{"id":69338,"date":"2023-10-26T19:15:51","date_gmt":"2023-10-26T17:15:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=69338"},"modified":"2023-10-26T19:15:51","modified_gmt":"2023-10-26T17:15:51","slug":"jan-filipzik-im-land-der-aufgehenden-sonne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2023\/10\/26\/jan-filipzik-im-land-der-aufgehenden-sonne\/","title":{"rendered":"Jan Filipzik: Im Land der aufgehenden\u00a0Sonne"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_69342\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1290px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-69342 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img_20231008_124249.webp\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"960\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Lena Lichterbeck und Jan Filipzik schauen sich auf ihrer Weltreise in Japan um &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>W\u00e4hrend Halloween seine Schatten vorauswirft, gef\u00e4llt mir Japan mit seinen oft komplizierten M\u00fclltrennungs-vorschriften und den futuristischen Toiletten mit jedem Tag besser und besser. Das gilt auch f\u00fcr die Stadt Hiroshima mit ihrer tragischen Vergangenheit, in die wir direkt nach unserer Ankunft eintauchen. Wir haben eine Virtual Reality-Tour mit Guide gebucht, besuchen anschlie\u00dfend den Friedenspark und das Friedensmuseum und k\u00f6nnen kaum in Worte fassen, wie schrecklich das ist, was damals passiert ist.<\/p>\n<h4>In Lenas &amp; Jans Reiseblog \u201ereisen-ist.jetzt \u2013 Unterwegs ist da,\u00a0wo wir sind\u201c finden Sie noch viel mehr Fotos, Infos und Impressionen:<\/h4>\n<p><a href=\"https:\/\/reisen-ist.jetzt\">https:\/\/reisen-ist.jetzt<\/a><\/p>\n<p>Allein der Gedanke daran, dass manche L\u00e4nder den Besitz von Atomwaffen nach wie vor f\u00fcr legitim erachten, ist nach einem Tag in Hiroshima unbegreiflich. Denn was auch immer politisch entschieden wird \u2013 am Ende sind es die ganz normalen Menschen, B\u00fcrger und Einwohner, die unter den Auswirkungen leiden. Das wird in dieser Stadt auf fatale Weise deutlich.<\/p>\n<div id=\"attachment_69351\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 710px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-69351 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img_20231009_161831.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Impressionern aus Hiroschima, der Stadt, auf die eine Atombombe abgeworfen wurde -\u00a9\u00a0 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Bei all der Tragik tut es gut, dass Hiroshima auch andere, kontemplativere Seiten zu bieten hat. Zum Beispiel in Insel Miyajima, quasi die zweite, zentrale Anlaufstelle f\u00fcr Touristen. Die meisten kommen vor allem wegen des bekannten Tempels mit seinem roten Schrein im Wasser hierher \u2013 den ich allerdings gar nicht so spektakul\u00e4r finde.<\/p>\n<p>Mich begeistert vor allem die Atmosph\u00e4re. Am Tag unseres Besuchs ist es grau und k\u00fchl, zwischendurch regnet es ein bisschen, Nebel zieht auf. Zahme Rehe streunen durch die Stra\u00dfen, die Bl\u00e4tter in den W\u00e4ldern beginnen bereits ihre Farbe zu \u00e4ndern und \u00fcberall riecht es nach R\u00e4ucherst\u00e4bchen. Es ist ein echter Herbsttag \u2013 und mit einem hei\u00dfen Milchkaffee in der Hand laufen wir durch die Gassen. Dass mir eine andere Jahreszeit als der Sommer einmal so viel Freude bereiten w\u00fcrde, h\u00e4tte ich nicht gedacht.<\/p>\n<p>Das vegetarische Essen bleibt in Japan nach wie vor ein Problem. Da wir in Hiroshima kein Apartment mit K\u00fcche haben, kochen wir zum ersten Mal auf unserem kleinen Kocher im Hotelzimmer, was erstaunlich gut funktioniert. Wie schwierig es ist, pflanzliches Essen zu finden, merken wir auf dem Food-Festival, an dem wir eines Abends vorbeikommen.<\/p>\n<div id=\"attachment_69353\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 710px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-69353 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img_20231013_153333.