{"id":55335,"date":"2022-09-10T10:04:50","date_gmt":"2022-09-10T08:04:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=55335"},"modified":"2022-09-16T09:21:28","modified_gmt":"2022-09-16T07:21:28","slug":"55335","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2022\/09\/10\/55335\/","title":{"rendered":"Erreichbare Alltagsziele ohne eigenes Auto"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_55343\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-55343\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Foto-Reutter-von-Michael-Kaufmann-2-1024x836.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"836\" \/><span class=\"wp-caption-text\">De Wissenschaftlerin Prof. Dr.-Ing. Ulrike Reutter &#8211; \u00a9 Michael Kaufmann<\/span><\/div>\n<p>Dr.-Ing. Ulrike Reutter ist Professorin f\u00fcr \u00d6ffentliche Verkehrssysteme und Mobilit\u00e4tsmanagement an der Bergischen Universit\u00e4t, \u201ed.h., unterwegs bin ich entweder zu Fu\u00df, mit dem Fahrrad, mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln, mit dem Zug oder auch mal mit dem Taxi.\u201c<\/p>\n<p>Nach Einsch\u00e4tzung eines Berliner Anwaltsb\u00fcros ist Wuppertal heute die Stadt der Blitzer. Mit durchschnittlich 48 Blitzern pro Tag je 1.000 Hektar Stra\u00dfenfl\u00e4che hat die Stadt im Bergischen Land die bundesweit h\u00f6chste Blitzerdichte. 6,5 Mio. Euro flie\u00dfen so in die immer klamme Stadtkasse und bescheren ein eintr\u00e4gliches Zubrot. Diese Kontrollen seien offensichtlich n\u00f6tig, sagt Reutter.<\/p>\n<p>\u201eIm \u00d6PNV ist das ja auch v\u00f6llig normal: dort wird das g\u00fcltige Ticket kontrolliert. Auch beim Parken wird kontrolliert, ob ich bezahlt habe oder nicht, und genauso m\u00fcssen auch Geschwindigkeitsregelungen kontrolliert werden, weil sie erstens sinnvoll sind und zweitens sonst kaum eingehalten werden.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_44822\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 440px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-44822\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Logo-Transfergeschichten.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p>Ungerecht findet die Wissenschaftlerin dabei, dass das \u00dcberschreiten der Geschwindigkeit eine Ordnungswidrigkeit darstelle, das Schwarzfahren im \u00d6PNV hingegen eine Straftat sei. \u201eSchwarzfahren kann sogar mit Gef\u00e4ngnis bestraft werden, wenn man die Strafe vorher nicht bezahlt. Nach meinem Rechtsempfinden ist das v\u00f6llig unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig und m\u00fcsste dringend ge\u00e4ndert werden. &#8220;<\/p>\n<h4>Langsameres Fahren verringert die Schadstoffbelastung<\/h4>\n<p>Geschwindigkeitsbegrenzungen begegnen uns allerorts, doch viele Autofahrer*innen stehen diesen Tempolimits kritisch gegen\u00fcber. Dabei verhindere langsames Fahren nicht nur Unf\u00e4lle, es verringere die Schadstoffbelastung, reduziere den Verkehrsl\u00e4rm, d\u00e4mme den Fl\u00e4chenverbrauch ein, verbessere die Aufenthaltsqualit\u00e4t und trage insgesamt dazu bei, dass die St\u00e4dte lebenswerter werden, so die Wissenschaftlerin.<\/p>\n<p>\u201eBei den verschiedenen Schadstoffarten unterscheiden wir solche, die lokal wirken, also zum Beispiel Stickoxide und Feinstaub, und die Treibhausgase, die global wirken\u201c, erkl\u00e4rt Reutter. \u201eDirekt im Stra\u00dfenraum wirken die Auspuffabgase und der oftmals in der \u00f6ffentlichen Diskussion untersch\u00e4tzte Bremsen-, Reifen- und Fahrbahnabrieb. Stickstoffoxide, Feinstaub und weitere Schadstoffe aus diesen Quellen des motorisierten Verkehrs sind stark gesundheitsgef\u00e4hrdend und greifen die Atemwege an \u2013 vor allem von Kindern, \u00e4lteren Menschen und Menschen mit geschw\u00e4chtem Immunsystem.