{"id":73787,"date":"2025-03-21T06:43:38","date_gmt":"2025-03-21T05:43:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=73787"},"modified":"2025-03-22T16:42:20","modified_gmt":"2025-03-22T15:42:20","slug":"bueffelmozzarella-die-dunkle-seite-einer-delikatesse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2025\/03\/21\/bueffelmozzarella-die-dunkle-seite-einer-delikatesse\/","title":{"rendered":"B\u00fcffelmozzarella: Die dunkle Seite einer Delikatesse"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_73790\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 692px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73790 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/cow-2584987_960_720.jpg\" alt=\"\" width=\"682\" height=\"513\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die zwei B\u00fcffel-K\u00fche f\u00fchlen sich auf matschigen Boden wohl &#8211; \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<p>Damit weibliche B\u00fcffel regelm\u00e4\u00dfig wertvolle Milch geben, m\u00fcssen sie jedes Jahr ein Kalb bekommen. Bis zu 70 Prozent der geborenen Jungtiere sind m\u00e4nnlich und dadurch f\u00fcr die Z\u00fcchter vom ersten Tag an v\u00f6llig wertlos.<\/p>\n<p>Sie geben keine Milch und sind mit ihrer Geburt f\u00fcr den Zuchtbetrieb nur noch ein l\u00e4stiger Kostenfaktor.<\/p>\n<p>Eine Verordnung der italienischen Regierung sichert den Tieren eine Galgenfrist von gerade einmal 30 Tagen zu. Am 31. Tag ihres Lebens landen dann nahezu alle m\u00e4nnlichen K\u00e4lber auf der Schlachtbank.<\/p>\n<p>Ihr Fleisch, das wildartig schmeckt, wird so gut wie gar nicht f\u00fcr den menschlichen Verzehr genutzt, sondern stattdessen als Hundefutter verarbeitet.<\/p>\n<h4>B\u00fcffel-Kuh gibt nur 10 Liter Milch pro Tag<\/h4>\n<p>B\u00fcffelmilch ist im Vergleich zur Kuhmilch ein Luxus-Produkt. W\u00e4hrend eine Kuh pro Tag 40 bis 50 Liter Milch gibt, sind es beim weiblichen B\u00fcffel gerade einmal 10 Liter, die von Mutter Natur eigentlich f\u00fcr die Ern\u00e4hrung ihres Kalbes produziert werden.<\/p>\n<p>Aber in den Genuss von Muttermilch kommen die B\u00fcffel-Babys erst gar nicht. Sie werden gleich am ersten Tag von der Mutter getrennt und bekommen dann im besten Fall &#8211; bis zu ihren Tod nach einem Monat &#8211; ein Gemisch aus Wasser und\u00a0 billigen Milch-Pulver als Futter.<\/p>\n<div id=\"attachment_73794\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 560px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73794 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/mozzarella-3147643_960_720-1.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"309\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Mozzarella-Kugeln, eine beliebte Weichk\u00e4se-Spezialit\u00e4t &#8211; \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<p>Wie gesagt: Im besten Fall. Tierschutzorganisationen wie \u201ePETA\u201c, \u201eVier Pfoten\u201c oder die staatliche Tierschutzbeh\u00f6rde \u201eCorpo Forestale dello Stato\u201c sto\u00dfen immer wieder auf sogenannte \u201eCimitieri die Bufali\u201c \u2013 auf Deutsch B\u00fcffel-Friedh\u00f6fe. Wie zuletzt in der Provinz Salerno.<\/p>\n<p>Das bedeutet: Es gibt Z\u00fcchter, die ihre neugeborenen m\u00e4nnlichen K\u00e4lber aus Kostengr\u00fcnden gar nicht gef\u00fcttert haben, sondern sie einfach herzlos elendig verhungern lie\u00dfen und die toten Tiere anschlie\u00dfend irgendwo an versteckten Orten wie Abfall verscharrten. Tiere als Wegwerf-Ware!<\/p>\n<p>Es sind auch schon von fassungslosen italienischen Tiersch\u00fctzern und Beamten F\u00e4lle aufgedeckt worden, in denen Baby-B\u00fcffeln die M\u00e4uler zugebunden wurden, damit niemand ihr verzweifeltes Br\u00fcllen h\u00f6ren konnte. Mehr als einmal wurden \u2013 so \u201eVier Pfoten\u201c &#8211; auch schon K\u00e4lber, um sie los zu werden, in G\u00fclle ertr\u00e4nkt.