{"id":59530,"date":"2023-01-03T06:21:59","date_gmt":"2023-01-03T05:21:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=59530"},"modified":"2023-01-08T14:25:48","modified_gmt":"2023-01-08T13:25:48","slug":"christian-v-grumbkow-hoelderlins-traum-in-neuem-sound","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2023\/01\/03\/christian-v-grumbkow-hoelderlins-traum-in-neuem-sound\/","title":{"rendered":"Christian v. Grumbkow: &#8218;Hoelderlins Traum&#8216; in neuem Sound"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_55932\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 883px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-55932\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/grumbkow_2352k_Jpg-1-2-1024x671-2.jpeg\" alt=\"\" width=\"873\" height=\"561\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der Maler Christian von Grumbkow am Eingang seines Ateliers im Schlo\u00df L\u00fcntenbeck &#8211; \u00a9 Rupert Warren<\/span><\/div>\n<p>Christian von Grumbkow kann auf zwei erfolgreiche Karrieren zur\u00fcck schauen. Auf die als Musiker, die in der Vergangenheit spielt. Und auf die als Maler, die sich seit Jahren auf dem H\u00f6hepunkt befindet. Als Gitarrist und Mitbegr\u00fcnder der bekannten Wuppertaler Art-Rock-Gruppe &#8222;Hoelderlin&#8220; (&#8218;Hoelderlins Traum&#8216; etc.) schrieb der heute 76 Jahre alte K\u00fcnstler Musik-Geschichte, trat in den 70er Jahren u.a. als Support der ber\u00fchmten &#8222;Skorpions&#8220; im Zirkus Krone auf.<\/p>\n<p>Schon damals beherrschte Christian von Grumbkow nicht nur seine Gitarre, sondern als Kunststudent auch Pinsel und Spachtel. Sp\u00e4ter war er selbst viele Jahre Dozent an der renommierten Folkwang-Kunst-Hochschule in Essen.<\/p>\n<p>Als Maler und Farbkomponist begl\u00fcckt er mittlerweile Kunst-Fans auf der ganzen Welt mit seinen Werken. Seine einfache wie klare Philosophie: &#8222;Ich male keine Botschaft, keine Gedanken, ich male Farbe!&#8220;<\/p>\n<p>Im Interview zum Jahreswechsel, erkl\u00e4rt Maler Christian von Grumbkow, ob er f\u00fcr die Zukunft schwarz sieht oder nicht:<\/p>\n<p><b>DS: Wie sieht Ihre pers\u00f6nliche Bilanz des Jahres 2022 aus?<\/b><\/p>\n<p>Christian von Grumbkow: &#8222;Ich empfinde es als positiv, dass wir auf Grund der diversen Krisen nicht alle in ein gro\u00dfes Loch gefallen sind und uns selbstmitleidig beschweren, statt initiativ zu werden. Und es sind gute Initiativen entstanden, die helfen, Not zu lindern. Und sogar die Politiker sind teilweise inzwischen etwas aufgeweckter unterwegs.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Was hat Sie eher nachdenklich gestimmt oder gar schockiert?<\/b><\/p>\n<p>Christian von Grumbkow: &#8222;Geschockt war ich nat\u00fcrlich von all dem, was wir seit dem Februar aus Russland und aus der Ukraine zu h\u00f6ren bekommen. Es ist ja nicht nur ein \u00dcberfall auf ein souver\u00e4nes Land. Es ist ja eine v\u00f6llig verr\u00fcckte Situation, bei der ein\u00a0ganzes Volk ideologisch hinters Licht gef\u00fchrt wird. Nachdenklich macht mich nicht nur, dass es auch bei uns immer noch Menschen gibt, die glauben, dass Putin etwas Richtiges tut, mich befremdet auch der Hass, der aus einigen Social-Media-Kan\u00e4len quillt.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_59422\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 635px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-59422\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/9-Norderney-2-1024x878.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"536\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Christian von Grumbkow mit Lebensgef\u00e4hrtin Daria bei einem Urlaub auf der Nordseeinsel Norderney &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Wie interpretieren Sie f\u00fcr sich das &#8222;Wort des Jahres&#8220; Zeitenwende?