{"id":72506,"date":"2024-02-13T08:56:20","date_gmt":"2024-02-13T07:56:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=72506"},"modified":"2024-02-13T08:56:20","modified_gmt":"2024-02-13T07:56:20","slug":"muessen-unterschiedliche-temperaturen-in-raeumen-zulassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2024\/02\/13\/muessen-unterschiedliche-temperaturen-in-raeumen-zulassen\/","title":{"rendered":"\u201eM\u00fcssen unterschiedliche Temperaturen in R\u00e4umen zulassen\u201c"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_72510\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1732px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-72510 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Grafe-3-Kopie.jpg\" alt=\"\" width=\"1722\" height=\"1187\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der Architekt und Wissenschaftler Prof. Dr.-Ing. Christoph Grafe &#8211; \u00a9 UniService Transfer<\/span><\/div>\n<p>Doch ist das Abdichten der Au\u00dfenw\u00e4nde und die Komplettversiegelung der Fu\u00dfb\u00f6den, durch die kein Luftstrom mehr zirkulieren kann, auf lange Sicht der richtige Weg? Der Architekt Prof. Dr.-Ing. Christoph Grafe sieht das kritisch und fragt: \u201eBen\u00f6tigen wir wirklich in allen R\u00e4umen die gleiche Temperatur?\u201c \u00dcber den D\u00e4mmungswahn im Baugewerbe hat der Wissenschaftler mit Autor Uwe Blass in der beliebten Uni-Reihe &#8222;Transfergeschichten&#8220; gesprochen.<\/p>\n<h4>Gleiche Temperaturen in allen bundesdeutschen Innenr\u00e4umen?<\/h4>\n<p>Die sogenannte Ert\u00fcchtigung von Geb\u00e4uden, sprich das D\u00e4mmen, hat in Deutschland Hochkonjunktur. Behagliche Temperaturen in allen R\u00e4umen scheinen das Gebot der Stunde zu sein, wobei einige Aspekte dabei nicht zwangsl\u00e4ufig f\u00fcr die gesamte Republik oder alle Menschen gelten.<\/p>\n<div id=\"attachment_44822\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 440px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-44822\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Logo-Transfergeschichten.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p>\u201eIch w\u00fcrde in Frage stellen\u201c, sagt Dr. Christoph Grafe daher, \u201eob die ganze Bundesrepublik gleich behandelt werden kann, was die Frage der baulichen Anpassungen betrifft. Wenn man sich die Wetterkarte ansieht, dann zeigen sie f\u00fcr Wuppertal, Freiburg, K\u00f6ln oder Bremen im Winter wie im Sommer deutlich andere Temperaturen, als im Osten der Republik. In manchen Regionen gibt es kaum Frostn\u00e4chte, in anderen kann es schon mal richtig kalt werden. Die traditionellen Bauweisen in den Regionen waren immer auf diese Unterschiede zugeschnitten: im Nordwesten ist es windig, aber selten kalt. Dann ist eher eine gute Regenhaut gefragt als ein dicker Wollmantel. Das sieht man auch an der Weise, wie dort gebaut wurde. \u201c<\/p>\n<p>Ebenso m\u00fcsse man auch das unterschiedliche K\u00e4lte- und W\u00e4rmeempfinden der Menschen bedenken. Nicht jeder Raum muss daher im gleichen Ma\u00df ged\u00e4mmt werden. \u201eIch w\u00fcrde dazu pl\u00e4dieren, dass wir unterschiedliche Temperaturen im Innenraum zulassen, schon allein deswegen, weil wir nicht in allen R\u00e4umen das Gleiche tun. Wir sollten daher auch auf unsere unterschiedlichen Aktivit\u00e4ten achten. Selbst die Funktion von K\u00f6rperw\u00e4rme oder das Tragen von warmer Kleidung ist ein Teil von Strategien der Anpassung, die in Vergessenheit geraten sind. Die H\u00e4user, die heute gebaut werden, in denen die Haustechnik mehr als die H\u00e4lfte der Baukosten verschlingt, sind \u00fcbertechnisiert. Ist das wirklich \u00fcberall n\u00f6tig?