{"id":72255,"date":"2024-01-31T14:30:20","date_gmt":"2024-01-31T13:30:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=72255"},"modified":"2024-02-02T14:35:30","modified_gmt":"2024-02-02T13:35:30","slug":"kz-kemna-eine-ausstellung-erinnert-an-die-opfer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2024\/01\/31\/kz-kemna-eine-ausstellung-erinnert-an-die-opfer\/","title":{"rendered":"KZ Kemna: Eine Ausstellung erinnert an die Opfer"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_72262\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1010px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-72262 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/61cf96d256470050f2c0b383852737cd.webp\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"667\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ein w\u00fcrdiger Rahmen f\u00fcr die Gedankfeier an die Holocaut-Opfer im Lichthof des Barmer Rathauses &#8211; \u00a9 Stefanie von Stein \/ Stadt Wuppertal<\/span><\/div>\n<p>\u201eDer wachsende Antisemitismus hierzulande vor dem Hintergrund des Nahostkonfliktes ist gef\u00e4hrlich und mutet geschichtsvergessen an. Es braucht hier eine sehr klare und unmissverst\u00e4ndliche Distanzierung. Die Politik und jeder von uns ist gefordert, gegen jede religi\u00f6se Intoleranz in Deutschland vorzugehen \u2013 hierf\u00fcr ist in unserem Land kein Platz!&#8220;, so der OB.<\/p>\n<p>Weiter nahm er Bezug zum aktuellen Geschehen in Deutschland: \u201eHunderttausende sind an den vergangenen beiden Wochenenden in ganz Deutschland auf die Stra\u00dfe gegangen. Viele von ihnen zum ersten Mal \u00fcberhaupt. Das gibt Kraft und vermittelt das tiefe Gef\u00fchl: Die Mehrheit steht zusammen, um den Anf\u00e4ngen zu wehren. Die Geschichte hat uns gezeigt, wohin Hass f\u00fchren kann.\u201c<\/p>\n<p>Die Gedenkstunde fand in diesem Jahr im Lichthof des Rathauses in Barmen statt. Veranstalter waren die Stadt Wuppertal, die Begegnungsst\u00e4tte Alte Synagoge Wuppertal, das Evangelische Berufskolleg Stra\u00dfburger Stra\u00dfe der Bergischen Diakonie Aprath und der Evangelische Kirchenkreis Wuppertal.<\/p>\n<div id=\"attachment_72263\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 360px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-72263 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/1ec7d69e5f5e2a4089a9ed2818ec1132.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"511\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ein Exponat der Ausstellung &#8211; \u00a9 Stefanie von Stein \/ Stadt Wuppertal<\/span><\/div>\n<p>Auch Bundestagsabgeordneter Helge Lindh und Pfarrerin Ilka Federschmidt, Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Wuppertal, betonten in ihren Reden die Wichtigkeit des Erinnerns \u2013 gerade vor dem Hintergrund der gegenw\u00e4rtigen Entwicklung in Politik und Gesellschaft.<\/p>\n<p>Besonderen Applaus gab es f\u00fcr die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler des Evangelischen Berufskollegs Stra\u00dfburger Stra\u00dfe der Bergischen Diakonie Aprath. Gemeinsam hatten sich unter Leitung ihres Kunstlehrers Andreas Landrock zuvor im Kunstunterricht und begleitend in den F\u00e4chern Politik und Religion mit dem KZ Kemna besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Daraus entstanden ist eine eindrucksvolle Ausstellung farbiger Collagen und Malereien, die im Rahmen der Gedenkstunde offiziell er\u00f6ffnet wurde. B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgerinnen k\u00f6nnen sich die 40 Kunstwerke ab Dienstag, 30. Januar, im Lichthof und in der dar\u00fcber gelegenen Galerie anschauen.<\/p>\n<div id=\"attachment_72264\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 560px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-72264 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/929bc87bcda4bd5bc28cc7579cdefb6a.