{"id":73654,"date":"2024-04-03T09:00:25","date_gmt":"2024-04-03T07:00:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=73654"},"modified":"2024-04-07T09:48:34","modified_gmt":"2024-04-07T07:48:34","slug":"christian-v-grumbkow-habe-mit-lippenstift-die-waende-bemalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2024\/04\/03\/christian-v-grumbkow-habe-mit-lippenstift-die-waende-bemalt\/","title":{"rendered":"Christian v. Grumbkow: Habe mit Lippenstift die W\u00e4nde bemalt"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_73664\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73664 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/007bda6d-3a3b-4b1e-9462-24247b26d85a-1.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"682\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ein eingespieltes Team: Christian v. Grumbkow mit seiner Lebensgef\u00e4hrtin Daria Antsiferova &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><span data-contrast=\"auto\">In ihrem sehenswerten Portrait \u201eChristian v. Grumbkow \u2013 Wege zur Farbe\u201c hat die bekannte K\u00f6lner Filmemacherin Martina Kast das k\u00fcnstlerische Schaffen des ehemaligen Dozenten an der Folkwang-Kunsthochschule in Essen damals wie heute in den Fokus genommen.<\/span><\/p>\n<p><span data-ccp-props=\"{}\">Die TV-Journalistin besuchte den Maler in seinem Atelier im Schlo\u00df L\u00fcntenbeck, begleitete ihn zu Austellungen &#8211; bis hin auf die Nordseeinsel Sylt, wo sie ein langes Interview mit Christian v. Grumbkow (77) f\u00fchrte. Der sehr informative und unterhaltsame Film ist \u00fcbrigens als DVD oder auf USB-Stick erh\u00e4ltlich.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Die STADTZEITUNG widmet dem renommierten, vitalen Wuppertaler K\u00fcnstler eine dreiteilige Serie: \u201eCvG der Musiker\u201c \u2013 \u201eCvG der Maler\u201c \u2013 \u201eCvG die Pers\u00f6nlichkeit\u201c. Lesen Sie hier Teil 2: &#8222;Christian von Grumbkow &#8211; Der weltweit erfolgreiche Maler&#8220;.<\/span><\/p>\n<p>Im gro\u00dfen &#8222;Hand aufs Herz&#8220;-Interview l\u00e4sst Christian v. Grumbkow die Geschichte seiner Karriere als Maler Revue passieren: Offen, ehrlich und authentisch.<\/p>\n<div id=\"attachment_73666\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 510px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73666 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG_5815-1.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"557\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Christian v. Grumbkow als achtj\u00e4hriger Sch\u00fcler &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Wann hatten Sie zum ersten Mal den Pinsel in der Hand?<\/strong><\/p>\n<p>Christian v. Grumbkow: \u201eSchon als Vierj\u00e4hriger. Aber das war kein Pinsel, sondern der Lippenstift meiner Mutter. Mit dem habe ich die Treppenhausw\u00e4nde in der Villa der Familie Bayer, in der wir nach dem Krieg wohnen konnten, bemalt. Frau Bayer hat sehr moderat reagiert und mich letztlich dadurch ermutigt \u201ek\u00fcnstlerisch\u201c unterwegs zu sein. Da meine Mutter \u00fcbrigens immer wieder mal Aquarelle gemalt hat, war ich sicher auch dadurch angeregt, mich schon sehr fr\u00fch mit Farben und Pinseln auseinanderzusetzen. Etwas sp\u00e4ter habe ich dann, wenn ich krank im Bett lag, mit Wachsstiften Bilder von Vincent van Gogh abgemalt. Als Sch\u00fcler war ich leider h\u00e4ufig krank und die Arbeit mit Farbe hat mich gewisserma\u00dfen \u201egetr\u00f6stet\u201c. F\u00fcr den normalen Schulalltag war ich \u2013 glaube ich &#8211; einfach zu sensibel. Wenn man da nicht so funktionierte, wie es die Lehrer wollten, bekam man Pr\u00fcgel. So war das damals noch.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wer hat denn \u00fcberhaupt Ihr k\u00fcnstlerisches Talent entdeckt?<\/strong><\/p>\n<p>Christian v. Grumbkow: \u201eDas wurde ganz bewusst von meinen Eltern gef\u00f6rdert, indem sie mir Mal-Materialien wie Farben, Pinsel und Leinw\u00e4nde gekauft haben. Die haben sich gedacht: Der Junge ist gut besch\u00e4ftigt mit seinen beiden Hobbys Musik und Malerei. Im\u00a0 Gymnasium lief es dagegen bei mir ja nicht so gut. Das war auch der Grund, warum ich dann auf die Waldorfschule gewechselt bin, wo Kunst und Malerei ein wichtiges Fach im Lehrplan waren. Dort wurde mir schon fr\u00fch vorausgesagt: Du wirst sp\u00e4ter bestimmt einmal K\u00fcnstler. Dadurch f\u00fchlte ich mich best\u00e4tigt und f\u00fcr mich war damit schon fr\u00fch klar, dass ich Maler werde! Und das wiederum fanden meine Eltern gar nicht gut. Sie h\u00e4tten es viel lieber gesehen, wenn ich aus Familientradition zum Milit\u00e4r gegangen w\u00e4re.