<\/b><\/p>\n<p>Christian von Grumbkow: &#8222;In vielerlei Hinsicht ist dieses Wort ja nicht falsch gew\u00e4hlt. Ich habe 2022 durchaus als einen entscheidenden Schnitt erlebt. Einen harten Schnitt, der uns pl\u00f6tzlich vor v\u00f6llig neue Herausforderungen stellt. Der besonders bei jungen Menschen entweder Zukunfts\u00e4ngste ausl\u00f6st oder sie in Resignation st\u00fcrzt und\u00a0\u00e4ltere Menschen zutiefst verunsichert, auch weil pl\u00f6tzlich Kriegsgefahr und drohende Armut bei\u00a0uns wieder realistischer erscheint.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Haben die aktuellen Ereignisse sogar dazu gef\u00fchrt, dass Sie alte\u00a0<\/b><b>\u00dcberzeugungen \u00fcber Bord geworfen und Ihre Meinung ge\u00e4ndert\u00a0<\/b><b>haben?<\/b><\/p>\n<p>Christian von Grumbkow: &#8222;Als Kriegsdienstverweigerer habe ich Ende der 60er Jahre immer gesagt, dass mit Waffengewalt keine Konflikte so gel\u00f6st werden, dass die Kontrahenten am Ende beide gleicherma\u00dfen zufrieden sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Inzwischen denke ich allerdings, dass es richtig ist, dass unsere Bundeswehr sich ad\u00e4quat verteidigen kann und dass dem gewaltsamen russischen Expansionsdrang Grenzen gesetzt werden m\u00fcssen.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: L\u00f6st Putins Krieg in der Ukraine sogar Zukunfts\u00e4ngste bei Ihnen aus?<\/b><\/p>\n<p>Christian von Grumbkow: &#8222;Interessanterweise habe ich, sicher auch altersbedingt, keine wirklichen Zukunfts\u00e4ngste f\u00fcr meine Person. Eher f\u00fcr meine\u00a0Partnerin, meine Kinder und Enkel.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Was sind Ihre gr\u00f6\u00dften Sorgen?<\/b><\/p>\n<p>Christian von Grumbkow: &#8222;Mir macht es Sorgen, dass ich eine gesellschaftliche Spaltung erlebe, die dazu f\u00fchrt, dass unsere nationale Identit\u00e4t in Frage ger\u00e4t. Statt sich in verschw\u00f6rungstheoretischen Szenarien und blindem Hass auf Entscheidungstr\u00e4ger zu verrennen, sollten Phantasien und Kreativit\u00e4t in sinnvollere Projekte gesteckt werden, als z.B. Alternativ-Regierungen\u00a0mit fragw\u00fcrdigem\u00a0 Hintergrund aus der Taufe zu heben.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_43910\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 635px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-43910\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/71aeab1b557556c90eb3720f75d7c61c-2.jpeg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"423\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Christian von Grumbkow (l.) und der Event-Marketing Experte &amp; Galerist Vok Dams, in dessen ATELIERHAUS &#8211; \u00a9 Vok Dams iNotes<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Was macht Ihnen Hoffnung?<\/b><\/p>\n<p>Christian von Grumbkow: &#8222;Ich habe die Hoffnung, dass wir Menschen, trotz all der schlechten Nachrichten, die st\u00e4ndig auf uns einprasseln, trotz all der Unzul\u00e4nglichkeiten unseres demokratischen Systems,\u00a0 letztendlich kapieren, dass es nichts besseres gibt und &#8211; wenn es wirklich darauf ankommt &#8211; daf\u00fcr k\u00e4mpfen werden.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Welches war f\u00fcr Sie der r\u00fchrendste, emotionalste Moment im\u00a0<\/b><b>abgelaufenen Jahr?<\/b><\/p>\n<p>Christian von Grumbkow: &#8222;Als ich genau nach 50 Jahren die in den Dierks-Studios neu gemasterte Version unseres Deb\u00fct-Albums &#8218;HOELDERLINS TRAUM&#8216; (von 1972)\u00a0als\u00a0Venyl-LP mit einem Superklang\u00a0angeh\u00f6rt habe.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Mit welchen Vors\u00e4tzen gehen Sie ins neue Jahr?