\u201c<\/p>\n<h4>Problemkind Nachkriegsbau<\/h4>\n<p>Insgesamt bel\u00e4uft sich der Geb\u00e4udebestand in Deutschland auf ca. 21 Mio. Geb\u00e4ude, die sich in Nutzung, W\u00e4rmebedarf, Energieverbrauch etc. unterscheiden. Ein nicht unerheblicher Teil davon, zumal in Nordrhein-Westfalen, besteht aus Nachkriegsbauten, die zwischen 1950 und 1975 entstanden sind.<\/p>\n<div id=\"attachment_72513\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-72513 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Andreas_Bugge-Architekt-1.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"709\" \/><span class=\"wp-caption-text\">1922 wies bereits der norwegische Architekt Andreas Fredrik Bugge, Professor f\u00fcr Hausbaukunde, erstmals in einem wissenschaftlichen Freiland-Versuch die Wirksamkeit einer W\u00e4rmed\u00e4mmung bei Geb\u00e4uden nach &#8211; \u00a9 Foto: (CC BY-SA 4.0)<\/span><\/div>\n<p>\u201eBei diesen Geb\u00e4uden liegen tats\u00e4chlich Defizite vor. Oft wurden sie mit damals neuen industriellen Materialen gebaut. Sie haben relativ d\u00fcnnere W\u00e4nde als \u00e4ltere H\u00e4user und weisen viele K\u00e4ltebr\u00fccken auf. Eine D\u00e4mmung dieser Bauten erfordert damit eine sorgf\u00e4ltige Planung und wird durchaus finanzielle Anstrengungen kosten. All dies bringt neue Probleme mit sich, denkt man an die Millionen Einfamilienh\u00e4user die ab 1965 gebaut wurden, die dauerhaft bewohnbar gemacht werden m\u00fcssen\u201c, erkl\u00e4rt der Fachmann.<\/p>\n<p>Christoph Grafe sieht wesentliche Probleme in der Anwendung der heute oft g\u00e4ngigen Materialien zur D\u00e4mmung, da deren langfristiges Verhalten noch weitgehend unbekannt sei. \u201eWissen wir wirklich, ob diese Materialien, mit denen die H\u00e4user so versiegelt werden, nicht zu neuen Gesundheitsproblemen f\u00fchren? Wie es sich in einem Haus aus Stein, Lehm oder Holz lebt, wissen Menschen seit Jahrhunderten. K\u00f6nnen wir dies auch f\u00fcr die Materialien sagen, die jetzt zum Einsatz kommen? Die meisten Schadstoffe, die wir einatmen, befinden sich eigentlich in den Innenr\u00e4umen. Schaffen wir uns mit der massenhaften D\u00e4mmung der H\u00e4user nicht die Bauruinen der Zukunft?\u201c<\/p>\n<p>Ein weiterer, noch nicht einmal untersuchter Aspekt dieser Bauma\u00dfnahmen sei die Auswirkung auf andere Lebewesen, wie z. B. Insekten, M\u00e4use oder auch Schwalben, die seit jeher mit den Menschen in und an deren Unterk\u00fcnften gelebt h\u00e4tten.<\/p>\n<h4>Intelligente Entw\u00fcrfe zu traditionellen Bauweisen<\/h4>\n<p>Hinzu komme die Tatsache, dass die H\u00e4user heute eher gek\u00fchlt, statt beheizt werden m\u00fcssten, da sich im Zuge des Klimawandels die Temperatur ver\u00e4ndert habe. Klimaanlagen werden in deutschen Geb\u00e4uden zuhauf verbaut, dabei macht uns die arabische Welt mit traditionellen Bauweisen vor, dass H\u00e4user extremer Hitze auch ohne Klimaanlagen trotzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<div id=\"attachment_72514\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-72514 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Mineralwolleproduktion-gibt-es-seit-den-30er-Jahren.