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_44423\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-44423\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/IMG_3242-2-1024x676.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"676\" \/><span class=\"wp-caption-text\">In die Fu\u00dfg\u00e4ngerzone am Laurentiusplatz ist Ruhe eingekehrt &#8211; \u00a9 Lore Duwe<\/span><\/div>\n<p>Hinzu komme das CO<sub>2<\/sub> als klimasch\u00e4dliches globales Problem, das eng mit unserem Energieverbrauch und damit den gefahrenen Geschwindigkeiten zusammenh\u00e4nge. \u201eSowohl bei den lokal als auch bei den global wirkenden Schadstoffarten spielt die Geschwindigkeit der Fahrzeuge eine gro\u00dfe Rolle \u2013 weswegen langsame Geschwindigkeiten im Stadtverkehr und deren \u00dcberwachung vollkommen richtig und sinnvoll sind.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die Autos auf unseren Stra\u00dfen werden dagegen nicht nur immer schneller, sondern auch breiter, l\u00e4nger, h\u00f6her und schwerer &#8211; jede Fu\u00dfg\u00e4ngerin und jeder Fu\u00dfg\u00e4nger kennt die Begegnung mit einem SUV, an dem man nicht vorbeischauen kann. \u201eEs kann aber nun nicht sein, dass f\u00fcr diese Fahrzeuge die Stra\u00dfen und St\u00e4dte umgebaut werden, sondern die Fahrzeuge m\u00fcssen sich an den baulichen und st\u00e4dtebaulichen Bestand anpassen.<\/p>\n<p>Das bedeutet, dass enge Innenst\u00e4dte, verwinkelte Stadtquartiere, Wohnstra\u00dfen, auf denen Kinder spielen, f\u00fcr diese gro\u00dfen SUV verboten werden m\u00fcssten, denn die Qualit\u00e4t unserer St\u00e4dte ist nicht mit diesen Fahrzeugen vereinbar. Und auf allen anderen Stra\u00dfen muss die Geschwindigkeit stadtvertr\u00e4glich verlangsamt werden.<\/p>\n<p>Zur Reduzierung von Unf\u00e4llen, der Schadstoffbelastung und des Verkehrsl\u00e4rms, um Energie zu sparen, das Klima zu sch\u00fctzen und unsere St\u00e4dte an den Klimawandel anzupassen, bin ich ganz klar der fachlichen Meinung, dass wir ein erheblich heruntergezoomtes Geschwindigkeitsniveau brauchen: Innerorts Tempo 30, au\u00dferorts Tempo 80 und auf der Autobahn 100 bis maximal 120. Eine reduzierte Fahrgeschwindigkeit des motorisierten Individualverkehrs ist in jedem Fall eine richtige Ma\u00dfnahme\u201c, sagt die Fachfrau.<\/p>\n<h4>Autofreie Zonen: Beispiel Laurentiusplatz<\/h4>\n<p>Statt innerst\u00e4dtische Geschwindigkeitsverletzungen mit hohen Geb\u00fchren zu ahnden, k\u00f6nnte man auch gro\u00dffl\u00e4chig autofreie Zonen schaffen, die die Innenst\u00e4dte g\u00e4nzlich von Schadstoffbelastungen sch\u00fctzen k\u00f6nnten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Der autofreie Laurentiusplatz bietet in Wuppertal ein Beispiel. \u201eWir brauchen solche Zonen, wie am Laurentiusplatz, allein schon als positives Beispiel, denn es zeigt, welche Stadtqualit\u00e4ten damit verbunden sind.