{"id":66798,"date":"2023-07-16T22:56:36","date_gmt":"2023-07-16T20:56:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=66798"},"modified":"2023-07-20T12:50:08","modified_gmt":"2023-07-20T10:50:08","slug":"maria-2-0-eine-bislang-wenig-erfolgreiche-initiative","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2023\/07\/16\/maria-2-0-eine-bislang-wenig-erfolgreiche-initiative\/","title":{"rendered":"&#8222;Maria 2.0&#8220; &#8211; eine bislang wenig erfolgreiche Initiative"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_66804\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 783px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-66804\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Jungfrau-Maria.jpeg\" alt=\"\" width=\"773\" height=\"598\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die Jungfrau Maria (Detail) auf dem Genter Altar, gegen 1430 von Jan van Eyck geschaffen &#8211; \u00a9 Gemeinfrei via Wikimedia<\/span><\/div>\n<p>\u201eGleichstellungsinitiativen, die sich f\u00fcr die Gleichstellung der Geschlechter innerhalb der Kirche einsetzen, weisen darauf hin, dass dieses Bild Marias als der idealen Frau immer wieder dazu genutzt wurde, von Frauen zu erwarten, passiv zu sein, still zu sein und keine \u00c4nderungen der geltenden Strukturen zu fordern\u201c, sagt Dr. Astrid Heidemann, Akademische R\u00e4tin f\u00fcr Systematische Theologie an der Bergischen Universit\u00e4t Wuppertal.<\/p>\n<p>Autor Uwe Blass hat in der beliebte. Uni-Reihe &#8222;Transfergeschichten&#8220; mit der Wissenschaftlerin \u00fcben den Hintergrund und das Ziel der Initiative &#8222;Maria 2.0&#8220; gesprochen.<\/p>\n<h4>&#8222;Maria 2.0&#8220; \u2013 eine Initiative nimmt Fahrt auf<\/h4>\n<p>Die Initiative &#8222;Maria 2.0&#8220; ist nicht die einzige Vereinigung, die sich f\u00fcr mehr Rechte von Frauen einsetzt. Der Name sei eine Art Kunstbegriff, erkl\u00e4rt die Theologin und stelle ein Gegenbild zum traditionellen Marienbild dar. \u201eDas w\u00e4re das in der Kirche jahrhundertelang tradierte Bild Marias als einer hingebungsvollen aber letztendlich auch passiven Dienerin Gottes, von der keine eigenen Aktivit\u00e4ten, schon gar nicht eigene Bed\u00fcrfnisse ausgesagt werden und von der auch keine autonomen Positionierungen bekannt sind, au\u00dfer der sehr anst\u00f6\u00dfigen Geschichte, dass sie bereit war, ein Kind zur Welt zu bringen, f\u00fcr das sie keinen &#8211; schon gar keinen ehelichen -Erzeuger angeben kann\u201c, erkl\u00e4rt Heidemann und f\u00e4hrt fort, \u201eund selbst dieser Punkt wurde noch glorifiziert als die Einheit von Jungfr\u00e4ulichkeit und Mutterschaft.\u201c<\/p>\n<h4>Anglikanische Kirche mit Vorreiterrolle<\/h4>\n<p>Die Forderung nach einer besseren Sichtbarkeit von Frauen in der Kirche sei nicht neu, sagt Dr. Astrid Heidemann. W\u00e4hrend des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) und teilweise dar\u00fcber hinaus war es vielerorts in Deutschland bereits \u00fcblich, dass Frauen predigten, auch in Eucharistiefeiern \u2013 eine Praxis, die schlussendlich in Bezug auf die Homilie der Eucharistiefeier vom Kirchenrecht nicht unterst\u00fctzt und 1997 vom Vatikan verboten wurde.<\/p>\n<div id=\"attachment_44822\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 440px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-44822\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Logo-Transfergeschichten.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p>Im M\u00e4rz hat der Synodale Weg mit gro\u00dfer Mehrheit daf\u00fcr gestimmt, dass diese Predigtt\u00e4tigkeit Laien und damit auch Frauen erlaubt werden soll, durch eine durch die Bisch\u00f6fe zu erarbeitende Ausnahmeregelung.