{"id":62544,"date":"2023-04-03T10:26:41","date_gmt":"2023-04-03T08:26:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=62544"},"modified":"2023-04-04T10:39:19","modified_gmt":"2023-04-04T08:39:19","slug":"frage-in-der-zukunft-muessen-wir-ueberhaupt-noch-bauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2023\/04\/03\/frage-in-der-zukunft-muessen-wir-ueberhaupt-noch-bauen\/","title":{"rendered":"Frage in der Zukunft: M\u00fcssen wir \u00fcberhaupt noch bauen?"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_62550\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-62550\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Foto-Overmeyer-Steffen-Roth-2-1024x653.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"653\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Landschaftsarchitekt Prof. Overmeyer &#8211; \u00a9 Steffen Roth<\/span><\/div>\n<p>\u201eWir wissen zwar nicht genau, wie unsere Zukunft aussieht, aber wir ahnen, dass sich eine Menge in unseren St\u00e4dten \u00e4ndern wird\u201c, sagt der Wuppertaler Landschaftsarchitekt Prof. Klaus Overmeyer. Globale Ver\u00e4nderungen durch Kriege, Migrationsbewegungen, eine ver\u00e4nderte Mobilit\u00e4t, nicht zu vergessen der Klimawandel oder die j\u00fcngste Pandemie, ver\u00e4ndern unsere Gesellschaft und wirken sich unmittelbar auf die (r\u00e4umliche) Entwicklung unserer St\u00e4dte und Quartiere aus.<\/p>\n<p>St\u00e4dte haben eine lange Tradition, die oftmals \u00fcber Jahrhunderte im Stadtbild ablesbar ist, erkl\u00e4rt Overmeyer, dennoch st\u00fcnden wir aktuell vor einer gro\u00dfen Transformation, die sich stark auf unser Lebensumfeld auswirken wird und die ausgehandelt werden m\u00fcsse. \u201eWir Architekten sind eigentlich dazu ausgebildet, fertige Bilder von \u00f6ffentlichen R\u00e4umen und Geb\u00e4uden zu entwerfen.\u201c<\/p>\n<p>Das Entscheidende sei, dass sich eine Stadt oder ein Raum oft ganz anders entwickele als urspr\u00fcnglich geplant. Es kristallisiere sich mittlerweile heraus, dass Fachleute die unterschiedlichen Interessen und Positionen von B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern und Institutionen, Politik und Verwaltung sowie wirtschaftlich betriebenen Unternehmen ber\u00fccksichtigen und unter einen Hut bringen m\u00fcssten. Dazu seien Aushandlungsprozesse erforderlich.<\/p>\n<div id=\"attachment_44822\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 440px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-44822\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Logo-Transfergeschichten.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p>Viele Kommunen versuchen deshalb, die Planung \u00f6ffentlicher R\u00e4ume, Geb\u00e4ude und Quartiere in partizipativ ausgerichtete Planungsprozesse zu integrieren, um die gestalterisch beste L\u00f6sung f\u00fcr einen Ort mit der Ausbalancierung von Interessen vor Ort zu verkn\u00fcpfen.<\/p>\n<p>\u201eRaumentwicklung ist \u00e4u\u00dferst komplex\u201c, erkl\u00e4rt Overmeyer die Situation, \u201eein rein r\u00e4umlicher Entwurf, der unterschiedliche Interessenslagen, stadt\u00f6konomische Rahmenbedingungen, den Klimawandel oder \u00f6kologische Zusammenh\u00e4nge nicht ber\u00fccksichtigt, greift zu kurz.\u201c Daher ist eine kluge Prozessgestaltung, die Einflussfaktoren integriert, bei vielen k\u00fcnftigen Bauaufgaben genauso wichtig wie der Entwurf selbst.