{"id":72347,"date":"2024-02-07T09:51:55","date_gmt":"2024-02-07T08:51:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=72347"},"modified":"2024-02-07T09:51:55","modified_gmt":"2024-02-07T08:51:55","slug":"dacapo-maedels-laden-zur-musikalischen-kaffeetafel-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2024\/02\/07\/dacapo-maedels-laden-zur-musikalischen-kaffeetafel-ein\/","title":{"rendered":"&#8222;DaCapo&#8220;-M\u00e4dels laden zur musikalischen Kaffeetafel ein"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_49989\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1953px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-49989\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/DSC08968-2.jpg\" alt=\"\" width=\"1943\" height=\"1394\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der Frauenchor &#8222;DaCapo&#8220;. Vorne links: C<\/span><\/div>\n<p>Eine der treibenden Kr\u00e4fte im 39 K\u00f6pfe umfassenden Chor hei\u00dft Iris M\u00fcller und wohnt am Katernberg.\u00a0Urspr\u00fcnglich stammt sie aus der N\u00e4he von Chemnitz, das zu DDR-Zeiten Karl-Marx-Stadt hie\u00df. Der Vater arbeitete als Ingenieur, die Mutter als N\u00e4herin in Heimarbeit.<\/p>\n<p>Musik spielte im Leben der insgesamt achtk\u00f6pfigen Familie keine Rolle. Doch ihr Hang zum Musikalischen brach fr\u00fch durch, im Schulchor und im Spielmannszug des kleinst\u00e4dtischen Limbach-Oberfrohna, dem sie ab der f\u00fcnften Klasse angeh\u00f6rte.<\/p>\n<p>Iris Fischer, die als Zweit\u00e4lteste wichtige Funktionen in der Familie aus\u00fcbte, nutzte ihren Einfluss auch dazu, die j\u00fcngeren Geschwister an die Musik heranzuf\u00fchren. Sie selbst spielte so gut wie alle Instrumente, die es im Spielmannszug gab. In dem s\u00e4chsischen Dorf sehr pr\u00e4sent, hat er die Wende nicht \u00fcberlebt.<\/p>\n<h4>In der Gemeinschaft fand Iris Fischer Freunde<\/h4>\n<p>Wie so einiges andere den Bach abging. Iris und ihr Mann verloren ihre Arbeit und gingen Anfang der 1990er Jahre nach Wuppertal, wo eine Tante von Uwe M\u00fcller wohnt. Zuerst der Mann, dann folgte sie mit Sohn und Tochter, die heute ihrerseits wieder zwei M\u00e4dchen gro\u00dfzieht.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Schwester Steffi ist mit ihrer Familie ein Jahr sp\u00e4ter auch nach Wuppertal gezogen. Und \u2026 singt im DaCapo-Chor mit. Iris M\u00fcller: \u201eIn der Gemeinschaft findet man schnell Freunde und kann sich schneller in eine neue Stadt oder Umgebung eingew\u00f6hnen. So war es ja auch bei mir.\u201c<\/p>\n<p>In der DDR war Iris M\u00fcller Kinderg\u00e4rtnerin. \u00dcbrigens hatte sie in ihrem Fachschulstudium zur Kinderg\u00e4rtnerin zus\u00e4tzlich das Gitarrespielen erlernt. Das Instrument und der Gesang mit den Kindern waren t\u00e4gliche Praxis. Mit den st\u00e4dtischen Kitas im Westen kam sie nicht recht klar, eher noch mit den kirchlich gef\u00fchrten, die in ihren Augen zielgerichteter arbeiten und beispielsweise mehr singen und mehr basteln.<\/p>\n<div id=\"attachment_49993\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-49993 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/DSC08963-2-1024x658.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"658\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Blumen als Lohn f\u00fcr einen tollen Auftritt. (2.v.l.) Iris M\u00fcller &#8211; \u00a9 Thomas Schnabel<\/span><\/div>\n<p>Auch das oftmals einge\u00fcbte Antiautorit\u00e4re war nicht ihr Fall. Kurzum: Ihre erste Arbeitsstelle im Westen war Telefondienst und das Sortieren von Karteikarten (\u201eDas Alphabet wirst du ja wohl k\u00f6nnen\u201c) in einer strahlentherapeutischen Praxis. Also mit 30 eine Ausbildung unter lauter 18j\u00e4hrigen, denen sie \u201eFreundin und Mutterersatz\u201c war.