{"id":69226,"date":"2023-10-22T13:06:04","date_gmt":"2023-10-22T11:06:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=69226"},"modified":"2023-10-22T13:06:04","modified_gmt":"2023-10-22T11:06:04","slug":"wie-die-faszination-fussball-zum-tueroeffner-werden-kann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2023\/10\/22\/wie-die-faszination-fussball-zum-tueroeffner-werden-kann\/","title":{"rendered":"Wie die Faszination \u201eFussball\u201c\u00a0zum T\u00fcr\u00f6ffner werden kann"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_51797\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-51797\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Classen-03-05-2022-262-2-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1589\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Faszination Fussball: WSV-Torh\u00fcter Sebastian Patzler feiert mit den Fans den Pokalsieg \u00fcber RWE &#8211; \u00a9 Archivfoto Jochen Classen<\/span><\/div>\n<p>Das Thema \u201eInklusion im Sport\u201c stand im Mittelpunkt der diesj\u00e4hrigen Fu\u00dfballkulturtage NRW mit dem Ziel einer Teilhabe f\u00fcr behinderte Menschen.<\/p>\n<p>Mit den Fussball-Kulturtagen NRW geben die Fanprojekte Themen eine \u00d6ffentlichkeit, die ansonsten in der Wahrnehmung um den professionellen Fu\u00dfball eher unterrepr\u00e4sentiert sind. Diskriminierung in all seinen negativen Erscheinungsformen. Das Motto lautete: \u201eIm Fu\u00dfball steckt viel Kultur \u2013 und in der Kultur auch jede Menge Fu\u00dfball\u201c. Wie zahlreiche andere Fu\u00dfballvereine nutzte auch das Fanprojekt Wuppertal die L\u00e4nderspielpause im Herbst (die DFB-Elf gewann beim Nagelsmann-Deb\u00fct\u00a0 gegen die USA 3:1), um auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam zu machen.<\/p>\n<h4>Die aufwendige Suche nach dem Lieblingsverein<\/h4>\n<p>Das Fanprojekt Wuppertal w\u00e4hlte das REX Kino in Wuppertal-Elberfeld f\u00fcr seine Pr\u00e4sentation aus und zeigte vor einer Podiumsdiskusion den aktuellen Kino-Film \u201eDie Wochenendrebellen\u201c von Marc Rothemund. Der Film orientiert sich an der wahren Geschichte von Jason und Mirco von Juterczenka. Als dem zehnj\u00e4hrigen autistischen Jason ein Wechsel auf eine F\u00f6rderschule nahegelegt wird, m\u00f6chten seine Eltern alles tun, um ihn an seiner Schule zu halten.<\/p>\n<p>Jason hat die Idee, Fu\u00dfballfan zu werden, um endlich besser mitreden zu k\u00f6nnen. Daf\u00fcr muss allerdings noch ein Lieblingsverein her. Um den zu ermitteln erwartet Jason, dass sein Vater ihn zu allen 56 Vereinen der drei Bundesligen begleitet. Auf den folgenden Wochenendtrips lernen sich allerdings auch Vater und Sohn noch einmal neu kennen. Mit liebevoller Ironie, ohne erhobenen Zeigefinger oder rosarote Brille erz\u00e4hlt der Film von der Reise.<\/p>\n<div id=\"attachment_69230\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 611px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-69230\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/IMG_8651.jpg\" alt=\"\" width=\"601\" height=\"400\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Fussball Kulturtage von links Alexandra Szlagowski, Conny Dietz, Thomas Richter, Niklas, Tamara Haensell Gouveia und die \u00dcbersetzerin in Geb\u00e4rdensprache. Foto Siegfried J\u00e4hne<\/span><\/div>\n<p>Die Filmadoption sieht in den Hauptrollen Florian David Fitz als Vater und Cecilio Andresen als Sohn Mirco und\u00a0 erz\u00e4hlt von den besonderen Herausforderungen, die ein Stadionerlebnis bei den speziellen Anforderungen von Jason mitbringt, aber auch wie der Autismus ein ganzes Familienleben ver\u00e4ndert. Dabei vergisst der Film nicht die Besonderheit des Fu\u00dfballs hervorzuheben und spart auch nicht mit unterhaltsamen Anekdoten. Dabei heraus kam eine sehenswerte Tragikom\u00f6die, die zum Nachdenken anregt und den ein oder anderen Blickwinkel auf einen Stadionbesuch hervorbringt, den man so noch nicht hatte.<\/p>\n<h4>Cecilio Andresen vor einer ganz grossen Karriere?<\/h4>\n<p>Sehenswert die Aufnahmen in verschiedenen Sportarenen, die die fesselnde Stadionatmosph\u00e4re bei diesen Gro\u00dfveranstaltungen eindrucksvoll wiedergeben. Die schauspielerische Darstellung des jungen Cecilio Andresen (Jahrgang 2011) geh\u00f6rt zu den Highlights des Filmes. Filmkritiker sehen den Berliner Jungen schon auf dem Weg zum deutschen Schauspiel-Star (Berliner Kurier). Der echte Jason und sein Vater Mirco haben in dem Streifen \u00fcbrigens eine Gastrolle.<\/p>\n<p>Bei der Podiumsdiskussion gab Tamara Haensell Gouveia als Vertreterin der Bundes-Behinderten-Fan-Arbeits-Gemeinschaft (BBAG) den Anwesenden zun\u00e4chst einen \u00dcberblick \u00fcber deren Ziele und verschiedenen Aktivit\u00e4ten. Hier geht es zum Beispiel um die Neuvergabe von medialen Verwertungsrechte der audio deskriptiver (beschreibende) Reportagen f\u00fcr blinde und stark seheingeschr\u00e4nkte Zuschauer der ersten und zweiten Bundesliga. Oft sind Barrierefreiheiten im Focus.