{"id":55665,"date":"2022-09-27T18:05:32","date_gmt":"2022-09-27T16:05:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=55665"},"modified":"2022-09-27T18:05:32","modified_gmt":"2022-09-27T16:05:32","slug":"janssen-family-business-in-der-fuenften-generation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2022\/09\/27\/janssen-family-business-in-der-fuenften-generation\/","title":{"rendered":"Janssen: Family Business in der f\u00fcnften Generation"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_55668\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-55668\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Transfer_Prof._Kalweit-2-1024x727.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"727\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Prof. Andreas Kalweit, Uni-Dozent und Unternehmer &#8211; \u00a9 UniService Transfer<\/span><\/div>\n<p>Das blaue Kr\u00fcmelmonster aus der Sesamstra\u00dfe ist vor allem durch seinen Hei\u00dfhunger auf Geb\u00e4ck zur Kultfigur geworden. Sein allzeit begeisterter Ausruf: \u201eKekse!\u201c hat sicher jeder noch im Ohr.<\/p>\n<p>Kleine Backwaren werden vor allem in der Vorweihnachtszeit in vielen bundesdeutschen Haushalten hergestellt. Begeisterte Hobbykonditorinnen und Hobbykonditoren begl\u00fccken Familie und Freunde mit ihren Lieblingsrezepten, die von Anispl\u00e4tzchen, Spritzgeb\u00e4ck, Spekulatius und Vanillekipferl bis zu Zimtsternen reichen.<\/p>\n<p>Einer, der sich mit der Vielfalt von Keksen, Rezepturen und vor allem deren Formen auskennt, ist der Wuppertaler Industrial Designer Andreas Kalweit. Der gelernte Schlosser, studierte Maschinenbauer und Designer f\u00fchrt seit zw\u00f6lf Jahren, gemeinsam mit seiner Frau Dr. Petra Gersch, das Familienunternehmen der Niederrheinischen Formenfabrik Janssen GmbH \u2013 der Firmenname leitet sich von Kalweits Verwandtschaft m\u00fctterlicherseits ab &#8211;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>dass sich auf die Fabrikation von Geb\u00e4ckformern spezialisiert hat.<\/p>\n<h4>Zukunft braucht Herkunft<\/h4>\n<p>Andreas Kalweit ist hauptberuflich Professor f\u00fcr Manufacturing &amp; Material Science im Fach Industrial Design an der Bergischen Universit\u00e4t. Er ist aber auch Inhaber einer traditionsreichen Familienmanufaktur, die in f\u00fcnfter Generation in Krefeld Geb\u00e4ckformenmaschinen herstellt.<\/p>\n<div id=\"attachment_44822\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 440px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-44822\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Logo-Transfergeschichten.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p>Sehr passend ist auch der von Odo Marquard philosophisch gepr\u00e4gte Slogan \u201eZukunft braucht Herkunft\u201c mit dem die Firma vor allem auf verl\u00e4ssliche Qualit\u00e4t hinweist.<\/p>\n<p>Alles begann im 19. Jahrhundert, als Kalweits Ururgro\u00dfvater mit einer innovativen Idee der Geb\u00e4ckherstellung eine neue Richtung vorgab. \u201eZun\u00e4chst gab es Formenstecher, die Holzformen schnitzten, mit denen man Pl\u00e4tzchen herstellte\u201c, erz\u00e4hlt er. \u201eAlso Holzbretter mit geschnitzten Motiven. Das war damals ein gro\u00dfer Markt f\u00fcr Familien, die ihre eigenen Formen haben wollten. Um diese Formen aber noch professioneller herstellen zu k\u00f6nnen, ist mein Ururopa dann an die Werkkunstschule in Krefeld herangetreten. Da gab es viele Bildhauer, die arbeitslos waren.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_55675\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 541px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-55675\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/linzer-etagere.jpeg\" alt=\"\" width=\"531\" height=\"368\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Linzer Geb\u00e4ck &#8211; \u00a9 Niederrheinische Formenfabrik Janssen GmbH<\/span><\/div>\n<p>Um die Formen pr\u00e4zise schnitzen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tige man kunsthandwerkliches Verst\u00e4ndnis, wei\u00df Kalweit und sein Vorfahre habe das erkannt und die K\u00fcnstler angestellt. \u201eMan muss das Abbild in ein Relief \u00fcbertragen k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rt er den Vorgang, \u201edas ist nicht so einfach und das kann kein Tischler in der Regel, d.h. man muss zeichnen und schnitzen k\u00f6nnen und man muss Erfahrung mit Teig haben, denn die Konturen m\u00fcssen gleich dick sein, sonst verbrennt der Keks an den Seiten.