{"id":70185,"date":"2023-11-20T17:47:37","date_gmt":"2023-11-20T16:47:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=70185"},"modified":"2023-11-21T14:38:04","modified_gmt":"2023-11-21T13:38:04","slug":"lesefestival-langlese-was-ist-eigentlich-heimat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2023\/11\/20\/lesefestival-langlese-was-ist-eigentlich-heimat\/","title":{"rendered":"Lesefestival &#8222;LangLese&#8220;: Was ist eigentlich Heimat?"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_70199\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 810px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-70199 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Lorenz_Bahr_Andreas_Bialas2-1.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"582\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Andreas Bialas, NRW-Landtagsabgeordneten und Mitorganisator des Lesefestivals &#8222;LangLes&#8220; (l.), mit Lorenz Bahr, Staatssekret\u00e4r im Ministerium f\u00fcr Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen \u00a9 &#8222;LangLese&#8220;<\/span><\/div>\n<p>Drei Wochen lang besch\u00e4ftigten sich beim Langerfelder Lesefestival &#8222;LangLese&#8220; Literateninnen, Wissenschaftler und Politikerinnen mit dem Thema \u201eBunte Heimat\u201c. Jeden Tag fanden an verschiedenen Orten quer durch den Stadtteil ganz unterschiedliche Veranstaltungen statt.<\/p>\n<p>Zum Auftakt sprach Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die Antisemitismusbeauftragte von NRW. Sie ordnete ein (\u201eIsrael war immer der sichere Zufluchtsort f\u00fcr Juden \u2013 jetzt haben sie Angst\u201c), nannte historische Probleme und schilderte ihre Ans\u00e4tze.<\/p>\n<p>Sie setzt sich daf\u00fcr ein, dass angehende Lehrer sich mit Antisemitismus besch\u00e4ftigen m\u00fcssen, dass es eine Meldestelle f\u00fcr antisemitistische Vorf\u00e4lle gibt und dass Gerichte Antisemitismus-Beauftragte festlegen.<\/p>\n<div id=\"attachment_70192\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 510px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-70192 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/leutheusser6.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"507\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die NRW-Antisemitismusbeauftragte &#8211; \u00a9 &#8222;LangLese&#8220;<\/span><\/div>\n<p>Au\u00dferdem hat sie ein Zweitzeugen-Projekt f\u00fcr Sch\u00fcler ins Leben gerufen. Kerstin Claus, Bundesbeauftragte f\u00fcr Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, forderte Schutzkonzepte und Teams mit ausgebildeten Experten in allen Bereichen der Gesellschaft.<\/p>\n<p>\u201eIn jeder Schulklasse sind statistisch gesehen ein bis zwei Kinder, die sexuelle Gewalt erlebt haben \u2013 wir m\u00fcssen Ber\u00fchrungs\u00e4ngste verlieren und handlungsf\u00e4hig werden!\u201c, forderte sie in der Bandfabrik in Langerfeld im Gespr\u00e4ch mit dem Landtagsabgeordneten Andreas Bialas.<\/p>\n<p>\u201eDass der Missbrauch sofort unterbrochen wird, ist nicht alleinig entscheidend \u2013 oft wichtiger ist, dass die Kinder und Jugendliche einbezogen werden in die n\u00e4chsten Schritte, damit sie sich auch einlassen k\u00f6nnen. Und sich gezielt darum zu k\u00fcmmern, auch Beweise f\u00fcr den Missbrauch zu sichern\u201c, sagte Kerstin Claus.<\/p>\n<div id=\"attachment_70241\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 660px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-70241\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Auftakt-Langlese-1.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"311\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die Wuppertaler Mundart-Gruppe OPAAs ehemals &#8222;Strieksp\u00f6en&#8220; bei der Auftaktveranstaltung des Lesefestivals\u00a0 &#8222;LangLese&#8220; &#8211; \u00a9 &#8222;LangLese&#8220;<\/span><\/div>\n<p>Die ukrainische Generalkonsulin Iryna Shum diskutierte mit dem Landtagsabgeordneten Josef Neumann die Lage in der Ukraine. Dabei schilderte sie auch, wie viele der Ukrainerinnen versuchen, sich zwischen der Heimat im Kriegsland und der neuen Heimat in Deutschland zurechtzufinden.<\/p>\n<p>Eine gro\u00dfe Bandbreite witziger, aber auch nachdenklicher Texte rezitierten sechs Autoren beim Poetry Slam im Forum Langerfeld. Sie sinnierten zur Freude des Publikums \u00fcber Alltagsbeobachtungen, Begegnungen und gesellschaftliche Str\u00f6mungen.