{"id":65962,"date":"2023-06-06T12:56:48","date_gmt":"2023-06-06T10:56:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=65962"},"modified":"2023-06-06T13:18:38","modified_gmt":"2023-06-06T11:18:38","slug":"lena-lichterbeck-auf-dem-manaslu-circuit-trek","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2023\/06\/06\/lena-lichterbeck-auf-dem-manaslu-circuit-trek\/","title":{"rendered":"Lena Lichterbeck: Auf dem Manaslu Circuit Trek"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_65967\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 907px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-65967\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/titel.jpeg\" alt=\"\" width=\"897\" height=\"568\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Lena Lichterbeck und Jan Filipzik haben nach einer langen, anstrengenden Tour den \u00fcber 5.100 Meter hohen Marke Pass erreicht &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Was urspr\u00fcnglich als 4- bis maximal 6-Tages-Tour gedacht war, hat sich nun also zu einer 13-t\u00e4gigen Wanderung rund um den Mount Manaslu entwickelt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Der Plan ist, den Larke Pass zu \u00fcberqueren, der sich auf 5.100 Metern H\u00f6he befindet. Ob ich genau wei\u00df, worauf ich mich beim Manaslu Circuit Trek einlasse? Ganz ehrlich? Ich glaube nicht\u2026 Also mir ist schon bewusst, dass es sehr anstrengend, fordernd und hart sowohl auf k\u00f6rperlicher als auch auf mentaler Ebene sein wird, aber ob ich dem auch tats\u00e4chlich gewachsen bin?<\/p>\n<h4>In Lenas &amp; Jans Reiseblog \u201ereisen-ist.jetzt \u2013 Unterwegs ist da,\u00a0wo wir sind\u201c finden Sie noch viel mehr Fotos, Infos und Impressionen:<\/h4>\n<p><a href=\"https:\/\/reisen-ist.jetzt\">https:\/\/reisen-ist.jetzt<\/a><\/p>\n<p>Ich hoffe es einfach mal und setze auf den professionell pr\u00fcfenden Blick unseres Beraters in der Agentur \u2013 er w\u00fcrde doch sicherlich etwas sagen, wenn er der Meinung w\u00e4re, dass der Trek vielleicht eine Nummer zu heftig f\u00fcr mich ist?<\/p>\n<div id=\"attachment_65970\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65970 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230507_161510-1024x768.webp\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Abenteuerliche Busfahrt bis zum Startpunkt des Manaslu Circuit Treks &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<h4>Tag 1: Kathmandu nach Machhakhola<\/h4>\n<p>Mit genau diesem Vertrauen in die Einsch\u00e4tzung des Agentur-Profis, steigen wir also an Tag 1 unserer Tour um 6 Uhr in der Fr\u00fch zu unserem Guide ins Taxi, das uns zum Busbahnhof und zum lokalen Bus bringt, mit dem wir von Kathmandu ins etwa 160 Kilometer entfernte Machhakhola fahren \u2013 unserem Ausgangspunkt der Wanderung.<\/p>\n<p>Dabei, dass Google Maps f\u00fcr das letzte Viertel keine Route anzeigen kann, denke ich mir erst einmal nichts. Nach einigen Stunden Fahrt begreife ich, warum dem so ist: F\u00fchrt uns der Weg die ersten Stunden noch vorbei an Reisfeldern und Bananenstauden, besteht die offizielle \u201eStra\u00dfe\u201c sp\u00e4ter nur noch aus einer unbefestigten Schotterpiste, die immer eng am Abhang entlangf\u00fchrt und in Deutschland \u2013 wenn \u00fcberhaupt \u2013 mit einem Gel\u00e4ndewagen und nicht mit einem in die Jahre gekommenen Bus bezwungen w\u00fcrde. Wirklich abenteuerlich\u2026<\/p>\n<p>Gut durchgesch\u00fcttelt, verschwitzt, mit Staub bedeckt, der auch zwischen unseren Z\u00e4hnen knirscht und froh nicht hunderte Meter ins Flussbett gest\u00fcrzt zu sein, kommen wir am fr\u00fchen Abend endlich an unserem Ziel an.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_65971\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65971 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230508_100528-1-1024x768.webp\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Lena und Jan mit ihrem Guide Hari &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Meine Energie reicht gerade noch f\u00fcr eine unerwartet kalte \u201eHot Shower\u201c, ein schnelles Abendessen im Guesthouse und eine kurze Unterhaltung mit einem deutschen P\u00e4rchen, das kurz zuvor ebenfalls auf dem Manaslu Circuit Trek unterwegs war. Leider mussten die beiden, aufgrund der schlechten Wetterverh\u00e4ltnisse mit Schnee und Eis, vor dem Larke Pass umkehren.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Ein Selbstl\u00e4ufer ist dieser Trek wohl nicht und das Wetter wirklich nicht zu untersch\u00e4tzen. Mein Respekt steigt.<\/p>\n<h4>Tag 2: Machhakhola nach Jagat<\/h4>\n<p>Nun geht die eigentliche Wanderung endlich richtig los: Der Wecker klingelt fr\u00fch um 6 Uhr und nach einer kleinen Morgenroutine mit Dehnen und tibetischem Brot mit Ei als Fr\u00fchst\u00fcck, befinden wir uns um 7:30 Uhr auf dem Trek.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite \u2013 es ist sonnig und sehr warm, w\u00e4hrend wir dem Flusslauf folgen und immer weiter ins das vor uns liegende Tal hinein wandern. Insgesamt 17 Kilometer und 800 H\u00f6henmeter hinauf bis zu unserem Tagesziel in Jagat.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_65972\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65972 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230507_170240-1024x768.webp\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der Start der Tour &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>F\u00fcr den ersten Wandertag auf jeden Fall ambitioniert. Zwischendurch vergesse ich jedoch, was eigentlich vor uns liegt und genie\u00dfe einfach nur die Landschaft, die vielen kleinen D\u00f6rfer, durch die wir kommen, den wundersch\u00f6nen Fluss und die hoch aufragenden Berge in der Ferne.<\/p>\n<p>Gleichzeitig treffen wir auf jede Menge Ziegen, Hunde, Echsen und Maultiere, bevor wir zum Mittag in einem kleinen Restaurant mit tollem Ausblick Halt machen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Hier bin ich schon etwas platt, denn wir haben den Vormittag \u00fcber echt Gas gegeben und die anderen Wanderer, die ebenfalls an diesem Tag auf den Trek gestartet sind, weit hinter uns gelassen, bis wir uns alle in der Mittagspause wieder treffen.<\/p>\n<p>Nach dem Mittagessen kommt die erste heftige Passage mit etwa 500 Metern Anstieg auf relativ kurzer Strecke, die mich fast an eine Grenze bringt und mich zweifeln l\u00e4sst, ob ich die Tour packe, wenn es mir schon so an Tag 1 geht.