{"id":74276,"date":"2024-04-15T16:49:59","date_gmt":"2024-04-15T14:49:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=74276"},"modified":"2024-04-17T12:52:50","modified_gmt":"2024-04-17T10:52:50","slug":"peta-fordert-endlich-jagd-auf-fuechse-stoppen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2024\/04\/15\/peta-fordert-endlich-jagd-auf-fuechse-stoppen\/","title":{"rendered":"PETA fordert: Endlich Jagd auf F\u00fcchse stoppen!"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_74280\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1043px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-74280 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Fuchswelpen-01-c-Detlef-Hinrichs-www.jpg\" alt=\"\" width=\"1033\" height=\"723\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Neugierige Jungf\u00fcchse wollen die Welt erkunden &#8211; \u00a9 PETA \/ Detlef Hinrichs<\/span><\/div>\n<p>Die F\u00fcchse sterben oft auf grausamste Weise \u2013 viele der Tiere werden \u201enur\u201c angeschossen oder in Fallen regelrecht zerquetscht und verst\u00fcmmelt. F\u00fcchse dienen den J\u00e4gern offensichtlich als lebendige Zielscheibe; es bestehe weder aus wildbiologischer noch aus gesundheitlicher Sicht ein Grund f\u00fcr die massenhafte Bejagung der sogenannten Beutegreifer, argumentiert PETA.<\/p>\n<p>Fest steht, J\u00e4ger k\u00f6nnen sich auf eine\u00a0 starke Lobby verlassen. Im Bundestag sitzen eine Reihe von Politikern, die die Jagd als Freizeit-Hobby betreiben. Die bekanntesten d\u00fcrfen Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) \u00a0und MdB Philipp Amthor (CDU) sein.<\/p>\n<h4>F\u00fcchse sind ein wichtiger Teil der Natur<\/h4>\n<p>Der Rotfuchs (Vulpes vulpes) geh\u00f6rt zur Ordnung der Raubtiere (Carnivora) und ist ein Vertreter der Familie der Hunde (Canidae). Durch die au\u00dfergew\u00f6hnliche F\u00e4higkeit, sich den verschiedensten Lebensbedingungen anzupassen, bewohnt er eine Vielzahl von Lebensr\u00e4umen \u2013 von abgelegenen W\u00e4ldern \u00fcber Kulturlandschaften bis in die St\u00e4dte hinein. Der Rotfuchs ist auch bei der Wahl seiner Nahrung nicht w\u00e4hlerisch und verspeist beispielsweise kleine S\u00e4ugetiere, V\u00f6gel, und Regenw\u00fcrmer, aber auch Aas oder Fr\u00fcchte].<\/p>\n<p>F\u00fcchse leben sowohl als Einzelg\u00e4nger als auch in sozialen Familienverb\u00e4nden. In einem solchen Familienverband bekommt nur das dominante Fuchspaar Nachwuchs \u2013 manche F\u00fcchse bleiben sogar ein Leben lang zusammen. Die Paarungszeit liegt zwischen Dezember und Februar. Nach etwa 52 Tagen werden vier bis f\u00fcnf Fuchswelpen geboren.<\/p>\n<p>In einer Fuchsfamilie k\u00fcmmern sich beide Elternteile um die Kinder. Auch die \u00e4lteren T\u00f6chter bleiben oftmals bei den Eltern und helfen liebevoll beim Aufziehen ihrer Geschwister. F\u00fcchse tun alles f\u00fcr ihre Familie: Im Mai 2009 berichtete die britische Zeitung \u201eDaily Mail\u201c von einem Fuchswelpen, der in einer Schlingenfalle gefangen war. Der kleine Fuchs \u00fcberlebte nur, weil seine Mutter ihn vermutlich zwei Wochen lang mit Futter versorgte, bis er schlie\u00dflich \u00a0gerettet wurde.<\/p>\n<div id=\"attachment_74281\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 710px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-74281\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/2018-09-03-Fuechse-Falle-P5015735_orf-c-Jo-Kurz.