{"id":5930,"date":"2016-06-09T07:04:51","date_gmt":"2016-06-09T05:04:51","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2016\/06\/09\/andreas-mucke-ich-bin-spielertrainer-und-kein-orchester-dirigent\/"},"modified":"2025-02-26T13:12:51","modified_gmt":"2025-02-26T12:12:51","slug":"andreas-mucke-ich-bin-spielertrainer-und-kein-orchester-dirigent","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2016\/06\/09\/andreas-mucke-ich-bin-spielertrainer-und-kein-orchester-dirigent\/","title":{"rendered":"Andreas Mucke: \u201eIch bin Spielertrainer und kein Orchester-Dirigent\u201c"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_45306\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 873px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-45306\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/d4514f91acb7629914e8612c1d2056db-2.jpeg\" alt=\"\" width=\"863\" height=\"608\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Andreas Mucke &#8211; \u00a9 Stadt Wuppertal<\/span><\/div>\n<p>Er hatte eigentlich keine Chance! Doch er hat sie genutzt. Der Kampf um das Amt des Oberb\u00fcrgermeisters in Wuppertal. In der \u201eroten Ecke\u201c Andreas Mucke (SPD) der Herausforderer und klare Au\u00dfenseiter. In der \u201eschwarzen Ecke\u201c der haushohe Favorit und langj\u00e4hrige Amtsinhaber Peter Jung (CDU). Doch die Argumente und die unbek\u00fcmmerte Art des \u201eHobby-Schauspielers\u201c Andreas Mucke kamen unerwartet gut an bei den Wuppertalern. Peter Jungs Amts-Bonus schmolz dahin wie Butter in der Sonne. Wechselstimmung machte sich an der Wupper breit. Das Ende vom Lied: Andreas Mucke sitzt seit dem 21. Oktober 2015 als OB im Rathaus. Peter Jung genie\u00dft als Vorsitzender des Deutschen Alpenvereins Wuppertal seinen Un-Ruhestand. Peter Pionke unterhielt sich mit OB-Newcomer Andreas Mucke, der in der Kommunalpolitik-Landschaft eigentlich ein \u201ealter Hase\u201c ist.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">DS: Haben Sie es bisher schon einmal bereut, gew\u00e4hlt worden zu sein?<\/span><\/p>\n<p>Andreas Mucke: \u201eGanz im Gegenteil. Man macht sich vorher Gedanken, was wird das f\u00fcr ein Amt sein? Ich hatte ja schon Rats-Erfahrung. Aber man muss sich vor der Kandidatur fragen: Will ich das und kann ich das? Das wahre Ausma\u00df erkennt man erst, wenn man dann im Amt ist. Ich kann f\u00fcr mich sagen: Das Amt macht mehr Spa\u00df als ich vorher gedacht habe.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">DS: Theorie und Praxis klaffen oft auseinander. In welchen Punkten sind Sie positiv \u00fcberrascht worden?<\/span><\/p>\n<p>Andres Mucke: \u201e90 Prozent sind K\u00fcr und nur zehn Prozent sind Pflicht. Wenn man das von seinem Job behaupten kann, dann ist das sicherlich eine gute Basis. Es gibt Pflicht\u00fcbungen, die m\u00fcssen sein und das akzeptiere ich auch gern. Ich habe ja schon vorher gesagt, dass ich die Verwaltung leiten m\u00f6chte und das tue ich auch.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">DS: Und die negativen Aspekte?<\/span><\/p>\n<p>Andreas Mucke: \u201eIch musste mich schon daran gew\u00f6hnen, dass mein Terminkalender jetzt fremdbestimmt ist. Ich wusste das vorher, aber das volle Ausma\u00df wird einem dann sp\u00e4ter erst klar. Kurzfristige Verabredungen sind nicht mehr m\u00f6glich. Ein Termin ist fr\u00fchestens in vier Wochen machbar. Und das widerspricht ein wenig meinem Naturell. Man muss sich einfach ein paar Freir\u00e4ume schaffen, Zeitfenster, in denen es keine Termine gibt. Diese kann man dann nutzen, wenn es irgendwo brennt. Grunds\u00e4tzlich habe ich als Oberb\u00fcrgermeister, der direkt von den B\u00fcrgern gew\u00e4hlt ist, mehr Gestaltungsm\u00f6glichkeiten, als ich vorher gedacht habe.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">DS: Sie f\u00fcllen die Position ganz anders als alle Ihre Vorg\u00e4nger aus. Sie sind ein OB zum Anfassen &#8211; ist das so gewollt oder sind Sie in die Rolle reingeschliddert?