{"id":71629,"date":"2024-01-08T17:47:47","date_gmt":"2024-01-08T16:47:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=71629"},"modified":"2024-01-08T17:47:47","modified_gmt":"2024-01-08T16:47:47","slug":"wenn-das-boese-verliert-fuehlen-wir-uns-wohl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2024\/01\/08\/wenn-das-boese-verliert-fuehlen-wir-uns-wohl\/","title":{"rendered":"&#8222;Wenn das B\u00f6se verliert, f\u00fchlen wir uns wohl&#8220;"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_71632\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1906px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-71632 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Neumann-Presse.jpg\" alt=\"\" width=\"1896\" height=\"1260\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der Wissenschaftler Dr. Stefan Neumann &#8211; \u00a9 UniService Transfer<\/span><\/div>\n<p><strong> Funktionieren die M\u00e4rchen im Zeitalter der Digitalisierung eigentlich noch?<\/strong><\/p>\n<p>Stefan Neumann: &#8222;Ich w\u00fcrde sagen, besser denn je. Digitale Inhalte basieren zu einem gro\u00dfen Teil auf M\u00e4rchen. Viele Spiele und Geschichten f\u00fcr Kinder, die digital vermittelt werden, \u00fcbernehmen Handlungsabl\u00e4ufe und Grundstrukturen von M\u00e4rchen. Man k\u00f6nnte also sagen, digitales Erz\u00e4hlen w\u00fcrde nicht ohne M\u00e4rchen funktionieren. Auf der anderen Seite zeigt ein Blick auf das klassische M\u00e4rchen, dass es vieles von dem enth\u00e4lt, was uns in unserer digitalisierten Welt fehlt: M\u00e4rchen erziehen n\u00e4mlich ihre H\u00f6rerinnen und H\u00f6rer oder Leserinnen und Leser zur Eigenst\u00e4ndigkeit, auch zur Individualit\u00e4t.<\/p>\n<p>Das M\u00e4rchen feiert die Au\u00dfenseiter: das Aschenputtel, den kleinen Bruder, auf den niemand wetten w\u00fcrde oder das arme, ausgesetzte Kind. Das sind alles Individuen, die nicht als Influencer durchgehen w\u00fcrden, aber zum Schluss ihr Gl\u00fcck machen, trotz ihrer schwierigen Lage. Ihnen gelingt es durch Entscheidungen, die selten dem Mainstream folgen, ihre Welt zu erobern und ihr Leben zu meistern. Das Digitale, zumindest in der Form, in der es sich heute vor allem dort zeigt, wo Kinder unterwegs sind, also in den sozialen Medien, erzieht eher zu bestimmten Ansichten oder Welthaltungen, die durch den Mainstream oder durch Marketing vorgegeben wird. M\u00e4rchen geben den Au\u00dfenseitern eine Chance.&#8220;<\/p>\n<p><strong>In einer Liste der 10 grausamsten Grimm\u00b4schen M\u00e4rchen liegt Schneewittchen auf Platz 8. M\u00e4rchen sind doch eigentlich urspr\u00fcnglich gar nicht f\u00fcr Kinder gedacht gewesen, oder?<\/strong><\/p>\n<p>Stefan Neumann:\u00a0 &#8222;Das kann man zwar so sagen, aber was wir heute als Kindheit verstehen, das gibt es ja noch gar nicht so lange. Vor dem 18. Jahrhundert, also vor der Aufkl\u00e4rung, gab es so gut wie keine Literatur speziell f\u00fcr Kinder. Das hat damit zu tun, dass Kindheit kein gesch\u00fctzter Raum war, sowie er sich seither entwickelt hat. Wir lassen Kindern Zeit, um heranzuwachsen, zu lernen und zu spielen. Das gab es damals nicht: Kinder waren eher unfertige Erwachsene, die liefen mit, mussten arbeiten im Rahmen ihrer Kr\u00e4fte und sa\u00dfen eben auch dabei, wenn man sich am Abend nach getaner Arbeit M\u00e4rchen erz\u00e4hlte. Kinderliteratur gab es gar nicht. Insofern waren sie nicht f\u00fcr Kinder gemacht, aber Kinder kannten auch vor den Grimms schon M\u00e4rchen.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_44822\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 440px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-44822\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Logo-Transfergeschichten.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p><strong>Das Wechselspiel von Gut und B\u00f6se wird in den Grimm\u2019schen M\u00e4rchen oft behandelt, wobei das Gute immer siegt. &#8222;Das M\u00e4rchen ist die einzige poetische Form, in der das B\u00f6se am Ende verschwunden ist. Und zwar f\u00fcr immer, ohne Wiederkehr\u201c, sagt die M\u00e4rchenforscherin Kristina Wardetzky aus Berlin. Warum ist das so wichtig und richtig?