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"466\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Gefangen in dieser Lebendfalle warten diese jungen F\u00fcchse auf ihre Tod &#8211; \u00a9 PETA \/ Jo Kurz<\/span><\/div>\n<h4>\u201eSchlau wie ein Fuchs\u201c<\/h4>\n<p>Der Rotfuchs ist der am weitesten verbreitete Beutegreifer der Erde. Er lebt am n\u00f6rdlichen Polarkreis in Eisesk\u00e4lte, aber auch im hei\u00dfen Nordafrika und in den trockenen Steppen Asiens. Durch seine hohe Intelligenz kann er sich an die verschiedensten Lebensumst\u00e4nde anpassen und ist ein echter \u00dcberlebensk\u00fcnstler.<\/p>\n<p>Prof. Dr. Dr. Herzog von der TU Dresden: \u201eF\u00fcchse lernen schnell, erfassen Zusammenh\u00e4nge und k\u00f6nnen ihr Wissen dann in raffinierte Strategien umsetzen, die ihnen das \u00dcberleben in vielen Situationen sichern. [\u2026] Es gibt beispielsweise F\u00fcchse, die sich tot stellen, um Kr\u00e4hen anzulocken, die sie dann im richtigen Moment schnappen.\u201c<\/p>\n<h4>Bewiesen: Die Fuchsjagd ist unn\u00f6tig und kontraproduktiv<\/h4>\n<p>Dass die Jagd auf F\u00fcchse unn\u00f6tig ist und sich vielmehr kontraproduktiv auswirkt, wurde l\u00e4ngst durch umfangreiche wissenschaftliche Literatur dargelegt. So kommen englische Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass die Jagd auf F\u00fcchse keinen merklichen Effekt hat; vielmehr regulieren sich Fuchspopulationen aufgrund von Nahrungsverf\u00fcgbarkeit und Sozialgef\u00fcge von selbst.<\/p>\n<p>Die Jagd hingegen zerst\u00f6re die stabilen Sozialstrukturen, was bei F\u00fcchsen zu erh\u00f6hter Fortpflanzung und zur Wanderung einzelner Tiere f\u00fchre. Verluste in der Population w\u00fcrden somit rasch durch Nachkommen und Zuwanderung wieder ausgeglichen oder gar \u00fcberkompensiert.<\/p>\n<p>Auch umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen im Nationalpark Bayerischer Wald belegen die Sinnlosigkeit der Fuchsjagd. In dem 24.000 Hektar gro\u00dfen Waldgebiet werden F\u00fcchse seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr bejagt. Das Ergebnis: Die F\u00fcchse im Nationalpark bekommen sogar weniger Nachkommen als die bejagte Population im angrenzenden Landkreis.<\/p>\n<p>Dies f\u00fchren die Wissenschaftler unter anderem darauf zur\u00fcck, dass es sich im Bayerischen Wald um eine stabile Fuchspopulation handelt, die keinem menschlichen Jagddruck unterliegt. Sie weisen zudem darauf hin, dass wenig bejagte Fuchspopulationen grunds\u00e4tzlich weniger Nachkommen produzieren und ihr Durchschnittsalter h\u00f6her ist.<\/p>\n<p>Aus wildbiologischer Sicht \u2013 so PETA \u2013 g\u00e4be es keinen nachvollziehbaren Grund f\u00fcr die massenhafte Bejagung der Beutegreifer. Im Gegenteil, die Fakten w\u00fcrden f\u00fcr ein fl\u00e4chendeckendes Verbot der Fuchsjagd sprechen.<\/p>\n<div id=\"attachment_74282\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 660px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-74282 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/canvas-dddd.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"457\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die &#8222;Strecke&#8220; einer Fuchsjagd in Deutschland &#8211; \u00a9 PETA<\/span><\/div>\n<h4>Gefahr von Krankheits\u00fcbertragung durch F\u00fcchse nahezu ausgeschlossen<\/h4>\n<p>Deutschland ist gem\u00e4\u00df der WHO seit 2008 frei von terrestrischer Tollwut. Durch die intensive Bejagung war es nicht m\u00f6glich, die Tollwut zu bek\u00e4mpfen \u2013 dies gelang erst durch den gro\u00dffl\u00e4chigen Einsatz tierfreundlicher Impfk\u00f6der. Die durch den Fuchsbandwurm ausgel\u00f6ste Erkrankung \u2013 die alveol\u00e4re Echinokokkose \u2013 z\u00e4hlt laut Prof. Brehm vom Institut f\u00fcr Hygiene und Mikrobiologie der Universit\u00e4t W\u00fcrzburg zu den seltensten (Erkrankungen) Europas.