{"id":74742,"date":"2024-05-03T15:54:08","date_gmt":"2024-05-03T13:54:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=74742"},"modified":"2024-05-05T12:05:27","modified_gmt":"2024-05-05T10:05:27","slug":"weltreisende-lena-jan-zwei-rucksaecke-voller-erinnerungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2024\/05\/03\/weltreisende-lena-jan-zwei-rucksaecke-voller-erinnerungen\/","title":{"rendered":"Weltreisende Lena &#038; Jan: Zwei Rucks\u00e4cke voller Erinnerungen"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_74758\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-74758 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Foto-Stadtzeitung-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1920\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Wieder gl\u00fccklich in Wuppertal gelandet, die &#8222;Globetrotter&#8220; Lena Lichterbeck und Jan Filipzik &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p>In ihrer alten und neuen Heimat Wuppertal starten Lena Lichterbeck und Jan Filipzik jetzt mehr oder weniger wieder von vorn. Ihre Wohnung haben die beiden vor ihrem gro\u00dfen Abenteuer komplett aufgegeben, ihre M\u00f6bel und pers\u00f6nlichen Sachen wurden zum Teil eingelagert. Das bedeutet: Die sympathischen &#8222;Globetrotter&#8220; sind gerade auf Wohnungssuche.<\/p>\n<p>Lena Lichterbeck hat das gro\u00dfe Pivileg, an ihren alten Arbeitsplatz zur\u00fcckkehren zu k\u00f6nnen und gleichzeitig sogar noch bef\u00f6rdert zu werden. Jan Filizik dagegen muss auf Jobsuche gehen und eine neue massgeschneiderte, berufliche Herausforderung erst einmal finden. Aber sein Name hat im Tal und dar\u00fcber hinaus einen so guten Klang, da d\u00fcrfte das nicht allzu lange dauern.<\/p>\n<p>Die Rucks\u00e4cke sind noch nicht ganz ausgepackt, da haben Lena &amp; Jan der STADTZEITUNG bereits ein informatives, spannendes und ehrliches Interview gegeben:<\/p>\n<p><strong>DS: Wie viele Kilometer haben Sie eigentlich insgesamt auf Ihrer Weltreise zur\u00fcckgelegt?<\/strong><\/p>\n<p>Jan Filipzik: \u201eKeine Ahnung, das haben wir beim besten Willen nicht durchgerechnet. Ich kann aber sagen, dass wir 17 L\u00e4nder besucht haben und 16 Mal geflogen sind.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_57296\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1290px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-57296\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/img_20221119_151231-1-2.jpeg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"960\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Lena Lichterbeck und Jan Filipzik auf ihrer Deutschland-Tour in Dresden vor der Frauenkirche &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Wie teuer war Ihre 16monatige Tour durch die Welt?<\/strong><\/p>\n<p>Jan Filipzik: \u201eUnsere Weltreise hat ziemlich genau 55.000 \u20ac gekostet. Inklusive der Kosten f\u00fcr Impfungen. Wir haben vorher einen Mittelwert kalkuliert und sind von einem Tagesbudget in H\u00f6he von 100 \u20ac f\u00fcr uns beide ausgegangen. In Asien kommt man locker damit zurecht, in Amerika reicht der Betrag dagegen kaum. Wir h\u00e4tten nat\u00fcrlich auch viel g\u00fcnstiger reisen k\u00f6nnen. Aber wir sind keine Anfang 20 mehr. Wir sind bewusst einen Mittelweg gegangen, haben uns mal etwas geg\u00f6nnt und dann beispielsweise in Hotels \u00fcbernachtet, um dann wieder einfache Unterk\u00fcnfte zu buchen. Das war unsere Mischkalkulation:\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Was war Ihr beeindruckendstes Erlebnis?<\/strong><\/p>\n<p>Lena Lichterbeck: \u201eF\u00fcr mich ganz eindeutig die Wanderung in Nepal. Das war die beeindruckendste Etappe, weil sie uns k\u00f6rperlich und auch mental Grenzen aufgezeigt hat, die wir aber \u00fcberwunden haben. Die Landschaft ist atemberaubend und die Menschen waren total nett. Es ist dieses Gesamtpaket, das mich so beeindruckt hat. Da hat alles gestimmt. Das ist etwas, was einem in Erinnerung bleibt und was auch pers\u00f6nlich etwas mit einem gemacht hat. Das war definitiv mein Highlight. Ich glaube f\u00fcr Jan war es das Thema Amerika und die tollen Landschaften dort. Au\u00dferdem hat ihn Japan begeistert.