das Projekt &#8218;Sicherheit im Bahnhofsviertel` im Umfeld des D\u00fcsseldorfer Hauptbahnhofs durchgef\u00fchrt, und der Stadtteil Oberbilk liegt direkt hinter dem Bahnhof&#8216;, erkl\u00e4rt der Diplom-Soziologe. \u201eDas ist ein sehr diversit\u00e4tsgepr\u00e4gter Stadtteil mit einer gro\u00dfen marokkanischen Community. Dort ist ein Polizist unterwegs, ein sogenannter Kontaktbeamter f\u00fcr die muslimischen Organisationen. Der h\u00e4lt Kontakte zu Moscheevereinen, Einzelh\u00e4ndlern und Sportvereinen und sagte mir, dass die Arbeit der Polizei nicht einfacher werde, seit die rechtsextremen Chatgruppen bekannt wurden und unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Polizeigewalt st\u00e4rker thematisiert wurde.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_75211\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 560px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-75211 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/csm_Polizei_Pixabay_ba8b551d8c.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"367\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Polizisten auf Streife &#8211; \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<p>Das Vertrauen, das die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in die Polizei setzen, schien an diesem Ort zu erodieren, beschreibt der Wissenschaftler die Situation und dachte \u00fcber L\u00f6sungen nach. In den Vereinigten Staaten gibt es bereits Polizeiprogramme, die sich auf deutsche Verh\u00e4ltnisse anpassen lassen k\u00f6nnten, wobei hierzulande eine zus\u00e4tzliche Besonderheit in die Projektplanung aufgenommen wurde, denn bei uns ist es so, \u201edass nicht nur die Polizei, sondern beispielsweise in D\u00fcsseldorf und Wuppertal auch der sogenannte kommunale Ordnungsdienst in Uniform auf der Stra\u00dfe unterwegs ist. Und was die Uniform angeht, sind beide f\u00fcr die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger kaum zu unterscheiden\u201c, sagt Lukas.<\/p>\n<p>Nach R\u00fccksprache mit Vertretern der D\u00fcsseldorfer Polizei und des Ordnungsamtes wurde der Projektantrag gemeinsam auf den Weg gebracht. \u201eWir waren dann schlussendlich beim Bundesamt f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge erfolgreich, so dass das Projekt nun vom BAMF gemeinsam mit der Landeshauptstadt D\u00fcsseldorf gef\u00f6rdert wird.\u201c<\/p>\n<h4>Verbesserte Beziehung zwischen Ordnungskr\u00e4ften und Zivilbev\u00f6lkerung<\/h4>\n<p>\u201eDas Vertrauensverh\u00e4ltnis zwischen der Polizei und der Bev\u00f6lkerung ist in Deutschland eigentlich relativ gut\u201c, sagt Lukas vorweg, man k\u00f6nne schon sehen, dass helfende Professionen, also etwa Rettungsdienste, Kranken- und Pflegepersonal, \u00c4rzte, aber auch die Polizei, ein sehr hohes Ansehen und Vertrauen in der Bev\u00f6lkerung genie\u00dfen w\u00fcrden. Dennoch belegen einschl\u00e4gige Umfragen, bezogen auf bestimmte soziale Gruppen (z. B. Menschen mit Migrationshintergrund und auch j\u00fcngere B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger), ein geringeres Vertrauen in die Polizei. Dabei ist Vertrauen sehr wichtig f\u00fcr die Polizeiarbeit.<\/p>\n<p>Dazu Tim Lukas: \u201eEs gibt Studien, die sagen, dass bis zu 90% aller T\u00e4tigkeiten, die die Polizei vollzieht, durch die Bev\u00f6lkerung initiiert sind. D.h., die Bev\u00f6lkerung zeigt Straftaten an, die Bev\u00f6lkerung hilft bei der Aufkl\u00e4rung von Straftaten. Sie ist elementar wichtig f\u00fcr die Polizeiarbeit. Und wenn dieses Vertrauen nicht da ist, dann gewinnen andere Formen der Konfliktl\u00f6sung an Prominenz. Wenn sie der Polizei nicht vertrauen, dann melden sie sich dort auch nicht und regeln das Problem vielleicht selbst.