<\/span><\/p>\n<p>Andreas Mucke: \u201eDas war mein Ziel. Wenn ich diesen Job mache, dann will ich das auch so tun, wie ich mir das vorstelle. Ich habe ja nie anders gearbeitet. Ich sehe mich nicht als Orchesterdirigenten, sondern als Spielertrainer wie beim Fu\u00dfball. F\u00fcr das, was ich tue, stehe ich auch gerade. Ich will ein politischer OB sein, dann muss ich meine Politik und meine \u00dcberzeugungen auch mit einbringen. Und das geht nur im Gespr\u00e4ch miteinander.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">DS: Sie stehen bei WSV-Spielen in der Fan-Kurve, gehen bei Volksl\u00e4ufen selbst an den Start. Kalk\u00fcl oder sind Sie wirklich so volksnah?<\/span><\/p>\n<p>Andreas Mucke: \u201eWie volksnah ich bin, sollen die B\u00fcrger entscheiden. Aber ich mache das aus voller \u00dcberzeugung. All das, was ich jetzt tue, habe ich ja vorher auch schon getan. Ich nehme seit zehn Jahren an Volksl\u00e4ufen teil. Und warum soll ich jetzt abends nicht ins Theater oder in die Kneipe gehen, so wie vor meiner Wahl zum OB?\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">DS: Sie haben einen Facebook-Account. Hat man heute in der Politik \u00fcberhaupt noch eine Chance, wenn man sich den modernen Medien und den sozialen Netzwerken verweigert?<\/span><\/p>\n<p>Andreas Mucke: \u201eIch mache nicht alles mit und twittere nicht jede Stunde irgendetwas. Aber man muss schon bei den modernen Medien mitmischen, weil man auf diese Weise viele Leute erreicht, die man sonst nicht erreicht, zum Beispiel junge Menschen. Die sozialen Netzwerke sind ein gutes Instrument, um ganz schnell kurze Botschaften zu verbreiten. Beispiel die drohende Absage des Bleicher-Festes. Da habe ich nur drei Zeilen bei Facebook eingestellt und mitgeteilt, dass wir uns darum k\u00fcmmern w\u00fcrden, dass das Fest doch stattfinden k\u00f6nne. Innerhalb von wenigen Stunden haben wir damit 25.000 B\u00fcrger erreicht. Ich nutze diese Medien ganz gezielt, aber nicht inflation\u00e4r.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">DS: Es gibt ja keine Schule f\u00fcr werdende OB\u2019s und auch keine Stadtvater-Seminare. Wie haben Sie sich auf Ihr Amt vorbereitet?<\/span><\/p>\n<p>Andreas Mucke: \u201eDaf\u00fcr gibt es wirklich keinen Ausbildungsplatz. Aber immerhin bin ich seit 33 Jahren politisch aktiv, war 17 Jahre im Stadtrat und habe dort fast alle Felder beackert. Ich kenne fast jede soziale Einrichtung dieser Stadt. Das ist eine gute Vorbereitung, politisch gesehen. Hinzu kommt meine Berufserfahrung. Ich war beispielsweise Vertriebsleiter f\u00fcr Energie bei den Stadtwerken und habe da gelernt, mit den Bed\u00fcrfnissen von Kunden umzugehen. Nach meiner Auffassung ist ein Oberb\u00fcrgermeister auch eine Art Vertriebsleiter.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">DS: Das k\u00f6nnen Sie sicher genauer erl\u00e4utern&#8230;<\/span><\/p>\n<p>Andreas Mucke: \u201eGern! Ein OB muss daf\u00fcr sorgen, dass die Menschen zufrieden mit der Verwaltung sind und diese Zufriedenheit auch nach au\u00dfen tragen. Auf der anderen Seite war ich Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer einer Gesellschaft und habe da gelernt, ein Unternehmen zu leiten. Als OB muss man auch \u00f6konomisch denken. Au\u00dferdem bin ich Ingenieur und denke l\u00f6sungsorientiert. All diese Erfahrungen kommen mir in meinem Amt zugute. Ich habe auch viele gute Geister um mich herum. Ich habe alle Kollegen rund um das OB-B\u00fcro \u00fcbernommen, die kennen den Laden, auch die Fu\u00dfangeln. Und ich habe hervorragende Beigeordnete, die mich begleiten.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">DS: Sie wollen Stadtvater f\u00fcr alle Wuppertaler sein. Das d\u00fcrfte aber bei einigen Parteigenossen f\u00fcr Irritationen sorgen. Wie gehen sie damit um?