<\/p>\n<h4>Beteiligungsprozesse<\/h4>\n<p>Planung und Beteiligung sind oft noch klar voneinander getrennt, mit der Gefahr, dass am Ende Planungen ohne Akzeptanz entstehen. \u201eKonkret zeigt sich das in neugebauten, aber oftmals leblosen Stadtquartieren. St\u00e4dte sind an vielen Stellen nach rein \u00e4sthetischen Gr\u00fcnden gestaltet, das passt aber nicht unbedingt mit den Bed\u00fcrfnissen der Menschen oder Unternehmen vor Ort zusammen.\u201c<\/p>\n<p>Prozesse, die Planung und Beteiligung miteinander verzahnen, versuchen, die Sch\u00e4tze und Talente eines Raumes und seiner Nutzer schon gleich zu Beginn eines Planungsprozesses als Ressource zu nutzen, in dem sich beispielsweise Planende, Politiker, Unternehmen oder zivilgesellschaftliche Organisationen gemeinsam erst einmal Gebiete anschauten. \u201eWas steckt in so einem Gebiet? Welche Talente hat ein Gebiet? Gibt es dort besondere Unternehmen oder Handwerksbetriebe, die da vor Ort sind? Spielt der Verkehr dort eine gro\u00dfe Rolle oder hat das Gebiet vielleicht gr\u00fcne Orte und R\u00fcckzugsgebiete f\u00fcr Tiere oder Pflanzen?\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_62558\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-62558\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/war-g56ded6293_1920-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Werden Friedh\u00f6fe in der Zukunft ganz anders aussehen? &#8211; \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<p>Auch im zweiten Schritt versuche man noch nicht konkret zu entwerfen, sondern \u00fcberlege auf einer Werteebene, wie man in Zukunft in diesem Quartier oder dieser Nachbarschaft leben m\u00f6chte. Erst dann gehe es darum, den Ideen auch eine Form und r\u00e4umliche Gestalt zu geben.<\/p>\n<h4><strong>St\u00e4dtische Verwaltung bewegt sich<\/strong><\/h4>\n<p>Die Themen der \u00b4Gro\u00dfen Transformation` schlagen sich unmittelbar vor Ort nieder. Sie stellen Bew\u00e4hrtes in der Stadtentwicklung infrage und machen ein entschlossenes Umsteuern erforderlich. Dazu Overmeyer: \u201eDie Verwaltungen sind unmittelbar mit diesen Problemen konfrontiert, weil die Herausforderungen unserer Zeit es an sich haben, extrem an das \u00f6ffentliche Interesse zu appellieren. Gerade Verwaltung und Politik sind mehr denn je gefordert, und ich kann erfreulicherweise feststellen, dass in vielen Amtsstuben auch ein gro\u00dfes Umdenken einsetzt.\u201c<\/p>\n<p>Dort g\u00e4be es auch viele junge Menschen, die die Welt ver\u00e4ndern und positiv in einem \u00f6ffentlichen Interesse gestalten wollten, auch in einem gemeinwohlorientierten Sinn. Eine wichtige Erkenntnis, die gerade in Verwaltung sehr forciert werde, sei, dass man ressort\u00fcbergreifend denken m\u00fcsse und der Schl\u00fcssel zur L\u00f6sung dieser Herausforderung immer darin liege, dass man die verschiedenen Abteilungen, wie z.B. die Verkehrsabteilung, den Wohnungsbau, die Kulturabteilung oder das Ordnungsamt zusammenbringe, so dass diese einzelnen Ressorts auch an gemeinsam getragenen Visionen arbeiten k\u00f6nnten.<\/p>\n<h4>Citizen-Science<\/h4>\n<p>Bei Beteiligungsprozessen sind auch immer Akteure ohne fachlichen Planungshintergrund in r\u00e4umlichen Planungsprozessen dabei, die ernst genommen werden wollen. Das sei manchmal ein schwieriges Dilemma, konstatiert Overmeyer. Zwar g\u00e4be es in der Bev\u00f6lkerung ein enormes Wissen, in der Wissenschaft spreche man gar von Citizen-Science, und dass merke man auch an Stadtentwicklungsprozessen.<\/p>\n<p>Aus fachlicher Sicht m\u00fcsse man allerdings folgendes bedenken: \u201eArchitektur und der St\u00e4dtebau verlangen, so wie in anderen Disziplinen auch, eine hohe fachliche Kompetenz und Erfahrung, Daher ist es in Beteiligungsprozessen wichtig, genau zu erkennen, wo man das Wissen aus der Zivilgesellschaft oder anderer Institutionen braucht und wo es darum geht, planerisch einfach mal sein Handwerk zu machen.