{"id":72752,"date":"2024-02-20T08:58:20","date_gmt":"2024-02-20T07:58:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=72752"},"modified":"2024-02-20T08:58:20","modified_gmt":"2024-02-20T07:58:20","slug":"sicherheitstechnik-forschen-pruefen-und-beraten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2024\/02\/20\/sicherheitstechnik-forschen-pruefen-und-beraten\/","title":{"rendered":"Sicherheitstechnik: Forschen, pr\u00fcfen und beraten"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_72756\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2372px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-72756\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/04_MK5_5237.jpg\" alt=\"\" width=\"2362\" height=\"1626\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Sicherheitstechnikerin Prof. Dr. Ing. Katharina L\u00f6we &#8211; \u00a9 Mathias Kehren<\/span><\/div>\n<p>Autor Uwe Blass hat sich im Rahmen der beliebten Uni-Reihe &#8222;Transfergeschichten&#8220; mit Prof. Dr.-Ing. Katharina L\u00f6we \u00fcber das Fachgebiet\u00a0 Prozess- und Anlagensicherheit und ihre neue Aufgabe in der Bundesanstalt f\u00fcr Materialforschung und-pr\u00fcfung (BAM) in Berlin unterhalten.<\/p>\n<p><strong>Sie leiten in der Fakult\u00e4t f\u00fcr Maschinenbau und Sicherheitstechnik das Fachgebiet Prozess- und Anlagensicherheit. Das ist noch ein sehr junges Fachgebiet, oder?<\/strong><\/p>\n<p>Katharina L\u00f6we: &#8222;An der Universit\u00e4t Wuppertal ist das Fachgebiet Prozess- und Anlagensicherheit (PAS) in der Tat noch relativ jung. Die Bergische Universit\u00e4t ist \u00fcberregional bekannt f\u00fcr ihre umf\u00e4ngliche Ausrichtung im Bereich der Sicherheitstechnik mit fundierter Expertise. In diesem Kontext stellt die Prozess- und Anlagensicherheit eine sinnvolle und wichtige Erweiterung des Portfolios dar. F\u00fcr die Industrie sind diese Kenntnisse essenziell. Leider gibt es in Deutschland zurzeit zu wenige Lehrst\u00fchle mit dieser Ausrichtung, so dass den Anforderungen der Industrie nicht in ausreichendem Ma\u00df Rechnung getragen werden kann.<\/p>\n<div id=\"attachment_44822\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 440px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-44822\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Logo-Transfergeschichten.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p><strong>Wie anf\u00e4llig k\u00f6nnen Industrieanlagen sein, und welche Sicherheitsaspekte gilt <\/strong><strong>es besonders zu ber\u00fccksichtigen?<\/strong><\/p>\n<p>Katharina L\u00f6we: &#8222;Ziel der Prozess- und Anlagensicherheit ist der sichere, effiziente und wirtschaftliche Betrieb prozesstechnischer Anlagen, wie beispielsweise Anlagen der chemischen oder pharmazeutischen Industrie, aber auch Anlagen zur Energieerzeugung und -wandlung. Diese Anlagen sind durch eine hohe Komplexit\u00e4t und ein hohes Risikopotential gekennzeichnet. Ein Gefahrenpotential liegt in den Eigenschaften der eingesetzten Stoffe, welche toxisch, explosionsf\u00e4hig und\/oder brennbar sein k\u00f6nnen. Nehmen wir ein Beispiel aus der geplanten Energietransformation.<\/p>\n<p>Dabei sollen zuk\u00fcnftig als Energietr\u00e4ger Wasserstoff und Ammoniak in gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfe eingesetzt werden. Diese Stoffe sind hinsichtlich der Klimaneutralit\u00e4t positiv, jedoch sehr explosionsf\u00e4hig bzw. giftig. Die Anlagen m\u00fcssen so konzipiert, ausgelegt und betrieben werden, dass von ihnen keine Gefahren f\u00fcr Menschen und Umwelt ausgehen. Dies ist abh\u00e4ngig von zahlreichen Einflussgr\u00f6\u00dfen, welche sich in hohem Ma\u00dfe gegenseitig beeinflussen, so dass ein ganzheitlicher und systematischer Ansatz ben\u00f6tigt wird. Dabei ist die Prozess- und Anlagensicherheit durch einen hohen Grad an Interdisziplinarit\u00e4t und die Notwendigkeit f\u00e4cher\u00fcbergreifenden Wissens und Forschens gekennzeichnet.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Sie haben zus\u00e4tzlich eine neue, wichtige Aufgabe in der Bundeanstalt f\u00fcr <\/strong><strong>Materialforschung und \u2013pr\u00fcfung, kurz BAM genannt, in Berlin angenommen. <\/strong><strong>Die <\/strong><strong>BAM ist die Nachfolgeorganisation des 1871 gegr\u00fcndeten Staatlichen <\/strong><strong>Materialpr\u00fcfungsamts sowie der 1920 gegr\u00fcndeten Chemisch-Technischen <\/strong><strong>Reichsanstalt. <\/strong><strong>Welche Aufgaben hat die Beh\u00f6rde?<\/strong><\/p>\n<p>Katharina L\u00f6we: &#8222;Ganz kurz zusammengefasst sind die Aufgaben der BAM \u201eForschen, Pr\u00fcfen und Beraten\u201c. Als Ressortforschungseinrichtung besteht eine zentrale Aufgabe in der Forschung und Entwicklung f\u00fcr die Sicherheit in Technik und Chemie. Ein weiteres gro\u00dfes Aufgabengebiet liegt im Bereich der Pr\u00fcfung, Analyse und Zulassung. Dar\u00fcber hinaus ber\u00e4t die BAM die Bundesregierung und die Industrie mit ihrer Expertise zum Schutz von Mensch, Umwelt und Sachg\u00fctern.