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>In der Church of England steht das Priesteramt Frauen seit 1994 offen, was zu einem Abbruch der bis dahin weit gediehenen \u00f6kumenischen Beziehungen zwischen der Katholischen Kirche und der Anglikanischen Kirche beigetragen hat, wei\u00df Asrtrid Heidemann.<\/p>\n<p>\u201ePapst Johannes Paul II. hat damals in seinem Apostolischen Schreiben &#8222;Ordinatio sacerdotalis&#8220; mit Blick auf die Anglikaner betont, dass die Katholische Kirche keine Vollmacht habe, Frauen die Weihe zu spenden, weil die geltende Ordnung auf eine g\u00f6ttliche Verf\u00fcgung zur\u00fcckgehe und die Gl\u00e4ubigen sich endg\u00fcltig an diese Entscheidung zu halten haben. Die vor diesem Schreiben lebhafte Diskussion um die Ordination von Frauen wurde aufgrund des Schreibens nur noch unterschwellig fortgef\u00fchrt, hat aber in den letzten Jahren wieder Fahrt aufgenommen.\u201c<\/p>\n<h4>Gleichstellung von Menschen<\/h4>\n<p>Es geht den Initiatorinnen von &#8222;Maria 2.0&#8220; nicht nur um ihre eigene Rolle als Frau in der Kirche, erkl\u00e4rt Astrid Heidemann, \u201edenn sie treten u.a. auch f\u00fcr die Teilung von Macht sowie f\u00fcr eine Anerkennung selbstbestimmter achtsamer Formen von Sexualit\u00e4t und Partnerschaft ein. Viele weitere Reformkreise innerhalb der Katholischen Kirche fordern eine wertsch\u00e4tzende Haltung gegen\u00fcber unterschiedlichen Sexualpr\u00e4ferenzen und sexuellen Identit\u00e4ten, also gewisserma\u00dfen eine umfangreiche Gleichstellung von Menschen ungeachtet ihrer pers\u00f6nlichen Lebensf\u00fchrung, wie sie auch im s\u00e4kularen Bereich in Deutschland weitgehend \u00fcblich geworden ist.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_66806\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 561px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-66806 \" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/csm_Foto_Heidemann_von_Axel_Klugmann_fd48a0fe57-2.jpeg\" alt=\"\" width=\"551\" height=\"315\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die Theologin Dr. Astrid Heidemann &#8211; \u00a9 Axel Klugmann<\/span><\/div>\n<p>Corona stoppte viele Veranstaltungen der Kirchenaktivistinnen von &#8222;Maria 2.0&#8220;, aber 2021 machten sie in Anlehnung an Martin Luthers legend\u00e4ren Thesenanschlag von 1517 wieder auf sich aufmerksam und r\u00fcttelten an kirchlichen Machtstrukturen, indem sie insgesamt 7 Thesen an verschiedenen Kirchenportalen deutschlandweit anschlugen. Mit diesem Thesenanschlag wiesen sie auf eklatante Missst\u00e4nde in der katholischen Kirche hin und untermauerten damit ihre Forderungen nach Reformen hin zu einer zukunftsf\u00e4higen, geschwisterlichen und vielgestaltigen Kirche.<\/p>\n<h4>Gegenwind von f\u00fchrenden Kirchenvertretern<\/h4>\n<p>Obwohl viele Pfarrer und Bisch\u00f6fe die Initiative &#8222;Maria 2.0&#8220;. unterst\u00fctzen, meldeten sich auch einflussreiche Gegner der Reformforderungen zu Wort. So warnte Kurienerzbischof Georg G\u00e4nswein, Privatsekret\u00e4r des verstorbenen Papstes Benedikt XVI. im April 2019 davor, \u201eeine neue Kirche erfinden zu wollen und an ihrer DNA herumzuschrauben.\u201c<\/p>\n<p>Darauf Dr. Astrid Heidemann: \u201eIch finde es schon merkw\u00fcrdig, was als DNA der Kirche angesehen wird. Ich hoffe sehr, dass die DNA der Kirche nicht Misogynie (krankhafter Hass von M\u00e4nnern gegen Frauen, Anm. d. Red.) und Homophobie ist, sondern doch eher das Evangelium Jesu Christi und der nat\u00fcrlich immer fehlbare Versuch, es in der heutigen Zeit zu leben und in diese zu \u00fcbersetzen.