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_60195\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1674px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-60195\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/img_20230108_120831.jpg.webp\" alt=\"\" width=\"1664\" height=\"1248\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Lena &amp; Jan: Selfie im Glasfahrstuhl in Kuala Lumpur, der Hauptstadt Malaysias &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Was w\u00fcrden Sie anders machen, wenn Sie noch einmal so eine Weltreise planen sollten?<\/strong><\/p>\n<p>Jan Filipzik: \u201eWenn du solange unterwegs bist und ein Land nach dem anderen bereist, kommt irgendwann der Punkt, an dem du irgendwie ges\u00e4ttigt bist. Man ist vollgesogen mit Eindr\u00fccken. Was man so in einem Land unternimmt, wiederholt sich ja immer wieder. Du schaust dir in den St\u00e4dten die Architektur an, erkundigst dich nach guten Restaurants, interessierst dich f\u00fcr die \u00a0Zeugen der Geschichte, schaust Dir die Kirchen an, erkundest die Landschaft, das Meer und die Umgebung. Und das wiederholt sich beim n\u00e4chsten Etappenziel. Deshalb w\u00fcrde ich keine \u00a0Reise mehr machen, die 16 Monate dauert, sondern viel k\u00fcrzer ist. Man k\u00f6nnte beispielsweise vier Monate in aller Ruhe und ohne Hektik durch S\u00fcdafrika reisen. \u00a0Nach einer l\u00e4ngeren Auszeit in Deutschland w\u00e4re dann ein Trip nach\u00a0 Schottland denkbar. Also Reisen in einzelnen, k\u00fcrzeren Etappen und Abschnitten.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie eng war Ihre Reiseroute eigentlich getaktet?<\/strong><\/p>\n<p>Jan Filipzik: \u201eWir haben uns vorher ein paar Fixpunkte gesetzt. Wir wollten beispielsweise unbedingt nach Japan. Dort ist irgendwann die Taifun- und Regenzeit, das wollten wir uns nicht antun. Also haben wir Japan fest f\u00fcr Oktober eingeplant. Dazwischen war aber alles offen und wir konnten frei nach Lust und Laune entscheiden. Nat\u00fcrlich mussten wir uns ein wenig nach Visumslaufzeiten richten. Die Fl\u00fcge haben wir aber fast immer vorab gebucht.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_65967\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 907px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65967 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/titel.jpeg\" alt=\"\" width=\"897\" height=\"568\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ein wahrer H\u00f6hepunkt f\u00fcr beide: Lena Lichterbeck und Jan Filipzik am Zielpunkt des &#8222;Larke Pass&#8220;, einem der l\u00e4ngste P\u00e4sse im Himalaya (Nepal) &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Welche L\u00e4nder haben Sie ganz bewusst ausgelassen? <\/strong><\/p>\n<p>Lena Lichterbeck: \u201eDen Kontinent Australien und Neuseeland haben wir ausgeklammert und auch Afrika komplett ausgelassen. Ebenso Mittelamerika, weil Jan dort schon einmal gewesen ist. Wir wollten uns mehr auf Asien und Nord- und S\u00fcd-Amerika konzentrieren. Eigentlich w\u00e4re Myanmar die erste Etappe unserer Weltreise gewesen. Aber das war aufgrund der politischen Situation dort nicht m\u00f6glich. Deshalb haben wir beschlossen, als Erstes nach Malaysia zu fliegen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Ist denn geplant, die jetzt ausgelassenen L\u00e4nder bei einer zweiten Weltreise zu besuchen?