<\/p>\n<div id=\"attachment_72758\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 453px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-72758\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/image001.png\" alt=\"\" width=\"443\" height=\"179\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das Logo der Bundesanstalt f\u00fcr Materialforschung und-pr\u00fcfung<\/span><\/div>\n<p>Ich habe die Abteilungsleitung der Abteilung 2 \u201eChemische Sicherheitstechnik\u201c der BAM \u00fcbernommen, die seit Januar in \u201eProzess- und Analgensicherheit\u201c (PAS) umbenannt wurde, was nicht nur die aktuellen Aufgabengebiete der Abteilung besser beschreibt, sondern auch die geplanten zuk\u00fcnftigen Weiterentwicklungen.<br \/>\nWas mich gleich fasziniert hat ist die breite Aufstellung der BAM, die ausgezeichnete Expertise sowie die gute Verzahnung und Zusammenarbeit der verschiedenen Fachdisziplinen und Expertengruppen, so dass technische Problemstellungen ganzheitlich und interdisziplin\u00e4r gel\u00f6st werden k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>An der BAM arbeiten rund 1.600 Menschen aus etwa 50 Nationen. <\/strong><strong>Was tun Sie <\/strong><strong>dort?<\/strong><\/p>\n<p>Katharina L\u00f6we: &#8222;Die BAM ist sehr international aufgestellt, was das Arbeiten noch spannender macht. Meine Abteilung umfasst f\u00fcnf Fachbereiche mit vielf\u00e4ltigen T\u00e4tigkeitsfeldern. Diese reichen von der Sicherheit von Energietr\u00e4gern, der Anlagensicherheit \u00fcber die Sicherheit bei Transport und Lagerung von Gefahrstoffen bis hin zur Bewertung von Explosivstoffen. Als Abteilungsleiterin obliegt mir die Konzeptionierung und strategische Ausrichtung der Abteilung. So werde ich die Bereiche der Prozess- und Anlagensicherheit weiter ausbauen und die Prozesssimulation und \u2013optimierung st\u00e4rken, wobei f\u00fcr die Prozesssimulation ein ganzer Fachbereich neu aufgebaut werden soll.<\/p>\n<p>Die PAS steht aufgrund von technischen Neuentwicklungen, dem Bedarf an L\u00f6sungen zur Steigerung der Effizienz und Nachhaltigkeit, der Energietransformation, der Digitalisierung aber auch durch eine neue Bedrohungslage vor neuen Herausforderungen. Um diese aktuellen und zuk\u00fcnftigen Herausforderungen noch besser adressieren zu k\u00f6nnen, sind Erweiterungen und Neuausrichtungen notwendig.&#8220;<\/p>\n<p><strong>So ganz gehen Sie aber der Bergischen Universit\u00e4t nicht verloren, oder?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Katharina L\u00f6we:<\/strong> &#8222;Nein, daf\u00fcr macht mir die Arbeit an der Bergischen Uni zu viel Spa\u00df. Ich verabschiede mich nur zum Teil und werde meine Professur an der BUW behalten. Geplant sind Kooperationen in den verschiedenen Bereichen. Neben der \u00dcbernahme von Lehrveranstaltungen durch mich ist auch eine Zusammenarbeit in der Forschung geplant. Dabei denke ich nicht nur an das Fachgebiet Prozess- und Anlagensicherheit, es existieren durchaus viele Schnittmengen mit diversen Fachgebieten an der Hochschule, in denen die Kooperationen weiter ausgebaut bzw. neu aufgebaut werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus ist eine gemeinsame Nutzung von Ressourcen vorgesehen, was insbesondere vor dem Hintergrund der finanziellen Situation vorteilhaft ist. Auch im Bereich der Weiterbildung ist eine Zusammenarbeit sehr sinnvoll, um den anfangs genannten Bedarf an Ingenieuren mit guten Kenntnissen im Bereich der Sicherheitstechnik decken zu k\u00f6nnen. Hier bin ich zurzeit in der Entwicklung eines Konzeptes in enger Absprache mit Industriepartnern.<\/p>\n<p><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Sicherheitstechnikerin Prof. Dr.-Ing. Katharina L\u00f6we leitet in der Fakult\u00e4t f\u00fcr Maschinenbau und Sicherheitstechnik an der Bergischen Universit\u00e4t. Au\u00dferdem nimm sie eine neue Aufgabe in der Bundesanstalt f\u00fcr Materialforschung und-pr\u00fcfung (BAM) in Berlin wahr.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-72752","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-20 12:16:37","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72752","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=72752"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72752\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":72760,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72752\/revisions\/72760"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=72752"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=72752"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=72752"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}