{"id":59661,"date":"2023-01-05T09:30:05","date_gmt":"2023-01-05T08:30:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=59661"},"modified":"2023-01-12T17:30:40","modified_gmt":"2023-01-12T16:30:40","slug":"ausstellung-kaleidoskop-die-bedeutung-von-bildlichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2023\/01\/05\/ausstellung-kaleidoskop-die-bedeutung-von-bildlichkeit\/","title":{"rendered":"Ausstellung &#8222;Kaleidoskop&#8220;: Die Bedeutung von Bildlichkeit"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_59664\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-59664 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Pfeiffer1a-2-1024x757.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"757\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Kunst-Professorin Katja Pfeiffer &#8211; \u00a9 Sebastian Jarych<\/span><\/div>\n<p>Hellgestrichene, offene Flure mit phantasievollen Kunstwerken erwarten die Besucher im Geb\u00e4ude I der Bergischen Universit\u00e4t an der Fuhlrottstra\u00dfe und zeigen unter dem Motto \u201eKaleidoskop\u201c die enorme Bandbreite junger Kunststudierender. Faszinierend, witzig, manchmal verst\u00f6rend und auch unbeschreiblich kommen die Semesterarbeiten der jungen K\u00fcnstler den Betrachtern vor.<\/p>\n<p>Versuche, sich diese Werke verbal zu erkl\u00e4ren, fallen oft schwer und unsere Worte scheinen an ihre Grenzen zu sto\u00dfen. Genau an diesem Punkt setzt die Kunstprofessorin Katja Pfeiffer an. \u201eDie Titelfindung bei der diesj\u00e4hrigen Ausstellung gestaltete sich komplexer als gedacht\u201c, erkl\u00e4rt sie und suchte neue Wege der Beschreibbarkeit. Sie vernetzte sich mit dem Social-Media-Kanal der Studierenden und nutzte ein Umfragetool mit 50 Titeln, an dem ebenso viele Studierende teilnahmen.<\/p>\n<p>Wichtig schien ihr diese Herangehensweise, da sich das Wording in der Welt derzeit in alle m\u00f6glichen Richtungen massiv und schnell \u00e4ndere. \u201eNun stehen also die verschiedenen Generationen vor gro\u00dfen Fragen hinsichtlich der Verwendung von Sprache\u201c, sagt sie, \u201ees ist ein Zustand der Unruhe, der sich bei der Titelfindung durch die Studierenden wunderbar abgebildet hat.\u201c Ein Titel sollte es werden, der lange h\u00e4lt und auch Diversit\u00e4t abbildet.<\/p>\n<div id=\"attachment_59665\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 778px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-59665 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Bild-Student-1-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Titel &#8222;Student&#8220; von Paul Schraa<\/span><\/div>\n<p>Nach ausgiebigen Diskussionen einigte man schlie\u00dflich demokratisch auf den Begriff \u201eKaleidoskop\u201c.<\/p>\n<p>Kaleidoskop ist ein Wort, was urspr\u00fcnglich aus dem Griechischen stammt und bedeutet: sch\u00f6ne Formen sehen. Kunst ist aber mehr, und so brach Pfeiffer diesen Begriff mit dem Motiv des Plakates, auf dem der Betrachter ein Tattoo vermuten kann. \u201eDie Studierenden haben in der Kunstpraxis zurzeit die Gattung Grafik erweitert, denn sie sind im Besitz einer T\u00e4towiermaschine\u201c, erz\u00e4hlt die K\u00fcnstlerin.<\/p>\n<h4>Deutung von Bildlichkeit<\/h4>\n<p>Dieses Ph\u00e4nomen der gegenseitigen T\u00e4towierung sei spannend, weil es eine leibliche Verbundenheit mit der eigenen Kommiliton*innengeneration zeige, die es so noch nicht gegeben habe. \u201eHier sieht man, wie sich neben der Sprache auch die Deutung von Bildlichkeit ver\u00e4ndert.\u201c<\/p>\n<p>Galten Tattoos fr\u00fcher als religi\u00f6se Zeichen der Ureinwohner, Seefahrerkennung oder Knastschmuck, sind sie heute gesellschaftsf\u00e4hig und allgemeiner Konsens. Jeder k\u00f6nne heute mit diesem Begriff etwas anfangen, und so hat er auch Eingang in die Kunstp\u00e4dagogik gefunden. \u201eMit dem Blick auf Kunst und Design kann man auch anmerken, dass Menschen mit ihren zwei H\u00e4nden, bzw. ihrer Leiblichkeit, auch zu analogen T\u00e4tigkeiten geboren sind, egal wieviel KI wir noch erfinden.\u201c<\/p>\n<h4>Kontroversen sind wichtig<\/h4>\n<p>Kunst und Sprache, zwei wichtige Faktoren, die Bildung vermitteln, werden oft kontrovers aufgefasst. Was ein Betrachter\/Leser als sch\u00f6n, spannend oder absto\u00dfend empfindet, kann ein anderer als h\u00e4sslich, langweilig oder anziehend ansehen. \u201eDar\u00fcber m\u00fcssen wir sprechen. Quer durch die Generationen, quer durch die Republik, quer durch die F\u00e4cher, quer durch die Geschlechter\u201c, fordert Pfeiffer. Ein Sprechen und Forschen miteinander sei wichtig, es d\u00fcrfe durchaus auch unbequem sein, also jenseits der eigenen Komfortzone und des eigenen Geschlechts.