<\/b><\/p>\n<p>Christian von Grumbkow: &#8222;Ein wichtiger Vorsatz ist sicher der, dass ich besser mit mir und meinen Kr\u00e4ften umgehen sollte. 2022 hatte zu viele Stressmomente in Petto.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Welche W\u00fcnsche haben Sie f\u00fcr 2023?<\/b><\/p>\n<p>Christian von Grumbkow: &#8222;Abgesehen von dem Wunsch gesund zu bleiben, w\u00fcnsche ich mir, dass dieser gnadenlose Hass aufh\u00f6rt, den ich immer st\u00e4rker zwischen Menschen unterschiedlicher Meinung erlebe.\u00a0Dazu geh\u00f6rt nat\u00fcrlich auch, dass der Krieg um das \u00dcberleben der Ukraine aufh\u00f6rt und eine sinnvolle Regelung in humaner Hinsicht gefunden wird.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_56467\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 635px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-56467\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/PHOTO-2022-10-30-11-00-09-2.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"454\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der Maler Christian von Grumbkow (l.) mit WOGA-Organisator Steffen Schneider &#8211; \u00a9 Daria<\/span><\/div>\n<p><b>Was k\u00f6nnen die Wuppertalerinnen und Wuppertaler von Ihnen im n\u00e4chsten Jahr als K\u00fcnstler und Kulturschaffender erwarten?<\/b><\/p>\n<p>Christian von Grumbkow: &#8222;Anfang des kommenden Jahres stehen bereits zwei Ausstellungen fest.\u00a0Am 22. Januar\u00a0findet im &#8218;K\u00fcnsterlerforum Bonn&#8216; eine gro\u00dfe Schau zum Thema &#8218;Wald &amp; Sturm&#8216; statt. Zehn k\u00fcnstlerische Positionen setzen sich mit diesem hochaktuellen Thema per Foto, Film, Performance, Malerei und Installation auseinander. Dazu gibt es ein wissenschaftliches und k\u00fcnstlerisches Rahmenprogramm, sowie K\u00fcnstlergespr\u00e4che. Ab 27.M\u00e4rz zeige ich in der WUBA-GALERIE in Wuppertal Beispiele meiner k\u00fcnstlerischen Kooperationen mit den Fotografen Markus Bollen, Matthias Dunemann und Michael Utz.&#8220;<\/p>\n<p><b>Das Interview f\u00fchrte Peter Pionke<\/b><\/p>\n<p><b>Weitere Infos:<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.grumbkow-colors.de\/\">www.grumbkow-colors.de<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kunst-kurse-coaching.de\/\">www.kunst-kurse-coaching.de<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fnwk.de\/\">http:\/\/www.fnwk.de\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kunst-wald-sturm.jimdosite.com\/\">https:\/\/kunst-wald-sturm.jimdosite.com\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2022 neigt sich dem Ende zu. F\u00fcr viele ein Jahr zum Vergessen! Putins Angriffskrieg auf die Ukraine hat die Welt ver\u00e4ndert. Betroffen sind in erster Linie die Menschen in der Ukraine. Aber Auswirkungen hat der Krieg auch auf die Energieversorgung und die Preise bei uns. Auch die Folgen der Covid-19-Pandemie sind immer noch sp\u00fcrbar. K\u00fcnstlerinnen, K\u00fcnstler und Kulturschaffende schauen in ihrem  ganz pers\u00f6nlichen Jahresr\u00fcckblick auf 2022 zur\u00fcck &#8211; wie Christian von Grumbkow.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-59530","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-11 01:38:26","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59530","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=59530"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59530\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":59564,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59530\/revisions\/59564"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=59530"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=59530"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=59530"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}