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_73722\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 510px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73722 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG_0138.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"1110\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Impressionen von einer der vielen Studienreisen in die Provence (S\u00fcdfrankreich) mit Dozent Rudolf Schoofs &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Wo haben Sie nach dem Abitur Kunst studiert?<\/strong><\/p>\n<p>Christian v. Grumbow: \u201eIch habe \u00fcberhaupt kein Abitur gemacht. Ich bin mitten aus der 13. Klasse zu Rudolf Schoofs (03.01.1932 \u2013 28.07.2009) gegangen, Kunstprofessor der Werkkunstschule Wuppertal. Ich habe ihm eine Demo-Mappe mit Arbeiten von mir vorgelegt \u2013 beispielsweise Portraits. Und Rudolf Schoofs hat mich sofort angenommen &#8211; ohne Aufnahmepr\u00fcfung. Ich habe mich dann am n\u00e4chsten Tag stolz als Sch\u00fcler der Waldorfschule abgemeldet. Mein Entschluss wurde von meinen Lehrern sogar ausdr\u00fccklich unterst\u00fctzt, weil es damals wie heute im Gegensatz zur eher autorit\u00e4ren Regelschule Konzept der Waldorfschulen ist, das Individuum zu f\u00f6rdern.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_73670\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 660px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73670 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/015b563a-3ff4-4128-a155-e61d225dcf6d.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"378\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der Maler Christian v. Grumbkow in K\u00f6nigswinter im Rahmen des &#8222;Wald und Sturm&#8220;-Projektes &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: K\u00f6nnen Sie sich noch an Ihre erste Ausstellung erinnern?<\/strong><\/p>\n<p>Christian v. Grumbkow: \u201eNat\u00fcrlich. Eine ganze Ausstellungs-Tournee mit Bildern von mir und anderen Kunststudenten fand schon w\u00e4hrend meines Studiums statt. Und zwar gleich in ganz angesehenen Galerie-Adressen. Denn wir haben als Kunststudenten jedes Jahr mit Rudolf Schoofs im s\u00fcdfranz\u00f6sischen K\u00fcnstlerdorf S\u00e9guret (Provence) eine vierw\u00f6chige Sommerakademie absolviert. Und das f\u00fcr nur 400 DM all inklusive.Dort wurden dann einige der Studentenarbeiten ausgew\u00e4hlt und im Rahmen des deutsch-franz\u00f6sischen Kultur-Austauschs als Wanderausstellung in Frankreich und der BRD pr\u00e4sentiert \u2013 u.a. im renommierten Nassauischen Kunstverein.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Inwieweit hat sich Ihr Stil im Laufe Ihrer Karriere gewandelt?<\/strong><\/p>\n<p>Christian v. Grumbkow: \u201eBei mir gab es zwei Perioden. Die erste: Am Anfang w\u00e4hrend meines Studiums war ich so eine Art Impressionist und Landschaftsmaler. Wir mussten ja erst einmal unsere Wahrnehmung schulen, das \u201erichtige Sehen\u201c lernen. Wie waren angewiesen, ganz einfach die Dinge, die wie sahen und wahrnahmen mit Aquarelltechnik auf Papier zu bringen. Die Ergebnisse waren da noch eher realistisch. Meine Arbeiten wurden aber bereits w\u00e4hrend des Studiums immer abstrakter. Ich habe damals schon meine eigenen Techniken entwickelt und meine Palette um weitere wasserl\u00f6sliche Farben wie Tusche und Gouache erweitert. Ich konnte mir bereits in der Provence eine gewisse Leichtigkeit und Sicherheit erarbeiten und fand schon fr\u00fch viel Anerkennung f\u00fcr meine abstrahierten Landschaftsbilder. Ich spielte mit den Elementen Erde, Wasser, Luft. Beim Betrachter riefen die Bilder Assoziationen \u00fcber Landschaften hervor, obwohl es eigentlich keine realen Landschaften mehr waren.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_73671\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 510px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73671 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/1-Ende-Oktober-119-1.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"639\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Christian v. Grumbkow beim Schaffen des 12 Meter langen Bildes, das im Foyer der Barmenia-Hauptverwaltung h\u00e4ngt &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Und in welche Richtung ging dann die zweite Periode?<\/strong><\/p>\n<p>Christian v. Grumbkow: \u201eIch habe dann eine Zeit lang mit Acrylfarben gearbeitet. \u00a0Diese besa\u00dfen aber f\u00fcr mich nach 20 Jahren zu wenig Ausdruckskraft. Deshalb bin ich ab den 1990er Jahren auf \u00d6lfarbe umgestiegen. Bei diesem wichtigen Schritt spielte, was ich im Interview \u00fcber meine musikalische Laufbahn bereits hervorgehoben habe, der tragische Tod meines Bruders Joachim eine gro\u00dfe Rolle. Ich wollte und musste einfach etwas Grundlegendes \u00e4ndern.