{"id":73108,"date":"2024-03-15T15:00:14","date_gmt":"2024-03-15T14:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=73108"},"modified":"2025-05-12T18:34:53","modified_gmt":"2025-05-12T16:34:53","slug":"christian-von-grumbkow-sorgte-bei-hoelderlin-fuer-farbe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2024\/03\/15\/christian-von-grumbkow-sorgte-bei-hoelderlin-fuer-farbe\/","title":{"rendered":"Christian von Grumbkow sorgte bei Hoelderlin f\u00fcr Farbe"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_73179\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 760px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73179 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/grumbkow_2352k_Jpg-1-2-1024x671-2.jpg\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"522\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der Wuppertaler Musiker und Maler Christian von Grumbkow vor seinem Atelier im Schloss L\u00fcntenbeck &#8211; \u00a9 Michael Utz<\/span><\/div>\n<p><span data-contrast=\"auto\">In ihrem sehenswerten Portrait \u201eChristian v. Grumbkow \u2013 Wege zur Farbe\u201c hat die bekannte Filmemacherin Martina Kast das k\u00fcnstlerische Schaffen des ehemaligen Dozenten an der Folkwang-Kunsthochschule in Essen damals wie heute in den Fokus genommen.<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Die STADTZEITUNG widmet dem 77j\u00e4hrigen eine dreiteilige Serie: \u201eCvG der Musiker\u201c \u2013 \u201eCvG der Maler\u201c \u2013 \u201eCvG die Pers\u00f6nlichkeit\u201c. Lesen Sie Teil 1: Christian von Grumbkow &#8211; Der Musiker und Mitbegr\u00fcnder der erfolgreichen Wuppertaler Art-Rock-Band \u201eHoelderlin\u201c.<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-83834\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Hand-aufs-Herz-88510200.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"66\" \/><\/p>\n<p>Im gro\u00dfen &#8222;Hands aufs Herz&#8220;-Interview l\u00e4sst er die Geschichte von &#8222;Hoelderlin&#8220; Revue passieren: Authentisch, offen, ehrlich.<\/p>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Zwei erfolgreiche Karrieren: Musik und Malerei. Wie sind Sie Musiker geworden?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eVermutlich lag es daran, dass meine Eltern unbedingt wollten, dass meine Br\u00fcder und ich Hausmusik machten. Also haben wir alle ein klassisches Instrument gelernt. Ich habe Trompeten-Unterricht genommen und dann auch im Schulorchester gespielt. Wir hatten auch Auftritte in der Historischen Stadthalle oder auch schon mal bei einem Kleingarternverein<\/span><span data-contrast=\"auto\">. Mein Bruder Andreas spielte Geige, mein Bruder Jochen Cello und unser J\u00fcngster Bruder Cornelius Klavier. Ich habe aber zeitgleich auch schon Banjo und Gitarre gespielt.\u201c<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Von der Klassik zum Rock war es noch ein weiter Weg. Wie haben Sie den zur\u00fcckgelegt?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eIch bin schon mit 15 Jahren allein nach England geflogen, weil ich mit meiner Familie urlaubsm\u00e4\u00dfig gar nicht klar kam. Ich wollte dort Englisch lernen. Das war Anfang der 1960er Jahre, also die Zeit der Beatles. Und \u00fcberall in den Bars und Clubs spielten die Jungens mit den nach vorne gek\u00e4mmten Haaren und den Rickenbacker-B\u00e4ssen und \u2013Gitarren Beat-Musik. Die machten alle einen auf Beatles. Ich war v\u00f6llig infiziert von dieser neuen Art von Musik. Als ich dann wieder in Wuppertal war, habe ich mit meinem Bruder Andreas (leider im Herbst an Covid-19 verstorben), Helmut Ork (Drums), Uller Bartels (Bass) und dem Gitarrengott &#8218;Memphis&#8216; <\/span><span data-contrast=\"auto\">die Band \u201aBeatkids\u2018 gegr\u00fcndet.<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">&#8222;<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_73153\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 510px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73153 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG_9860-1.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"767\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Sch\u00fcler Christian von Grumbkow beim Banjospielen &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: War das also der Startschuss in Ihre Musiker-Karriere?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eDas kann man so sagen. Wir waren aber eine reine Coverband. Wir spielten Songs von den Beatles, den Rolling Stones und von anderen Bands, die damals aktuell waren. Wir hatten auch schon unsere Auftritte, beispielsweise bei einer Modenschau in der vollbesetzen Stadthalle, bei dem Groschen, Maoam-P\u00e4ckchen und zwei Unterh\u00f6schen bei uns auf der B\u00fchne landeten. <\/span><span data-contrast=\"auto\">Von diesem Beatband-Ball des Hauses Fritsche gibt es noch einen Zeitungsartikel. Dieser hat uns aber leider eine Menge \u00c4rger eingebrockt.\u201c<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Jetzt machen Sie uns neugierig &#8211; warum denn?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eMein Bruder Andreas, der Schlagzeuger und ich besuchten damals die Waldorfschule. Und dort bekam man auf Grund der Zeitungsartikel in der lokalen Presse mit, dass wir in einer Beat-Band spielten. Das ging gar nicht. Die meisten Erwachsenen lehnten diese neue Musik damals strikt ab, empfanden sie nur als primitiven Krach. Also stellte uns die Schulleitung vor die Wahl: Entweder Abitur oder Musik! Wir haben das Ultimatum aber ignoriert, sondern uns mit B\u00e4rten und dunklen Brillen \u00e1 la &#8218;Blues Brothers&#8216; getarnt und einfach weiter gespielt &#8211; z.B. im Jazz-Club in der Aderstra\u00dfe.<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><span data-contrast=\"auto\">Irgendwann ist dann mein Bruder aus der Band ausgestiegen. Ich bin ihm wenig sp\u00e4ter gefolgt, da die Schule mehr Aufmerksamkeit und Zeit verlangte. Die &#8218;Beatkids&#8216; gab es danach noch eine ganze Zeit lang in unterschiedlichen Besetzungen weiter.