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_65973\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65973\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230508_081850-1-768x1024.webp\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"800\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Lena Lichterbeck voll bepackt auf dem Trek &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Ich bereue sofort die riesige Portion gebratenen Reis, die ich soeben gegessen habe, denn bei der Anstrengung habe ich das Gef\u00fchl, dass sie mir gleich wieder hochkommt. Zum Gl\u00fcck halte ich durch und mit einigen Pausen danach, treffen wir um 15 Uhr \u2013 begleitet von etwas Regen und Donner in der Ferne \u2013 in Jagat ein.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Auch hier gibt es eine sehr, sehr kalte \u201eHot Shower\u201c und ich fange an zu \u00fcberdenken, ob eine Dusche wirklich jeden Tag n\u00f6tig ist. Gefolgt von einem kleinen Nickerchen, einem kurzen Gang durch das wirklich kleine, aber daf\u00fcr sehr niedliche rosafarbene Dorf, ein paar Runden Uno mit unserem Guide Hari, den wir langsam immer besser kennen- und vor allem m\u00f6gen lernen und einer hei\u00dfen Suppe zum Abendessen.<\/p>\n<p>Danach fallen wir sehr fr\u00fch und m\u00fcde in unsere Betten und sind das erste Mal froh \u00fcber unsere dicken Daunenschlafs\u00e4cke.<\/p>\n<h4>Tag 3: Jagat nach Deng<\/h4>\n<p>Genauso fr\u00fch wie am Vortag geht der Wecker und es liegen heute sogar 20 Kilometer vor uns, gl\u00fccklicherweise nur mit 500 H\u00f6henmetern. Ich habe mir vorgenommen, meine Kr\u00e4fte besser einzuteilen und insgesamt ein etwas weniger schnelles Tempo anzuschlagen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_65974\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65974 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230508_132011-1024x768.webp\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Unterwegs erleben die beiden Weltreisenden tolle Landschaften &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Eben \u201ePistare, pistare\u201c, wie wir von unserem Guide lernen \u2013 Nepalesisch f\u00fcr \u201elangsam, langsam\u201c, aber dennoch best\u00e4ndig weitergehen. Das Wetter ist wieder gro\u00dfartig und schon bald kommt die Sonne \u00fcber die hohen Berge, die uns umgeben und w\u00e4rmt uns, sodass wir schnell Schicht um Schicht unserer Kleidung ablegen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>F\u00fcr uns geht es, wie schon gestern, weiter den Fluss entlang und wir arbeiten uns immer tiefer in das vor uns liegende Tal hinein. Auch den anderen Wanderern begegnen wir wieder.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Heute erfahren wir, dass ein Solo-Wanderer aus Malaysia kommt, ein anderer Solo-Wanderer aus Belgien (der sich aber an diesem Tag verabschiedet, da er eine l\u00e4ngere Tour vor sich hat und anders als wir anderen erstmal ins Tsum Valley \u201eabbiegt\u201c), eine Sechsergruppe junger Frauen aus Kanada und ein P\u00e4rchen aus Irland.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_65975\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65975 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230513_093309-1024x768.webp\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Lena und Guide Hari geniessen die Aussicht &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Dass wir uns immer wieder treffen, wird auch in den n\u00e4chsten Tagen so bleiben und uns insgesamt zu einer Art Gruppe machen, auch wenn jeder in anderem Tempo unterwegs ist.<\/p>\n<p>Die Landschaft wird mit jeder Flussbiegung sch\u00f6ner und die riesigen Maultierkarawanen ziehen an uns vorbei. Die armen Tiere k\u00f6nnen einem wirklich leidtun, wie sie die wahnsinnigen Lasten hinauf und hinunter \u00fcber die Berge schleppen, dabei unnachgiebig und lautstark von ihren F\u00fchrern angetrieben werden \u2013 manchmal leider auch unter Einsatz von geworfenen Steinen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>So arbeiten wir uns immer weiter vor, bis wir kurz vor unserem Tagesziel eine Teepause einlegen, die von Bollywood-Musik aus dem Handy unseres Guides begleitet wird. Mittlerweile ist das Eis zwischen uns gebrochen, wir lachen viel, erz\u00e4hlen von unseren Leben und Familien und genie\u00dfen es als kleines Dreier-Team unterwegs zu sein.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_65976\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65976 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230514_094331-1024x768.webp\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Lena mit dem ganzen Gep\u00e4ck, das sie und Jan mitschleppen m\u00fcssen, was die Tour nicht leichter macht &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Von der Anstrengung merkt nun auch Jan seine Beine. Bei mir ist das schon l\u00e4nger so und leider mischen sich Schmerzen in meinem rechten Oberschenkel am \u00dcbergang zur H\u00fcfte dazu, die mir etwas Sorgen bereiten. Trotzdem arbeiten wir uns das letzte nochmal wirklich anstrengendes St\u00fcck hinauf nach Deng.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Und dabei lernen wir, dass es \u00fcberhaupt nichts hei\u00dft, wenn man einen Ort schon aus der Ferne sehen kann. Wie viele Kurven, Aufs und Abs noch davor liegen, l\u00e4sst sich einfach nicht absch\u00e4tzen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Nachdem wir um 16:30 Uhr am Ziel ankommen, versuchen wir es doch nochmal mit einer hei\u00dfen Dusche und dieses Mal gibt es tats\u00e4chlich warmes Wasser, aber leider nur tr\u00f6pfelnd, sodass man am Ende zitternd und mit sichtbarem Atem vor dem Mund in der Dusche steht und froh ist, sich wieder Kleidung anziehen zu k\u00f6nnen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die Temperaturen werden mit jeder Etappe geringer, was wir insbesondere abends und in den N\u00e4chten zu sp\u00fcren bekommen.