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_50623\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 597px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-50623\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/image001-1.jpg\" alt=\"\" width=\"587\" height=\"330\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Fu\u00dfg\u00e4ngerzone Laurentiusstrasse &#8211; \u00a9 Vok Dams iNotes<\/span><\/div>\n<p>Mittlerweile wisse man aus bundesweiten Studien, dass viele Menschen, die in solchen Quartieren wohnten, oft gar kein Auto mehr bes\u00e4\u00dfen, doch Reutter ist sich im Klaren, dass man auch Autofahrerinnen und Autofahrer, die ihr Gef\u00e4hrt behalten m\u00f6chten, in diesen Quartieren ber\u00fccksichtigen m\u00fcsse.<\/p>\n<p>F\u00fcr diesen Transformationsprozess, der ein langer Weg sei, bed\u00fcrfe es vieler Beteiligungen und \u00d6ffentlichkeitsarbeit, um das Konzept der autofreien Innenst\u00e4dte umzusetzen. Wie so etwas gelingen k\u00f6nne, erkl\u00e4rt Reutter am Beispiel der Wegstrecke eines Quartiersanwohners zur \u00d6PNV-Haltestelle.<\/p>\n<p>Dieser Weg d\u00fcrfe nicht l\u00e4nger sein, als der Weg zum Parkplatz oder der Quartiersgarage. Nat\u00fcrlich gebe es auch Ausnahmen, die man aber definieren k\u00f6nne. \u201eMan kann Zeiten definieren, an denen man hineinfahren kann. Oder man definiert die Zufahrt nur noch f\u00fcr bestimmte Fahrzeuge, also z. B. f\u00fcr Anwohner, mobilit\u00e4tseingeschr\u00e4nkte Menschen oder zum Be- und Entladen, aber eben nicht mehr zum Parken. Geparkt wird stattdessen in bestehenden Parkh\u00e4usern oder Quartiersgaragen\u201c, erkl\u00e4rt die Raumplanerin.<\/p>\n<p>Damit die Alternativen zum Autoverkehr attraktiv und erlebbar w\u00fcrden, brauche man aber vor allem eines: Zeit und Gelegenheit zum Ausprobieren.<\/p>\n<h4>Diebstahlsichere Fahrradst\u00e4nder und begr\u00fcnte Innenstadtfl\u00e4chen<\/h4>\n<p>Momentan stellen sich viele fahrradfahrende Quartiersbef\u00fcrworter die Frage, wo sie ihren oft teuren Drahtesel sicher abstellen k\u00f6nnen. Witterungsbest\u00e4ndig, ebenerdige und diebstahlsichere Unterstellm\u00f6glichkeiten gibt es ebenso wenig wie auch nahegelegene Quartiersgaragen f\u00fcr PKW.<\/p>\n<p>\u201eSolche Fahrrad-Abstellm\u00f6glichkeiten brauchen wir im Stra\u00dfenraum\u201c, fordert Reutter, um die Attraktivit\u00e4t solcher R\u00e4ume zu st\u00e4rken. \u201eEs m\u00fcsste auch normal sein, dass die Stra\u00dfen besser begr\u00fcnt werden. Auf dem Laurentiusplatz gibt es zwar schon B\u00e4ume, aber das ist noch nicht \u00fcberall selbstverst\u00e4ndlich. Wenn wir allein an das ganze Thema Zunahme von Hitzetagen und Hitzeperioden denken, brauchen wir dringend auch im Tal Abk\u00fchlungszonen. Da k\u00f6nnen Pflanzen sehr hilfreich sein.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_39740\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-39740\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_2466-1-2-1024x576.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"576\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der Laurentiusplatz in Elberfeld vor der Verkehrsberuhigung &#8211; \u00a9 Vok Dams iNotes<\/span><\/div>\n<p>Ein interessantes Konzept der Stadtplanung, das bereits in Freiburg umgesetzt wird, ist die sogenannte Schwammstadt. Dabei wird anfallendes Regenwasser in St\u00e4dten nicht mehr kanalisiert und in B\u00e4che und Fl\u00fcsse abgeleitet, sondern gespeichert und den innerst\u00e4dtischen Gr\u00fcnfl\u00e4chen wieder zugef\u00fchrt.<\/p>\n<h4>Ver\u00e4nderungen durch einfachere Strukturen im \u00d6PNV<\/h4>\n<p>Ulrike Reutter forscht an den Grundlagen zum Verst\u00e4ndnis von Ver\u00e4nderungsprozessen im \u00f6ffentlichen Verkehr und wei\u00df, dass jede Ver\u00e4nderung lange dauert. Das Umsetzen von Bussonderspuren oder Spuren f\u00fcr Schnellbusse sind nur zwei Beispiele, die die Neuaufteilung des Stra\u00dfenraums betreffen, ganz zu schweigen von den finanziellen Anforderungen.