\u201c<\/p>\n<p>Fortan stellte die Firma individuelle Holzformen f\u00fcr betuchtere Familien her. Zu den Motiven geh\u00f6rten u.a. Kost\u00fcme, Statuen oder Reiterfiguren sowie Familiensymbole, die in aufw\u00e4ndiger Kleinstarbeit geschnitzt wurden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h4>Ein Baumwolltuch erleichtert die Arbeit<\/h4>\n<p>Diese flachen Holzmodeln wurden dann in der n\u00e4chsten Generation zu Holzrollen weiterentwickelt, in die man die gew\u00fcnschten Muster nun in Rundform einschnitzen konnte. \u201eMan hat dann mit einem Drahtseil den \u00fcbersch\u00fcssigen Teig abgeschnitten und dann die Rolle mit den Teiglingen \u00fcber ein Baumwolltuch gerollt\u201c, sagt Kalweit. \u201eDie blieben dann an dem Tuch kleben. Das erz\u00e4hle ich deswegen, weil das das Grundprinzip von allen Spekulatius- und Keksmaschinen ist.\u201c<\/p>\n<p>Das Baumwolltuch saugt den Teig aus der Form heraus. Deswegen spreche man auch heute noch von Saugwalzmaschinen oder Saugbandmaschinen. Auch andere gro\u00dfe Firmen wie z.B.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>der Aachener Printen- und Schokoladenfabrikant Lambertz arbeiten nach diesem Prinzip. \u201eDiese Maschinen haben wir damals mitentwickelt\u201c, erkl\u00e4rt der Designer, \u201ewir waren nicht die einzigen, aber wir waren dabei.\u201c<\/p>\n<p>In der dritten Generation entstand schlie\u00dflich die eigentliche, zun\u00e4chst handbetriebene Geb\u00e4ckmaschine, die die Arbeit wesentlich erleichterte. Neue Entwicklungen bargen so auch neue Chancen, denn durch die Elektrifizierung konnten die Maschinen nun auch breiter konstruiert werden, so dass auch mehr Geb\u00e4ck durch die Walzen lief.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_55671\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-55671\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/produktrange-1024x434.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"434\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Den Geb\u00e4ckformer gibt es in drei Gr\u00f6\u00dfen &#8211; \u00a9 Niederrheinische Formenfabrik Janssen GmbH<\/span><\/div>\n<p>Bis heute hat sich dieses Prinzip der Keksausformung zwar kaum ver\u00e4ndert, aber die Anforderungen an die Konstruktion wurden in den letzten Jahrzehnten durch vielf\u00e4ltige Rezepturen und Hygienestandards immer anspruchsvoller. Durch die Modifizierung des Verfahrensprinzips (von Saugbandprinzip zu Abschneideprinzip) in der vierten Generation wurde auch die Ausformung von fettreicheren, m\u00fcrberen Teigen m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Damit war die Abgrenzung zu den industriell, in Massen hergestellten Geb\u00e4cken gesetzt. Mit dem neuen Abschneideprinzip konnten viele unterschiedliche Teige verarbeitet und eine gr\u00f6\u00dfere Rezeptvielfalt erreicht werden.<\/p>\n<p>Die industrielle Entwicklung kann man an der Manufaktur Janssen sehr sch\u00f6n nachvollziehen und alle Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer haben sich beim Bau der Maschinen immer an den Bedarfen der Nutzer orientiert. \u201eDadurch sind sie dann auch in die ganzen Konditoreien und B\u00e4ckereien gekommen\u201c, erz\u00e4hlt Kalweit. \u201eDort werden auf Backblechen unterschiedlichste Produkte gebacken, also Brote, Kuchen oder Kekse. Und damit man nicht zu viele Blechformate hat, hat man sich auf Standards geeinigt.<\/p>\n<p>Auf diese Standards gingen unsere Maschinen ein, d.h. die Maschinen richten sich nach den Gr\u00f6\u00dfen der Backbleche, die gr\u00f6\u00dftenteils in Europa vorhanden sind. \u201cMit einem modernen, ansprechenden Design f\u00fchrten Andreas Kalweit und seine Frau Petra Gersch mit ihrem Team das Familienunternehmen ins 21. Jahrhundert.