<\/p>\n<div id=\"attachment_65977\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65977 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230510_091128-1024x768.webp\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die armen Maultiere in Nepal m\u00fcssen Schwerstarbeit verrichten &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<h4>Tag 4: Deng nach Namrung<\/h4>\n<p>An das fr\u00fche Aufstehen um 6 Uhr und das z\u00fcgige Zusammenpacken unserer wenigen Habseligkeiten, haben wir uns inzwischen gut gew\u00f6hnt. Wieder liegt ein anspruchsvoller Tag mit 17 Kilometern und 800 H\u00f6henmetern vor uns. Hinauf auf 2.600 Meter in Namrung.<\/p>\n<p>Eigentlich hatte ich insgeheim darauf gehofft, dass heute zur Abwechslung mal eine k\u00fcrzere Etappe zum Erholen ansteht, aber das ist offensichtlich keine Option. Als wir starten ist es wirklich kalt und ungem\u00fctlich grau drau\u00dfen. Da die Teeh\u00e4user, in den wir \u00fcbernachten, keine Heizungen haben, zieht insbesondere am Morgen die K\u00e4lte so richtig in die Knochen.<\/p>\n<p>Genau das wird mir bzw. meinem angeschlagenen Muskel an der H\u00fcfte leider fast zum Verh\u00e4ngnis als wir kurz nach unserem Start schon eine steile und recht lange Passage mit vielen Treppenstufen bezwingen m\u00fcssen. Die stechenden Schmerzen nach diesem Kaltstart sind kaum auszuhalten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_65978\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65978 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230508_175717-1024x768.webp\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Lena und Jan verstehen sich pr\u00e4chtig, obwohl sie seit Monaten fast jede Stunde zusammen verbringen &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>F\u00fcr einen kurzen Moment denken Jan und ich ernsthaft daran die Wanderung an dieser Stelle abzubrechen, da Weitergehen nun einmal bedeutet, dass man auch den ganzen Weg wieder zur\u00fcckgehen muss, falls man abbricht und somit jeder weitere Meter eigentlich unsinnig ist. Doch aufgeben m\u00f6chte ich nicht und stattdessen nehme lieber erst einmal Schmerzmittel \u2013 wird schon irgendwie werden.<\/p>\n<p>Wir gehen weiter und Hari, unser Guide, ist wirklich besorgt, was mich wiederum beunruhigt und ich mich fragen muss, ob ich es in diesem Zustand wirklich bis \u00fcber den Larke Pass in einer Woche schaffen werde. Nach einiger Zeit wirken zumindest f\u00fcr heute schon mal die Medikamente und die Schmerzen sind auszuhalten, sodass ich nach einem gemeinsamen Mittagessen mit den anderen Wanderern guter Dinge f\u00fcr den weiteren Tag bin.<\/p>\n<p>Heute ist die Landschaft deutlich abwechslungsreicher und spannend. Wir sehen Kakteen, eine Gruppe Affen im Dschungel, dann wieder Steinw\u00fcste, Steppe, Sand, Bambus und einige Bergziegen in der Ferne. Es ist wirklich erstaunlich, wie sich hier die Umgebung immer wieder pl\u00f6tzlich \u00e4ndert und es Neues zu entdecken gibt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_65979\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65979 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230513_101223-1024x768.webp\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Hari belohnt Lana und Jan f\u00fcr ihre tolle Leistung mit Keksen &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Um 17 Uhr kommen wir an unserem Ziel an \u2013 sogar als erste vor allen anderen Wanderern und das, obwohl ich solche Probleme am Morgen hatte. Mein Wunsch und Wille, nicht aufzugeben, haben einiges bewirkt, w\u00fcrde ich sagen.<\/p>\n<p>Heute sind Jan und ich besonders geschafft und gehen fr\u00fch schlafen, auch wenn wir wissen, dass morgen zum ersten Mal eine etwas weniger herausfordernde Etappe ansteht \u2013 endlich.<\/p>\n<h4>Tag 5: Namrung nach Lho<\/h4>\n<p>Bei sch\u00f6nstem sonnigem Wetter starten wir erst gegen 7:30 Uhr \u2013 f\u00fcr uns wirklich sp\u00e4t im Vergleich zu den anderen Tagen \u2013 in das etwa zehn Kilometer entfernte Lho. Heute geht es insgesamt 600 H\u00f6henmeter hinauf bis auf 3.100 Meter, immer nur mit leichter, konstanter Steigung.<\/p>\n<p>Meine Muskeln, Sehnen und Knochen freuen sich sehr dar\u00fcber. Bereits kurz vor dem Mittag sehen wir unser Tagesziel Lho in der Ferne auf einem H\u00fcgel thronen. Der Anblick der schneedeckten Berge im Hintergrund ist atemberaubend und irgendwie surreal.<\/p>\n<div id=\"attachment_65980\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65980 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230512_115502-1024x768.webp\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><span class=\"wp-caption-text\">So anstrengend die Tour auch is &#8211; Lena und Ja werden mit tollen Panoramen entsch\u00e4digt &#8211; \u00a9 eisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Der Verstand kann die H\u00f6he der umliegenden Berge teilweise gar nicht richtig verarbeiten, ist mein Eindruck. Mittlerweile haben wir auch die 3.000 Meter H\u00f6he erreicht und nach einer kurzen Teepause, umgeben von saftig gr\u00fcnen Feldern, machen wir uns zum Endspurt f\u00fcr diesen Tag auf.<\/p>\n<p>Die anderen Wanderer sind wieder weit hinter uns, was irgendwie ein gutes Gef\u00fchl ist, auch wenn ich versuche, das Ganze nicht als Wettkampf zu sehen, was mir aber nicht immer gelingt. Meiner H\u00fcfte tut es zwar gut, dass die Etappe heute weniger anspruchsvoll ist, aber leider muss ich weiterhin mit Schmerzmitteln arbeiten, um durchzuhalten. Mal sehen, wie es sich die n\u00e4chsten Tage entwickeln wird.<\/p>\n<p>Schon mittags kommen wir in unserem Teehaus an und treffen auf ein belgisches Paar, das bereits etwas l\u00e4nger auf dem Manaslu Circuit Trek unterwegs ist, da es f\u00fcr einige Tage einen Abstecher ins Tsum Valley gemacht hat.<\/p>\n<div id=\"attachment_65981\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65981 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230509_102857-1024x768.webp\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 reisen-ist-jetzt<\/span><\/div>\n<p>Wir haben diesen Teil ausgelassen, h\u00f6ren uns aber gespannt an, wie sch\u00f6n die Landschaft in diesem Tal ist. JR \u2013 der Solo-Wanderer aus Malaysia \u2013 kommt auch bald mit seinem Guide im Teehaus an und wir entscheiden am Nachmittag noch eine kleine Tour gemeinsam mit unseren beiden Guides hoch zum nahegelegenen buddhistischen Kloster zu unternehmen, da wir uns alle recht fit f\u00fchlen und der Ausblick sehr sch\u00f6n sein soll.<\/p>\n<p>Oben angekommen, meditieren wir drei eine kleine Runde und genie\u00dfen den Moment der absoluten Ruhe. Mittlerweile haben wir uns mit JR und seinem Guide Ganesh angefreundet und lassen sp\u00e4ter den Abend bei einer Runde Uno zusammen ausklingen.