<\/p>\n<p>\u201eMan muss also mutig sein und sich trauen, sowohl die Stra\u00dfenfl\u00e4che als auch das Geld im Verkehr ganz anders zu verteilen\u201c, formuliert sie. Auch die unterschiedlichen \u00d6PNV-Tarifstrukturen der St\u00e4dte und L\u00e4nder m\u00fcssten vereinfacht und nutzerfreundlicher gestaltet werden. Begeistert zeigt sich die Wissenschaftlerin deshalb \u00fcber die Einf\u00fchrung des bundesweiten 9 Euro-Tickets.<\/p>\n<p>\u201eWenn man so ein einfaches Ticket in die Welt gibt, zeigt das, dass dann der \u00d6PNV auch von Menschen, die ihn bisher nicht genutzt haben, gerne angenommen wird. Daher denke ich, die Politik w\u00e4re gut beraten, wenn sie diese einfache Struktur \u2013 auch mit einem etwas h\u00f6heren Preis als 9 Euro im Monat \u2013 beibeh\u00e4lt: mit einem Ticket, das es mir erlaubt, den \u00d6PNV, ohne gro\u00df \u00fcber den bisherigen Tarifdschungel nachzudenken, in Wuppertal oder Dortmund, aber auch im Hunsr\u00fcck, Kassel oder Leipzig zu nutzen.\u201c<\/p>\n<h4>Nachhaltige Mobilit\u00e4t<\/h4>\n<p>\u201eF\u00fcr mich bedeutet eine nachhaltige Mobilit\u00e4t, dass die Menschen m\u00f6glichst auch ohne eigenes Auto mobil sein k\u00f6nnen\u201c, sagt Reutter, \u201edass sie gut zur Arbeit kommen, einkaufen k\u00f6nnen, dass ihre Kinder, alleine in die Schule gehen k\u00f6nnen und dass attraktive Freizeiteinrichtungen, Parks und Naherholungsgebiete auch am Wochenende gut mit dem \u00d6ffentlichen Verkehr erreichbar sind. Gerade mit unseren aktuellen Herausforderungen an Energieeinsparung, Klimaschutz und Klimaanpassung muss auch der Verkehrssektor seinen Beitrag leisten.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_55347\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-55347\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/2022_MOST_c_NVR-GmbH_Smilla-Dankert_07-1024x683-1.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" \/><span class=\"wp-caption-text\"><br \/>Moderne Radstation im Rheinland \u2013 \u00a9 NVR GmbH \/ Smilla Dankert<\/span><\/div>\n<p>Restriktionen f\u00fcr den Autoverkehr seien daf\u00fcr unerl\u00e4sslich, PKW in den Innenst\u00e4dten d\u00fcrften keinen Vorrang mehr gegen\u00fcber nachhaltigeren Verkehrsmitteln haben.<\/p>\n<p>\u201eZum Beispiel sind Einkaufszentren auf der gr\u00fcnen Wiese, wo ich nur mit dem Auto hinkomme, nicht nachhaltig. Oder auch die Fahrt mit dem PKW zum B\u00e4cker bedeutet einen enormen Energieaufwand, und das alles, um vielleicht drei Br\u00f6tchen zu kaufen? Wenn wir im \u00f6ffentlichen Verkehr, im Fu\u00df- und Fahrradverkehr zu einer definitiv nachhaltigeren Nutzung kommen wollen, brauchen wir gute Angebote f\u00fcr die Verkehrsmittel des Umweltverbundes \u2013 also Fu\u00dfverkehr, Fahrrad, \u00d6PNV und Carsharing \u2013 und gleichzeitig Beschr\u00e4nkungen und Kosten f\u00fcr die Nutzung des Autos.\u201c<\/p>\n<h4>Vorzeigebeispiele gibt es schon<\/h4>\n<p>Bereits heute gibt es St\u00e4dte, wei\u00df die Wissenschaftlerin, die die verkehrsplanerischen, rechtlichen, politischen und nachhaltigen Anforderungen des \u00f6ffentlichen Verkehrs der Zukunft am besten umsetzen.<\/p>\n<p>\u201eSeit vielen Jahren ist da nat\u00fcrlich die Stadt Z\u00fcrich in der Schweiz zu nennen, ein Erfolgsbeispiel, das zeigt, dass ein langer Atem in der \u00d6PNV-Planung sich auszahlt. Z\u00fcrich ist, was den \u00d6PNV angeht, seit Jahrzehnten sehr gut aufgestellt.