\u201c<\/p>\n<p>\u00c4mterfragen und Machtzugang seien in Bezug auf das Weiterf\u00fchren dieses Evangeliums, die Verk\u00fcndung des Gottesreiches und die Sorge um das Heil der Gl\u00e4ubigen nicht zentral, sagt die Wissenschaftlerin bestimmt, doch sie w\u00fcrden an der Stelle zum Thema, wo Menschen aufgrund ihres Geschlechts von Leitungs\u00e4mtern ausgeschlossen w\u00fcrden. Das sei in unserer Gesellschaft nicht vermittelbar.<\/p>\n<p>\u201eViele Menschen haben dann den Eindruck, dass kirchlich \u00fcberkommene Strukturen und Machtverh\u00e4ltnisse gesichert werden sollen. Das beeintr\u00e4chtigt hierzulande die Glaubw\u00fcrdigkeit der gesamten christlichen Botschaft.\u201c Allerdings sei die Forderung und F\u00f6rderung faktischer Gleichstellung der Geschlechter keineswegs \u00fcberall auf der Welt selbstverst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p>\u201eAls ich bei einer Partnergemeinde in Kenia war, teilten die Menschen dort nicht einmal meine Ablehnung der Polygamie\u201c erz\u00e4hlt Heidemann, \u201esie fragten, ob in Deutschland nicht einmal der Pr\u00e4sident mehrere Frauen haben d\u00fcrfe. Nein, sagte ich, schlie\u00dflich d\u00fcrfe auch keine Frau mehrere M\u00e4nner heiraten, auch nicht, wenn sie Pr\u00e4sidentin sei. Doch diese Reziprozit\u00e4t war dort unverst\u00e4ndlich.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_66811\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 511px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-66811 \" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/religion-gce602d619_1280.jpg\" alt=\"\" width=\"501\" height=\"856\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ein Kirchenfenster mit der Marienfigur &#8211; \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<p>Dem Reformprozess des Synodalen Weges, der u.a. die Position der Frau in der Kirche \u00e4ndern m\u00f6chte, steht auch Kardinal Woelki kritisch gegen\u00fcber und sagt \u00fcber die potentielle \u00d6ffnung des Priesteramtes f\u00fcr die Frau, dies sei \u201enicht realistisch\u201c. Gegen solch verkrustete Strukturen k\u00f6nne man sehr wenig tun, erkl\u00e4rt Astrid Heidemann: \u201eWas es braucht, sind \u00c4nderungen am Kirchenrecht! Ohne die l\u00e4uft eigentlich gar nichts. Es ist leider vielen Menschen nicht bekannt, wozu das Kirchenrecht dient und wie der Codex von 1983 faktisch entstanden ist. Das Kirchenrecht ist ein Anker der Machtzentralisierung der Kirche, und es w\u00e4re durchaus ein anderes Kirchenrecht denkbar.\u201c<\/p>\n<h4>Deprimierter R\u00fcckzug \u2013 alternative Wege<\/h4>\n<p>Es scheint so, als ob alle Proteste und der Wunsch der Frauen, nach mehr Mitbestimmung in ihrer Kirche, in Rom ungeh\u00f6rt bleiben. Die beiden Initiatorinnen, Elisabeth K\u00f6tter und Andrea Vo\u00df-Frick aus M\u00fcnster jedenfalls, gaben am 25.03.2021 ihren Austritt aus der katholischen Kirche bekannt und setzen damit gleichzeitig ein deprimierendes Zeichen f\u00fcr einen von Frauen initiierten Reformwunsch. \u201eJa\u201c, unterstreicht Heidemann, \u201eprotestierender Einsatz f\u00fcr \u00c4nderungen in der Kirche kann dazu f\u00fchren, dass man irgendwann deprimiert ist, weil man nichts erreicht und resigniert aus der Kirche austritt.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr sich selber hat die engagierte Fachfrau einen Weg gefunden und sagt: \u201eIch selber habe das Gef\u00fchl, dass ich meine begrenzten Kr\u00e4fte an dieser Stelle nicht einsetzen kann. Ich habe seit langem aufgeh\u00f6rt, mir Hoffnungen auf einen grundlegenden Wandel in der Katholischen Kirche in Bezug auf Fragen wie die Ordination von Frauen zu machen und engagiere mich eher im Bereich von Spiritualit\u00e4t, von einer gewissen Nachhaltigkeitsethik und einer sogenannten Gr\u00fcnen Theologie f\u00fcr die Erhaltung des Planeten. Ich trete also nicht frustriert aus, sondern ich suche mir alternative Wege.