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die weltbekannte Burg in Himeji &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Obwohl es viele verschiedene St\u00e4nde gibt und sogar die Organisatoren uns bei unserer Suche helfen, finden wir auf dem ganzen Gel\u00e4nde keinen Stand, der auch nur ein einziges vegetarisches Gericht verkaufen w\u00fcrde. Da ist das Sake-Tasting, das ich schon seit unserer Ankunft in Japan unbedingt machen m\u00f6chte, schon wesentlich einfacher zu organisieren.<\/p>\n<p>Und ein echtes Erlebnis, da der Mitarbeiter uns w\u00e4hrend der Probe viel erkl\u00e4rt und ich danach zumindest eine grobe Ahnung von der ganzen Sache habe. Mein neues Lieblingsgetr\u00e4nk wird Sake dennoch nicht.<\/p>\n<p>Lustig ist auch, dass wir in Hiroshima eine ehemalige Kollegin von Lena treffen, die mir ihrer Familie zu Besuch in Japan ist. F\u00fcr mich ist dieser Austausch wie ein kleiner Blick zur\u00fcck in eine andere Welt, die auf der anderen Seite der Erde auf uns wartet. Wobei es sich gut anf\u00fchlt, dass wir noch ein wenig bleiben d\u00fcrfen und nicht so bald zur\u00fcckm\u00fcssen.<\/p>\n<div id=\"attachment_69354\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 510px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-69354 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img_20231009_200847.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Vegetarier haben in Japan schlechte Karten &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Und auch sonst kommen wir in Japan wieder mehr mit anderen Menschen in Kontakt, was in S\u00fcdkorea kaum der Fall war. In einer kleinen Bar mit gerade einmal f\u00fcnf Sitzpl\u00e4tzen unterhalten wir uns mit ein paar Einheimischen und verbringen einen feucht-fr\u00f6hlichen Abend zusammen.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend essen wir im Beisein einer deutschen Reisegruppe Okonomiyaki in einer K\u00fcche im dritten Stock eines versteckten Food-Courts, ein traditionelles japanisches Gericht, einem Pfannkuchen mit Gem\u00fcse \u00e4hnlich, das es auch als vegetarische Variante gibt.<\/p>\n<p>Von Hiroshima aus fahren wir mit dem Bus weiter nach Onomichi. Wir hatten geh\u00f6rt, dass die Hafenstadt, einige Kilometer \u00f6stlich gelegen, sch\u00f6n sein soll und werden nicht entt\u00e4uscht. Allein der Aussichtspunkt, den wir nach unserer Ankunft erwandern, ist jeden H\u00f6henmeter wert \u2013 und der Blick auf das glitzernde Meer und die zahlreichen gr\u00fcnen Inseln absolut atemberaubend.<\/p>\n<div id=\"attachment_69355\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 510px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-69355 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img_20231017_143431.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Jan Filipzik auf Erkundungstour &#8211; \u00a9 reisen-ist jetzt<\/span><\/div>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag leihen wir uns zwei Fahrr\u00e4der und unternehmen eine 70 Kilometer lange Tour auf den gut ausgebauten Radwegen, die uns \u00fcber zahlreiche Br\u00fccken und durch eine fast schon an Florida erinnernde Gegend f\u00fchren. Abends gibt es als Belohnung eine Pizza, die wir lange suchen m\u00fcssen, denn die meisten L\u00e4den haben geschlossen und wir lernen, dass man sich nicht auf die bei Google hinterlegten \u00d6ffnungszeiten verlassen sollte.<\/p>\n<p>In Onomichi bleiben wir nur zwei N\u00e4chte, dann geht es schon weiter. Diesmal mit dem Zug nach Himeji, wo vor allem die weltbekannte Burg auf uns wartet. Mit jedem Kilometer Richtung Osten wird das Land an der K\u00fcste offener und flacher. Und die Burg ist wirklich sehenswert. Angeblich die sch\u00f6nste in ganz Japan, was ich, trotz Ermangelung umfangreicheren Wissens, einfach mal best\u00e4tigen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>H\u00fcbsch ist auch der angeschlossene und noch recht neue Garten \u2013 wobei wir Himeji vermutlich eher au\u00dfen vor gelassen h\u00e4tten, l\u00e4ge es nicht auf dem Weg zu unserem eigentlichen Ziel Kyoto. Das erreichen wir zwei Tage sp\u00e4ter, wieder mit dem Zug, wobei wir bislang ausschlie\u00dflich auf die etwas bummeligen lokalen Z\u00fcge setzen, die deutlich langsamer, aber auch g\u00fcnstiger sind als der bekannte Schnellzug Shinkansen.