<\/p>\n<p>Eine Ansteckung des Menschen findet ausschlie\u00dflich \u00fcber den Kontakt der Bandwurmeier mit dem Mund statt. Diese befinden sich in den Ausscheidungen des Wirtes. Die Angst vor einer Ansteckung durch den Fuchsbandwurm ist praktisch unbegr\u00fcndet. Laut der Uniklinik Ulm ist die alveol\u00e4re Echinokokkose mit bundesweit 40 bis 70 Neuerkrankungen pro Jahr sehr selten.<\/p>\n<p>Aufgrund des direkten Kontakts mit F\u00fcchsen z\u00e4hlen insbesondere die J\u00e4ger selbst sowie ihre Jagdhunde zur Risikogruppe. F\u00fcr Hunde stellt die R\u00e4ude im Zeitalter der modernen Medizin kein Problem mehr dar und l\u00e4sst sich mit Medikamenten einfach behandeln. Eine Reaktion der Haut durch R\u00e4udemilben beim Menschen (Pseudokr\u00e4tze) heilt in der Regel von selbst aus und tritt nur bei direktem Kontakt mit einem infizierten Tier auf.\u00a0Gegen Staupe bietet die Impfung bei Hunden einen sicheren Schutz. F\u00fcr den Menschen gilt diese Krankheit als nicht ansteckend und ungef\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>Die Tierrechtsorganisation PETA ist fest davon \u00fcberzeugt: Bei der Jagd auf den Fuchs geht es nicht um das Allgemeinwohl \u2013 das fadenscheinige Argument einer Krankheits\u00fcbertragung ist lediglich der Versuch, das sinnlose T\u00f6ten zu rechtfertigen.<\/p>\n<h4>F\u00fcchse stellen keine Gefahr f\u00fcr den Artenschutz dar<\/h4>\n<p>Populationsr\u00fcckg\u00e4nge betroffener Arten wie beispielsweise des Feldhasen oder des Auerhuhns sind \u2013 so Experten &#8211; \u00fcberwiegend auf den Lebensraumverlust und das schwindende Nahrungsangebot zur\u00fcckzuf\u00fchren. Hinzu komme, dass die J\u00e4ger selbst j\u00e4hrlich bundesweit \u00fcber 200.000 Feldhasen erlegen. Ein Verbot der Jagd auf gef\u00e4hrdete Arten sowie die Gestaltung und Vernetzung der Lebensr\u00e4ume w\u00fcrde den Ursachen des Artensterbens wirklich begegnen.<\/p>\n<p>Auch im Nationalpark Bayerischer Wald \u2013 in dem F\u00fcchse nicht bejagt werden \u2013 konnten Wissenschaftler nachweisen, dass der Rotfuchs die erfolgreich wiederangesiedelte Auerhuhn-Population nicht gef\u00e4hrdet. Bei umfangreichen Untersuchungen des Kots der F\u00fcchse wurden keine Nachweise von Raufu\u00dfh\u00fchnern gefunden.<\/p>\n<div id=\"attachment_74283\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 660px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-74283\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/canvas-tellerfalle.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"436\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Eine Tellereisenfalle, die offensichtlich von einem Wilderer aufgestellt wurde, hat diesem Fuchs eine Pfote zutr\u00fcmmert &#8211; \u00a9 PETA<\/span><\/div>\n<p>Die Jagd auf F\u00fcchse hat augenscheinlich nichts mit Artenschutz zu tun. Die wahre Motivation geben die J\u00e4ger sogar offen zu: \u201eUm unser Niederwild zu hegen und wieder gute Strecken an Hasen und Fasanen zu erzielen, d\u00fcrfen wir nicht nachlassen, seine Beutegreifer zu bejagen.\u201c Offenbar werden die F\u00fcchse als Jagd-Konkurrenten gesehen und m\u00fcssen deshalb sterben.<\/p>\n<h4>F\u00fcchse sind N\u00fctzlinge<\/h4>\n<p>In der Natur stehen Beute und Beutegreifer in einer komplexen Beziehung zueinander. Wechselwirkend halten sie ihre Populationen stabil. F\u00fcchse ern\u00e4hren sich haupts\u00e4chlich von M\u00e4usen. So vertilgt ein einziges Tier zwischen \u00a03.000 &#8211; 5.000 M\u00e4use j\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>Aufgrund von landwirtschaftlichen \u201eSch\u00e4den\u201c durch M\u00e4use werden hochgiftige Substanzen auf deutschen Feldern ausgebracht.