{"id":60174,"date":"2023-01-31T16:45:12","date_gmt":"2023-01-31T15:45:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=60174"},"modified":"2023-01-31T16:45:12","modified_gmt":"2023-01-31T15:45:12","slug":"uni-familienoekonom-wie-sicher-sind-unsere-renten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2023\/01\/31\/uni-familienoekonom-wie-sicher-sind-unsere-renten\/","title":{"rendered":"Uni-Familien\u00f6konom: Wie sicher sind unsere Renten?"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_60176\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-60176\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/senior-3336451_1920-2-1024x787.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"787\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Dieses Ehepaar geniesst sein Rentnerdasein &#8211; \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<p>Norbert Bl\u00fcms markanter\u00a0<span style=\"font-size: 16px;\">Satz hat sich im kollektiven Ged\u00e4chtnis der Bev\u00f6lkerung bis heute erhalten, er f\u00fchrte zu einer ersten Rentenreform, da man damals bereits die Diskrepanz zwischen der gestiegenen Lebenserwartung und einer geringeren Geburtenrate erkannte.<\/span><\/p>\n<p>Heute melden sich Wissenschaftler, Unternehmer und Politiker immer wieder zu Wort, die die Renten in naher und ferner Zukunft nicht mehr als sicher ansehen. An der Bergischen Universit\u00e4t besch\u00e4ftigt sich der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Christian Bredemeier in Zusammenhang mit dem Thema Familien\u00f6konomie zwangsl\u00e4ufig auch mit der Rentenentwicklung.<\/p>\n<p><strong>Rente mit 70, oder\u2026?<\/strong><\/p>\n<p>Die Menschen werden immer \u00e4lter, Renten m\u00fcssen daher l\u00e4nger gezahlt werden. Gesamtmetallchef Stefan Wolf forderte vor einiger Zeit, das Rentenalter schrittweise auf 70 Jahre zu erh\u00f6hen. \u201eDie Demographie stellt uns vor Herausforderungen\u201c, sagt Bredemeier, \u201edenn jetzt gehen die geburtenstarken Jahrg\u00e4nge der sp\u00e4ten 50er Jahre so nach und nach in Rente. Und das ist eine sehr gesunde Generation, die sehr fit ist, im Vergleich zur Generation unserer Gro\u00dfeltern. Es steht zu erwarten, dass vielen Menschen dieser Generation ein langes Leben verg\u00f6nnt ist. Und deshalb m\u00fcssen Anpassungen bei der Rente gemacht werden.\u201c<\/p>\n<p>Klar sei, dass sich zwei Dinge die Waage halten m\u00fcssten, erkl\u00e4rt der Wissenschaftler. \u201eEs muss immer die aktuell werkt\u00e4tige Bev\u00f6lkerung f\u00fcr die im Rentenalter lebende Bev\u00f6lkerung aufkommen. Anders geht es nicht! Insofern haben wir nur zwei Stellschrauben; n\u00e4mlich das Verh\u00e4ltnis von Arbeitenden zu Rentenbeziehern und das Verh\u00e4ltnis von Beitr\u00e4gen zu Renten.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_60179\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-60179\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Bredemeier_1-2-1024x711.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"711\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Prof. Dr. Christian Bredemeier &#8211; \u00a9 Friederike von Heyden<\/span><\/div>\n<p>Eine Option sei sicher die M\u00f6glichkeit an dem Verh\u00e4ltnis von Beitragsleistenden und Beziehern Verschiebungen vorzunehmen, und das gehe kurzfristig nur \u00fcber eine Anhebung der Altersrenten-Eintrittsgrenze. Prof. Bredemeier erkl\u00e4rt es so: \u201eSelbst, wenn wir jetzt massiv die Geburtenquote erh\u00f6hen k\u00f6nnten, dann h\u00e4tte das fr\u00fchestens in 20 Jahren einen Effekt, also mit einer Generation Verz\u00f6gerung. Das f\u00fchre dann auch dazu, dass man bis dahin die Rentnerinnen und Rentner an m\u00f6glichen Produktivit\u00e4tssteigerungen nicht mehr so partizipieren lassen k\u00f6nnte, wie man das bisher konnte. Daher ist vielleicht das Anheben der Renteneintrittsgrenze das geringere \u00dcbel.