{"id":59722,"date":"2023-01-10T13:53:24","date_gmt":"2023-01-10T12:53:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=59722"},"modified":"2023-01-10T13:53:24","modified_gmt":"2023-01-10T12:53:24","slug":"wie-denken-jugendliche-vom-finden-der-eigenen-identitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2023\/01\/10\/wie-denken-jugendliche-vom-finden-der-eigenen-identitaet\/","title":{"rendered":"Wie denken Jugendliche? Vom Finden der eigenen Identit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_59727\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-59727 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Pressefoto-Ferdinand-2-1024x782.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"782\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die Psychologin Prof. Dr. Nicola Ferdinand &#8211; @ UniService Transfer<b style=\"font-size: 16px;\">\u00a0<\/b><\/span><\/div>\n<p>Adoleszenz bezeichnet den Zeitraum in der Entwicklung des Menschen, der sich vom Eintritt in die Pubert\u00e4t bis ins junge Erwachsenenalter zieht. Es ist auch eine Phase, in der sich ganze Familien ver\u00e4ndern. Jugendliche sind auf dem Weg, ihre eigene Identit\u00e4t zu finden, und das ist manchmal f\u00fcr sie und auch ihr Umfeld sehr hart.<\/p>\n<p>An der Bergischen Universit\u00e4t geht die Psychologin Prof. Dr. Nicola Ferdinand an ihrem Lehrstuhl f\u00fcr <a href=\"https:\/\/nke.uni-wuppertal.de\/\">Psychologie mit dem Schwerpunkt Neurokognitive Entwicklung und Verhaltensregulation<\/a> in einem Projekt der Frage nach: Wie denken Jugendliche?<\/p>\n<p>Zwar sehe das Gehirn von Jugendlichen, oberfl\u00e4chlich betrachtet, schon fast so aus, wie ein erwachsenes Gehirn, erkl\u00e4rt die Wissenschaftlerin, dennoch mache es in diesem Alter enorme Denk- und Reifeprozess durch. \u201eUnser Gehirn besteht zu gro\u00dfen Teilen aus Nervenzellen, die miteinander zu Netzwerken verschaltet werden\u201c, sagt Nicola Ferdinand.<\/p>\n<div id=\"attachment_44822\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 440px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-44822\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Logo-Transfergeschichten.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p>Die Wissenschaftlerin erkl\u00e4rt es im weiteren neurobiologisch: \u201eTatsache ist, dass unser Gehirn erst einmal viel zu viele Verschaltungen produziert, die wir gar nicht brauchen. Im Nachgang wird dann verfeinert, die Verschaltungen, die wir ben\u00f6tigen, werden verbessert, stabilisiert, andere werden gekappt, weil wir sie \u00fcberhaupt nicht benutzen. Wo und wann das im Gehirn passiert, ist je nach Hirnareal unterschiedlich.\u201c<\/p>\n<h4>Verschaltung der Nervenzellen<\/h4>\n<p>Im Jugendalter geschehe das vornehmlich im vorderen Teil des Gehirns, im sogenannten frontalen Kortex, welcher ma\u00dfgeblich f\u00fcr unsere Verhaltenssteuerung verantwortlich sei, f\u00fchrt sie weiter aus. \u201eWir nennen es kognitive Kontrolle, d.h., dieser Teil des Gehirns sorgt daf\u00fcr, dass wir nicht auf jeden Impuls reagieren m\u00fcssen, sondern Handlungen auch unterdr\u00fccken k\u00f6nnen, dass wir planen und vorausschauend rational denken k\u00f6nnen. Im mittleren Jugendalter, also etwa ab 14 Jahren, ist hier die h\u00f6chste Verschaltungsdichte erreicht, und dann beginnt erst dieser Prozess, die wichtigen Verschaltungen herauszuarbeiten. Die Verhaltenskontrolle ist also zu diesem Zeitpunkt noch nicht so ausgereift wie das bei erwachsenen Menschen der Fall ist.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_59732\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-59732 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/school-3980940_1920-1024x586.