\u00a0 Gleichzeitig werden F\u00fcchse zu Hunderttausenden get\u00f6tet. Die Gifte sind nicht nur t\u00f6dlich f\u00fcr die M\u00e4use, sondern stellen eine erhebliche Gefahr f\u00fcr alle Wildtiere, aber auch f\u00fcr Hunde und Katzen und letztendlich f\u00fcr den Menschen dar.<\/p>\n<p>Eine <a href=\"http:\/\/rspb.royalsocietypublishing.org\/content\/284\/1859\/20170453\">Studie<\/a>, die 2017 von einem Team niederl\u00e4ndischer Wissenschaftler ver\u00f6ffentlicht wurde, zeigt, dass die Anwesenheit von F\u00fcchsen sogar die f\u00fcr Menschen sehr gef\u00e4hrliche Lyme-Borreliose\u00a0eind\u00e4mmt. Die durch einen Zeckenbiss \u00fcbertragene Infektionskrankheit kann das Nervensystem, die Haut und Gelenke von Menschen schwer sch\u00e4digen.<\/p>\n<p>Der Studie zufolge ist der Befall von M\u00e4usen durch neugeschl\u00fcpfte Zecken in jenen Gebieten um 80 \u2013 90 Prozent niedriger, wo der Fuchs nicht stark bejagt wird.<\/p>\n<div id=\"attachment_74288\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 660px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-74288 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/2021-01-24-Fuchsjagd-Alxing-WA002-c-PETA-D.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"448\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das Ergebnis einer Fuchsjagd &#8211; \u00a9 PETA<\/span><\/div>\n<p>Als Gesundheitspolizei ist der Fuchs ein wichtiges Glied im Kreislauf der Natur. Er sichert nicht zuletzt auch seinen Beutearten das \u00dcberleben, indem er schwache und kranke Tiere erbeutet und Krankheitsherde somit sofort eliminiert.<\/p>\n<p>Th\u00fcringen Forst \u2013 Anstalt des \u00f6ffentlichen Rechts: \u201eDer Rotfuchs ist, nach Wolf und Luchs, das gr\u00f6\u00dfte heimische Raubtier. Meister Reineke erbeutet insbesondere kranke, schwache sowie verendete Tiere und hat so die Rolle des \u201e\u201aGesundheitspolizisten\u2019\u201c im Wald \u00fcbernommen. Er ist au\u00dferdem ein pfiffiger M\u00e4usej\u00e4ger.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Versto\u00df gegen das Tierschutzgesetz<\/strong><\/h4>\n<p>Laut Tierschutzgesetz \u00a7 17 ist es verboten, ein Tier ohne vern\u00fcnftigen Grund zu t\u00f6ten oder ihm Leid zuzuf\u00fcgen. Nichts anderes geschieht bei der Jagd auf F\u00fcchse. Seit 2002 ist der Tierschutz im Grundgesetz verankert und als bindendes Gut mit Verfassungsrang anzusehen.<\/p>\n<p>Das Staatsschutzziel Tierschutz hat Grundrechtsstatus \u2013 nicht aber die Jagd. Somit ist das Jagdrecht dem Tierschutz unterzuordnen. Leider konnte sich die in Beh\u00f6rden und Politik bestens vernetzte J\u00e4gerlobby auf politischer Ebene bislang immer wieder durchsetzen.<\/p>\n<p>In Luxemburg hingegen hat sich die Regierung nicht von den Stammtischparolen der J\u00e4ger beeindrucken lassen und im April 2015 ein Verbot der Fuchsjagd durchgesetzt, das bis heute fortbesteht. Die Bilanz: Keine wesentlichen Probleme. <span class=\"ILfuVd\" lang=\"de\"><span class=\"hgKElc\">Seitdem ist weder die Fuchspopulation gewachsen, noch haben Wildtierkrankheiten zugenommen. Gleichzeitig hat sich zwischen 2014 und 2020 der Prozentsatz der mit Fuchsbandwurm befallenen Tiere halbiert.<\/span><\/span><\/p>\n<p>Der Luxemburger Jagdverband \u201eF\u00e9d\u00e9ration Saint-Hubert\u201c versuchte dennoch, mit juristischen Mitteln gegen das Jagdverbot vorzugehen \u2013 ohne Erfolg. 