<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">&#8222;<\/span><\/p>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Haben Sie das Gitarrespielen von Grund auf gelernt, mit Unterricht bei einem ausgebildeten Gitarrenlehrer?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eIch hatte zwar ein paar Unterrichtsstunden, aber im Prinzip war ich eine Autodidakt, der sich das Gitarrenspielen selbst beigebracht hat. Ich habe meine uralte Gitarre zun\u00e4chst einmal so gestimmt, dass ich quasi mit einem quergelegten Finger einen Dreiklang erzeugen konnte. So habe ich schon sehr fr\u00fch meinen &#8218;eigenen Sound&#8216; entwickelt.\u201c <\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_73160\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 510px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73160 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG_9862.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"664\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Dieser Zeitungsartikel \u00fcber einen Auftritt der &#8222;Beatkids&#8220; brachte Christian von Grumbkow und seinem Bruder Andreas eine Menge \u00c4rger ein &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Im n\u00e4chsten Schritt ist dann also die Band Hoelderlin entstanden? <\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eSo schnell ging das nicht: Wir haben noch einen Umweg \u00fcber den Blues genommen. Nach dem Ausstieg bei den \u201aBeatkids\u2018 wurden mein Bruder Jochen und ich gefragt, ob wir bei der &#8218;Action Issue Bluesband&#8216; von Manfred Galden mitmachen wollten. Wir wollten und haben dann im neu gegr\u00fcndeten Kommunikationszentrum &#8218;Impuls&#8216; freitags, samstags und sonntags sozusagen &#8218;\u00f6ffentlich geprobt&#8216;. Das brachte uns zwar kaum Geld, aber viel Erfahrung. Es wurde im Laufe des Jahres immer voller in den Impuls-Kellerr\u00e4umen und so gab es dann letztlich auch mehr &#8218;Gage&#8216;<\/span><span data-contrast=\"auto\">. Wir haben Blues-St\u00fccke von John Mayall, von anderen Blues-Gr\u00f6\u00dfen und auch eigene Songs gespielt. Wir hatten viele Auftritte in Wuppertal und Umgebung. Bei manchen St\u00fccken habe ich damals auch Trompete gespielt.\u201c<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Wann kam es denn dann zum Umstieg vom Blues zum Art-Rock?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eDie Blues-Band existierte rund zwei Jahre. Danach habe ich in Amsterdam Kunst studiert. Und dort bekam ich die Gelegenheit, auf einem gro\u00dfen Rock- &amp; Pop-Festival Bands wie Pink Floyd, Softmaschine, Family, Jefferson Airplane oder The Flock live zu erleben. Da habe ich gemerkt, dass Blues zwar ganz sch\u00f6n ist, aber dass es auch noch ganz andere spannende, innovative Musik gab. Ich habe dann mit meinem Bruder Jochen gesprochen, der damals in Stuttgart Architektur studierte. Ich schlug ihm vor, eine Band zu gr\u00fcnden, die progressive Musik spielen solle. Das war 1970. Wir haben uns dann Musiker gesucht, die ihre Instrumente perfekt beherrschten. Was wir damals aus heutige Sicht zu wenig bedachteten, dass diese Leute auch zu unserer musikalischen Philosphie passen mussten. Au\u00dferdem war wichtig, dass auch die Chemie untereinander stimmte. Das hatte letztlich zur Folge, dass es zu Umbesetzungen in der Band kam, weil es musiklisch auseinanderdriftete oder menschlich nicht mehr passte.&#8220;<\/span><\/p>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Wie kam es zum Band-Namen Hoelderlin, offenschtlich adaptiert von dem ber\u00fchmten Dichter Friedrich H\u00f6lderlin?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eWir waren so eine Art Clique von begeisterten Musikern \u2013 alle hatten die\u00a0 Waldorf-Schule besucht. Da war einer dabei, der leicht philosophische Ans\u00e4tze hatte. Der war so etwas wie der Mentor f\u00fcr die Band und f\u00fcr den Namen. Denn er hatte das Drama von Peter Weiss mit dem Titel \u201eH\u00f6lderlin\u201c gelesen und es uns ans Herz gelegt. Das war damals total en vogue. In dem Drama ging es um das Schicksal des Dichters H\u00f6lderlin, der in seiner Zeit f\u00fcr verr\u00fcckt erk\u00e4rt und in einen Turm gesperrt wurde. F\u00fcr Peter Weis war H\u00f6lderlin aber kein Verr\u00fcckter, sondern ein Revolution\u00e4r, den man in den Turm sperrte, um ihn mundtot zu machen. Das fanden wir sehr politisch und dazu sehr spannend. Au\u00dferdem waren wir eine deutsche Band und wir wollten deutsche Texte f\u00fcr unsere Songs schreiben. Dazu passte dann ideal der deutsche Dichter\/Revolution\u00e4r H\u00f6lderlin mit seinem bedauernswerten Schicksal.\u201c<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_73155\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 510px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73155 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG_9859.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"568\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Christian von Grumbkow als Gitarrist der &#8222;Beatkids&#8220; &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Wer von der Band hat sich denn intensiv mit dem Werk des Dichters H\u00f6lderlin besch\u00e4ftigt?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eWir haben uns alle mit der nicht gerade leichten, literarischen Kost des Romantikers Friedrich H\u00f6lderlin auseinandergesetzt, aber auch mit H.C. Artmann-Texten experimentiert und letztlich festgestellt, dass wir doch lieber eigene Texte verfassen sollten, die aber inspiriert waren von den gro\u00dfen Namen. Zus\u00e4tzlich gab es eine Kooperation mit Niklas Stiller, einem D\u00fcsseldorfer Arzt und Dichter, dessen Gedichte und Texte auch dann bei den Konzerten als dramaturgischen Stilmittel zwischen unseren Songs pr\u00e4sentiert wurden. Wir haben immer die N\u00e4he zur Lyrik mit politischem Inhalt gesucht. Beispielsweise auch zu Berthold Brecht.