{"id":66816,"date":"2023-07-17T10:16:25","date_gmt":"2023-07-17T08:16:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=66816"},"modified":"2024-11-12T13:51:46","modified_gmt":"2024-11-12T12:51:46","slug":"der-beruehmte-autodesigner-erich-bitter-ist-tot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2023\/07\/17\/der-beruehmte-autodesigner-erich-bitter-ist-tot\/","title":{"rendered":"Der ber\u00fchmte Autodesigner Erich Bitter ist tot"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_66821\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-66821 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/IMG_4866-1024x698-1.jpeg\" alt=\"Barbara Neusel-Munkenbeck mit Freund Erich Bitter (\u202089) - \u00a9 privat\" width=\"1024\" height=\"698\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Waren gute Freunde: Erich Bitter (\u202089) und Barbara Neusel-Munkenbeck &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p>Gentleman Erich Bitter hatte noch bis ins hohe Alter Vollgas gegeben. Hinter ihm liegt ein spannendes, bewegtes Leben auf der \u00dcberholspur. Der geb\u00fcrtige Schwelmer war Rad-Profi, Automobilrennfahrer, Auto-Designer, Unternehmer, Dressurreiter, Skifahrer, Marathonl\u00e4ufer und Maler.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Der erfolgreiche Autodesigner Erich Bitter legte auch privat einige &#8222;Boxenstopps&#8220; hin. Er war viermal verheiratet. Mit Gisela, Ehefrau Nummer vier, war er gl\u00fccklich am Ziel angekommen.<\/p>\n<p>Sein Vater besa\u00df mehrere Fahrrad-Gesch\u00e4fte. Irgendwann sa\u00df Erich selbst auf dem Sattel und trat noch als Amateur so erfolgreich in die Pedale, dass er die Schule nach der Mittleren Reife verlie\u00df, um Rad-Profi zu werden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Mit 21 Jahren war er der j\u00fcngste deutsche Berufsradrennfahrer. Als \u201eWassertr\u00e4ger\u201c verhalf er deutschen Rad-Legenden wie Hennes Junkermann und Klaus Bugdahl zu Siegen.<\/p>\n<p>Das reichte dem ehrgeizigen Erich auf Dauer aber nicht: \u201eIch musste immer daf\u00fcr sorgen, dass der Hennes genug zu trinken hatte. Notfalls musste ich ihm sogar meine eigene Wasserflasche geben. 1958 habe ich dann wegen eines Herzschadens meine Rad-Karriere beendet. Ich muss ehrlicherweise auch zugeben, dass es f\u00fcr ganz vorne nicht gereicht hat&#8220;, erkl\u00e4rte er einmal.<\/p>\n<h4>Fahrrad-Lenker mit Lenkrad getauscht<\/h4>\n<p>Erich Bitter vertauschte den Fahrrad-Lenker mit dem Auto-Lenkrad und setzte in Zukunft auf PS. Er fuhr von 1959 bis 1968 sehr erfolgreich Automobil-Rundstrecken- und Langstreckenrennen. Er sa\u00df u.a. hinter dem Gaspedal von Saab, Volvo, Porsche, Ferrari, Jaguar, Lamborghini, Mercedes, Opel und Abarth.<\/p>\n<p>1965 raste er mit seinem Abarth bei der deutschen Rundstreckenmeisterschaft sogar auf Platz drei. Das war die Sonnenseite seiner Karriere als Autorennfahrer. Aber Erich Bitter ben\u00f6tigte bei drei schweren Unf\u00e4llen auch die volle Unterst\u00fctzung seines Schutzengels.<\/p>\n<p>Sein dritter Crash war besonders dramatisch. Beim 1.000-km-Rennen 1969 auf dem N\u00fcrburgring prallte auf der ber\u00fcchtigten Nordschleife im Streckenabschnitt am Br\u00fcnnchen in die Leitplanken und wurde von dort mit seinem Renner mehrere Meter hoch gegen einen Baum geschleudert.<\/p>\n<h4>Nach dritten Renn-Unfall war Schluss<\/h4>\n<p>Sein Flitzer fing sofort Feuer. Erich Bitter \u00fcberlebte den Unfall. Aber er verstand das als Wink des Schicksals und wollte sein Gl\u00fcck nicht weiter herausfordern. Er stieg aus dem Rennsport aus.<\/p>\n<p>Schnelle Autos mit vielen Pferdest\u00e4rke blieben aber weiterhin seine gro\u00dfe Leidenschaft. Sein neuer Auto-Job war aber wesentlich ungef\u00e4hrlicher, daf\u00fcr aber mindestens genauso spektakul\u00e4r.<\/p>\n<div id=\"attachment_66822\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-66822 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/IMG_4869-1024x645-1.