<\/p>\n<h4>Tag 6: Lho nach Samagaon<\/h4>\n<p>Heute folgt nochmal ein recht entspannter Tag, der uns auf 3.500 Meter H\u00f6he f\u00fchrt. Doch bevor wir starten, steigen Jan und ich morgens fr\u00fch auf die Dachterrasse unserer Unterkunft, um bei strahlend blauem Himmel endlich einen ersten Blick auf den Manaslu werfen zu k\u00f6nnen<\/p>\n<div id=\"attachment_65984\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 609px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65984\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230512_111316-768x1024.webp\" alt=\"\" width=\"599\" height=\"798\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Auch wackelige H\u00e4ngebr\u00fccken mussten \u00fcberquert werden &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Ein wundersch\u00f6ner Berg und ein kleines Zwischenziel ist damit f\u00fcr mich schon einmal erreicht, denn schlie\u00dflich ist dieser Berg der Namensgeber des gesamten Treks. Gemeinsam mit Astrid und Stefaan aus Belgien und JR, starten wir nach einem leckeren Fr\u00fchst\u00fcck auf die heutige Etappe.<\/p>\n<p>Dieses Mal lassen wir es wirklich ruhig angehen, g\u00f6nnen uns eine ausgiebige Teepause mit tollem Panorama zwischendurch und erreichen alle gemeinsam gegen 12:30 Uhr unser Ziel in Samagaon, wo wir uns \u00fcber das Mittagessen \u2013 Nudelsuppe bzw. gebratene Nudeln \u2013 sehr freuen.<\/p>\n<p>Auch wenn die heutige Tour eigentlich nicht besonders anspruchsvoll war, sind wir beide doch sehr m\u00fcde und verbringen den Nachmittag eingekuschelt in unseren Schlafs\u00e4cken \u2013 ja, mittlerweile wird es wirklich, wirklich kalt mit Temperaturen im niedrigen einstelligen Bereich \u2013 auf unserem Zimmer, lesen und schlafen ein wenig.<\/p>\n<div id=\"attachment_65985\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 611px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65985\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230512_085135-768x1024.webp\" alt=\"\" width=\"601\" height=\"801\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Wieder ein beeindruckendes Panorama &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Das zeigt uns, wie anstrengend die gesamte Wanderung doch scheinbar f\u00fcr den K\u00f6rper ist und wie wichtig gen\u00fcgend Ruhe und Regeneration sind. Sicherlich leisten die H\u00f6he und der nach und nach weniger werdende Sauerstoff ihren Beitrag dazu.<\/p>\n<p>Ausgeruht und dick eingepackt in unsere Daunenjacken, treffen wir am fr\u00fchen Abend wieder auf die anderen Wanderer und ihre Guides im Gemeinschaftsraum, tauschen uns \u00fcber unsere Eindr\u00fccke der Tour, die anstehenden n\u00e4chsten Tage und andere gemachte Reisen aus. Auch heute geht es f\u00fcr uns nach dem Abendessen wieder ziemlich fr\u00fch ins Bett. Wir haben den Schlaf n\u00f6tig.<\/p>\n<h4>Tag 7: Akklimatisierung<\/h4>\n<p>Das Thema H\u00f6he und m\u00f6gliche Symptome, die mit dem geringer werdenden Sauerstoff einhergehen k\u00f6nnen, sind wirklich nicht zu untersch\u00e4tzen. Bereits vor einigen Tagen haben wir daher angefangen ein Mittel gegen H\u00f6henkrankheit zu nehmen und sind froh, dass wir bisher auch von jeglichen Symptomen \u2013 au\u00dfer vielleicht M\u00fcdigkeit \u2013 verschont geblieben sind.<\/p>\n<div id=\"attachment_65986\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65986 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230514_084514-1024x768.webp\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Bei Astrid aus Belgie haben seit gestern Kopfschmerzen eingesetzt und sie entscheidet sich ab jetzt auch etwas einzunehmen. Um den K\u00f6rper zus\u00e4tzlich erfolgreich an die H\u00f6he zu gew\u00f6hnen, bleiben wir heute am selben Ort und unternehmen eine Akklimatisierungs-Wanderung, die etwa 700 Meter hinauf bis auf 4.200 Meter geht.<\/p>\n<p>Dass wir dabei nur einen Rucksack mit den n\u00f6tigsten Dingen tragen m\u00fcssen, f\u00fchrt uns deutlich vor Augen, welchen Unterschied es sonst macht, wenn wir unsere etwa 12 Kilo schweren Backpacks schleppen. Wir f\u00fchlen uns federleicht und steigen bei wieder einmal absolut perfektem Wetter hinauf Richtung Manaslu Base Camp.<\/p>\n<p>Auch wenn es spannend w\u00e4re, so ein Camp zu besuchen, ist es zum einen f\u00fcr uns etwas zu heftig insgesamt weit \u00fcber 1.000 Meter an einem Tag hinaufzusteigen und zum anderen wird der Weg ab einem bestimmten Punkt von k\u00fcrzlich abgegangenen Lawinen versperrt, sodass wir nicht weiter hinauf k\u00f6nnen, selbst wenn wir wollten.<\/p>\n<div id=\"attachment_65987\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65987 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230516_051704-1024x768.webp\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Teilweise herrschte Eisesk\u00e4lte: Lena und Jan gut &#8222;verpackt&#8220; &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Aus der Ferne beobachten wir heute auch immer wieder von den umliegenden Bergen abgehende Lawinen \u2013 ohrenbet\u00e4ubend laut und unglaublich respekteinfl\u00f6\u00dfend.<\/p>\n<p>Sehr zufrieden mit unserer Leistung und beruhigt, dass es uns insgesamt mit der H\u00f6he sehr gut geht, genie\u00dfen wir den grandiosen Ausblick und dazu Tee und Kekse, die unser Guide Hari als Belohnung f\u00fcr uns mitgenommen hat.<\/p>\n<p>Danach geht es in wahnsinnigem Tempo und bei Sonne pur den Berg wieder hinunter. Unten wieder auf 3.500 Metern angekommen treffen wir gegen sp\u00e4ten Vormittag mal wieder auf die Gruppe kanadischer Frauen, die anders als wir, gerade erst starten, um ihren Akklimatisierungsmarsch zu absolvieren.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter sind wir froh, dass wir direkt am Morgen losgegangen sind, da sich das Wetter nach dem Mittag zuzieht, es grau und sehr ungem\u00fctlich wird. Die Kanadierinnen hatten somit wohl keinen so sch\u00f6nen Ausblick, wie wir. W\u00e4hrend sie noch unterwegs sind, liegen wir schon wieder eingepackt in unseren Schlafs\u00e4cken und verbringen den Nachmittag auf dem Handy Serie schauend, lesend und schlafend, bevor unsere kleine Gruppe mal wieder bei Essen und Uno, den Abend ausklingen l\u00e4sst.