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"586\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Jugendliche an der Schwelle zum Erwachsenwerden &#8211; @ Pixabay<\/span><\/div>\n<p>Ihre Entwicklung mache hier aber einen gro\u00dfen Fortschritt. Prof. Nicola Ferdinand:\u00a0\u201eDazu kommt, dass ein tiefer im inneren des Gehirns gelegenes Hirnareal, das sogenannte limbische System, im Jugendalter hyperaktiv ist. Es ist f\u00fcr Emotionen zust\u00e4ndig, aber auch daf\u00fcr, wie wir Belohnungen verarbeiten.\u201c<\/p>\n<p>Jugendliche seien dann besonders emotional, f\u00fcr Belohnungen besonders empf\u00e4nglich. Das erkl\u00e4re ein bisschen das manchmal auch recht willk\u00fcrlich wirkende Verhalten, welches allerdings wichtig sei, um zu sozialkompetenten Wesen heranzureifen. Ein dritter Punkt betreffe die Verschaltung der Nervenzellen \u00fcber weitere Entfernungen im Gehirn, durch die die Verbindungen effizienter und schneller gemacht w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Das geschehe durch eine Art Isolierschicht, die um die Neuronen herum gebildet w\u00fcrde. \u201eDadurch kann die Kommunikation z.B. zwischen dem &#8218;emotionalen Teil&#8216; und dem frontalen, &#8218;rationalen Teil&#8216; \u00fcberhaupt erst richtig stattfinden. Diese drei kritischen Dinge passieren im Jugendalter&#8220;, so Nicola Ferdinand.<\/p>\n<h4>Kreativit\u00e4t im Probleml\u00f6sen und Flexibilit\u00e4t im Denken<\/h4>\n<p>Jugendliche sind durch diese Entwicklung in ihrem Verhalten noch sehr variabel. Man k\u00f6nne nicht immer genau vorhersagen, wie sie sich in einer bestimmten Situation verhalten werden. Ob sie Verhaltenskontrolle anwenden, sei ganz stark vom motivationalen und emotionalen Kontext abh\u00e4ngig. \u201eWenn ich denke, dass es sich f\u00fcr mich auszahlt, also dass es belohnend sein wird, wenn ich mich risikoreich verhalte, dann tue ich das nat\u00fcrlich. Und wenn ich denke, dass ich von meinen Peers, also von den Gleichaltrigen &#8211; die in diesem Alter sehr wichtig sind &#8211; Anerkennung bekommen k\u00f6nnte, weil ich risikoreich Auto fahre, dann mache ich das auch eher, als ich das sp\u00e4ter, im Erwachsenenalter tue, wenn diese Entwicklungsprozesse abgeschlossen sind.\u201c<\/p>\n<p>Dieses variable Verhalten wurde lange Zeit nur negativ formuliert, Jugendliche galten als risikobereit, rebellisch, irrational und unkonventionell. Heute sehe man das wieder positiver. \u201eEs ist eine sehr hohe Flexibilit\u00e4t im Denken von Jugendlichen vorhanden und diese Flexibilit\u00e4t erm\u00f6glicht es ihnen eigentlich erst, ihre Entwicklungsaufgaben in dieser Zeit zu meistern\u201c, erkl\u00e4rt die Wissenschaftlerin.<\/p>\n<p>\u201eDazu geh\u00f6rt beispielsweise, sich vom Elternhaus und den eventuell \u00fcbernommenen Verhaltensschemata ein St\u00fcck weit abzul\u00f6sen, eigene auszuprobieren, selbst eine Identit\u00e4t, eine Pers\u00f6nlichkeit zu entwickeln und auch in der Gruppe der Gleichaltrigen in der Welt drau\u00dfen zurechtzukommen. Da helfen nat\u00fcrlich Kreativit\u00e4t im Probleml\u00f6sen und Flexibilit\u00e4t im Denken sowie auch manchmal eine gewisse Tendenz, Risiken einzugehen. Dadurch probiert man \u00fcberhaupt erst neue Dinge aus.\u201c<\/p>\n<h4>Mehr Risikobereitschaft in unsicheren Situationen<\/h4>\n<p>Das Wuppertaler Projekt untersucht anhand von Aufgaben, wie Jugendliche Informationen verarbeiten und Entscheidungen treffen. \u201eWir verfolgen hier am Lehrstuhl zwei Forschungsans\u00e4tze in dem Bereich\u201c, erkl\u00e4rt Nicola Ferdinand. \u201eDer eine ist, dass wir Jugendlichen Lernaufgaben stellen, die sie am PC bearbeiten oder Aufgaben geben, bei denen sie kognitive Kontrolle einsetzen m\u00fcssen.