\u201c<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6re z.B. die bewusste Entscheidung f\u00fcr die Arbeit an einer Hochschule und nicht im Kirchlichen Dienst, weil sie als Frau in bestimmter Hinsicht nicht immer in der zweiten Reihe stehen wolle. \u201eDoch auch da mache ich immer wieder Ausgrenzungserfahrungen, weil das Christentum und insbesondere die Katholische Kirche in Deutschland mittlerweile so starke negative Ressentiments innerhalb der Gesellschaft hervorrufen, dass man als bekennende Christin und bekennende Katholikin praktisch permanent in einem Rechtfertigungszwang steht.\u201c<\/p>\n<h4>Aktionen bringen Unruhe in die Katholischen Kirche<\/h4>\n<p>Aktionen wie &#8222;Maria 2.0&#8220; oder auch die 2022 gegr\u00fcndete Initiative \u00b4#Out in Church \u2013 F\u00fcr eine Kirche ohne Angst` sind \u00f6ffentlichkeitswirksame Protestformen. Sie werden auch im Vatikan zumindest als Unruhe in Deutschland wahrgenommen, beschreibt Heidemann die Situation.<\/p>\n<p>Man fragt sich, was passiert da? Haben die Bisch\u00f6fe in Deutschland ihre Schafe nicht wirklich unter Kontrolle? Solche Initiativen, wo auch immer sie auftreten, halten durchaus das Bewusstsein um die Dringlichkeit dieser Themen wach und erzeugen einen permanenten Druck.\u201c Mit der Zeit k\u00f6nne das zu einem Bewusstseinswandel f\u00fchren, den man aber nur indirekt messen k\u00f6nne. Ein gutes Beispiel sei die Initiative \u00b4#Out in Church \u2013 F\u00fcr eine Kirche ohne Angst`.<\/p>\n<div id=\"attachment_66812\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 510px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-66812\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/maria-g381b3f580_1280.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"615\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Eindrucksvolles Gem\u00e4lde: Maria mit dem Jesuskind &#8211; \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<p>\u201eDiese hat gewisse Parallelen zu Maria 2.0, was die Art der Struktur angeht. Sie setzen nicht den Schwerpunkt auf Gespr\u00e4ch und Dialog, sondern auf \u00f6ffentlichkeitswirksame Aktionen. Bei \u201a#Out in Church\u2018 haben sich viele Menschen zu ihrer queeren Geschlechtsidentit\u00e4t \u00f6ffentlich und medienwirksam bekannt. Nur wenige Monate sp\u00e4ter verabschiedeten die deutschen Bisch\u00f6fe eine novellierte Grundordnung des Kirchlichen Dienstes und bald darauf eine neue Musterordnung f\u00fcr die Vergabe der Missio canonica (Die Missio canonica, auch kirchliche Beauftragung genannt, ist in der r\u00f6misch-katholischen Kirche die Beauftragung von Religionslehrerinnen und -lehrern Anm. d. Red.).<\/p>\n<p>Demnach sollen Formen der privaten Lebensf\u00fchrung, der geschlechtlichen Identit\u00e4t und sexuellen Orientierung k\u00fcnftig f\u00fcr den kirchlichen Dienst keine Rolle mehr spielen. Nat\u00fcrlich wurde das vorher schon diskutiert, aber die Initiative hat dazu sicherlich noch einmal ordentlich R\u00fcckenwind gegeben.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h4>Entscheidungen aus Rom k\u00f6nnen Jahrzehnte dauern<\/h4>\n<p>2022 spricht Kardinal Marx sich f\u00fcr Frauen als Diakoninnen aus, ohne R\u00fcckendeckung aus Rom, und sagt: \u201eIch glaube, dass die Zeit reif ist.\u201c Mit einem klaren Votum f\u00fcr die \u00d6ffnung dieses Weiheamtes in der katholischen Kirche f\u00fcr Frauen ist auch erst k\u00fcrzlich die f\u00fcnfte und letzte Vollversammlung des Reformprojektes \u00b4Synodaler Weg\u201c` 2023 zu Ende gegangen. Aber haben sich die Chancen auf eine Umsetzung verbessert? \u201eIch bin da eher skeptisch\u201c res\u00fcmiert Astrid Heidemann.