{"id":67579,"date":"2023-08-21T09:17:59","date_gmt":"2023-08-21T07:17:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=67579"},"modified":"2023-08-23T12:06:10","modified_gmt":"2023-08-23T10:06:10","slug":"ihk-empfang-das-ende-der-europaeischen-moderne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2023\/08\/21\/ihk-empfang-das-ende-der-europaeischen-moderne\/","title":{"rendered":"IHK-Empfang: \u201eDas Ende der europ\u00e4ischen Moderne\u201c"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_67581\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 650px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-67581\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/IMG_7311-2.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"448\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Prominenz beim IHK-Sommerfest in der Historischen Stadthalle &#8211; u.a. Oberb\u00fcrgermeister Dr.Uwe Schneidewind (l.) und -Gastgeber Michael Wenge (3.v.l.) &#8211; \u00a9 Siegfried J\u00e4hne<\/span><\/div>\n<p>Auch die gesamte Polit-Prominenz aus dem Bergischen St\u00e4dtedreieck hatte sich eingefunden.<\/p>\n<p>Gleich zum Auftakt sorgte der in Wuppertal geboren und in Langenberg lebende deutsche Shootingstar Tim Kamrad f\u00fcr die richtige Stimmung. Sein Song<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>\u201eI Believe\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>(\u201eIch glaube\u201c)<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>gilt als Hit des Jahres 2022; ein echter Ohrwurm des bergischen K\u00fcnstlers, der mit seinem \u201eGlauben\u201c zum Synonym des Abends werden sollte.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die deutsche \u00dcbersetzung des Textes: \u201eBl\u00e4st mich um, bl\u00e4st mich um. Ich bin jetzt umgehauen. Bring mich hoch, bring mich hoch, dreh mich richtig herum. Ich wei\u00df nicht warum, ich wei\u00df nicht warum\u2026?\u201c Kaum etwas h\u00e4tte die Stimmung der Deutschen<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Wirtschaft besser beschreiben k\u00f6nnen\u2026<\/p>\n<h4>Einladung ins \u201eFreigehege\u201c<\/h4>\n<p>F\u00fcr Stimmung sorgte auch der r\u00fchrige IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Michael Wenge mit einem Versprecher, als er angesichts des guten Wetters bei moderaten 26 Grad in seiner Begr\u00fc\u00dfung vorab statt in die Gartenanlage, ins \u201eFreigehege\u201c der Stadthalle einlud. <span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>IHK-Pr\u00e4sident Henner Pasch, IT-Unternehmer aus Solingen, griff<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>dann aber in einem engagierten Vortrag den, nach seinem empfinden, \u201eRegulierungswahn der Politik\u201c scharf an:<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>\u201eWer braucht ein Heizungsgesetz, um sich eine effiziente Heizung zu kaufen?. Was kommt als n\u00e4chstes, eine gesetzliche Vorgabe zur Fliesenfarbe in der Toilette?\u201c fragte er nicht ohne Ironie.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die Bundespolitik solle sich einfach darauf konzentrieren, f\u00fcr die n\u00f6tige und bezahlbare Energie zu sorgen, den Rest regelten Angebot und Nachfrage.<\/p>\n<h4>Zerst\u00f6rerisch Aktiv<\/h4>\n<p>Energiepreise seien in anderen Teilen der Welt auf einem weitaus geringerem Niveau, Abwanderungen aus Deutschland schon jetzt die Folge. Auch in anderen, f\u00fcr die Wirtschaft existenziellen Feldern, sei die Politik, insbesondere auf EU-Ebene, geradezu zerst\u00f6rerisch aktiv.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Als Beispiel nannte er<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>die Ausweitung des Lieferkettengesetzes und dem damit verbundenen b\u00fcrokratischen Aufwand. Pasch: \u201eWir k\u00f6nnen doch nicht missionarisch die ganze Welt retten, f\u00fcr den Preis, dass der Halbleiter (\u2026) k\u00fcnftig nicht mehr in Deutschland, sondern in China produziert und vermarktet wird.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_67583\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 511px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-67583 \" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/IMG_7347-2.jpg\" alt=\"\" width=\"501\" height=\"376\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Impressionen vom IHL-Sommerfest &#8211; \u00a9 Siegfried J\u00e4hne<\/span><\/div>\n<p>Den Zustand der Verkehrsinfrastruktur nannte er \u201e\u00fcberwiegend ersch\u00fctternd\u201c, nicht nur weil rund 900 Br\u00fccken im Rheinland sofort saniert oder neu gebaut werden m\u00fcssten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>M\u00e4ngel sehe er in Digitalisierungsgrad der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden, ebenso wie in den Planungsprozessen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Pasch weiter: \u201eWir tun aktuell alles, um unsere ehemals f\u00fchrende Stellung als Industrienation abzuschaffen\u201c.<\/p>\n<h4>\u201eSind im wirtschaftlichen Sinkflug\u201c<\/h4>\n<p>L\u00f6sungshinweise erhoffte man sich von Professor Dr. Michael H\u00fcther\u2019s Vortrag, dem Direktor des K\u00f6lner Instituts der deutschen Wirtschaft.