\u201c Der zweite Ansatz untersucht das Entscheidungsverhalten. Dazu f\u00fchren Ferdinand und ihre Mitarbeiterin, Dr. Corinna Lorenz, mit den Jugendlichen z.B. Fahrsimulationen am PC durch, um die Risikobereitschaft zu testen<\/p>\n<div id=\"attachment_59733\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-59733 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/girl-4118036_1920-1024x657.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"657\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Lernen f\u00fcr die Zukunft &#8211; \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<p>\u201eMan kann dann sehen, dass sie sich in bestimmten Situationen sehr rational verhalten k\u00f6nnen, in anderen aber auch nicht. Wir untersuchen aktuell besonders, ob die Unsicherheit der Situation etwas damit zu tun hat.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Man vermutet n\u00e4mlich, dass Jugendliche eher eine Tendenz zu Risikoverhalten zeigen, wenn unsicher ist, welche Konsequenzen ihr Verhalten haben kann.\u201c Computergest\u00fctzte Kartenspiele bieten den Forscherinnen auch verschiedenste M\u00f6glichkeiten, Risikoverhalten zu analysieren.<\/p>\n<p>Die Psychologin: \u201eWir schauen dabei, was passiert, wenn man in einem Kartenspiel gewinnt oder verliert. Ist man vorsichtiger, wenn man gerade verloren hat? Oder geht man gerade dann Risiken ein, weil die Verluste vielleicht nicht so schwer wiegen?\u201c Auch hier sei wieder der Einfluss der Peergroup wichtig. Z.B. k\u00f6nne ein Lob durch Gleichaltrige die Leistungen gegen\u00fcber neutralen Situationen entscheidend ver\u00e4ndern. \u201eWir versuchen, das Entscheidungsverhalten zu beeinflussen, indem wir z.B. emotionale Situationen schaffen, Belohnungsanreize oder verschiedene Motivatoren einsetzen. Wir ver\u00e4ndern also die Entscheidungssituation, um zu schauen, wie die Jugendlichen reagieren und ob daraus ein h\u00f6heres Risikoverhalten resultiert.\u201c<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus zeichnet Ferdinand auch mittels EEG (<i>Elektroenzephalogramm<\/i>) die Hirnaktivit\u00e4t der Probanden auf, um weitere Aussagen \u00fcber die Leistungen machen zu k\u00f6nnen. \u201eSpannend ist, dass man Belohnung selbst im Jugendalter zielf\u00fchrend einsetzen kann\u201c erz\u00e4hlt die Forscherin, um damit die Leistungsbereitschaft zu steigern.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h4>Besondere Einflussfaktoren, aber gleiche Themen<\/h4>\n<p>Jugendliche sind beeinflussbar, und das ist auch ganz normal, wei\u00df Nicola Ferdinand. \u201eWenn man sich die Entwicklungsaufgaben anschaut, und dazu geh\u00f6rt Losl\u00f6sung von bekannten Strukturen, wie z.B. vom Elternhaus, verbunden mit einer Selbstfindung, der Findung eigener Normen und Werte und der eigenen Identit\u00e4t, dann ist eigentlich schon klar, dass Jugendliche eine gewisse Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr Beeinflussbarkeit haben.\u201c<\/p>\n<p>An dieser Stelle seien die Gleichaltrigen sehr wichtig, denn \u201eJugendliche lassen sich besonders stark durch ihre Peers beeinflussen. Ganz besonders, wenn sie z.B. Gruppendruck ausgesetzt sind. Nicht umsonst kommen manche Jugendliche in diesem Alter auf die schiefe Bahn. Wenn man in die falschen Gruppen ger\u00e4t, mit dem falschen Gruppendruck konfrontiert wird, kann man da sehr anf\u00e4llig f\u00fcr Beeinflussung sein. Es kommt sicher immer darauf an, was f\u00fcr Jugendliche wirklich \u00b4cool` ist. Und das waren vor zwanzig Jahren noch andere Dinge als heute.\u201c<\/p>\n<p>Einen gro\u00dfen Einfluss schreibt die Psychologin heute dabei den sozialen Medien zu. Das Handy beispielsweise scheine in diesem Alter f\u00f6rmlich an der Hand festgewachsen zu sein, und das beeinflusse sicher viele junge Menschen in ihrem Denken und Verhalten. \u201eDie Themen sind auch heute immer die gleichen. Eine gewisse Art der Rebellion geh\u00f6rt dazu, weil man sich von Konventionen abl\u00f6sen muss und eigene finden muss. Auch die Ver\u00e4nderung des eigenen K\u00f6rpers spielt eine wichtige Rolle, damit muss man umzugehen lernen, und das hat Jugendliche schon immer umgetrieben.