{"id":65068,"date":"2023-05-03T20:41:21","date_gmt":"2023-05-03T18:41:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=65068"},"modified":"2023-05-04T18:43:22","modified_gmt":"2023-05-04T16:43:22","slug":"georg-rose-digital-fotografiere-ich-nur-fuer-meine-frau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2023\/05\/03\/georg-rose-digital-fotografiere-ich-nur-fuer-meine-frau\/","title":{"rendered":"Georg Rose: Digital fotografiere ich nur f\u00fcr meine Frau"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_58961\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-58961\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Georg-Rose-Portrait-2-1024x870.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"870\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Georg Rose, Chefredakteur von Radio Wuppertal&#8220; und Foto-K\u00fcnstler &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p>Nach mehreren Jahrzehnten Pause hat der Rundfunk-Journalist und Foto-K\u00fcnstler jetzt die Liebe zur Schwarz-Wei\u00df-Fotografie wiederentdeckt &#8211; selbstverst\u00e4ndlich weiterhin analog.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr nimmt Georg Rose gerne in Kauf, jetzt immer mit zwei Kameras unterwegs zu sein \u2013 die eine mit Farbfilm, die andere mit Schwarz-Wei\u00df-Film.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Er ist allerdings von Spiegelreflextechnik\u00a0auf kleinere und leisere\u00a0Messsucherkameras umgestiegen, die sich besonders gut f\u00fcr seine \u201aStreet Photography\u2018 eignen.\u201c Bei der Street-Fotography werden das Leben im \u00f6ffentlichen Raum und zum Teil allt\u00e4gliche Motive in den Fokus gestellt.<\/p>\n<p>Georg Rose zeigt in seiner Ausstelung &#8222;Analoge Photographie&#8220; aktuelle Bilder \u2013 nicht nur s\/w.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Wir haben uns mit dem Foto-K\u00fcnstler \u00fcber das Fotografieren unterhalten, das f\u00fcr ihn weit mehr ist als ein hochwertiges, anspruchsvolles Hobby.<\/p>\n<p><b>DS: Bei der Street-Fotographie k\u00f6nnen sehr schnell auch Pers\u00f6nlichkeitsrechte tangiert werden. Wie l\u00f6sen Sie das Problem, da Sie viele der Fotos sp\u00e4ter in Ausstellungen \u00f6ffentlich pr\u00e4sentieren wollen?<\/b><\/p>\n<p>Georg Rose: &#8222;Ich bin da sehr vorsichtig. Ich gehe vorher auf die Leute zu und erkl\u00e4re ihnen, was ich vorhabe. Nur wenn Sie mir ihr Okay geben, fotografiere ich sie auch. In meinem Job als Journalist kann man man ja gar nicht sch\u00fcchtern sein. Trotzdem musste ich es erst lernen, auf die Leute zuzugehen und sie zu fragen, ob ich sie fotografieren darf. Das war eine ganz neue Erfahrung f\u00fcr mich, weil ich bisher fast auschlie\u00dflich Motive fotografiert habe, die nicht weglaufen konnten.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: In ihrer aktuellen Ausstellung zeigen sie beeindruckende Schwarz-Wei\u00df-Fotos, wo sind diese entstanden?<\/b><\/p>\n<p>Georg Rose: &#8222;Die habe ich zum gro\u00dfen Teil in Porto (Portugal) und Palermo (Italien) fotografiert. Zwei sch\u00f6ne und interessante St\u00e4dte. Wenn auf den Fotos Menschen zu sehen sind, habe ich diese immer vorher gefragt, ob sie damit einverstanden sind, dass ich sie fotografiere.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Ihre Fotos sind Kunstwerke, die man verfielf\u00e4ltigen kann. Verkaufen Sie die Bilder auch?<\/b><\/p>\n<p>Georg Rose: &#8222;Das ist zwar nicht mein vorrangiges Ziel, aber ich freue mich nat\u00fcrlich, wenn meine Fotos den Leuten gefallen. Und man kann sie dann auch kaufen. Meine Fotos haben immer eine limitierte Auflage. Es gibt von jedem Motiv maximal 5 &#8211; 10 Exemplare. Niemand muss bef\u00fcrchten, dass irgendein Foto von mir hinterher in 100 H\u00e4usern h\u00e4ngt.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_65073\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65073 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/L90Mann-1024x692.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"692\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ein Foto, das auf der Foto-Tour durch Porto und Palermo entstand und jetzt in der Wuppertaler Ausstellung zu sehen ist &#8211; \u00a9 Georg Rose<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Die Street-Fotografie ist eigentlich eine spontane Sache. Inwieweit planen Sie \u00fcberhaupt vor?