\u201c <\/span><\/p>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Wie sind die Texte zu Ihren Songs entstanden?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eDie Texte zu unserem ersten Album \u201aHoelderlins Traum\u2018 haben wir in der Kneipe \u201eHund, Hund &amp; Hund\u201c in Elberfeld geschrieben, in der ich damals als Aushilfe arbeitete. Das war quasi unser Headquartier. Dann kam auch sehr schnell der Schallplattenvertrag. Wir hatten in Essen gespielt und dabei das Duo \u201eWitth\u00fcser &amp; Westrupp\u201c kennen gelernt. Die beiden haben uns dann weitergereicht an ihren Produzenten Rolf-Ulrich Kaiser. Der rief dann ein paar Tage sp\u00e4ter an und erkl\u00e4rte: \u201aIch will einen Vertrag mit Euch machen \u2013 schickt mir mal ein Tonband\u2018.\u201c<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Mit Ihrem Musik-Stil Art-Rock waren Sie Ihrer Zeit voraus. Wie hat sich dieser Stil entwickelt?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eUnsere Musik war anfangs inspiriert von Bands wie &#8218;Traffic&#8216; mit Stevie Winwood, Jim Capaldi, Dave Mason und Chris Wood, von &#8218;Family&#8216; oder &#8218;Fairport Convention&#8216;. F\u00fcr deren S\u00e4ngerin Sandy Denny habe ich einmal einen Text geschrieben. Diese Gruppen pr\u00e4sentierten alle so eine Art Folkrock, der \u00fcber die Stilgrenzen hinaus ging. Da spielten auch die Querfl\u00f6te oder eine Geige eine wichtige Rolle. Das hat uns beeinflusst. Uns interessierte alles, was feiner und reiner als normale Rockmusik war. Daraus haben wir unseren ganz eigenen Stil und Sound abgeleitet.\u201c<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_73196\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 710px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73196 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/PHOTO-2024-03-06-09-06-42.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"671\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die Art-Rock-Band Hoelderlin:\u00a0 <span data-contrast=\"auto\">Christoph Noppeney<\/span> (o.), Jochen von Grumbkow (l.), Michael Bruchmann (M.), Christian von Grumbkow (r.), Chefroadie Joachim K\u00e4seberg (u.l.) und Peter K\u00e4seberg &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Die Band Hoelderlin hatte sehr schnell einen klangvollen Namen. Wie haben Sie das hingekriegt?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eWir bekamen sehr schnell ein sehr positives Medien-Echo. Unser Auftritt beim Deutsch-Rock-Festival am Deutschen Eck in Koblenz war ein gro\u00dfer Erfolg. Wir spielten bei dem Open-Air-Konzert vor rund 10.000 Leuten. Und unsere Musik kam sehr gut an, obwohl wir bis dahin (1972) als Hoelderlin kaum Live-Erfahrung hatten!<\/span><span data-contrast=\"auto\"> Wir hatten u.a die &#8218;Traffic&#8216;-Songs &#8218;John Barlycorn must die&#8216; und auch &#8218;40.000 Headmen&#8216; auf unsere Art mit Querfl\u00f6te und Geige im Programm und unsere Fassung dieser Songs auch\u00a0 im Studio aufgenommen. Das hat unseren Produzenten begeistert. Er hat gesagt: Wenn Ihr so etwas auf Deutsch macht, dann machen wir eine Platte.\u201c<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Auch Ihre B\u00fchnenshow mit Licht und Projektionen war als Art Gesamtkunstwerk innovativ \u2013 gab es da irgendein Vorbild?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: &#8222;Nein, das hat sich einfach so ergeben. Wir haben immer versucht, auf der B\u00fchne Geschichten zu erz\u00e4hlen. Wenn Du mit so einer Band anf\u00e4ngst, hast Du kein Geld und bist froh, wenn Du dir ein paar Scheinwerfer leisten kannst. Einer unserer Roadies war damals G\u00fcnter J\u00e4ckle, der heute ein weltweit gefragter Lichtdesigner ist die B\u00fchnenshows der bekanntesten deutschen Bands gestaltet. Er war damals von Zuhause abgehauen. Sein gro\u00dfer Vorteil: Er besa\u00df einen LKW, mit dem wir unsere inzwischen recht gro\u00dfe Anlage wunderbar transportieren konnten. Obwohl er eigentlich nur f\u00fcr den Aufbau unserer Anlage zust\u00e4ndig war, brachte er immer wieder gute Ideen ein. Auch wie wir unsere B\u00fchnenshow mit visuellen Effekten attraktiver machen k\u00f6nnten. G\u00fcnter und ich haben dann gemeinsam ein Konzept entwickelt. Und da wir zu der Zeit schon h\u00f6here Gagen kassierten,\u00a0 haben wir\u00a0 beschlossen, mehr Geld in die Light- und B\u00fchnenshow zu investieren. Also haben wir z.B. einen innovativen Projektor, eine riesige Leinwand und einen Farbwechsler gekauft.\u201c <\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Aber ein Projektor allein sorgt noch lange nicht f\u00fcr eine tolle B\u00fchne-Show. Wie haben Sie das hinbekommen? <\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eAndere Bands, wie etwa \u201aNektar\u2018, waren inzwischen auch schon auf die Idee gekommen, mit einem Projektor Effekte auf die B\u00fchnenr\u00fcckwand zu zaubern. Das reichte uns aber\u00a0 nict aus. Uns schwebte ein musikalisches und visuelles Gesamtkunstwerk vor. G\u00fcnter J\u00e4ckle sagte nur: \u201aLasst mich einfach mal machen.\u2018 Und wir lie\u00dfen ihn. Aus gemalten Bildern von mir und mehreren \u00fcbereinander gelegten Projektionen entstand so eine innovative B\u00fchnenshow. Der Typ hatte einfach verr\u00fcckte Ideen. So hat er beispielsweise Silberfolie genommen, diese einfach vor dem Projektor ver\u00e4ndert und dadurch entstanden auf der B\u00fchnenleinwand irre Effekte. Au\u00dferdem fand unser Geiger Christoph &#8218;Nops&#8216; Noppeney immer mehr Gefallen an Verkleidungen, die ich im Opernhausfundus abgestaubt hatte. So wurden unsere Geschichten noch st\u00e4rker visualisiert und der eigentlich sch\u00fcchterne &#8218;Nops&#8216; konnte so verkleidet auf der B\u00fchne richtig aufdrehen!