<\/strong><\/p>\n<p>Stefan Neumann: &#8222;Das ist wichtig, weil wir keine Angst haben wollen, wenn wir nach einer Gute-Nacht-Geschichte ins Bett gehen. Es darf keine Gefahr bestehen, dass das B\u00f6se nachts zur\u00fcckkommen k\u00f6nnte und einem selbst Schaden zuf\u00fcgt. Das ist auch der Grund, warum das B\u00f6se vernichtet werden muss. Es darf keine Chance haben, mir als Zuh\u00f6rerin oder Zuh\u00f6rer etwas anzutun, nachdem das M\u00e4rchen zu Ende ist. Und letztendlich ist das auch in jedem Blockbuster so. Wir wollen ein gutes Ende haben, wir wollen, dass das B\u00f6se verliert. Das liegt in unserer Natur, und wenn wir das bekommen, dann f\u00fchlen wir uns wohl.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Wie kamen die Br\u00fcder Grimm eigentlich zu all diesen Geschichten?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Stefan Neumann:<\/strong> &#8222;Dar\u00fcber lie\u00dfe sich ein ganzes Seminar abhalten. Prof. Heinz R\u00f6lleke, der sogenannte M\u00e4rchenpapst, der bis 2001 Literaturwissenschaftler hier an der Uni war, hat dar\u00fcber intensiv geforscht. Die Grimms haben m\u00fcndliche Quellen gehabt, aber auch in alten B\u00fcchern und Folianten nach M\u00e4rchen gesucht. Sie haben in Zeitschriften inseriert, dass sie M\u00e4rchen suchen und man ihnen bitte welche schicken m\u00f6ge, wenn man welche kennen w\u00fcrde. Die Verteilung von m\u00fcndlichen und schriftlichen Quellen war etwa 50\/50. Das war in der Romantik auch eine geeignete Zeit, denn durch Napoleons Besatzung Deutschlands waren die ganzen Kl\u00f6ster aufgel\u00f6st worden und die Bibliotheken standen preiswert zum Kauf. So kam man auch an alte B\u00fccher, die kein Verm\u00f6gen kosteten.<\/p>\n<div id=\"attachment_71633\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 510px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-71633 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Rotkaeppchen-Jessie-Willcox-1911-gemeinfrei.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"719\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Rotk\u00e4ppchen und der Wolf &#8211; Jessie Wilcox Smith \u00a9 gemeinfrei<\/span><\/div>\n<p>Das haben die beiden Br\u00fcder als junge Studenten dann auch getan. Bei den m\u00fcndlichen Quellen sind sie zun\u00e4chst ausgezogen und haben \u00e4ltere Leute nach M\u00e4rchen befragt. Das war aber nicht sehr erfolgreich, denn die beiden waren auch sehr sch\u00fcchtern. Schlie\u00dflich haben sich die Grimms die meisten M\u00e4rchen von ihren Bekannten erz\u00e4hlen lassen, mit denen sie sich als Studenten regelm\u00e4\u00dfig zu einer Art Literaturkreis trafen. Dazu geh\u00f6rten vornehmlich gebildete, junge Frauen. Die haben viele M\u00e4rchen erz\u00e4hlt, die wir in der Sammlung wiederfinden. Das ist ganz interessant, weil es eben M\u00e4rchenerz\u00e4hlerinnen sind und dadurch in den M\u00e4rchen auch die weibliche Perspektive zu finden ist.<\/p>\n<p>Viele dieser Frauen stammten aus dem hessischen Bildungsb\u00fcrgertum und hatten franz\u00f6sische Wurzeln, es waren Nachfahren von Hugenotten, die sich in Hessen niedergelassen hatten. Daher kamen auch viele Geschichten aus dem franz\u00f6sischen Bereich in die Grimm\u2019sche Sammlung. Auch wenn man oft von Deutschen Volksm\u00e4rchen spricht, haben das die Br\u00fcder selber nie getan. Sie haben zwar eine Deutsche Grammatik und ein Deutsches Sagenbuch geschrieben, aber das M\u00e4rchenbuch hei\u00dft \u00b4Kinder- und Hausm\u00e4rchen`, weil sie schon geahnt hatten, dass viele M\u00e4rchen nicht urspr\u00fcnglich aus Deutschland, sondern aus ganz Europa kamen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>1947 pr\u00fcfte der britische Leutnant T. J. Leonard die Schulb\u00fccher der wilhelminischen Zeit und kam zu dem Schluss, die Grimm\u2019schen M\u00e4rchen h\u00e4tten einen verheerenden Einfluss auf deutsche Kinder gehabt und in ihnen eine unbewusste Neigung zur Grausamkeit erzeugt. Kann man das heute noch so stehen lassen?<\/strong><\/p>\n<p>Stefan Neumann: &#8222;Dass jemand angesichts all der Toten im Zweiten Weltkrieg nach einem Grund f\u00fcr den absolut barbarischen Ausbruch eines eigentlich kultivierten Volkes sucht, ist ja verst\u00e4ndlich. Das auf die M\u00e4rchen zu schieben, ist allerdings absolut unsinnig. M\u00e4rchen sind eigentlich Texte, die in erster Linie Optimismus und Emanzipation von denen, von denen man abh\u00e4ngig ist, verbreiten. Insofern w\u00fcrde ich das Anliegen von M\u00e4rchen erst einmal als grundlegend positiv bezeichnen. Gleichzeitig sind M\u00e4rchen sehr offene Texte, die eine Menge an Leerstellen enthalten, die man f\u00fcr sich deuten und interpretieren kann. Das macht das M\u00e4rchen im gewissen Sinne anf\u00e4llig f\u00fcr Missbrauch.