<\/p>\n<p>Zum Thema Autismus merkte die BBAG-Vertreterin an, dass es sich hierbei oft um sozial auff\u00e4llige, gef\u00fchlskalt, hochbegabte Betroffene handele. Neben Greta Thunberg seien bereits Albert Einstein und Wolfgang Amadeus Mozart mit dieser Krankheit im Verbindung gebracht worden. Wissenschaftliche Untersuchungen in Deutschland sind nicht bekannt. Man geht aber inzwischen davon aus, dass weltweit mindestens 1 v.H. der Bev\u00f6lkerung mit zunehmender Tendenz im Autismus Spektrum ist. Bei Jungen tritt Autismus viermal h\u00e4ufiger auf als bei M\u00e4dchen.<\/p>\n<p>Den Standort Wuppertal vertrat das Vorstandsmitglied des Wuppertaler Sportvereins Thomas Richter sowie Alexandra Szlagowski, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Sport \u2013 und B\u00e4deramts Wuppertal, den Standort Wuppertals auf dem Podium. Au\u00dferdem waren Connie Dietz, mehrfache Paralympics-Teilnehmerin und SV Werder Bremen-Fan Niklas zu Gast. Beide haben als gehandicapte Menschen schon mehrfach Erfahrungen mit Inklusion, aber nat\u00fcrlich auch mit Barrieren im Sport gemacht und konnten dar\u00fcber berichten. W\u00e4hrend Dietz durch die Krankheit Albinismus nur noch etwa zwei Prozent Sehkraft bleibt, war Niklas nach einem Unfall mehrere Jahre an einen Rollstuhl gebunden. Dennoch sind beide Dauerkarteninhaber bei ihren Lieblingsvereinen Borussia Dortmund, respektive Werder Bremen. Niklas hatte sich dar\u00fcber hinaus, als \u201eGroundhopper\u201c (Personen, die von Fu\u00dfballstadion zu Fu\u00dfballstadion eilen) einen Namen gemacht.<\/p>\n<div id=\"attachment_49661\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-49661\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Thomas-Richter-Trainer-WSV.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"456\" \/><span class=\"wp-caption-text\">WSV-Sport-Vorstand Thomas Richter &#8211; \u00a9 Otto Krschak<\/span><\/div>\n<p>Conny Dietz war bei den Paraolympischen Spielen 2008 in Peking Fahnentr\u00e4gerin des deutschen Teams. Sie berichtete von ihrem Engagement f\u00fcr Menschen mit Behinderung, die sich trotz aller Widrigkeiten den Stadionbesuch nicht nehmen lassen wollen. Bei den\u00a0 Inklusionsprojekten der Fanszene von Borussia Dortmund spielt sie eine wichtige Rolle. Sie \u00e4u\u00dferte sich \u00fcberwiegend positiv zu den Fortschritten, die Vereine und Stadien in den letzten Jahren gemacht haben, um Menschen wie ihr, den Stadionbesuch zu erm\u00f6glichen. Im Dortmunder Stadion habe sich das Angebot an barrierefreien Pl\u00e4tzen in den letzten Jahren vervielfacht. Groundhopper Niklas, der inzwischen nicht mehr im Rollstuhl sitzt, wies hingegen auf das in seinen Augen noch bestehende Verbesserungspotenzial in den von ihm besuchten Sportarenen hin.<\/p>\n<h4>Situation im Stadion am Zoo sei ausbauf\u00e4hig<\/h4>\n<p>Dabei ging es ihm vor allem um bessere Parkm\u00f6glichkeiten und k\u00fcrzere Wege f\u00fcr gehandicapte Menschen. Da der Werder Bremen-Fan auch schon das Wuppertaler Stadion am Zoo besucht hatte, beschrieb er seine Erfahrung mit den so genannten Rolli-Pl\u00e4tzen in der Spielst\u00e4tte des WSV als ausbauf\u00e4hig. Diese Kritik nahmen WSV-Vorstand Richter und Szlagowski, als Vertreterin der Stadt, an. Man pr\u00fcfe nun die Bedingungen bei den Rollstuhl-Pl\u00e4tzen im Stadion zu verbessern, in erster Linie geht es darum den sichteinschr\u00e4nkenden Zaun zu mindestens niedriger zu gestalten.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend lie\u00df sich feststellen, dass Inklusion, nicht nur in den Fu\u00dfballstadien, sondern auch in allen Sportst\u00e4tten eine immer gr\u00f6\u00dfere Rolle spielt.\u00a0 Alexandra Szlagowski betonte in ihrem Fazit, dass jede neue Erfahrung mit den verschiedensten Formen von Handicaps und Behinderungen immer wieder neue Blickwinkel auf die Dinge mit sich bringe und zu weiterem Verbesserungspotenzial beim Thema Inklusion anregt.<\/p>\n<p><b>Text: Siegfried J\u00e4hne und Fabian Breuer<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klima-Aktivistin Greta Thunberg ist stolz darauf, dem Autismus Spektrum zuzugeh\u00f6ren. \u201eIch sehe die Welt etwas anders, aus einer anderen Perspektive\u201c, beschrieb sie einst ihr Krankheitsbild in der \u201eThe New Yorker\u201c. Nicht alle Betroffenen k\u00f6nnen mit psychischen St\u00f6rungen oder gar Behinderungen so souver\u00e4n umgehen, wie die Schwedin. <\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"class_list":["post-69226","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sport"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-12 21:20:06","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69226","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69226"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69226\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":69236,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69226\/revisions\/69236"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69226"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69226"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69226"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}