{"id":59932,"date":"2023-01-20T17:17:52","date_gmt":"2023-01-20T16:17:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=59932"},"modified":"2023-01-20T17:19:10","modified_gmt":"2023-01-20T16:19:10","slug":"was-hat-lorcas-bluthochzeit-mit-game-of-thrones-zu-tun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2023\/01\/20\/was-hat-lorcas-bluthochzeit-mit-game-of-thrones-zu-tun\/","title":{"rendered":"Was hat Lorcas Bluthochzeit mit Game of Thrones zu tun?"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_56840\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-56840\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Chihaia1-2-1024x731.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"731\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Prof. Dr. Marei Chihaia &#8211; \u00a9 Sebastian Jarych<\/span><\/div>\n<p>In dem Interview befahren Sie auch, was die Fantasy-Serie \u201eGame of Thrones\u201c mit dem Drama &#8222;Bluthochzeit&#8220; und dessen Autor\u00a0Federico Garc\u00eda Lorcas zu tun hat: \u00a0\u201eWenn die Pracht des Zeremoniells in die entfesselte Grausamkeit f\u00fchrt\u201c.<\/p>\n<p><strong>Am kommenden Samstag hat Federico Garc\u00eda Lorcas Drama \u201eBluthochzeit\u201c im Theater am Engelsgarten Premiere. Worum geht es in diesem St\u00fcck?<\/strong><\/p>\n<p>Matei Chihaia: &#8222;Auf dem Land, in Andalusien, wird eine Hochzeit vorbereitet. Der Br\u00e4utigam hat sich in drei Jahren m\u00fchsamer Arbeit einen Weinberg errungen und kann dank dieser Mitgift die junge Frau heiraten, die er liebt. Aber ein Schatten liegt auf ihrer Verlobung: Die Frau war fr\u00fcher mit einem anderen liiert. Und dieser, Leonardo, geh\u00f6rte ausgerechnet zu der Familie der F\u00e9lix, die den Vater und Bruder des Br\u00e4utigams ermordet haben. Der ehemalige Geliebte hat geheiratet und ist sogar Vater, die M\u00f6rder sind gerichtet und sitzen im Zuchthaus ihre Strafe ab. Nun die Frage, die typisch f\u00fcr die Trag\u00f6die ist: Gen\u00fcgen diese Institutionen, also die Ehe und das Strafrecht, um die vergiftete Situation zu reinigen?<\/p>\n<div id=\"attachment_44822\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 440px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-44822\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Logo-Transfergeschichten.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p>Im zweiten Akt kompliziert sich die Handlung noch etwas. Denn die ehemaligen Geliebten haben noch Gef\u00fchle f\u00fcreinander. Wie blass das klingt, wenn ich es so sage: \u201ehaben Gef\u00fchle f\u00fcreinander\u201c\u2026 Lorcas Sprache hingegen ist so unglaublich reich in der Darstellung der Liebe und des Hasses, und das nicht nur bei den Hauptfiguren. Eine der Gestalten dieses Dramas, die ich am liebsten mag, ist die Frau von Leonardo, die ihrem Neugeborenen ein langes Wiegenlied singt und in dessen Verse alle Ahnungen und Sorgen legt, die ihre Seele bewegen. An diesen Stellen ist das St\u00fcck reines Musiktheater, inspiriert von Lorcas Begeisterung f\u00fcr den Flamenco und die andalusische Folklore. Im dritten Akt flie\u00dft Blut. Mehr verrate ich nicht.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Das Drama geh\u00f6rt neben den Werken <em>Yerma<\/em> und <em>Bernarda-Albas-Haus<\/em> zur sogenannten Bauerntrilogie und hat einen realen Hintergrund, der den Autor inspirierte. Was war geschehen?<\/strong><\/p>\n<p>Matei Chihaia: &#8222;Ja, es hat wohl eine \u00e4hnlich tragisch ausgehende Entf\u00fchrung der Braut gegeben, die den Autor auf das Thema gebracht hat. Aber er vermeidet in dem St\u00fcck die Bez\u00fcge zur Aktualit\u00e4t und zum Genre der Pressenachricht: die Figuren haben keine Namen, nur so allgemeine Bezeichnungen wie \u201eBr\u00e4utigam\u201c, \u201eBraut\u201c, \u201eMutter\u201c usw., als w\u00e4re jede Position nur einmal besetzt. Die Holzf\u00e4ller, von denen es zwei gibt, werden durchnummeriert. Nur Leonardo, der Entf\u00fchrer, erh\u00e4lt einen Vor- und einen Familiennamen. Weshalb das so ist? Ich habe eine Vermutung: dieser arme Mann, der wider jede Vernunft begehrt und begehrt wird, ist der eigentliche Held dieser Geschichte.