\u201c<\/p>\n<h4>Weniger Konflikte durch mehr Autonomie<\/h4>\n<p>Konflikte mit den Eltern kennt jeder aus eigener Erfahrung. Waren Eltern fr\u00fcher oft gegen alles, was Jugendliche machten, werden sie heute h\u00e4ufig sogar zur Party eingeladen. \u201eIch k\u00f6nnte mir vorstellen, dass es daran liegt, dass sich das Erziehungsverhalten ge\u00e4ndert hat. Fr\u00fcher wurde deutlich autorit\u00e4rer erzogen mit starren Regeln, die dann auf einmal mit Eintreten der Vollj\u00e4hrigkeit weggefallen sind\u201c, sagt Nicola Ferdinand.<\/p>\n<p>\u201eDas ist heute doch anders geworden. Idealerweise gibt man den Kindern altersangemessen mehr Freir\u00e4ume und M\u00f6glichkeiten, sich auszuprobieren. Autonomie wird eher unterst\u00fctzt, statt einged\u00e4mmt. Man m\u00f6chte, dass sie sich zu selbst\u00e4ndigen Menschen entwickeln. Und dadurch bieten sich Eltern als Thema zur Rebellion nicht mehr so stark an.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Allerdings zeige sich Rebellion auf verschiedenste Art und Weise, erkl\u00e4rt die Wissenschaftlerin.<\/p>\n<p>Das k\u00f6nne auch der Musikgeschmack sein, der vielleicht unkonventionell auch schon mal das ganze Haus zudr\u00f6ne oder eine Extremsportart. Auch besondere Modetrends, die Durchsetzung eines Tattoos oder Frisuren k\u00f6nnen in diese Kategorie geh\u00f6ren.<\/p>\n<div id=\"attachment_59734\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-59734 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/young-people-3575167_1920-2-1024x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"672\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Den Blick nach vorn gerichtet &#8211; @ Pixabay<\/span><\/div>\n<p>Neurowissenschaftler und Psychologen arbeiten daran, das jugendliche Gehirn besser zu verstehen. Dabei spielt die psychische Gesundheit junger Menschen eine wichtige Rolle. \u201eEs ist es ganz wichtig, das Verst\u00e4ndnis herzustellen, warum sich Jugendliche so und nicht anders verhalten\u201c, erkl\u00e4rt Ferdinand. \u201eWenn es daf\u00fcr neurophysiologische oder neurochemische Erkl\u00e4rungen gibt, ist es leichter zu verstehen, dass Jugendliche manchmal gar nicht anders k\u00f6nnen. Sie m\u00fcssen durch diese Phase durch, sie m\u00fcssen mit ihren k\u00f6rperlichen Ver\u00e4nderungen umgehen. Dazu geh\u00f6ren auch die Ver\u00e4nderungen im Gehirn. Sie m\u00fcssen ihre Entwicklungsaufgaben bearbeiten, um zu selbst\u00e4ndigen jungen Erwachsenen heranzureifen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAuch die Wirkung der Sexualhormone im Gehirn in Bezug auf die Ver\u00e4nderungen im Denken und Verhalten ist interessanterweise noch gar nicht so gut erforscht\u201c, sagt Ferdinand, \u201eaber gerade bei Testosteron h\u00e4ufen sich die Hinweise, dass es mit Risikoverhalten korreliert. Je h\u00f6her der Testosteronlevel, desto eher findet man Risikobereitschaft.\u201c Wenn Bezugspersonen das verst\u00fcnden, k\u00f6nne ein entspannterer Umgang miteinander entstehen und man sei dann auch eher in der Lage, nicht alles als pers\u00f6nlichen Angriff zu werten, auch wenn es so formuliert sei.<\/p>\n<h4>Manchmal k\u00f6nnen Jugendliche gar nicht anders<\/h4>\n<p>\u201eJugendliche suchen ja Reibungspunkte. Und man kann auch, wenn man diese biologischen und sozialen Mechanismen versteht, Pr\u00e4ventionsprogramme speziell f\u00fcr Jugendliche entwickeln, bei denen man diese Mechanismen beachtet.\u201c Das k\u00f6nne z.B. ein neutral gestalteter Kontext sein, in dem man mit ihnen spricht. Auch eine gute Basis zu anderen Gleichaltrigen k\u00f6nne hilfreich sein.