<\/p>\n<h4>380.000 B\u00fcffel werden in Italien gehalten<\/h4>\n<p>Rund 380.000 B\u00fcffel werden in Italien gehalten. Hochburgen der B\u00fcffelzucht sind das s\u00fcdliche Latium und die Region Kampanien um Neapel. Hier werden aus der Milch rund 280.000 B\u00fcffeln j\u00e4hrlich ca. 38.000 Tonnen Mozzarella produziert. Tendenz steigend.<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich stammen die B\u00fcffel, die zum artgerechten\u00a0 Leben eigentlich Wasserl\u00f6cher oder Zugang zum Wasser ben\u00f6tigen, aus Indien und China. Dort wurden sie schon vor rund 7.000 Jahr domestiziert. Es gibt zwei Arten: Flussb\u00fcffel und Sumpfb\u00fcffel. In Italien werden seit dem 2. Jahrhundert Sumpf- oder Hausb\u00fcffel gez\u00fcchtet.<\/p>\n<p>Die Weichk\u00e4se-Spezialit\u00e4t Mozzarella gibt aus es Kuhmilch sowie aus einem Gemisch aus Kuh- und B\u00fcffelmilch. Der echte Mozzarella besteht zu 100 Prozent aus B\u00fcffelmilch und ist mit dem Pr\u00e4dikat \u201eDOP\u201c (gesch\u00fctzte Ursprungsbezeichnung) gekennzeichnet. Eine Nebenform ist der Burrata, der durch die Beimischung von Sahne etwas s\u00fc\u00dflicher schmeckt.<\/p>\n<div id=\"attachment_73813\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73813 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/cow-2584979_960_720.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"491\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ein B\u00fcffel auf einer Farm &#8211; \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<p>Dass sich hinter dieser beliebten Delikatesse aus \u201ebella Italia\u201c aus rein wirtschaftlichen Gr\u00fcnden so viel Tierleid verbirgt, sollte jeden Verbraucher sensibilisieren und nachdenklich machen.<\/p>\n<p>Es gibt sie sie vereinzelt auch, Muster-Farmen, in denen die Tiere artgerecht mit direktem Zugang zu Wasser\u00a0 gehalten werden. Und hier haben auch die m\u00e4nnlichen B\u00fcffel eine wesentlich positivere Perspektive.<\/p>\n<p>\u201eIch bringe es nicht \u00fcbers Herz, meine K\u00e4lber schon nach einem Monat vom Schlachter abholen zu lassen. Bei uns d\u00fcrfen sie zwei Jahre leben und werden auch gut versorgt. Das kostet zus\u00e4tzliches Geld, aber das ist uns die Sache wert. Wir haben inzwischen Vertr\u00e4ge mit einigen Gesch\u00e4ften und Restaurants Vertr\u00e4ge abgeschlossen, die unser B\u00fcffelfleisch abnehmen. So k\u00f6nnen wir einen Teil der Mehrkosten \u00a0wieder hereinholen\u201c, erkl\u00e4rt der Z\u00fcchter Antonio Palmeri, dem das Tierwohl am Herzen liegt. <strong>(pp)<\/strong><\/p>\n<p><strong>Link zur Webseite von &#8222;PETA&#8220;:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.peta.de\">http:\/\/www.peta.de<\/a><\/p>\n<p><strong>Link zu Webseite von &#8222;Vier Pfoten&#8220;:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.vier-pfoten.de\">http:\/\/www.vier-pfoten.de<\/a><\/p>\n<p><strong>Link zum Arte-Beitrag\u00a0 &#8222;Blutige Delikatesse&#8220;<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=H5mYsG23UoQ\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=H5mYsG23UoQ<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>B\u00fcffelmozzarella gilt als Delikatesse. Doch viele kennen die dunkle Seite der italienischen K\u00e4sespezialit\u00e4t nicht. Besonders die m\u00e4nnlichen B\u00fcffel-K\u00e4lber erwartet \u00a0ein trauriges Schicksal und der fr\u00fche Tod.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-73787","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weitblick"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-13 11:29:56","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73787","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=73787"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73787\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":73815,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73787\/revisions\/73815"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=73787"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=73787"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=73787"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}