<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_73158\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 710px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-73158\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG_9852.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"475\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Gitarrist Christian von Grumkow (l.) mit Drummer\u00a0 Michael Bruchmann auf der B\u00fchne &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Also war es wohl ein Geschenk des Himmels, dass G\u00fcnter J\u00e4ckle ausgerechnet bei Ihnen als Roadie gelandet ist?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eAbsolut. Ein echter Gl\u00fccksgriff. Wir haben uns auch sp\u00e4ter nie aus den Augen verloren. Als H\u00f6lderlin 2005 ein Revival in neuer Besetzung gestartet hat, rief mich G\u00fcnter J\u00e4ckle an und bat mich, ich solle ihm neue Bilder von mir schicken, er wolle mir etwas schenken und zwar eine neue B\u00fchnenshow. Ich habe ihm 60 digitale Bilder geschickt und er hat eine visuelle Wahnsinns-Show daraus entwickelt, die damals im Rex uraufgef\u00fchrt wurde.\u201c<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Wer hat die Band Hoelderlin damals promoted?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eAnfangs habe ich das gemacht. Ich war ja auch Sprecher der Band. Sp\u00e4ter hatten wir dann Walter Holzbauer, der auch f\u00fcr Gruppen wie &#8218;Kraan&#8216; arbeitete. Er hat s\u00e4mtliche Vertr\u00e4ge f\u00fcr uns ausgehandelt \u2013 mit der Plattenfirma und auch mit den Konzert &#8211; und Festival-Veranstaltern. Wir haben ja insgesamt acht Alben ver\u00f6ffentlicht.\u201c<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Kann man sagen, dass Sie und Ihr Bruder Joachim den Ton in der Band angegeben haben?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: &#8222;Ja das stimmt. Jochen musikalisch, ich als Texter, als Sprachrohr f\u00fcr die Presse und eine Zeit lang auch als Manager.\u201c<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Wie viele Konzerte haben sie mit Hoelderlin gespielt ?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eIch will nicht sagen 1.000. Aber wir haben unheimlich viele Konzerte gespielt &#8211; so zwischen 120 und 150 im Jahr. Wir waren ohne Ende auf Tournee, in Skandinavien, in der Schweiz und auch in Frankreich. Wir haben sehr oft in Berlin gespielt und hatten auch unsere festen Fangemeinden in S\u00fcddeutschland, besispielksweise in M\u00fcnchen.\u201c<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Konnten Sie und Ihre Mitstreiter von Ihrer Musik leben?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eEigentlich konnten wir alle ganz gut davon leben. Wir waren zehn Leute. Sechs Musiker und vier Roadies. Ich hatte aber noch zus\u00e4tzliche Eink\u00fcnfte durch meinen Lehrauftrag\u00a0 als Kunstdozent und mein Bruder Jochen verdiente nebenbei Geld als Architekt. Aber die anderen haben ausschlie\u00dflich von der Musik und unseren Gagen gelebt.\u201c<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Sie und Ihre S\u00e4ngerin Nanny de Ruig waren ein Paar. Hat Ihre Beziehung die Band befruchtet oder war das eher ein Problem?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eEs gab in der Band keine Probleme, weil wir ein Paar waren. Im Gegenteil. Nanny und ich hatten uns in der Werkkunstschule Wuppertal, wo sie ein Gaststipendium hatte, kennen gelernt. Wir waren 15 Jahre verheiratet und haben zwei Kinder: Daniel und Anna. Wir als Band haben von Nanny profitiert. Nicht nur, weil sie eine tolle S\u00e4ngerin war, sie war auch eine total attraktive Frau und Tochter eines holl\u00e4ndsichen Generals. Das haben wir f\u00fcr unsere Promo und \u00d6ffentlichkeitsarbeit ausgenutzt. Nanny war immer wieder auf den Titelbl\u00e4ttern diverser Musikfachzeitschaften abgelichtet.\u201c<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_73197\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 710px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73197 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/PHOTO-2024-03-06-08-59-19.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"508\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Gl\u00fcckliche Eltern: Nanny de Ruig und Christian von Grumbkow mit Sohn Daniel 1972 &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Nanny de Ruig hat Hoelderlin nach knapp drei Jahren wieder verlassen. Aus welchen Gr\u00fcnden?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eEinziger Grund daf\u00fcr war unser Sohn Daniel. Wir mussten ihn dauernd\u00a0 irgendwo unterbringen. Das war schon bei Einzelkonzerten nicht immer einfach, bei unseren Tourneen wurde das zu einem schier unl\u00f6sbaren Problem. Deswegen hat Nanny irgendwann den Entschluss gefasst: \u201aDas ist mir zu anstrengend und wird auch unserem Sohn Daniel nicht gerecht. Ich steige aus.\u2018 Es war ein gro\u00dfer Verlust f\u00fcr die Band, aber wir mussten das akzeptieren. Die Gesangspassagen \u00fcbernahmen dann andere Bandmitglieder und wir bauten die instrumentalen Improvisations-Parts aus.\u201c<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Mit welchen Bands, die heute immer noch jeder Rockmusik-Fan kennt, standen Sie damals bei Konzerten und Festivals auf der B\u00fchne?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eWir haben oft mit \u201aKraan\u2018 auf Festivals gespielt oder auch mit \u201aGuru Guru\u2018, \u201aGolden Earring\u2018 und den \u201aScorpions\u2018. Die Gruppe \u2018Atlantis\u2018 mit bekannten Musikern wie S\u00e4ngerin Inga Rumpf, Keyboarder Jean-Jacques Kravetz, Gitarrist Frank Diez und Schlagzeuger Curt Cress ist sogar einmal als unsere Vorband aufgetreten.\u201c<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: An welche Hoelderlin-Konzerte werden Sie sich ein Leben lang gern\u00a0 erinnern?