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"381\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Mineralwolle gibt es seit den 30er Jahren &#8211; \u00a9 Foto: Saint-Gobain (gemeinfrei)<\/span><\/div>\n<p>Dazu f\u00e4llt Grafe sofort eine Zusammenarbeit mit Studierenden ein, die anl\u00e4sslich des Solar Decathlon 2022 genau an diesem Thema gearbeitet hatten. \u201eWir hatten im vorletzten Jahr zum Thema Klimawandel mit Studierenden an den nicht technologischen, sondern r\u00e4umlichen, also architektonischen L\u00f6sungen gearbeitet und zwar f\u00fcr alle m\u00f6glichen Klimazonen. Da ist uns allen aufgefallen, dass es ein sehr umfangreiches traditionelles Wissen dazu gibt, wie man das Raumklima positiv beeinflussen kann. Dazu geh\u00f6rt in den subtropischen und mediterranen Klimazonen das Erzeugen von Luftz\u00fcgen \u00fcber Windt\u00fcrme, vor allem im vorderen Orient, und man kann da viel mehr \u00fcber die R\u00e4ume erzeugen als \u00fcber eine Technik.\u201c<\/p>\n<p>Es werde also die zuk\u00fcnftige Aufgabe von Architektinnen sein, dieses Wissen wieder zu aktivieren und es auch bei uns, in einem gem\u00e4\u00dfigten Klima, anzuwenden. Gerade bei den vielen kleinen Appartements, die zurzeit gebaut w\u00fcrden, sollte man \u00fcber eine vern\u00fcnftige Ventilation schon in der Planung nachdenken, r\u00e4t Christoph Grafe. \u201eVielleicht brauchen wir in der Zukunft keine Schornsteine mehr, sondern Windt\u00fcrme.\u201c<\/p>\n<h4>Der Stein als Vorbild<\/h4>\n<p>In M\u00fcnchen gibt es das sch\u00f6ne Beispiel eines besonders nachhaltigen B\u00fcrogeb\u00e4udes, das ohne Heizung und Klimaanlage auskommt. Allein durch die Nutzung des sogenannten &#8222;Unipor Coriso-Ziegels&#8220; kann eine ganzj\u00e4hrige Raumtemperatur von 22 bis 26 Grad Celsius erreicht werden.<\/p>\n<p>\u201eDas wichtigste an dem Ziegel ist die Tatsache, dass es sich, im Gegensatz zu anderen D\u00e4mmmaterialien, um einen Stein handelt, der bei der D\u00e4mmung mithilft. Damit haben wir ein Material, von dem wir heute schon sagen k\u00f6nnen, wie es sich in den n\u00e4chsten 30 Jahren verh\u00e4lt, weil wir es mit historischen Steinkonstruktionen vergleichen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_72515\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-72515 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Stroh-als-Baumaterial.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"450\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ungenutztes Stroh k\u00f6nnte als Baumaterial eingesetzt werden. Hier ein Strohballen mit 4 Garnen gebunden \u00a9 Foto: \u201eAlpaca de paja\u201c von Midir \/ Eigenes Werk \/ Lizenziert unter Gemeinfrei \u00fcber Wikimedia Commons<\/span><\/div>\n<p>So werden heute im industriellen Bauen in Form von dicken W\u00e4nden und W\u00e4rmeakkumulation Prinzipien von fr\u00fcher wiedereingef\u00fchrt. \u201eDer Stein gibt im Sommer W\u00e4rme ab und speichert sie im Winter\u201c erkl\u00e4rt Christoph Grafe und f\u00e4hrt fort, \u201ezugleich ist das ein sch\u00f6nes Beispiel f\u00fcr die Forschung an Baustoffen, die nun auch Alternativen anbieten kann und sich damit auch auf Jahrtausende alte Traditionen r\u00fcckbesinnt, die ohne Plastik auskommen.\u201c<\/p>\n<h4>Innovative Technologien f\u00fcr den Umbau statt Neubau auf der gr\u00fcnen Wiese<\/h4>\n<p>Alle Welt denkt immer, dass nachhaltig gebaute H\u00e4user sehr viel teurer sind. Ein Architekturb\u00fcro in Melbourne (Australien) beweist aber mit einem bezahlbar \u00f6kologisch gebauten Haus das Gegenteil. Die Bauherren versprechen, dass beim gesamten Hausbau lediglich drei M\u00fclls\u00e4cke auf der Deponie landen und arbeiten mit Hartholzplatten, poliertem Feinbeton und einem Schmetterlingsdach, welches die Sonneneinstrahlung durch die Sonnenkollektoren optimal nutzt.