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_75212\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 560px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-75212 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/csm_Ordnungsamt_1cdc5dcb6f.png\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"372\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das Ordnungsamt auf einem Volksfest unterwegs &#8211; \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<p>Hinzu kommt, erkl\u00e4rt Jacqueline Oppers, Mitarbeiterin des Projektes, \u201edas ist ja nur die polizeiliche Perspektive. Die kommunalen Ordnungsdienste sind bis heute kaum erforscht, daher fehlen die Vertrauenswerte, die f\u00fcr die Polizei bereits vorliegen, oftmals f\u00fcr die Ordnungsdienste, weil sie bei gr\u00f6\u00dferen Befragungen bisher eher ausgeklammert wurden. Diese Fragen greifen wir aber nun in unserem Projekt auf und erhoffen uns davon wichtige, neue Erkenntnisse.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"textimage block buw-block\">\n<div class=\"ti-body\">\n<h4>Vertrauen in Polizei ist h\u00f6her als Vertrauen in Ordnungsdienst<\/h4>\n<p>In einem fr\u00fcheren Projekt zur Sicherheit in der Innenstadt am D\u00f6ppersberg konnte Lukas in Befragungen von B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern zum Vertrauen in Polizei und Ordnungsdienst bereits feststellen, dass das Vertrauen in die Polizei im Vergleich zum Ordnungsdienst deutlich h\u00f6her ausfiel und sagt: \u201eDas hat etwas mit einer unterschiedlichen Pr\u00e4senz im \u00f6ffentlichen Raum zu tun und damit, dass man das Ordnungsamt am ehesten mit Kn\u00f6llchen f\u00fcrs Falschparken assoziiert\u201c.<\/p>\n<p>Jacqueline Oppers erg\u00e4nzt: \u201eDas Problem dabei ist, dass es den Ordnungsdienst nur hier in Deutschland und in Teilen von \u00d6sterreich gibt, aber in anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern so eben nicht. Menschen, die eine Migrations- oder Fluchtgeschichte haben und nach Deutschland kommen, k\u00f6nnen mit dem Ordnungsdienst erst einmal nichts anfangen. Es gibt auch keine passenden \u00dcbersetzungen. Es ist schon schwierig einen englischen Begriff daf\u00fcr zu finden. Die Polizei kennt man aus den Herkunftsl\u00e4ndern, auch wenn man m\u00f6gliche negative Erfahrungen auf die deutsche Polizei \u00fcbertr\u00e4gt, aber den Ordnungsdienst als Organisation kennt man meist gar nicht.\u201c<\/p>\n<p>Zwar habe man in einigen deutschen St\u00e4dten die sogenannte Stadtpolizei, die in anderen L\u00e4ndern eine \u00e4hnliche Funktion wie der Ordnungsdienst \u00fcbernehme, aber im Ausland f\u00fchren die dann auch mit Blaulicht herum. \u201eHier d\u00fcrfen sie das nicht\u201c, erkl\u00e4rt Tim Lukas.<\/p>\n<p>Und weiter: \u201eHier f\u00e4hrt der Ordnungsdienst zuk\u00fcnftig mit Orangelicht, und da denkt man dann doch vielleicht eher an die M\u00fcllabfuhr oder den Abschleppdienst. In der Wahrnehmung gelten sie dann als Polizisten zweiter Klasse oder eben als Hilfssheriffs. Und an diesem Verh\u00e4ltnis wollen wir etwas \u00e4ndern, das Verh\u00e4ltnis zwischen Polizei, Ordnungsdienst und der Bev\u00f6lkerung verbessern. Die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger wissen oft gar nicht, wer eigentlich was darf.