<\/p>\n<p>\u201eEs ist eine Absichtserkl\u00e4rung innerhalb des Syndalen Weges der katholischen Kirche in Deutschland. Die sakramentale Struktur der Kirche betreffende Fragen wie die nach den Zulassungsbedingungen zu Weihe\u00e4mtern wie dem Diakonat, k\u00f6nnen jedoch nur kirchenrechtlich und weltkirchlich getroffen werden.\u201c<\/p>\n<p>Eine Entscheidung aus Rom, wenn \u00fcberhaupt, k\u00f6nne Jahrzehnte dauern, und wie dann ein Diakonat der Frau aussehe, sei noch eine ganz andere Frage. \u201eWenn dann eine Diakonweihe f\u00fcr Frauen eingef\u00fchrt w\u00fcrde, wird das zumindest in Deutschland haupts\u00e4chlich f\u00fcr Entt\u00e4uschung sorgen, weil dann nur das in der Wahrnehmung rangniedrigste Weiheamt f\u00fcr Frauen ge\u00f6ffnet ist. Die s\u00e4kulargesellschaftliche Erwartung einer umfassenden Gleichstellung der Geschlechter steht ist so weit von der katholisch-weltkirchlichen Positionierung entfernt, dass hier kaum ein befriedigendes Ergebnis erreicht werden kann. Auf der anderen Seite ist es klar zu begr\u00fc\u00dfen, dass der Synodale Weg sich so klar f\u00fcr die Zulassung von Frauen zum Diakonat ausgesprochen hat.\u201c<\/p>\n<p>Die Praxis der weit \u00fcberwiegenden Mehrzahl katholischer Kirchengemeinden in Deutschland sei ganz klar von einer gleichberechtigten, wertsch\u00e4tzenden Zusammenarbeit haupt- und ehrenamtlicher M\u00e4nner und Frauen gepr\u00e4gt. Das Kirchenrecht sei jedoch auf den leitenden Priester zentralisiert, der durch die Zugangsbedingungen zur Priesterweihe immer ein Mann sei, und leiste somit einer Zentralisierung von Macht vorschub, von der Frauen per se ausgeschlossen seien.<\/p>\n<p>Die Machtzentralisierung beeintr\u00e4chtige auch den Synodalen Weg, da dieser zur Umsetzung seiner Beschl\u00fcsse auf die \u201efreiwillige Selbstbindung\u201c der Bisch\u00f6fe angewiesen sei.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Die Machtbefugnisse l\u00e4gen nach Kirchenrecht jedoch immer bei den Bisch\u00f6fen. \u201eDie Delegation von Macht ist freiwillig und daher auch reversibel. Man kann es immer r\u00fcckg\u00e4ngig machen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>\u00dcber Dr. Astrid Heidemann<\/h4>\n<div id=\"attachment_66807\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 205px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-66807 \" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/csm_Foto_Heidemann_von_Axel_Klugmann_fd48a0fe57-3.jpeg\" alt=\"\" width=\"195\" height=\"272\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Dr. Astrid Heidemann &#8211; \u00a9 Axel Klugmann<\/span><\/div>\n<p>Dr. Astrid Heidemann arbeitet seit 2014 als Akademische R\u00e4tin f\u00fcr Systematische Theologie an der Bergischen Universit\u00e4t Wuppertal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Initiative &#8222;Maria 2.0&#8220;, auch Kirchenstreik genannt, hat f\u00fcr m\u00e4chtig Schlagzeilen gesorgt. Denn sie forderte in einer Aktionswoche in M\u00fcnster im Mai 2019 u.a., endlich Frauen f\u00fcr Weihe\u00e4mter in der katholischen Kirche zuzulassen: Die Initiative pushte damit erneut eine Debatte, deren Ende offen ist.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-66798","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-11 01:28:20","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66798","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66798"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66798\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":66814,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66798\/revisions\/66814"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66798"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66798"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66798"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}