{"id":60065,"date":"2023-01-26T11:32:42","date_gmt":"2023-01-26T10:32:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=60065"},"modified":"2023-01-26T11:32:42","modified_gmt":"2023-01-26T10:32:42","slug":"latife-atatuerk-und-die-politische-gleichstellung-der-frau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2023\/01\/26\/latife-atatuerk-und-die-politische-gleichstellung-der-frau\/","title":{"rendered":"Latife Atat\u00fcrk und die politische Gleichstellung der Frau"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_51302\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-51302\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Mangold_Will1-2-1024x689.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"689\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die Wissenschaftlerin Dr. Sabine Mangold-Will &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p>Autor Uwe Blass hat sich n der beliebten Uni-Reihe &#8222;Jahr100Wissen-Interviews&#8220; mit\u00a0Apl. Prof. Dr. Sabine Mangold-Will von Bergischen Universit\u00e4t \u00fcber Latife U\u015f\u015faki, Ehefrau des t\u00fcrkischen Staatsgr\u00fcnders Mustafa Kemal Atat\u00fcrk, \u00fcber deren Einfluss unterhalten.<\/p>\n<p><strong>Wer war diese au\u00dfergew\u00f6hnliche Frau?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Sabine Mangold-Will: &#8222;Latife war zweifellos eine beeindruckende Pers\u00f6nlichkeit, ob sie wirklich eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Frau war\u2026? Latife war die Tochter eines sehr wohlhabenden, erfolgreichen und gut vernetzten Kaufmannes namens Muammar Usakizade. Als Izmir, ihre Heimatstadt, im Mai 1919 von griechischen Truppen besetzt worden war, hatte ihr Vater mit der Familie die Stadt verlassen und war nach Frankreich \u00fcbergesiedelt. In Paris vertiefte Latife ihre Franz\u00f6sisch- und weitere Sprachkenntnisse und nahm ein Studium der Rechtswissenschaften auf. Der Reichtum ihres Vaters erm\u00f6glichte ihr also eine exzellente \u2013 f\u00fcr eine Frau ihrer sozialen Herkunft seltene, aber nicht einzigartige \u2013 internationale Ausbildung. Wirklich au\u00dfergew\u00f6hnlich w\u00e4re es gewesen, wenn sie ihr Studium beendet h\u00e4tte, doch stattdessen kehrte sie nach dem Sieg der t\u00fcrkischen Nationalbewegung bei Sakarya (Herbst 1921) nach Izmir zur\u00fcck.<\/p>\n<div id=\"attachment_53830\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 440px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-53830\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Logo-Jahr100Wissen.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p>Dort begegnete sie im September 1922, beim Einmarsch der t\u00fcrkischen Truppen, dem f\u00fchrenden General Mustafa Kemal, der in Izmir nach einer standesgem\u00e4\u00dfen Unterkunft suchte. Das pr\u00e4chtige Haus der Usakizade-Familie kam daf\u00fcr in Frage, und Latife bem\u00fchte sich, den wichtigsten Mann der siegreichen t\u00fcrkischen Nationalbewegung zum Bleiben zu bewegen. Die Quellen sprechen davon, ihre offene, westlich gepr\u00e4gte Art habe Kemal angezogen; begeistert soll er schlie\u00dflich von ihrem Organisationstalent gewesen sein. Doch was Latife tat, war das, was Frauen in allen traditionellen Gesellschaften tun: Sie stellte sich in den Dienst <i>seiner<\/i> Sache, um den Mann dahinter f\u00fcr sich als <i>Ehemann<\/i> zu gewinnen. Einen Mann allerdings, der eine Ehe gerade mit ihr nur in Erw\u00e4gung zog, weil sie ihm geeignet schien, sein politisches und soziales Modernisierungsprogramm zu verk\u00f6rpern. Und darin lag vielleicht der Erfolg wie das Scheitern dieser Ehe begr\u00fcndet.&#8220;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong>Erstmalig nach dem Ende des Osmanischen Reiches erlebte das Land eine Frau, die unverschleiert im Februar 1923 die Loge des Diplomatischen Korps des t\u00fcrkischen Parlaments in Ankara betrat, um die Rede ihres Mannes, die sie gemeinsam mit ihm geschrieben hatte, anzuh\u00f6ren. Das war ein historischer Auftritt, oder?