2016 best\u00e4tigte das Verwaltungsgericht das Fuchsjagdverbot. Begr\u00fcndung: \u201eEinerseits kann die J\u00e4gerschaft dem Gesetzgeber keinen eindeutigen Fehler bei der Einsch\u00e4tzung der Lage nachweisen. Auf der anderen Seite k\u00f6nnen die J\u00e4ger nicht eindeutig beweisen, dass die Zahl der F\u00fcchse durch die Jagd begrenzt wird.\u201c<\/p>\n<p>PETA kommt zu dem Schluss: \u201eEin Verbot der Jagd auf F\u00fcchse in Deutschland ist l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig\u201c!<\/p>\n<h4><strong>Deutsche Bev\u00f6lkerung lehnt die Jagd auf F\u00fcchse mehrheitlich ab<\/strong><\/h4>\n<p>PETA Deutschland kritisiert die anhaltenden Massent\u00f6tungen von F\u00fcchsen und fordert die Bundesregierung auf, F\u00fcchse und andere Tierarten aus der Liste der jagdbaren Arten zu streichen. Seit einigen Jahren scheint auch ein gesellschaftlicher Wandel stattzufinden: Denn mittlerweile sieht auch die deutsche Bev\u00f6lkerung die Fuchsjagd \u00fcberwiegend kritisch.<\/p>\n<p>Eine neue INSA-Meinungsumfrage ergab, dass 38 Prozent der 2.008 Befragten sich tendenziell gegen die Fuchsjagd aussprechen; 32 Prozent sagten, sie seien (eher) daf\u00fcr. F\u00fcnf Jahre zuvor zeigte sich noch ein komplett anderes Bild: Damals wurde ermittelt, dass nur 29 Prozent die Fuchsjagd ablehnten, w\u00e4hrend sich 49 Prozent f\u00fcr die Beibehaltung aussprachen.<\/p>\n<div id=\"attachment_74289\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 660px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-74289 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/canvascccc.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"413\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit in sogenannten \u201eSchliefanlagen\u201c lernen Jagdhunde am lebenden F\u00fcchsen, wie sie diese aus ihrem Bau heraus in den sicheren Tod jagen k\u00f6nnen &#8211; \u00a9 PETA<\/span><\/div>\n<h4><strong>H\u00e4ufige Fehlsch\u00fcsse<\/strong><\/h4>\n<p>Englische Wissenschaftler untersuchten die Tierschutzaspekte bei der <a href=\"https:\/\/www.peta.de\/themen\/gruende-gegen-fuchsjagd\/\">Fuchsjagd<\/a> und kamen zu dem Entschluss, dass bei der Jagd mit Schusswaffen lediglich die H\u00e4lfte der Tiere direkt get\u00f6tet wird. Die angeschossenen Tiere <a href=\"https:\/\/www.peta.de\/neuigkeiten\/jagdhunde-fuchs-garten\/\">fl\u00fcchten mit blutigen Wunden<\/a> oder zertr\u00fcmmerten Knochen und sterben einen langsamen und schmerzhaften Tod.<\/p>\n<p>So fanden Spazierg\u00e4nger im Dezember 2015 in B\u00f6rtlingen einen angeschossenen Fuchs, der viele Stunden unter erheblichen Schmerzen litt, bis er get\u00f6tet wurde. In der Nacht zuvor hatten zwei J\u00e4ger das verletzte Tier sich selbst \u00fcberlassen \u2013 beide wurden wegen Tierqu\u00e4lerei zu einer Geldstrafe verurteilt. Viele der angeschossenen Tiere werden niemals gefunden.<\/p>\n<h4><strong>Baujagd<\/strong><\/h4>\n<p>Bei der <a href=\"https:\/\/www.peta.de\/themen\/baujagd-jungfuechse\/\">Baujagd<\/a> werden F\u00fcchse von J\u00e4gern mit Hunden aus ihrem sch\u00fctzenden Bau getrieben und erschossen. Hierbei kommt es immer wieder zum blutigen Kampf zwischen Hund und Wildtier, denn eine Fuchsmutter k\u00e4mpft bis zum letzten Atemzug f\u00fcr ihre Jungen.<\/p>\n<p>Das Abrichten der Jagdhunde findet unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit in sogenannten \u201eSchliefanlagen\u201c statt. Hier lernen die Hunde am lebenden Fuchs, diesen aus dem Bau zu jagen. Die F\u00fcchse werden dabei wiederholt in Todesangst versetzt. Verzweifelt versuchen sie, aus ihrer Folterkammer zu entkommen \u2013 vergeblich, denn nach einem qualvollen Leben wartet der sichere Tod.