<\/p>\n<div id=\"attachment_66002\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-66002 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230516_073228-1024x768.webp\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Bizarre Schneelandschaften &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Drau\u00dfen geht ein heftiger Regen nieder, was bedeutet, dass es oben auf den Bergen und damit auch auf dem Larke Pass Neuschnee gibt \u2013 hoffentlich nicht zu viel in den kommenden Tagen.<\/p>\n<h4>Tag 8: Samagaon nach Samdo<\/h4>\n<p>Mittlerweile haben wir beschlossen, dass es sinnvoll ist, sich zu einer gr\u00f6\u00dferen Gruppe zusammenzuschlie\u00dfen, um in zwei Tagen den Larke Pass zu \u00fcberqueren. Je nach Wettersituation muss so nicht jede Kleingruppe allein ihren Weg \u00fcber den Pass finden, sondern kann sich an den anderen orientieren.<\/p>\n<p>Unser Team wird ab sofort somit aus JR (Malaysia), seinem Guide Ganesh, Astrid und Stefaan (Belgien), ihrem Guide und Porter sowie Jan und mir und unserem Guide Hari bestehen. Insgesamt ist es ein sch\u00f6nes Gef\u00fchl gemeinsam diese Tour weiter zu bestreiten.<\/p>\n<div id=\"attachment_65990\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65990 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230513_081245-1024x768.webp\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>So starten wir auch heute zusammen mit dem Tagesziel Samdo, das nur etwa acht Kilometer und etwa 350 H\u00f6henmeter entfernt ist. Bis auf einen heftigen Anstieg kurz vor dem Ziel, geht es fast nur flach geradeaus.<\/p>\n<p>Zwischenzeitlich dachte ich, dass es meiner H\u00fcfte eigentlich besser geht, aber beim z\u00fcgigen Laufen auf gerader Strecke, sp\u00fcre ich den stechenden Schmerz heute umso mehr und bin etwas traurig, dass ich wirklich nur mit Schmerzmitteln durchhalten kann.<\/p>\n<p>Jan hat mit leichten Magenproblemen zu k\u00e4mpfen und wir sind insgesamt sehr froh, dass wir auch heute schon kurz vor dem Mittag am Ziel sein werden. Auf dem Weg dorthin zeigt sich auch landschaftlich so langsam die H\u00f6he. Alles ist viel karger, pl\u00f6tzlich quert eine breite Eiszunge unseren Weg, die wir \u00fcberqueren m\u00fcssen, wobei Yaks uns routiniert zeigen, wie es geht.<\/p>\n<div id=\"attachment_65991\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65991 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230513_091903-1024x768.webp\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>\u00dcberall schauen Murmeltiere aus ihren H\u00f6hlen. Obwohl es gestern Abend noch geregnet hat, k\u00f6nnen wir uns heute wieder \u00fcber tollsten Sonnenschein freuen und wir k\u00f6nnen kaum glauben, wie viel Gl\u00fcck wir bisher mit dem Wetter haben, was hier wirklich nicht selbstverst\u00e4ndlich ist und uns zuversichtlich f\u00fcr die Pass\u00fcberquerung macht.<\/p>\n<p>An diesem Nachmittag geht ein Gro\u00dfteil unserer Gruppe noch einmal spontan auf eine Akklimatisierungs-Tour, doch ich entscheide mich wegen meiner H\u00fcfte dagegen. Allgemein f\u00fchle ich mich gerade ein wenig schlapp und denke, dass mir eine Pause guttun wird.<\/p>\n<p>Ich nutze sie f\u00fcr eine warme Dusche, die sich bei ein, zwei Grad Au\u00dfentemperatur und ohne Fensterscheibe im Waschraum, als lauwarm erweist, sodass ich zitternd unter ihr stehe. Danach kann ich nicht schnell genug in meinen Schlafsack kommen.<\/p>\n<p>Drau\u00dfen hat es in der Zwischenzeit angefangen zu regnen und der Wind wird st\u00e4rker, was mich hoffen l\u00e4sst, dass die anderen bald von ihrem Ausflug zur\u00fcck sein werden. Auf 4.200 Metern H\u00f6he ist der Regen dann eben doch schon Schnee und die Gruppe kehrt um f\u00fcr einen schnellen Abstieg.<\/p>\n<div id=\"attachment_65995\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65995\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230515_132525-768x1024.webp\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"800\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Trotzdem war es ein gutes Training mit leichtem Gep\u00e4ck und Jan ist zufrieden, dass er dabei war. Da es in Samdo abends wirklich eisig ist, sitzen wir alle gemeinsam um den Ofen, w\u00e4rmen uns und trocknen unsere Socken, die mal eine W\u00e4sche n\u00f6tig hatten, bevor es Abendessen gibt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Unsere Unterhaltung dreht sich viel um die Pass\u00fcberquerung \u00fcbermorgen und wir merken, dass bei uns allen die Vorfreude, aber auch Anspannung und Aufregung steigen, denn so richtig wissen wir noch nicht, was uns tats\u00e4chlich erwarten wird.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Ausschlaggebend wird das Wetter und am Ende auch unser Wille sein. Mit diesen Gedanken gehen wir alle fr\u00fch schlafen, um ausreichend Energie zu tanken.<\/p>\n<h4>Tag 9: Samdo nach Dharmasala<\/h4>\n<p>Der letzte Tag vor dem Larke Pass beginnt, es ist so kalt, dass wir sogar im Zimmer unseren Atem sehen und der Blick nach drau\u00dfen zeigt einen bedeckten Himmel.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_65996\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65996 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230516_063556-1024x768.webp\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Selfies in der rollen Schneelandschaft &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Auch wenn heute nur sechs Kilometer vor uns liegen, m\u00fcssen wir doch 600 H\u00f6henmeter hinauf bis auf 4.400 Meter bew\u00e4ltigen und mit den schweren Rucks\u00e4cken ist das durchaus eine Herausforderung. Doch wir alle haben gute Laune an diesem Morgen und mit jedem Schritt, scheint auch das Wetter besser zu werden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die Berge um uns herum sind atemberaubend sch\u00f6n und ich f\u00fchle mich heute super fit, was mir Selbstvertrauen f\u00fcr morgen gibt. Wir kommen gut voran und treffen kurz vor dem Mittag in Dharmasala ein. Die Unterkunft hier, existiert nur, um die Wanderer auf dem Weg zum Larke Pass zu versorgen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Dementsprechend spartanisch ist sie auch \u2013 mehrere Container nebeneinander, in denen wir auf Matratzen direkt auf dem Boden schlafen werden, ein kleines Geb\u00e4ude, in dem gekocht und gegessen wird.