<\/p>\n<p>Doch der st\u00e4ndige Umgang mit Krebspatienten erwies sich auf die Dauer als sehr belastend, so dass sie nach f\u00fcnf Jahren umschulte und seit 1996 in der Dialyse arbeitet. Manche Patienten, die dreimal in der Woche zur Blutw\u00e4sche kommen, kennt sie schon seit 20 Jahren.<\/p>\n<p>\u201eMusik geh\u00f6rt zu meinem Leben\u201c, sagt sie. \u201eMit meinen Kindern habe ich st\u00e4ndig gesungen und Gitarre und andere kindgerechte Instrumente gespielt.\u201c Doch erst in der Dialyse wird sie von einer S\u00e4ngerin des Elberfelder Frauenchors angesprochen: \u201eDu spielst doch so unterschiedliche Instrumente wie Querfl\u00f6te, Lyra, die kleine Trommel oder Gitarre und singst im \u00dcbrigen gern. Komm doch mal zu uns.\u201c<\/p>\n<h4>Gesagt, gesungen.<\/h4>\n<p>2011 etwa beginnt die eigene Geschichte von &#8222;DaCapo&#8220;. Es rumort im polizeilichen Chor, weil einige Damen \u201efreies Singen\u201c w\u00fcnschen, was man sich so vorstellen muss, dass nicht vom Blatt gesungen wird, sondern die Darbietenden ihren Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rern ins Gesicht blicken, also auch textsicher sein m\u00fcssen. 25 S\u00e4ngerinnen demissionierten, standen buchst\u00e4blich im Freien, wo es Wuppertal-typisch F\u00e4den regnete. Aber wer wollte und konnte die \u201emeuternde\u201c Gruppe \u00fcbernehmen?<\/p>\n<p>Es gab dann tats\u00e4chlich jemanden, der das Dirigat \u00fcbernahm und immer noch \u00fcbernimmt, der mittlerweile auf die 80 zugehende fr\u00fchere Studienrat an der Siegesstra\u00dfe, ein Freund des freien Singens, Hans-J\u00fcrgen Fleischer, seit \u00fcber vier Jahrzehnten Chorleiter aus Leidenschaft.<\/p>\n<div id=\"attachment_50000\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-50000\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/P1150730-2-1024x394.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"394\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der erfolgreiche Wuppertaler Frauenchor &#8222;DaCapo&#8220; bei einem Auftritt &#8211; \u00a9 Thomas Schnabel<\/span><\/div>\n<p>Das Repertoire ist weit gef\u00e4chert und umfasst Schlager und Pop, Filmmusik und Folklore, aber auch geistliche Lieder, Gospels und Spirituals. In der noch jungen Geschichte gab es schon viele besondere Highlights: Konzert mit integrierter Modenschau \u2013 choreigene Models liefen \u00fcber den Catwalk, \u201ePlatt &amp; Pop\u201c \u2013 Frauenchor trifft auf die Wuppertaler Mundartband \u201eStrieksp\u00f6en\u201c, \u201eGood Girls &amp; Bad Boys\u201c \u2013 hier stand &#8222;DaCapo&#8220; mit dem Dortmunder Barbershopchor \u201eBad Boys\u201c auf der B\u00fchne, ein Adventskonzert mit Michael Hirte, dem Mann mit der Mundharmonika, ein Herbstkonzert \u201eIn Vino Musica\u201c inklusive Weinverkostung, das Adventskonzert mit dem lettischen Universit\u00e4tschor \u201eMixed Aura\u201c aus Riga.<\/p>\n<p>Auch das \u201esoziale Singen\u201c ist f\u00fcr &#8222;DaCapo&#8220; wichtig. Iris M\u00fcller: \u201eMit unseren fr\u00f6hlichen Liedern erfreuen wir in Seniorenheimen und Kurkliniken auch die Menschen, die nicht in unsere Konzerte kommen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Es ist erst einige Monate her, dass &#8222;DaCapo&#8220; zehnj\u00e4hriges Bestehen feierte und dazu Vertreter weiterer Frauench\u00f6re, aber auch den Vorsitzenden vom \u201eMannenkoor Gouda\u2019s Liedertafel\u201c begr\u00fc\u00dfen konnte. \u00dcbrigens geht die n\u00e4chste \u201eErlebnis- und Konzertreise\u201c in jene h\u00fcbsche holl\u00e4ndische Stadt, die vielen Wuppertalern nur als namensgebend f\u00fcr K\u00e4se bekannt ist.