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Sabine Mangold-Will: &#8222;Ja und nein. Zun\u00e4chst einmal zu der Formulierung \u201eunverschleiert\u201c. Wenn damit gemeint ist, dass Latife ihr Gesicht nicht bedeckte, dann stimmt das. Wenn damit gemeint ist, dass Latife ihr Haar in der \u00d6ffentlichkeit zeigte, dann stimmt das nicht. Auch Latife trat in der \u00d6ffentlichkeit immer mit einem Kopftuch auf; manchmal schauten Haare heraus, aber sie war \u00f6ffentlich nie ohne Kopftuch zu sehen. Fotos, die sie ohne Kopftuch zeigen, sind im famili\u00e4ren Privatraum entstanden und zirkulierten urspr\u00fcnglich nur dort. Erst nach ihrer Ehe im fortgeschrittenen Alter ist sie auch in der \u00d6ffentlichkeit ohne Kopftuch zu sehen gewesen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Um auf die angesprochene Szene zur\u00fcckzukommen, ihr Auftritt in der Diplomatenloge des Parlaments zu Ankara: Es war einfach schon ungew\u00f6hnlich, dass \u00fcberhaupt eine Frau in diesem \u00f6ffentlichen, politischen Raum auftauchte. Das war die Sensation. Das war die Revolution.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_60083\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 330px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-60083 \" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/512et2-B5ZL._SX314_BO1204203200_.jpeg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"505\" \/><span class=\"wp-caption-text\">&#8222;Mrs. Atat\u00fcrk Latife Hanim: Ein Portrait&#8220; &#8211; Ipek Calistar (Autor) &#8211; Constanze Letsch (\u00dcbersetzung) &#8211; btb-Verlag &#8211; 288 Seiten &#8211; ISBN-10: 3442740622 &#8211; ISBN-13: 978-3442740628<\/span><\/div>\n<p><strong>Einer der Abgeordneten sagte gar zu ihr: \u201eIn Ihrer Person hat die t\u00fcrkische Frau heute eine Revolution erlebt!\u201c Wie \u00e4u\u00dferte sich das im Weiteren?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Sabine Mangold-Will: &#8222;Wie gesagt, bei diesem Auftritt ging es um die symbolische politische Gleichstellung der Frau. De facto brauchte es noch ein paar Jahre, bis die t\u00fcrkischen Frauen auch einen Rechtsanspruch auf diese Emanzipation hatten. 1925 wurde zun\u00e4chst im Rahmen des \u201eHutgesetzes\u201c die Verschleierung von Staatsbediensteten in der \u00d6ffentlichkeit verboten. Das hei\u00dft, dass Frauen, die z. B. in der \u00f6ffentlichen Verwaltung arbeiten wollten, mussten auf den Schleier verzichten; das Kopftuch war nicht mehr obligatorisch, aber auch nicht verboten. Das war also der Latife-Moment f\u00fcr alle Frauen im Dienste des T\u00fcrkischen Staates.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Obwohl Mustafa Kemal, wie sein Biographen Andrew Mango mal s\u00fcffisant schrieb, privat eher f\u00fcr den Harem war, schaffte die T\u00fcrkische Republik 1926 im Rahmen der Einf\u00fchrung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches zudem die Polygamie ab. Erst 1934 erhielten die t\u00fcrkischen Frauen dann auch das aktive und passive Wahlrecht auf nationaler Ebene, also die angesprochene politische Gleichstellung.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Latife stammte aus einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie aus Izmir und galt \u2013 Sie haben es geschildert \u2013 als hochgebildet und willensstark. Auch ihre \u00e4u\u00dfere Erscheinung galt als ungew\u00f6hnlich. Aber hatte sie auch politischen Einfluss?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Dr. Sabine Mangold-Will: &#8222;Nun ja, das kommt darauf an, was man unter politischem Einfluss versteht. Latife hatte keinen Beruf; sie hatte nie ein politisches Amt inne, obwohl es Versuche gab, sie zur Abgeordneten im T\u00fcrkischen Parlament zu machen. Als 1935 erstmals 18 Frauen im T\u00fcrkischen Parlament sa\u00dfen, war allerdings Latife nicht dabei.<\/p>\n<p>Ihre Biographin Ipek Calislar schreibt ihr einen indirekten politischen Einfluss zum einen durch Beeinflussung ihres Mannes Mustafa Kemal, zum anderen durch ihre mediale \u00f6ffentliche Vorbildfunktion zu. Sie f\u00fchrt als Belege z. B. Latifes Mitarbeit an einer Rede an, die Kemal hielt, oder verweist auf zeitgen\u00f6ssische Zeitungsartikel, die ihr Auftreten kommentieren. Ich tue mich schwer, von \u201epolitischem Einfluss\u201c zu sprechen. Es l\u00e4sst sich immerhin nicht leugnen, dass die Frau des Republikgr\u00fcnders sich eingeschrieben hat in die kollektive t\u00fcrkische Erinnerung.