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Warum malen Sie nicht mehr gegenst\u00e4ndlich?<\/strong><\/p>\n<p>Christian v. Grumbkow: \u201eZeichnen ist die Kunst des Erfassens der Welt, von gegenst\u00e4ndlichen Motiven, sachlich und analytisch. Beim Malen geht es dagegen mehr um die emotionale Seite der k\u00fcnstlerischen M\u00f6glichkeiten. Gegenst\u00e4ndliches darzustellen kam mir vor, wie malen nach Zahlen. Zu wenig Spontanit\u00e4t, zu wenig Abenteuer oder Risiko. Ich wollte meine Emotionen auf Leinwand bannen, das war aus heutiger Sicht so etwas wie Selbsttherapie. Ich habe dann mit den Fingern und Handfl\u00e4chen die Leinw\u00e4nde bearbeitet. Danach f\u00fchlte ich mich wunderbar und befreit, auch wenn ich halb vergiftet war durch Terpentin und Schwermetalle, was damals noch in den \u00d6lfarben verwendet wurde. Aber die Galeriebesucher waren emotional sehr ber\u00fchrt von dieser Art der Malerei. Und der positive Nebeneffekt: Meine Bilder waren bei Kunst-Fans sehr gefragt.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_73672\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 660px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73672 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG_6243-1.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"488\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das 12 Meter lange Kunstwerk im Foyer der Barmenia-Hauptverwaltung &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Was hat das mit Ihnen als junger K\u00fcnstler gemacht, der damals noch gar nicht wusste, wohin der Weg f\u00fchrt?<\/strong><\/p>\n<p>Christian v. Grumbkow: \u201eGanze ehrlich, so mit 18 Jahren denkst Du ja noch gar nicht \u00fcber eine Karriere als Maler nach und bist zun\u00e4chst mal auf dem Weg, Dich selber zu finden und zu verwirklichen. Ich war fr\u00fch von zuhause weg, habe gelernt, auf eigenen Beinen zu stehen, z.B. w\u00e4hrend meines Kunststudiums in Amsterdam. Da denkt man nicht an den Verkauf von Bildern, da wusste ich noch gar nicht, ob ich K\u00fcnstler werden und davon auch leben kann. Erste Verk\u00e4ufe (40 abstrakte Aquarelle) f\u00fcr ein neues Hotel in Amsterdam, haben mich dann allerdings sehr schnell dazu motiviert, meinen Weg konsequent weiterzugehen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Haben Sie nach Lern- und Ausbildungsphase \u00fcberhaupt noch einmal gegenst\u00e4ndliche Bilder gemalt?<\/strong><\/p>\n<p>Christian v. Grumbkow: \u201eImmer wieder. Ich habe fr\u00fcher bekanntlich auch realistische B\u00fchnenbilder gemalt und gebe auch heute Mal- und Zeichen-Workshops. Was ich von meinen Sch\u00fclern verlange, muss ich ihnen zun\u00e4chst nat\u00fcrlich auch vormachen. Dadurch bin ich eigentlich immer in \u00dcbung geblieben. Ich verstehe mich als lehrenden Maler oder malenden Lehrer &#8211; wenn man so will. Ich bekomme auch heute ab und zu noch Auftr\u00e4ge, Portraits zu malen. Dabei hilft es mir ungemein, dass ich in der Lage bin, die alten Tugenden wieder hervorzuholen. Hinzu kommt, dass meine Partnerin Daria Antsiferova eine ausgezeichnete Portraitmalerin ist und wir auch schon zusammen Portrait-Projekte und auch Workshops realisiert haben.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_73673\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 510px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73673 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/2911.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ein Werk von Christian v. Grumbkow, das im Wuppertaler Von der Heydt-Museum im Rahmen der &#8222;Mehr wert&#8220;-Ausstellung zu sehen ist &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Haben Sie als K\u00fcnstler ein Vorbild?<\/strong><\/p>\n<p>Christian v. Grumbkow: \u201eVorbilder denen ich nachstrebe habe ich schon lange nicht mehr. Diese kann man ja nur kopieren. Das ist als K\u00fcnstler sicher der falsche Ansatz. Es gibt aber Maler, die mich inspiriert und beeinflusst haben, um meinen eigenen Stil zu finden. Am Anfang habe ich mich an Rudolf Schoofs und seinen Antikriegs-Grafiken orientiert. Bei einem Lehrauftrag in London habe ich dann die Aquarell-Lichtmalerei von William Turner genau studiert. Das war f\u00fcr mich sehr beeindruckend. Als Sch\u00fcler fand ich Vincent van Gogh toll, mit Claude Monet konnte ich damals auch sehr viel anfangen. Zwischenzeitlich orientierte ich mich mehr an dem abstrakten Expressionisten Mark Rothko oder an Gotthard Graubner. Ich mag auch die experimentellen Arbeiten von Anselm Kiefer und kann auch einigen Werken von Gerhard Richter etwas abgewinnen. Absolut spannend finde ich auch die fl\u00e4chige Pop-Art von Alex Katz, den ich bei gemeinsamen Ausstellungen in Amerika kennengelernt und jetzt auf einer Messe wiedergetroffen habe.