\u201c<\/p>\n<p>Einschr\u00e4nkend macht er gleichzeitig klar, dass dieses Prinzip nicht f\u00fcr alle Berufsgruppen praktikabel sei und eine Umsetzung weiterer Expertisen und Anpassungen bed\u00fcrfe.<\/p>\n<p><strong>Anhebung der Wochenstunden von 40 auf 42?<\/strong><\/p>\n<p>Neben der Anhebung der Altersgrenze f\u00fcr Ruhestandsbez\u00fcge ist auch eine Diskussion \u00fcber eine l\u00e4ngere Wochenarbeitszeit der Besch\u00e4ftigten entbrannt. Dies laufe jedoch kontr\u00e4r zu einem Trend, der sich seit ein paar Jahren mehr und mehr durchsetze. \u201eWir leben alle 2023 in einer Zeit, wo wir davon sprechen, weniger zu arbeiten. Das haben wir auch in Coronazeiten deutlich bemerkt,\u201c sagt Bredemeier.<\/p>\n<div id=\"attachment_44822\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 440px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-44822\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Logo-Transfergeschichten.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p>Daher m\u00fcsse man sich eher fragen, wie viel Relevanz ein Normarbeitsvertrag in Zukunft noch haben werde, denn mehr und mehr beobachte man, dass in individuellen Vereinbarungen flexiblere Wochenarbeitszeiten verabredet w\u00fcrden. \u201eIn der Rentenformel spielt das dann auch eine Rolle, denn, wenn ich lediglich 75 Prozent arbeite, verdiene ich nat\u00fcrlich auch nur dementsprechend.\u201c Da es bei allen Rentenanspr\u00fcchen immer auf das erwirtschaftete Einkommen und nicht auf die geleistete Stundenzahl ankomme, seien die Auswirkungen der reduzierten Stundenarbeit vor allem sp\u00e4ter f\u00fcr Geringverdiener sp\u00fcrbar.<\/p>\n<p><strong>Entlastung durch Mehrarbeit, Minijobs, Zuwanderer und ausl\u00e4ndische Fachkr\u00e4fte?<\/strong><\/p>\n<p>Was kann man also tun, um das Rentensystem zu entlasten? Welche Anreize bewegen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zur Mehrarbeit? Die Teilzeitquote ist bei Eltern, die ihre Kinder gerne selber erziehen wollen, nach wie vor hoch. Kann eine verbesserte Betreuungssituation der Kinder Anreize f\u00fcr Mehrarbeit bieten?<\/p>\n<p>\u201eBetreuungspl\u00e4tze sind ein sehr wichtiger Faktor f\u00fcr Arbeitsentscheidungen f\u00fcr Eltern, statistisch in erster Linie f\u00fcr M\u00fctter\u201c, wei\u00df Bredemeier. Jedoch h\u00e4tten sich viele, die sich f\u00fcr den Lebensentwurf Familie entschieden h\u00e4tten, auch gezielt auf Teilzeitarbeit gesetzt.<\/p>\n<p>Minijobs seien aus dem Wunsch entstanden, Geringverdiener nicht noch zus\u00e4tzlich mit Sozialbeitr\u00e4gen zu belasten. \u201eSo wollte man Arbeitspl\u00e4tze schaffen, indem man kleine Arbeitsverh\u00e4ltnisse erm\u00f6glicht. Das, was der Arbeitgeber zahlt, kommt direkt beim Arbeitnehmer an. Das war eine bewusste politische Entscheidung.\u201c Dass sich nach ein paar Jahren zeigte, dass diese Minijobs oft von Menschen ausgef\u00fchrt werden, die in Haushalten leben, wo jemand ganz gut verdient, sei die andere Seite der Medaille.