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eDa gibt es zwei Konzerte. Eines davon haben wir 1976 in der ausverkauften &#8218;Fabrik&#8216; in Hamburg gespielt. Eine tolle Konzert-Location. Wir kamen gerade von einer Tournee aus Schweden zur\u00fcck. Es war ein ganz wunderbares Konzert. Die Fans feierten uns und wir mussten f\u00fcnf Zugaben geben. Es war im Prinzip mein letztes Konzert mit Hoelderlin. Ein w\u00fcrdiger Abschluss meiner Musiker-Zeit. Das zweite Konzert, das mir f\u00fcr immer in Erinnerung bleibt, ist unser Auftritt vor 10.000 Leuten im\u00a0 Amphitheater \u201aTheatron\u2018 im M\u00fcnchner Olympiapark. Einfach eine tolle Atmosph\u00e4re, mit tanzenden, begeisterten Menschen und da sind wir zur H\u00f6chstform aufgelaufern. So ein geiles Konzert.\u201c<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_73159\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 710px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73159 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG_9851.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Als Gitarrist und Backgrounds\u00e4nger im Rampenlicht: Christian von Grumbkow &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Welche skurrile Geschichte im Zusammenhang mit Hoelderlin f\u00e4llt Ihnen ein?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eDa gibt es das Konzert in Neu-Ulm. Ganze acht Leute standen kurz vor Beginn vor der B\u00fchne. Hintergrund f\u00fcr die Panne war der Streit zweier Veranstalter, der darin eskalierte, dass der eine in einer Nacht- und Nebelaktion die Plakate \u00fcberklebte, mit denen unser Konzert angek\u00fcndigt wurde. Anfangs waren wir nat\u00fcrlich sauer. Doch dann gab es doch noch eine gl\u00fcckliche F\u00fcgung: Ausgerechnet an dem Abend wurde in der Rundfunk-Sendung \u201ePopshop\u201c des S\u00fcdwestfunks unser komplettes Album \u201eClowns &amp; Clouds\u201c unglaublich positiv bewertet und komplett gespielt. Wir haben die Sendung dann \u00fcber unsere Anlage laufen lassen und gemeinsam mit den inzwischen dann rund 20 anwesenden Fans geh\u00f6rt. Wir waren danach so gut drauf, dass wir f\u00fcr die Leute noch eine Session gespielt haben. Auch als Vorbereitung f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag, an dem ein wichtiges Konzert in Stuttgart anstand. Das war ein au\u00dfergew\u00f6hnlicher, verr\u00fcckter Abend. Und unsere Kohle haben wir vom Veranstalter nat\u00fcrlich trotzdem bekommen.\u201c<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Gib es da nicht noch das denkw\u00fcrdigen Konzert gemeinsam mit den \u201aScorpions\u2018 im M\u00fcnchener Circus Krone?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eGenau! Als die \u201aScorpions\u2018 noch nicht so bekannt waren, haben sie im \u201eQuartier Latin\u201c in Berlin als Vorband von uns gespielt. Sie waren so laut, dass der Veranstalter sie aufgefordert hat, aufzuh\u00f6ren. Im Gegensatz zu uns kamen sie an dem Abend bei den Fans gar nicht gut an. F\u00fcr uns war es ein Heimspiel, weil wir mehrmals im Jahr im \u201eQuartier Latin\u201c aufgetreten sind. \u00dcber ihren Mi\u00dferfolg waren Klause Meine &amp; Co. wohl sauer. Als wir dann gemeinsam einen Konzerttermin im Circus Krone hatten, waren sie schon wesentlich erfolgreicher. Nach unserem Auftritt, der von den Fans gefeiert wurde, kam Klaus Meine zu uns in die Garderobe und schimpfte: \u201c\u2018Boah habt Ihr Schei\u00dfe gespielt!\u2018 Offensichtlich war er nachtragend. Zu seiner Ehrenrettung: Ein paar Jahre sp\u00e4ter hat er sich daf\u00fcr entschuldigt und gesagt: \u201aIhr seid eigentlich eine total geile Band\u2018.\u201c<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_73157\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 510px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73157 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG_9850.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Hoelderlin-Mitbegr\u00fcnder Christian von Grumbkow in Action &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Sie sind bereits 1977 bei Hoelderlin ausgestiegen. Warum?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eDas hatte mehrere Gr\u00fcnde. Erstens musste ich mir eingestehen, dass ich nicht der beste Musiker in der Band war, sondern eher der schlechteste. Ich h\u00e4tte als Gitarrist viel mehr an mir arbeiten m\u00fcssen. Die Zeit hatte ich aber nicht, weil ich mich mit 1.000 anderen Dingen besch\u00e4ftigt habe. Und zweitens hatte sich die Band inzwischen in eine Richtung entwickelt, die ich als schwierig empfand. Wir waren ja mit Anspruch gestartet, progressive Musik, also Musik mit einem feinen Gespinst zu spielen, weit weg vom Rock-Mainstream. Au\u00dferdem sollten unsere Texte auf Deutsch sein. Das \u00e4nderte sich dann aber leider.\u201c<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Was hei\u00dft leider \u2013 welche Kompromisse mussten Sie eingehen?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eGanz einfach: Unserem Produzenten R.U. Kaiser waren unsere Texte zu politisch geworden. Also verweigerte er uns weitere Studio-Aufnahmen und wir wollten aus dem Vertrag aussteigen. Das dauerte bis 1975. Da hatten wir juristisch Recht bekommen und wechselten zu Intercord, in dem Glauben, dort besser aufgehoben und k\u00fcnstlerisch freier zu sein. F\u00fcr das neue Label \u201eSpiegelei\u201c haben wir dann im Studio Songs, die wir w\u00e4hrend der Jahre geschrieben und auf mehreren Touneen \u201ege\u00fcbt\u201c hatten, innerhalb weniger Tage komplett eingespielt. Dann kam auf einmal der Label-Manager und sagte: \u201aWas, deutsche Texte, das kommt nicht in Frage!\u2018 Also musste wir wieder Kompromisse eingehen, sonst w\u00e4re das Album gar nicht ver\u00f6ffentlich worden.\u201c<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Wie haben Sie dann das Problem gel\u00f6st?