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie waren Kunst-Dozent an der Folkwang-Kunsthochschule in Essen. Wie kamen Sie zu dieser Ehre?<\/strong><\/p>\n<p>Christian v. Grumbkow: \u201eIch hatte eine Ausstellung in einer D\u00fcsseldorfer Galerie. Dort traf ich die Dozentin f\u00fcr Design an der Essener Folkwang-Kunsthochschule. Sie hatten ihren erkl\u00e4rten Nachfolger im Schlepptau. Beide mochten meine Arbeiten sehr und ich wurde sp\u00e4ter telefonisch gefragt, ob ich nicht als Dozent f\u00fcr Grundlagen und Drucktechniken einsteigen wolle. Das habe ich gemacht und dann auch zehn Jahre lang ausgehalten. Das war sehr herausfordernd, zumal es parallel auch noch meine Familie und die Musiker-Laufbahn gab. Es war zwar immer wieder die Rede von einer Professur, aber das hat mich weniger gelockt als mit Hoelderlin auf Tournee zu gehen und Schallplatten zu machen. Da auch die Ausstellungst\u00e4tigkeit mit eigenen Werken immer mehr zunahm, habe ich nach dem 10. Jahr in Essen gek\u00fcndigt.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_73674\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 660px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73674 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/3140.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"458\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Bild\u00fcbergabe in Coronazeiten: Christian v. Grumbkow (l.) mit Oberb\u00fcrgermeister Prof. Dr. Uwe Schneidewind im Barmer Rathaus &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Warum sind Sie immer noch als Mal-Lehrer aktiv? <\/strong><\/p>\n<p>Christian v. Grumbkow: \u201eDas klingt zwar klischeehaft, aber es spiegelt die Realit\u00e4t wider: Als Maler ist man ziemlich einsam und in erster Linie nur mit sich selbst und seiner Arbeit besch\u00e4ftigt. Ich bin aber jemand, der gern kommuniziert und ich brauche auch den Austausch mit anderen Menschen. Nicht zuletzt deshalb habe ich meine Malschule. Ich unterrichte schon sehr lange und das weltweit: Wien, Washington, Santa Fee, Toronto oder Amsterdam, um nur einige Stationen aufzuz\u00e4hlen. Jetzt gebe ich meine Malkurse in meinem Atelier im Schloss L\u00fcntenbeck und reise nur noch gelegentlich f\u00fcr Workshops durch die Welt.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Was wollen Sie Ihren Malsch\u00fclern vermitteln?<\/strong><\/p>\n<p>Christian v. Grumbkow: \u201eIch m\u00f6chte Ihnen das vermitteln, was ich selbst gelernt habe, n\u00e4mlich sich die Welt ohne Illusionen so anzuschauen, wie sie wirklich ist: Sch\u00f6n, bunt, dramatisch und manchmal auch schrecklich. Viele Menschen haben verlernt, richtig hinzuschauen. Die Wahrnehmung wird immer schw\u00e4cher. Dadurch nimmt auch die Wahrnehmung f\u00fcr den Mitmenschen ab. Viele schauen gar nicht mehr richtig hin, sondern gucken nur noch auf ihr Handy. Es macht sich in unserer Gesellschaft immer mehr ein narzisstisches, selbstgespiegeltes Gehabe breit, das macht mir schon ein wenig Angst. Als Gegenma\u00dfnahme versuche ich, meinen Sch\u00fclern das kreative Schaffen, sprich das Zeichnen und Malen aus sich oder der Natur heraus beizubringen. Es ist ein tolles Hobby, das einen zufrieden und vielleicht auch gl\u00fccklich macht. Und dank meiner Unterst\u00fctzung kommen meine Malsch\u00fcler am Ende auch meistens zu befriedigenden Ergebnissen.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_73675\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 660px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73675 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/2de8d7cd-a80a-4a59-b340-bf4da7c6ea2b.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"396\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Dieses Gem\u00e4lde von Christian v. Grumbkow schm\u00fcckt das Wohnzimmer eines Sammler-Ehepaares, einen alten Gutshof in der N\u00e4he von Wuppertal in beeindruckender Weise umgestaltet hat &#8211; \u00a9 CvG<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Was sind das f\u00fcr Menschen, die bei Ihnen Mal-Unterricht nehmen?