<\/p>\n<p>Nur mit einem Namen kann er ein solcher Mythos werden wie Don Quijote, Don Juan oder Hamlet\u2026 Es ist \u00fcbrigens aufregend, wie viel die abstrakte Namengebung \u00fcber diese Welt verr\u00e4t: Die Familienclans passen ineinander wie Puzzlest\u00fccke, weil sie durch Blutfehden und Elend zu Fragmenten reduziert sind \u2013 in der einen fehlt der Vater, in der anderen die Mutter, in der dritten die Bedienstete usw. Diese Fragmente k\u00f6nnten alle zusammen ein harmonisches Ganzes bilden, eine \u201eMosaikfamilie\u201c, wie man heute sagt, aber nein: stattdessen reiben sie sich an ihren scharfen Kanten auf.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_59939\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-59939\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/22_04_21_Visuals_Typo_angepasst_2000x1200px-1024x614.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"614\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das Plakat zum St\u00fcck &#8222;Bluthochzeit&#8220; &#8211; \u00a9 Wuppertaler B\u00fchnen<\/span><\/div>\n<p><strong>Sie haben einen Beitrag zum Programm der Wuppertaler Inszenierung verfasst. Wie kamen Sie dazu und was war Ihnen dabei wichtig?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Matei Chihaia:<\/strong>\u00a0&#8222;Wir arbeiten schon seit langem mit der Dramaturgie und Theaterp\u00e4dagogik der Wuppertaler B\u00fchnen zusammen, das ist eine gro\u00dfe Bereicherung f\u00fcr die Literaturwissenschaft. Ich habe das in der Corona-Zeit wirklich vermisst, in der alles auf einmal so k\u00f6rperlos wurde: Texte, digital gelesen, f\u00fcr Menschen, die nur von der Brust aufw\u00e4rts existieren&#8230; mein Ideal ist das nicht. Der Regisseur Peter Wallgram hatte mir schon fr\u00fcher von seiner Begeisterung f\u00fcr Lorca erz\u00e4hlt, und als er berichtete, dass er das St\u00fcck jetzt inszeniert hat, habe ich der Dramaturgin Barbara Noth vorgeschlagen, einen kurzen Text f\u00fcrs Programmheft zu schreiben.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Garc\u00eda Lorcas Drama war in Spanien w\u00e4hrend der Franco-Diktatur verboten. Warum?<\/strong><\/p>\n<p>Matei Chihaia: &#8222;Ja, das sind so die Absurdit\u00e4ten der Zensur unter Franco. Man stellt sich vor, dass vor allem politische Werke verboten waren, aber die Adleraugen der Zensoren waren vor allem auf moralisch Anst\u00f6\u00dfiges gerichtet, und insbesondere auf den Ehebruch. Das ging so weit, dass in manchen ausl\u00e4ndischen Filmen bei der Synchronisierung au\u00dfereheliche Beziehungen in der spanischen Version einfach \u201eweggeschrieben\u201c wurden. Die Figuren erz\u00e4hlten dann etwas ganz Anderes. Unter diesen Bedingungen kam es nicht in Frage, die St\u00fccke von Lorca aufzuf\u00fchren. Na ja, <em>Bodas de sangre<\/em> ist nicht gerade eine Lobeshymne auf das Sakrament der Ehe; eher das Gegenteil.<\/p>\n<p>Mich interessiert der Literaturbegriff, auf dem diese Art von Zensur ruht: Die Vorstellung, dass die Menschen die Handlungen, die sie auf der B\u00fchne sehen, selbst vollziehen wollen. Dass sie die Figuren eines St\u00fccks zum Vorbild nehmen, und dass diese Figuren bestimmte Rollenmodelle vermitteln\u2026 Sie sehen, dass hier ein Spektrum von Positionen liegt, das von den Kirchenv\u00e4tern \u00fcber die Zensur in Franco-Spanien bis zu heutigen kritischen Diskursen f\u00fchrt. Leonardo, der Held des St\u00fccks, ist eine Darstellung toxischer M\u00e4nnlichkeit, ein mittelloser Don Juan. Kann man also sagen, dass das St\u00fcck den Brautraub normalisiert? Nein, genau genommen wird mehr problematisiert als normalisiert, insbesondere durch die Repliken der Braut selbst, die im Mittelpunkt der tragischen Explosion steht und diese bewusst und bis zum Ende durchsteht. Es prallen zwei Kraftfelder zusammen, denen der Dichter ihre volle Ladung gegeben hat: auf der einen Seite das Dorf, die Ehe, die Religion \u2013 auf der anderen Seite die Naturgewalten, die Leidenschaften, die Zweifel.