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eIch habe dann Frederik Mann, damals Chef von der B\u00f6rse (Kommunikationszentrum in Wuppertal) und Amerikaner, gebeten, unsere Texte ins Englische zu \u00fcbersetzen. Unsere S\u00e4nger haben die Songs dann noch einmal auf Englisch eingesungen. Das war sicher im Nachhinein ein Fehler: Eine internationale Karriere zu starten, ist ja nicht so einfach. Wir h\u00e4tten also unseren alten, bew\u00e4hrten Stil mit deutschen Texten besser weiter durchziehen sollen. Dadurch hat sich langsam aber sicher unsere Musik ver\u00e4ndert. Es waren immer noch Geschichten, aber auf Englisch. Damit waren wir dann auf dem Weg zum Mainstream. F\u00fcr mich der Grund, einen Schlussstrich zu ziehen.\u201c<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_73162\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 710px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73162 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG_7483-Kopie.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Christian von Grumbkow (r.) mit Schlagzeuger Michael Bruchmann &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Wie haben denn Ihre Musiker-Kollegen auf die massive Einmischung der Plattenfirma reagiert?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eDie hatten damit keine oder nur wenig Probleme. Sie wollten ohnehin nicht mehr so Folk-Blues \u00e4hnliche Musik machen, bei denen die Texte sehr wichtig waren, sondern mehr das Instrumentale in den Vordergrund stellen. Das klang auch nicht schlecht. Aber es war nicht mehr mein Ding. Nach der Schweden-Tournee\u00a0 war ich wochenlang krank und hatte viel Zeit zum Nachdenken. Da wurde mir bewusst, dass das tolle Konzert in der &#8218;Fabrik&#8216; in Hamburg f\u00fcr mich eigentlich H\u00f6hepunkt und Schlusspunkt zugleich war. Danach stand f\u00fcr mich der Entschluss fest: Ich steige aus. Weitere Gr\u00fcnde neben der musikalischen Entwicklung der Band: Ich hatte zwei Kinder, einen Lehrauftrag als Kunst-Dozent und ich wollte endlich wieder malen.\u201c\u00a0 <\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Waren Ihr Bruder Jochen und der Rest der Band nicht sauer \u00fcber Ihren Ausstieg?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">CvG: \u201eIch glaube eher, dass sie froh dar\u00fcber waren. Sie wollten ja in eine andere musikalische Richtung als ich. F\u00fcr das Album \u201eRare Bird\u201c habe ich nur noch die Texte geschrieben. Die Musik, die dann von einem sehr guten spanischen Gitarristen mit eingespielt wurde, war dann eher Jazz-Rock mit Prog-Rock-Einfl\u00fcssen. Sehr sch\u00f6ne Sounds, sehr anspruchsvoll, aber eben nicht mehr meine Musik.\u201c<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Was ist denn aus Ihrem Equipment geworden?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eIch habe fast alles \u00fcber eine Anzeige in einem Musikfachblatt verkauft. Damals besa\u00dfich mehrere Verst\u00e4rker und auch mehrere Gitarren. Eine Gitarre habe ich meinem Sohn geschenkt, der auch Musik macht. Meine Ibanez-Doppelhals-Gitarre habe ich dem neuen H\u00f6lderlin-Gitarristen \u00fcberlassen. F\u00fcr mich war das Kapitel Musik damit abgeschlossen.\u201c <\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Sie mussten einen sehr schweren Schicksalsschlang hinnehmen: Ihr Bruder Jochen hat sich das Leben genommen. Wir sehr hat dieses dramatische Ereignis Ihr Leben als Mensch und K\u00fcnstler beeinflusst?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eSehr stark! Mein Bruder Jochen litt an einer endogenen Depression und ist dann ja auch w\u00e4hrend eines Depressions-Schubs aus einem Fenster in den Tod gesprungen. F\u00fcr mich war es das Schlimmste, miterleben zu m\u00fcssen, wie ein geliebter Mensch leidet, aber mit normalen Worten nicht mehr erreichbar ist. Wenn er auf seinem Trip war, konnte man machen, was man wollte. Es gab dann keine Chance, ihm zu helfen. Ich konnte ihn in dieser Phase nicht mehr erreichen, weil er in diesen Momenten in seiner d\u00fcsteren Welt gefangen war. Wenn ich Jochen dann am n\u00e4chsten Tag wiedergetroffen habe, war er wieder v\u00f6llig normal. Eigentlich ist diese Art der Depression mit entsprechenden Medikamenten behandelbar. Doch Jochen hat sich geweigert, diese Medikamente einzunehmen.\u201c <\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_73180\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 710px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73180 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG_1860-scaled-1.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"486\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der Maler Christian von Chrubkow bei seinem k\u00fcnstlerischen Schaffen in seinem Atelier &#8211; \u00a9 Paul Coon<\/span><\/div>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Wir haben Sie dieses Trauma verarbeitet?\u00a0<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eF\u00fcr mich war das ein gro\u00dfer Schock. Wir standen uns sehr nahe, hatten sehr viel zusammen erlebt. Auf Tourneen hatten wir oft im Hotel ein gemeinsames Zimmer. Trotz meines Band-Ausstiegs waren wir in einem sehr engen Kontakt geblieben und haben Architektur-Projekte gemeinsam abgewickelt. Die Arbeit als Architekt hat ihn wohl aufgefressen. Er hat viel geraucht, viel Kaffee getrunken, n\u00e4chtelang durchgearbeitet. Der Stress war sicher ein Mitausl\u00f6ser seiner Depressionen. F\u00fcr mich hatte sein tragischer Tod zur Folge, dass ich auf einmal nicht mehr malen konnte.\u201c <\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Wie sind Sie aus diesem tiefen Tal herausgekommen?