<\/p>\n<h4>Im Bereich Einwanderung kompliziert<\/h4>\n<p>Im Bereich Einwanderung ist es ebenfalls komplizierter als es auf den ersten Blick erscheint. Sicher sei die Geburtenrate bei eingewanderten Familien h\u00f6her, erkl\u00e4rt Bredemeier, aber nach einer Generation verhielten sie sich \u00e4hnlich wie die bereits l\u00e4nger im Land lebenden Menschen, weil sie sich an die Bedingungen angepasst h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Ein weiteres Problem der deutschen Wirtschaft ist der Fachkr\u00e4ftemangel, den man mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Ausland abfedern wollte. Dabei sind die b\u00fcrokratischen H\u00fcrden jedoch hoch, im Ausland erworbene Qualifikationen werden hier oft nicht anerkannt. \u201eAuch da werden wir vieles neu denken m\u00fcssen\u201c, sagt Bredemeier, \u201edenn, wenn tats\u00e4chlich B\u00fcrokratie der Hemmschuh ist, weil etwa Formulare zu kompliziert und umfangreich sind und Verfahren zu lange dauern, kommen oft Ergebnisse heraus, die niemand gewollt hat.<\/p>\n<div id=\"attachment_60180\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-60180\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/old-5018013_1920-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ein zufriedenes Rentner-Paar &#8211; \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich gebe es Berufsabschl\u00fcsse, die zweifelsfrei nachgewiesen werden m\u00fcssten. Allein im Gesundheitsbereich m\u00f6chte jeder Patient von kompetenten Menschen behandelt werden. Aber es gebe auch Bereiche, wo formale Nachweise nicht so wichtig seien. \u201eEs gibt Fachbetriebe, die nach einer Probezeit erkennen k\u00f6nnen, ob die arbeitende Person f\u00fcr diesen Job qualifiziert ist und kann, was gefordert wird.\u201c<\/p>\n<p><strong>Pflichtversicherung f\u00fcr alle?<\/strong><\/p>\n<p>Eine weitere Idee, um das Rentensystem zu stabilisieren, ist z.B. die M\u00f6glichkeit, Beamte oder auch Selbst\u00e4ndige pflichtzuversichern. \u201eDas ist ein Punkt, \u00fcber den ich schon oft gesprochen habe, und ich wundere mich, warum dieser Punkt nicht st\u00e4rker in der politischen Diskussion verankert ist\u201c, fragt sich Bredemeier.<\/p>\n<p>\u201eAnders als bei der Gesundheitsversicherung ist das umverteilende Element in der Rentenversicherung relativ gering. Im Wesentlichen ist es so aufgebaut, dass es eine Versicherung ist gegen das Risiko, lange zu leben. Man stelle sich vor, man werde \u00e4lter, als die meisten anderen Menschen seiner Generation und man w\u00fcrde nur von seinen Ersparnissen leben. Wenn die dann aufgebraucht w\u00e4ren, h\u00e4tte man ein Problem. Und gegen dieses Risiko ist eigentlich unsere Rentenversicherung konzipiert, so dass man sich dieses Risiko teilt mit Menschen, die \u00e4hnliche Einkommen hatten w\u00e4hrend ihrer Arbeit.\u201c<\/p>\n<p>Will man durch die Hinzunahme neuer, gutverdienender Gruppen die gesetzlichen Renten stabilisieren, m\u00fcsste auch mehr Umverteilung ins System, damit von den hohen Beitr\u00e4gen dieser Gruppen nicht nur deren Renten finanziert w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Doch die \u00dcberf\u00fchrung in eine gesetzliche Rentenversicherung ist auch mit hohen H\u00fcrden verbunden, denn die Anspr\u00fcche von Beamten sind durch das Grundgesetz gesch\u00fctzt. Au\u00dferdem w\u00fcrden die Personalkosten f\u00fcr Angestellte bei Wiederbesetzung einer Beamtenstelle durch Renten-, Kranken-, Pflege-, und Arbeitslosenversicherung zun\u00e4chst steigen. D.h. ein Beamter im aktiven Dienst ist f\u00fcr die Dienstherren immer noch kosteng\u00fcnstiger.<\/p>\n<p><strong>Mit 30-Stunden-Woche zur Rente?