{"id":64448,"date":"2023-04-08T15:19:01","date_gmt":"2023-04-08T13:19:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=64448"},"modified":"2023-04-16T12:57:26","modified_gmt":"2023-04-16T10:57:26","slug":"gepa-sieht-faire-kaffeegenossenschaft-in-gefahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2023\/04\/08\/gepa-sieht-faire-kaffeegenossenschaft-in-gefahr\/","title":{"rendered":"GEPA sieht Faire Kaffeegenossenschaft in Gefahr"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_64452\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-64452 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/01_Hand_in_Kaffeekirschen_by_GEPA-The_Fair_Trade_Company_FEDECOCAGUA-2-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die Ernste und die Verarbeitung von Kaffeekirschen sichert den Lebensunterhalt der Kaffeegenossenschaftsmitglieder in Guatemala &#8211; \u00a9 GEPA \u2013 The Fair Trade Company \/ FEDECOCAGUA<\/span><\/div>\n<p>Die FEDECOCAGUA, der Verband von 65 Kaffeekooperativen in Mittelamerika gilt als Pionier des Fairen Handels. Ulrich Gurtner sitzt seit dem 24.03.2023 in Untersuchungshaft.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Das katholische Werk f\u00fcr Entwicklungszusammenarbeit Misereor und das Fair Handelsunternehmen GEPA rufen den Handelsausschuss des Europ\u00e4ischen Parlaments dazu auf, sich f\u00fcr ein faires und rechtsstaatliches juristisches Verfahren in der Angelegenheit einzusetzen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Zudem m\u00fcsse alles daf\u00fcr getan werden, dass FEDECOCAGUA als wichtiges Unternehmen des Fairen Handels in Guatemala wieder arbeitsf\u00e4hig wird.<\/p>\n<p>Alle Konten des Verbandes FEDECOCAGUA wurden eingefroren. Der bisher finanziell solvente Kooperativenverband ist aus diesem Grund derzeit zahlungsunf\u00e4hig.<\/p>\n<h4>Vorwurf der Geldw\u00e4sche wurde schon 2012 widerlegt<\/h4>\n<p>Die Folgen sind insbesondere f\u00fcr die \u00fcberwiegend indigenen Kleinb\u00e4uerinnen und -bauern der im ganzen Land angeschlossenen Kooperativen gravierend. Denn sie erhalten aktuell kein Geld von ihrem Verband f\u00fcr den von ihnen produzierten Kaffee.<\/p>\n<p>Die guatemaltekische Generalstaatsanwaltschaft wirft Gurtner und der FEDECOCAGUA vor, an Geldw\u00e4sche beteiligt zu sein. Beweise daf\u00fcr wurden bisher nicht vorgelegt. Die Untersuchungen erfolgen nach offiziellen Angaben unter Vertraulichkeit.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_64453\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-64453 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/04_Verarbeitung_Rohkaffee_by_GEPA-The_Fair_Trade_Company_A_Welsing-2-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"576\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Mitarbeiterinnen der Kaffeegenossenschaft bei der Verarbeitung des Rohkaffees &#8211; \u00a9\u00a0GEPA \u2013 The Fair Trade Company \/ FEDECOCAGUA<\/span><\/div>\n<p>Auch 20 Tage nach der Festnahme Ulrich Gurtners wurde noch keine erste Anh\u00f6rung angesetzt. FEDECOCAGUA hat bislang keine Informationen dar\u00fcber, wie genau die Anklage lautet und worauf sie basiert.<\/p>\n<p>Ulrich Gurtner und der Kooperativenverband k\u00f6nnen die Anschuldigungen nicht nachvollziehen. Der verhaftete Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer hatte leitende Angestellte der Kreditbank Banrural zun\u00e4chst vor unlauteren Praktiken gewarnt.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich lie\u00df er im Verwaltungsrat eine Untersuchung wegen Geldw\u00e4sche gegen die Direktion einleiten. Der geb\u00fcrtige Schweizer vertritt in dieser Bank seit vielen Jahren die Stimmen der kleinb\u00e4uerlichen Anlegerinnen und Anleger.<\/p>\n<p>Ein Teil der Aktien der Banrural ist im Besitz der Mitglieder der FEDECOCAGUA. Mehrere Tausend weitere meist indigene, kleinb\u00e4uerliche Betriebe haben zudem hier ihr Geld angelegt oder erhalten Kredite f\u00fcr ihre Betriebe.<\/p>\n<h4>FEDECOCAGUA muss gerettet und wieder arbeitsf\u00e4hig werden<\/h4>\n<p>Nun richtet sich der Verdacht der Staatsanwaltschaft aber gegen Ulrich Gurtner selbst. Die aktuell gegen ihn vorgebrachten Beschuldigungen wurden bereits 2012 einmal erhoben, jedoch in einem Prozess rechtskr\u00e4ftig widerlegt.