\u201c<\/p>\n<h4>Austausch- und Lernprogramm an neutralem Ort<\/h4>\n<p><strong>\u201e<\/strong>Wir haben uns f\u00fcr ein Begegnungsformat entschieden, dass ein Austausch- und Lernprogramm sein soll, in dem nach unserer Vorstellung und Planung, verschiedene Module umgesetzt werden\u201c, erkl\u00e4rt Tim Lukas. \u201eWir planen momentan mit f\u00fcnf Terminen, also f\u00fcnf Wochen mit f\u00fcnf Abenden, an denen sich an je einem Abend drei Stunden lang Polizisten und Ordnungskr\u00e4fte mit ausgew\u00e4hlten B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern aus dem Stadtteil Oberbilk treffen und sich \u00fcber unterschiedliche Themen austauschen.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_75215\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 560px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-75215 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/police-1530531_1280.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"329\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das Leucht-Schild einer Polizeiwache &#8211; \u00a9 Alexa \/ Pixabay<\/span><\/div>\n<p>Wichtig dabei ist ein neutraler Ort, den sie in den R\u00e4umlichkeiten des gemeinn\u00fctzigen Kunst- und Kulturvereins &#8218;K\u00f6niginnen und Helden&#8216; gefunden haben. Um den Austausch zu f\u00f6rdern, legen die Macher vor allem Wert darauf, dass die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger auch ihre Erfahrungen und ihr Wissen, ihre Erwartungen an Sicherheits- und Ordnungskr\u00e4fte in die Organisationen von Polizei und Ordnungsamt einbringen. So k\u00f6nnen Ordnungsamt und Polizei auch von den B\u00fcrgern lernen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"textimage block buw-block\">\n<div class=\"ti-body\">\n<h4>Vorbild: Citizen Police Academys<\/h4>\n<p>Um Vorurteile zwischen Sicherheitsbeh\u00f6rden und der Zivilgesellschaft abzubauen, zogen die Projektbeteiligten amerikanische Vorbilder zu Rate. Aber k\u00f6nnen amerikanische Beispiele, nach den Berichten \u00fcber den Umgang von Polizisten mit afroamerikanischen B\u00fcrgern in den USA \u00fcberhaupt als Vorbilder dienen? \u201eDas ist eine Frage, die sich uns im Projektzusammenhang permanent stellt, vor allem, weil doch jeder wei\u00df, dass das Verh\u00e4ltnis zwischen der Polizei und der amerikanischen Bev\u00f6lkerung besonders angespannt ist\u201c, antwortet Tim Lukas.<\/p>\n<p>\u201eAllerdings waren wir vor Ort und haben gesehen, dass man da sehr genau um dieses Verh\u00e4ltnis wei\u00df. Man wei\u00df auch, dass man Multiplikatoren in der schwarzen und auch wei\u00dfen Community finden kann, die man mit diesem Programm erreichen will. Dann hat man Menschen vor Ort, auf die man in Krisenf\u00e4llen oder bei Polizeigewalt zur\u00fcckgreifen kann, um Konflikte auf kleinerer Flamme halten zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Von zus\u00e4tzlichem Interesse sei auch die Tatsache, dass es diese Programme in den Staaten schon seit vielen Jahren g\u00e4be, sie also auch wissenschaftlich evaluiert seien, erg\u00e4nzt Oppers. Es sei nachgewiesen, dass diese Programme positive Effekte h\u00e4tten. \u201eUntersuchungen, die sich mit den Wirkungen der Programme besch\u00e4ftigen zeigen, dass B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger danach viel mehr \u00fcber die Polizei und deren Arbeit wissen und das Vertrauen in die Polizei ebenfalls nachhaltig gefestigt wird.\u201c<\/p>\n<p><strong>Exkursion nach Boston<\/strong><\/p>\n<p>Von Anfang an stand f\u00fcr Lukas und Oppers fest, dass sie sich zum Projektauftakt auf jeden Fall vor Ort \u00fcber die Programme in den USA informieren wollten. \u00dcber den Kontakt zum US-amerikanischen Generalkonsulat in D\u00fcsseldorf und der amerikanischen Botschaft in Berlin suchten sie nach einer Stadt, die \u00e4hnliche Voraussetzungen in Gr\u00f6\u00dfe und Funktion hatte, wie die Landeshauptstadt.