<\/strong><\/p>\n<p>Viele junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wollen gar nicht mehr Fulltime arbeiten und sind mit einer 30-Stunden-Woche zufrieden. Betriebe stellen sich auch da mit neuen Arbeitsmodellen um. Aber ist diese Entwicklung f\u00fcr das Rentensystem \u00fcberhaupt tragbar?<\/p>\n<p>Dazu Bredemeier: \u201eZwei Gedanken dazu: Wenn das Modell 40\/20, also Papa arbeitet 40 Stunden, Mama arbeitet 20 Stunden sich wandeln sollte in 30\/30, dann wird ja nicht weniger gearbeitet. Zudem kommt es auf die Einkommen und nicht die Stunden an. Wir sind erstmalig im Berufsleben meiner Generation in einer Phase, wo der Arbeitsmarkt ein Arbeitnehmermarkt ist. Man muss schauen, wie viele Menschen in der Lage sind, den Wunsch nach weniger Arbeit durchzusetzen, und auf wieviel Gehalt sie daf\u00fcr werden verzichten m\u00fcssen. Das wird auf jeden Fall spannend.\u201c<\/p>\n<p><strong>Rentensysteme in Europa sind schwer zu vergleichen<\/strong><\/p>\n<p>In Deutschland werden ca. zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes in das Rentensystem gesteckt. \u00d6sterreich hingegen liegt bei 14 Prozent. Da stellt sich die Frage, warum der deutsche Staat nicht mehr Mittel da hineinpackt. Da seien die L\u00e4nder nur schwer zu vergleichen, gibt Prof. Bredemeier zu bedenken. \u201eJe weiter man in den S\u00fcden Europas kommt, desto mehr findet man die Tradition, dass das Sozialsystem insgesamt, also die Summe staatlicher Leistungen in Bereichen wie Gesundheit, Rente, Arbeitslosengeld, st\u00e4rker \u00fcber die Rentenversicherung l\u00e4uft. Da gibt es auch andere Familienmodelle, zum Beispiel mehr Dreigenerationenhaushalte. Da kommt dann oft die staatliche Leistung bei der \u00e4ltesten Generation an. Insofern ist es sehr schwer, gerade diese Statistiken zu vergleichen, da die Sozialsysteme sehr verschieden sind.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_60181\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-60181\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/retiree-7390179_1920-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ausflug in die Natur &#8211; \u00a9 \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<p><strong>Erh\u00f6hung der Rentenbeitr\u00e4ge 2025?<\/strong><\/p>\n<p>2025 soll \u00fcber eine Erh\u00f6hung des Beitragssatzes von jetzt 18,6% auf 25% diskutiert werden. Das bedeutet weniger Nettoeinnahmen f\u00fcr Besch\u00e4ftigte \u201eErst einmal bedeutet es, weniger Netto vom Brutto\u201c, sagt der Fachmann, \u201ealles h\u00e4ngt da von der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Im Moment sieht es so aus, als ob L\u00f6hne und Geh\u00e4lter sich vielleicht gut entwickeln,\u201c w\u00e4hrend es bei der Preisentwicklung nicht so gut aussieht.<\/p>\n<p>\u201eBei Stagnation wird es schwierig den Beitragssatz zu erh\u00f6hen, denn wer will schon auf 6,5 Prozent seines Bruttogehaltes verzichten? Hilfreich w\u00e4re Wirtschaftswachstum, das sich auch in den Geh\u00e4ltern spiegelt.\u201c<\/p>\n<p><strong>Rentenarmut oder bewusste Vorsorge?<\/strong><\/p>\n<p>Laut dem Bundesministerium f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend sind insgesamt 22,4 Prozent der Deutschen \u00fcber 80 Jahren von Einkommensarmut betroffen. In der Gesamtbev\u00f6lkerung liegt die Quote bei 14,8 Prozent. Sorgen m\u00fcsse man sich machen, best\u00e4tigt Bredemeier, wenn diese Quote weiter steige.<\/p>\n<p>\u201eWenn wir das Rentenalter, die Beitr\u00e4ge oder den Steuerzuschuss nicht erh\u00f6hen, dann wird es in der n\u00e4chsten Generation die Aufgabe des Staates sein, dies abzufedern. Dann muss man \u00fcber Auffangmechanismen wie z.B. eine Mindestrente und die Grundsicherung im Alter reden.