<\/p>\n<p>\u201eWir sind \u00fcberzeugt, dass sich die juristischen Vorw\u00fcrfe in Luft aufl\u00f6sen werden\u201c, betont Exportmanager Gerardo de Le\u00f3n, der ebenfalls der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung von FEDECOCAGUA angeh\u00f6rt. \u201eDoch der angerichtete Schaden ist bereits jetzt sehr gro\u00df.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_64454\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-64454 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/08_Lagerhalle_mit_Kaffeesaecken_by_GEPA-The_Fair_Trade_Company_FTO-2-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Lagerhalle mit Kaffees\u00e4cken &#8211; \u00a9\u00a0GEPA \u2013 The Fair Trade Company \/ FEDECOCAGUA<\/span><\/div>\n<p>\u201eWir haben die Sorge, dass Ulrich Gurtner in Guatemala keine Aussicht auf ein rechtsstaatliches Verfahren hat\u201c, sagt Thomas Antkowiak, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Misereor. \u201eDeshalb appellieren wir an die Handelsexpertinnen und -experten des Europaparlaments, sich f\u00fcr eine faire Behandlung von Gurtner einzusetzen und einzufordern, dass FEDECOCAGUA wieder zahlungs- und damit handlungsf\u00e4hig wird.\u201c<\/p>\n<p>Bei der GEPA gibt es zudem die Bef\u00fcrchtung, \u201edass mit dem Vorgehen gegen Gurtner auch FEDECOCAGUA als kleinb\u00e4uerliche Genossenschaft und gleichzeitig bedeutender Exporteur und Akteur des Fairen Handels in Guatemala geschw\u00e4cht und vom Markt gedr\u00e4ngt werden soll\u201c, so Dr. Peter Schaumberger, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Fair Handelsunternehmens mit Sitz in Wuppertal.\u00a0Die UNO-Menschenrechtskommission hat k\u00fcrzlich eine alarmierende Erosion der Rechtsstaatlichkeit in Guatemala festgestellt.<\/p>\n<p>Der Dachverband FEDECOCAGUA wurde 1969 gegr\u00fcndet und vertritt derzeit 23.000 kleinb\u00e4uerliche Betriebe. Er ist mit 134 Millionen Dollar Umsatz einer der gr\u00f6\u00dften Kaffee-Exporteure Guatemalas.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_64463\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-64463\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/07_Rohkaffee_trocknet_in_Sonne_by_GEPA-The_Fair_Trade_Company_FEDECOCAGUA-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Rohkaffee trocknet in der Sonne &#8211; \u00a9\u00a0GEPA \u2013 The Fair Trade Company \/ FEDECOCAGUA<\/span><\/div>\n<p>Von den j\u00e4hrlich knapp .000 Containern Kaffee gehen fast ein Zehntel nach Deutschland. 140 Container Kaffee h\u00e4tten im M\u00e4rz das FEDECOCAGUA-Zentrallager nahe Guatemala-Stadt verlassen sollen. 180 w\u00e4ren es im April und \u00e4hnliche Mengen in den Folgemonaten.<\/p>\n<p>Das Unternehmen exportierte den weltweit ersten fairen Kaffee \u00fcberhaupt \u2013 seit 1970 in die Niederlande und von dort aus seit 1973 nach Deutschland.<\/p>\n<p>Die GEPA (bzw. auch schon ihre Vorl\u00e4uferorganisation) hat mit dem Verband eine fast 50-j\u00e4hrige Handelsbeziehung. Misereor hat Mitgliedskooperativen von FEDECOCAGUA seit 1962 bis in die 1990er Jahre hinein gef\u00f6rdert.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong>Link zu Homepage der GEPA::<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.gepa.de\">http:\/\/www.gepa.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The Fair Trade Company GEPA in Wuppertal sieht nach der Festanahme von Ulrich Gurtner, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Kaffeegenossenschaftsverbandes FEDECOCAGUA, die\u00a0Faire Kaffeegenossenschaft in Guatemala in Gefahr.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[],"class_list":["post-64448","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wirtschaft"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-20 04:41:30","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64448","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64448"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64448\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":64465,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64448\/revisions\/64465"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64448"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64448"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64448"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}