{"id":64598,"date":"2023-04-17T13:33:25","date_gmt":"2023-04-17T11:33:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=64598"},"modified":"2023-04-17T13:39:24","modified_gmt":"2023-04-17T11:39:24","slug":"fabian-die-verzweifelte-suche-nach-orientierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2023\/04\/17\/fabian-die-verzweifelte-suche-nach-orientierung\/","title":{"rendered":"&#8222;Fabian&#8220;: Die verzweifelte Suche nach Orientierung"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_64602\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-64602\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/JUNGES_THEATER_FABIAN_-_GANG_VOR_DIE_HUNDE__c___ROBIN_WIEDEMANN_3_-2-1024x779.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"779\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Szene aus dem K\u00e4stner-St\u00fcck &#8222;Fabian&#8220; &#8211; \u00a9 Robin Wiedemann \/ Wuppertaler B\u00fchnen<\/span><\/div>\n<p>K\u00e4stners inzwischen auch verfilmte Romanvorlage bietet viele Ankn\u00fcpfungspunkte zu aktuellen Themen, aber auch (verquerte?) Ansichten der Jugend unserer Zeit, die Regisseurin Barbara B\u00fcchmann in Ans\u00e4tzen offen legt: \u201eUnd jetzt sitzen wir wieder im Wartesaal, und wieder hei\u00dft er Europa!<\/p>\n<p>Und wieder wissen wir nicht, was geschehen wird. Wir leben provisorisch, die Krise nimmt kein Ende\u201c. Eine Reise ins Ungewisse, gespielt in Berlin zur Zeit am Ende der Weimarer Republiken, am Vorabend von Hitlers Macht\u00fcbernahme.<\/p>\n<h4>Schweineh\u00e4lfte als Brechreiz?<\/h4>\n<p>Der meist beobachtende Charakter der mit Helena Hebecker besetzten Hauptrolle \u201eFabian\u201c, liefert den roten Faden des Geschehens. An dieser eher widerspr\u00fcchlichen und lethargischen Person laufen kurze Szenen aus den wilden \u201eZwanziger Jahren\u201c\u00a0 im schnellen Wechsel ab, bei denen\u00a0 wegen der thematischen Vermischungen, aber auch der Verteilung der Geschlechterrollen in Mehrfachbesetzung schon mal die Orientierung verloren gehen kann.<\/p>\n<div id=\"attachment_64603\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 760px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-64603 \" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/JUNGES_THEATER_FABIAN_-_GANG_VOR_DIE_HUNDE__c___ROBIN_WIEDEMANN_5_-2-1024x584.jpeg\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"428\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das Ensemble des St\u00fcckes &#8222;Fabian&#8220; auf der B\u00fchne des &#8222;Theaters am Engelsgarten&#8220; &#8211; \u00a9 Robin Wiedemann \/ Wuppertaler B\u00fchnen<\/span><\/div>\n<p>Strukturhilfen gibt das B\u00fchnenbild, in dem Neonlichter jeweils anzeigen ob das Werbeb\u00fcro, die Redaktion, das Caf\u00e9 am Tiergarten oder das \u201eFrischfleisch\u201c dargestellt wird. Eine interpretationsbed\u00fcrftige, am Haken h\u00e4ngende Schweineh\u00e4lfte l\u00e4\u00dft der Fantasie freien Lauf. \u201eIch will meinendem Brechreiz nicht zu viel zumuten\u201c, so ein Kommentar des Protagonisten.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der arbeitslose Fabian durch die Suche nach seinem Platz in der Gesellschaft in einer Situation der Orientierungslosigkeit innere Konflikte austr\u00e4gt, erlebt er auf seinen Streifz\u00fcgen durch das Berliner Nachtleben eine entt\u00e4uschte Liebe und nach einem verh\u00e4ngnisvollem Scherz den Freitod seines Freundes Labude.<\/p>\n<h4>Selbstloser, t\u00f6dlicher Rettungsversuch<\/h4>\n<p>Eine Anstellung bei einer rechtsnationalen Zeitung lehnt Fabian aus moralischen Gr\u00fcnden ab. Dennoch fragt er sich, warum er angesichts der politischen Verh\u00e4ltnisse nur ein Zuschauer bleibt?. \u201eIch kann vieles und will nichts. Wozu soll ich vorw\u00e4rts kommen? Wof\u00fcr und wogegen? Nehmen wir wirklich einmal an, ich sei der Tr\u00e4ger einer Funktion. Wo ist das System, in dem ich funktionieren kann? Es ist nicht da und nichts hat Sinn.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_64604\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 760px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-64604 \" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/JUNGES_THEATER_FABIAN_-_GANG_VOR_DIE_HUNDE__c____6_-2-1024x734.jpeg\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"538\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die Wuppertaler Inszenierung des Klassikers &#8222;Fabian&#8220; &#8211; \u00a9 Robin Wiedemann \/ Wuppertaler B\u00fchnen<\/span><\/div>\n<p>Am Ende wird ein Text vorgetragen, wo Fabian einen kleinen Jungen, der auf dem Gel\u00e4nder einer Br\u00fccke balanciert \u2013 und in den Fluss f\u00e4llt. Selbstlos springt Fabian hinterher und m\u00f6chte dem Jungen helfen. Dieser kann sich allerdings alleine ans Ufer retten, w\u00e4hrend Fabian ertrinkt, weil er nicht schwimmen kann.<\/p>\n<p>Wie bei K\u00e4stner darf auch in der B\u00fchnenfassung von Gero Vierhuff beobachtet werden. L\u00f6sungen bietet indessen keiner. Antworten auf brennende Fragen werden nicht geliefert. Wie auch?<\/p>\n<p><b>Text Siegfried J\u00e4hne<\/b><\/p>\n<p>Eine weitere Vorstellung steht im Engelsgarten am Donnerstag 20.04.2023 um 19:30 Uhr auf dem Programm.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist die Beschreibung einer Gesellschaft, die orientierungslos durch einen rasanten Wandel tappt. &#8222;Fabian, der Gang vor die Hunde&#8220; von Erich K\u00e4stner, wurde jetzt in Gero Vierhuffs Fassung auf die B\u00fchne des Barmer Engelsgarten gebracht. Eine mit Beifall bedachte Produktion von Junges Theater Wuppertal, die von einer Kooperation und einer belebenden Choreographie des Tanzhaus Wuppertal\u00a0profitierte.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-64598","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-17 00:46:53","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64598","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64598"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64598\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":64607,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64598\/revisions\/64607"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64598"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64598"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64598"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}