\u201c<\/p>\n<p>Zwar gebe es M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Arbeitnehmer, der drohenden Rentenarmut entgegenzuwirken &#8211; die Riesterrente sei da ein Beispiel f\u00fcr staatlich unterst\u00fctzte eigenverantwortliche Sparma\u00dfnahmen &#8211; jedoch sei der gr\u00f6\u00dfte Risikofaktor nach wie vor ein zu geringes Einkommen w\u00e4hrend der Erwerbst\u00e4tigkeit.<\/p>\n<p>Berufst\u00e4tige sollten, wenn m\u00f6glich, R\u00fccklagen bilden, aber: \u201eBei R\u00fccklagen sollte man immer aufpassen, weil es auch Finanzprodukte gibt, die viel versprechen, aber nicht zur eigenen Lebenssituation passen.\u201c Wohneigentum k\u00f6nne auch im Alter die Kosten senken, erfordere aber zu Beginn hohe Investitionen und bringt auch einige Risiken mit sich.<\/p>\n<p>\u201eWir leben in Lebenszyklen und die Lebensentw\u00fcrfe sind oft unterschiedlich\u201c, sagt Dr. Christian Bredemeier abschlie\u00dfend. \u201eDie meisten Menschen gehen zwischen 30 und 40 erst einmal richtig in die Schulden: Familiengr\u00fcndung, Eigentum, gr\u00f6\u00dferes Auto.<\/p>\n<p>Und man will ja auch den Auszubildenden oder Studierenden, die sowieso nicht viel haben, nicht sagen, jetzt spart erst einmal. Das sind Ratschl\u00e4ge, die am Leben vorbeigehen. Man muss sich aber klarmachen, dass eine Phase im sp\u00e4teren Leben kommt, in der unsere Ausgaben h\u00f6her sind als unsere Einnahmen. Und diese L\u00fccke muss man schlie\u00dfen. Dabei ist auch die Gesellschaft gefordert.<\/p>\n<p><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_60182\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 197px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-60182\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Bredemeier_1-3-736x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"187\" height=\"260\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Prof. Dr. Christian Bredemeier &#8211; \u00a9 Friederike von Heyden<\/span><\/div>\n<h4>\u00dcber Prof. Dr. Christian Bredemeier<\/h4>\n<p>Prof. Dr. Christian Bredemeier leitet seit 2019 den Lehrstuhl f\u00fcr Applied Economics an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Wirtschaftswissenschaft der Bergischen Universit\u00e4t Wuppertal, der Schumpeter School of Business and Economics.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie Rente ist sicher\u201c, sagte Norbert Bl\u00fcm, ehemaliger Bundesminister f\u00fcr Arbeit und Sozialordnung, erstmals w\u00e4hrend des Wahlkampfes 1986. Doch wie sicher ist die Rente wirklich? Autor Uwe Blass hat in der beliebten Uni-Reihe &#8222;Transfergeschichten&#8220;, 35 Jahre nach Norbert Bl\u00fcm Versprochen, mit Familien\u00f6konom Prof. Dr. Christian Bredemeier \u00fcber dieses brisante Thema gesprochen. <\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-60174","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-11 01:38:26","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60174","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=60174"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60174\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":60185,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60174\/revisions\/60185"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=60174"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=60174"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=60174"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}