<\/strong><\/p>\n<p>Christian v. Grumbkow: \u201eDas ist ein ganz breiter Querschnitt. Bei mir nehmen ca. 30 Menschen Malunterricht. Die meisten sind Frauen, aber auch vier M\u00e4nner malen regelm\u00e4\u00dfig bei mir. Ob jung oder \u00e4lter, akademisch gebildet oder handwerklich arbeitend, berufst\u00e4tig oder im Rentenalter, diese sehr bunt zusammen gesetzte Gruppe Menschen, sucht die kreative Herausforderung und eine spannende, erf\u00fcllende Freizeitbesch\u00e4ftigung. Und sie wollen sich damit auch selbst ein St\u00fcck weit besser kennen zu lernen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: K\u00fcnstler ist kein gesch\u00fctzter Beruf. Jeder Talentfreie darf sich K\u00fcnstler nennen und sein \u201eK\u00f6nnen\u201c auch an wen auch immer weitergeben. Wie kann ein potentieller Malsch\u00fcle<u>r <\/u>da \u00fcberhaupt die Spreu vom Weizen trennen?<\/strong><\/p>\n<p>Christian v. Grumbkow: \u201eIch h\u00f6re von den Bewerbern f\u00fcr meine Malschule immer wieder, dass sie bei anderen Mal-Lehrern nicht das gelernt habe, was sie eigentlich lernen wollten. In der Regel bleiben sie dann Jahre bei mir. Ich bin \u00fcberzeugt davon, dass sich die Spreu ganz allein vom Weizen trennt. Es geht nicht darum, dass man die Sch\u00fcler nur irgendwie besch\u00e4ftigt, indem man ihnen eine Postkarte vor die Nase h\u00e4lt und ihnen sagt: Mal das mal ab. Man muss schon die F\u00e4higkeit haben, in jeder Sch\u00fclerin und in jedem Sch\u00fcler das kreative Potential zu wecken, das jeder Mensch als Urkraft in sich tr\u00e4gt. Ziel ist, dass jeder Malsch\u00fcler ein St\u00fcck weit sich selbst erf\u00e4hrt. Die Qualit\u00e4t meines Unterrichts kann man auch daran ablesen, dass eine Reihe meiner Sch\u00fcler ihre Bilder seit Jahren auf eigenen Ausstellungen pr\u00e4sentieren.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_73676\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 660px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73676 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/ed9852f3-e85f-4e11-8337-50bc47e566da.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"458\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der Apfel f\u00e4llt nicht weit vom Stamm: Christian v. Grumbkow beim Malunterricht mit seinem Enkel &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Viele Ihre Werke h\u00e4ngen im \u00f6ffentlichen Raum. Auf welches Werk sind Sie besonders stolz?<\/strong><\/p>\n<p>Christian v. Grumbkow: \u201eDas muss man differenziert sehen. Gemeint sind sicherlich meine Werke, die beispielsweise in \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden wie der Barmenia-Hauptverwaltung in Wuppertal oder im Hauptsitz der Volkswohlbund in Dortmund h\u00e4ngen. Diese Werke sind echte Ma\u00dfarbeiten. Wenn eine solche Anfrage kommt, schaue ich mir die Geb\u00e4ude zun\u00e4chst genau an. Falls sie noch nicht gebaut sind, verschaffe ich mir anhand der Pl\u00e4ne oder Modelle einen Eindruck. Bei den meisten modernen Geb\u00e4uden \u00fcberwiegen die Farben Wei\u00df, Grau und Schwarz. Da muss ich dann halt einen farbigen Gegenpol setzen. Ich fertige dann immer mehrere, skizzenhafte Vorschl\u00e4ge im Kleinformat an. Das Erstaunliche ist, dass sich der Kunde dann fast immer f\u00fcr die erste Idee, die mir in den Kopf geschossen ist, entscheidet. In solchen F\u00e4llen empfinde ich eine gro\u00dfe Genugtuung, weil ich mich offensichtlich auf mein intuitives, kreatives Gesp\u00fcr f\u00fcr solch eine Kunst am Bau-Projekt verlassen kann.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie sind in Wuppertal sicher einer der wenigen bildenden K\u00fcnstler, der von seiner Arbeit leben kann. Was ist Ihr Erfolgsrezept?<\/strong><\/p>\n<p>Christian v. Grumbkow: \u201eDas ist wirklich schwer zu sagen. Zum einen liegt es wohl an der Kontinuit\u00e4t, weil die Galerie Epikur seit 1981 regelm\u00e4\u00dfig Ausstellungen mit meinen Arbeiten pr\u00e4sentiert hat. Dadurch war ich mit meinen Bildern nicht nur in Wuppertal, sondern auch in der Umgebung und auch auf den gro\u00dfen Kunst-Messen vertreten. Die Galerie hat mich in den Fokus von rund 3.000 Adressaten gebracht. Alle zwei Jahre eine gro\u00dfe Ausstellung mit neuen Werken von mir und der Pr\u00e4senz in der Presse oder auch im Fernsehen haben mich die ganze Zeit im Blickfeld der regionalen und \u00fcberregionalen Kunstsammler gehalten. Ich bedauere es sehr, dass die Zusammenarbeit mit dem Galeristen aufgrund einer Erkrankung endete und am Ende leider auch offene Rechnungen zur\u00fcck blieben. Die Galeristin Martina Janzen hat dann in ihren Galerien in Wuppertal, D\u00fcsseldorf und Bayreuth weitere Ausstellungen mit mir organisiert und auch f\u00fcr erfolgreiche Messeauftritte gesorgt.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_73677\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 660px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73677 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG_0011.