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>F\u00fcr unsere Guides gibt es sogar nur ein Zelt, das sie sich f\u00fcr die Nacht teilen m\u00fcssen. Da sich die Saison langsam dem Ende zuneigt, wird auch bald diese ganze St\u00e4tte geschlossen und erst wieder in einigen Monaten ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<div id=\"attachment_65997\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 615px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65997\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230516_063536-768x1024.webp\" alt=\"\" width=\"605\" height=\"807\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Guise Hari ganz cool &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Weil ich mich heute so gut f\u00fchle und jeder zus\u00e4tzliche Anstieg bei der Akklimatisierung hilft, entscheiden Jan und ich uns gemeinsam mit Hari am fr\u00fchen Nachmittag nochmal eine schnelle Tour hinauf auf 4.700 Meter zu unternehmen. Querfeldein und ohne Gep\u00e4ck sind wir schnell unterwegs und schon nach gut einer Stunde wieder zur\u00fcck.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die zus\u00e4tzlichen 300 H\u00f6henmeter machen uns keine Probleme und wir freuen uns jetzt schon richtig auf den Larke Pass. Viel gibt es heute nicht mehr zu tun.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Der Gemeinschaftsraum ist leider so eiskalt, dass sich niemand l\u00e4nger als n\u00f6tig dort aufhalten will und wir alle verbringen den Rest des Tages in unseren Schlafs\u00e4cken, bevor wir nochmal zum Abendessen zusammenkommen und besprechen, wann wir uns am Morgen wieder treffen, um zum Larke Pass aufzubrechen: 3:30 Uhr Fr\u00fchst\u00fcck, 4 Uhr Start.<\/p>\n<h4>Tag 10: \u00dcberquerung Larke Pass \u2013 Dharmasala nach Bimthang<\/h4>\n<p>Unser Wecker geht nach einer kurzen und f\u00fcr mich schlaflosen Nacht bereits um 2:30 Uhr, da Jan und ich keine Gamaschen und leider nur Halbschuhe zum Wandern haben. Wir m\u00fcssen daher mit Plastikt\u00fcten und Textilklebeband unsere Schuhe gegen Schnee pr\u00e4parieren, was \u2013 wie wir sp\u00e4ter res\u00fcmieren werden \u2013 extrem erfolgreich funktioniert hat<\/p>\n<div id=\"attachment_65998\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65998 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230516_054507-1024x768.webp\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Imposante Bergwelt &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Als wir dann nach drau\u00dfen treten, um in der eisigen Finsternis mit unseren Stirnlampen zum Toilettenh\u00e4uschen zu gehen, sind wir \u00fcberw\u00e4ltigt von den Sternen \u00fcber uns. Wir schalten die Stirnlampen aus und ich sehe das erste Mal in meinem Leben die Milchstra\u00dfe in voller Pracht.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Ein absolut magischer Moment, den ich nicht vergessen werde. Mit diesem guten Gef\u00fchl und einem gro\u00dfen M\u00fcsli mit N\u00fcssen und warmer Milch im Bauch, geht es dann auch tats\u00e4chlich los, eingepackt in alle Kleidungsschichten, die wir dabeihaben.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Insgesamt mehr als 30 Leute haben sich in Dharmasala zusammengefunden, die heute \u00fcber den Larke Pass wollen und mit kurzem zeitlichem Abstand starten dann auch alle in der Fr\u00fch.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Darunter, neben JR, Astrid und Stefaan, wieder die Frauen aus Kanada, eine gr\u00f6\u00dfere Gruppe aus Indien und ein Solo-Wanderer, von dem wir gar nicht wissen, woher er so pl\u00f6tzlich gekommen ist. Es ist wichtig, dass wir rechtzeitig am Pass ankommen und ihn \u00fcberqueren, da es meistens sp\u00e4ter am Tag extrem windig wird, was den Auf- und auch sp\u00e4teren Abstieg sehr erschweren w\u00fcrde.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_65999\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65999 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230516_064546-1024x768.webp\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Alle Anstrengungen haben sich gelohnt &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Zus\u00e4tzlich f\u00fchrt \u2013 bei gutem Wetter \u2013 die immer weiter aufsteigende Sonne dazu, dass der \u00fcber Nacht gefrorene Schnee schmilzt und alles etwas rutschiger wird. In einer Kolonne arbeiten wir uns im Dunkeln mit unseren Stirnlampen den Weg entlang und steigen schon kurz nach dem Start konstant immer weiter hinauf.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Heute nochmal gute 700 H\u00f6henmeter bis auf 5.106 Meter. Zum Vergleich: Der Montblanc ist 4.809 Meter hoch. So langsam geht die Sonne auf und taucht die umliegenden Gipfel in rosiges Licht.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Wir halten immer wieder kurz an, um diesen Moment zu genie\u00dfen, einige Bilder zu machen und etwas zu Atem zu kommen, denn unsere Guides legen ein ordentliches Tempo an diesem Tag vor. Unterschwellig merken wir, dass heute keine Zeit zum Tr\u00f6deln ist.<\/p>\n<p>Mit der Zeit sortiert sich das Feld, einige Leute fallen zur\u00fcck und zusammen mit JR und seinem Guide, bilden wir zun\u00e4chst die Spitze der Gruppe. Die Sonne steigt immer h\u00f6her, der Himmel ist strahlend blau und es ist keine einzige Wolke am Himmel. Mittlerweile stapfen wir durch tiefen Schnee, sinken immer wieder ein im Neuschnee und arbeiten uns den kr\u00e4ftezehrenden Weg hinauf.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_66000\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-66000 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230516_110652-1024x768.webp\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Die Kulisse ist traumhaft als wir eine Pause einlegen, um ein Snickers als schnellen Energielieferanten zu essen. Hier schlie\u00dft die Gruppe Inder und die Kanadierinnen wieder zu uns auf. Da wir nun etwas Tempo rausnehmen, lassen wir sie an uns vorbeiziehen, was aber auch v\u00f6llig in Ordnung ist, da wir alle stolz sind, uns \u00fcberhaupt auf dem Weg zum Pass zu befinden und in guter Verfassung zu sein.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Unsere Teammitglieder aus Belgien bilden heute das Schlusslicht, da insbesondere Stefaan mit der Anstrengung zu k\u00e4mpfen hat. Gut, ich wei\u00df auch nicht, wie ich dieses Abenteuer mit Mitte 50 \u00fcberstehen w\u00fcrde und finde es beeindruckend, dass er es durchzieht, egal wie anstrengend es auch ist.