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eIch brauchte einfach einen Paradigmen-Wechsel, um damit fertig zu werden, dass ein so toller Mensch nicht mehr da war. Vorher hatte ich mit wasserl\u00f6schen Farben, mit Tusche und Acryl gemalt. Jetzt musste eine Ver\u00e4nderung her und ich bin auf \u00d6lfarbe umgestiegen. So habe ich meine Blockade gel\u00f6st. Das war quasi meine Therapie. Ich habe dann zun\u00e4chst nicht mit dem Pinsel, sondern mit den H\u00e4nden gemalt. Man sieht in den Werken, die in dem Zeitraum (1990<\/span><span data-contrast=\"auto\">)<\/span><span data-contrast=\"auto\"> entstanden, noch die Spuren meiner Finger, das war so eine Art Hilferuf. Mir konnte keiner helfen, das musst ich schon selbst tun. Erschwerend kam noch hinzu, dass mein Sohn Daniel zu der Zeit Soldat im Kosovo war und dort wegen der Angriffe der Serben in st\u00e4ndiger Lebensgefahr schwebte. Er musste mitansehen, wie sein Fahrer erschossen wurde. All diese Gef\u00fchle, Sorgen und \u00c4ngste habe ich versucht, in meinen Bildern auszudr\u00fccken. Ich habe dadurch meine Emotionen ein St\u00fcck weit gebannt. In meinen Bildern sind diese Gef\u00fchle jetzt noch sichtbar.\u201c<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS- Die Hoelderlin-Alben gibt inzwischen remastered als CD\u2019s. Wie oft h\u00f6ren Sie Ihre Musik noch?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eIm Rahmen der Produktion des Film-Portraits \u00fcber mich\u00a0 \u201eChristian v. Grumbkow \u2013 Wege zur Farbe\u201c habe ich immer wieder in unsere Alben hineingeh\u00f6rt, auch weil wir \u00fcberlegt haben, ob wir nicht einige Songs als Filmmusik nehmen k\u00f6nnten. Das ging dann aber aus Urheberrechtsgr\u00fcnden nicht. Beim H\u00f6ren ist mir klar geworden: Manches ist zeitlos gut, anderes nicht so. \u201eH\u00f6lderlins Traum\u201c ist jetzt als Venyl noch einmal neu ver\u00f6ffentlicht worden. Es geht u.a. darin um einen kleinen Wicht, der in einem Land lebte, in dem man nicht denken durfte. Da er es aber doch tat, wurde er gefoltert und get\u00f6tet. Er musste zwar sterben, aber das Denken schenkte er den Meeres-Wellen und kein Tyrann konnte es so mehr unterbinden. Diese dramatische Story passt ja total in die heutige Zeit und ist wieder, ja eigentlich immer, brandaktuell.\u201c<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Welche Musik h\u00f6ren Sie heute \u00fcberhaupt?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eIch mag ausgew\u00e4hlte klassische Musik. H\u00f6re in besonderen Momenten Arvo P\u00e4\u00e4rt. Aber auch die im Radio laufenden aktuellen Hits verfolge ich. Beim Malen laufen bei mir Atelier grunds\u00e4tzlich Chill-Music von \u201aBuddha Bar\u2018 oder Klavier-Improvisationen.\u201c<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_73176\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 710px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73176 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/007bda6d-3a3b-4b1e-9462-24247b26d85a.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"466\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Funken auf einer Wellenl\u00e4nge: Christian von Grumbkow und seine Lebensgef\u00e4hrtin Daria Antsiferova &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: F\u00fcr welche Bands oder Musiker, die heute noch aktiv sind, w\u00fcrden Sie sich eine Konzertkarte kaufen?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: \u201eIch war zuletzt bei einem Konzert von Peter Gabriel in M\u00fcnchen. Ich war total begeistert, wie vital und kreativ der Peter immer noch ist. Das hat mir wirklich gut gefallen. F\u00fcr ein Konzert von David Gilmour von \u201aPink Floyd\u2018 w\u00fcrde ich auch Geld ausgeben. Die Bluesphrasen, die er so wunderbar beherrscht mal wieder live zu h\u00f6ren, das w\u00e4re super. Ich mag auch Jazz, Klassik, Folk und alle Crossover-Formen immer dann, wenn es authentisch und pers\u00f6nlich r\u00fcberkommt.<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">&#8222;<\/span><\/p>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">DS: Was ist am Ende unterm Strich von Ihrer erfolgreichen Musiker-Karriere \u00fcbrig geblieben?<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Christian von Grumbkow: &#8222;Obwohl meine Musiker-Zeit \u2013 von Karriere m\u00f6chte ich nicht sprechen &#8211;\u00a0 weit zur\u00fcckliegt, werde ich heute noch oft darauf angesprochen. In Amerika hat ein Typ ein Buch \u00fcber die Prog-Rock-Szene geschrieben. Da sind auch wir Thema. Mit dem Autor hatte ich h\u00e4ufig Kontakt, ebenso mit dem Herausgeber eines Musikfachmagazins. Deshalb liefen unsere Hoelderlin-Songs auch in Amerika im Radio. Unsere Musik ist weit verbreitet und bringt heute noch Tantiemen. Geblieben sind auch viele sch\u00f6ne Erinnerungen. Bei der Vorstellung des Filmportraits \u00fcber mich \u201eWege zur Farbe\u201c war unser\u00a0 Schlagzeuger Michael Bruchmann dabei und wir haben alte Anekdoten ausgetauscht. Wir haben als Musiker viel gesehen. Es sind Freundschaften entstanden, die bis heute halten. Man hat interessante Menschen getroffen. Michael Bruchmann hat in der \u201ab\u00f6rse\u2018 vor Publikum gesagt: \u201aMusikalisch passten unsere Wege am Ende irgendwie nicht mehr zusammen, aber eigentlich war die Band mit Deinem Ausstieg im Arsch\u201c. Der Spirit, die Power, die Umsetzung des Gesamtkunstwerks \u2013 das alles war offensichtlich weg.\u201c<\/span><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-ccp-props=\"{}\"><strong>DS: Vielen Dank f\u00fcr das spannende, interessante, informative und ehrliche Gespr\u00e4ch.<\/strong><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><strong>Der Interview f\u00fchrte PETER PIONKE<\/strong><\/p>\n<h4>\u00dcber Hoelderlin<\/h4>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Die Ur-Formation bestand aus Nanny de Ruig (Gesang) \u2013 Joachim v. Grumbkow (Cello, Querfl\u00f6te, Gitarre, Keyboards, Gesang) \u2013 Christoph Noppeney\u00a0 (Viola, Keyboards) \u2013 Peter K\u00e4seberg (Bass) \u2013 Michael Bruchmann (Drums) \u2013 Christian von Grumbkow (Gitarre).<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">DISCOGRAPHIE DER BAND HOELDERLIN:\u00a0<\/span><span data-ccp-props=\"{}\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_73140\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 310px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73140 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/R-942421-1495204967-1226-2.