<\/strong><\/p>\n<p>Jan Filipzik: \u201eEine zweite Weltreise haben wir in absehbarer Zeit nicht auf unserer Agenda! Was Fernreisen angeht, sind wir erst einmal satt. Wir wollen uns jetzt verst\u00e4rkt auf Deutschland und Europa konzentrieren, z.B. nach Schottland reisen, wo wir noch nicht gewesen sind. Eine Weltreise ist schlie\u00dflich kein verl\u00e4ngerter Urlaub. Man ist fast st\u00e4ndig mit Planung und Organisation besch\u00e4ftigt: Wie kommen wir von A nach B, wo finden wir die n\u00e4chste Unterkunft. Wo k\u00f6nnen wir einkaufen, wo unsere W\u00e4sche waschen? Umso schneller man reist, desto gr\u00f6\u00dfer ist der Stress. Alle paar Tagen musst du wieder deine Klamotten in deinem Rucksack verstauen und schleppst ihn dann f\u00fcr die Weiterreise zum \u00dcberland-Bus, zum Flugzeug oder zum Schiff. Meinen Rucksack werde ich jetzt so schnell nicht vermissen.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_67547\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1290px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-67547\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/img_20230802_153216.jpeg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"885\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Lena Lichterbeck und Jan Filipzik geniessen die Tage auf der Trauminsel Lombok in Indonesien\u00a0 &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Lena Lichterbeck: \u201eIch k\u00f6nnte mir auch gut vorstellen, in Zukunft k\u00fcrzere Reisen zu unternehmen, f\u00fcr maximal zwei bis drei Monate. Es war toll, dass wir das jetzt einmal gemacht haben, aber es muss jetzt auch kein zweites Mal sein.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie waren jetzt monatelang rund um die Uhr zusammen. Wie haben Sie es geschafft, zwischenmenschliche Probleme erst gar nicht erst aufkommen zu lassen oder sie im Keim zu ersticken?<\/strong><\/p>\n<p>Jan Filipzik: \u201eSolche Probleme gab es &#8211; ehrlich gesagt &#8211; schon. Man kennt seinen \u00a0Partner von zuhause. Man wei\u00df, wie er tickt. Wenn es Probleme gibt, werden sie angesprochen, L\u00f6sungen gefunden. Aber da ist man auch nicht 24 Stunden am Tag zusammen. Auf einer Weltreise ist alles ganz anders, da kommen pl\u00f6tzlich ganz andere Themen auf. Man stellt auf einmal fest, dass man unterschiedliche Vorstellungen hat und ger\u00e4t deshalb aneinander. Man muss dann \u00fcber Dinge reden, die vorher nie ein Thema waren. Da gab es schon einige Situationen, in denen wir lange und viel diskutiert haben. Diese Gespr\u00e4che waren sehr wichtig und letztlich immer\u00a0 zielf\u00fchrend. Ich kann sagen, dass wir uns unterm Strich super verstanden und die gemeinsame Reise total genossen haben. Aber manchmal war es auch ganz sch\u00f6n anstrengend.\u201c<\/p>\n<p>Lena Lichterbeck: \u201eIch sehe das \u00e4hnlich. Das Thema Kommunikation ist essenziell. Wir haben selten in den sieben Jahren, in denen wir zusammen sind, so viel \u00fcber uns gesprochen, \u00fcber unsere Vorstellungen und was uns bewegt. Mann muss seinem Partner m\u00f6glichst diplomatisch klar machen, welche W\u00fcnsche und Bed\u00fcrfnisse man hat. Reden, reden und nochmals reden ist da der beste Ratschlag, den ich geben kann. Man sollte auch eine gewisse Gelassenheit entwickeln. Man ist 24 Stunden zusammen und man hat auch keinen R\u00fcckzugsraum. Auf keinen Fall sollte man wegen Kleinigkeiten einen Streit vom Zaun brechen. Es kann nur funktionieren, wenn beide Seiten R\u00fccksicht aufeinander nehmen. Es war ein sehr lehrreiches Jahr f\u00fcr uns, aber letztendlich haben wir diese Pr\u00fcfung ja bestanden.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_74772\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1290px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-74772 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/img_20231008_124249.webp\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"960\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die Stippvisite in Japan war f\u00fcr Lena Lichterberg &amp; Jan Filipzik eines der gro\u00dfen Highlights auf ihrer Weltreise &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Was ist die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung einer solchen Reise?