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"419\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ausstellung in einem Berliner Palais mit den K\u00fcnstlern Kubach &amp; Kropp, Voss und Gervee &#8211; \u00a9 CvG<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Und die weiteren Gr\u00fcnde f\u00fcr Ihren Erfolg?<\/strong><\/p>\n<p>Christian v. Grumbkow: \u201eMeine Auslands-Ausstellungen, \u00fcber die in hiesigen Medien entsprechend berichtet wurde. Beispielsweise \u00fcber meine Ausstellung in einer Galerie in Santa Fe (US-Staat New Mexico), eine der wichtigsten K\u00fcnstlerst\u00e4dte der Welt. Dort habe ich eine ganze Zeit lang verbracht und in der Western-Atmosph\u00e4re nicht nur die gr\u00f6\u00dften Hamburger meines Lebens gegessen, sondern bin auch regelm\u00e4\u00dfig durch die W\u00fcste gefahren worden. Die dort typischen, schroffen roten Felsformationen habe ich dann in neuen Gem\u00e4lden thematisiert und verarbeitet. Davon gab es nat\u00fcrlich Bilder im Internet, die auch in Wuppertal gesehen wurden. Eine hiesige Sammlerin hat sogar hat Bilder aus der Serie gekauft. Solche spektakul\u00e4ren Auslands-Ausstellungen haben im Zusammenspiel mit Medien und Social Media erheblich dazu beitragen, dass sich mein Bekanntheitsgrad immer weiter gesteigert hat. Aber das allein macht meinen Erfolg sicher nicht aus. Offensichtlich sprechen meine Bilder die Menschen auch auf eine besondere, emotionale Weise an, die ich selber nicht definieren kann.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: In Ihrem Atelier lagern zig fertige Bilder, die nicht oder noch nicht verkauft wurden. Ist das ein Schicksal, das Sie mit allen anderen K\u00fcnstlern teilen?<\/strong><\/p>\n<p>Christian von Grumbkow: \u201eDas kann ich erkl\u00e4ren: Dadurch, dass ich im Jahr zwischen sechs und zehn Ausstellungen habe und es gl\u00fccklicherweise auch einen regelm\u00e4\u00dfigen Abfluss von Bildern gibt, muss ich st\u00e4ndig f\u00fcr Nachschub sorgen. Jetzt gehen rund 80 Bilder f\u00fcr die Ausstellung \u201eWasser &amp; Licht\u201c nach Norderney. Dann ist mein Lager schon sichtbar leerer. Ich brauche einfach so einen Fundus von rund 200 Werken, um alle meine Ausstellungen bedienen zu k\u00f6nnen. Dazu kommen auch noch viele Leihgaben, die in ganz Deutschland unterwegs sind.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_73678\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 660px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73678 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/71aeab1b557556c90eb3720f75d7c61c.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"310\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Christian v. Grumbkow (l.) bei seiner Ausstellung im Vok Dams ATELIERHAUS. Rechts der vor einem Jahr verstorbene weltweit anerkannte Marketing-Experte Vok Dams &#8211; \u00a9 Vok Dams iNotes<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Gibt es einen Traum, den Sie sich als K\u00fcnstler noch erf\u00fcllen m\u00f6chten?<\/strong><\/p>\n<p>Christian v. Grumbkow: \u201eTr\u00e4ume habe ich eigentlich gar nicht mehr, weil ich mir und anderen nichts mehr beweisen muss. Ich befinde mich derzeit in einem Nachfrage-Hoch und bin froh, wenn ich das alles bew\u00e4ltigen kann. Vielleicht kann man das als meinen Traum bezeichnen: Ich m\u00f6chte noch lange als K\u00fcnstler arbeiten k\u00f6nnen, gesund bleiben, weiterhin den Spa\u00df an meinem Schaffen behalten und die Freude erleben, die Menschen mit meinen Bildern empfinden.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Also denken Sie erst gar nicht daran, als Maler k\u00fcrzer zu treten und weniger auszustellen?<\/strong><\/p>\n<p>Christian v. Grumkow: \u201eNein! Warum auch. Ich f\u00fchle mich fit, bin kreativ wie eh und je und habe den gro\u00dfen Vorteil, dass ich meine k\u00fcnstlerische Arbeit selbst steuern kann. Wenn mir etwas zu viel wird, sage ich es ab oder verschiebe es. Die Galerie-Szene ist zwar unstetig geworden. Alteingesessene Galerien machen zu, neue er\u00f6ffnen. Das war fr\u00fcher anders. Da hatte man eine Galerie, von der man Jahrzehnte lang gef\u00f6rdert wurde. Eine typische Win:Win Situation. Mein gro\u00dfer Wunsch w\u00e4re es, noch einmal die eine renommierte Galerie zu finden, mit der ich \u00fcber Jahre vertrauensvoll zusammenarbeiten kann und bei mein Nachlass gut vertreten wird.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_73679\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 660px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73679 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/1563.