\u201c<\/p>\n<p>Freiburg im Breisgau geh\u00f6re auch dazu. In Freiburg werde konsequent die Politik verfolgt, vor jeder Planung eines neuen Wohngebiets als erstes eine Stra\u00dfenbahnlinie dorthin zu bauen. \u201eWenn Menschen dort einziehen, ist der qualitativ hochwertige \u00f6ffentliche Verkehr bereits nutzbar. Dieses Angebot pr\u00e4gt die Gewohnheit, den Umweltverbund zu nutzen, von Anfang an.\u201c<\/p>\n<p>Und dann sei da noch die kleine Stadt Offenburg zu nennen, wo es schon seit einigen Jahren ganz viele \u201eMobilpunkte\u201c gebe. \u201eDas sind Orte, besondere Haltestellen eben, wo ich von einem aufs andere Verkehrsmittel problemlos umsteigen kann, ohne lange Wartezeiten in Kauf zu nehmen\u201c, erkl\u00e4rt Reutter.<\/p>\n<p>\u201eDas funktioniert im Zusammenspiel aus Bus und Bahn, Taxi, Fahrradparkhaus und Fahrradverleih, E-Scooter-Verleih und Carsharing \u2013 je nach der Gr\u00f6\u00dfe des Verkn\u00fcpfungspunktes. In NRW hei\u00dft die Dachmarke daf\u00fcr \u201eMobilstation\u201c.<\/p>\n<p>Und im besten Fall sind alle Dienstleistungen wie z. B. der Stellplatz in der Fahrradgarage, das Ausleihen eines Pedelecs oder das Rufen eines On-Demand-Busses \u00fcber eine einzige App buchbar. Ganz konkret bearbeiten wir gerade ein Forschungsprojekt, in dem wir gemeinsam mit Partnern ein Konzept f\u00fcr die Elberfelder Nordstadt erarbeiten und in der Mirke eine erste Mobilstation umsetzen werden.\u201c<\/p>\n<p>Ohne die Partizipation der Bev\u00f6lkerung geht im Bereich Nachhaltigkeit gar nichts, wei\u00df die Wissenschaftlerin und sagt: \u201eWir brauchen autofreie, autoarme und verkehrsberuhigte Quartiere. Und wir brauchen Vorbilder, die die Vorteile der nachhaltigen Stadt erlebbar und erfahrbar machen. Das geht nur in demokratischen Prozessen mit Beteiligungsformaten, Mitmachaktionen und \u00d6ffentlichkeitsarbeit. Dann k\u00f6nnen sich die Einstellungen in den K\u00f6pfen und Herzen der Menschen und damit auch ihr Verhalten ver\u00e4ndern.\u201c<\/p>\n<p><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<h4>Prof. Dr.-Ing. Ulrike Reutter<\/h4>\n<p>Prof. Dr.-Ing. Ulrike Reutter ist Raumplanerin und leitet in der Fakult\u00e4t f\u00fcr Architektur und Bauingenieurwesen das Lehr- und Forschungsgebiet \u201e\u00d6ffentliche Verkehrssysteme und Mobilit\u00e4ts-management (\u00d6VM)\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der interessanten Uni-Reihe &#8222;Transfergeschichten&#8220; hat sich Autor Uwe Blass mit Prof. Dr.-Ing. Ulrike Reutter \u00fcber Blitzer, ein klimafreundliches Geschwindigkeitsniveau und eine nachhaltige Mobilit\u00e4t f\u00fcr Wuppertal unterhalten. &#8222;Ich lebe autofrei&#8220;, erkl\u00e4rt die Wissenschaftlerin. <\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-55335","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-13 07:49:51","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55335","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=55335"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55335\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":55348,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55335\/revisions\/55348"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=55335"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=55335"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=55335"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}