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_62559\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-62559\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/graveyard-gcda761604_1920-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Friedh\u00f6fe als Parks mit vielfacher Nutzung &#8211; eine L\u00f6sung f\u00fcr die Zukunft? &#8211; \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<p>Soll hei\u00dfen, es brauche klare Verabredungen und Phasen, wo Beteiligungs- und Dialogprozesse gestaltet w\u00fcrden und es zum Austausch komme. Dann jedoch m\u00fcsse das Besprochene auch professionell planerisch qualifiziert werden. \u201eEin wichtiger Schl\u00fcssel ist, dass diese Planungsprozesse iterativ laufen und dass man R\u00fcckkopplungsschleifen hat\u201c, erg\u00e4nzt Overmeyer.<\/p>\n<h4>Beispiel Friedhofsplanung<\/h4>\n<p>\u201eDie gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dte stehen unter einem enormen Druck\u201c, erkl\u00e4rt Overmeyer die st\u00e4dtebauliche Situation vieler dichtbewohnter Gebiete, \u201eweil die Fl\u00e4che in der Stadt bei zunehmenden Anspr\u00fcchen begrenzt ist. Gleichzeitig gibt es aber auch einen starken Bedarf danach, keine neuen Fl\u00e4chen mehr zu versiegeln und mit Fl\u00e4chenressourcen effizient umzugehen.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr die Landschaftsarchitektur ist, um einmal ein Beispiel zu nennen, die Friedhofsplanung und \u2013umgestaltung, ein aktueller Aufgabenbereich. Aufgrund der zunehmenden Urnenbestattungen brauchen viele St\u00e4dte ihre ausgewiesene Friedshofsfl\u00e4che nicht mehr in vollem Umfang. So k\u00f6nnte zus\u00e4tzlicher Freiraum f\u00fcr Erholungsnutzungen entstehen. Doch die Umgestaltung vom Friedhof zum Park hat ihre T\u00fccken. Der eine m\u00f6chte mit seinem Rad schnell durch den Park radeln, andere rekeln sich auf der Wiese in der Sonne, w\u00e4hrend auf benachbarten Friedfofsfl\u00e4chen Trauernde an einem Grab stehen.<\/p>\n<p>\u201eEs hat heute ein starkes Umdenken stattgefunden und damit r\u00fccken die nicht mehr ben\u00f6tigten Friedhofsfl\u00e4chen stark in den Fokus. Die sind ja eigentlich Gr\u00fcnfl\u00e4chen, die bisher aber nicht als Parks genutzt wurden. Mit dieser Begrenztheit an freien Fl\u00e4chen, steigen aber nun die Anspr\u00fcche an dieses Gr\u00fcn, sowohl aus einer \u00f6kologischen Sicht, als wertvolle Biotope oder Ressourcen f\u00fcr Artenvielfalt in einer Stadt, aber gerade auch aus einer Erholungssicht.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDiese Mischung, eine Friedhofsnutzung und die neuen Anforderungen von einer modernen Stadtgesellschaft \u00fcbereinander zu bringen, erzeugt enorm viele Ziel- und Fl\u00e4chenkonflikte\u201c, erkl\u00e4rt der Fachmann.<\/p>\n<p>\u201eIn der Regel versucht man, bestimmte Friedhofsfl\u00e4chen \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum nicht mehr zu belegen, um neue Spielr\u00e4ume in der Nutzung zu gewinnen. Doch auch nach langer Zeit ist es sehr schwierig, aus Piet\u00e4tsgr\u00fcnden andere Nutzungen zuzulassen. Kirchengemeinden sind eine sehr wichtige Schnittstelle, und auch da braucht es Beteiligungsprozesse. Gerade mit der Nachbarschaft gilt es auszuloten, welche Nutzung denn da in Zukunft m\u00f6glich sein soll.\u201c<\/p>\n<p>Die Bandbreite reiche von einfachen Spazierwegen, \u00fcber Picknickm\u00f6glichkeiten bis hin zu Sportanlagen oder Urban-Gardening-Fl\u00e4chen, wobei Overmeyer betont: \u201eDas ist gerade beim Friedhof immer ein sehr heikles Thema.