<\/p>\n<div id=\"attachment_55680\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 541px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-55680\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/schoko-kipferl.jpeg\" alt=\"\" width=\"531\" height=\"368\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Leckere Schokokipferl &#8211; \u00a9 Niederrheinische Formenfabrik Janssen GmbH<\/span><\/div>\n<p>\u201eEigentlich hat jede Generation eine Erfindung gemacht, eine Weiterentwicklung, die dann immer eine Generation gehalten hat. Das war auch unser Anspruch, als wir den Betrieb \u00fcbernahmen, dass wir die Maschine so konstruieren, dass sie 30 bis 40 Jahre h\u00e4lt. Wir nehmen heute Maschinen in Reparatur, die sind von 1960, und die funktionieren bei guter Pflege einwandfrei.\u201c<\/p>\n<h4>Kunden bevorzugen regionale Produkte<\/h4>\n<p>Die maschinelle Automatisierung war nicht immer nur ein Segen, wei\u00df Kalweit, denn von 1945 bis 1980 k\u00f6nne man heute belegen, dass Maschinen auch Arbeitspl\u00e4tze \u00fcberfl\u00fcssig machten. \u201eDas hatte Auswirkungen auf die B\u00e4ckereien\u201c, sagt er. \u201eViele mussten schlie\u00dfen oder gingen in Gro\u00dfbetriebe \u00fcber. Ab den 1990er Jahren war es dann wieder umgekehrt.\u201c<\/p>\n<p>Die Verbrauchereinstellung zu Produkten \u00e4ndere sich mit jeder Generation. \u201eGeb\u00e4cke sind eher regional, d.h.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>ich habe von dem B\u00e4cker an der Ecke mein Brot, und ich wei\u00df, da kommen die Eier und das Mehl aus der Region.\u201c Aus demselben Grund bevorzugen Kunden auch Pl\u00e4tzchen aus heimischer Herstellung.<\/p>\n<p>\u201eDamit stellen die B\u00e4cker ihre Kekse wieder selber her. Ab diesem Zeitpunkt haben wir wieder viele Keksmaschinen verkauft, obwohl wir ein Nischenmarkt sind.\u201c Der Kunde setze wieder auf Individualit\u00e4t mit eigenem Logokeks oder tradierten Geb\u00e4cken der Gro\u00dfv\u00e4tergeneration und l\u00e4ute sozusagen ein Revival ein.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h4>Tausende Maschinen stehen weltweit in B\u00e4ckereien<\/h4>\n<p>Zuverl\u00e4ssigkeit ist das A und O, wei\u00df Kalweit, denn Lieferschwierigkeiten aufgrund defekter Maschinen k\u00f6nnen einen Betrieb schnell in die Knie zwingen. \u201eDie Konditoreien und B\u00e4ckereien heute sind sehr bestrebt, Maschinen mit hundertprozentigem Service zu kaufen oder die Gewissheit zu haben, dass die Maschinen nie kaputtgehen. Das ist unser Alleinstellungsmerkmal, denn unsere Maschinen waren schon immer so konzipiert, die gingen nie kaputt. Wir sind mittlerweile nahezu einzigartig am Markt, betont der Firmeneigner.<\/p>\n<div id=\"attachment_55670\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 541px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-55670\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/kleine-welt-kekse.jpeg\" alt=\"\" width=\"531\" height=\"368\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Kleine Welt Kekse &#8211; \u00a9 Niederrheinische Formenfabrik Janssen<\/span><\/div>\n<p>Das liege daran, dass der Markt zu klein und die Umsatzrendite f\u00fcr Neueinsteiger kein Gesch\u00e4ftsmodell sei. \u201eWir haben unsere Produkte auf den neuesten Stand gebracht und genie\u00dfen gerade dieses Alleinstellungsmerkmal. Die Leute wissen, wenn du Janssen kaufst, brauchst du dich nicht mehr drum k\u00fcmmern.\u201c<\/p>\n<p>Viele Tausende Krefelder Geb\u00e4ckformer stehen weltweit in B\u00e4ckereien und Konditoreien, ca. 50 Prozent der Kundschaft kommt aus dem Ausland. \u201eDas sind in der Regel Leute, die tradiert aus Deutschland kommen. Die sind nach Neuseeland, nach Guadeloupe, nach Amerika oder Australien ausgewandert und nutzen dort unsere Maschinen.\u201c<\/p>\n<p>Die internationalen Kunden werden dazu oft am D\u00fcsseldorfer Flughafen abgeholt und testen dann ihre mitgebrachten Rezepte im sogenannten Backlabor in Krefeld. \u201eNat\u00fcrlich haben wir auch Rezeptb\u00fccher mit Grundrezepten. Das sind Referenzteige, wo der Kunde schauen kann, ob sein Teig in der Rezeptur \u00e4hnlich ist\u201c, erl\u00e4utert Kalweit das Prozedere.<\/p>\n<p>\u201eBei den Geb\u00e4cken kommt es auf die variablen Formwalzen an, die man innerhalb von Sekunden tauschen kann. Auch ganze Blechkuchenb\u00f6den die sich an Standardgr\u00f6\u00dfen orientieren, kann die Maschine erzeugen.