<\/p>\n<p>\u201eWir kamen dann schnell auf die Stadt Boston an der Ostk\u00fcste und haben eine Kooperation mit dem dortigen Police Departement und dem FBI gefunden. Im Oktober 2023 sind wir dann mit unseren Projektpartnern vom Ordnungsamt und der Polizei dorthin geflogen und ich glaube, ich kann da f\u00fcr alle sprechen, wenn ich sage, dass uns das vor Ort sehr beeindruckt hat.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_75216\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 560px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-75216 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/police-6840640_1280.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"367\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die Polizei nach einem n\u00e4chtlichen Verkehrsunfall im Einsatz &#8211; \u00a9 Tim Freitag \/ Pixabay<\/span><\/div>\n<p>Dass das Interesse auch von amerikanischer Seite gro\u00df war, zeigte sich in der verantwortlichen Besetzung. \u201eSie haben einen Verantwortlichen aus Washington eingeladen, der landesweit f\u00fcr alle Programme federf\u00fchrend zust\u00e4ndig ist, es gab eine \u00dcbersetzerin, die extra aus Philadelphia kam und aus Frankfurt reiste ein Verbindungsbeamter des FBI an\u201c, erkl\u00e4rt Tim Lukas.<\/p>\n<p>Die meisten amerikanischen Programme finden im Fr\u00fchjahr und im Herbst statt, so dass die Besuchergruppe am zweiten Tag nach Portland fuhr, um der dortigen Programmdurchf\u00fchrung beizuwohnen. Diese Abende, die f\u00fcr eine feste Gruppe von ca. 30 bis 40 Teilnehmenden durchgef\u00fchrt und \u00fcber einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen mit je einem neuen Thema angeboten werden, dauern in der Regel drei Stunden und beginnen mit einem gemeinsamen Abendessen. Die Polizei erz\u00e4hlt dann, wie sie mit F\u00e4llen umgeht und wie sie ermittelt.<\/p>\n<p>\u201eMan erf\u00e4hrt spannende Dinge, die man sonst nicht erfahren w\u00fcrde. So arbeiten sie mit anonymisierten Fallakten und am Ende gibt es dann eine hochwertige Urkunde, die durch den jeweiligen Beh\u00f6rdenleiter \u00fcberreicht wird.\u201c Das mache schon etwas her und eine Urkunde des FBI habe auch nicht jeder zu Hause h\u00e4ngen. Auf jeden Fall sind diese Programme in den Staaten mittlerweile Selbstl\u00e4ufer und verbessern nachweislich das Verh\u00e4ltnis zwischen der Polizei und den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern.<\/p>\n<h4>Ein Projekt mit Nachahmungspotential<\/h4>\n<p>Das deutsche Projekt hat in der Vorauswahl der B\u00fcrger nat\u00fcrlich auch Vorgaben. \u201eEs m\u00fcssen Menschen sein, die in Oberbilk gemeldet sind und dort wohnen, es sollten Menschen sein, die Multiplikatoren sind, d.h., die beispielsweise in Vereinen aktiv sind. Und es sollten Menschen sein, die keine schwerwiegenden Straftaten ver\u00fcbt haben, weil Polizei und Ordnungsamt mit dem Programm auch die Hoffnung verbinden, dass man sich als attraktiver Arbeitgeber vorstellt.