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>In der Diagnose bestand weitgehende \u00dcbereinstimmung: \u201eWir erleben das Ende der europ\u00e4ischen Moderne und befinden uns wirtschaftlich in einem Sinkflug\u201c, sagt der renommierte \u00d6konom.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die Rezession habe aber schon in den Jahren 2018\/19, eigentlich sogar schon mit dem Brexit 2016 begonnen. Es sei eine Bedrohung des 200 Jahre alten deutschen Industriemodells.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Er sehe Anpassungsprobleme innen und aussen. Da sei die demographische \u00dcberalterung der Bev\u00f6lkerung mit der notwendigen Zuwanderung,<\/p>\n<p>eine \u00fcberbordende B\u00fcrokratie, den Fachkr\u00e4fte- sowie Rohstoffmangel sowie die klimatechnisch notwendige Dekarbonisierung.<\/p>\n<h4>Solinger Spezialisten in<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Zukunftsbranche dabei<\/h4>\n<p>Wie kaum ein anderes Land der Erde verf\u00fcgten wir jedoch \u00fcber Erfahrungen und technische Ressourcen, die uns helfen k\u00f6nnen, aus der Krise herauszufinden. Als Muster-Beispiel nannte er die Dresdner Firma Sunfire, die jetzt &#8211; wenn auch mit Milliarden-F\u00f6rderung &#8211;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Anlagen f\u00fcr gr\u00fcnen Wasserstoff bauen will und sich den Solinger Galvanik-Spezialisten<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>MTV NT GmbH samt dessen Standortes ins Haus holte.<\/p>\n<p>Gerade der Bergische Raum verf\u00fcge f\u00fcr derartige Anpassungsprozesse und Transfers in neue Branchen \u00fcber reichliche Erfahrungen. Man denke nur an die hiesige Textilindustrie, die mit ihren Baumwollspinnern verschwanden, w\u00e4hrend sich der Maschinenbau neu entwickelte.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_34405\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 512px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-34405\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/vollversammlung-23-06-malte-reiter-1-data-2.jpg\" alt=\"\" width=\"502\" height=\"413\" \/><span class=\"wp-caption-text\">IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Michael Wenge hatte das Sommerfest bestens organisiert &#8211; \u00a9 IHK \/ Malte Reiter<\/span><\/div>\n<p>In der Wissenschaft spreche man hier von \u201eMalthusianismus-Philosophie\u201c, die sich mit Anpassung durch eine Gesellschaftsordnung befasst, die der Menschheit eine Chance auf ein freies und gute Leben garantieren m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Hier sieht H\u00fcther indessen eine \u00dcberforderung unserer Wirtschaftspolitik, zumal vieles gleichzeitig passieren m\u00fcsse, damit es funktionieren k\u00f6nne. Vor allem bed\u00fcrfe es in den Abl\u00e4ufen mehr Verantwortlichkeiten. Vieles w\u00e4re schon gewonnen, wenn die handelnden Personen jeweils zur Verantwortung gezogen werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>So h\u00e4lt Professor Dr. Michael H\u00fcther die Schuldenbremse (\u201ewir haben uns eingemauert\u201c) f\u00fcr gut gemeint aber kontraproduktiv und tritt daneben jeder Forderung nach Arbeitszeitverk\u00fcrzung entgegen. \u201eWir m\u00fcssen wieder mehr arbeiten\u201c, so sein Credo.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Das w\u00e4re schon ein erster Schritt, dem Fachkr\u00e4ftemangel zu begegnen. \u201eWir brauchen eine Ausweitung der individuellen Arbeitszeit im Jahr, nicht den unrealistischen Traum der Viertagewoche. Das kann \u00fcber die Wochenarbeitszeit oder andere Urlaubsregelungen gehen, in Zeiten h\u00f6herer Arbeitszeit- und<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>die Arbeitsort-Souver\u00e4nit\u00e4t durchaus vermittelbar\u201c.<\/p>\n<h4>Musikalischer Abschluss<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>mit dem \u201eShooting Star\u201c<\/h4>\n<p>Wir alle m\u00fcsse die Chancen sehen, weniger die Risiken, so H\u00fcthers Schlusspl\u00e4doyer in der Historische Stadthalle. Das Schlusswort hatte indessen Tim Kamrath mit seiner Musik, die dem Abend noch einen positiven Beigeschmack vermittelte.<\/p>\n<p><b>Text: Siegfried J\u00e4hne<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4ren da nicht die dramatisch schlechten Wirtschaftsdaten, man h\u00e4tte von einem rundum fr\u00f6hlichen und gelungenem Sommerfest sprechen d\u00fcrfen. Ein volles Haus konnte IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Michael Wenge zum Sommerempfang der Bergischen Unternehmer in der Wuppertaler Stadthalle begr\u00fc\u00dfen.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[],"class_list":["post-67579","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wirtschaft"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-24 01:11:32","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67579","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67579"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67579\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":67600,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67579\/revisions\/67600"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67579"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67579"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67579"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}