<\/b><\/p>\n<p>Georg Rose: &#8222;Eigentlich kann man nichts vorplanen. Ich habe mir einfach nur vorgenommen, in Porto und Palermo auf Motivsuche zu gehen, weil beide St\u00e4dte meiner Art, zu fotografieren, sehr entgegenlommen. Es sind sch\u00f6ne St\u00e4dte, die aber an einigen Stelle auch ziemlich abgeranzt sind, einen besonderen Charme verspr\u00fchen und mir dadurch viele interessante, attraktive Motive geliefert haben. Das krasse Gegenteil dazu war Prag (Tschechien). Die Stadt sieht mittlerweile aus wie geleckt. Ich war dort eine Woche mit der Kamera unterwegs und habe kaum mehr als f\u00fcnf Fotos gemacht. Mehr hat mich nicht interessiert. Da h\u00e4tte ich mir gleich Ansichtskarten kaufen k\u00f6nnen. Da gibt es bei uns in Wuppertal spannendere Motive.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Street-Fotographie erfordert oft vollen Einsatz, um die Motive fotografieren zu k\u00f6nnen, die einen Stra\u00dfen-Fotografen wirklich interessieren. Wie halten Sie es damit?<\/b><\/p>\n<p>Georg Rose: &#8222;Voller Einsatz ist wichtig. Man muss auch mal auf Mauern kletttern, in die Hocke gehen oder sich sogar hinlegen, um das gew\u00fcnschte Motiv optimal ablichten zu k\u00f6nnen. Beim Dr\u00fccken auf den Ausl\u00f6ser mu\u00df einfach alles stimmen. Ich bearbeite meine Fotos hinterher ja nicht mehr, ich mache keine Ausschnitte und benutze auch keine Bearbeitungsprogramme wie &#8218;Photoshop&#8216;.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Sie fotografieren analog. Speichern Sie Ihre Fotos denn hinterher digital<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>ab?<\/b><\/p>\n<p>Georg Rose: &#8222;Das mache ich schon, weil es so leichter ist, mein Archiv zu verwalten. Sonst m\u00fcsste ich immer dicke Alben mit Negativen w\u00e4lzen, wenn ich ein ganz bestimmtes Foto suche. Mein digitales Archiv hat auch den Vorteil, dass ich ganz schnell auf ein gew\u00fcnschtes Motiv zur\u00fcckgreifen kann, wenn ich es beispielsweise f\u00fcr eine Publikation oder f\u00fcr Ausstellungs-Plakate ben\u00f6tige. Allerdings sind Fotos, die Leute von mir kaufen, immer Abz\u00fcge vom Original-Negativ.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Digital zu fotografieren geht schneller, ist weniger umst\u00e4ndlich und wesentlich kosteng\u00fcnstiger. Was ist Ihr Antrieb, analog zu fotografieren? Etwa Nostalgie?<\/b><\/p>\n<p>Georg Rose: &#8222;Ich besitze auch eine Digital-Kamera und mache auch Fotos mit dem Handy. Schon allein meiner Frau zuliebe, die nach einem Urlaub immer sagt: &#8218;Ich m\u00f6chte auch sch\u00f6ne Erinnerungsfotos haben, von unserem Ferienhaus oder unserem Lieblingsrestaurant und nicht nur die Art von Fotos, die Du gut findest.&#8216; Um das Ferienhaus nur als Erinnerung abzulichten, ist die analoge Fotografie viel zu teuer. Was mich daran so fasziniert, kann ich Ihnen ganz gneau sagen: Das ist f\u00fcr mich die beste Art, zu entschleunigen. Ich muss mir vorher genau \u00fcberlegen, was ich ablichte und wie ich das Motiv fotografieren will. Ich komponiere quasi das Bild bevor ich auf den Ausl\u00f6ser dr\u00fccke. Und ich geniesse dann die gro\u00dfe Spannung, wenn ich die Fotos aus dem Labor abhole. Das ist ein Gef\u00fchl wie Weihnachten.Denn erst dann weiss ich, was bei meinen fotografischen Bem\u00fchungen letztendlich herausgekommen ist.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_65074\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65074 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/L90Bus-1024x692.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"692\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Auch ein s\/w-Foto, das Georg Rose auf seiner Foto-Tour durch Porto und Palermo gemacht hat und das jetzt in der Wuppertaler Ausstellung zu sehen ist &#8211; \u00a9 Georg Rose<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Wir teuer ist eigentlich heutzutage der Spa\u00df, analog zu fotografieren?<\/b><\/p>\n<p>Georg Rose: &#8222;Man braucht zun\u00e4chst ein hochwertige analoge Kamera. Ein guter Film mit 36 Aufnahmen kostet mittlerweile 17 bis 18 Euro, f\u00fcr das Entwickeln in einem Profi-Labor muss man zwischen 20 und 22 Euro ausgeben, dazu kommen dann noch die Kosten f\u00fcr die Papierabz\u00fcge je nach Gr\u00f6\u00dfe. Dennoch erlebt die analoge Fotografie eine Art Renaissance. So wird zum Beispiel in Foto-Akademien wieder h\u00e4ufiger analog gearbeitet. Es kommen auch wieder neue analoge Kameras auf den Markt. Das wird keine Massenbewegung mehr. Aber die analoge Fotografie lebt somit weiter.