<\/strong><\/p>\n<p>Lena Lichterbeck: \u201eAls Land war Indien f\u00fcr mich die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung. Sehr fremd, sehr laut, sehr dreckig, sehr hektisch. Von allem ein bisschen zu viel. Dann diese Armut. Das hat uns teilweise an Grenzen gebracht.\u201c<\/p>\n<p>Jan Filipzik: \u201eIch bin es eigentlich gewohnt, immer etwas zu tun. Gegen Ende unserer Weltreise gab es dann aber den Punkt, an dem eigentlich alles geregelt war und ich in Prinzip nichts machen konnte. Das war in Kuba der Fall. Man hat dort schon mit einem halben Auge nach Deutschland geschielt. Nichts mehr zu tun zu haben, einfach nur abzuwarten und die Dinge laufen zu lassen, das war f\u00fcr mich eine echte Herausforderung.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: W\u00e4re eine solch komplexe Reise aus Ihrer Sicht ohne Hilfsmittel wie Smartphone, Tablet und Internet \u00fcberhaupt m\u00f6glich?<\/strong><\/p>\n<p>Jan Filipzik: \u201eM\u00f6glich ist das nat\u00fcrlich, das habe ich fr\u00fcher auch gemacht. Ich war beispielsweise vor 20 Jahren in Indien \u2013 und das ohne Smartphone. Das war schon krasser. Aber mit den elektronischen Hilfsmitteln ist alles viel einfacher und \u00a0bequemer. Auf der anderen Seite ist eine solche Reise dann ein bisschen weniger Abenteuer. Wenn wir jetzt allerdings ohne Smartphone in Japan gewesen w\u00e4ren, h\u00e4tten wir nichts lesen k\u00f6nnen. Allein beim Einkauf g\u00e4be es Riesenprobleme: Ist das jetzt Salz oder Zucker? Ohne die \u00dcbersetzungs-App auf dem Smartphone h\u00e4tte man keinen Schimmer. Auch die Kommunikation mit den Menschen vor Ort wird durch das Smartphone selbstverst\u00e4nlich viel leichter. Viele sprechen in asiatischen L\u00e4ndern kein Englisch. Und mit einem selbst auferlegten Handy-Verzicht ist das ja so eine Sache: Man kann sich ja vornehmen, das Smartphone nicht oder nur selten zu nutzen, am Ende macht man es dann doch.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_74770\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1248px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-74770 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/img_20231108_120943.jpg\" alt=\"\" width=\"1238\" height=\"850\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die unglaubliche Weite und die bizarren Landschaften haben Lena &amp; Jan in den USA fasziniert &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Was nehmen Sie von all den Erlebnissen, Erfahrungen und Eindr\u00fccken f\u00fcr Ihr weiteres Leben mit?<\/strong><\/p>\n<p>Jan Filipzik: \u201eEin St\u00fcck weit Gelassenheit. Und auch die Erkenntnis und Gewi\u00dfheit, dass man nichts festhalten kann, egal wo du bist und ob du gerade ein atemberaubendes Bergpanorama genie\u00dft, am Ende ist auch dieser Moment gnadenlos wieder vorbei, genau wir die gesamte Weltreise. Ich empfinde so eine gewisse Grundentspannung, weil man unterwegs gemerkt hat, wie wenig man eigentlich zum Leben braucht. Du lebst 16 Monate aus einem kleinen Rucksack und hast eigentlich alles dabei, was du wirklich ben\u00f6tigst.\u201c<\/p>\n<p>Lena Lichterbeck: \u201eDas unterschreibe ich alles. Was bei mir noch hinzu kommt, ist das Thema Offenheit und Vertrauen anderen Menschen gegen\u00fcber. Wir haben in den 16 Monaten keine einzige negative Erfahrung gemacht. Alle Menschen, die wir getroffen haben, waren aufgeschlossen, hilfsbereit und freundlich. Ich bin eigentlich von Natur aus ein Mensch, der am Anfang etwas distanzierter und skeptischer sein kann. Das hat sich jetzt dahingehend ge\u00e4ndert , dass ich mir sage: Es ist viel spannender, offen auf die Menschen zuzugehen und zu erfahren, was sie f\u00fcr eine Geschichte zu erz\u00e4hlen haben und was ich von ihnen lernen kann. Man sollte unvoreingenommen auf Menschen zugehen und auch ohne Vorurteile in fremde L\u00e4nder reisen. Sehr oft wurden unsere Erwartungen positiv entt\u00e4uscht.