<\/p>\n<p>Immer weiter geht es f\u00fcr uns hinauf und mit der Zeit \u00fcberholen wir tats\u00e4chlich das gesamte Feld wieder, das vor uns liegt. F\u00fcr mich sind die letzten 400 Meter Strecke eine echte Tortur und ich japse nach Luft, bis wir um 8:20 Uhr als erste an diesem Tag, kurz vor dem uns unbekannten Solo-Wanderer, den Larke Pass erreichen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_66003\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 611px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-66003\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230516_092312-768x1024.webp\" alt=\"\" width=\"601\" height=\"801\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Lena als Bergsteigerin &#8211; \u00a9 reisen-ist,jetzt<\/span><\/div>\n<p>Wir sind unheimlich stolz, machen einige Fotos mit Hari, genie\u00dfen unseren Erfolg und g\u00f6nnen uns eine kleine wohlverdiente Auszeit \u2013 und noch ein Snickers. Ab hier ziehen wir dann auch Spikes an, da der Abstieg ansonsten zu gef\u00e4hrlich w\u00e4re. Und den Abstieg haben wir ehrlicherweise bis hierhin noch gar nicht auf dem Schirm gehabt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Unsere Gedanken und Motivation gingen immer nur bis zum Pass, aber nicht dar\u00fcber hinaus. Somit kostet es uns wahnsinnig viel Energie und \u00dcberwindung durchzuhalten, als wir realisieren, dass nun \u00fcber drei Stunden steilem Abstieg vor uns liegen bis wir bei unserer Mittagsrast ankommen und von dort nochmals eine gute Stunde bis wir unser Tagesziel Bimthang erreichen.<\/p>\n<p>Vor uns erstreckt sich Schnee soweit das Auge reicht und teilweise geht es direkt neben uns wirklich steil hinab. Es ist Vorsicht geboten, dass sich kein Schneebrett l\u00f6st und wir damit einige hundert Meter hinabsegeln. Wobei es wahrscheinlich eher ein St\u00fcrzen und weniger ein Segeln w\u00e4re.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Entsprechend angespannt sind wir unterwegs und rutschen immer wieder aus. Der Schnee wird immer seifiger, da die Sonne mittlerweile wirklich warm ist. Unsere Beine sind m\u00fcde. Jetzt verstehen wir auch, weshalb unsere Guides so fr\u00fch wie m\u00f6glich \u00fcber den Pass wollten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_65969\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65969 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230513_103507-1024x768.webp\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Gl\u00fccklich am Ziel: Lena, Jan, Hari das belgische Paar und die Guides &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Als wir endlich wieder festen Boden unter den F\u00fc\u00dfen haben, sind wir heilfroh und steuern auf unser Mittagessen zu. Hier ist die Energie ziemlich am Ende, aber wir raffen uns nochmal zum letzten Teil unseres Abstiegs auf.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Insgesamt 1.300 Meter hinunter, nachdem wir am Morgen 700 Meter hinaufgestiegen sind. Als wir um kurz vor zwei nach 16 Kilometern in Bimthang ankommen, fallen wir auf unsere Betten und ruhen uns bis zum sp\u00e4ten Nachmittag aus.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich total stolz darauf, dass wir es geschafft haben. Die Beine und vor allem Knie tun schon ein bisschen weh und mental bereiten wir uns darauf vor, morgen nochmal weitere 1.200 Meter hinabzusteigen.<\/p>\n<p>Nach und nach treffen JR und auch Astrid und Stefaan ein. Wie wir h\u00f6ren, haben es auch alle anderen heil hinuntergeschafft, sind aber in anderen Teeh\u00e4usern untergekommen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_66005\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 611px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-66005\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img-20230514-wa0007-770x1024.webp\" alt=\"\" width=\"601\" height=\"799\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Lena und Jan vor dem Berg-Panorama &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Heute essen wir nur noch etwas und fallen fr\u00fch in unsere Betten. Vorher m\u00fcssen wir uns aber leider von JR verabschieden, da er einen Tag weniger Zeit hat und morgen schon eine Ortschaft weiter wandern wird als wir. Es gibt ein letztes Selfie zur Erinnerung.<\/p>\n<h4>Tag 11: Bimthang nach Gowa<\/h4>\n<p>Zusammen mit Astrid und Stefaan starten wir heute auf die 13 vor uns liegenden Kilometer. Wir lassen es ruhig angehen und genie\u00dfen mal wieder das sch\u00f6ne Wetter und die traumhafte Landschaft, auch wenn es anfangs wirklich noch eisig ist.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Mit der Zeit und jedem Meter hinunter, wird es aber schnell w\u00e4rmer und sp\u00e4ter ist es richtig hei\u00df. Unser Abstieg wird von Rhododendron-B\u00e4umen und viel Gr\u00fcn begleitet, dabei immer wieder die wei\u00dfen Gipfel der riesigen Berge im Hintergrund.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_66008\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-66008 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230516_083228-1024x313.webp\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"313\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Einfach wundersch\u00f6n. Unterwegs sehen wir, dass viel gebaut und die Bergd\u00f6rfer immer weiterentwickelt werden \u2013 Stra\u00dfen entstehen hier, Stromleitungen werden verlegt und Internetkabel den Berg hinauf geschleppt. In etwa einem Monat soll Bimthang endlich Internet haben.<\/p>\n<p>Der Abstieg heute geht nochmal auf die Knie, aber wir kommen gut und schnell voran, wenn auch irgendwie die Luft raus ist. Alle haben auf den Pass hingearbeitet und jetzt w\u00e4ren wir gerne einfach am Ziel. Um kurz nach zwei Uhr kommen wir in Gowa an und auch hier sind wir froh, dass wir den Nachmittag schlafend verbringen k\u00f6nnen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Der K\u00f6rper hat eine Menge geleistet, jeder hat einige Kilos abgenommen und wir merken, dass Regeneration n\u00f6tig ist. Am Abend spielen unsere Guides ein paar traditionelle Lieder auf Trommel und Fl\u00f6te. Wir genie\u00dfen den Abend und essen ein letztes Mal zusammen mit Astrid und Stefaan, bevor wir uns auch von ihnen verabschieden m\u00fcssen.<\/p>\n<h4>Tag 12: Gowa nach Besisahar<\/h4>\n<p>Der letzte Wandertag bricht f\u00fcr uns an und es gilt lediglich zehn Kilometer, daf\u00fcr aber nochmal 700 Meter hinunter, zu bew\u00e4ltigen, bis wir in Dharapani in einen Jeep steigen, der uns nach Besisahar bringen wird. Wie sollte es anders sein: Auch heute haben wir bestes Wetter und genie\u00dfen die letzten Kilometer unserer Tour zu Fu\u00df.