\u201c<\/p>\n<p>Vor allem die Aufkl\u00e4rung und Vermittlung der Zust\u00e4ndigkeiten von Polizei und Ordnungsamt habe oberste Priorit\u00e4t, denn, so sagt Tim Lukas, \u201edas scheint f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung und auch innerhalb der Polizei \u00fcberhaupt nicht klar zu sein. Der Ordnungsdienst arbeitet ebenfalls auf Basis des Polizeigesetzes NRW, arbeitet aber auch auf vielen weiteren Rechtsgrundlagen wie z. B. dem Landesemmissionsschutzgesetz. Sie d\u00fcrfen Wohnungen betreten oder sind f\u00fcr die Unterbringung von Personen nach PsychKG (Die <strong>Psych<\/strong>isch-<strong>K<\/strong>ranken-<strong>G<\/strong>esetze bezeichnen die deutschen Landesgesetze, die die freiheitsentziehende Unterbringung psychisch kranker Menschen im Falle akuter Selbst- oder Fremdgef\u00e4hrdung in einem psychiatrischen Fachkrankenhaus regeln. Anm. d. Red.) zust\u00e4ndig. Es ist erstaunlich, was der Ordnungsdienst alles darf.\u201c<\/p>\n<p>Zust\u00e4ndigkeiten und Aufgaben sollen einerseits f\u00fcr den B\u00fcrger transparenter werden und auf der anderen Seite werden auch in den Organisationen Ver\u00e4nderungsprozesse angesto\u00dfen. Das erzeugt B\u00fcrgern\u00e4he und baut Vertrauen auf.<\/p>\n<p>Am Ende sollen Handlungsempfehlungen stehen, die auch andere Polizeibeh\u00f6rden und Kommunen in NRW umsetzen k\u00f6nnen. \u201eEs geht uns um die Wechselseitigkeit des Verh\u00e4ltnisses von Polizei, Ordnungsdiensten und Stadtbev\u00f6lkerung und das hei\u00dft, dass man sich alle drei Seiten anschauen muss\u201c sagt Tim Lukas abschlie\u00dfend. \u201eEs ist wichtig, auch in Wuppertal, an diesem Verh\u00e4ltnis weiter zu arbeiten.\u201c<\/p>\n<p>Weitere Informationen zum Projekt unter: <a href=\"http:\/\/www.eqal.uni-wuppertal.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.eqal.uni-wuppertal.de<\/a><\/p>\n<p><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_75213\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 210px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-75213 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/csm_Lukas_Oppers_Pressefoto_29ee938ec7-Kopie.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"121\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Dr. Tim Lukas und Jacqueline D\u00e9sir\u00e9e Oppers &#8211; \u00a9 UniService Transfer<\/span><\/div>\n<\/div>\n<h4>\u00dcber Dr. Tim Lukas und Jacqueline D\u00e9sir\u00e9e Oppers<\/h4>\n<div class=\"ti-body\">\n<p>Dr. Tim Lukas ist Leiter der Forschungsgruppe R\u00e4umliche Kontexte von Risiko und Sicherheit im Fachgebiet Bev\u00f6lkerungsschutz, Katastrophenhilfe und Objektsicherheit in der Fakult\u00e4t Maschinenbau und Sicherheitstechnik der Bergischen Universit\u00e4t.<\/p>\n<p>Jacqueline D\u00e9sir\u00e9e Oppers M.A ist wissenschaftliche Projektmitarbeiterin im Fachgebiet Bev\u00f6lkerungsschutz, Katastrophenhilfe und Objektsicherheit in der Fakult\u00e4t Maschinenbau und Sicherheitstechnik.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Verh\u00e4ltnis zwischen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern, der Polizei und dem kommunalen Ordnungsdienst steht immer wieder im Fokus des \u00f6ffentlichen Interesses. Ein Projekt der Sicherheitstechnik will das Vertrauen der Zivilbev\u00f6lkerung in die Arbeit von Polizei und Ordnungsdienst st\u00e4rken.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-75203","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-12 21:20:06","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75203","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=75203"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75203\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":75219,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75203\/revisions\/75219"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=75203"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=75203"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=75203"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}