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_74760\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 970px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-74760 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/img_20240303_082158-min.jpg\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"694\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Lena Lichterbeck mit einem s\u00fc\u00dfen, niedlichen Alpaca-Baby in Peru \u2013 \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Sie haben unterwegs viel Armut gesehen. Wie sind Sie damit umgegangen?<\/strong><\/p>\n<p>Lena Lichterbeck: \u201eAm Anfang war es f\u00fcr mich sehr schwer, die gro\u00dfe Armut mitzuerleben, die einem gerade in Indien st\u00e4ndig begegnet. Man muss ehrlicher Weise sagen, dass man im Laufe der Zeit ein wenig dagegen abstumpft, schon allein aus Selbstschutz. Die gro\u00dfe Armut macht einem auf der anderen Seite bewusst, was man selbst f\u00fcr ein privilegiertes Leben f\u00fchrt. Das macht einen ein St\u00fcck weit dankbarer und dem\u00fctiger.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Gibt es ein Land, in dem Sie gern auf Dauer leben w\u00fcrden?<\/strong><\/p>\n<p>Jan Filipzik: \u201eNein, wirklich nicht. Irgendwann sp\u00fcrt man, dass Deutschland als Heimat schon wahnsinnige Vorteile hat, so sehr man \u00fcber unser Land auch schimpft und durchaus berechtigte Kritik \u00fcbt. Es f\u00e4ngt schon bei der Sprache an. Wenn du in einem Land lebst, musst du die Sprache beherrschen k\u00f6nnen. Sonst kannst du nicht optimal am Leben teilnehmen, man ist dann immer so ein wenig au\u00dfen vor. Ich empfinde es als sch\u00f6n, wieder in Deutschland zu sein und wieder deutsch sprechen zu k\u00f6nnen, nicht nach Worten ringen zu m\u00fcssen. Ich habe einen Riesenrespekt vor Menschen entwickelt, die nach Deutschland kommen, teilweise hochgebildet sind, aber unsere Sprache noch nicht beherrschen. Sie sind dadurch ganz einfach ausgegrenzt.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_74762\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1290px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-74762\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/img_20240114_201909-minvgrt.jpg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"937\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Jan Filipzik raucht in Kuba mit einem Einheimischen eine der weltber\u00fchmten kubanischen Zigarren \u2013 \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Lena Lichterbeck: \u201eUns ist unterwegs sehr klar geworden, dass wir in Deutschland leben wollen, weil wir das System und die Strukturen m\u00f6gen und uns hier sehr wohl f\u00fchlen. Das haben wir in keinem anderen Land so vorgefunden. Ich k\u00f6nnte mir zwar vorstellen, f\u00fcr ein paar Monate mal in Singapur zu leben, w\u00fcrde aber nicht dauerhaft dahin auswandern.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sind Sie bei Ihrer Wohnungssuche schon f\u00fcndig geworden?<\/strong><\/p>\n<p>Jan Filipzik: \u201eWir haben schon etwas Ausschau gehalten, aber noch keine Wohnung fest ins Auge gefasst. Wir lassen uns Zeit, das passende Zuhause\u00a0 zu finden.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wissen Sie schon, wie es beruflich bei Ihnen weitergeht?<\/strong><\/p>\n<p>Lena Lichterbeck: \u201eIch kehre in meine alte Firma zur\u00fcck. In der Unternehmensberatung \u00fcbernehme ich im Bereich Personal-Diagnostik die Team-Leitung f\u00fcr Vertrieb und operatives Gesch\u00e4ft. Es ist sicherlich nicht der Standartfall, dass man 16 Monate weg ist und dann sogar eine h\u00f6herwertige Stelle angeboten bekommt. Dar\u00fcber freue ich mich nat\u00fcrlich sehr.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_74755\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 560px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-74755 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_20240502_201640.