\u201c Die Investition lohne sich, denn die Maschine sei sehr gut durchdacht und auch f\u00fcr die bildreich und gut erkl\u00e4rte Betriebsanleitung mit Erkl\u00e4rvideos erhalte die Firma immer ein sehr gutes Feedback.<\/p>\n<h4>Unternehmen erh\u00e4lt German Design Award<\/h4>\n<p>Neben der Funktionalit\u00e4t ist auch das Design ein wichtiger Erfolgsfaktor. Janssen hat im letzten Jahr den German Design Award verliehen bekommen. \u201eWir haben sogar mehrere international renommierte Preise bekommen\u201c, freut sich Kalweit, \u201eder Aspekt in diesem Falle war Design, Ergonomie, Hygiene und auch funktionale Eigenschaften der Maschine. Die Maschine muss immer gut bedienbar, die Handhabung niederschwellig sein. Alles muss aus dem bisher selbst Erlernten selbst erkl\u00e4rbar sein. Gleichzeitig muss es hygienisch und gut zu reinigen sein.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_55681\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 541px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-55681\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/rheinischer-spekulatius.jpeg\" alt=\"\" width=\"531\" height=\"368\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Sieht k\u00f6stlich aus: Rheinischer Spekulatius &#8211; \u00a9 Niederrheinische Formenfabrik Janssen GmbH<\/span><\/div>\n<p>Das sei in der Konstruktion schon fast ein Widerspruch, denn wenn etwas gut bedienbar sein solle, brauche es dementsprechend viele Federelemente, damit es m\u00f6glichst leicht gehe. Aber ein Mehr an Bauteilen bedeute auch viele Schlitze, Kerben und L\u00fccken, in denen sich Teigreste absetzen. Das kontaminiere dann die Maschine und es k\u00f6nnten Keime entstehen. \u201eDass wir das hingekriegt haben, hat die Designjury erkannt.\u201c<\/p>\n<h4>Formwalzen sind das individuelle Geheimnis<\/h4>\n<p>Jeder Anbieter tr\u00e4umt von einem Alleinstellungsmerkmal, dass Janssens Maschinen durch die individuell hergestellten Formwalzen garantiert. \u201eEs gibt wunderbare Webseiten belgischer Konditoren in Br\u00fcssel oder Antwerpen, die mit unseren Maschinen produzieren\u201c, berichtet er begeistert, und in Deutschland arbeiten viele bekannte B\u00e4ckereien und Konditoreien mit Janssen-Geb\u00e4ckformern und stellen hochwertige Produkte her.<\/p>\n<p>Die meisten Kunden haben Ihr eigenes Logo oder tradiertes Wappen. Diese Logos kann man in den Keks eingravieren und zu einer Tasse Kaffee reichen. Es gibt da sehr hochwertige Formen mit wunderbaren Ornamenten.\u201c Und auch die ber\u00fchmte s\u00e4chsische Porzellanmanufaktur Mei\u00dfen stellt mit den Krefelder Maschinen in unternehmenseigenen Konditoreien ihre ber\u00fchmte Schwertermarke f\u00fcr Torten her.<\/p>\n<p>Und daf\u00fcr braucht man die Formwalzen. \u201eDie kann ich innerhalb von einer Minute umbauen, d.h., der Kunde kauft die Maschine mit in der Regel drei bis zw\u00f6lf Walzen. F\u00fcr die grafischen Erfahrungen haben wir auch eine eigene Designabteilung, die dann die gew\u00fcnschten Muster erzeugen, erste Musterkekse entwickeln und nach der Begutachtung in die Walzen eingravieren.\u201c<\/p>\n<h4>Plagiate, ein Riesenproblem!<\/h4>\n<p>Erfolg ist immer auch ein zweischneidiges Schwert, er bringt Neider und Nachahmer auf den Plan. Eine ausl\u00e4ndische Firma hat eine Maschine des deutschen Unternehmens exakt kopiert. Einen sicheren Schutz davor scheint es nicht zu geben. \u201eIn dem genannten Beispiel haben wir zudem den Fall, dass sie nicht nur die Maschine kopiert, sondern auch unsere YouTube-Filme exakt nachgestellt haben.<\/p>\n<p>Auch die Rezeptb\u00fccher stehen bei denen 1:1 auf der Webseite.\u201c Und da es sich um eine t\u00fcrkische Firma handelt, griffen auch EU-Richtlinien nicht, es sei ein rechtsfreier Raum.