<\/p>\n<h4><strong>Totschlagfallen<\/strong><\/h4>\n<p>Totschlagfallen sollen zwar sofort t\u00f6ten, in der Praxis werden die Tiere stattdessen jedoch oftmals schwer verletzt, und viele von ihnen sterben aufgrund von abgetrennten Gliedma\u00dfen, Tr\u00fcmmerbr\u00fcchen oder zerquetschten K\u00f6rperteilen einen langsamen und schmerzhaften Tod. So fanden Spazierg\u00e4nger im Juni 2016 in Dornhan einen jungen Fuchs, der mit einer Pfote in einer Totschlagfalle festhing.<\/p>\n<p>Die scharfen Kanten der Falle trennten ihm letztendlich das Bein ab [31]. In Baden-W\u00fcrttemberg, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und im Saarland sind die Fallen aus Tierschutzgr\u00fcnden bereits weitgehend verboten bzw. unter Genehmigungsvorbehalt gestellt. In den meisten Bundesl\u00e4ndern sind die tierqu\u00e4lerischen Fangger\u00e4te jedoch noch immer erlaubt und werden von den J\u00e4gern zur Fuchsjagd eingesetzt. Diese Fallen werden auch immer wieder Hunden und Katzen zum Verh\u00e4ngnis. Die ber\u00fcchtigen Tellereisenfallen sind verboten.<\/p>\n<h4>Lebendfallen<\/h4>\n<p>In <a href=\"https:\/\/www.peta.de\/themen\/fallenjagd\/\">Lebendfallen<\/a> werden die Tiere gefangen und anschlie\u00dfend mit einem Kopfschuss get\u00f6tet. Laut der Tier\u00e4rztlichen Vereinigung f\u00fcr Tierschutz stehen die gefangenen Wildtiere unter hohem Stress, was erhebliches Leiden verursacht. Ein Wildtier ger\u00e4t in h\u00f6chste Panik, wenn sich die Falle schlie\u00dft, und zieht sich bei verzweifelten Fluchtversuchen oftmals schwere Verletzungen zu oder stirbt durch Kreislaufversagen.<\/p>\n<p>Selbst vor Fuchsjungen machen J\u00e4ger keinen Halt: Spezielle Jungfuchsfallen (Drahtgitterfallen) werden an den Ausg\u00e4ngen des Fuchsbaus angebracht, sodass die Fuchswelpen bei ihrer n\u00e4chsten Erkundungstour hineintappen. Auf diese Weise l\u00f6schen J\u00e4ger ganze Fuchsfamilien aus.<\/p>\n<h4>Faszination wilder Garten<\/h4>\n<p>Als echte Kulturfolger haben sich die schlauen F\u00fcchse hervorragend an das Leben mit dem Menschen angepasst. Im Siedlungsbereich finden sie alles, was das Fuchsherz begehrt: gen\u00fcgend Nahrung, Unterschlupf und vor allem Schutz vor den J\u00e4gern. Mit ein wenig Gl\u00fcck bekommen die Einwohner die d\u00e4mmerungs- und nachtaktiven Tiere sp\u00e4tabends zu Gesicht.<\/p>\n<h4>PETA-TIPPS f\u00fcr ein friedliches Zusammenleben mit den wild lebenden Nachbarn:<\/h4>\n<p><strong>Vorurteile abbauen:<\/strong>\u00a0F\u00fcchse sind ganz wundervolle Tiere, die Schutz ben\u00f6tigen.<\/p>\n<p><strong>Abstand halten:<\/strong>\u00a0So niedlich und flauschig F\u00fcchse auch sind; sie bleiben dennoch Wildtiere, die sich zur Wehr setzen k\u00f6nnen, wenn sie sich bedr\u00e4ngt f\u00fchlen. Daher sollte man k\u00f6rperlichen Kontakt vermeiden und die Tiere nicht anfassen.<\/p>\n<p><strong>Nicht f\u00fcttern:<\/strong>\u00a0F\u00fcchse sollten nicht gef\u00fcttert werden, da sie sich sonst an den Menschen gew\u00f6hnen und ihre nat\u00fcrliche Scheu verlieren.<\/p>\n<p><strong>Potenzielle Beutetiere sch\u00fctzen:<\/strong>\u00a0St\u00e4lle und Auslaufgehege von H\u00fchnern, Kaninchen &amp; Co sollten geschlossen gehalten und ausreichend mit Z\u00e4unen gesch\u00fctzt werden.<\/p>\n<p><strong>Hunde und Katzen entwurmen:<\/strong>\u00a0Tierische Mitbewohner sollten regelm\u00e4\u00dfig entwurmt werden. Wirksame Mittel sind bei Tier\u00e4rzten erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p><strong>Hygiene bei der Gartenarbeit:<\/strong>\u00a0Nach der Gartenarbeit sollten die H\u00e4nde gr\u00fcndlich gewaschen werden. Beeren und andere Gartenfr\u00fcchte sollten vor dem Verzehr ebenfalls gr\u00fcndlich gereinigt werden.