<\/span><\/p>\n<p>Andreas Mucke: \u201eAuf dem Parteitag, auf dem ich nominiert wurde, habe ich all das, was ich ja jetzt tue, bereits angek\u00fcndigt. Deshalb darf sich auch niemand wundern, dass ich das, was ich angek\u00fcndigt habe, jetzt auch umsetze. Da gehe ich ganz offen mit um. In einer Partei klatschen nicht immer 100 Prozent. Solange eine gro\u00dfe Mehrheit klatscht, reicht mir das v\u00f6llig aus. Allen kann man es sowieso nicht recht machen.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">DS: Ist es teilweise nicht sogar leichter, mit der Opposition im Stadtrat zusammen zu arbeiten, weil die nicht auf Parteiraison pocht?<\/span><\/p>\n<p>Andreas Mucke: \u201eIch bin von den B\u00fcrgern unserer Stadt direkt gew\u00e4hlt und ich habe den Auftrag, f\u00fcr die Stadt da zu sein. Ich bin zwar Sozialdemokrat, das ist meine politische Grundausrichtung. Aber ich bin kein SPD-Fraktionsmitglied und auch kein verl\u00e4ngerter Arm der Gro\u00dfen Koalition im Stadtrat. Ich bin Ansprechpartner f\u00fcr alle demokratischen Kr\u00e4fte im Rat und nat\u00fcrlich f\u00fcr alle B\u00fcrger.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">DS: Gibt es denn Kreise, von denen Sie sich manchmal vereinnahmt f\u00fchlen?<\/span><\/p>\n<p>Andreas Mucke: \u201eDas versuchen nat\u00fcrlich einige Leute, aber ich lasse mich nicht vereinnahmen.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">DS: Sie waren lange Jahre Ensemble-Mitglied im TIC-Theater. Hilft Ihnen Ihr schauspielerisches Talent irgendwie im OB-Job?<\/span><\/p>\n<p>Andreas Mucke: \u201eIm Theater schl\u00fcpft man in den Charakter eines Anderen. In der Politik sollte man das, was man selbst denkt und f\u00fchlt im Handeln umsetzen. Das ist der Unterschied. Von daher ist Politik eigentlich kein Theaterspielen. Manche Politiker tun genau das, das wei\u00df ich auch. Auf der anderen Seite hilft einem die Erfahrung und das Handwerkszeug des Schauspielers schon ein wenig, weil man es gewohnt ist, selbstbewusst vor Publikum auf der B\u00fchne zu stehen und zu sprechen.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">DS: Sie treffen heute FOC-Bef\u00fcrworter und morgen FOC-Gegner. Ist das nicht ein Spagat, der ganz sch\u00f6n wehtun kann?<\/span><\/p>\n<p>Andreas Mucke: \u201eIch bin ja sportlich, also kriege ich einen Spagat ganz gut hin. Ich bin ein Freund klarer Positionen. F\u00fcr mich stellt das FOC eine Chance f\u00fcr Wuppertal dar. Und da sollten sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen und gemeinsam eine L\u00f6sung finden. Beide Seiten m\u00fcssen aufeinander zugehen. Durch das FOC im leerstehenden Bundesbahn-Direktionsgeb\u00e4ude kann auch die Innenstadt eine Aufwertung erfahren. Wir k\u00f6nnen K\u00e4ufergruppen hierhin holen, die sonst nicht nach Wuppertal kommen w\u00fcrden. Da ich ein Chancen-Denker bin, gebe ich den Rat: Setzt Euch zusammen und seht zu, wie Ihr das gemeinsam gewuppt kriegt. Zum Einzelhandel sage ich: Ihr seid Teil der L\u00f6sung, dann gewinnt auch Ihr.\u201c<\/p>\n<p>DS: Sind Sie denn f\u00fcr die Seilbahn?<\/p>\n<p>Andreas Mucke: \u201eIch pers\u00f6nlich halte die Seilbahn f\u00fcr eine gute Idee. Aber das funktioniert nur, wenn wir auch die gro\u00dfe Mehrheit der Wuppertaler in dieser Frage mitnehmen. Ich sehe die Seilbahn auch als touristische Attraktion. Es gibt in Deutschland keine Stadt, die eine solche Topografie besitzt. Auf der anderen Seite muss eine Kosten-Nutzen-Rechnung stehen. Es gibt bislang nur grobe Sch\u00e4tzungen und ganz viele offene Fragen: Wie laut ist die Bahn? Inwieweit kann man in die G\u00e4rten der Anlieger schauen? Rechtliche Fragen m\u00fcssen gekl\u00e4rt werden. Es w\u00e4re ja die erste Seilbahn, die \u00fcber Wohngebiete f\u00e4hrt, nicht \u00fcber gr\u00fcne Wiesen, wie in den Alpen. Und letztlich muss noch die Frage der Busanbindung an die S\u00fcdstadt gekl\u00e4rt werden. Erst wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen, kann man entscheiden: Ja oder Nein.