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"442\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Christian v. Grumbkow verkauft Bilder an Kunstfreunde in der ganzen Welt &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Ihre Lebensgef\u00e4hrtin Daria ist auch K\u00fcnstlerin, inspirieren Sie sich k\u00fcnstlerisch gegenseitig oder geht jeder seinen eigenen Weg?<\/strong><\/p>\n<p>Christian v. Grumbkow: \u201eDaria ist in erster Linie Architektin und erst in zweiter Linie K\u00fcnstlerin. Wir erg\u00e4nzen uns bei den Workshops. Sie war auch eine gro\u00dfe St\u00fctze bei der Bew\u00e4ltigung eines gro\u00dfen Portrait-Auftrages. Daria besitzt einfach ein gro\u00dfes Organisationstalent. Und sie ist eine von mir anerkannte und gesch\u00e4tzte Kritikerin. Sie hat einen klaren, unbestechlichen Blick. Schlie\u00dflich hat Daria auch Kunst studiert, bevor sie ihr Architekturstudium erfolgreich absolviert hat. Sie ist die, die mich spontan kritisieren darf. Daria akzeptiert es aber auch, wenn ich dann das letzte Wort habe und sage: \u201aIch nehme Deine Kritik ernst, aber das bleibt jetzt so!\u2018 Sie inspiriert mich als Mensch und auch als K\u00fcnstlerin.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie gehen h\u00e4ufig Kooperationen mit Kollegen ein. Schon erstaunlich, weil die meisten K\u00fcnstler egoistisch, zum Teil sogar egozentrisch sind. Sie werten damit deren Werke auf und teilen Ihren Erfolg mit ihnen. Woher nehmen Sie die Gr\u00f6\u00dfe? <\/strong><\/p>\n<p>Christian v. Grumbkow: \u201eDiese Bewertung teile ich nicht. Ich sehe meine Kooperationen als wertvolle Erg\u00e4nzung. Den Fotografen Michael Utz beispielsweise sch\u00e4tze ich au\u00dferordentlich als Mensch und K\u00fcnstler. Wir haben eine sehr \u00e4hnliche \u00e4sthetische Auffassung. Er macht hochsensible Naturfotografien. Das passt sehr gut mit einem Teil meiner Motive mit landschaftlichen Bez\u00fcgen zusammen. Da haben wir beschlossen, gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten. Das Ergebnis war eine gemeinsame Ausstellung, von der wir beide profitiert haben. Bei Benefiz-Projekten mit anderen K\u00fcnstlern ist es sicher schon einmal vorgekommen, dass Arbeiten von Kolleginnen und Kollegen durch meine Pr\u00e4senz mehr im Scheinwerferlicht als gew\u00f6hnlich ger\u00fcckt und dadurch auch aufgewertet wurden. F\u00fcr mich aber kein Problem. Im Gegenteil.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_73680\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 660px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73680 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/3784.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"488\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Erfolgreiche Kunst-Kooperation mit ayurvedischen Koch-Guru Volker Mehl (l.) &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Martina Kast hat Sie in dem Film \u201eChristian v. Grumbkow \u2013 Wege zur Farbe\u201c portraitiert. Zeigt die Filmemacherin Sie so, wie Sie wirklich sind? <\/strong><\/p>\n<p>Christian v. Grumbkow: \u201eAuf jeden Fall. Ich kann eh keine Rolle spielen. Ich bin immer authentisch. Und das spiegelt der Film meiner Meinung nach auch sehr gut wider. Ich finde mich da wieder \u2013 als Mensch und als K\u00fcnstler.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Viele K\u00fcnstler schm\u00fccken sich selbst mit einer Aura, tun so, als w\u00fcrden sie mit jedem Pinselstrich die Welt retten. Ihre Message lautet dagegen schlicht und einfach: \u201eIch male keine Botschaft, keine Gedanken, ich male Farbe\u201c. Understatement? <\/strong><\/p>\n<p>Christian v. Grumbkow: \u201eDas habe ich vor Jahren gesagt, stehe aber immer noch dazu, obwohl ich ja inzwischen durchaus Statements zur Umwelt, zur Politik und zu sozialen Dingen abgebe. Ich beziehe klar Stellung wie beispielsweise in der Ausstellung \u201aKrieg und Frieden\u2018, wo der Angriff Putins auf die Ukraine thematisiert wird. Bei \u201aWald und Sturm\u2018 geht es um die Umwelt. Ich male aber keine politischen Plakate, keine Headlines, ich produziere Bilder, die im besten Fall ausdr\u00fccken, was ich beim Malen authentisch, emotional gef\u00fchlt habe. Wenn dies auch beim Betrachter so r\u00fcberkommt, wei\u00df ich, dass ich den Nerv getroffen habe. Unterm Strich male ich immer noch Farbe, allerdings unter dem Einfluss ganz bestimmter Erlebnisse und Erfahrungen. Eines ist mir jedenfalls klar: Mit meinen Bildern kann ich die Welt nicht ver\u00e4ndern oder verbessern. Das m\u00fcssen die Menschen schon von sich heraus tun oder zumindest versuchen.