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"296\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Hoelderlins Traum &#8211; 1972 &#8211; Pilz<\/span><\/div>\n<div id=\"attachment_73141\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 310px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73141 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/R-648899-1244789829.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"297\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Hoelderlin &#8211; 1975 &#8211; Spiegelei<\/span><\/div>\n<div id=\"attachment_73142\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 310px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73142 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/R-648902-1244792226.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"295\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Clowns &amp; Clouds &#8211; 1976 &#8211; Spiegelei<\/span><\/div>\n<div id=\"attachment_73143\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 310px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73143 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/R-942401-1483646311-2579.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Rare Birds &#8211; 1977 &#8211; Spiegelei<\/span><\/div>\n<div id=\"attachment_73144\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 310px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73144 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/R-9404803-1705221556-1506.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"297\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Traumstadt &#8211; live &#8211; 1978 &#8211; Spiegelei<\/span><\/div>\n<div id=\"attachment_73145\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 310px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73145 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/R-887163-1169327264.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"285\" \/><span class=\"wp-caption-text\">New Faces &#8211; 1979 &#8211; Spiegelei<\/span><\/div>\n<div id=\"attachment_73146\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 310px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73146 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/R-2150033-1708725490-5248.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"297\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Fata Morgana &#8211; 1981 &#8211; Spiegelei<\/span><\/div>\n<div id=\"attachment_73147\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 310px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73147 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/R-2507736-1483644580-2087.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"299\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Eight &#8211; 2007 &#8211; EMI<\/span><\/div>\n<div id=\"attachment_73148\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 310px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73148 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/R-19207876-1625486593-9496.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"303\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Live At Rockpalast 2005 &#8211; 2021 &#8211; DVD &amp; CD &#8211; MIG<\/span><\/div>\n<h4>\u00dcber Friedrich H\u00f6lderlin<\/h4>\n<p>Johann Christian Friedrich H\u00f6lderlin wurde am 20.03.1770 in Lauffen am Neckar geboren. Er starb am 07.06.1843 in T\u00fcbingen. Der deutsche Dichter gilt als einer der bedeutensten Lyriker seiner Zeit.<\/p>\n<p>Er besuchte das Gymnasium in Stuttgart und studierte ab 1754 an der Unsiversit\u00e4t T\u00fcbingen. 1762 wurde er als Nachfolger seines verstorbenen Vaters Klosterhofmeister in Lauffen. Seine Familie besass diverse Weinberger, \u00c4cker und Wiesen in der Region Lauffen. Friedrich H\u00f6lderlin hatte zwei Geschwister.<\/p>\n<p>In seinem Werk als Lyriker bevorzugte er die hohen Formen der Poesie (Hymne, Ode, Elegie).\u00a0 In seinen Gedichten bringt er Melancholie, Einsamkeit und einen R\u00fcckzug in die Innerlichkeit zum Ausdruck. Friedrich H\u00f6lderlin konnte aber auch Klartext reden, so kritisierte er die aus seiner Sicht lebensfeindliche Enge der Klosterschulen.<\/p>\n<p>H\u00f6lderlins Leben verlief nicht rund. Er war eine tragische Figur. 1805 geriet er in den Verdacht, in einen Hochverratsfall verwickelt zu sein. Das Verfahren gegen ihn wurde zwar eingestellt. Vom Homburger Arzt M\u00fcller wurde ihm allerdings bescheinigt, er sei &#8222;zerr\u00fcttet und sein Wahnsinn in Raserei \u00fcbergegangen&#8220;.<\/p>\n<p>Am 11. September 1806 wurde der Dichter in Homburg mit Gewalt in eine Kutsche gezerrt und zur\u00a0 Zwangsbehandlung ins Universit\u00e4tsklinikum T\u00fcbingen eingeliefert. 231 Tage wurde er dort festgehalten. Experten hielten Friedrich H\u00f6lderlin f\u00fcr wahnsinnig.<\/p>\n<p>H\u00f6lderlin wurde 1807 als unheilbar aus dem Universit\u00e4tsklinikum entlassen. Der Tischler Ernst Zimmer nahm den Dichter, der jetzt unter Vormundschft stand, in seiner Familie auf. Der Dichter lebte von da an in einer Turmstube, dem heutigen H\u00f6lderlinturm in T\u00fcbigen.<\/p>\n<p>H\u00f6lderlin schrieb auch in der Turmstube eine Zeit lang weiter Gedichte und er spielte bis zu seinem Tod am 07. Juni 1843 Klavier.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Link zur Webseite von Christian v. Grumbkow:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.grumbkow-colors.de\">http:\/\/www.grumbkow-colors.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christian von Grumbkow ist eine Pers\u00f6nlichkeit, die Strahlkraft weit \u00fcber Wuppertal hinaus besitzt. Seine Bilder werden weltweit gekauft. 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