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">DS: Warum lehnen Sie die Forensik auf Lichtscheid ab und machen sich f\u00fcr eine Forenik auf der Kleinen H\u00f6he stark?<\/span><\/p>\n<p>Andreas Mucke: \u201eDer Rat der Stadt hat zweimal den Standort Lichtscheid abgelehnt. Das ist ein bindender Beschluss. Ich pers\u00f6nlich bin auch der Meinung, dass der Standort Lichtscheid mit Ein- und Zweifamilienh\u00e4usern bebaut werden sollte. Es stellt sich ja nicht mehr die Frage, ob in Wuppertal eine Forensik gebaut wird, sondern nur noch die Frage, wo wird sie gebaut? Und da ich immer gern Teil einer L\u00f6sung bin, versuche ich auch, L\u00f6sungen hinzubekommen, mit denen wir Wuppertaler leben k\u00f6nnen. Es gibt nur die Kleine H\u00f6he als Alternative. Ich selbst habe bei der Kleinen H\u00f6he aus \u00f6kologischen Gr\u00fcnden gro\u00dfe Bedenken. Dennoch sage ich: Im Interesse der Gesamtstadt machen wir das jetzt. Es werden aber von f\u00fcnf Hektar Land nur h\u00f6chstens zwei Hektar bebaut. Der Rest soll Natur bleiben. Das ist, so glaube ich, ein guter Kompromiss.\u201c<\/p>\n<p>DS: Neugestaltung D\u00f6ppersberg, Pina-Bausch-Zentrum, Tony Cragg-Retrospektive. Wuppertal erntet in der Bundes-Presse endlich wieder positive Schlagzeilen. Erleichtert Ihnen das die Arbeit oder f\u00e4llt es Ihnen jetzt selbst schwerer, positive Akzente zu setzen?<\/p>\n<p>Andreas Mucke: \u201eDas erleichtert mir nat\u00fcrlich die Arbeit. Das macht ja Spa\u00df, die bekannten und neue positive Aspekte herauszustellen. Bei uns im Bergischen Land sagt man ja \u201eNicht gemotzt ist halb gelobt!\u201c. Da muss man das Selbstbewusstsein st\u00e4rken und die eigenen St\u00e4rken hervorheben, um Tal-Stolz zu entwickeln. Das passt wunderbar zusammen.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">DS: Wieso sind in Wuppertal Fl\u00fcchtlinge im Gegensatz zu anderen St\u00e4dten herzlich willkommen?<\/span><\/p>\n<p>Andreas Mucke: \u201eDa gibt es viele Faktoren. In Wuppertal sind schon immer Menschen offen empfangen worden. Das hat Tradition seit der Jahrhundertwende im 19. und 20. Jahrhundert. Damals wurden viele Arbeitskr\u00e4fte ben\u00f6tigt und die Menschen kamen sogar aus dem Ausland, um hier zu arbeiten. Unsere Stadt war auch immer christlich gepr\u00e4gt, dadurch spielte N\u00e4chstenliebe immer eine gro\u00dfe Rolle. Das merkt man heute noch. Die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger sind engagiert und haben ein offenes Herz. Und auch die Verwaltung hat zu Zeiten der Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6me diesen Gedanken der N\u00e4chstenliebe unb\u00fcrokratisch umgesetzt. Ehrenamtler und Verwaltung haben hervorragend zusammengearbeitet.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">DS: Falls Sie \u00fcberhaupt in vier Jahren noch einmal antreten wollen: W\u00fcrde Ihre Familie Ihnen noch einmal gr\u00fcnes Licht geben, nach den Erfahrungen, die sie bislang gemacht hat?<\/span><\/p>\n<p>Andreas Mucke: \u201eMeine Familie hat mir ja diesmal schon gr\u00fcnes Licht gegeben. Ich sp\u00fcre, dass sie es gut findet, was ich mache. Ich bin mir sicher, ich bekomme auch in vier Jahren wieder das Okay. Und ich werde dann auch wieder antreten. Der Job macht mir sehr viel Spa\u00df und f\u00fcllt mich aus.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">DS: Viele Wuppertaler Tierfreunde sind emp\u00f6rt und besorgt, weil das einzige Tierheim der Stadt am 1. Juli schlie\u00dft. Wuppertal w\u00e4re dann die einzige Gro\u00dfstadt ohne Tierheim. Was wollen Sie dagegen tun?