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"645\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Erich Bitter mit von ihm designten Autos &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p>Erich Bitter trat fortan als Autodesigner ausf Gaspedal. Promis wie die Ski-Stars Rosi Mittermaier, Christian Neureuther oder Bernhard Russi und S\u00e4nger Howard Carpendale (\u201eHello Again\u201c) fuhren und fahren auf seine gestylten und frisierten Karrossen ab.<\/p>\n<p>Auch die Wuppertaler Beerdigungs-Unternehmerin Barbara Neusel-Munkenbeck und Ehemann Friedrich g\u00f6nnten sich ein Auto aus der Bitter-Schmiede \u2013 einen umgestylten Bitter-Mokka.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h4>Es gibt weltweit rund 1.500 original &#8222;Bitter&#8220;<\/h4>\n<p>Rund 1.500 original \u201aBitters\u2018 hat Erich Bitter in seiner Karriere als Autodesigner<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>geschaffen. Teilweise lie\u00df er seine \u201eRohlinge\u201c sogar aus Australien einfliegen..<\/p>\n<p>Der geniale Autobauer und Freund der Familie Porsche gestaltete fast ausschlie\u00dflich Autos aus dem Hause Opel um \u2013 eigentlich ja nicht die ganz gro\u00dfe Traummarke der Fans schneller, edler Automobile.<\/p>\n<p>Erich Bitter erkl\u00e4rte das einmal so: \u201eIch habe mit Opel einen ganz tollen Deal abgeschlossen. Ich darf jedes Modell so umgestalten, wie ich es m\u00f6chte. Das w\u00e4re bei keiner anderen Automarke m\u00f6glich. So konnte ich auch mein Erfolgs-Modell Bitter-Insignia gestalten.\u201c<\/p>\n<p>In der Autobranche genoss Erich Bitter einen exzellenten Ruf. 2013 wurde er von \u201eAutobild\u201c bei der Wahl \u201eDas goldene Klassik-Lenkrad\u201c in der Kategorie \u201ePerson des Jahres\u201c nominiert.<\/p>\n<h4>Howard Carpendale gratulierte zum 85. Geburtstag<\/h4>\n<p>2018 feierte er mit vielen Freunden, seiner Gisela und seinen drei T\u00f6chtern den 85. Geburtstag im Schwelmer Hotel Fritz am Brunnen. Besonders freute sich Erich Bitter \u00fcber die Gl\u00fcckw\u00fcnsche und das Kompliment von Howard Carpendale. \u201eHowie hat zu mir gesagt: \u201aIch habe immer gedacht, ich w\u00e4re \u00e4lter als Du, aber das ist ja gar nicht der Fall. Da hast Du Dich aber gut gehalten&#8220;, erz\u00e4hlte Erich Bitter hinterher sichtbar stolz.<\/p>\n<p>Erich Bitter hat bis zuletzt nicht im Traum daran, wegen seines Alters mehrere G\u00e4nge zur\u00fcck zu schalten oder sogar eine Vollbremsung hinzulegen..Er war ein gefragter Auto-Experte und auch Berater des Elektro-Auto-Entwicklers \u201ee.GO-Mobile\u201c in Aachen.<\/p>\n<p>Erich Bitter hatte bis zuletzt noch viele Pl\u00e4ne. Sein Lebensmotto lautete n\u00e4mlich: \u201eWenn man keine Pl\u00e4ne mehr hat, ist man alt.\u201c Viele Menschen, nicht nur Auto-Freaks, werden Gentleman Erich Bitter vermissen. Die von ihm geschaffenen, handverlesenen Bitter-Cars sind aber sein Verm\u00e4chtnis.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong>Text: Peter Pionke<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autodesigner Erich Bitter ist tot! Er starb am 10. Juli im Alter von 89 Jahren &#8211; einen Monat vor seinem 90. Geburtstag (11.08.1933). Viele Prominente fuhren auf die von ihm umgestylten und &#8222;umfrisierten&#8220; Bitter-Modelle auf Opel-Basis ab. Die Wuppertaler Untenehmerin Barbara Neusel-Munkenbeck und ihr Ehemann Friedrich Munkenbeck trauern um einen guten Freund.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25],"tags":[],"class_list":["post-66816","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lifestyle"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-05 08:22:25","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66816","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66816"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66816\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":66825,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66816\/revisions\/66825"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66816"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66816"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66816"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}