<\/p>\n<div id=\"attachment_71634\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 510px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-71634 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/hamelin-196167_1280.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"823\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der &#8222;Rattenf\u00e4nger von Hameln&#8220; &#8211; \u00a9 Anna \/ Pixabay<\/span><\/div>\n<p>Wenn man sich auf dem Markt der M\u00e4rcheninterpretationen umsieht, gibt es da unfassbare Interpretationen, die nicht das Geringste mit dem eigentlichen Text zu tun haben. Viel Esoterisches z. B. Und genauso haben die Nazis die M\u00e4rchen missbraucht. Sie haben den oder die M\u00e4rchenhelden als treue(n), offene(n) Deutsche(n) interpretiert, der oder die von den anderen V\u00f6lkern, dargestellt durch Hexen, Zauberer und b\u00f6se K\u00f6nige, betrogen und bedroht wird, letztendlich aber triumphiert. Und das findet man nat\u00fcrlich auch in den wilhelminischen und nationalsozialistischen Schulb\u00fcchern. Dabei sind viele M\u00e4rchen franz\u00f6sischen, niederl\u00e4ndischen oder schottischen Ursprungs. Es gibt also kein deutsches M\u00e4rchen, sondern es gibt europ\u00e4ische Volksm\u00e4rchen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>In seinem Buch \u201eKinder brauchen M\u00e4rchen\u201c schreibt der Psychoanalytiker Bruno Bettelheim von der Wichtigkeit und Notwendigkeit der M\u00e4rchen f\u00fcr Heranwachsende. Andere Stimmen beharren darauf, dass M\u00e4rchen partout f\u00fcr Kinder zu grausam sind und \u00fcberkommene Rollenmodelle zeigen. Wie geht man da gesellschaftlich mit um?<\/strong><\/p>\n<p>Stefan Neumann: &#8222;Bruno Bettelheim trifft in seinem Buch schon den Kern der Bedeutung, den M\u00e4rchen f\u00fcr Kinder haben, auch wenn er mit seiner sehr an Freud orientierten Methodik nicht mehr ganz auf der H\u00f6he der Zeit ist. Aber es stimmt, dass M\u00e4rchen Kindern dabei helfen, Konflikte durchzustehen, Probleme anzugehen und optimistisch zu bleiben. In der aktuellen Resilienzforschung, also der Forschung dazu, wie Menschen Krisen durchstehen und \u00fcberwinden, spielen M\u00e4rchen eine herausragende Rolle. Und Kindern Grausamkeit in der Fiktion vorzuenthalten, hat sich als Fehler erwiesen. Schlie\u00dflich werden Kinder auch im wahren Leben mit Grausamkeiten konfrontiert. Das M\u00e4rchen bereitet sie darauf vor und zeigt ihnen, wie man da rauskommt. Die Massage lautet: Nicht aufgeben, die Hoffnung nicht verlieren, im Notfall selbst handeln und nicht auf Hilfe warten.<\/p>\n<div id=\"attachment_71635\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 510px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-71635 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Wolf-und-die-sieben-Geisslein-Illustration-von-Heinrich-Leutemann-Carl-Offterdinger-gemeinfrei.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"704\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der Wolf und die sieben Gei\u00dflein &#8211; Illustration von Heinrich Leutemann &#8211; Carl Offterdinger &#8211; \u00a9 gemeinfrei<\/span><\/div>\n<p>Zuerst das Versprechen im M\u00e4rchen vom Rumpelstilzchen: \u00b4ich spinn dir Stroh zu Gold`, aber dann die Forderung einer Gegenleistung, in diesem Fall die Forderung nach dem erstgeborenen Kind, dass es bekannterma\u00dfen schlachten und essen will. Das ist wieder diese gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Bedrohung des Lebens, die wichtig ist, um eine spannende Geschichte zu erz\u00e4hlen. Dann muss die neugebackene K\u00f6nigin eben selber handeln. Und bei H\u00e4nsel und Gretel ist es genauso. Vor dem Verhungern rettet sie erst einmal die Hexe, aber dann will die Hexe sie auch selber essen und das ist f\u00fcr Kinder wieder diese Bedrohung, mit der die M\u00e4rchen arbeiten.