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"572\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Locker, gut gelaunt und ohne Rucksack: Jan Filipzik bei der Vorstellung seines Buches in der Buchhandlung J\u00fcrgensen in Vohwinkel &#8211; \u00a9 Lena Lichterbeck<\/span><\/div>\n<p>Jan Filipzik: \u201eIch bin noch auf der Suche. Ich halte die Augen offen. Zuletzt habe ich im Bereich PR, Kommunikation, Projektmanagement und Consulting gearbeitet. In diesem \u00a0Bereich w\u00fcrde ich auch jetzt gern wieder t\u00e4tig werden.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Gerade ist Ihr Buch \u201eReisen ist jetzt\u201c erschienen. Ein einmaliges Projekt oder kommt da noch etwas nach?<\/strong><\/p>\n<p>Jan Filipzik: \u201eIn dem Buch berichte ich von unserer Reise durch Deutschland, von den Vorbereitungen und dem ersten Teil der Weltreise. Ich k\u00f6nnte mir sehr gut vorstellen, ein weiteres Buch zu schreiben, \u00fcber den zweiten Teil unserer Reise, \u00fcber das Zur\u00fcckkommen nach Deutschland und dar\u00fcber, wie die Reise unser Leben beeinflusst hat. Ob es dazu kommt, h\u00e4ngt aber sicher auch davon ab, wie mein gerade ver\u00f6ffentlichtes Buch &#8222;Reisen ist jetzt&#8220; angenommen wird.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Vielen Dank f\u00fcr das offene, informative und spannende Gespr\u00e4ch.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Das Interview f\u00fchrte Peter Pionke<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-74124\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/cover_reisen-ist-jetzt-_final_-1.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"506\" \/><\/p>\n<h4>\u201eREISEN IST JETZT\u201c \u2013 das Buch von Jan Filipzik<\/h4>\n<p><strong>Erscheinungsdatum:<\/strong> 02. Mai 2024<\/p>\n<p><strong>Verlag:<\/strong> Harderstar<\/p>\n<p><strong>Preis:<\/strong> 9,80 \u20ac<\/p>\n<p><strong>ISBN: 978 90 833609 8 0<\/strong><\/p>\n<p><strong>HIER K\u00d6NNEN SIE DAS BUCH BESTELLEN:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.harderstar.de\/product-page\/reisen-ist-jetzt-einmal-alles-auf-anfang\">https:\/\/www.harderstar.de\/product-page\/reisen-ist-jetzt-einmal-alles-auf-anfang<\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_74777\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 560px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-74777\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_20240502_194645-1.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"592\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Gro\u00dfer Andrang bei der Buchvorstellung von Jan Filipzik bei der Buchhandlung J\u00fcrgensen in Vohwinkel &#8211; \u00a9 Lena Lichterbeck<\/span><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie haben sich einen Lebenstraum erf\u00fcllt! Die Unternehmensberaterin Lena Lichterbeck und ihr Lebensgef\u00e4hrte Jan Filipzik, PR-Experte und Ex-Chefredakteur der Wuppertaler Zeitung &#8222;talw\u00e4rts&#8220;, waren 16 Monate auf gro\u00dfer Weltreise und haben die Kontinente Asien und Amerika unter die Lupe genommen. Jetzt sind sie zur\u00fcck in Wuppertal &#8211; im Gep\u00e4ck tolle Eindr\u00fccke, neue Erfahrungen, bleibende Erinnerungen und unz\u00e4hlige Fotos.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25],"tags":[],"class_list":["post-74742","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lifestyle"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-12 21:20:26","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/74742","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=74742"}],"version-history":[{"count":28,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/74742\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":74778,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/74742\/revisions\/74778"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=74742"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=74742"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=74742"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}