\u201c<\/p>\n<h4>Erster muslimischer Friedhof in Deutschland entsteht in Wuppertal<\/h4>\n<p>In der Krummacher Stra\u00dfe entsteht neben einem evangelischen und einem j\u00fcdischen Friedhof der erste eigenst\u00e4ndige muslimische Friedhof in Deutschland, bei dessen Planung auch Overmeyers Lehrstuhl beteiligt war. \u201eDie muslimische Gemeinde hat sich sehr stark f\u00fcr diesen ersten muslimischen Friedhof engagiert und ist an uns herangetreten\u201c, erz\u00e4hlt der Landschaftsarchitekt. \u201eSie hatten die Fl\u00e4che am Krummacher Friedhof im Auge und die Zusammenarbeit mit uns war f\u00fcr sie ein Einstieg in diese Planung.\u201c<\/p>\n<p>Die Zusammenarbeit mit einer Universit\u00e4t oder Hochschule habe dabei immer einen unverbindlichen Charakter. Aus der akademischen Position sei es oft leichter, eine \u00f6ffentliche Diskussion zu lancieren und \u00fcber verschiedene Modelle und Varianten ins Gespr\u00e4ch zu kommen. Ca. 20 Studierende schlossen sich in Kleingruppen zusammen und produzierten eine Reihe von Entw\u00fcrfen, die der Gemeinde erst einmal einen \u00dcberblick \u00fcber die M\u00f6glichkeiten gab. Dazu geh\u00f6rten u.a. Fragen zum Eingang, zum Versammlungsraum, der Parksituation und der Anlage der Gr\u00e4ber. Auch die Frage:<\/p>\n<p>\u201eWie verhalten wir uns zu den j\u00fcdischen Nachbarn? M\u00fcssen wir da eine Hecke pflanzen oder ist gerade der weite Blick f\u00f6rderlich?\u201c, standen zur Debatte. \u201eIch fand sehr produktiv, dass beide Seiten, sowohl junge Menschen, die sich noch gar nicht mit dem Tod besch\u00e4ftigt hatten, als auch die Gemeinde selbst, unheimlich viel dadurch gelernt haben.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_62560\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-62560\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/holiday-home-g2586d2c3b_1920-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Wird beim Bauen in Zukunft komplett auf Beton verzichtet und auf Holz gesetzt? &#8211; \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<h4>Zukunftsvision: Statt Neubau, Bauen mit Bestand<\/h4>\n<p>Aufgrund der begrenzten Fl\u00e4chenressourcen bedeuten neue Nutzungskonzepte in allen Bereichen einer Stadt auch immer \u00b4Bauen mit Bestand`. \u201eIn Deutschland ist ein Gro\u00dfteil der Stadt bereits gebaut, und wir m\u00fcssen uns allein angesichts des Klimawandels und des Ressourcenverbrauchs viel st\u00e4rker damit auseinandersetzen, wie wir diese bestehende, graue Energie, die auch in den Geb\u00e4uden steckt, weiter nutzen k\u00f6nnen\u201c.<\/p>\n<p>Abriss und Neubau oder gar Bauen auf der gr\u00fcnen Wiese bildeten bisher den Schwerpunkt vieler Planungen, doch davon gehe man mehr und mehr ab. \u201eHeute, gerade auch in der j\u00fcngeren Generation unserer Architekten, gibt es ab und zu schon Stimmen, die vermehrt fragen: \u00b4M\u00fcssen wir \u00fcberhaupt noch bauen? ` Die Studierenden sagen, der Raum ist ja da, wir m\u00fcssen ihn nur anders nutzen, umbauen, weiter bauen, aber wir m\u00fcssen nicht mehr unsere ganze Energie in den neuen Entwurf von Geb\u00e4uden setzen\u201c, sagt Overmeyer.<\/p>\n<p>\u00b4Architects for future`, eine Bewegung, die auch hier in Wuppertal entstanden sei, sowie einige Kolleg*innen der Fakult\u00e4t, w\u00fcrden nicht m\u00fcde zu warnen, dass all unsere Materialien, wie z.B. Sand und Kies knappe Ressourcen seien, die irgendwann nicht mehr ausreichend zur Verf\u00fcgung st\u00fcnden. \u201eMan versucht vom Beton wegzukommen und eher in Holzbauweise zu bauen, die H\u00e4user auch als CO2-Speicher zu betrachten. Da ist auf jeden Fall viel Kreativit\u00e4t gefragt und die Kreativit\u00e4t, die wir bisher auf der gr\u00fcnen Wiese ausgelebt haben, die m\u00fcssen wir jetzt in die bestehenden Strukturen stecken.