{"id":72788,"date":"2024-02-20T18:30:39","date_gmt":"2024-02-20T17:30:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=72788"},"modified":"2024-02-21T09:00:16","modified_gmt":"2024-02-21T08:00:16","slug":"ingrid-schuh-menschenfaengerin-und-mutter-des-jazz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2024\/02\/20\/ingrid-schuh-menschenfaengerin-und-mutter-des-jazz\/","title":{"rendered":"Ingrid Schuh: Menschenf\u00e4ngerin und Mutter des Jazz"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_72793\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 669px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-72793\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20231123_-b.jpg\" alt=\"\" width=\"659\" height=\"459\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Bestens gelaunt Ingrid Schuh mit dem Autoren, Kolumnisten und S\u00e4nger Max Christian Graeff &#8211; \u00a9 KLaus Schumann<\/span><\/div>\n<p>Manche Protagonisten\u00a0kennt man gut, andere weniger. Ob bekannt oder weniger bekannt: Wer ihre Portraits liest, m\u00f6chte vermutlich die eine oder den anderen pers\u00f6nlich kennenlernen. Bisher hat Matthias Dohmen an gleicher Stelle Dorothea Brandt, Klaus Burandt, Heidemarie Koch, Josa Oehme, Erika Schneider, Klaus Schumann und Michael Walter vorgestellt.<\/p>\n<p>\u201eAndere sind reich und gehen zum Friseur.\u201c Auch so ein Spruch von Ingrid Schuh. Jahr um Jahr lud sie Referenten von nah und fern zum Politischen Treff der Volkshochschule ein, Johannes Rau oder Ignatz Bubis, Repr\u00e4sentanten des Tierschutzvereins und der Gepa, der Else-Lasker-Sch\u00fcler-Gesellschaft und des Kinderschutzbundes oder des Sauerl\u00e4ndischen Gebirgsvereins.<\/p>\n<h4>Namhafte K\u00fcnstler gingen bei Ingrid Schuh ein und aus<\/h4>\n<p>K\u00fcnstler wie Willi Dirx, Karl Otto M\u00fchl, Enric Rabasseda, sie alle pr\u00e4sentierten sich bei Ingrid Schuh, und in ihren Schubladen und Schr\u00e4nken liegen Briefe dieser Pers\u00f6nlichkeiten herum, fliegende Bl\u00e4tter, mit denen sich eine Kulturgeschichte der Stadt Wuppertal von den 1950er Jahren bis in dieses Jahrhundert schreiben lie\u00dfe. Ulle Hees, Ismail Coban, Wolf Erlbruch, Peter Kowald \u2013 die Liste lie\u00dfe sich beliebig verl\u00e4ngern.<\/p>\n<p>Doch ihre ganz gro\u00dfe Leidenschaft war \u00fcber die Jahrzehnte der Jazz und \u2013 nach Kenntnis kompetenter Beobachter \u2013 der in der alten Bundesrepublik recht einmalige Jazzkurs: Kenneth Spencer, ein US-Amerikaner, Dieter Fr\u00e4nzel, Rainer Widmann, Attila Zoller, Hans Koller, George Maycock. Doch erst einmal genug der Namen.<\/p>\n<div id=\"attachment_72795\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 460px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-72795 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2023-Ingrid-Schuh-1.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"473\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ingrid Schuh bei einem Vortrag in der Cit\u00fdKirche &#8211; \u00a9 Klaus Schumann<\/span><\/div>\n<p>Ingrid Schuh holte die Jazzgr\u00f6\u00dfen in ihren Kurs, der sich in einem Caf\u00e9 in der Luisenstra\u00dfe, in der Hofaue, im Kino am Kipdorf oder im Ada traf, der K\u00fcnstler in ihren Ateliers besuchte oder zu Konzerten fuhr.<\/p>\n<p>Ingrids Mutter war Stra\u00dfenbahnschaffnerin, der Vater Arbeiter, der die Nazis nicht mochte und sie ihn nicht. Ihr k\u00fcnstlerisches Engagement fand parallel zum politischen statt, zum Eintreten in der Friedens- und in der Arbeiterbewegung, wozu speziell im Tal die SPD und die KPD beziehungsweise die DKP geh\u00f6rten.<\/p>\n<p>Wenn man weit genug zur\u00fcckgeht, finden sich Spuren der Hugenotten, die im 18. Jahrhundert Preu\u00dfen von einer liberal-freiheitlichen Seite kennenlernten.