<\/p>\n<p>Gerade die Versuche, Latife als streitbar, unbeherrscht und \u201ezickig\u201c zu diffamieren, verweisen ja darauf, wie pr\u00e4sent und wie herausfordernd sie f\u00fcr die Zeitgenossen war. Das kann man auch verstehen, wenn man je ein Bild von ihr in Reitstiefeln, Hosen und Mantel mit einem bunten Schal auf dem Kopf gesehen hat. Aber man darf nicht vergessen, dass das situationsgebundene, extreme politische Inszenierungen waren und nicht die allt\u00e4gliche Realit\u00e4t.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_60084\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 330px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-60084 \" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/811hHEDfKJL-620x1024.jpeg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"529\" \/><span class=\"wp-caption-text\">&#8222;Kemal Atat\u00fcrk &#8211; mit Selbsterzeugnissen und Bilddokumenten&#8220; &#8211; Bernd Rill &#8211; Rowohlt-Verlag &#8211; 160 Seiten &#8211; ISBN-10: 3499503467 &#8211; ISBN-13: 978-3499503467<\/span><\/div>\n<p><strong>Latife rettete ihrem Mann einmal sogar das Leben. F\u00fcr diese Berichterstattung in der Biographie musste die Journalistin vor Gericht verantworten. Worum ging es dabei?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Sabine Mangold-Will: &#8222;Ipek Calislar erz\u00e4hlt in ihrer Biographie eine (ihr zugetragene\/durchaus bekannte) Geschichte, wonach Mustafa Kemal 1923 bei einem \u00dcberfall auf sein Haus in Ankara auf Anraten Latifes, das Haus in ihrem Ganzk\u00f6rperschleier verlassen haben soll, um sich vor einer m\u00f6glichen Ermordung zu retten und Hilfe zu holen. 2009, als die Biographie in der T\u00fcrkei erschien, wurde die Autorin daf\u00fcr nach Paragraf 301 des t\u00fcrkischen Strafgesetzbuches wegen \u201eBeleidigung des T\u00fcrkentums\u201c angeklagt.<\/p>\n<p>Dieses Gesetz war 2005 nach dem Sieg der AKP bei den Parlamentswahlen von 2002 eingef\u00fchrt worden. Bis 2008 mussten sich bereits rund 60 t\u00fcrkische Schriftsteller, Journalisten und Menschenrechtler aufgrund dieses Paragraphen vor Gericht verantworten. Viele wurden verurteilt. Ipek Calislar allerdings wurde in ihrem Prozess freigesprochen. Doch allein, dass die t\u00fcrkische Staatsanwaltschaft wegen dieser Lappalie Anklage erhoben hat, verweist auf das politische Klima in der T\u00fcrkei in den fr\u00fchen Zweitausenderjahren.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Nach zwei Jahren Ehe trennte sich Mustafa Kemal, der mittlerweile Pr\u00e4sident der T\u00fcrkischen Republik geworden war, nach altem Scheidungsrecht von seiner Frau. Latife zog sich danach aus der \u00d6ffentlichkeit zur\u00fcck. Hat sie das Frauenbild in der T\u00fcrkei ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Sabine Mangold-Will: &#8222;Die Scheidung wurde Anfang August 1925 wirksam. Kemal sprach sie einseitig aus, und Latife blieb nichts \u00fcbrig, als sie zu akzeptieren. Erst rund acht Monate sp\u00e4ter wurde das Schweizer Zivilgesetzbuch mit wenigen \u00c4nderungen als Zivilgesetzbuch in der T\u00fcrkei eingef\u00fchrt und damit eine solche \u201eVersto\u00dfung\u201c rechtlich unm\u00f6glich. Latifes Biographin Calislar geht davon aus, dass die \u201eJuristin\u201c Latife w\u00e4hrend ihrer Ehe auf die Einf\u00fchrung dieses Rechts hingewirkt habe. Zweifellos hat Latife sich f\u00fcr mehr Frauenrechte ausgesprochen. Aber es ist unrealistisch zu glauben, die Einf\u00fchrung des Schweizer Zivilrechts sei eine einsame Entscheidung Kemals, der dabei an seine Exfrau gedacht hatte.<\/p>\n<p>Da Latife sich zuerst nach Europa und schlie\u00dflich aus der \u00d6ffentlichkeit zur\u00fcckzog, sehe ich nicht, dass sie wirklich das Frauenbild in der T\u00fcrkei ver\u00e4ndert hat. Dazu war ihr Auftreten zu kurz und zu exzeptionell. Ich w\u00fcrde res\u00fcmierend vielmehr sagen: Latife war signifikant daf\u00fcr, dass sich die Frauen in der T\u00fcrkei w\u00e4hrend der langen Kriegsphase 1914-1923 ver\u00e4ndert hatten, und die M\u00e4nner, die nach 1918 in der T\u00fcrkei die politische Elite bildeten, diesen Wandel weder ignorieren konnten, noch wollten.