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_59940\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 362px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-59940 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/3142obZCekL.jpeg\" alt=\"\" width=\"352\" height=\"599\" \/><span class=\"wp-caption-text\">&#8222;Bluthochzeit&#8220; von Federico Garcia Lorca . Suhrkamp-Verlag &#8211; \u00dcbersetzer: Rudolf Wittkopf &#8211; ISBN-10: 3518410202 &#8211; ISBN-13: 978-3518410202<\/span><\/div>\n<p><strong>Garc\u00eda Lorca arbeitet mit Symbolen: Blut, Hochzeit, das Messer, das Pferd und der Mond sind einige davon. K\u00f6nnen Symbole Verbote umgehen, wenn Worte nicht erlaubt sind?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Chihaia:<\/strong>\u00a0&#8222;Die Stimme des Bluts ist ein ganz klassisches Trag\u00f6dienthema, wobei damit traditionell die Vorstellung einer nat\u00fcrlichen Identit\u00e4t verbunden ist, die durch alle gesellschaftlichen Rollen hindurch die wahre Pers\u00f6nlichkeit eines Menschen erkennbar macht. Bei Lorca spannt sich ein dramatischer Spannungsbogen aus der Symbolwelt in die soziale Realit\u00e4t. So ist das Blut ein tragisches Omen im Dialog der beiden Holzf\u00e4ller und der Bettlerin\u2026 und nat\u00fcrlich auch die Substanz der Blutfehde. Das Pferd steht im Mittelpunkt des Wiegenlieds, aber es ist auch das Mittel, mit dem Leonardo sich an die Braut ann\u00e4hern kann, die vier Stunden vom Dorf entfernt wohnt. Und das Bild der beiden, die fest umschlungen auf dem Pferd davonreiten, pr\u00e4gt sich dauerhaft ein.<\/p>\n<p>Das Messer dient nicht nur dazu, um Trauben zum Fr\u00fchst\u00fcck abzuschneiden, sondern auch, um andere M\u00e4nner zu erstechen. Die Mutter klagt es als Symbol der toxischen M\u00e4nnlichkeit an, von der schon die Rede war. Am meisten wird in diesem St\u00fcck der Mond kommentiert. Der Mond ist eine der Figuren, nimmt die Gestalt eines jungen Holzf\u00e4llers an, und spricht einige der sch\u00f6nsten Verse. Wir wissen durch die Bettlerin, Verk\u00f6rperung des tragischen Schicksals wie die Hexen von<em> Macbeth<\/em>, dass sein Licht f\u00fcr den schlimmen Ausgang verantwortlich ist. Dieser junge Mann, \u201ela luna\u201c, weil der Mond im Spanischen weiblich ist, steht so offensichtlich zwischen den Geschlechtern, zwischen der Sph\u00e4re der Menschen und der Naturm\u00e4chte, dass er vielleicht die gr\u00f6\u00dfte Provokation des St\u00fccks bildet.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Das Thema Bluthochzeit begegnet uns historisch bereits in verschiedenen Varianten wesentlich fr\u00fcher. 1572 z.B. fand die Pariser Bluthochzeit statt, besser bekannt als die Bartholom\u00e4usnacht der Hugenottenkriege, die auch Alexandre Dumas in seinem Roman \u201eLa Reine Margot\u201c 1845 beschreibt. Dieser konfessionelle Kampf endete blutig durch die Macht des St\u00e4rkeren. Ist das ein nie endendes Menschheitsthema?