<\/p>\n<p>Mit zus\u00e4tzlichem Regenwasserspeicher, Doppelverglasung und LED-Beleuchtung bezahlen Bewohner bei normalem Energieverbrauch im Jahr ca. 2 Euro f\u00fcr Strom und Heizenergie. \u201eJa\u201c, sagt Grafe, \u201eaber Australien ist nicht Europa, d.h., wir m\u00fcssen eine andere Berechnung haben, weil wir hier eigentlich keine freien Fl\u00e4chen f\u00fcr Neubauten haben. Wenn uns die vielen Hochwasserkatastrophen der letzten Jahre eines lehren, dann dies: wir m\u00fcssen in Europa die fortschreitende Versiegelung aufhalten. Kurzum: auch wenn Bundeskanzler Scholz anderer Meinung zu sein scheint: wir brauchen einen Baustopp auf der gr\u00fcnen Wiese. Es stellt sich daher die Frage: Wie gehen wir mit dem um, was schon da ist?\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_72517\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-72517 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/iceland-4524112_1280.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Stein wird seit Urzeiten als Baumateiral benutzt &#8211; wie hier in Island &#8211; \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<p>Grafe unterst\u00fctzt deshalb ausdr\u00fccklich das Abrissmoratorium, das Architects for Future, eine Gruppe junger Architektinnen und Architekten zusammen mit verschiedenen Architektenkammern und dem Bund Deutscher Architektinnen und Architekten BDA formuliert hat. Also: nicht mehr abrei\u00dfen, um neu zu bauen, sondern weiter-bauen mit dem Bestand.<\/p>\n<p>\u201eIn Europa wird die ganz interessante Frage sein, wie man innovative, neuentwickelte Technologien f\u00fcr den Umbau nutzt. Wir haben enorme Entwicklungen in den holzbasierten Konstruktionsformen, die beim Umbau erfolgreich eingesetzt werden k\u00f6nnen. Auch die Erzeugung von erneuerbarer Energie wird dabei eine Rolle spielen und neue Formen erzeugen, wie man am expressiven Dach des Hauses in Australien sehen kann. Wir m\u00fcssen aber auch der Gesellschaft, den Auftraggebenden und Bewohnern klarmachen, dass dies alles ein intelligentes Entwerfen erfordert, was auch wertgesch\u00e4tzt und bezahlt werden muss. Intelligenz im Entwurf bedeutet immer h\u00f6here Qualit\u00e4t.\u201c<\/p>\n<h4>Die Materialfrage im 21. Jahrhundert<\/h4>\n<p>Im Zuge der Nachhaltigkeit bekommen auch die Materialien eine immer wichtigere Bedeutung. Nachwachsende Rohstoffe wie die Hanfpflanze, die zudem noch einen hohen Schallschutz verspricht k\u00f6nnten u.a. zum Baustoff der Zukunft geh\u00f6ren. \u201eNachwachsende Materialien genie\u00dfen ganz klar den Vorzug sowie alle Materialien, die sich wieder leicht voneinander l\u00f6sen lassen, wie der altbew\u00e4hrte Stein\u201c, erkl\u00e4rt Christoph Grafe.<\/p>\n<p>\u201eBis ins 18. Jahrhundert wurden im Prinzip Steine von H\u00e4usern immer wieder auseinandergenommen und neu verwendet und erst in der Industriellen Revolution durch die Einf\u00fchrung von Glas, Stahl und Beton verdr\u00e4ngt.\u201c Durch die Nachhaltigkeitsdebatte und intelligente Recyclingmethoden sei das Material des 21. Jahrhunderts nun wieder der bereits vorhandene Werkstoff. \u201eWir aktivieren wieder lange existierendes Wissen.\u201c<\/p>\n<h4>Bauen im Bestand<\/h4>\n<p>Prof. Dr.-Ing. Christoph Grafe kommt zum Schluss noch einmal auf die Herausforderung des Umbaus von Nachkriegsbauten zur\u00fcck. Durch Bauen im Bestand wird die Umnutzung bestehender Geb\u00e4ude, die urspr\u00fcnglich wenig nachhaltig gebaut wurden, auch in NRW vorangetrieben. \u201eDas ist eine ganz gro\u00dfe Herausforderung und besch\u00e4ftigt uns hier, weil der Prozentsatz dieses Baubestandes in NRW extrem hoch ist\u201c, sagt Grafe.