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_66010\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-66010 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230516_104154-1024x768.webp\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Etwas unerwartet und pl\u00f6tzlich, k\u00f6nnen wir schon nach der H\u00e4lfte der geplanten Strecke in Tilche in einen Jeep steigen. Auch wenn die eigentliche Wanderung damit ein abruptes Ende genommen hat, sind wir froh nicht mehr laufen zu m\u00fcssen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die Tour mit dem Jeep erweist sich dann aber auch als ziemlich anstrengend \u00fcber holprige Stra\u00dfen, die uns kr\u00e4ftig durchsch\u00fctteln. Wir genie\u00dfen noch ein zweites Fr\u00fchst\u00fcck an einem wundersch\u00f6nen Wasserfall und kommen bereits um kurz nach eins in Besisahar an.<\/p>\n<p>Eine \u2013 dieses Mal wirklich \u2013 hei\u00dfe Dusche und etwas Ausruhen sp\u00e4ter, laufen wir noch eine Runde durch den Ort. Den Abend verbringen wir beim Abendessen zusammen mit Hari. Ein komisches Gef\u00fchl zu wissen, dass sich morgen unsere Wege nach diesen ganzen Tagen erst einmal trennen werden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_66009\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-66009 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230516_134454-1-1-1024x768.webp\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Hier endete die Tour &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Wir haben uns wirklich liebgewonnen und sind traurig \u00fcber den anstehenden Abschied. So eine Tour verbindet und mit Hari haben wir einen so gro\u00dfartigen Menschen kennengelernt, der uns auf seine ganz eigene, lustige Art Nepal und die Menschen dort n\u00e4hergebracht hat. Doch wir vereinbaren, dass wir uns noch einmal zum Essen treffen, wenn wir wieder in Kathmandu ankommen. Also eine gute Woche sp\u00e4ter.<\/p>\n<h4>Tag 13: Besisahar nach Pokhara<\/h4>\n<p>Morgens steigen wir in den lokalen Bus, der uns nach Pokhara bringen wird. Eigentlich sollte Hari erst auf halber Strecke umsteigen, um nach Kathmandu zu fahren, aber da die Sitzpl\u00e4tze scheinbar \u00fcberbelegt sind, verl\u00e4sst er nach einigen hundert Metern unerwartet den Bus und wir k\u00f6nnen uns kaum verabschieden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Jetzt sind wir wieder allein. Ein etwas seltsames Gef\u00fchl pl\u00f6tzlich wieder auf sich allein gestellt zu sein. W\u00e4hrend der Wanderung war alles organisiert und wir konnten wirklich vergessen, dass wir auf einer Weltreise sind, denn wir mussten uns um nichts anderes k\u00fcmmern als p\u00fcnktlich aufzustehen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>So holpern wir im vollen Bus insgesamt gute f\u00fcnf Stunden nach Pokhara und freuen uns hier f\u00fcr f\u00fcnf N\u00e4chte in einem sehr komfortablen Hotel unterzukommen. Wir brauchen eine Pause, etwas Ruhe, um die Anstrengungen der Wanderung hinter uns zu lassen und die geschundenen F\u00fc\u00dfe und Gelenke zu regenerieren.<\/p>\n<div id=\"attachment_65993\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 956px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65993 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/img_20230516_082603.jpeg\" alt=\"\" width=\"946\" height=\"835\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ein sch\u00f6nes Erinnerungsfoto: Lena und Jan mit Hari am Lake Pass &#8211; \u00a9 reisen-ist.jetzt<\/span><\/div>\n<p>Obwohl ich schon vor Beginn des Manaslu Circuit Treks wusste, dass er anstrengend sein w\u00fcrde, war ich \u00fcberrascht, wie fordernd die Wanderung tats\u00e4chlich k\u00f6rperlich, aber auch mental war, sodass ich zwischendurch tats\u00e4chlich dachte, dass ich es nicht bis zum Ende durchziehen w\u00fcrde.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Und doch habe ich es geschafft. Jede Grenze, die mir mein K\u00f6rper und teilweise auch mein Kopf gezeigt haben, habe ich bew\u00e4ltigt und hinter mir gelassen. Dabei ist mir klar geworden, dass es eigentlich immer nur um das richtige Mindset geht.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Schmerzen kann man aushalten und Mittel dagegen nehmen, aber positiv eingestellt zu sein und zu bleiben, ist eine Entscheidung, die Dich \u00fcber Grenzen hinaustr\u00e4gt. Und das ist ein wundervolles Gef\u00fchl, das mich sehr stolz macht. Diese Wanderung hat mich pers\u00f6nlich wachsen lassen und mir Dinge beigebracht, die ich ganz sicher auch in anderen Lebensbereichen in der Zukunft nutzen werde.<\/p>\n<p><strong>Lena Lichterbeck<\/strong><\/p>\n<p>5. Juni 202<\/p>\n<h4>In Lenas &amp; Jans Reiseblog \u201ereisen-ist.jetzt \u2013 Unterwegs ist da,\u00a0wo wir sind\u201c finden Sie noch viel mehr Fotos, Infos und Impressionen:<\/h4>\n<p><a href=\"https:\/\/reisen-ist.jetzt\">https:\/\/reisen-ist.jetzt<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie sind auf dem Weg, sich ihren grossen Traum zu erf\u00fcllen &#8211; die Unternehmensberaterin Lena Lichterbeck und der Berater Jan Filipzik, Ex-Chefredakteur des Wuppertaler Magazins &#8222;talw\u00e4rts&#8220;. Die beiden haben ihre gemeinsame Wohnung aufgegeben und sind unterwegs auf gro\u00dfer Weltreise. Dabei begleiten wir Lena und Jan. Gehen SIE mit auf gro\u00dfe Reise &#8211; wenn SIE m\u00f6gen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25],"tags":[],"class_list":["post-65962","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lifestyle"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-13 07:49:22","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65962","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65962"}],"version-history":[{"count":16,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65962\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":66018,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65962\/revisions\/66018"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65962"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65962"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65962"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}