<\/strong><\/p>\n<p>Matei Chihaia: &#8222;Ja, es gibt in der antiken Mythologie auch \u00e4hnliche Stoffe, und nat\u00fcrlich ist auch der Brautraub ein kulturelles Ph\u00e4nomen, das dem St\u00fcck eine gewisse Zeitlosigkeit verleiht. Im Programmheft spreche ich von der Verkn\u00fcpfung bestimmter Themen mit literarischen Gattungen: Der Titel \u201eBluthochzeit\u201c bringt zwei Elemente zusammen, die in der klassischen Tradition des Theaters streng voneinander getrennt sind. Die Hochzeit ist der Ausgang jeder Kom\u00f6die, wie etwa <em>Le nozze di Figaro<\/em>. Am Ende m\u00fcssen alle unter die Haube kommen. Das Blut hingegen charakterisiert die Trag\u00f6die. Am Ende wird gestorben. Der Titel von Lorca bringt also auf eine kurze Formel zusammen, was die Erwartung des konservativen Publikums durchbricht: dass eine Handlung, die auf eine Ehe zustrebt, mit dem Tod endet. Es ist die Struktur der Tragikom\u00f6die, die in Spanien noch vertrauter ist als in Frankreich oder Deutschland. <em>El burlador de Sevilla<\/em>, die komisch-tragische Geschichte Don Juans, ist eines der Vorbilder von Lorca: dort gibt es zum einen die Hochzeit auf dem Lande, und zum anderen eine makabre Hochzeitseinladung, die den Helden geradewegs in die H\u00f6lle f\u00fchrt.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_56358\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-56358\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Alexander_Peiler__c__David_Laubmeier-2-1024x866.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"866\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Alexander Peiler spielt den &#8222;Leonardo&#8220; in Lorcas &#8222;Bluthochzeit&#8220; &#8211; \u00a9 David Laubmeier<\/span><\/div>\n<p><strong>Fantasy-Fans lieben die Serie \u201eGame of Thrones\u201c, und auch hier kommt es in zwei Folgen der dritten Staffel zur sogenannten Roten Hochzeit. Dieses Fantasymassaker ist keineswegs ein Hirngespinst eifriger Drehbuchautoren. Das reale Ereignis ist allerdings unter dem Titel \u201eSchwarzes Dinner\u201c in der schottischen Geschichte bekannt. Sowohl in den historischen Ereignissen, als auch in den fiktiven Schilderungen geht es immer um rigide Traditionen, Ungerechtigkeiten, Macht und Selbstjustiz. Ist das der Stoff, aus dem Erfolgsgeschichten entstehen?<\/strong><\/p>\n<p>Matei Chihaia: &#8222;Ja, der Titel der Episode, \u201eDie rote Hochzeit\u201c, ist eine ganz \u00e4hnliche Kurzformel f\u00fcr die Tragikom\u00f6die wie <em>Bluthochzeit<\/em>. Also der Erfolg dieser Art von Stoff hat nicht die gleichen Gr\u00fcnde wie der von Trag\u00f6dien und Kom\u00f6dien: Verrat ist eine schlechte Grundlage f\u00fcr literarische Empathie, weil wir weder zu den B\u00f6sen halten wollen, noch das blinde Vertrauen der Verratenen akzeptieren k\u00f6nnen. Daf\u00fcr genie\u00dfen wir zun\u00e4chst die Pracht des Zeremoniells, und dann die entfesselte Grausamkeit, und nat\u00fcrlich auch den Abgrund, der zwischen Ordnung und Zerst\u00f6rung liegt. <em>Game of Thrones<\/em> wendet den gleichen Trick noch mindestens ein weiteres Mal an, n\u00e4mlich als Loras und Cersei in der Gro\u00dfen Septe gerichtet werden sollen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Garc\u00eda Lorcas \u201eBluthochzeit\u201c hat immer neue Generationen von Regisseuren und Regisseurinnen herausgefordert. Warum ist das so?<\/strong><\/p>\n<p>Matei Chihaia:\u00a0&#8222;Es ist eines der gro\u00dfen St\u00fccke des Welttheaters, hat eine spannende Handlung und eine unglaublich sch\u00f6ne Sprache, und es behandelt ganz zeitlose Themen wie Liebe und Ehe auf eine ganz originelle Art und Weise. Im Sommersemester veranstaltet eine Gastdozentin, Frau Dr. Luquin Calvo, \u00fcbrigens eine Kino-Reihe zu Filmemacherinnen aus Spanien \u2013 im Rahmen des spanischen Medienzentrums unserer Universit\u00e4tsbibliothek \u2013, und in diesem Rahmen zeigen wir auch <em>Die Braut<\/em> (2015) von Paula Ortiz, ein Hochzeitsdrama frei nach Lorca. Zun\u00e4chst freue ich mich aber auf die Premiere des St\u00fccks im Theater am Engelsgarten.