<\/p>\n<p>\u201eEltern sind weiterhin ganz wichtige Bindungs- und Bezugspersonen, auch wenn da Freundinnen und Freunde neu mit hinzukommen. Wenn Jugendliche \u00fcberfordert sind, sind Eltern immer noch die wichtigste Anlaufstelle und der wichtigste R\u00fcckhalt. Sie k\u00f6nnen Autonomie f\u00f6rdern, Freiheiten erm\u00f6glichen und trotzdem bestimmte Regeln vorgeben, die auch eingehalten werden m\u00fcssen, denn die Jugendlichen sind noch nicht junge Erwachsene und brauchen noch Regeln und Strukturen. Die k\u00f6nnen und sollten Eltern auch noch liefern.\u201c<\/p>\n<p>Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr` hei\u00dft es in einem Sprichwort, dass die oft schwierige Begleitung Jugendlicher durch Erwachsene beschreibt. Professorin Ferdinand formuliert es so: \u201eEs ist der schmale Grat zwischen den Freiheiten, die man geben sollte, damit Jugendliche sich selbst ausprobieren und entwickeln k\u00f6nnen und klaren, vorgegebenen Regeln, an die sie sich auch halten m\u00fcssen. Man muss eine Balance finden, denn, wenn man zu sehr auf eine Seite rutscht, kann das eine ganze Kaskaden negativer Folgen ausl\u00f6sen. Schr\u00e4nkt man die Freiheit zu sehr ein, bekommt man die Rebellion st\u00e4rker zu sp\u00fcren. L\u00e4sst man alles zu, geraten sie vielleicht leichter in Schwierigkeiten. Genau die Mitte zu treffen, ist die Kunst.\u201c<\/p>\n<p>Der Lehrstuhl f\u00fcr <a href=\"https:\/\/nke.uni-wuppertal.de\/\">Psychologie mit Schwerpunkt Neurokognitive Entwicklung und Verhaltensregulation<\/a> sucht immer wieder Studienteilnehmer im Alter von 8-19 und von 65-80 Jahren. F\u00fcr die Teilnahme erhalten die Probanden eine Aufwandsentsch\u00e4digung. Interessierte k\u00f6nnen sich unter <a href=\"https:\/\/webmail.uni-wuppertal.de\/imp\/dynamic.php?page=message&amp;buid=32411&amp;mailbox=SU5CT1g&amp;token=4QXg1i6lQKmaqqKSitTczSc&amp;uniq=1665492479975\">music@uni-wuppertal.de<\/a> oder 0202-439 5317 (Mo bis Do 10-12 Uhr) melden.<\/p>\n<p><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_59726\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 154px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-59726\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Pressefoto-Ferdinand-3-625x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"144\" height=\"236\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Prof. Dr. Nicola Ferdinand<\/span><\/div>\n<h4>\u00dcber Prof. Dr. Nicola Ferdinand<\/h4>\n<p>Prof. Dr. Nicola Ferdinand leitet den Lehrstuhl f\u00fcr <a href=\"https:\/\/nke.uni-wuppertal.de\/\">Psychologie mit Schwerpunkt Neurokognitive Entwicklung und Verhaltensregulation<\/a> in der Fakult\u00e4t f\u00fcr Human- und Sozialwissenschaften an der Bergischen Universit\u00e4t.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Wie denken Jugendliche?&#8220; Autor Uwe Blass hat sich in der beliebten Uni-Reihe &#8222;Transfergeschichten&#8220; mit der Psychologin Prof. Dr. Nicola Ferdinand \u00fcber dieses spannende Thema und das entsprechende Studienprojekt unterhalten. <\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-59722","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-27 03:06:14","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59722","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=59722"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59722\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":59736,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59722\/revisions\/59736"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=59722"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=59722"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=59722"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}