<\/span><\/p>\n<p>Andreas Mucke: \u201eWir hatten gerade aktuell ein Gespr\u00e4ch mit dem Vorstand des Tierschutzvereins, der ja das Tierheim betreibt. Der Vorstand hat bekr\u00e4ftigt, dass er das Tierschutzheim aufgeben will und neue Ideen f\u00fcr die Zukunft hat. Wenn die Stadt helfen kann &#8211; ich denke da weniger an Geld &#8211; dann tun wir das auch. Wir bleiben auf alle F\u00e4lle miteinander im Gespr\u00e4ch. Wir merken ja an den Reaktionen bei Facebook oder in Leserbriefen, wie sehr das Thema die Menschen emotional ber\u00fchrt.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">DS: Freizeit m\u00fcsste doch bei Ihnen Mangelware sein wie Wasser in der W\u00fcste. Wie verbringen Sie Ihre wenige Freizeit?<\/span><\/p>\n<p>Andreas Mucke: \u201eIch schlafe sehr wenig, deshalb habe ich einige Pufferstunden mehr, die ich f\u00fcr andere Dinge nutzen kann. In meiner Freizeit treibe ich gerne Sport oder gehe ins Theater. Ich versuche, m\u00f6glichst viel Zeit mit meinen Kindern zu verbringen. Wir fahren dann beispielsweise gemeinsam Motorrad oder Fahrrad. Aber ich liege auch gern einfach nur auf der Couch. Nichts h\u00f6ren, nichts lesen, einfach nur entspannen.\u201c<\/p>\n<p>DS: K\u00f6nnen Sie \u00fcberhaupt noch Freundschaften pflegen?<\/p>\n<p>Andreas Mucke: \u201eIch hatte noch nie nur eine 40-Stunden-Woche und somit schon immer wenig Freizeit. Dann gab ja noch mein Hobby Theaterspielen, das auch sehr zeitintensiv war. Meine Freunde sind es gewohnt, dass ich leider wenig Zeit f\u00fcr sie habe. Aber wir treffen uns dann einmal spontan abends um neun Uhr im \u201aKatzengold\u2018 und dann ist die Welt auch in Ordnung.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">D<\/span><span style=\"color: #ff0000;\">S: Dr. Stefan K\u00fchn hat im Interview mit uns gesagt: Irgendwann sind Andreas Mucke und ich wieder Privatmenschen und dann steigen wir wieder als Kabarett-Duo auf die B\u00fchne. Sehen Sie das auch so?<\/span><\/p>\n<p>Andreas Mucke: \u201cEin klares Jawohl, ich freue mich darauf.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">DS: Gibt es eine Traumrolle, die Sie gern noch spielen w\u00fcrden?<\/span><\/p>\n<p>Andreas Mucke: \u201eIch w\u00fcrde gern einmal Shakespeares Macbeth spielen. Ich habe ja bislang zwei Lieblingsrollen: Den Selicour in \u201eDer Parasit\u201c von Schiller und den Philippe in \u201eZiemlich beste Freunde\u201c. Philippe sitzt ja im Rollstuhl. Durch die Erfahrung verstehe ich jetzt die Menschen viel besser, die behindert sind. Diese Rolle hat mir eine v\u00f6llig andere Sichtweise vermittelt und sie hat mich dem\u00fctig gemacht. Denn mir war ja bewusst, dass ich am Ende des St\u00fccke wieder aufstehen konnte.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">DS: Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit dem 02. Oktober 2015 regiert Andreas Mucke (49) als Oberb\u00fcrgermeister die Stadt Wuppertal. Er zeigte sich bisher sehr volksnah, hatte immer ein offenes Ohr f\u00fcr die Sorgen der B\u00fcrger. Dier STADTZEITUNG fragte Andreas Mucke: &#8222;Hand auf&#8217;s Herz&#8220;: Wie f\u00e4llt Ihre pers\u00f6nliche Bilanz nach den ersten Monaten als OB aus?&#8220;<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":5928,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[26],"tags":[],"class_list":["post-5930","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-06 18:12:55","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5930","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5930"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5930\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":45427,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5930\/revisions\/45427"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5928"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5930"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5930"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5930"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}