<\/p>\n<div id=\"attachment_72518\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-72518 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/canada-4525216_1280.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Holz bleibt ein bew\u00e4hrtes Baumaterial &#8211; wie hier bei diesen Haus in Kanada &#8211; \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<p>Gerade in der Fassade gen\u00fcgten diese H\u00e4user nicht dem Standard und m\u00fcssten dringend ert\u00fcchtigt werden. Daher untersuche er mit Studierenden sehr intensiv, wie man diese Architektur am besten behandeln k\u00f6nne. Dabei m\u00fcsse man immer individuell von Fall zu Fall entschieden, was zu tun sei. \u201eDie bauliche Anpassung von H\u00e4usern ist eine Notwendigkeit, die au\u00dfer Frage steht. Sie darf aber nicht auf ihre technischen Aspekte reduziert werden. Dabei muss man auch \u00fcber neue Formen des Zusammenlebens nachdenken, damit die moderne Nutzung dieser Geb\u00e4ude nicht nur eine Notl\u00f6sung ist.\u201c<\/p>\n<p>In Wuppertal kennt Christoph Grafe ein sehr lobenswertes Beispiel eines nachhaltigen Bauprojektes. Der sogenannte BOB Campus, mitten in Oberbarmen, direkt an der Nordbahntrasse. Ein\u00a0 neuer Ort auf dem Gel\u00e4nde einer ehemaligen Textilfabrik, mit einer Kita, Schulr\u00e4umen, Gewerbe- und Gemeinschaftsfl\u00e4chen, Wohnungen und einem Nachbarschaftspark.<\/p>\n<p>Dazu sagt Christoph Grafe abschlie\u00dfend: \u201eIch sehe das als ein Leuchtturmprojekt, in dem man diese Kombination von Weiterbauen und auch Neubau umsetzen kann. Da hat man den Blick aufs Ganze. Es ist ein Zeichen f\u00fcr die Erneuerung in Wuppertal und es ist sehr genau auf die einzelnen Teile des Geb\u00e4udes zugeschnitten. Damit ist es auch eine \u00d6konomie der Mittel, denn man setzt zielgenau ein, was man wirklich braucht. Es ist es ma\u00dfgeschneidert und das ist auch ein Beispiel f\u00fcr das Finden der Intelligenz in der schon vorhandenen Architektur.\u201c<\/p>\n<p><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_72511\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 210px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-72511 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Grafe-3.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"285\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Prof. Dr.-Ing. Christoph Grafe &#8211; \u00a9 UniService Transfer<\/span><\/div>\n<h4>\u00dcber Prof. Dr.-Ing. Christoph Grafe<\/h4>\n<p>Prof. Dr.-Ing. Christoph Grafe leitet seit 2013 den Lehrstuhl f\u00fcr Architekturgeschichte und -theorie an der Bergischen Universit\u00e4t.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>40 Prozent der Energie in Deutschland wird derzeit im Geb\u00e4udebereich verbraucht, zwei Drittel davon allein von privaten Haushalten. Wenn die Bundesregierung ihre Klimaschutzziele nicht verfehlen will, ist das eindeutig zu viel. Geb\u00e4udesanierungen sollen da Abhilfe schaffen.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-72506","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-20 14:11:17","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72506","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=72506"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72506\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":72524,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72506\/revisions\/72524"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=72506"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=72506"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=72506"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}