<\/p>\n<p>Was Heimat bedeutet, wenn jemand eine andere Hautfarbe hat als die Mehrheit der Nachbarn, beleuchtete Mithu Sanyal auf hohem intellektuellem Niveau. \u201eIdentit\u00e4t ist immer etwas, das zwischen Menschen verhandelt wird\u201c, betonte sie und verwies darauf, dass das Konzept des \u201eWei\u00df-seins\u201c erst zusammen mit dem Sklavenhandel entstand, um das Misshandeln der Schwarzen zu rechtfertigen.<\/p>\n<div id=\"attachment_70194\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 660px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-70194 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Poetry-Slam.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"489\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die Teilnehmerin und die Teilnehmer des Poetry Slam &#8211; eingerahmt von Margret Hahn und Andreas Bialas (l.) &#8211; \u00a9 &#8222;LangLese&#8220;<\/span><\/div>\n<p>Mit Kurt Tucholsky setzte sich Lorenz Bahr, Staatssekret\u00e4r im Ministerium f\u00fcr Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen auseinander. Er zog die Parallele zwischen den Heimatvertriebenen, die nach dem Zweiten Weltkrieg integriert werden mussten, und den Gefl\u00fcchteten heute.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfes Problem, so Lorenz Bahr, sei die Anerkennung der Ausbildungen angesichts der gro\u00dfen Vielfalt von Ausbildungswegen. Wie wichtig Heimat f\u00fcr Menschen im Krieg ist, machten Dr. Katja Schlenker und Prof. Dr. Winfrid Halder an Feldpostbriefen und milit\u00e4rischen Berichten aus Stalingrad deutlich.<\/p>\n<p>Reiner Rhefus erz\u00e4hlte spannend von der Hyperinflation im Jahr 1923, Ulla Krah und Stefan Neumann gaben eine kurzweilige Deutschstunde und Stefan Barz las in den R\u00e4umen des ehemaligen KZs Kemna aus seinem Kemna Krimi.<\/p>\n<div id=\"attachment_70195\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 660px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-70195 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/garnbleicher.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"374\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Erinnerung an einen einst pr\u00e4genden Beruf im Tal: Margret Hahn (3.v.l.), Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Andreas mit M\u00e4nnern im Garnbleicher-Outfit &#8211; \u00a9 &#8222;LangLese&#8220;<\/span><\/div>\n<p>Jochen Rausch stellte seinen neuen Krimi \u201eIm toten Winkel\u201c vor und gab spannende Einblicke in seine Zeit als Rundfunk-Programmchef beim WDR. \u201eWir hatten viele positive R\u00fcckmeldungen zu den Veranstaltungen und freuen uns, dass wir den Langerfeldern die M\u00f6glichkeit bieten konnten, direkt vor ihrer Haust\u00fcr Lesungen zu erleben\u201c, sagten die Organisatoren Margret Hahn (B\u00fcrgerverein Langerfeld) und Andreas Bialas. Sie planen schon die n\u00e4chste &#8222;LangLese&#8220; in zwei Jahren.<\/p>\n<p><strong>Text: Tanja Heil<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_70242\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 510px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-70242\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/PXL_20231117_174043249-1.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"346\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der Journalist, Buchautor und Musiker Jochen Rausch &#8211; \u00a9 &#8222;LangLese&#8220;<\/span><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist eigentlich Heimat? Das hinterfragten 25 Lesungen beim Lesefestival &#8222;LangLese&#8220; in Langerfeld.<br \/>\nHeimat ist mehr als ein Ort. Heimat ist ein Sehnsuchtsort und ein reales Erleben. Heimat ist Sinnbild f\u00fcr Vertrautheit einer Welt, des sich Auskennens und Wiedererkennens.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-70185","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-09 11:02:23","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70185","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70185"}],"version-history":[{"count":20,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70185\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":70244,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70185\/revisions\/70244"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70185"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70185"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70185"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}