&#8220;<\/p>\n<p><strong>&#8222;Bluthochzeit&#8220;<\/strong> von Federico Garc\u00eda Lorca: Premiere am 21.01.23 um 19:30 Uhr im Theater am Engelsgarten. Regie: Peter Wallgram<\/p>\n<p><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_56841\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 194px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-56841\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Chihaia1-3-790x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"184\" height=\"238\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Prof. Dr. Matei Chihaia &#8211; \u00a9 Sebastian Jarych<\/span><\/div>\n<h4>\u00dcber Prof. Dr. Matei Chihaia<\/h4>\n<p>Prof. Dr. Matei Chihaia studierte Komparatistik, Romanistik und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen und an der University of Oxford. Seit 2010 lehrt er Franz\u00f6sische und Spanische Literaturwissenschaft an der Bergischen Universit\u00e4t.<\/p>\n<h4>Das war Federico Garcia Lorca<\/h4>\n<p>Federico Garc\u00eda Lorca wurde 1898 in Fuente Vaqueros in der Provinz Granada (Spanien) geboren. Nach seinem Studium begann er eine Ausbildung als Musiker. 1918 ver\u00f6ffentlichte er sein erstes Buch. Titel &#8222;<span class=\"a-text-italic\">Impresiones y Paisajes&#8220;<\/span> (<span class=\"a-text-italic\">Impressionen und Landschaften<\/span>). 1920 folgte dann die Urauff\u00fchrung seines ersten Theaterst\u00fccks &#8218;<span class=\"a-text-italic\">El maleficio de la mariposa&#8216;<\/span> (<span class=\"a-text-italic\">Die Verw\u00fcnschung des Schmetterlings<\/span>).<\/p>\n<p>Im Jahr 1929 reiste der Dichter nach New York. Hier entstand der weltber\u00fchmte Lyrikband &#8222;<span class=\"a-text-italic\">Dichter in New York&#8220;<\/span>. 1930 besuchte er Kuba. Ab 1931 arbeitete Lorca f\u00fcr die regierenden Republikaner in Spanien. Von 1933 bis 1934 bereiste er S\u00fcdamerika. 1936 begann der Spanische B\u00fcrgerkrieg. Federico Garc\u00eda Lorca stellte zur gleichen Zeit sein Hauptwerk &#8222;<span class=\"a-text-italic\">Das Haus von Bernarda Alba&#8220;<\/span> fertig.<\/p>\n<p>Im August 1936 besuchte Federico Garcia Lorca seine Eltern in Granada,\u00a0das im Einflussgebiet der Falange lag. Hier wurde er verhaftet und am 18. oder 19. August 1936 im Morgengrauen an der Landstra\u00dfe nach Alfacar\u00a0zusammen mit drei anderen Republikanern erschossen. Todessch\u00fctze soll der Gro\u00dfgrundbesitzer\u00a0Juan Luis Trescastro, ein Anh\u00e4nger des Diktators Franco, gewesen sein.\u00a0<sup id=\"cite_ref-:0_49-2\" class=\"reference\"><\/sup><\/p>\n<p>Lorca gilt heute als einer der wichtigsten Dramatiker und Lyriker des 20. Jahrhunderts, zu seinen ber\u00fchmtesten Werke z\u00e4hlen die &#8222;<span class=\"a-text-italic\">Zigeunerromanzen&#8220;und &#8222;Bluthochzeit&#8220;.\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das St\u00fcck &#8222;Bluthochzeit&#8220; von Federico Garc\u00eda Lorca feiert am Samstag (21.01.) Premiere im Theater am Engelsgarten. Regie: Peter Wallgram. Uwe Blass hat sich in der beliebten Uni-Reihe &#8222;Transfergeschichten&#8220; mit Romanist Prof. Dr. Matei Chihaia  \u00fcber Entstehung ud Hintergr\u00fcnde des Dramas unterhalten. <\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-59932","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-30 17:43:40","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59932","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=59932"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59932\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":59945,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59932\/revisions\/59945"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=59932"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=59932"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=59932"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}