<\/p>\n<p>Soll hei\u00dfen: Latife war eine der neuen t\u00fcrkischen Frauen, die den Wandel lebten und zugleich mehr Wandel einforderten, und sie hat zweifellos auch Frauen in der T\u00fcrkei inspiriert; aber sie war keineswegs allein. Es w\u00e4re genauso wichtig oder vielleicht sogar wichtiger an die modernen M\u00e4nner und zudem die vielen Frauen vor, neben und nach ihr zu erinnern wie z. B. Halide Edib Adivar, Nezihe Muhiddin oder Sabiha G\u00f6k\u00e7en, Mustafa Kemals sp\u00e4tere Adoptivtochter, die als Kampfpilotin ebenso an der brutalen Bek\u00e4mpfung der Kurden beteiligt war, wie sie in der \u00d6ffentlichkeit die neue t\u00fcrkische Frau verk\u00f6rperte.<\/p>\n<p><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_60079\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 206px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-60079 \" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Mangold_Will1-2-1024x689-2.jpeg\" alt=\"\" width=\"196\" height=\"247\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Dr. Sabine Mangold-Will \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<h4>\u00dcber Dr. Sabine Mangold-Will<\/h4>\n<p>Dr. Sabine Mangold-Will studierte Geschichtswissenschaft, Politikwissenschaft und Islamwissenschaft an der Universit\u00e4t des Saarlandes. Sie ist apl. Professorin f\u00fcr Neuere und Neuste Geschichte an der Bergischen Universit\u00e4t in Wuppertal.<\/p>\n<h4>\u00dcber Mustafa Kemal (Atat\u00fcrk) &amp;\u00a0Latife U\u015f\u015faki<\/h4>\n<p>Der genaue Geburtstag vom Mustafa Kemal, dem Begr\u00fcnder der modernen Republik T\u00fcrkei, \u00a0ist nicht bekannt. Er selbst legte ihn sp\u00e4ter auf den 19.05.1881 fest. Geboren wurde er in Selanik, dem heutigen Thessaloniki (Griechenland). Von seinen f\u00fcnf Geschwistern erlebte nur eine Schwester das Erwachsenenalter.<\/p>\n<p>Sein Vater starb, als Mustafa gerade einmal 7 Jahre alt war. Der Junge konnte on der Folge nur mit gro\u00dfen Unterbrechungen eine Schule besuchen. Schlie\u00dflich schl0ss er aber eine milit\u00e4rische Mittelschule als Viertbester seines Jahrgangs ab.<\/p>\n<p>Mustafa Kemal war von 1923 &#8211; 1938 erster Pr\u00e4sident der nach dem 1. Weltkrieg aus dem Osmanischen Reich hervorgegangenen modernen Republik T\u00fcrkei.<\/p>\n<p>Am 29.01.1923 heiratete er Latife Ussaki (geboren am 17.06.1899 in Izmir). Sie stammte aus einer wohlhabenden Familie, ging u.a. in London zur Schule und studierte an der juristischen Fakult\u00e4t in Paris. Latife nahm am politischen Leben ihres Mannes teil, formuliere zum Teil seine Reden mit. Au\u00dferdem setzte sie sich f\u00fcr das Frauenwahlrecht und ein modernes Scheidungsrecht ein.<\/p>\n<p>Ironie des Schicksals: Am 05.08.1925 liess sich Mustafa Kemal von ihr scheiden &#8211; und zwar noch nach altem islamischen Recht.<\/p>\n<p>Mustafa Kemal &#8222;Atat\u00fcrk&#8220; erlag am 10.11.1938 in Istanbul einer Leberzirrhose. Seine 18 Jahre j\u00fcngere Ex-Ehefrau Latife, die sich nach der Scheidung v\u00f6llig aus der \u00d6ffentlichkeit zur\u00fcckgezogen hatte, starb am 12.07.1975 ebenfalls in Istanbul.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 29. 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Die Ehe hielt zwei Jahre und danach verschwand die Frau des Pr\u00e4sidenten wieder g\u00e4nzlich aus der \u00d6ffentlichkeit. 2009 schrieb die t\u00fcrkische Journalistin Ipek Calislar eine bemerkenswerte Biographie \u00fcber sie. <\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-60065","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-22 04:27:41","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60065","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=60065"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60065\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":60088,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60065\/revisions\/60088"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=60065"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=60065"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=60065"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}