<\/p>\n<h4>Jeden Donnerstag ist Probe<\/h4>\n<p>Jeden Donnerstagabend wird geprobt, alles Wichtige dazu steht auf der Homepage <a href=\"http:\/\/www.frauenchor-dacapo.de\">www.frauenchor-dacapo.de<\/a>, die \u00fcbrigens von Iris M\u00fcller gestaltet wird, der Kenntnisse in der Fotobearbeitung und im Umgang mit den g\u00e4ngigen PC-Programmen zugute kommen. Seit l\u00e4ngerem arbeitet sie Teilzeit, um Dialyse, \u201eDaCapo-M\u00e4dels\u201c und Familie \u2013 Tochter und Enkel wohnen im selben Haus \u2013 unter einen Hut zu bekommen.<\/p>\n<p>\u201eIn dieser tollen Gemeinschaft hat sich ein starkes Wir-Gef\u00fchl entwickelt, welches dazu f\u00fchrte, dass, am Donnerstag zu proben, uns allen zum Bed\u00fcrfnis geworden ist\u201c, sagt Iris M\u00fcller zur STADTZEITUNG. \u201eUnsere Auftritte im sozialen Bereich und unsere Konzerte sind die Highlights und Fr\u00fcchte unserer Proben. Gemeinsam mit unserem Chorleiter, Herrn Fleischer, und den weiteren sechs Vorstandsmitgliedern darf ich die Geschicke unserer DaCapo-Familie organisieren.\u201c<\/p>\n<p>Ihr Motto lautet: \u201eSingen macht mir Spa\u00df, entspannt und fordert mich zugleich. Singen im Chor entwickelt das Wir-Gef\u00fchl, st\u00e4rkt und gibt uns Zuversicht.\u201c<\/p>\n<h4>Musikalische Kaffeetafel &amp; DaCapo-Flohmarkt<\/h4>\n<p>Am Sonntag (03.03.2024) von 15 &#8211; 18 Uhr geben die S\u00e4ngerinnen des Frauenchores &#8222;DaCapo&#8220; bei der &#8222;Musikalischen Kaffetafel im Festsaal des &#8222;AZ Wuppertaler Hof&#8220; in Barmen eine Kostprobe ihres K\u00f6nnens. Pr\u00e4sentiert werden Oldies, die jeder kennt. Und das Publikum ist herzlich eingeladen, mitzusingen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem findet bei der Gelegenheit der traditonelle DaCapo-Flohmarkt statt: Dort finden Interessierte Accessoires, T\u00fccher, Taschen, Kleidung und vieles mehr. Ein Besuch lohnt sich.<\/p>\n<h4>Text Dr. Matthias Dohmen<\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-72353\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/A4-DaCapo-Flohmarkt-gelb-15-18-mit-Werbung-3mm-scaled-1.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"561\" \/><\/p>\n<p><strong>Termin:<\/strong><\/p>\n<h4>MUSIKALISCHE KAFFEETAFEL &amp; DACAPO-FLOHMARKT<\/h4>\n<p><strong>Sonntag &#8211; 03.03.2024 &#8211; 15:00 &#8211; 18:00 Uhr<\/strong><\/p>\n<p>Festsaal im &#8222;AZ&#8220; Wuppertaler Hof &#8211; Hans-Dietrich-Genscher-Platz 1 &#8211; 42283 Wuppertal<\/p>\n<p>Der Eintritt ist frei<\/p>\n<p><strong>Link zur Webseite des Frauenchores &#8222;Da Capo&#8220;:<\/strong><\/p>\n<h4><a href=\"http:\/\/www.frauenchor-dacapo.de\">http:\/\/www.frauenchor-dacapo.de<\/a><\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch Ch\u00f6re haben eine Geschichte. Einen Dirigenten, eine Vorsitzende, die sich um alles k\u00fcmmert. Und einen Namen.\u00a0Manchmal einen italienischen wie der Wuppertaler Frauenchor DaCapo. \u201eDa capo\u201c hei\u00dft vom Kopf an, vom Beginn an und stammt wie so viele Begriffe in der Musik aus dem Italienischen. Wer die &#8222;singenden M\u00e4dels&#8220; live erleben m\u00f6chte, hat dazu am Sonntag (03.03.) die Gelegenheit.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-72347","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-05 17:06:05","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72347","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=72347"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72347\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":72359,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72347\/revisions\/72359"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=72347"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=72347"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=72347"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}