\u201c<\/p>\n<h4>Braucht Wuppertal psychologische Hilfe?<\/h4>\n<p>Die Zukunftsentwicklung von St\u00e4dten und Regionen vergleicht Overmeyer mit dem Gang zum Psychologen. Mehr denn je wird es f\u00fcr St\u00e4dte und Regionen wichtig, sich dar\u00fcber klar zu werden, wie sie ihre Zukunft gestalten wollen und welche Schwerpunkte sie dabei setzen.<\/p>\n<p>Wuppertal habe bereits verschiedene gesamtst\u00e4dtische Konzepte f\u00fcr Verkehr, Digitalisierung oder Stadtentwicklung gemacht. Herausforderung ist es, diese unterschiedlichen strategischen Konzepte zu einem Kompass f\u00fcr die Stadtentwicklung zusammenzuf\u00fchren. Wenn eine Stadt f\u00fcr sich herausgefunden hat, welche Priorit\u00e4ten sie im Wohnungsbau, in der Verkehrswende, der klimagerechten Stadtentwicklung oder der Gewerbeentwicklung setzen will, kann sie die Hebel der Ver\u00e4nderung viel besser ansetzen. Aus vielen Projekten wei\u00df Overmeyer:<\/p>\n<p>\u201eDas Spannungsfeld zwischen den Ver\u00e4nderungswiderst\u00e4nden vor Ort und dem vision\u00e4ren Kompass ist gro\u00df. \u00dcbergeordnete Ziele wie die Klimaneutralit\u00e4t bis 2030, die Reduktion des innerst\u00e4dtischen Verkehrs um 50 Prozent oder der Bau eines neuen Quartiers in Holzbauweise sto\u00dfen in der Umsetzung auf die Macht des Bew\u00e4hrten.\u201c \u00a0Im Diskurs ein gemeinsames Verst\u00e4ndnis der Zukunft zu erlangen, ist ein erster Schritt. Ver\u00e4nderung braucht aber vor allem Experimentierfelder und positive Erlebnisse. Wuppertals Nordbahntrasse ist daf\u00fcr das beste Beispiel.<\/p>\n<p><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_62553\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 196px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-62553\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Foto-Overmeyer-Steffen-Roth-3-835x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"186\" height=\"228\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Prof. Klaus Overmeyer &#8211; \u00a9\u00a0Steffen Roth<\/span><\/div>\n<h4>\u00dcber Prof. Klaus Overmeyer<\/h4>\n<p>Prof. Dipl.-Ing. Klaus Overmeyer leitet das Lehr- und Forschungsgebiet Landschaftsarchitektur in der Fakult\u00e4t f\u00fcr Architektur und Bauingenieurwesen an der Bergischen Universit\u00e4t.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00fcssen wir in Zukunft \u00fcberhabt noch bauen? Diese Frage stellt Landschaftsarchitekt Klaus Overmeyer seit langem. Autor Uwe Blass hat mit ihm in der beliebten Uni-Reihe &#8222;Transfergeschichten&#8220; \u00fcber St\u00e4dte im Wandel und wie Beteiligungsprozesse Ver\u00e4nderungswiderst\u00e4nde abbauen k\u00f6nnen unterhalten.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-62544","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-20 04:42:21","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62544","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62544"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62544\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":62562,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62544\/revisions\/62562"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62544"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62544"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62544"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}