<\/p>\n<h4>Als sie von der Wickelkommode fiel&#8230;<\/h4>\n<p>Es gibt wahnsinnig viele Geschichten von und \u00fcber Ingrid Schuh. Eine geht dahin, dass sie beim Angriff auf Elberfeld am 24. oder 25. Juni 1943, weil eine Freundin der Familie nicht aufgepasst hat, von der Wickelkommode fiel, aber Gott sei Dank keine bleibenden Sch\u00e4den davontrug.<\/p>\n<p>Noch ein paar Namen: Ursula Kraus, Hanna Jordan, Pina Bausch, Ingrid Stracke. Oder die Pfarrer Ufermann und Nattland, wobei wir jetzt in der Citykirche sind, wo Ingrid Schuh ihre Geburtstage feiert, bei denen gern Joachim Dorfm\u00fcller ein kleines Konzert gibt.<\/p>\n<p>Es ist, k\u00f6nnte man so sagen, ihr Wohnzimmer. Hier trifft sie sich noch regelm\u00e4\u00dfig mit Teilnehmern ihrer alten Kurse. Lange Jahre war sie mit dem politischen Aktivisten J\u00fcrgen Schuh verheiratet, \u00fcber viele Jahre hinweg sind der Biologie- und Chemielehrer Thomas Steuple und Ingrid ein Paar. Die r\u00fchrige Tochter Julia, Lehrerin an der Else, muss noch erw\u00e4hnt werden.<\/p>\n<div id=\"attachment_72796\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 460px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-72796 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20231123_101940.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"419\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ingrid Schuh mit Reiner Rhefus, stellv. Vorsitzender des Bergsichen Geschichtsvereins &#8211; \u00a9 Klaus Schumann<\/span><\/div>\n<p>Impuls, Jazzclub, die B\u00f6rse noch am Arrenberg, die VHS an der Aue waren magische Orte, an denen Ingrid Schuh wirkte. Und noch ein paar Namen: Max-Christian Graeff, der sie in der VHS-beerbte, Tony Cragg, Arno W\u00fcstenh\u00f6fer, Lore Duve, die ihr Rede und Antwort standen.<\/p>\n<p>Die \u201eMutter des Jazz\u201c hat die \u201eRundschau\u201c sie einmal genannt. Br\u00f6tzmann, Reichel, K\u00f6ppen: Fehlt da jemand von Bedeutung? \u201eEine Institution ist sie in ihrer Heimatstadt, deren musikalische Struktur sie seit den 1950er-Jahren gepr\u00e4gt hat\u201c, schrieben die \u201eBergischen Bl\u00e4tter\u201c.<\/p>\n<p>In dem Portr\u00e4tbuch \u201eFrauen im Tal\u201c ist das Ingrid Schuh gewidmete Kapitel \u201eDie Menschenf\u00e4ngerin\u201c \u00fcberschrieben. Die drei letzten Worte dort sollen hier wiederholt werden: Mach weiter, Ingrid.<\/p>\n<p><strong>Text Dr. Matthias Dohmen<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_72791\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 394px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-72791 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/517ZgeNwnmL.jpg\" alt=\"\" width=\"384\" height=\"599\" \/><span class=\"wp-caption-text\">&#8222;FRAUEN IM TAL&#8220; &#8211; Autor: Dr. Matthias Dohmen &#8211; Verlag Ralf Liebe &#8211; 116 Seiten &#8211; ISBN-10: 3944566750 &#8211; ISBN-13: 978-3944566757<\/span><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eUPDATE\u201c hei\u00dft unsere Serie, in der Dr. Matthias Dohmen, Journalist, Dozent und Historiker, Pers\u00f6nlichkeiten aus dem Bergischen Land vorstellt. Mit alten und neuen Texten. Mit Fotos und Dokumenten. Menschen, die ihm etwas bedeuten. Diesmal steht Ingrid Schuh im Fokus.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-72788","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-26 21:30:13","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72788","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=72788"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72788\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":72803,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72788\/revisions\/72803"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=72788"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=72788"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=72788"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}