<\/p>\n<div id=\"attachment_55672\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 541px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-55672\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/spritzgebaeck-teller.jpeg\" alt=\"\" width=\"531\" height=\"368\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Spritzgeb\u00e4ck mit von Janssen hergestellt &#8211; \u00a9 Niederrheinische Formenfabrik Janssen GmbH<\/span><\/div>\n<p>\u201eWir stellen diese Maschine jetzt nicht mehr her und haben eine neue entwickelt. Die ist viel besser und kommt Ende des Jahres raus. Und das haben wir uns nun auch patentieren lassen\u201c, lacht<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Kalweit bitter, denn auch eine Patentanmeldung bedeutet f\u00fcr Europa und die Vereinigten Staaten eine zus\u00e4tzliche Unternehmerbelastung von einigen zigtausend Euro.<\/p>\n<h4>Langfristig \u00fcberzeugt nur Qualit\u00e4t<\/h4>\n<p>\u201eMit den Gro\u00dfmaschinen machen wir den Umsatz und reinvestieren in weitere Entwicklungen\u201c, sagt Kalweit. \u201eWir kreieren Kleinger\u00e4te, die wir auch immer wieder f\u00fcr Designpreise einreichen wollen, und gehen davon aus, dass die wieder kopiert werden. Und auch das werden wir wieder dulden\u201c, erkl\u00e4rt er.<\/p>\n<p>Denn damit zeige der Betrieb, welches Entwicklungspotential in ihm stecke. \u201eWenn es zu doll wird, werden wir nat\u00fcrlich juristische Schritte einleiten, da wir mittlerweile auch schutzrechtlich dazugelernt und investiert haben\u201c.<\/p>\n<p>Der versierte Industrial Designer bleibt mit seinen Innovationen immer am Zahn der Zeit. Laktosefreie oder glutenfreie Produkte, die eine neue Herausforderung an die Ger\u00e4te stellen, bedenkt er und sein Team ebenso, wie die sich weiter entwickelnde Regionalisierung von Produkten, die Lieferkettenengp\u00e4sse, die uns gerade im Zuge des Ukrainekrieges europaweit belasten, \u00fcberfl\u00fcssig machen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>\u201eWir haben als Kleinunternehmen immer viel Wert auf sehr gut ausgebildete Mitarbeiter gelegt, die sofort auf h\u00f6chstem Niveau, also Lebensmittelstandard, reagieren, entwickeln und sofort produzieren k\u00f6nnen. Wir w\u00e4ren vom Know-how her in der Lage, auf jedwede \u00c4nderung reagieren zu k\u00f6nnen. Und das ist die Strategie, von der wir denken, da kann man als Familienunternehmen auch f\u00fcr die n\u00e4chste Generation bestehen.\u201c 2022 ist f\u00fcr Janssen auch ein Jubil\u00e4umsjahr. Das Familienunternehmen feiert 150-j\u00e4hriges Bestehen.<\/p>\n<p><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_55678\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 191px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-55678\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Transfer_Prof._Kalweit-3-701x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"181\" height=\"264\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Prof. Andreas Kalweit &#8211; \u00a9 UniService Transfer<\/span><\/div>\n<h4>\u00dcber Andreas Kalweit<\/h4>\n<p>Andreas Kalweit studierte nach einer Betriebsschlosser-Lehre Maschinenbau an der Hochschule Niederrhein, anschlie\u00dfend Industrial Design an der Universit\u00e4t GH Essen und schloss beide Studieng\u00e4nge mit dem Diplom ab (Maschinenbau mit Auszeichnung). Seit 2012 ist er Professor f\u00fcr \u00bbManufacturing &amp; Material Science &#8211; Schwerpunkt Konstruktionstechnik und -systematik im Design\u00ab an der Bergischen Universit\u00e4t Wuppertal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andreas Kalweit, Professor am Lehrstuhl Industrial Design der Bergischen Universit\u00e4t und Inhaber der Familienmanufaktur Niederrheinische Formenfabrik Janssen GmbH in Krefeld, stellt die erfolgreichsten Geb\u00e4ckmaschinen der Welt her. Autor Uwe Blass stellt ihn in der Uni-Reihe &#8222;Transfergeschichten&#8220; n\u00e4her vor.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-55665","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-06-12 21:06:01","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55665","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=55665"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55665\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":55684,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55665\/revisions\/55684"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=55665"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=55665"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=55665"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}