<\/p>\n<div id=\"attachment_59666\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-59666 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Bilder-Mischwesen-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Titel &#8222;Mischwesen&#8220; von Thinette Skicki<\/span><\/div>\n<p>Die Frage, wie weit Kunst dabei gehen darf, behandelt zus\u00e4tzlich eine zweite Ausstellung unter dem Titel \u201eSCHAUPROZESS PROZESSSCHAU\u201c, die noch bis zum 24. Januar im Oktogon, an der Wormser Stra\u00dfe 55 zu sehen ist. Die Multimediainstallation der Frankfurter Hauptschule stellt die Frage:<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Wie weit kann oder darf ich zu weit gehen?<\/p>\n<h4>Kaleidoskop 2022 \u2013 eine variantenreiche Semesterausstellung<\/h4>\n<p>Erstmals nach langer Coronaphase stellen Studierende der Fachgruppe Kunst in einer variantenreichen Ausstellung ihre rund 50 Semesterarbeiten aus, \u00fcber die man sprechen muss, auch wenn man oft nicht sofort die richtigen Worte hat.<\/p>\n<p>Zu sehen sind u.a. malerisch ver\u00e4nderte Fotocollagen, ein begehbarer Gedankenw\u00fcrfel, graphisch feinst ausgearbeitete Mischwesen und Zeitraffergem\u00e4lde sowie eine sich bewegende Lichtinstallation. Verst\u00f6rende Wasserimaginationen, eine \u00fcberdimensionale Labyrinthkonstruktion im Au\u00dfenbereich, die scheinbar von Au\u00dferirdischen bewacht wird oder eine durch die Decke wachsende Folieninstallation vervollst\u00e4ndigen das Ausstellungsoeuvre ebenso, wie wandf\u00fcllende Farbstr\u00f6me, ein schmelzender Torso oder Memory \u00e4hnliche, kachelgro\u00dfe Ornamente, einfarbig eingef\u00e4rbte Fotographien und graphisch gestaltete Elektrokardiogramme.<\/p>\n<div id=\"attachment_59670\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 778px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-59670\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Collage-Jana-Fischer-1-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Collage von Jana Fischer<\/span><\/div>\n<p>\u201eKunst kann helfen, mit diesen neuen Bildern umzugehen\u201c sagt Pfeiffer, \u201emerkw\u00fcrdige Dinge k\u00f6nnen zu L\u00f6sungen f\u00fchren!\u201c Das sei vor allem deshalb m\u00f6glich, weil die Kreativit\u00e4t einer neuen Generation von kritischen, diversen und unternehmungslustigen Studierenden auch das Lehrpersonal inspiriere. Das Fach Kunst an der Bergischen Universit\u00e4t zeige mit dieser Ausstellung anschaulich, wie verschiedene Strategien zur L\u00f6sung eines Problems beitragen k\u00f6nnen. \u201eUnd das tun wir, indem wir Unruhe stiften, Verwunderung ausl\u00f6sen oder Begeisterung, Freude und Humor hervorrufen.\u201c<\/p>\n<p>Die Ausstellung Kaleidoskop mit Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Bildhauerei, Grafik, Fotografie, Video und Installation ist noch bis zum 16. Januar, montags bis freitags von 9:00 bis 20:00 Uhr, an der Bergischen Universit\u00e4t Wuppertal, Geb\u00e4ude I (Ebene 13), Fuhlrottstr. 10, ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_59668\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 207px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-59668\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Pfeiffer1a-3.jpg\" alt=\"\" width=\"197\" height=\"250\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Sebastian Jarych<\/span><\/div>\n<h4>\u00dcber Katja Pfeiffer<\/h4>\n<p>Katja Pfeiffer absolvierte ein Lehramtsstudium in Kunst und Erziehungswissenschaften an der Kunstakademie D\u00fcsseldorf in den Klassen G\u00fcnther Uecker, Alfonso H\u00fcppi und Jan Dibbets sowie ein Lehramtsstudium der Geschichte an der Heinrich-Heine-Universit\u00e4t. Sie war Meistersch\u00fclerin bei Alfonso H\u00fcppi. Seit 2006 ist sie Professorin f\u00fcr Kunst mit dem Schwerpunkt k\u00fcnstlerische Praxis an der Bergischen Universit\u00e4t Wuppertal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Kaleidoskop&#8220; &#8211; so der Titel der neuen Ausstellung an der Bergischen Universit\u00e4t. 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