&#8220;.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>DS: Und trotzdem gibt es doch sicher Bereiche, in denen die analoge Fotografie nicht nur aus Kostengr\u00fcnden oder weil es auf Schnelligkeit ankommt, wie bei den Print- und\u00a0elektronischen\u00a0Medien, keinen Sinn mehr macht?<\/b><\/p>\n<p>Georg Rose: &#8222;Das stimmt. Ich w\u00fcrde nie einen Auftrag annehmen, beispielsweise eine Familienfeier oder ein Firmenjubil\u00e4um analog zu fotografieren. Daf\u00fcr ist das Risiko viel zu gro\u00df, dass die Fotos am Ende nicht so geworden sind, wie der Kunde es erwartet hat. Und dann kommt dann Entt\u00e4uschung, Frust und \u00c4rger auf. Das erspare ich mir, weil es auch gar nicht meine Welt ist. Daf\u00fcr gibt es Fotografen, die darauf spezialisiert sind und die sollen damit auch ihr Geld verdienen.&#8220;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>DS: Suchen Sie Ihre Urlaubsziele inzwischen ganz bewusst danach aus, wo Sie sich f\u00fcr Ihre Art zu fotografieren die besten Foto-Motive erhoffen?<\/b><\/p>\n<p>Georg Rose: &#8222;Fr\u00fcher haben meine Frau und ich uns einfach Urlaubsziele ausgesucht, die uns beide interessierten und wo wir ohnehin einmal hin wollten. Dann bin ich dort einfach &#8211; wenn ich Lust und Zeit hatte &#8211; mit der Kamera auf Motivsuche gegangen. Diesmal &#8211; in Porto und Palermo &#8211; standen zum ersten Mal ganz bewusst die Fototmotive im Vordegrund.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Und sind Sie jetzt auf den Geschmack gekommen, dass Sie das in Zukunft wiederholen werden?<\/b><\/p>\n<p>Georg Rose: &#8222;Ich werde das sicher wiederholen. F\u00fcr mich ist das dann Urlaub mit der Kamera. Ich reise dann aber lieber allein, weil ich dann so viel fotografieren werde, dass es f\u00fcr meine Frau zu langweilig und uninteressant wird.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Haben Sie sich schon das n\u00e4chste Ziel ausgeguckt?<\/b><\/p>\n<p>Georg Rose: &#8222;Ich werde im September nach Arles in S\u00fcdfrankreich reisen. Eine tolle Stadt. Ich verbinde das dann mit dem Besuch des ber\u00fchmten Fotofestivals &#8218;Les Rencontres de la Photographie d&#8217;Arles&#8216;.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Vielen Dank f\u00fcr das interessante, infortmative Gespr\u00e4ch.<\/b><\/p>\n<p><b>Das Interview f\u00fchrte Peter Pionke<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_64575\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 442px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-64575\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/21-08-21_Interviews_372-www-2-1024x591-2.jpeg\" alt=\"\" width=\"432\" height=\"338\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Georg Rose, Chefredakteur von Radio Wuppertal&#8220; und Foto-K\u00fcnstler &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<h4>Analoge Fotografien<\/h4>\n<p><b>Georg Rose<\/b><\/p>\n<p>Freitag \u2013 28.04.2023 \u2013 17 Uhr<\/p>\n<p>Codeks \u2013 Moritzstr. 14 \u2013 42117 Wuppertal<\/p>\n<p>Die Ausstellung geht \u00fcber drei Monate<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.codeks.de\/\"><b>http:\/\/www.codeks.de<\/b><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Georg Rose hat neben seinem Job als Chefredakteur von Radio Wuppertal und Radio Ennepe-Ruhr noch eine zweite Leidenschaft: Die analoge Fotografie. Seine mehr als sehenswerte, aktuelle Ausstellung l\u00e4uft gerade im Codeks-Coworking-Space am Arrenberg in den alten Elba-Hallen.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-65068","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-29 17:20:11","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65068","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65068"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65068\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":65111,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65068\/revisions\/65111"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65068"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65068"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65068"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}