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"367\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Fand in seiner Anspraxhe klare Worte: Oberb\u00fcrgermeister Dr. Uwe Schneidewind &#8211; \u00a9 Stefanie von Stein \/ Stadt Wuppertal<\/span><\/div>\n<p>Bei der Gedenkstunde zu Wort kamen ebenfalls Mirko Kruhl, stellvertretender Schulleiter des Berufskollegs, sowie Sch\u00fclerin Leonie Sondern, die deutlich machten, wie wichtig es ihnen und der Sch\u00fclerschaft ist, mit der Ausstellung ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen.<\/p>\n<p>F\u00fcr den musikalischen Rahmen der Gedenkstunde sorgten Hayat Chaoui, Dieter Nett und Erhard Ufermann.<\/p>\n<h4>\u00dcber die Ausstellung<\/h4>\n<p>Die Ausstellung \u201eKemna. Das vergessene KZ in Wuppertal 1933-1934\u201c kann bis einschlie\u00dflich zum 09. Februar 2024 im Lichthof des Rathauses Wuppertal-Barmen, Johannes Rau Platz 1, zu den \u00d6ffnungszeiten des Rathauses (montags bis donnerstags 8 bis 16.30 Uhr, freitags 8 bis 14 Uhr) besichtigt werden. Der Eintritt ist kostenlos, die Galerie im ersten Geschoss kann \u00fcber einen Fahrstuhl erreicht werden.<\/p>\n<h4>\u00dcber das KZ Kemna<\/h4>\n<p>Das KZ Kemna war ein fr\u00fches Konzentrationslager im Wuppertaler Ortsteil Kemna zwischen Beyenburg und Oberbarmen.<\/p>\n<p>Es existierte von Juli 1933 bis zum 19. Januar 1934. Das KZ wurde von der SA-Untergruppe D\u00fcsseldorf und dem damaligen Wuppertaler Polizeipr\u00e4sidenten Willi Veller mit R\u00fcckendeckung der Bezirksregieurng D\u00fcsseldorf betrieben. Kommandant des Konzentrationslagers war f\u00fcr kurze Zeit SA-Sturmf\u00fchrer Hugo Neuhoff.<\/p>\n<p>Er wurde nach kurzer Zeit von dem geb\u00fcrtigen Wuppertaler Alfred Hilgers abgel\u00f6st. Dieser war u.a. Personalverantwortlicher des Stabes der SA Untergruppe D\u00fcsseldorf.<\/p>\n<div id=\"attachment_72265\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 360px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-72265 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/csm_evb-kemna-A2-171223_klein_2973fdc944.png\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"494\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das Plakat zur Ausstellung &#8211; \u00a9 Stadt Wuppertal<\/span><\/div>\n<p>Bis zu 1.100 Gefangene wurden in einer ehemaligen Putzwollfabrik an der Beyenburger Stra\u00dfe direkt am Wupperufer von der SA-Wachmannschaft zusammengepfercht.<\/p>\n<p>Die Insassen mussten katastrophale hygienische\u00a0 Verh\u00e4ltnisse ertragen. Folter und willk\u00fcrliche Gewalt waren an der Tagesordnung. Die Gesamtzahl der Inhaftierten im Laufe der sieben Monate KZs Kemna wird auf 2.500 bis 3.000 gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Inhaftiert wurden in erster Linie politische H\u00e4ftlinge aus Wuppertal. Transporte und Einzelgefangene kamen aber auch aus den zum Regierungsbezirk geh\u00f6renden St\u00e4dten Duisburg, D\u00fcsseldorf, Krefeld und Essen.<\/p>\n<p>Zum 50. Jahrestag der menschenverachtenden Einrichtung wurde gegen\u00fcber dem Fabrikgel\u00e4nde 1983 ein Mahnmal eingeweiht. Entworfen wurde das Bronze-Reliefdurch eine Kunst-Arbeitsgemeinschaft des Wuppertaler Gymnasiums Am Kothen. Der zum Mahnmal f\u00fchrende Weg tr\u00e4gt seit 1990 den Namen des j\u00fcngsten Kemna-H\u00e4ftlings Karl Ibach.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Holocaust-Gedenktag ist im Lichthof im Barmer Rathaus den Opfern des Nationalsozialismus und gedacht worden. Eine \u00a0Ausstellung erinnert an das Wuppertaler KZ Kemna. Oberb\u00fcrgermeister Uwe Schneidewind fand in seiner Rede klare Worte.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24],"tags":[],"class_list":["post-72255","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wuppertal"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-28 10:41:37","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72255","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=72255"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72255\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":72267,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72255\/revisions\/72267"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=72255"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=72255"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=72255"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}