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_73749\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 692px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73749 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/9f93b2be-0ecd-4b63-a4e2-29b8f4de0f5f.jpg\" alt=\"\" width=\"682\" height=\"1024\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Christian v. Grumbkow und Daria Antsiferova im renommierten K\u00fcnstlerforum Bonn vor einem Werk des Kunstprojektes &#8222;Der Wald und der Sturm&#8220;. Der K\u00fcnstlergruppe, deren tragende S\u00e4ule der Wuppertaler Maler war, wurde daf\u00fcr inzwischen der \u201eUmwelt Award\u201c der Stadt Bergisch-Gladbach verliehen &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Sie sind Vater eines Sohn und einer Tochter. Haben diese Ihr k\u00fcnstlerisches Talent geerbt?<\/strong><\/p>\n<p>Christian v. Grumbkow: \u201eIch glaube schon, sie haben es aber noch nie so richtig ausgelebt. Mein Sohn Daniel besitzt sicher die n\u00f6tige Veranlagung. Er hat auch die Aufnahmepr\u00fcfung f\u00fcr eine Kunstschule bestanden, aber sich dann letztlich daf\u00fcr entschieden, Zeitsoldat bei der Bundeswehr zu werden. Er mag aber meine Bilder sehr. Meine Tochter Anna malt auch ein wenig und kommt immer mit meinen beiden Enkeln zum Malen zu mir, wor\u00fcber ich mich sehr freue. Aber das ist f\u00fcr Anna halt eben nur Hobby.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Ab Ende M\u00e4rz ist eine gro\u00dfe Ausstellung von Ihnen mit dem Titel \u201eWasser &amp; Licht\u201c im Conversationshaus, dem Wahrzeichen der Nordseeinsel Norderney, zu sehen. Ein erneuter Ritterschlag?<\/strong><\/p>\n<p>Christian v. Grumbkow: \u201eDie Voraussetzungen daf\u00fcr sind sehr gut. Das wird eine gro\u00dfe Ausstellung mit rund 80 Werken, die sich auf drei R\u00e4umlichkeiten verteilen: Auf das Conversationshaus selbst, auf das Foyer des Kurtheaters und dazu oben im Eingangsbereich, der ganz aus Glas besteht. Dort werden achtzehn bemalte Plexiglasscheiben eine Art Kirchenfenster-Effekt verbreiten. Au\u00dferdem wird der von Martina Kast produzierte Film \u00fcber mich im Kurtheater und auf einem Film-Festival laufen, das es seit 25 Jahren auf Norderney gibt. Sehr positiv ist: Im Zeitraum der Ausstellung, die bis Ende Juni geht, werden laut Veranstalter rund 200.000 Menschen meine Bilder zumindest am Rande wahrnehmen. Denn die Ferieng\u00e4ste m\u00fcssen alle ins Conversationshaus, um dort ihre Kurtaxe zu bezahlen (LOL).\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Vielen Dank f\u00fcr das spannende, offene und ehrliche Gespr\u00e4ch.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Das Interview f\u00fchrte Peter Pionke<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_73682\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 510px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73682 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG-8027.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"375\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Gl\u00fccklich auf Norderney: Christian v. Grumbkow und Lebensgef\u00e4hrtin Daria Antsiferova &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><strong>Link zur Webseite von Christian v. Grumbkow:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.grumbkow-colors.de\">http:\/\/www.grumbkow-colors.de<\/a><\/p>\n<p><strong>LESEN SIE AUCH: &#8222;Christian v. Grumbkow sorgte bei Hoelderlin f\u00fcr Farbe&#8220;<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2024\/03\/15\/christian-von-grumbkow-sorgte-bei-hoelderlin-fuer-farbe\/\">https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2024\/03\/15\/christian-von-grumbkow-sorgte-bei-hoelderlin-fuer-farbe\/<\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_73685\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 360px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73685 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG_7961.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"329\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das Conversationshaus auf Norderney &#8211; hier zeigt Christian v. Grumbkow seine Ausstellung &#8222;Wasser &amp; Licht&#8220; &#8211;\u00a0 \u00a9 CvG<\/span><\/div>\n<div id=\"attachment_73683\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 360px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73683 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Flyer-geschlossen.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"497\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das Plakat zur Ausstellung<\/span><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christian von Grumbkow ist eine Pers\u00f6nlichkeit, die Strahlkraft weit \u00fcber Wuppertal hinaus besitzt. Seine Bilder werden weltweit gekauft. 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