<\/p>\n<p><strong>Kot entfernen:<\/strong>\u00a0Genau wie Hunde- und Katzenkot sollte auch Fuchskot mit einer Plastikt\u00fcte auf Spielpl\u00e4tzen und aus Sandk\u00e4sten entfernt und in einen M\u00fclleimer entsorgt werden. Sandk\u00e4sten k\u00f6nnen zudem abgedeckt werden.<\/p>\n<h4>PETA-TIPPS, wenn F\u00fcchse als Nachbarn nicht willkommen sind:<\/h4>\n<p><strong>Beratung von Fuchs-Experten<\/strong>: Am besten kontaktieren Sie zun\u00e4chst telefonisch die <a href=\"http:\/\/www.fuchs-hilfe.de\/kontakt.htm\">Fuchshilfe<\/a> f\u00fcr eine Beratung, die auf die jeweilige Situation zugeschnitten ist.<\/p>\n<p><strong>M\u00f6gliche Futterquellen vermeiden:<\/strong> Es empfiehlt sich, Fleisch oder gekochte Lebensmittel nicht auf den Kompost zu werfen. M\u00fclleimer sollten gut verschlossen und M\u00fclls\u00e4cke erst am Abholtag vor die T\u00fcr gestellt werden. Zudem ist davon abzuraten, tierische Mitbewohner wie Hunde oder Katzen im Freien zu f\u00fcttern bzw. Futter stehen zu lassen. Auch Fallobst sollte m\u00f6glichst aufgesammelt werden.<\/p>\n<p><strong>Keine Spielm\u00f6glichkeit bieten:<\/strong> Es ist hilfreich, Schuhe und andere lose Gegenst\u00e4nde aus dem Garten zu entfernen bzw. sicher zu verstauen.<\/p>\n<p><strong>Vergr\u00e4mung:<\/strong> Hier ist Abwechslung gefragt, um den \u00dcberraschungseffekt zu erhalten: Laute Ger\u00e4usche, Licht\/Bewegungsmelder, Wasserspritzen oder menschlicher Geruch (\u201eHukinol\u201c). Bitte beachten Sie, dass Ultraschallger\u00e4te auch auf andere Wildtiere sowie Hunde und Katzen wirken. (Achtung: In der Zeit der Jungtieraufzucht von M\u00e4rz bis August sollten die Tiere nicht gest\u00f6rt und entsprechend keine Vergr\u00e4mungsma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt werden!).<\/p>\n<p>Das Fangen oder T\u00f6ten der Tiere mit Fallen ist verboten und auch keine L\u00f6sung, denn in der Regel wird ein frei gewordenes Revier blitzschnell wieder von einem anderen Tier besetzt.<\/p>\n<p><strong>Link zu Webseite der Tierrechtsorganisation PETA <\/strong>(Hier k\u00f6nnen Sie auch die Petition unterschreiben):<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.peta.de\">http:\/\/www.peta.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>PETA prangert an: J\u00e4ger t\u00f6ten als Freizeitbesch\u00e4ftigung bundesweit jedes Jahr bis zu einer halben Million F\u00fcchse. Deutschlands gr\u00f6\u00dfte Tierrechtsorganisation fordert die Politik in einer Kampagne auf, das sinnlose T\u00f6ten der schlauen Tiere endlich zu stoppen. Tierfreunde sind aufgerufen, eine entprechende Petition zu unterzeichnen.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-74276","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weitblick"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-20 11:58:25","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/74276","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=74276"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/74276\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":74347,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/74276\/revisions\/74347"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=74276"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=74276"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=74276"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}