<\/p>\n<p>Die Grausamkeit in M\u00e4rchen ist plastisch. Die Grausamkeit, die man sich vorstellt, wenn man M\u00e4rchen erz\u00e4hlt bekommt, kann sich immer nur auf das eigene Erleben von Grausamkeit st\u00fctzen. Aber selbstverst\u00e4ndlich gibt es auch M\u00e4rchen, die ich heute keinem Kind mehr vorlesen w\u00fcrde. Dazu geh\u00f6rt sicherlich \u00b4K\u00f6nig Drosselbart`. Eine Prinzessin, die nicht heiraten will, wird so lange gedem\u00fctigt, bis sie sich mit einem seltsam aussehenden aggressiven Typen zufriedengibt, das passt sicher nicht in die heutige Zeit. Deshalb sollte man sich die M\u00e4rchen schon anschauen, bevor man sie vorliest oder erz\u00e4hlt.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Und heute, gibt es denn auch neue M\u00e4rchen?<\/strong><\/p>\n<p>Stefan Neumann: &#8222;Ja, aber sicherlich keine Volksm\u00e4rchen. Die kann es in einer Gesellschaft, die vor allem \u00fcber Schrift kommuniziert, in der Form nicht mehr geben. Sie geh\u00f6ren einer anderen Epoche an. Das war ja auch der Grund, warum die Grimms angefangen haben zu sammeln, weil sie sicher waren, dass diese m\u00fcndliche Tradition in 20 oder 30 Jahren verloren sei. In anderen Gesellschaften, in denen die Schriftkultur nicht die komplette Gesellschaft durchdrungen hat, gibt es Volksm\u00e4rchen sicherlich noch. Nur werden diese Gesellschaften immer weniger. Neue M\u00e4rchen, die von Autorinnen und Autoren geschrieben werden, gibt es nat\u00fcrlich sehr viele. Auch M\u00e4rchenparodien kommen offenbar nie aus der Mode.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_71636\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 510px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-71636 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/bremen-5007071_1280.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"889\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Denkmal &#8222;Die Bremer Stadtmusikanten&#8220; &#8211; \u00a9 Thorsten \/ Pixabay<\/span><\/div>\n<p><strong>Zum Schluss: Sollte man M\u00e4rchen lieber vorlesen oder erz\u00e4hlen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Neumann:<\/strong> Aus lesedidaktischer Perspektive w\u00fcrde ich sagen: Vorlesen. Das zeigt den Kindern, dass in B\u00fcchern tolle Dinge stehen k\u00f6nnen und erweckt den Wunsch, lesen zu wollen. Als M\u00e4rchendidaktiker w\u00fcrde ich sagen, wenn Sie sich mit dem Vorlesen schwertun, erz\u00e4hlen Sie die M\u00e4rchen aus dem Ged\u00e4chtnis. Das Wichtigste ist eh, dass da ein Mensch ist, mit dem man \u00fcber das Geh\u00f6rte sprechen kann. Deshalb ist pers\u00f6nliches Lesen oder Erz\u00e4hlen immer ein Gewinn f\u00fcr Kinder.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_71638\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 160px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-71638 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Neumann-Presse-Kopie.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"206\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Dr. Stefan Neumann &#8211; \u00a9 UniService Transfer<\/span><\/div>\n<h4>\u00dcber Dr. Stefan Neumann<\/h4>\n<p>Dr. Stefan Neumann arbeitet in der Fakult\u00e4t f\u00fcr Geistes und Kulturwissenschaften der Bergischen Universit\u00e4t im Bereich Didaktik der deutschen Sprache und Literatur.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Generationen von Kindern sind mit Grimms M\u00e4rchen gro\u00df geworden. Wie sieht es denn heute aus? Autor Uwe Blass hat sich im Rahmen der beliebten Uni-Reihe &#8222;Transfergeschichten&#8220; mit dem Kulturwissenschaftler Dr. Stefan Neumann \u00fcber die Bedeutung der Kinder- und Hausm\u00e4rchen in der Gegenwart unterhalten. <\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-71629","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-21 09:51:45","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71629","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71629"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71629\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":71643,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71629\/revisions\/71643"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71629"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71629"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71629"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}