<\/p>\n<div id=\"attachment_69356\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 710px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-69356 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img_20231011_125129.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" \/><span class=\"wp-caption-text\">In Onomichi haben sich Lena und Jan Fahrr\u00e4der gemietet &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Wie bislang von jeder Stadt in Japan, bin ich auch von Kyoto auf Anhieb begeistert. Nat\u00fcrlich gibt es hier viel mehr Touristen, ganze Str\u00f6me schieben sich durch die verschiedenen Sehensw\u00fcrdigkeiten \u2013 doch schon wenige Gassen weiter ist es absolut ruhig und still.<\/p>\n<p>Kyoto ist eine Millionenstadt mit nur wenigen Hochh\u00e4usern, \u00fcberwiegend im Raster angelegten und endlos geraden Stra\u00dfen, die an vielen Stellen eher an eine Kleinstadt erinnern lassen. Ehemals Sitz des Kaisers und lange Zeit Japans Hauptstadt \u2013 entsprechend viele Tempel und Schreine gibt es hier, wobei ich die schon lange nicht mehr alle sehen muss.<\/p>\n<p>Viel sch\u00f6ner finde ich unseren Spaziergang am ausladenden und begr\u00fcnten Fluss Kanagawa entlang, der sich einmal quer durch die Stadt schl\u00e4ngelt und an dem sich in den fr\u00fchherbstlichen Abendstunden viele Einheimische tummeln, kleine Bands musizieren und auf bunten Decken gepicknickt wird.<\/p>\n<div id=\"attachment_69357\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 510px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-69357 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img_20231008_145824.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Sehen lustig aus &#8211; die G\u00f6tter-Figuren mit den roten Strickm\u00fctzen &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Ich freue mich, dass uns noch ein paar Tage bleiben, Kyoto weiter zu entdecken. Allein schon, weil wir unbedingt noch einmal durch die Stra\u00dfen des Viertels von Pontocho schlendern m\u00f6chten. Dort sind wir beim ersten Versuch n\u00e4mlich gerade einmal wenige Meter weit gekommen, bevor Lena eine \u00fcberaus sch\u00f6ne Cocktailbar entdeckt hat. Der Rest des Abends ist Geschichte.<\/p>\n<p><strong>Jan Filipzik<\/strong><\/p>\n<p>25. Oktober 2023<\/p>\n<h4>In Lenas &amp; Jans Reiseblog \u201ereisen-ist.jetzt \u2013 Unterwegs ist da,\u00a0wo wir sind\u201c finden Sie noch viel mehr Fotos, Infos und Impressionen:<\/h4>\n<p><a href=\"https:\/\/reisen-ist.jetzt\">https:\/\/reisen-ist.jetzt<\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_69358\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 710px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-69358 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/titel_2.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"394\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Sind seit Monaten gemeinsam unterwegs: Lena Lichterbeck und Jan Filipzig -\u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie sind auf dem Weg, sich ihren grossen Traum zu erf\u00fcllen &#8211; die Unternehmensberaterin Lena Lichterbeck und der Berater Jan Filipzik, Ex-Chefredakteur des Wuppertaler Magazins &#8222;talw\u00e4rts&#8220;. Die beiden haben ihre gemeinsame Wohnung aufgegeben und sind unterwegs auf gro\u00dfer Weltreise. Dabei begleiten wir Lena und Jan. Gehen SIE mit auf gro\u00dfe Reise &#8211; wenn SIE m\u00f6gen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25],"tags":[],"class_list":["post-69338","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lifestyle"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-29 13:11:15","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69338","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69338"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69338\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":69362,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69338\/revisions\/69362"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69338"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69338"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69338"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}